Tagesdosis 12.9.2017 – Zum internationalen Tag der Verschwörungstheorie

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Es jährt sich wieder der 11. September, ein Tag der seit nunmehr 16 Jahren in das Weltgedächtnis eingebrannt ist – mit der Erinnerung an 3.000 Tote, mit den pulverisierten Wahrzeichen der Weltmacht USA und mit den Folgen, die als „War On Terror“ bis heute wirksam und spürbar sind. Neben dem Gedenken an diesen Schrecken ist der 11. September mittlerweile aber auch so etwas wie der „Internationale Tag der Verschwörungstheorie“ geworden.

“Hüten wir uns vor Verschwörungstheorien, die mit frevelhaften Lügen von den wahren Schuldigen ablenken”, hat George W. Bush nach den Anschlägen in einer Rede vor den „Vereinten Nationen“ verkündet – um aber dann darauf zu verzichten, eine offizielle Untersuchungskommission einzusetzen, die das Verbrechen aufklärt und die „wahren Schuldigen“ ermittelt. Begründung: Man müsse jetzt alle Kapazitäten nutzen um künftige Terroranschläge zu verhindern und könne diesen deshalb jetzt nicht aufklären. Erst nach massiven Protesten von Familien, die Angehörige im World Trade Center verloren hatten, lies sich 15 Monate  später die Regierung herab, den Massenmord untersuchen zu lassen. Und richtete eine Kommission ein, die „Set to fail“ war – zum Scheitern verurteilt, wie der Titel des Buchs lautete, das die beiden Kommissionsvorsitzenden später veröffentlichten. Sie verfügten nur über einen Bruchteil des Budgets, das zwei Jahre vorher zur Aufklärung von Bill Clintons  Affäre mit einer Praktikantin aufgewendet wurde, sie konnten keine Zeugen gerichtlich vorladen und durften den wichtigsten Kronzeugen, den in Guantanamo einsitzenden Khalid Scheich Mohamed, nicht einmal sprechen. Dieser war  dort 182 Mal der Folter durch  Waterboarding unterzogen worden und seine so gewonnenen Aussagen wanderten 1:1 in den Abschlussbericht der Kommission, als wichtigste Quelle für den harten Kern der Legende: dass nämlich der Chefterrorist Osama Bin Laden aus der Höhle Tora Bora tatsächlich 19 “Hijacker” entsandte, die dann ganz allein und nur dank ihrer magischen Teppichmesser mit zwei Flugzeugen drei Türme pulverisierten.

Wenn die Historiker der Zukunft irgendwann den Beginn des „postfaktischen Zeitalters“ rekonstruieren und feststellen, dass 2004 ein welterschütternder Massenmord durch einen auf Foltergeständnissen basierenden Untersuchungsbericht „aufgeklärt“ wurde und dieses Märchen von Medien und Politik als Realität verkauft werden konnte, dann markiert  das Datum 9/11 einen entscheidenden Wendepunkt. Nicht für das Projekt des seit Mitte des 20. Jahrhunderts expandierenden amerikanischen Imperiums, das mit den Anschlägen nur einen weiteren Push für neue Feindbilder und Eroberungen erhielt, sondern für das seit über 200 Jahren laufende Projekt Aufklärung, den Austritt des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit.

Unabdingbar für dieses einst von Kant definierte Projekt war eine kritische Öffentlichkeit, die nach den Regeln der Vernunft über Wahres und Falsches entscheidet. Keine ex cathedra von Päpsten und Kaisern verkündeten Fiktionen, sondern vernunftgeprüfte Fakten, kein Glauben, sondern Wissen, sollten den aufgeklärten Diskurs bestimmen – und eine freie Presse den Autoritäten und der Macht auf die Finger schauen. Soweit die Theorie – in der Praxis jedoch wurde die Nichtaufklärung des Jahrhundertverbrechens und die auf Folter basierende offizielle 9/11-Legende von der Presse klaglos hingenommen und verbreitet. Die „wahren Schuldigen“ standen von Tag eins an fest;  jegliche Zweifel, Skepsis und kritische Nachfragen wurden als  „frevelhafte Verschwörungstheorien“ der ewigen Verdammnis anheim gegeben.

Das postfaktische 21. Jahrhundert, so werden die künftigen Historiker feststellen, versuchte eine Art Rollback ins dogmatische Mittelalter, wo eine hochheilige Inquisition die Glaubensvorschriften der Kirche vor dem „Frevel“ jeder Kritik sicherte. Die „frevelhaften“ Kritiker wurden damals Ketzer oder Hexen genannt und  exkommuniziert oder gleich mit Gewalt beseitigt. Mit Foltergeständnissen wurde Politik gemacht – und dank des Niedergangs des politischen Journalismus  und nahezu flächendeckender Gehirnwäsche des Publikums funktioniert das 500 Jahre später schon wieder bzw. noch immer. Als hätte es ein Projekt Aufklärung und eine Presse als kritische und kontrollierende vierte Säule der Demokratie nie gegeben. Sie war mit denen Türmen des World Trade Center zusammengebrochen – und hätte es nicht das schwer kontrollierbare Internet gegeben, wäre die Welt komplett mit der Dunkelheit der Desinformation überzogen worden.  So aber konnten die Zweifel an der offiziellen Geschichte an die Öffentlichkeit kommen, das Netz übernahm die plötzlich verwaiste Rolle der vierten Gewalt – um von der ehemals freien Presse sofort in die Schmuddelecke „Verschwörungstheorie“ geschoben zu werden. Wer sich aber dort nur ein paar Stunden informierte konnte sehr schnell feststellen,  was die größte, krudeste und gefährlichste Verschwörungstheorie des beginnenden 21. Jahrhunderts war. Es war das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern….

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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9 Kommentare zu: “Tagesdosis 12.9.2017 – Zum internationalen Tag der Verschwörungstheorie

  1. Nach dem ich Gestern KFM Live angeschaut hatte, wollte ich mir noch den Spätfilm im ZDF rein ziehen.
    Dadurch tauchte ich wieder einmal in die wunderbare Welt des Klaus Kleber ein.

    Wenn man 3 Std in einem Gesprächskreis mit gebildeten Menschen, mit Fakten konfrontiert wird, welche jeden normal denkenden Menschen zusammen zucken lasse,
    so glaubt man sich beim anschauen der Heute Sendung in einer Parallelwelt.

    Kaum zu glauben, das da Klaus und Gundula mit wichtigem Kopf wackeln, und bedeutungsschwerer Betonung, immer noch das selbe Blech erzählen.
    Das Mantra wird permanent wiederholt, nur so gerät der Zuschauer nicht aus der Trance.

  2. Genau so ist es. Tatsächlich habe ich selbst erst durchs Internet hinter die Kulissen geschaut. Ein Bekannter sagte mir zwar, er hätte es schon beim ersten Hinschauen erkannt, dass das nur irgendwelche Sprengungen gewesen sein könnten, aber bei mir und bei vielen anderen griff zunächst einmal das „die Lüge muss nur groß genug sein, dann wird sie geglaubt“.
    Sehr gut auch der Vergleich von Bröckers der nach 9/11 heutigen Zustände mit der Inquisition der mittelalterlichen Kirche.
    Der mörderische Macht-Trieb im Menschheitsgefüge dieser Art Zivilisation arbeitete sich immer und immer wieder an die Spitze und hat immer wieder diese verheerenden Auswirkungen gezeitigt. Damit sind wir aber heute an einem Punkt angelangt, wo es für alle ersichtlich überall nur noch abwärts geht. Da kann man nur noch hoffen, dass dann einmal ein bewusstseinserweiternder Ruck durch die Menschheit geht und endlich erkannt wird, dass es sich mit Gewalt immer nur schlecht und am Ende gar nicht mehr leben lässt.

    • Wenn man die in den Massenmedien hauptsächlich gezeigten Bildern und Filme sieht, ist es nicht ganz klar.
      Klar wird die nukleare Sprengung dann, wenn man die – in den Massenmedien zurückgehaltenen – Filme von Privatpersonen sieht, aus denen hervorgeht, dass die Türme und auch Gebäude 7 pulverisiert wurden.
      Was bei 9/11 passiert ist, ist im Wesentlichen klar. Siehe dazu die Enthüllung und Zeugenaussage von Dimitri Khalezov. Google „www.911thology.com“.
      Dort ist auch erklärt, wie die Zwillingstürme aufgebaut waren (Stahlkonstruktion) und dass deshalb die Flugzeuge CGI-Flugzeuge waren. Der eigentliche Charakter des 9/11-Verbrechens ist eine besipiellose Erpressung, und daher sind sowohl die US-Regierung als auch natürlich die eigentlichen Täter an Vertuschung interessiert. Obwohl die US-Regierung 9/11 nicht als Gremium geplant hat, hat sie skandalöse Fehler gemacht, auch das wird bei Khalezov beschrieben.
      Insgesamt war 9/11 sehr wohl gegen die USA gerichtet. Es ist kein Zufall, dass nach 9/11 der fanatische Islam saudi-arabischer Prägung so gepusht wurde. Leider kommt blanke ‚erfolgreiche‘ Gewalt beim ‚Volk‘ (auch in arabischen Ländern) de facto gut an.

  3. Amen, könnte man sagen, würde aber nur im sinnbildlichen Sarkasmus passen.
    Im dunklen Mittelalter hat man alle für Ketzer verbrannt, der ausprach, dass die Erde weder eine Scheibe noch der Mittelpunkt der Gestirne ist, obwohl das Wissen schon zig tausenden von Jahren vor dem röm. kath. Imperium das Gegenteil bewiesen; zu finden bei den mathematischen Überlieferung in den Architekturen sowie Navigationswesen der Hochkulturen der Ägypter, Babylonier, Griechen oder Inder.

    Die Menschen der Zukunft, falls bis dahin noch welche existieren, würden zurückblicken und feststellen, dass wir hier in der Gegenwart nur den zweiten Abschnitt des dunklen Mittelalters durchmachen; dunkles Mittelalter 2.0.
    Dafür sprechen doch die jetzige gesellschaftlichen Beweise. Jemand der im Flugzeug fliegt und eine Wasserwaage benutzt um zu demonstieren, dass die Erde eine Scheibe ist, verhält sich analog wie zum Kreuzritter der auf dem Schiff nach Jerusalem schippert, um dort seine dogmatische Weltsicht anderen zu unterjochen.

    Scheint so als würde die Menschheit in periodischen Abständen wissenstechnisch sich degenerieren. Ob das in Zeitalter des atomaren Vernichtungspotenzials ungefährlich ist?

  4. 11. September? Das ist doch der Tag des Terrors, oder? Selbst lt. Schätzung der amerikanischen Botschaft mit mindestens 5.000 Toten.(https://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile_1973) Ja, die Mehrzahl der Leser wird sich vielleicht nicht erinnern, aber das war 1973. Nicht der erste Terroranschlag dank der USA und nicht der letzte.

    Ich wollte nur mal erinnern und im Bekanntenkreis reagiere ich immer so, wenn ich auf den 11.9. angesprochen werde. Das hilft sehr, die Terror-Diskussion gleich in eine passende Richtung zu lenken.

    • 9/11 war gegen die USA gerichtet und nicht „dank“ der USA!
      Das bleibt selbst dann wahr, wenn man wirklich Bescheid weiß. Was bei 9/11 geschah, kann man in der Enthüllung und Zeugenaussage von Dimitri Khalezov nachlesen. Google: „www.911thology.com“.

  5. “ pulverisierten Wahrzeichen der Weltmacht USA “

    Wir können leider heutzutage genug Verwüstungen sehen, aber nur bei 11 Sept war pulverisierung.
    Bisher gibt es nur eine Erklärung: Thermite.
    Und was es ist das Verschwörungen nicht bestehen, Kenntnis der Geschichte scheint sehr oberflächlich zu sein.
    Ich schrieb schon mehrmals über die Von Ribbentrop Molotov Verschwörung, und die Britisch Franzosisch Israelische Verschwörung van 1956.
    Das es in die USA auch noch eine Liberty Verschwörung gab und gibt, viele, auch ich, sind davon überzeugt.

    • Die einzige Erklärung für Pulverisierung ist eine nukleare Sprengung, da die Türme hauptsächlich aus Stahl waren, und Dimitri Khalezov (Google: „www.911thology.com“) beschreibt das und bezeugt die Kenntnis des entsprechende Sprengsystems. Man kann Stahl nur mit nuklearen Sprengungen in Sekunden in Staub verwandeln.

      Thermit kann unmöglich Stahl pulverisieren. Die Pulverisierung WIDERLEGT die Behauptung, dass Thermit für die Sprengung der Türme verantwortlich gewesen sei.
      Thermit hat höchstens bei der Simulierung der ‚Einschläge“ eine Rolle gespielt, das gefundene Thermit kann daher kommen.

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