Tagesdosis 12.2.2019 – Von Venezuela bis Mainz Gonsenheim

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

In einem Dokument mit dem Titel „Field Manual 3.05-130 US Army Special Operations Unkonventionelle Kriegführung“, das Wikileaks 2008 veröffentlichte – und jetzt erneut, aus gegebenem Anlass – kann man nachlesen, wie die US Army die Weltbank, den Internationalen Währungsfond und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als Kriegswaffe einsetzt. Was in Venezuela derzeit aufgeführt wird, die Chronik eines angekündigten Kollapses, ist im Wesentlichen nicht das Ergebnis von Korruption und Misswirtschaft, wie uns die Relotiusmedien erklären, sondern das Ergebnis langjähriger Strangulierung. Venezuela erzielt 90% seiner Einnahmen aus dem Verkauf von Erdöl, aber die US Sanktionen sorgen dafür, dass dort kein Geld mehr ankommt, das wird jetzt direkt zum Putschisten Juan Guaido umgeleitet. Aus US-amerikanischer Sicht will das venezolanische Öl endlich aus sozialistischer Gefangenschaft nach Hause, dorthin, wo es eigentlich hingehört, nämlich in die USA. Und Donald Trump wird dem Öl Asyl gewähren. Das hat Tradition. Seitdem der iranische Präsident Mossadegh die Einahmen aus der Erdölförderung für seine Bevölkerung verwenden wollte, kämpfen die Vereinigten Staaten von Amerika für die Freiheit des Erdöls, in die USA einzuwandern. Notfalls müssen die Ölrechte eben mit Waffengewalt und Putschen durchgesetzt werden.

Der amerikanische Komiker und Talk-Show-Gastgeber Bill Maher, der als als einer der wenigen „Progressiven“ in den US Mainstream-Medien überlebt hat, brachte diese Ansicht auf den Punkt und erhielt in seiner Sendung viel Beifall für einen Wutausbruch. In Venezuela gebe es endlich einen Oppositionsführer, der sich wehre, und die USA unterstützen ihn, was ja die Hauptnachricht in der New York Times gewesen sei. Und Russland wage es, die USA aufzufordern, die Hände von Venezuela zu lassen. Es unterstütze den „Diktator“  Maduro. Maher berief sich auf die Monroe Doktrin, nach der die USA Südamerika seit 1823 als ihre Einflusssphäre betrachten, in der niemand anderes etwas zu bestimmen habe. „Das ist unser Hinterhof, und Russland wagt es, uns zu erzählen, dass wir Venezuela in Ruhe lassen sollen?“ Was für eine Unverschämtheit! Für Bill Maher ist völlig klar, was in den USA Konsens zu sein scheint, nämlich dass jede Art von Wahl in Südamerika nur ein vorläufiges Ergebnis darstellt. In Wirklichkeit steht die Souveränität eines südamerikanischen Staates zur Disposition, wenn Washington nicht mit der Abstimmung der Bevölkerung einverstanden ist. Siehe Guatemala 1954, Chile 1973, Argentinien 1976 und so weiter.

Dieser Ansicht scheint auch der deutsche Außenminister Heiko Maas zu sein, denn die deutsche Bundesregierung war die schnellste der Welt bei der Anerkennung des aus dem gewaltbereiten, rechtsradikalen Milieus in Venezuela hervorgegangenen Juan Guaido. Zwar hat der wissenschaftliche Dienst des Bundestages schwere Zweifel, dass diese Haltung mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Diese Beurteilung ist das Endergebnis einer Anfrage, die Daniel Kottmair, ein aktiver Facebook-Nutzer, einem Bundestagsabgeordneten der Linken vorgeschlagen hatte. Der reagiert und beauftragte den wissenschaftlichten Dienst. Ein Beispiel, dass einzelne Bundesbürger durchaus Wirkung erzielen können. Man sollte nur nicht bei der Regierung oder direkt bei Heiko Maas anfragen, wenn es um Geostrategie geht. Denn der deutsche Pudel Maas beherrscht wie die meisten EU Politiker beim Thema Venezuela nur das Glaubensbekenntnis der USA in Sachen Völkerrecht. Es lautet: „Legal, illegal, scheißegal!“.

Die Nutzung des Banken-und Finanzsystems als US Kriegswaffe wird also in einem Handbuch der US Army beschrieben. Ganz offiziell. Auf die Strangulierung durch Sanktionen folgt der Putsch und die militärische Intervention. Von wegen Anti-Amerikanismus und verkürzte Kapitalismuskritik, was ja gleichbedeutend mit Antisemistismus sein soll, wie das bei der Amadeu-Antonio-Stiftung gebetsmühlenartig betont wird. Einer Stiftung, die mit 1 Million Euro von Bundesministerien unterstützt wird, auch das hatte Heiko Maas damals noch als Justizminister eingefädelt, eine Stiftung, die das illegale Denunziations-Netzwerk Psiram, eine Art Wikipdia auf Crack, in kostenlosen Materialen zur Verwendung an Schulen empfiehlt. Eine Stiftung, in deren Beirat ein Verfassungsschutzpräsident sitzt, eine Verfassungsrichterin und eine prominente Journalistin des RBB. 

Legal, illegal, scheißegal. Regeln und Gesetze gelten nur für die Deppen, die daran glauben, dass der Staat sie ohne Ansehen der Person und Position durchsetzt.

Und wo erfahren wir nichts über diese Vorgänge? Richtig, in der ersten Reihe der Relotiusmedien. Flächendeckende Meeresstille. Merkwürdig, wie viele angebliche „Linke“ das transatlantische Glaubensbekenntnis bei den Springermedien singen dürfen. Merkwürdig, dass alles, was ihnen nicht passt, immer antisemitisch sein soll.

So wie Jeremy Corbyn, der ja eines der Objekte ist, die von der „Integrity Initiative“ ins Visier genommen werden. Einer Nichtregierungsorganisation, die von einer Regierungsorganisation gegründet wurde, dem „Institut für Staatskunst“, dessen Führungspersonal dem britischen Militärgeheimdienst entstammt und das auch staatlich finanziert wird. Aufgabe der Integrity Initiative ist es, sogenannte Cluster aus Journalisten, Militärs, Politikern und Uni-Wissenschaftlern zu bilden, die gemeinsam als Netzwerk gegen Russland vorgehen. Geheime Netzwerke, die unter anderem Wahlen beeinflussen. Also genau das tun, was sie Russland vorwerfen.

Und wer berichtet in Deutschland über das Thema „Integrity Initiative“ anhand der veröffentlichten Dokumente, deren Echtheit nicht in Zweifel steht? Ausschließlich: RT Deutsch, Sputnik Deutsch und Telepolis. Totenstille bei den Relotius-Medien. Wie praktisch, dass all die berichtenden Medien keine reputablen Quellen in der Wikipedia sind, die wiederum in Zunkuft mit ARD und ZDF zusammenarbeiten will. So ist sichergestellt, dass die Integrity Initiative in Wikipedia in mittlerweile bekannter Weise zerhäckselt werden kann, ganz im Sinne der „Integritäts Initiative“. Die  „Integritäts Inititative“ des „Instituts für Staatskunst“. Diese Art von Neusprech ist reinstes 1984.

Da passt es ins Bild, dass das Thema Integrity Inititative jetzt in Wikipedia von der „Junta“ bearbeitet wird, auch bekannt unter dem wikinternen Namen „Das Politbüro“. Natürlich unter Ausschluss von Kritik. Feliks, Josfritz, Karl V, KurtR, Andropov. etc. regieren absolut, als Sonnenkönige. Nicht hunderte Wikipedianer schreiben mit, nur die Junta. So sieht es aus bei Wikipedia. Die Junta hat auch gleich mal dafür gesorgt, dass es keinen eigenen Eintrag für die Integrity Initiative gibt. Das Thema ist zu wichtig, als dass man das zuließe. Die Informationen sind bis zur Kenntlichkeit der Absichten zusammengestrichen. In Wikipedia steht, die Berichte über die geleakten Dokumente seien was? Richtig! eine Verschwörungstheorie russischer und alternativer Medien.

So kann die Junta jetzt bestimmen, was Schüler und andere gutwillige Ahnungslose darüber wissen. 

Eine hermetische Filterblase, angeblich um Filterblasen zu bekämpfen. Im Falle der Integrity Initiative über ein vom britischen Militärgeheimdienst installiertes Desinformationsnetzwerk, das undercover arbeitet und sich nach außen als interesselose Expertenvereinigung darstellen sollte, das russische Desinformation bekämpft.

Als Quelle in Wikipedia erlaubt ist aber die „reputable“ New York Times, die seit 1953 (seit dem Mossdegh Putsch) so gut wie jeden inszenierten Putsch der USA begeistert kommentiert und mit herbeigeschrieben hat. So auch 10 von 12 Staatsstreichen in Südamerika. Unter Verwendung unseriöser Informationen. Und dann 3 bis 5 Jahrzehnte später einräumt, dass die NYT einer CIA Operation auf den Leim gegangen sei. Um erneut an der nächsten Operation teilzunehmen, jetzt gegen Venezuela. Die New York Times leidet an historischem Dauer-Alzheimer. Aber das geht ok für die Transatlantifa in Wikipedia. So ist das gewollt.

Ich wette mal, dass Wikileaks, die noch nie gefälschtes Material verbreitet haben, in Wikipedia auch nicht als reputable Quelle zugelassen wird.

Was fällt mir zur Wikipedia ein? Das gleiche, was Voltaire zur Kirche einfiel: „Écrasez l’infâme! – Zermalmt das Niederträchtige“

Bitte warnen sie Ihre  Bekannten und Freunde vor Wikipedia. Die Relotiusmedien plus ARD und ZDF machen es nicht. Zeigen Sie ihnen, was wir in der Reihe „Geschichten aus Wikihausen“ aufgedeckt haben und weiter aufdecken.

Sagen Sie ihren Bekannten und Freunden, dass die Aufklärung, wer hinter der Desinformation im politischen Teil der Wikipedia steckt, wer zur Junta gehört, mit hohem finanziellen Aufwand juristisch bekämpft wird. Die Akteure sollen geheim bleiben, ihre Aktivitäten sollen weiterhin im Dunklen stattfinden. So, wie bei der Integrity Initiative.

Anonymität kann ein Schutz sein, um sich staatlicher Verfolgung zu entziehen. Darauf berufen sich die Wikipedianer. In China mag das sinnvoll sein. Aber in Deutschland? Warum sollte ausgerechnet die NATO treue Wikipedia-Junta mit Repressalien zu rechnen haben?  Geht es nicht um etwas ganz anderes, nämlich darum, aus der Anonymität selbst andere verfolgen zu können? Anonymität kann auch genutzt werden, um als Denunziant tätig werden zu können, ohne juristische Folgen befürchten zu müssen. Ist das nicht die korrekte Beschreibung für die Vorgänge in der deutschen und englischen Wikipedia. Dort verbreiten politische Aktivisten ihre verengte Ansichten und denunzieren politische Gegner – unangreifbar, unter dem Vorwand lexikalischer Objektivität.

Denunziert wird auch in anonymen Kommentaren in Facebook und Youtube. Ein User Teepee23 brüstet sich z.B.  in Youtube damit, dass er mit seinen Emails die Kündigung von Bodo Schickentanz beim ZDF veranlasst habe. Bodo Schickentanz war dort über 20 Jahre Grafiker. Und hat vor einigen Jahren seinen Youtube Kanal „Mainz Free TV“ aufgebaut, in dem er satirisch drastisch über Berichterstattung berichtet, in einer Art, die stellenweise an das ZDF Neo Magazin Royal und den Erdogan Skandal erinnert.

Schickentanz ist tatsächlich vom ZDF fristlos gekündigt worden, Teepee2323 hat dazu die richtigen Namen aus dem Briefkopf der ZDF Schreiben an Bodo Schickentanz geschickt, als Beleg, dass er wirklich hinter der Sache stecke. Er schreibt genüsslich hämische öffentliche Kommentare an Schickentanz. Wie es ihm so gehe als gefeuerter Verschwörungstheoretiker, er beleidigt ihn, und freut sich, dass man ihm, Teepee2323, nie beikommen werde, weil er anonym sei und bleiben werde. Er sieht sich als Kämpfer der Transatlantifa.

Das ZDF antwortet nicht auf Anfragen von Schickentanz und wahrt die Anonymität des Denunzianten. Es dementiert die Angaben von Teepee 2323 aber auch nicht.

Das sind keine harmlosen Freizeit-Enzyklopädisten und Youtuber. Das sind Informationskrieger mit Vernichtungswillen, die ihre Anonymität als Schutzschild nutzen und ein Monopolmedium wie Wikipedia als mächtige Waffe zur Verfügung haben, ein Medium, dass jetzt auch noch mit ARD und ZDF offiziell zusammenarbeiten will.

Es ist auch kein deutsches Phänomen. In England läuft genau das gleiche Spiel mit dem Wikipedia Editor „Phillip Cross“, der dort in Serie progressive Kräfte im Sinne der Transatlantifa denunziert.

Und Wikipedia rühmt sich seiner „Wikimunity“. So wird die juristische Unangreifbarkeit des Wikipedia-Netzwerkess genannt.

Wer sachdienliche Angaben zu Teepee2323 machen kann, die zur Identifizierung des Denunzianten führen können – wir sind bereit, in dieser Sache zu recherchieren.

Offenbar sind diese Vorgänge nicht zufällig. Der militärgeheimdienstliche Hintergrund des Institutes für Staatskunst legt es nahe, dass es sich nicht durchgehend um einzelne, unabhängige Probleme handelt, sondern bei international wirksamer Desinformation um Cluster der „Strategischen Information“, wie das von Geheimdiensten genannt wird. Die Nutzung von Techniken, wie sie George Orwell in seinem Roman „1984“ beschrieben hat: Kriegsvorbereitende Maßnahmen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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6 Kommentare zu: “Tagesdosis 12.2.2019 – Von Venezuela bis Mainz Gonsenheim

  1. Habe mir eben gerade mal die Konversation teepee2323 angesehen. Also was man schon mal sagen kann:
    – klar aus dem Antideutsche-Lager (Gesinnungsmuster: AAS und Co.)
    – Zielperson ist mit hoher wahrscheinlichkeit nicht männlich sondern weiblich
    – möglicherweise eher aus dem norddeutschen Raum (eventuell Berlin / Umland)
    – könnte auf Wikipedia als Autorin aktiv sein – Sie ist auf jeden Fall aber zumindest regelmäßige Disk-Leserin

  2. Der größte Lump im ganzen Land, ist Teepee 2323, der Denunziant.
    Das Problem: Er weiß das nicht.
    Erkenntnisse dieser Art bleiben den machtgeilen Kriechtieren, die prinzipiell auf Seite der Stärkeren stehen, verschlossen.
    Den aufrechten Gang hat die Evolution für diese Art nicht vorgesehen.

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