Tagesdosis 12.12.2018 – Die Politik der Massen

Ein Kommentar von Florian Kirner.

Die Gelbwesten sind ein Faktor, der alles verändert. Einer, der den Bankrott vermeintlicher Volksvertreter offensichtlich macht. Sie sind eine Kraft, die das Tor aufstößt zu einer neuen Politik, bei der mündige Bürger zu Akteuren im historischen Prozess werden.

An die Macht der Masse glauben nicht mehr viele in Deutschland.

Da gibt es jene, die hinter jeder Massenbewegung sofort einen Trick der Eliten wittern, eine „Farbrevolution“, und, natürlich, George Soros. Dann gibt es jene, die alles, was sich da unten in der Gesellschaft von selbst formiert und ohne Genehmigung bestehender Organisationen, mit Misstrauen beäugen, es generell für rechts, antisemitisch, europafeindlich und überhaupt für kreuzgefährlich halten.

Die Gelbwesten markieren einen Bruch mit dem Kleingeist dieser Bewegungssimulanten. Die von der Selbstorganisation und Selbstbewegung der Massen keinerlei Vorstellung besitzen, weil sie selbst nur die Jahrzehnte der Niederlage kennengelernt haben, weil sie niemals in ihren spröden, salzlosen Bürokratenleben vom leuchtenden Finger einer echten, spontanen Massenbewegung in Flammen gesetzt worden sind: diese Verwalter unserer Wut und unserer Träume werden von den Gelbwesten, die sich die Bühne erobern, endlich auf die Seite geschoben.

Das Volk in der französischen Revolution 

Sehr lehrreich für ein Verständnis dessen, was sich in Frankreich abspielt und wie es sich weiterentwickeln könnte, ist die „Geschichte der Großen Französischen Revolution“ des russischen Anarchisten Peter Kropotkin.

Im Zentrum der Darstellung jener welthistorischer Ereignisse 1789 – 1794, die einer ständigen Achterbahnfahrt gleichen, stehen bei Kropotkin nicht die großen, legendären Namen, die VIPs der Revolution, kein Danton und kein Marat, kein Robespierre und kein Brissot.

Ohne diesen Männern nun ihre historische Größe absprechen zu wollen, erscheinen sie bei Kropotkin weit davon entfernt, Geschichte zu „machen“, wie ein deutscher Historiker wähnte.

Vielmehr sieht man sie tänzeln und springen, schreien in Wut, Enthusiasmus oder Verzweiflung, hektisch manövrieren, siegen oder fliehen, aufsteigen und fallen auf dem Resonanzboden einer revolutionären Gesellschaft, die durch wiederkehrende Erdbeben und Vulkanausbrüche diese Figur emporhebt und jene in einer Schlucht versinken lässt, die Sekunden zuvor nicht zu existieren schien!

Es ist die Menge, die Masse, das Volk von Paris, das bei Kropotkin die treibende Kraft der Geschichte ist. Immer wieder platzen an den entscheidenden Wendepunkten der Französischen Revolution Hunderttausende und Millionen oftmals ganz unerwartet auf die Bühne der Weltgeschichte, packen den geschichtlichen Prozess mit ungezählten Händen bei den Haaren, zerren damit auch ihre Führer und Helden binnen Stunden an einen zuvor unbekannten Platz und wuchten den geschichtlichen Prozess auf eine neue Ebene.

So geschehen 1789, als aus einem hilflosen Protest vor der Bastille der Sturmlauf der Revolution wurde. So geschehen, als Millionen in die Revolutionsheere strömten, um die Revolution gegen äußere Feinde zu halten. So geschehen in den Septembertagen 1792, gegen die inneren Feinde, die Konterrevolution und wieder 1793, am 27. Mai, als Paris sich erhob gegen den korrupt gewordenen Konvent.

Eine organisierte, handlungsfähige Masse! 

Solche Vorgänge sind uns, die wir 2018 in Deutschland leben, ein einziges Abstraktum.

Wir leben in einer postpolitischen, durch und durch normierten Gesellschaft, ja, in einer Lage von solcher Vereinzelung, dass schon der Begriff „Gesellschaft“ fragwürdig geworden ist, um die hiesigen Zustände adäquat zu beschreiben.

Allerdings macht Kropotkin auch deutlich, dass die rebellierende Masse nicht einfach ein unstrukturierter Menschenbatzen gewesen ist, der da rätselhafter Weise, immer wieder, sehr plötzlich und wie von unsichtbarer Hand geformt, als eine zielklare, aktiv eingreifende Menge die Bühne der Weltgeschichte erstürmte.

Die vielen Hände, die diese Menge formten, werden sichtbar in Kropotkins Darstellung, wenngleich sie körperlos bleiben, namenlos: es sind die Aufrührer und Revolutionäre der Pariser Sektionen! Führer des Volkes, die der Geschichtsschreibung zumeist unbekannt geblieben sind.

Vielleicht konnten sie nicht lesen und schreiben, anders als Danton und Robespierre, die Rechtsanwälte waren. Sicher hatten sie wenig Sinn dafür und keine Zeit, die Berichte ihrer Taten persönlich zu signieren, im Buch der kollektiven Erinnerungen.

Diese Mutigen der Vorstädte und Helden der Elendsquartiere mögen namenlos geblieben sein. Aber diese unbekannten Aktivisten waren die entscheidende Triebkraft der Revolution. Sie, die vielleicht nur ihren Straßenzug organisiert hatten oder ihre Manufaktur, hielten den mächtigsten Hebel der Veränderung in vielen tausend Händen.

Sie wirkten nicht immer richtungsgleich auf diesen Hebel. Manchmal blockierten sie sich gegenseitig. Die eine Sektion war schneller zu aktivieren als die andere. Jene neigte mehr zu den Besitzenden, jene war tief verankert in der Masse der Besitzlosen. Aber dieses Netz der Aktivisten war eng geknüpft. Die Sektionen von Paris waren durch und durch organisiert. Und erst die Beseitigung dieser Volksmacht ermöglichte 1794 den letztlichen Durchmarsch der Konterrevolution.

Science Fiction oder unsere konkrete Aufgabe? 

Eine solche Führung in der Breite und Tiefe des Volkes kann man sich nicht in der Betriebskantine einer Parteizentrale backen. Auch die ersten Monate der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ zeigen einen eklatanten Mangel an Grundvertrauen in die selbsttätigen Akteure, die man nicht kennt, die man nicht ein- und zuordnen kann und denen man zutraut, sie könnten „aus dem Ruder laufen“.

Ach, liefen sie doch aus dem Ruder! Würde die Bewegung, die Leute, das Volk doch endlich, endlich außer Kontrolle geraten, sich dem Zugriff ihrer Verwalter entziehen!

Ich bin nun nicht gegen zentrale Strukturen. Ich bin ganz und gar nicht gegen Führung. Im Gegenteil! Ich bin für mehr Führung, für eine bessere Führung. Aber für eine bessere Führung auf allen Ebenen. Oben, unten, quer dazu. Für starke, handlungsfähige Strukturen.

Man darf das spontane Element im Geschichtsprozess auch nicht mythisieren. Ein Ausbruch der Wut und der Empörung kann sehr spontan geschehen. Auf die Dauer braucht jede Bewegung Strukturen, um nicht wieder in sich zusammenzufallen.

Was aber stellt echte Demokratie ebenso sicher wie die Handlungsfähigkeit zentraler oder auch lokaler Strukturen? Es ist eine massenhafte Entfaltung von Einzelnen, die sich finden im Kampf, die sich strukturieren in der Praxis der Organisationsarbeit, die handlungsfähig werden in der Dialektik der Auseinandersetzung mit der alten Macht.

Revolution & Romantik 

Ich weiß es selbst: wir brauchen zu dieser Vision alles, was uns in Deutschland nahezu ausnahmslos fehlt. Zum Beispiel kämpfende Gewerkschaften, politisierte Universitäten, Strukturen solidarischer Selbstorganisation.

Wir sind hier nicht in Griechenland, wo eine Serie von über 30 Generalstreiks seit 2011, die Platzbesetzungen, die Kämpfe mit der Polizei und ums tägliche Überleben eine ganze Generation von politischen Führern entstehen haben lassen.

Aber wenn wir eine Politik der Befreiung wollen, brauchen wir ein Netz selbständig agierender Aktivisten in ihrem Betrieb, in ihrem Stadtviertel, an ihrer Schule oder Universität. Vielleicht ist es eine entlassene Krankenschwester, die nun auf eigene Faust hilft und heilt und dabei für den Aufstand wirbt. Oder ein arbeitsloser Jugendlicher, der liest und liest und das Gelesene aufgeregt plappernd weitergibt. Oder ein Blogger, ein DJ oder eine militante Rentnerin.

Romantik. Ich höre schon den Vorwurf. Revolutionsromantik! Peinlich…

Ja, Romantik! Romantik in ihrem eigentlichen, in einem revolutionären Sinne. Und Realität in Griechenland, in Frankreich, in Spanien, in England sogar – wenn auch ferne Traumbilder für Deutschland.

Diese Kraft von unten ist freilich nicht unbeeinträchtigt von den Machinationen der großen Männer und Frauen. Aber diese Macht wäre zur Abwechslung einmal nicht die Macht des Feindes, die Macht schrecklicher Menschen im Auftrage anonymer, kalter Mächte.

Riexinger, Varoufakis, Wagenknecht 

Für die Macht der Sektionen von Paris in der französischen Revolution, für die Macht der Gelbwesten heute fehlt den Riexingers, aber auch Leuten wie Yanis Varoufakis und so vielen wohlmeinenden Weltenrettern in NGOs und linken Parteien jeder Blick.

Für die Schönheit der Rebellinnen und Rebellen von Athen oder Paris haben sie keinen Sinn entwickelt. Sie haben Angst vor ihrer Wildheit. Für den Donnerhall des Klassenbebens, für die Schreie aus Schmerz und Wut und für die Melodien ihrer Lieder fehlt ihnen das Gehör. Das ist ihnen zu laut oder zu emotional. Die Traummacht der ungestillten Sehnsüchte ist ihnen ein Rätsel.

Auch den meisten Menschen unten in Deutschland ist all das sehr rätselhaft. Noch. Denn wir können schnell lernen, wenn es Beispiele gibt, die unsere wilden Träume greifbar machen.

Vielleicht wird auch Yanis Varoufakis lernen, jetzt, wo er vom Schleudersitz der Macht längst hinwegkatapultiert wurde und ehrlich um den Aufbau der Bewegung kämpft. Vielleicht lernt es in diesen Tagen eine Sahra Wagenknecht, die sich mutig in jenes offene, unbekannte Land begeben hat, das zu betreten ihre Partei als Ganzes noch nicht bereit ist.

Festzuhalten ist, dass Sahra Wagenknecht die richtigen Instinkte

bewies, als sie sich allein auf weiter Flur und sehr offensiv auf die Gelbwesten als Vorbild des Widerstand bezog.

Wichtiger aber als dieses Werden und Wehen großer Männer und Frauen ist auch für uns in Deutschland, dass wir für alles das unsere Sinne entwickeln und schärfen, was sich in den Tiefen der Sektionen tut! Dass wir hineinhören, hineinschauen in diese dem deutschen Aktivisten noch so fremde Welt der revoltierenden, sich selbst ermächtigenden Masse. Dass wir in Kontakt kommen mit dieser eigentlichen geschichtlichen Triebkraft.

Dies alles denke und schreibe ich in großer, liebender Leidenschaft; als Romantiker und Revolutionär. Sitzend am unsichtbaren Denkmal des unbekannten Aktivisten der Pariser Sektionen (1789 – 1794).

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Dieser Beitrag erschien am 11.12.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

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28 Kommentare zu: “Tagesdosis 12.12.2018 – Die Politik der Massen

  1. Gibt es das auch in deutscher Sprache?

    Außer Romantik hab ich nichts gehört.
    Nichts gegen Romantik, aber bitte schön nicht Wunschträume fern aller Realität und kein Gedanke daran verschwendet, warum die Realität ist, wie sie ist und wo und was man ändern könnte und müsste.
    Ich glaube nicht, dass man mit Wunschträumen wen hinterm Ofen vorlockt.
    Universitäten, Gewerkschaften…. na dass ich nicht lache. Am ehesten die Armuts-Rentner.

    Das mit den nicht bekannten Aktivisten an der Basis ist sicher richtig und die werden sich womöglich sogar finden, egal ob das nun ein farblich inszenierter Aufstand ist oder nicht.
    Und wenn die freien Medien dann aufpassen und nicht nur auf die bewusst in Szene gesetzten Anführer schaun, könnte sogar was draus werden, sonst wird es enden, wie in der DDR, die Masse verraten und verkauft um ein paar Bananen.

    Aber irgendein Plan sollte auch da sein, denke ich.

  2. Ein guter Artikel, danke.

    Bisher habe ich noch keine „Verschwörungstheorie“ hier vernommen, die die Anschläge von Straßburg für inszeniert oder zumindest freundlich begleitet hält. Traut man sich nicht, oder ist es eh so offensichtlich, dass man das aufgeweckten Lesern sowieso nicht erzählen muss?

    Folgender Satz dazu – direkt unter der Überschrift – eines prominent platzierten SPON-Artikels von gestern hat mich dann doch ziemlich schockiert. Auf so einen ekligen Spin muss man erst einmal kommen. „Wieder trifft der Terror Frankreich – und wirft einen dunklen Schatten auf die jüngsten Proteste der „Gelbwesten“. Mit einer besonnenen Reaktion könnte Präsident Macron seine angekratzte Autorität stärken.“

    Nutzen wird das aber nichts, bin ich überzeugt. Das französische Volk lässt sich – hoffentlich – mehrheitlich nicht so billig verarschen.

    • So der Atlantik-Brückling Christoph Sydow heute auf Spiegel Online, 13.12.2018, 15:34 Uhr.

      Die Domain der von Christoph Sydow angesprochenen IS-Propagandaorganisation ist laut who.is auf Samer Barqawi und die Aamaq Al Thulathia Trading & Contracting in Saudi-Arabien registriert. Deren Aamaq News Agency publiziert regelmäßig über die kalifornischen Server von

      Ist doch scheißegal, ob es der französische oder deutsche Verfassungsschutz war, der den marokkanischen Schützen auf den Weihnachtsmarkt geschickt hat, oder ob dies Teil des ist. Der Spin bleibt immer der gleiche: Allahu Akbar! oder cui bono? Und völlig überflüssig, gebannt auf die ständig wachsende Anzahl an Merkwürdigkeiten und Unstimmigkeiten bei der Terroristenproduktion und Fahndung zu blicken. Lebend fassen werden die den nicht.

      Also nicht verzagen, Flagge zeigen und die gelbe Weste aus dem Kofferraum holen und an die Heckscheibe pinnen. Vielleicht schwappt die Bewegung aus Frankreich ja doch noch über den Rhein und erobert die deutschen Straßen.

    • „Der Angreifer in der Stadt Straßburg in Frankreich war ein Soldat des ‚Islamischen Staats‘ und er führte seine Operation als Antwort auf die Aufrufe aus, die Bürger der Koalition anzugreifen.“ Ziemlich genau so müsste die Mitteilung der IS-Propagandaorganisation Aamaq lauten, mit der die Terrormiliz den Anschlag von Straßburg für sich reklamiert. Doch knapp 48 Stunden nach der Tat lässt eine Reaktion des IS auf sich warten, so der Atlantik-Brückling Christoph Sydow heute auf Spiegel Online, 13.12.2018, 15:34 Uhr.

      Die Domain der von C.Sydow angesprochenen IS-Propagandaorganisation ist laut who.is auf Samer Barqawi und die Aamaq Al Thulathia Trading & Contracting in Saudi-Arabien registriert https://who.is/whois/aamaq.com. Deren Aamaq News Agency publiziert regelmäßig über die kalifornischen Server von https://globalnews.ca/tag/aamaq-news-agency/.

      Ist doch scheißegal, ob es der französische oder deutsche Verfassungsschutz war, der den marokkanischen Schützen auf den Weihnachtsmarkt geschickt hat, oder ob dies Teil des ist. Der Spin bleibt immer der gleiche: Allahu Akbar! oder cui bono? Und völlig überflüssig, gebannt auf die ständig wachsende Anzahl an Merkwürdigkeiten und Unstimmigkeiten bei der Terroristenproduktion und Fahndung zu blicken. Lebend fassen werden die den nicht.

      Also nicht verzagen, Flagge zeigen und die gelbe Weste aus dem Kofferraum holen und an die Heckscheibe pinnen. Vielleicht schwappt die Bewegung aus Frankreich ja doch noch über den Rhein und erobert die deutschen Straßen.

  3. Ein wesentliches Problem der deutschen Linken ist die Angst vor Symbolen, Fahnen, Slogans und vor Leuten, die sich von derlei Kitsch mobilisieren lassen. Hört man sich die Kommentare von Riexinger zum Protest der gilets jaunes an, scheint das jedoch kein Hindernis zu sein, das überwunden werden kann. Stattdessen ist es offenbar Auftrag und Programm der politischen Linken, die eigene Anhängerschaft von der Straße fern und überschaubar zu halten und jeden massenhaften Protest als rechts, nationalistisch oder national-sozialistisch zu diffamieren. Von solch einer Linken muss der neoliberale Konsens bei der Vollendung der marktkonformen Demokratie, eines marktradikalen Arbeitsmarkts, weltumspannenden Arbeitskräfte- und Wohnungsmarkts und der Zuspitzung der Einkommens- und Vermögensverteilung keinen Widerstand fürchten, im Gegenteil.

    Mit dieser Linken ist also kein Aufstand zu machen, solange in diesem Land das „Pack“ noch wählen darf und geht. Weil jedoch jeder Aufstand mit einem ersten Schritt beginnt und weil sich Aufsteher und Aufständler einander vergewissern sollten, rege ich an, als erstes die gelbe Weste aus dem Kofferraum gut sichtbar an det Heckscheibe zu befestigen. Ganz mutige Zeitgenossen können zusätzlich ihren Weihnachtsschmuck am Haus und im Garten entsprechend umgestalten.

  4. Vorweg: Das Anliegen des Herrn Kirner ist sympathisch und ich achte seine Verve.

    Andererseits: Es weht mal wieder der „Mantel der Geschichte“ und es geht um „wahre Demokratie“ mit Bürgerlichem Subjekt als einzig zulässiger Handlungsform. Kurz gesagt: Revolution wie immer, nämlich einmal um sich selbst drehen.

    Historisches Denken, das diesen Artikel trägt, erlaubt keinen nonchalanten Umgang mit Vergangenheit. Diese muss immer am Leben, immer dienstbar gehalten werde, um „aus ihr zu lernen“, was nichts anderes bedeutet, als dass wir Heutigen die Rechtfertigung für unsere gesellschaftliche Ordnung und Handlungsweise aus der Existenz der Vorfahren ziehen, aber keineswegs aus ihrer Art, die Welt zu sehen und einzurichten. Diese wird von uns dadurch umgedeutet, dass wir sie aus ihrem Tode zu einem Scheinleben erwecken, das nun seine Erfüllung in unserer Gesellschaft des Modernen Ensembles zu finden hat. Alles, was sie je getan, diente nur diesem einen und letzten Zweck: uns zur Welt zu bringen. Mit diesem teleologischen Taschenspielertrick treiben wir unser Wesen, unabhängig davon, welcher ideologischen Ausrichtung wir subjektiv und interessiert nun anhängen mögen: Halten wir es mehr mit Hegel und Fukuyama oder mehr mit Marx und Engels? Das Ergebnis wird immer dasselbe sein, eine prästabilisierte Historie.
    Während also zu Zeiten der bürgerlichen Revolutionen die Nationen im Vordergrund der Betrachtung und der Emphase standen, es das Werk der Nationen war, einen Staat sich zu gründen, verschob sich dieser Aspekt durch die Revolutionen des zwanzigsten Jahrhunderts zu Befreiungsbewegungen, -parteien und -armeen, die Staaten und Nationen neu schufen, bis hin zu den staatlichen Zerfallsprodukten der aktuellen Ordnung, in der sich Staaten gründen, ohne von nationaler Legitimierung angetrieben zu sein, bloß von regionalen und ständischen Interessen. Ähnliche Verschiebungen der diskursiven Gewichte können wir bei der Beschreibung der Revolten, Bewegungen und Klassenkämpfe in der bürgerlichen Gesellschaft finden. Theoretisierungen und Zuschreibungen als revolutionäre Subjekte oder wenigstens Subjekte gesellschaftlicher Veränderungen betrafen nacheinander Industrieproletariat und Arbeiterklasse am Anfang des 20. Jahrunderts, die sogenannten Neuen sozialen Bewegungen in dessen 70er Jahren und schließlich die multitudes, an der Wende zum 21. Jahrhundert, im vorliegenden Artikel „Masse“ genannt.
    Wie jede Zivilisation historisch vor uns, ist auch die zentrale Erklärung der Bürgerlichen Moderne fetisch-verfasst. Das heißt, die zentrale Erklärung spiegelt und spiegelten die menschlichen Leistungen wider, ohne dass die Leute dieses Konterfei ihrer eigenen Hervorbringungen als von ihnen in die Welt gesetzt wieder erkannt hätten. Das hatte den unbezweifelbaren Vorteil, dass für Autorität und Stabilität der gesellschaftlichen Grundlage gesorgt war. Die Geister der magischen, die Götter der religiösen, die Naturgesetze der wissenschaftlichen Formation schaffen dies vor allem dadurch, dass sie als menschliche Hervorbringungen, als Leistungen der Leute ihrer Formation nicht erkannt werden, sondern als von höheren nicht menschlichen Instanzen erbrachte. Dies macht zwar Verstöße gegen den gesellschaftlichen Grundkonsens schlechterdings unmöglich, führt jedoch zu einem interessanten Phänomen, das aber immer erst im Nachhinein auftaucht. Die jeweils herrschende Erklärung ist notwendigerweise unvollständig, und zwar deshalb, weil die jeweils menschliche Leistung ausgeblendet wird. ( Die religiöse Formation etwa begnügt sich mit der Erklärung, dass ihre Welt von Göttern geschaffen wurde und nicht durch Sesshaftigkeit. Dies gilt auf der ganzen Erde zu dieser Zeit und erlaubt gesellschaftliche Verständigung auch dort, wo zuvor noch nicht bekannte Gruppen, Stämme, Völker, Reiche aufeinandertreffen.)
    Dass die menschliche Leistung ausgeblendet wird, wird retrospektiv wahrnehmbar, die Lücke in der Erklärung nicht sofort gesehen. Dass sie nicht gesehen wird, macht aber auch ihre Wirksamkeit aus, weil die Fehlstelle der menschlichen Leistung nicht in Frage gestellt wird. Erst wenn die Lücke in das (gesellschaftliche) Bewusstsein der Leute rückt, muss sie gefüllt werden – durch eine neue Erklärung. Und in das gesellschaftliche Bewusstsein der Leute rückt sie, weil die Welt, also die gesellschaftlichen Überformungen der vorgefundenen Umwelt, was nichts anderes heißt als die gesellschaftlichen und gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten der Leute selbst, sich verändert haben und neu definiert wurden, aus welchen Notwendigkeiten und Antrieben oder Kontingenzen auch immer. Diese Neudefinition hat also materielles Substrat, materielle Grundlage, aber nicht kausalen, kontinuierenden Hintergrund. Es hätte immer anders kommen können, es hätte nie so kommen müssen. Aber die Unvollständigkeit der Erklärung hält die Möglichkeit des Zusammenbruchs der Formation immer offen. Die Unvollständigkeit ist der Fetischverfasstheit verdankt, also dem Nichterkennen der eigenen Schöpfung. Wir tun uns heute schwer, wenn wir etwa nicht nur die Einzelwissenschaft, sondern auch die Naturgesetze als menschliche Hervorbringung betrachten sollen, legt doch dies den Schluss nahe, dass wir die Welt nach unserem Ebenbild – oder wenigstens nach unseren Bedürfnissen – gestalten. Genau dies aber gilt als Sakrileg, eben hier beginnt das „Andere“.
    Wer der Erklärung der Moderne, damit der Aufklärung, der Subjektivität als einzig gesellschaftlich zulässiger Handlungsform und dem „Mantel der Geschichte“ als Leitideologie der ganzen Veranstaltung verhaftet bleiben möchte, kämpft darum, die Unvollständigkeit der Erklärung zu verschleiern und die ungesellschaftliche Gesellschaft des Modernen Ensembles zu bewahren.

    • So bald man hier etwas wirklich wichtiges sagt-wie Geldsystem-kommt schon der nächste romanhafte Aufsatz ,dessen Sinn sich mir entzieht.

    • So viele arme Buchstaben werden benutzt und dabei so wenig Einsicht herausgekitzelt, weil es kaum ein Schwein verstehen kann. Mit wem will da eigentlich kommuniziert werden?
      Gibt es eine zentrale Aussage? Ich meine in Worten für wie Normalos wie mich.

      Was will der Künstler uns mitteilen?

      – Revolution jetzt? – Nein Danke!
      – Alles bürgerliche Spießer in gelben Westen
      – Eigentlich finde ich fast alle ziemlich doof

      Etwa so stelle ich mir das vor. Dafür so viel Gelaber?
      Traurige Veranstaltung, ein bißchen viel verbildeter Wortnebel für so wenig Aussage.

    • Es geht ja nicht um Geld. Geld war zu Zeiten jeweils etwas anderes. Es geht um Wert(-Geld) und die abstrakte Reichtumsform.
      Wenn Sie es nicht verstehen, hat es mit Ihren gegenwärtigen Fragen auch nichts zu tun. Das ist völlig in Ordnung. Die Frage ist, warum Sie es extra erwähnen?
      Viel Glück und Erkenntnis auf Ihren Wegen und lassen Sie uns davon hören. Habe die Ehre.

    • Bleibt die Frage: Wie wenige verstehen das Gesagte?
      Mag es nun richtig oder falsch, wenn es am Ende nur 1 Promille überhaupt einschätzen kann, weil der Rest erst gar nicht verstanden hat, worum es geht, dann halte ich Ihren Text für selbstverliebt und arrogant. Sie sprechen zu Ihresgleichen. Den Rest erachten Sie al szu dumm, wenn er nicht folgen kann.
      Ist wie an der Uni, wo ja immer der Student zu deppert war, wenn der Herr Bildungsbürger rabuliert hat.
      Und wissen Sie, was mich da beschleicht? Die Erinnerung daran, dass man früher ermuntert wurde nachzufragen, wenn es Verständnisprobleme gab…Aber wehe man hat 2 oder 3-Mal nachgefragt, weil die neuerliche Antwort eigentlich nur eine Wiederholung war oder noch weniger verständlich…
      Schuld war immer der Empfänger, nie jedoch der Sender.
      Wir sind hier ja nicht in einer Prüfung, wo nach der Normalverteilung die Noten vergeben werden und der Lehrer eben auch die Noten 5 und 6 nachzuweisen hat; und demenstsprechend das Niveau wählt.

    • Geld möge in seiner äußerlichen Form anders gewesen sein,aber immer war es ein Instrument,um Herrschaft auszuüben.
      Da kann man ja noch so viel von den verschiedenen sozialen-ökonomischen Bedingungen reden,was nützt es ,wenn im Hintergrund die Fäden gezogen werden über einen ganz anderen Mechanismus.
      Gelehrt werden solche Erkenntnisse an keiner Universität,dort bleibt alles im Dunkeln ,man erfreut sich nur daran,innerhalb des Systems sehr intellektuell zu kommunizieren. Ein Club, der seine Mitglieder in Lehranstalten heranbildet,die das System nicht in Frage stellen,sie leben ja von ihm.

      Es zeugt doch nicht von einem großen Intellekt die Dinge zu verkomplizieren,um sie vor sich selbst und anderen zu verbergen.
      Viel mehr ist es umgekehrt-wer es versteht die kompliziertesten Sachverhalte in einfache Worte zu fassen,der zeugt von wahrer geistiger Größe.Und die meisten Dinge sind eigentlich sehr einfach,nur werden sie als undurchschaubar von jenen gern dargestellt,die vom System leben.
      Ein Tolstoi hat ja, je älter er wurde, immer versucht sich daran zu halten,in der schlichten und ehrlichen Sprache des Volkes zu schreiben.

      Bei Ihnen kann es natürlich auch sein,dass Sie den Text einfach kopiert haben,
      Denn wer schreibt solche Zeilen aus eigener Hand?

      Nein,das Geld ist das Instrument,um die Menschen zu versklaven. Das ist den wenigsten Menschen bewußt,weil ein Mysterium herum um das Geld erschaffen wird. Wenn in antiker Zeit hinter den Sklaven die Aufseher mit der Peitsche standen,so ist das in heutiger Zeit nicht nötig,weil das Geld das übernimmt ,und niemanden ist das bewußt.
      Aber allein jeder Cent, den man ausgibt ,enthält 40 Prozent Zinsen. Das bedeutet,dass schon 40 Prozent Kaufkraft dadurch verloren sind.Das ist nur ein kleiner Aspekt der Sache Geld.

    • Natürlch kann ich Ihren Text auch verstehen,aber er ist Teil eines größeren Zusammenhangs,in welchen man sich erst einlesen muss ,um ihn zu verstehen. Aber darum kann es doch hier nicht gehen,dass man eine großangelegte gesellschaftliche Betrachtung beginnt,der man nur gerecht wird,wenn man das ganze Werk (Text oder Buch)betrachtet.

  5. Es wird ja nicht viel nützen,dass die Menschen ein paar Wochen auf der Strasse sind ,um ein paar Zugeständnisse abzuringen und hinterher geht es wieder so weiter wie gehabt.
    Das Programm der Gelbwesten müßte so umgesetzt werden ,wie es geschrieben steht. Die Grundlage dafür müßte geschaffen werden,dass das Volk über Vertreter die Gesetze direkt verabschiedet. Die Souveränität des Volkes müßte erst einmal hergestellt werden,-das Parteiensystem hat nichts mit Demokratie zu tun.

    Aber um das umsetzen zu können,müßte die Mehrheit der Bevölkerung genug Zeit und Muße haben,um sich solchen Dingen widmen zu können. Die Arbeitszeit müßte und könnte schon lange 30 Stunden die Woche betragen,dann hätten die Menschen auch Zeit. Außerdem ist das Geldsystem nicht dazu geeignet,eine Souveränität des Volkes umzusetzen,weil in Sachen Geld immer ein gewollter Mangel in bestimmten Schichten herrschen soll. Niemals wird es mit diesem Geldsystem eine wirkliche Verbesserung der Lage des Volkes geben,weil es das wichtigste Instrument ist,um die Gesellschaft zu spalten.

  6. ……jetzt, nach angeblichen Terrorakt in Paris mit höchster Warnstufe, ist erst mal schluß. Wenn dann der angebliche
    Verdächtige nicht schnell gefunden wird, dauert dieser Zustand dann auch erstmal an!. Der Platz 1 der Auf-
    merksamkeit ist damit erstmal weg……….

    Das erinnert schon sehr an Francoise Hollande, da kam auch passenderweise ein angeblicher Terrorakt.
    Zufall oder gezielte Notbremse?

  7. Danke Herr Kirner für diesen treffenden Kommentar!

    Und für die vielen Zweifler und Kritisierer: Wie hätten Sie’s denn gerne, mit der grossen Revolte: Samstag um punkt ein Uhr auf dem Alexanderplatz. Hochglanz Tranzparente und Trillerpfeifen werden von der Gewerkschaft gestellt. Ein paar „wichtige“ Redner zur Erbauung und um sechs ist alles vorbei und noch Zeit, im Kaufhof einzukaufen.

    Tja…

  8. Im Unterschied zu den Gelbwesten in Frankreich, die ihre Wut im Bauch auf der Straße entladen, ohne die Folgen zu bedenken, lässt sich der Deutsche noch über den mehr und mehr eingeschränkten Debatten- oder Diskussionsraum kontrollieren. Er wagt es gedanklich nicht die „Mitte“zu verlassen, um nicht als Rechtsextremist oder Verschwörungstheoretiker dazustehen.
    Schon gar nicht als Revolutionär.
    Wenn die „Glotze“ ihm in der Tagesschau sagt, dass ihm es gut geht, möchte er nicht als einziger als Versager da stehen.
    Sein Kopf kontrolliert seinen Bauch, sein Verstand seine Wut, noch….
    Die „Abfangjägerin“ Wagenknecht, (Aufstehen aber nicht losgehen), hilft da eher der Regierung, statt sie zu bekämpfen. Das wird aber selbst von den wirklichen Linken nicht erkannt.
    Wie in Schweden werden die weiter einströmenden Migranten uns unsere Grenzen (und Grenze) zeigen müssen, damit wir losgehen. Unsere Angst überwinden, mit dem Rücken zur Wand, mit dem Mut der Verzweiflung….

    Den Sozialstaat weiterhin minimieren, damit

  9. Auzug aus dem Chor der urtriebe:
    Johann Kleinfercher/ Fercher von Steinwand

    Ist’s ein Schwellen
    ist’s ein Wogen,
    Was aus allen Gürteln bricht?
    Wo wir liebend eingezogen,
    Dort ist Richtung, dort Gewicht.
    Hätt’ uns Will’ und Wunsch betrogen?
    Sind wir Mächte, sind wir’s nicht?
    Was es sei, wir heischen Licht –
    Und es kommt in schönen Bogen!
    Jeglichem Streite
    Licht zum Geleite!
    Schleunigen Schwingungen
    Zarter Erregung,
    Weiten Verschlingungen
    Tiefer Bewegung
    Muß es gelingen,
    Bald durch die hangenden,
    Schmerzlich befangenden
    Nächte zu dringen.
    Über den Gründen,
    Über den milden
    Schwebegebilden
    Muß sich’s verkünden,
    Geister entzünden,
    Herzen entwilden.
    Hat es getroffen,
    Find’ es euch offen!
    Seht ihr die erste
    Welle der Helle?
    Grüßt sie die hehrste,
    Heiligste Quelle!
    Schnelle, nur schnelle!
    Hellen Gesichtes
    Huldigt dem Scheine,
    Hütet das makellos ewiglich-eine
    Wesen des Lichtes!
    Mag es, sein wechselndes Streben zu feiern,
    Farben entschleiern!
    Wecken wir lieblichen Krieg, daß sich trunken
    Lösen die Funken!
    Laßt uns die Tiefen, die schaffend erschäumen,
    Laßt uns das Edle, was streitend gesunken,
    laßt und die Kreise, die Fruchtendes träumen,
    Strahlend besäumen

  10. Es ist sicherlich nicht falsch die Romantik als innere Kraft des Aufbegehrens zu sehen. Auch bin ich der Überzeugung, dass viele Ereignisse aus der Unzufriedenheit der Menschen erwachsen und mächtiges Potential frei setzen kann. Aber der Verstand sollte mit Herzkräften durchdrungen sein und nicht den, nennen wir es den niederen Trieben, geopfert werden. Große Bewegungen bieten immer den Anlass diese Kräfte für „falsche“ Zwecke zu besetzen. Wir sehen es in Religionsfragen, in nationaler Verherrlichung, in falsch verstandener europäischer Stärke, im globalen Machtkampf etc. Alles hat seine Berechtigung und trotzdem wird zu schnell der einzelne Mensch vergessen und in ein „Für oder Dagegen“ hineingezogen. Die Angst am Ende mit leeren Händen dazustehen ist ein emens großes Thema und wird genutzt für Spaltungsinteressen. Hier setzt mein Denken an, dass es viel wichtiger ist seine eigene innere Freiheit zu bewahren und dies als gesamtgesellschaftlichen Aufbruch zu verstehen. Deshalb müssen Fragen erlaubt sein, wie Massenbewegungen zustande gekommen sind und welche Hörner ihnen aufsetzt werden könnten.

    „Da gibt es jene, die hinter jeder Massenbewegung sofort einen Trick der Eliten wittern, eine „Farbrevolution“, und, natürlich, George Soros. Dann gibt es jene, die alles, was sich da unten in der Gesellschaft von selbst formiert und ohne Genehmigung bestehender Organisationen, mit Misstrauen beäugen, es generell für rechts, antisemitisch, europafeindlich und überhaupt für kreuzgefährlich halten.
    Die Gelbwesten markieren einen Bruch mit dem Kleingeist dieser Bewegungssimulanten. Die von der Selbstorganisation und Selbstbewegung der Massen keinerlei Vorstellung besitzen, weil sie selbst nur die Jahrzehnte der Niederlage kennengelernt haben, weil sie niemals in ihren spröden, salzlosen Bürokratenleben vom leuchtenden Finger einer echten, spontanen Massenbewegung in Flammen gesetzt worden sind: diese Verwalter unserer Wut und unserer Träume werden von den Gelbwesten, die sich die Bühne erobern, endlich auf die Seite geschoben.“

    Hier ein inneres romatisches Bild:
    Echtes Wachstum geschiet durch Zurückhaltung und Stauung bis die Blüte aus der Knospe aufspringt und seine Gestaltung in voller bracht zeigt. Aber Flammen der Begeisterung können gelöscht werden und sich selbst versprühen, sie hinterlassen eine Wüste ohne Gestaltungskraft.

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