Tagesdosis 13.11.2017 – Ein offener Brief an die Co-Fraktionsvorsitzende der Linkspartei

von Susan Bonath.

Liebe Sahra Wagenknecht,

gestern habe ich wieder eine Mail von dir und deinem »Team Sahra« erhalten. Darin forderst du vehement: »Staatsversagen stoppen!«. Darauf möchte ich dir politisch antworten.

Du führst die »Paradise Papers« an. Nach den »Panama Papers« decken diese erneut auf, wie Superreiche Steuermilliarden ungestraft hinterziehen, während die sozialen Missstände zusehends mehr Opfer fordern. Nur unser Staat unternimmt nichts. Wo dieser doch jeden Hartz-IV-Bezieher wegen ein paar nicht angegebener Euros vor Gericht zerrt!

Zweitens kritisiertest du deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien, also in jene »Kopf ab«-Diktatur, die nicht nur den IS fördert, sondern einen Krieg gegen das bettelarme Jemen führt. Die damit eine gigantische Hungersnot mit zu erwarteten Millionen Toten – Männer, Frauen, Kinder, Babys –  forciert.

All diese Dinge kritisierst du schon länger. Doch die Bundesregierung hört nicht auf dich. Sie pampert reiche Steuerhinterzieher weiter und erlaubt Rüstungsexporte trotzdem.

Was du beklagst, sind natürlich erbärmliche Verbrechen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Aber warum glaubst du, liebe Sahra, dass sie darum geschehen, weil unser Staat versagt habe?

War es nicht immer die Aufgabe von Staaten, die Leben der Armen für die Pfründe der Reichen zu opfern? Hat sich unser Staat jemals einen Deut um die Gesundheit jener geschert, die einen Großteil ihres Lebens in schmutzig-lauten Fabrikhallen, Tagebauen, Großraumbüros, tristen Wartesälen von Jobcentern oder im Nirvana der ausgeplünderten Peripherie fristen?

Ich weiß, Sahra, du schwärmst in letzter Zeit oft von Ludwig Erhard. Der einstige »Wirtschaftswunder«-Minister und spätere Nachfolger Adenauers habe schließlich den Kapitalismus bändigen können, in welchem kurz zuvor noch ein blutiger Weltkrieg getobt hatte. Du willst uns weismachen, das sei auch heute möglich. Ich hingegen sage: Du setzt uns einen Floh ins Ohr. Weißt du es wirklich nicht besser?

Du vergisst dreierlei: Erstens saß Erhard in einer Zeit am Ruder, in welcher der Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Infrastruktur sowie die von europäischen Nachbarn gewährten Nachlässe den deutschen Boom inklusive Vollbeschäftigung heraufbeschwören mussten. Zweitens war der Unmut der Arbeiter nach beiden Kriegen groß. Es galt, Aufstände im Keim zu ersticken. Drittens ging es nicht allen BRD-Bewohnern gut.

Was ist mit den Frauen? Ohne Zustimmung ihres männlichen Vormundes durften sie weder arbeiten noch ein eigenes Konto eröffnen. Was ist mit den türkischen Gastarbeiten? Billigst ausgebeutet hat die deutsche Wirtschaft sie. Hast du die vielen Altnazis in Amt und Würden vergessen? Wer hat die KPD verboten? Und was ist mit den Berufsverboten gegen Kommunisten, 1972 verhängt durch SPD-Mann Willi Brandt?

Aber als Brandt am Ruder saß, ging es schon bald wieder bergab, wie du wissen müsstest. Bereits Mitte der 70er Jahre war die Arbeitslosenzahl in der alten BRD auf über eine Million geklettert. Erste Talkrunden zum Thema »Sind Arbeitslose arbeitslos, weil sie so faul sind?« flimmerten durch die Wohnzimmer. Der bejubelte Sozialdemokrat Helmut Schmidt hielt dagegen, und zwar mit Sozialabbau.

Liebe Sahra, hattest du nicht früher einmal selbst von zyklischen Krisen des Kapitalismus gesprochen? Oder täuscht mich meine Erinnerung? Diese Krisen gibt es doch nicht etwa, weil Marx das schon festgestellt hatte. Es gibt sie, weil irgendwann jeder Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und einen Kleinwagen hat.

Die Folgen: Der Konsum geht zurück, die Profitraten der Profiteure stagnieren. Die Konzerne entlassen Beschäftigte, erobern mithilfe der Politik neue Märkte, viele wandern dahin ab, wo sie billiger produzieren können. Die Steuereinnahmen der Staaten brechen ein, sie bauen Sozialleistungen und Arbeitsrechte ab. Die Binnennachfrage sinkt mit steigender Erwerbslosigkeit, Exportgeschäft und Kapitalflucht hingegen blühen. Und Nationen ziehen wieder in Eroberungskriege.

Man spricht von einer Kapitalverwertungskrise. Man weiß seit langem, dass eine solche in zyklischen Abständen wiederkehrt. Sollen wir warten, bis wieder ein Weltkrieg die halbe Welt in Schutt und Asche legt, damit alles wieder von vorne losgehen kann, wenn wir Glück haben, mit einem neuen »Wirtschaftswunder«?

Liebe Sahra, die Aufgabe des Staates ist es, dafür zu sorgen, dass die Profite in die Kassen der Profiteure sprudeln, damit sein Apparat am Ende davon mit profitiert. Dazu gehören Waffenexporte nach Saudi-Arabien wie die Ausbeutung der Dritten Welt. Dazu gehören Privilegien für Reiche wie Repressionen gegen Arme.

Du empörst dich: Der Großteil der Tricks der Steuerhinterzieher sei ganz legal. Genau, er ist legal, weil die Gesetze der Staaten, auch des unsrigen, es zulassen – zum Wohl der Profiteure. Sowohl die Steuerflucht als auch den Krieg, völlig systemkonform. Die Leben der Armen spielten in diesem niemals eine Rolle.

Es ist mit dem Staat wie mit einem Manager: Wenn der dafür bezahlt wird, durch barbarische Ausbeutung von Kinderarbeit viel Geld in Konzernkassen zu spülen, wird er es tun, tagein, tagaus. Es ist sein Job.

Manchmal, liebe Sahra, empfinde ich solche Mails von dir fast als Zynismus. Sie sind Appelle an den Wolf oder an die Lämmer, den Wolf zu bändigen. Doch nie wurde ein Wolf in seinem Jagdtrieb gebändigt. Schon gar nicht hat er sich je freiwillig selbst mehr gebändigt, als es ihm gerade beliebte. So ist das mit dem Kapital und seinem Staat. Für was, für wen willst du letzteren erhalten? Für eure Diäten?

Ich weiß, liebe Sahra, meine Kritik an deiner Politik wird wenig Freunde finden. »Die hat doch selber keinen Plan«, werden viele wütend rufen. Und ich werde ihnen antworten: Natürlich kann ich keinen todsicheren Plan für 82 Millionen Bundesbürger, 750 Millionen Europäer und siebeneinhalb Milliarden Erdenbewohner herbei zaubern. Was funktioniert, hängt letztlich vom Willen und Bewusstsein der Masse ab.

Was ich aber todsicher zu wissen glaube, liebe Sahra, ist: Den verklärten rheinischen Kapitalismus bekommen wir nicht wieder ohne neuen Weltkrieg. Nicht nur, dass ein solcher wohl das Ende der modernen Zivilisation wäre: Ich will auch kein System zurück, das auf dem Elend von Milliarden Armen fußt, auf grausamer Kolonialisierung, Sklaverei und Plünderung.

Und: Mir ist klar, dass die Folgen von 500 Jahren Kapitalismus jetzt, in Form von Hunderttausenden Geflüchteten, vor den Türen des reichen Europas stehen – und von Unbelehrbaren bekämpft werden.

Ich weiß, dass all das nicht enden wird, solange wir nicht beginnen, die Wirtschaft in den Dienst aller Menschen zu stellen. Das ist nur möglich, wenn es gelingt, das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen. Die Herrschaft der Besitzenden über die Besitzlosen muss beendet werden. Und zwar so global, wie der Kapitalismus seit langem ist. Wie auch immer das gelingen soll.

Mir ist bewusst, liebe Sahra, dass alleine der Gedanke an die daraus folgenden Handlungsoptionen den meisten Angst macht. Gleichwohl: Die Folgen des Nichthandelns werden schlimmer. Da bin ich sicher.

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Fotohinweis: Pressefotos zum Download: Bildnachweis: DiG/Trialon

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142 Kommentare zu: “Tagesdosis 13.11.2017 – Ein offener Brief an die Co-Fraktionsvorsitzende der Linkspartei

  1. WARUM „DIE LINKE“ TROTZ LEDERER&CO BEDEUTSAM BLEIBT.
    Für einen friedlichen Übergang vom Kapitalismus zu einer neo-sozialistischen Gesellschaft – also eine Gesellschaft, die aus den bisherigen zentralgesteuerten und gescheiterten Übergangsversuchen gelernt hat – braucht es zunächst einen demokratisch reformierten Kapitalismus, damit das bedrohliche Prekariatswachstum gestoppt und eine bewusstseinsgestärkte revolutionäre Bewegung entstehen kann. Den Kapitalismus zum Vorteil der lohnabhängigen Menschen zu verändern bedeutet, ihn soweit wie möglich zu zähmen, wobei eine gelungene Dressur die Bewusstseinskräfte und das Selbstvertrauen fördert, welche für den stabilen Fortbestand revolutionärer Errungenschaften notwendig sind. Aufgabe ist es deshalb vorrangig, der demokratischen Verfasstheit unseres Landes und damit dem Widerstandsrecht Alltagswirksamkeit zu geben. In diesem Gestaltungsprozess kann auch DIE LINKE bedeutsam sein, vor allem dann, wenn es ihr gelingt, den Einfluss der Karrierefraktion zurückzudrängen und die authentischen Kräfte, für die Sahra Wagenknecht vorbildlich ist, zu stärken. Je mehr Rechte und soziale Sicherheit erkämpft werden können, desto wahrscheinlicher wird die Emanzipation der Lohnabhängigen und die friedliche Umwälzung der Gesellschaft.

    • Schöne Worte mit hohem Realitätsgehalt und Bewusstsein. Allein mir fehlt der Glaube sowohl an JEDE Partei, als auch an die demokratische Verfasstheit unseres Landes – was Sie ja auch ausdrücken.

      „Aufgabe ist es deshalb vorrangig, der demokratischen Verfasstheit unseres Landes und damit dem Widerstandsrecht Alltagswirksamkeit zu geben.“

      Irrwitzigerweise kann der Kapitalismus ein probates Mittel sein, Demokratie herbeizuführen.

  2. @ stefan brenken
    Ich habe Wagenknecht trotz aller Bauchschmerzen gewählt.

    Ich bin auch wie Sie der Meinung, daß „man pragmatisch ist und sich erhebt gegen Kriege, soziale Ungerechtigkeit, Profitgier der Banken, eben genau wie Frau Wagenknecht es tut.“ Aber das tut man am besten, in dem man sich bewußt ist, daß die Wurzel all dieser Übel der Kapitalismus ist und das ist kein uraltes Dogma von Karl Marx, sondern eine Tatsache, die er zuerst beschrieben und nachgewiesen hat. (Genauso wenig wie die Gesetze der Schwerkraft kein Dogma von Newton sind). Muß man natürlich nicht „in jedem zweiten Leitsatz vor sich her“ labern, aber auch nicht vergessen.

    Darum geht es aber in diesem offenen Brief, wo das Staatsversagen von SW so begriffen wird, als solle der Staat gegen die Interessen des Kapitals handeln. Also muß man in diesem Zusammenhang auch den Kapitalismus als die Ursache all dieser Erscheinungen erwähnen. Das ist vielen Kommentatoren, wenn man genau liest, auch nicht wirklich bewußt.

    Was die Erwartung konkreter Vorschläge betrifft, würde auch ich mich freuen. Aber wenn Frau Bonath keine konkreten Vorschläge hat, darf sie dann nicht reden/kritisieren/fragen? Ich verstehe einiges von Musik, aber singen darf ich nur am Ende eines Konzerts, wenn alle schnell nach Hause gehen sollen.

    • @hi_allemann
      Das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen ist nach meiner Meinung ein konkreter Vorschlag von Frau Bonath. Dazu muss sich eine Klassenbewusste Mehrheit an Menschen herausbilden, die diesen Prozess in Gang setzt und ihn aufrecht erhält. Also, ihn auch verantwortet. Das kann nur funktionieren, wenn die Organisationsform der Klassenbewussten Mehrheit von der Basis bis zur höchsten Ebene in gestalterischer Wechselbeziehung steht und in ihr bleibt.

    • @Ralf Isleb
      Aber das wiederum funktioniert doch nur, wenn im Innern des Menschen ein Umdenken stattfindet, d.h. dass sich sein Bewusstsein im Sinne der Erhaltung der eigenen Art zu liebe, irgendwann von innen zu ändern beginnt. Solange die angeborenen und in mehr oder weniger starkem Mass vorhandenen negativen Eigenschaften weiterhin Teil unserer Natur sind, wird doch die nächste Ungerechtigkeit, die nächste Übervorteilung, der nächste Unmut gegen den Nachbarn, die nächste Diskriminierung, der nächste Konflikt und damit der nächste Kriege nicht mehr weit sein, ob sich das System jetzt Kapitalismus nennt oder sonst irgendwie.

      @hi-allemann
      Ich hoffe, es ist Sinn und Zweck dieser Platform, dass man reden/kritisieren/fragen darf. Ich nehme aber an, es gilt aber für alle.

    • @stefan Brenken
      Ich habe schon den Eindruck, daß man bei Kenfm frei reden kann. Nur ist die Tagesdosis nicht die geeeignete Plattform dafür. Ich hoffe da ja auf Human Connection und würde mich gerne an den Vorschlägen von Frau Bonath beteiligen.

      Ich bin kein Philosoph, aber ich denke es ist richtig zu behaupten, der Mensch ist sowohl selbstsüchtig als auch soziales Wesen und wenn man die gesamte Menschheit nimmt, findet man die Aufteilung wer ist mehr, wer weniger solidarisch durchaus unterschiedlich vor. Man sagt ja, 20% der Menschen seien Psychopathen – auch die wieder in unterschiedlicher Ausprägung. Wie auch immer, alle positiven und negativen Eigenschaften des Menschen/der Menschheit waren schon lange da, bevor es den Kapitalismus gab. (Kapitalismus „in Reinform“ gibt es erst seit max. ca. 250 Jahren, davor hatten wir den Feudalismus, für den ganz andere ökonomische Gesetze galten.)

      Kapitalismus ist sozusagen ein ökonomisches Gesetz, daß nur die negativen Giereigenschaften fördert und fordert. Der Kapitalismus zwingt den Kapitalisten, mehr Gewinn als der Wettbewerber zu machen. Sonst wird sein Laden aufgekauft oder bankrott gemacht. Dann ist der Kapitalist plötzlich selbst lohnabhängig.(Ich komme noch aus einer Zeit, wo man beim Kaufmann um die Ecke einkaufte – das gibt es heute nicht mehr, der (besser sein Kind/Enkel) ist jetzt nur noch Chef im örtlichen Supermarkt einer Kette!) Daraus folgt: Gemeinsinn und Solidarität sind nicht vereinbar mit den ökonomischen Gesetz des Kapitalismus.

      Es geht also darum, den Kapitalismus als akzeptiertes, ökonomisches Gesetz abzuschaffen und zu ersetzen durch eine Gesellschaftsform, wo die Produktion und die Verteilung im wesentlichen dem Gemeinsinn dient. Das heißt die Profitrate, in Geld gemessen für den Einzelnen, ist nicht mehr entscheidend für die Entscheidung, was wie produziert wird. Stattdessen werden ökonomische Entscheidungen jetzt gemessen an Parameter wie Gemeinnutz, Umweltschutz etc. Auch Wachstum ist kein alleiniges Kriterium mehr, denn die Welt ist endlich und wir müssen mit den Ressourcen vorsichtig umgehen und an die Zukunft denken, das darf der einzelne Kapitalist nicht, der muß handeln nach dem Prinzip: Nach mir die Sintflut!

      Hat man eine solche Gesellschaftsform erreicht, sind die jetzigen menschlichen Eigenschaften nicht grundsätzlich verschwunden oder geändert. (Erst das Fressen, dann die Moral) Aber mit gemeinschaftlichen Entscheidungen lassen sich Auswirkungen negativer menschlicher Eigenschaften wohl besser eingrenzen. Dafür könnten Räte eine gute Ausgangsbasis sein. Ich will hier auch nicht länger mit dem Begriff „Gesellschaftsform“ rumeiern, Sozialismus ist das, was hier angesprochen ist. Aber angesichts der kommenden digitalisierten Produktionen gilt es wohl, weiter und/oder neu zu denken.

      Dafür braucht es noch viel Debatte und neue Erkenntnisse. Aber ob Kapitalismus oder nicht, das ist für mich erledigt. Ich erkläre es nur gerne immer wieder – nee stimmt nicht, manchmal wird es mir auch zuviel, wie Susan Bonath hier in einem Beitrag – aber sie ist auch nur ein Mensch, genau wie wir alle.

  3. Frau Bonath, wenn Sie den Kapitalismus überwinden wollen, finde ich das eine gute Idee und ich warte nur zu gerne auf Ihre konkreten Vorschläge, was Sie zu diesem Zweck als nächstes in Gang setzen werden. Genau wie Sie, bin ich der Meinung, dass wir dem Kapitalismus Kriege, Armut, soziale Ungerechtigkeit, und Ausbeutung, zu verdanken haben.
    Aber solange Sie nur von der Notwendigkeit, dies zu tun, reden, sollten Sie nicht diejenigen, die sich, wie Sarah, bereits als Macher mit aller Kraft für eine gerechtere und Ent-Nato-sierte Gesellschaft einsetzen, mit öffentlichen Briefen versuchen, zu entmutigen. Sonst schwächen wir uns ja in den eigenen Reihen.
    Sie kritisieren Sarah offenbar, weil sie nicht das Anhängsel „Ueberwindung des Kapitals“ in jedem zweiten Satz als Leitsatz vor sich her labert, bzw. weil sie den falschen Minister zitiert. (Das ist einfach unglaublich, wie kann sie nur, diese Sarah….!)
    Zum Schlagwort „Ueberwindung des Kapitalismus“: Vielfach scheitern soziale Parteien genau deshalb, weil sie sich immer noch krampfhaft an diesem uralten Dogma von Marx festbeissen, statt dass man einfach pragmatisch ist und sich erhebt gegen Kriege, soziale Ungerechtigkeit, Profitgier der Banken, eben genau wie Frau Wagenknecht es tut. Viele Leute, die sich genau so gegen soziale Ungerechtigkeit wehren möchten, rennen nur schon davon, weil sie von sozialen Parteien dauernd dieses verdammte Dogma auf die Nase gebunden bekommen!

    Für mich liegt der Kapitalismus mitsamt seinen Monstern ganz einfach in den hässlichen menschlichen Eigenschaften wie Gier und Machtgelüsten begründet. Punkt. Da kann man ihn lange abschaffen, seine hässlichen Köpfe werden milliardenfach nachwachsen, solange sich die menschliche Natur nicht von innen ändert. „Animal Farm“ von George Orwell lässt grüssen. Was ich damit sagen will, ist, dass wir pragmatisch vorgehen und nicht an irgendwelche Utopien glauben sollten.
    Schade übrigens, dass Sie Kritiker Ihres Artikels als „beleidigte Leberwürste“ betiteln. Ich weiss natürlich nicht, ob dies gerade für Ihre eigene Kritikfähigkeit spricht.

    • In Wirklichkeit geht es in der Auseinandersetzung in der Linken darum, ob man den Kapitalismus abschaffen oder beibehalten will. Deshalb hat auch Lenin später die Stellung zum wissenschaftlichen Begriff der Diktatur des Proletariats zu einer Scheidelinie zwischen dem revolutionären und reformistischen Flügel der Linken gemacht.

      Was soll also die Überwindung der Spaltung der Linken bewirken? Soll sie eine Linke sein, die sich im Rahmen des Kapitalismus, also im Rahmen des heute allein herrschenden internationalen Finanzkapitals bewegt, oder soll es eine Linke sein, die sich für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, also die Alleinherrschaft der Ausgebeuteten und Unterdrückten einsetzt?

      Bevor man diese Grundsatzfrage nicht geklärt hat, wird die historische Überwindung der Spaltung eine Illusion bleibe

    • Ich habe schon xmal konkrete Vorschläge gemacht. Wenn die Ihnen nicht zusagen, kann ich leider nichts dafür. Also hier in geballter Form.

      1. Eine internationale Organisation aufbauen und versuchen, die Kleinstorganisationen, die den Kapitalismus weg haben wollen, möglichst einzubeziehen und mit ihnen sich auf gemeinsame konkrete Ziele einigen.

      2. Vorab die Voraussetzungen für möglichst kommunale Rätestrukturen schaffen. Heißt: Sich und andere dafür fit machen, Produktion, Verteilung und kooperative Zusammenarbeit überhaupt managen und verwalten zu können, um als Berater zur Seite stehen zu können.

      3. Flächendeckend politische und ökonomische Bildung anbieten und sich immer weiter vernetzen.

      4. Gegenseitiges Vertrauen über alle Landesgrenzen hinweg aufbauen. Zeitgleiche gemeinsame kleinere Aktionen planen und starten – zunächst, so als Test.

      5. Wenn die Organisation steht und die Kooperation – dank Internet? – klappt, dann einen internationalen Generalstreik planen mit der Forderung nach Herausgabe des privaten Kapitaleigentums, also aller Unternehmen, Banken und allen Grund und Bodens mit allem Drum und Dran. Nicht nur einen oder zwei Tage streiken, sondern mal richtig, bis sie es rausrücken. Je mehr mitmachen, desto weniger groß wird die Gefahr sein, dass Militär und Polizei schießen.

      6. Plan zur rätedemokratischen Verwaltung umsetzen.

      So, und dafür, dass die meisten Kleinbürger an ihren schrumfpenden Pfründchen kleben wie die Fliegen im Honigtopf, dafür kann ich ja nichts. Und fangen Sie mir nicht wieder damit an, das sei ja alles viel zu utopisch. Es ist vielmehr utopisch, zu glauben, etwas anderes könnte das unsägliche wachsende Elend auf diesem Planeten beenden. Ich sehe also leider keine andere Lösung.

    • Nein, daß ist nicht utopisch was Sie da vorschlagen. Utopien finden ja auch gar nicht so selten den Weg in die Realität.

      Was Sie vorschlagen ist keine Utopie, daß ist schlicht nicht machbar.

    • Frau Bonath, lesen Sie doch bitte meine obigen Zeilen sorgfältig.
      Was von den meisten Kommentatoren mit „Tunnelblick“ auf die „Abschaffung des Kapitalismus“ nämlich nicht gesehen wird, ist die menschliche Natur. Ich stelle die Frage noch einmal: Angenommen, es läuft alles wunderschön, wie in Ihrem Plan vorgesehen und die Gesellschaft gelangt zu Punkt 6.
      Dann leben also alle urplötzlich in totaler Harmonie. Alle menschlichen Schwächen wie Gier Machtgelüste, Eitelkeit, Rachsucht haben sich für immer in Luft aufgelöst und es herrscht Friede, Freude Eierkuchen. Das muss in etwa Ihre Vorstellung sein, sonst würden Sie die Bestrebungen von SW nicht als untauglich darstellen und Ihr eigenes Modell als erfolgsversprechend.
      Der Kapitalismus ist die Ursache allen Übels, aber dahinter steckt noch eine Ur-Ursache, Mit dem „Verschwinden des Kapitalismus“ werden überhaupt keine Probleme gelöst, weil sich die menschliche Natur mit Ihrem 6-Punkte Plan nämlich nicht ändern wird. Nach wie vor werden Gier, Machtgelüste, Eitelkeit, den Menschen und seine Handlungen kontrollieren, auch wenn das System nun nicht mehr Kapitalismus heisst.

      An Beispielen für Gesellschaften, die nach Ihrem Plan strukturiert waren, gibt es in der Geschichte ja genügend. Es glaubt ja wohl niemand, dass es sich in Gesellschaften wie unter Stalin oder Mao angenehm leben liess. Nochmals: Animal Farm von George Orwell lässt grüssen.

    • NOCH MAL: Wenn Ihnen meine Vorschläge nicht gefallen, kann ich nichts dafür, okay. Ich habe auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und bin vermutlich einfach zu einer anderen Einschätzung gekommen als Sie. Und was Sie hier tun, ist nur immer und immer wieder Ihre Meinung zu sagen, völlig frei von Belegen. Und alle, die nicht Ihrer Auffassung folgen, seien demnach irgendwie dumm, minderbemittelt oder sowas. Also bitte, auf dieser Grundlage kann man nicht diskutieren und das tue ich mir auch nicht an.
      Viele Grüße!

    • „Und was Sie hier tun, ist nur immer und immer wieder Ihre Meinung zu sagen, völlig frei von Belegen.“

      Aber so „arbeiten“ Sie auch, z.B. mit ihrem 6 Punkte Plan und vielen anderen Behauptungen.

      Das liegt aber auch in der Natur der Sache, wenn zukünftiges diskutiert wird. Unsere Glaskugeln sind halt nicht das was sie versprechen.

    • Stefan Brenken

      „Der Kapitalismus ist die Ursache allen Übels, aber dahinter steckt noch eine Ur-Ursache, Mit dem „Verschwinden des Kapitalismus“ werden überhaupt keine Probleme gelöst, weil sich die menschliche Natur mit Ihrem 6-Punkte Plan nämlich nicht ändern wird.“

      Fast ganz genau so ist das. Die Ursache allen Übels ist natürlich der Mensch, eben nicht der Kapitalismus.

      Der Kapitalismus hat sich in vielen Köpfen verselbstständigt, ist ein eigenes lebendiges Wesen geworden.
      Das muß erstmal (wieder) raus aus den Köpfen. Erst dann ist es möglich den Kapitalismus – nicht den einzelnen Kapitalisten [der ist relativ unwichtig] – sinnvoll, positv, heilbringend einzusetzen, respektive überhaupt daran zu denken und auf Grundlage anderen Denkens neue Wege zu finden die auch realisierbar sind.

    • Frau Bonath, wenn Sie schon „einige Jahre auf dem Buckel haben“, sollten Sie eigentlich wissen, dass es wohl keine „Belege“ braucht, um aller elementarste Binsenwahrheiten festzuhalten. Diese sind, dass in der menschlichen Natur von Grund auf Eigenschaften innewohnen, die uns in jedem (kapitalistischen- oder nicht kapitalistischen) System an den gleichen Ort hinbringen werden. Jeder muss zuerst bei sich anfangen und von innen her seine Gier, Machtgelüste, Neid, Eifersucht, Verletzlichkeit, etc. zum Verschwinden bringen.

      Vielleicht noch zu Ihren emotionalen Reaktionen, die ich jetzt bei einigen Leserkommentaren festgestellt habe. Es scheint Ihnen schwerzufallen, von der Ihrigen abweichende Meinungen akzeptieren zu können. Schade….

    • Königf Ordnung
      „Der Kapitalismus hat sich in vielen Köpfen verselbstständigt, ist ein eigenes lebendiges Wesen geworden.
      Das muß erstmal (wieder) raus aus den Köpfen. Erst dann ist es möglich den Kapitalismus – nicht den einzelnen Kapitalisten [der ist relativ unwichtig] – sinnvoll, positv, heilbringend einzusetzen, respektive überhaupt daran zu denken und auf Grundlage anderen Denkens neue Wege zu finden die auch realisierbar sind.“

      Genau, das heisst Gier, Machtgelüste und andere zerstörerische Fassetten müssen irgendwann aufhören, zu existieren in jedem einzelnen Menschen, falls wir unseren eigenen Untergang verhindern wollen. Bekanntlich werden wir ja auf unserem Planeten nicht weniger.
      Dies ist ein evolutionärer aber absolut überlebensnotwendig Prozess für die Spezies Mensch. Ob es überhaupt je möglich sein wird, steht in den Sternen geschrieben. Falls aber, was zu hoffen ist, wird auch jegliche Notwendigkeit entfallen, irgendeinen Kapitalismus abzuschaffen. Denn Kapitalismus ist nichts anderes als die nach aussen gekehrte hässliche Hälfte unserer inneren Natur.

    • Nun, Kapitalismus hin oder her; Wenn ich mir das Überlege, dann gründet der „Kapitalismus“ auf dem Bedingten Tausch(geschäft), was mich des Weiteren dazu veranlasst, vor dem Abschaffen oder besser Verhindern des Kapitalismus den Bedingten Tausch abzuschaffen/ zu verhindern. denn ein Problem das nicht im Kern / an der Wurzel desselben verbessert oder geändert wird, wird sich in weiterer Folge NEU (mit sehr ähnlichen Eigenschaften) entwickeln. das hat Evolution, sofern jemand dieser Theorie anhängt, so an sich. – siehe in die Natur;

      hier wird vom Menschen(Monsanto, etc.), als Beispiel, in einer Form eingegriffen, dass gewisse („“Unkräuter““) nicht wachsen können. in der Folge von Evolution entstehen resistente, Beikräuter(der bessere Ausdruck für Unkräuter) die gar keine Pflanzen mehr daneben zulassen.
      Dies stellt nur ein Symptombehandlung dar.

      Kapitalismus ist lediglich ein Symptom. .(Punkt)

    • Und bezüglich menschlicher Natur:

      98% der Menschen kommen hoch bis höchst intelligent zur Welt;
      nach der AUSbildung sind es 98% die nicht mehr hochintelligent sind.

      Quelle: Der Film „Alphabeth“ von Erwin Wagenhofer, der Wissenschaftler Gerald Hüther, ….

  4. liebe kommentatorin
    obwohl die meisten ihrer beiträge kritisch/nachvollziehbar sind, ist dieser voll in die hose gegangen.
    warum nicht ein offener Brief an sahra Wagenknecht mit der frage: „wann werden endlich die realos aus der linken (kipping, rixinger….) entfernt?“
    stattdessen pauschale Kapitalismuskritik, wie so oft in diesen und andere alternativen foren. meist ohne zu wissen oder darüber nachzudenken, was Kapitalismus ist bzw. in welchen Ausprägungen dieser existiert.
    daher empfehle ich ihnen zwei dinge:
    1. ein abo bei makroskop.eu, um zukünftiger Kritik etwas schärfe/wissen zu verleihen
    2. Geschichtsbücher mit geringen idiologischen Nexus

    • Oh, endlich habe ich es erkannt: Ich bin dumm, und ein Jemand, das sich „keeneahnung“ nennt, verkündet nun die allgemeingültige, unantastbare Wahrheit, direkt aus dem Munde der Gottgleichen. :o))))))))))

    • dann hast du mich leider missverstanden!
      nur kann ich in ihren Konzept nicht erkennen, wenn man 3min darüber nachdenkt, unter bezug der letzten 250 jahren geschichte und makroökonomischen Grundkenntnissen, wie das funktionieren soll?
      selbst wenn, so klingt es bei ihnen durch, ein max. an Mitbestimmung für den bürger ermöglicht werden soll, muß der makro-rahmen jeden tag auf`s neue über den köpfen des einzelnen beantwortet bzw. entschieden werden.
      wenn man schlau ist, würde man sich mit der frage beschäftigen, wer und wie dieses enscheidungsgremium möglichst machtunabhängig von „arbeit und kapital“ organisiert ist.
      aber hier nur gegen Wagenknecht zu schiessen, ist ziemlich lächerlich!

      zum schluss einige recherefehler:
      1. ludwig erhard`s einziger verdienst war es die preise freizugeben! oder gab es clone von Erhard`s in Japan, USA, Frankreich, Italien…..??? nein, der witschaftliche erfolg war getragen von dem vorherrschenden zeitgeit des Keynesianismus (anfang 1930)
      2. 500 jahre Kapitalismus?? hab ich noch nie gelesen!
      3. Nachholbedarf nach 1945?? gibt es heute keinen nachholbedarf???
      4. was hat der heutige Kapitalismus mit dem nach 1945 zu tun???? nichts!!
      usw.
      ergo: erst bilden dann kommentieren

  5. Liebe Frau Bonath,
    wie ich Sie verstehe, wollen Sie aufrütteln und den Kapitalismus abschaffen. Sie führen gute Gründe an. Die decken sich weitgehend mit dem, was viele hier beobachten und bestätigen können, auch ich.

    Als begeisterter Anhänger der Naturwissenschaften, bes. der Astrophysik habe ich eine schlechte Nachricht: DAS DAUERT! Wenn wir beobachten, dass ein Heiner Geissler, Willy Wimmer, Norbert Blüm, oder sogar Peter Gauweiler sich in die Nähe einer linken Position begeben bzw. diese respektieren, und dann auch noch auf Seite der Medien der verstorbene Frank Schirmacher einst sinnierte, dass er „lebenslang möglicherweise den falschen Feind bekämpft“ hat, ist das für mich ein hoffnungsvolles Signal. Die vorgenannten Menschen waren/sind nicht irgendwer, sondern bedeutende Persönlichkeiten unserer Gesellschaft!

    Carl Friedrich von Weizsäcker beschrieb schon in den 80ern eine Schreckensvision für den Fall, dass wir eines Tages den Kommunismus „besiegen“ würden, mit der Voraussage allerlei katastrophaler Strömungen. Damals gab es den Begriff „Globalisierung“ noch gar nicht. Alles was er schrieb, ist bisher eingetreten. Das macht mich wiederum mutlos.

    Frau Wagenknecht mit der Linken ist das beste, was wir derzeit haben, um einigermaßen gegenzusteuern. Es braucht immer ein Gegengewicht. Ying Yang, Gut Böse, Schwarz Weis. Wenn ein Stern aufgrund seiner Schwerkraft am Ende seines Lebens kollabiert, weil die Umwandlung von Wasserstoff in Helium zu Ende ist, gibt es eine gewaltige Explosion und es entsteht etwas völlig Neues.

    Ich für meinen Teil unterstütze die Politik Frau Wagenknechts. Sicher, das kann sich ändern. Wenn das eintritt, wird man das am Parteiprogramm (hoffentlich) ablesen können. Dann fällt meine Wahl auf eine andere Partei.

    • „Wenn das eintritt, wird man das am Parteiprogramm (hoffentlich) ablesen können. “

      Das ist schon ein gutes Maß realitätsverweigerung. Parteiprogramme haben mit den tatsächlichen Handlungen sehr wenig bis gar nichts zu tun. Auch sind sie nicht einklagbar.

      Und wie alles was auf Papier geschrieben steht und nicht einklagbar ist, taugt das Papier nicht mal zum hintern abputzen, weil das Stück Papier selbst schon beschissen ist.

      Das gilt insbesondere auch für unser Grundgesetz.

      „Carl Friedrich von Weizsäcker beschrieb schon in den 80ern eine Schreckensvision für den Fall, dass wir eines Tages den Kommunismus „besiegen“ würden, mit der Voraussage allerlei katastrophaler Strömungen.“

      Hier die reale Schreckenvision.

      Der bedrohte Friede (1983 Hansa Verlag)

      Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen.

      Die Löhne werden auf ein noch nie dagewesenes Minimum sinken.

      Alle Sozialsysteme werden mit dem Bankrott des Staates zusammenbrechen – Rentenzahlungen zuerst. Auslöser ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheuerer Dimension, die von Spekulanten ausgelöst wird.

      Cirka 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus, werden in Deutschland wieder Menschen verhungern.

      Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch.

      Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu unterhalten.

      Um ihre Herrschaft zu sichern, werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, eine weltweite Diktatur einführen.

      Die ergebenen Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker.

      Die Kapitalwelt fördert wie eh und je einen noch nie dagewesenen Nationalismus, als Garant gegen einen eventuell wieder erstarkenden Kommunismus.

      Zum Zweck der Machterhaltung wird man die Weltbevölkerung auf ein Minimum reduzieren. Dies geschieht mittels künstlich erzeugter Krankheiten. Hierbei werden Biowaffen als Seuchen deklariert, aber auch mittels gezielten Hungersnöten und Kriegen.

      Als Grund dient die Erkenntnis, daß die meisten Menschen ihre eigene Ernährung nicht mehr finanzieren können. Jetzt wären die Reichen zu Hilfsmaßnahmen gezwungen, anderenfalls entsteht für sie ein riesiges, gefährliches Konfliktpotential.

      Um Rohstoffbesitz und dem eigenen Machterhalt zu dienen, werden Großmächte Kriege mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen führen.

      Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus das skrupelloseste und menschenverachtendste System erleben, wie es die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat.

      Das System welches für diese Menschen verantwortlich ist, heißt unkontrollierter Kapitalismus.

      Carl Friedrich von Weizsäcker sagte – vor 25 Jahren – das sein Buch (welches er als sein letztes großes Werk bezeichnete) mit Sicherheit von der Bevölkerung nicht verstanden würde und die Dinge somit ihren Lauf nähmen.

      Das deutsche Volk bewertete er wenig schmeichelhaft wie folgt:
      absolut obrigkeitshörig
      des Denkens entwöhnt
      typischer Befehlsempfänger
      ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage

      Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat was sich zu verteidigen lohnt.

      Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht ist, dann schlägt er in blindem Zorn alles kurz und klein, auch das was ihm vielleicht noch helfen könnte.

      Die einzige Lösung die Weizsäcker bietet, ist die Hoffnung:
      dass nach diesen unvermeidlichen Turbulenzen dieser Planet noch bewohnbar bleibt.

      Denn Fakt ist, die kleine Clique denen diese Welt schon jetzt gehört, herrscht nach dem einfachen aber klaren Motto:

      “Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft nicht mehr zu geben” – Wie bereits oben erwähnt, Weizsäcker rechnete nicht damit verstanden zu werden.
      Auf die Frage eines Journalisten, was ihn denn am meisten stören würde, antwortete er: “mich mit einem dummen Menschen unterhalten zu müssen”

  6. Sehr gehrte/r H/F Bonert

    Da sie ja mir ihrem Schlußsatz eigentlich selber die Unmöglichkeit erkennen, werden doch so wie so nur kleine Schritte zu Veränderungen führen.
    Daher verstehe ich eigentlich nicht, warum sie Sahra Wagenknecht angreifen.
    Ich bin froh über jeden der zu erkennen gibt, dass er eine Veränderung will.
    Da gibt es doch viele die links blinken und rechts abbiegen. Warum gerade die angreifen, welche zu mindest- ein aufrüttelndes Charisma haben.
    So erlebte ich in meinem Umfeld viele Menschen, die sich als Sahra Wähler bezeichneten.
    Ob Sahra Wagenknecht etwas bewirkt glaube ich auch nicht, aber zu mindest wirkt sie als kleiner Kontrapunkt in der politischen Landschaft.
    An sonsten stimme ich ihren Ausführungen zu, Der Kapitalismus wird sich nicht zähmen lassen.
    Aber entschärfen ist ja schon ein kleiner Schritt. Im Moment fährt er immer hemmungsloser seine Krallen aus.

    Ihr Schlußsatz:

    Ich weiß, dass all das nicht enden wird, solange wir nicht beginnen, die Wirtschaft in den Dienst aller Menschen zu stellen. Das ist nur möglich, wenn es gelingt, das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen. Die Herrschaft der Besitzenden über die Besitzlosen muss beendet werden. Und zwar so global, wie der Kapitalismus seit langem ist. Wie auch immer das gelingen soll.

  7. @ koenig ordnung:

    Zunächst muß man begreifen, daß das System so ist, daß der Kapitalist nur die Wahl hat, das zu tun, was der Kapitalismus verlangt (mehr Profit machen) oder unterzugehen. Fressen oder gefressen werden. Frau Bonath hat das schön und etwas ausführlicher beschrieben.

    Natürlich hat der einzelne Kapitalist jetzt die Möglichkeit zu sagen, ok, dann gehe ich eben unter. Aber tut er das?

    Es gibt besondere Fälle. Friedrich Engels hat als Fabrikant Karl Marx und die Arbeiterbewegung gestützt. Ist aber notgedrungen Kapitalist geblieben. Dennis Hack ist ein Fall, der einen Teil seines Gewinn und seine Arbeit in human-connection steckt, aber die Fabrik aufgeben kann er nicht. Zahlt er zuviel Löhne, ist er bald nicht mehr der führende Trampolinhersteller und „noch balder“ pleite.

    Es gibt mehr solcher Einzelfälle, die am System „Das Kapital diktiert und nicht der einzelne Kapitalist“ aber nichts ändern. Diesen Zwang haben sich die Kapitalisten eben nicht selbst auferlegt, wie Sie schreiben, sondern ist systemimmanent. Das muß zunächst verstanden werden.

    Wenn Sie dann darauf hoffen, daß die Kapitalisten sich begrenzen – wie wahrscheinlich oder realistisch ist das? Die übergroße Mehrzahl der Kapitalisten hat sich doch entschieden, viel Geld in Staaten und Politiker zu stecken, weil sie eben Kapitalisten mit der Begleiterscheinung eines viel angenehmeren Lebens bleiben wollen.

    Man sagt ja immer, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Hoffnung, die Kapitalisten (einzelne Kapitalisten reichen da nicht, auch 80% nicht!) sagen eines Tages alle zusammen: „Ok, lassen wirs mal langsam angehen, reicht ja auch, was wir haben!“ ist bei mir schon lange tot. Wie lange wollen Sie mit dieser Hoffnung noch argumentieren?

    • „Diesen Zwang haben sich die Kapitalisten eben nicht selbst auferlegt,“

      Sorry, das ist Unsinn. Jeder kann ein, aus und umsteigen. Keiner wurde als Kapitalist geboren.
      Wer sich in das System begibt, tutu dies bewusst und freiwillig. Von Zwang kann also keine Rede sein. Die Spielregeln – das was Sie wohl Zwang nennen – kannten sie vorab.

      „Man sagt ja immer, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Hoffnung, die Kapitalisten (einzelne Kapitalisten reichen da nicht, auch 80% nicht!) sagen eines Tages alle zusammen: „Ok, lassen wirs mal langsam angehen, reicht ja auch, was wir haben!“ ist bei mir schon lange tot. Wie lange wollen Sie mit dieser Hoffnung noch argumentieren?“

      Kann mich nicht entsinnen mit solch einer Hoffnung argumentiert zu haben, zumal eine solche von mir noch niemals überhaupt gedacht wurde.

      Ich setze auch keinerlei Hoffnung in die Menschheit auf Bewusstsein, Einsicht, Änderung und dergleichen – ganz im Gegenteil. Das mag ja vielleicht irgendwann mal kommen. Aber ein gerade geborenes Kind wird das nicht mehr erleben, selbst wenn es 120 Jahre alt würde.

      Man kann die Menschen, die Menschheit auch nicht überzeugen, egal von was. Wäre auch viel zu anstrengend, zeitintensiv und letztlich aussichtslos. Das geht alles viel einfacher, unendlich viel einfacher.

    • Hm, also man muss schon sehr verbohrt sein, wenn man schlicht nicht anerkennt, dass das menschliche Dasein erstmal von materiellen Gegebenheiten abhängt.

      Wenn ich also Kapitalist bin und mir denke, och, jetzt verdopple ich meine Löhne, reduziere meinen Gewinn auf die Hälfte und kann dann eben mein Unternehmen nicht mehr wachsen lassen und vielleicht nicht mit der innovativsten Technik mithalten (kostet Geld), dann steht die Konkurrenz schon in den Startlöchern und freut sich. Heißt: Da kommt ein Konkurrent, der es sich leisten kann weil er eben stärker ausbeutet, senkt mal für ein paar Monate die Preise und schwupps, bin ich pleite, weil nämlich die Leute die billigeren Produkte kaufen.

      Ergo: Ich MUSS ausbeuten, wenn ich Kapitalist bin, denn ich MUSS mithalten im sog. Wettbewerb und dieser kostet nun mal Geld, was ich mir von den Einnahmen für die Produkte fremder Arbeit abzapfen muss, egal, was für ein guter Mensch ich bin.

      So, aber stellen wir uns mal vor, der Kapitalist ist ein ganz, ganz guter Mensch, und geht darum dann pleite. Also der Schuldenberg drückt, die Gläubiger lauern – Insolvenz halt – und komplett pleite. Der frühere Kapitalist hat also nix mehr, wenn ihm auch noch seine Frau wegläuft und sein Haus gepfändet wird, hat er gar nix mehr. Er findet sich also auf der anderen Seite wieder, Heißt: Er ist fortan gezwungen, seine Arbeitskraft an einen Kapitalbesitzer (oder den Staat als „ideeller Gesamtkapitalist“ (Manager des Kapitalismus) zu verkaufen. Er wird also vom Ausbeuter zum Ausgebeuteten, da, wie gesagt, der Unternehmer (auch der Staat selbst unterliegt diesen Mechanismen) Gewinne einfahren muss und ihm nicht den Wert seiner Arbeitskraft auszahlt, sondern nur einen Teil und den Rest abschöpft (Mehrwert). Und das tut er, zum xten Mal, weil er mit der Konkurrenz mithalten muss.

      Und nein, der, der kein verwertbares Kapital besitzt, kann sich eben nicht aussuchen, ob der seine Arbeitskraft an einen Kapitalisten verkauft oder nicht. Er ist gezwungen, weil er anders keine zum Überleben wichtigen Einnahmen generieren kann. DENN zum grünen Kreuzkuckuck: Man darf sich nicht einfach im Wald irgendwohin eine Hütte bauen, nicht einfach Kartoffeln auf einem brachliegenden Stück Land pflanzen, nicht einfach irgendwo ein Handy oder einen PC klauen, weil man hier gerne schreiben will. Dann kommt nämlich die Polizei und leitet ein Strafverfahren ein, weil das nämlich nicht erlaubt ist. Und die Polizei als staatliches Exekutivorgan besitzt zufällig die Waffen, und der kleine Mensch, der doch bloß friedlich im Wald leben wollte, eben nicht.

      Mal abgesehen davon, dass z.B. in D. nicht 82 Mio Menschen in den Wald ziehen könnten, da wär nämlich gar nicht genug Platz.

      Was macht also der Kapitalist? Der will sein Unternehmen behalten und ist damit dem Wachstumszwang unterworfen. Natürlich gibt es Einzelfälle, wo z.B. jemand einen Biohof betreibt und noch genügend Kunden hat, die seine Produkte ganz besonders schätzen. Aber auch der Herr Biolandwirt kann seinen Arbeitern nicht alles bezahlen, was sie erwirtschaften. Und auch die Kunden müssen ihr Geld irgendwoher generieren, um die teuren Waren kaufen zu können. Entweder über abhängige Lohnarbeit oder über Kapitalverwertung, also durch die Ausbeutung fremder Arbeit. Und auch er muss möglichst günstigere Waren anbieten, als sein Biolandwirt-Konkurrent aus dem Nachbardorf, weil, sonst kaufen die Kunden nämlich bald bei seinem Konkurrenten.

      Und wir machen das alle mit, weil wir unsere Kinder ernähren müssen, weil wir selbst essen, wohnen und uns kleiden müssen, weil wir mal ne Urlaubsreise machen wollen, weil wir Gebühren an den Staat zahlen, fürs Alter und die Zukunft unserer Kinder vorsorgen müssen usw. Vor allem haben wir Angst, das, was wir schon haben, zu verlieren. Das geht nämlich ratzfatz, wenn man mal nicht mehr so im Rad laufen kann – also entweder wenn der Unternehmer mal keine Lust mehr zum Ausbeuten hat oder aber wenn der Lohnabhängige mal keine Lust mehr hat, sich ausbeuten zu lassen – oder wenn er krank wird oder einen Schicksalsschlag erleidet.

      Ich verstehe nicht, warum das nicht zu verstehen ist.

    • Wie ich das sehe, sind Sie in einem Jahre oder gar Jahrzehntelang gepflegtem Denkschema gefangen.

      Welche Merkmale muß ein Kapitalist denn aufweisen, um als solcher identifizierbar zu sein?

    • Genau, Herr König Ordnung, alle die das anders sehen, als Sie, sind dumm, in einem Denkschema gefangen… klar. Und wir ackern uns einen ab, um es wirklich verständlich zu erklären. Dann gehen Sie nicht darauf ein und legen uns immer wieder ihre Meinung dar und beharren darauf. Und was einen Kapitalisten auszeichnet, haben wir auch beschrieben. Ein Kapitalist besitzt verwertbares Kapital, in der Regel leistungslos erworben, also ererbt, nur in ganz wenigen Ausnahmefällen in einer einzigen Generation mit einer großen Portion Glück erworben, angehäuft und vermehrt. Verwertbares Kapital heißt: Kapital, aus dem sich mehr Kapital machen lässt. Aber es ist eigentlich völlig Banane, was wir erzählen. Weil Sie eben nicht darauf eingehen. So wird das aber nichts.

    • Ich bezeichne hier niemanden als dumm. Ich sage das die meisten Menschen in ihrem – meist selbst antrainierten – Denkschema „gefangen“ sind. Das entspricht dem menschlichen Wesen und hat mit Dumm im Sinne von Idiotismus nichts zu tun.

      Es ist einfach nur der falsche – im Sinne von unrealistisch, nicht durchführbar – Weg den Sie und viele Andere einschlagen. Manchmal muß man eben Feuer mit Feuer bekämpfen um größeren Schaden zu verhindern – so paradox das auch anmuten mag.

  8. „Was tun?“ – Vermutlich laboriert auch Sahra Wagenknecht an ihrer Visionslosigkeit, wahrscheinlich mit dem unterdurchschnittlichen Leidensdruck einer Wohlstandsbürgerin. Doch sie kennt das Wesen des Kapitals: Ein ethischer, sozial gerechter Kapitalismus ohne Ausbeutung ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wagenknecht gehört zu jenen Intellektuellen, welche die parlamentarischen Möglichkeiten zur Gesellschaftsveränderung überschätzen und mit ihrem Engagement in der Linkspartei in eine Sackgasse geraten sind. DIE LINKE ist keine Alternative zur kapitalistischen Irrationalität. Wer innerhalb dieser Partei annimmt, sie sei es, den trifft das massenmediale Fallbeil und er wird beflissen von der Karrierefraktion zunächst ausgegrenzt, dann entsorgt. Ändern könnte sich das nur, wenn sich aus einem breiten außerparlamentarischen Bündnis der Unzufriedenen, Entfremdeten, Benachteiligten und Enteigneten eine antikapitalistische Bewegung entwickeln ließe. Solch ein Bündnis wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn der große Verrat der Intellektuellen, die sich zu Komplizen der neoliberalen Politik gemacht haben, korrigiert werden kann. Darauf aufbauend ließe sich eine kollektive Macht entwickeln, die den Kapitalismus durch den Entzug ihrer Arbeit zum Stillstand bringt. Das Veränderungspotential ist groß und wächst, je länger Unsicherheit und Elend andauern und die Legitimität der kapitalistischen Wirtschaftsweise in Frage stellen. Für DIE LINKE ist es aber noch ein weiter Weg zur Erkenntnis, dass eine einheitliche antikapitalistische und revolutionäre Bewegung absolut notwendig ist.

  9. Mal eins zum Nachdenken: Warum wird KEINE Regierung den Kapitalismus verbessern können? Weil er nicht von Politikern, sondern von der Profitrate abhängt.

    Die Kapitalistenklasse wird nur das zulassen, was ihre Profitrate nicht schmälert. Die kurzzeitige „Soziale Marktwirtschaft“ war möglich, weil sich D. im Wiederaufbau befand, Unsummen an Kriegsschulden erlassen bekommen hat und weil die Arbeiter, auf deren Arbeitskraft die Kapitalisten angewiesen waren, nach dem Krieg des Elends überdrüssig waren und von dieser Seite keine Aufstände riskiert werden konnten. Sie konnten, ja mussten sogar Zugeständnisse machen, um gerade die tolle Profitrate nicht aufs Spiel zu setzen.

    Heute befinden wir uns aber nicht im Wiederaufbau, sondern in einer handfesten Kapitalverwertungs- und Überproduktionskrise. Die BAG Wohnungslosenhilfe bezifferte heute ganz aktuell die Zahlen der Obdachlosen auf fast 900.000 in D. Und bis 2018 werden sie, so ihre Prognose, auf 1,2 Mio Menschen steigen. Das sind mehr Menschen, als Köln Einwohner hat. Und um diese „Überflüssigen“ schert sich das „Kapital“ einen Scheißdreck. Und es wird schlimmer kommen, darauf ist Verlass – mit oder ohne Linke in irgendeiner Regierungsverantwortung.

    Und es könnten zehn Sahra Wagenknechts am Ruder sitzen und noch so tolle Verbesserungen wollen: Wenn die Kapitalbesitzer keine Kohle rausrücken für irgendwelche „Korrekturen“, dann ist Feierabend damit. Und wer das nicht sagt, weiß es entweder nicht besser oder er ist ein Heuchler, sorry.

    • Ihre Behauptungen und Thesen sind teils recht abenteuerlich.

      „Und es könnten zehn Sahra Wagenknechts am Ruder sitzen und noch so tolle Verbesserungen wollen: Wenn die Kapitalbesitzer keine Kohle rausrücken für irgendwelche „Korrekturen“, dann ist Feierabend damit.“

      Wenn die Kapitalbesitzer keine Kohle rausrücken, dann deshalb weil volksfeindliche Politiker die Kohle nicht nur nicht einfordern, sondern Kapitalbesitzer regelrecht auffordern Geld das von Rechts wegen dem Staat zugute kommen müsste, eben diesem zu entziehen.

    • Ach ja, wirklich? Haben Sie Beispiele dafür, wo es nicht volksfeindlichen Politikern gelang, die Kohle einzufordern? Nun, mir fallen da blöderweise zuerst UdSSR, DDR, Kuba und Co. ein. Aber von einem kap. Land hab ich das noch nie gehört. Also schießen Sie mal los.

      Im übrigen merke ich, dass meine Kommentare entweder nicht wirklich gelesen oder nicht verstanden werden. An meiner Sprache liegt es nicht, denk ich, da ich nun wirklich kaum Fremdwörter benutze und mich bemühe, kurze Sätze zu schreiben. Hm…

    • Um noch mal zu erklären: Ich meine natürlich: DER ZUSTAND des Kapitalismus hängt von der Profitrate und nicht von Politikern ab. Ist dummerweise so. Find ich auch blöd.

    • Bitte mal weniger aufgeregt.
      1) @Koenig Ordnung: Wenn man abenteuerliche Thesen vorwirft, sollte man das auch konkret begründen. Die eigene abweichende Meinung ist keine Begründung.
      2) @Susan Bonath: Nicht jeder ist ökonomie-geschult und versteht den Zusammenhang von fallender Profitrate und den Zwängen, die das auf den einzelnen Kapitlisten auslöst (Fremdbestimmung). Ich selbst kann mich nur noch mühsam an die Details erinnern. Also bitte mal erklären und dann damit argumentieren.
      Übrigens, bei den Politikern der UdSSR,DDR etc. fällt mir aber auch nicht gleich volksfreundlich ein.

    • „Im übrigen merke ich, dass meine Kommentare entweder nicht wirklich gelesen oder nicht verstanden werden.“

      Ich sehe bei Ihnen einige Basisdenkfehler.

      „DER ZUSTAND des Kapitalismus hängt von der Profitrate und nicht von Politikern ab.“

      Sie interpretieren in den Kapitalismus ein eigenständiges denkendes, handelndes Wesen. Das ist er nicht. Es sind Mneschen die den Kapitalismus gebrauchen, mißbrauchen nutzen, ausnutzen usw.

      Den Fakten und der Logik folgend, können Menschen aus und mit dem Kapitalismus machen was immer dem Menschen möglich ist.

      Ergo kann er vom Menschen auch dazu gebraucht werden, eine paradisische Erde zu schaffen – so einfach ist einfaches, logisches Denken.

      Noch einfacher kann ich mich nicht ausdrücken – ohne Anglizismen und sonstige Fremdwörter…

    • @ Koenig Ordnung: Naja, so ist es aber, das Kapital (die Märkte) diktiert das Verhalten! Wer weniger Profit macht als der Konkurrent, wird gefressen. Insofern kann der Kapitalist gar nicht frei handeln. Die Menschen könnten schon, nämlich den Kapitalismus abschaffen. Aber dann kommt nicht Eigennutz stets und immer vor Gemeinnutz.

    • Mir ist noch etwas einfacheres eingefallen, ein Beispiel.

      Es ist nicht der Hammer der einem Menschen den Schädel einschlägt. Mit einem Hammer kann der Mensch viele gute Sachen machen, die anderen Menschen wertvolle Hilfe leisten.
      Der Hammer ist ein hilfreiches Werkzeug, gemacht und gedacht um damit den Menschen das leben zu erleichtern.

    • hj_allemann

      Man kann es drehen und wenden wie man will, auch der Kapitalist ist ein Mensch und unterliegt nur den „Zwängen“ die er sich selbst auferlegt, oder die er akzeptiert.

      Die Märkte diktieren gar nichts. Es sind Menschen die diktieren. Ob ich mich diesem Diktat unterwerfe, ihm folge, begeistert mitmache, oder entziehe, obliegt ausschließlich der eigenen Entscheidung.

    • Ach ist das anstrengend. Nun: Wenn ein Unternehmer unterhalb einer bestimmen Gewinnspanne bleibt, kann er nicht mithalten mit der Konkurrenz. Er kann nicht mithalten mit der neuesten Technik (kostet) und so die Effizienz nicht so steigern, wie irgendein Konkurrent. Der finanzstärkere Konkurrent freut sich, senkt mal für ein paar Monate die Preise und schwups ist der Unternehmer Pleite. Ergo ist der Unternehmer gezwungen, seine Profitrate jener der Konkurrenz anzupassen, möglichst noch darüber zu liegen. Nennt sich auch Wettbewerb. Dieser Wettbewerb gebietet es also z.B., die Löhne so niedrig zu halten wie möglich und so wenig Arbeiter wie nötig einzustellen mit so effizienter Technik, wie möglich. Der Unternehmer ist also zur größtmöglichen Ausbeutung der Lohnabhängigen gezwungen. Er kann nicht anders, wenn er im Rennen bleiben und nicht selbst als Lohnabhängiger enden will.

      Kommen wir zu den Kühlschränken und Co.: Wenn irgendwann jeder einen Kühlschrank, Waschmaschine, Computer, Handy usw. hat und die Städte schon zugebaut sind, dann muss die Profitrate sinken. Sie sinkt im Kapitalismus tendenziell. Um das auszugleichen, drücken die Unternehmer nicht nur die Löhne weiter, sie sind auch gezwungen, neue Märkte zu erobern, wohin sie ihre Waren exportieren können, die sie nicht mehr im Binnenmarkt verkaufen. Die Politiker nennen das geschönt „Globalisierung“ – und die ist tatsächlich eine normale Auswirkung des Kapitalismus.

      Das hat fatale Folgen: Es tobt weltweit ein Wirtschaftskrieg der Konzerne um Marktbeherrschung und neue Märkte. Konkurrenten in aller Welt werden platt gemacht durch die stärksten Player. Weil die Nationalstaaten von den Unternehmen profitieren, die bei ihnen ansässig sind, und zwar über Steuern, die vom Unternehmen, vor allem aber von dessen Beschäftigten entrichtet werden, haben sie ein Interesse daran, dass es den Unternehmen gut geht. Sprich: Sie haben das Interesse, dass ihre Profitrate stimmt. Dafür schicken die Nationalstaaten auch schon mal ihre Armeen los, um ein paar Kriege anzuzetteln oder schüren auf sonst eine Art Konflikte. Konflikte legen die Wirtschaft des jeweiligen Landes lahm. Das bietet den Großkonzernen aus aller Welt ein Einfallstor in diesen Markt. Sie können also diesen Markt übernehmen. Essen, Kleidung, Strom, sauberes Wasser etc. brauchen Menschen immer, um zu überleben.

      Insgesamt führt das dazu, dass Nationalstaaten und Kapital mehr und mehr verschmelzen. Sie beide eint das Interesse, in die Taschen der Unternehmer – und damit auch in den Steuertopf – möglichst viel Geld zu spülen. Den Unternehmen, also den Kapitalbesitzern soll es gut gehen. DAS ist DAS Ziel schlechthin der Staaten. Und wer sich das Handeln unserer Politiker anschaut, erlebt das live mit.

      Durch dieses Prinzip, nach dem der Kapitalismus flutscht, inklusive der ständig weiterentwickelten Technologie, verarmen tendenziell auch immer mehr Menschen. Das ist der Widerspruch: Auf der einen Seite müssen Kapitalisten ihre Profitrate ständig steigern, drücken Löhne und entlassen, auf der anderen Seite verarmen Menschen und können nichts mehr kaufen. Auch der Staat muss auf der einen Seite seine EInnahmen halten bzw. schon durch die systemimmanente Inflation erhöhen, und auf der anderen Seite muss er dafür die Menschen immer mehr auspressen. Mehr noch: Je mehr der Staat den Konzernen militärisch unter die Arme greifen (muss, denn es ist seine Aufgabe), desto höher werden seine Ausgaben, desto weniger aber wird er darum in Sozialausgaben stecken. Was wiederum die Verarmung beschleunigt und den tendenziellen Verfall der Profitrate.

      Und genau dieser tendenzielle Verfall der Profitrate (der nur durch einen Weltkrieg flächendeckend kurzzeitig gestoppt werden könnte), ist es, der zu immer schärferer Ausbeutung zwingt. Kein einzelner Unternehmer kann sagen, er höre jetzt auf mit der Ausbeutung, denn dann findet er sich schnell selbst wieder bei den Ausgebeuteten.

      Und wenn wir schauen, in wessen Hand der Staat ist, wird schnell klar, warum er das erhalten will. Nicht nur, dass er im kap. System auf genug – tendenziell steigende – Staatseinnahmen angewiesen ist. In den politischen Funktionen sitzen nun mal keine Arbeiter, so einfach ist das. Da haben sich Dynastien breit gemacht, die der Bourgeoisie entstammen. Politiker profitieren auch unter der Hand: sie halten z.B. nette, gut bezahlte Vorträge oder sitzen in Aufsichtsratsposten. Nicht ohne Grund: Denn auch die Kapitalisten sind auf die Politik angewiesen. Also lassen sie dafür schon mal einiges springen, damit es zu ihren Gunsten läuft.

      Nun ist es so: Es gibt verschiedene Kapitalfraktionen, die sich im allheiligen globalen Wettbewerb auch nicht grün sind. Sie sind nämlich auch Konkurrenten. Manche teilen sich Märkte, einige verschmelzen dabei zu einem Unternehmen, was die Macht wiederum konzentriert. Nennt man auch Monopolisierung, eine gewöhnliche Tendenz im Kapitalismus. Aber nun konkurrieren gewisse Monopole auch böse gegeneinander. Nun fühlt sich die mittelständische Industrie durch größere Konkurrenten bedrängt. Nun exportieren die einen nach Russland und sind gegen die Sanktionen. Die anderen aber exportieren übern großen Teich und sind für die Sanktionen und Freihandel, um sich Konkurrenz vom Leibe zu halten. usw.. .usf… Ein Bsp. für diesen Kampf ist die AfD: Sie wurde gegründet von Vertretern des mittelständischen Kapitals, das sich (im kap. Sinne zurecht) nicht genug beglückt fühlte von der Bundesregierung. Aber das ist ein anderes Thema.

      Der Lohnabhängige aber bleibt gezwungen, in diesem Spiel immer irgendwie seine Arbeitskraft zu verkaufen. Und der Lohn, den er erhält, wird nie der Leistung seiner Arbeitskraft entsprechen, weil der Unternehmer sich den größtmöglichen Mehrwert zwecks Profitrate halten und so von dieser abzapfen und einstecken muss, damit er wieder investieren und weiter wachsen und sich weiter oben halten kann.

      Dieses Prinzip ist im Kap. nicht umzustürzen, weil der Kap. auf diesem gerade basiert. Und wenn nun die Profitrate tendenziell sinkt, wird es auch tendenziell rauer und brutaler. Das ist einfach so und mit Sozialreförmchen nicht zu beheben. Wenn es den nämlich den Banken und Großinvestoren beliebt, drehen die einfaach ihren Geldhahn zu. Dann sind nicht mal mehr Reförmchen drin. Im Gegenteil: Dann werden bald Menschen wie Fliegen auf den Straßen verhungern und erfrieren.

    • Eines muß man Ihnen lassen. Schreib-Fleißig sind sie ja.

      Sahra Wagenknecht – sowie ich und Andere – sind 2 Schrittchen weiter. Der Kapitalismus ist nur ein Werkzeug.

      Was der mörderische Kapitalismus für Auswirkungen hat – nicht [selbstständig] bewirkt! – wissen wir alle.

      Aber der ist eben menschengemacht, von Menschen so installiert und gewollt. Wir können ihn aber auch so anwenden, daß er zu 98% positiv wirkt, statt zu 98% negativ.

      Es kann also nicht darum gehen den Kapitalismus zu verteufeln und bekämpfen, man muß die Menschen die hinter dem Kapitalismus stehen – also ihn so und noch schlimmer gestalten wollen – bekämpfen.

      Dummerweise haben diese Menschen die Macht, die Waffen, die Menschen die sie für sie abfeuern und das Geld. Es dürfte also ziemlich schwer werden sie zu bekämpfen? Sehr wahrscheinlich wäre ein Kampf gegen sie aussichtslos, nicht zu gewinnen und äußerst verlustreich.

    • hj_allemann sagt:
      14. November 2017 at 16:02
      „Bitte mal weniger aufgeregt.
      1) @Koenig Ordnung: Wenn man abenteuerliche Thesen vorwirft, sollte man das auch konkret begründen. Die eigene abweichende Meinung ist keine Begründung.“

      Meine Begründung steht doch im Text. Darum ging es doch, oder?

      Koenig Ordnung sagt:
      14. November 2017 at 14:52

      Ihre Behauptungen und Thesen sind teils recht abenteuerlich.

      „Und es könnten zehn Sahra Wagenknechts am Ruder sitzen und noch so tolle Verbesserungen wollen: Wenn die Kapitalbesitzer keine Kohle rausrücken für irgendwelche „Korrekturen“, dann ist Feierabend damit.“

      Wenn die Kapitalbesitzer keine Kohle rausrücken, dann deshalb weil volksfeindliche Politiker die Kohle nicht nur nicht einfordern, sondern Kapitalbesitzer regelrecht auffordern Geld das von Rechts wegen dem Staat zugute kommen müsste, eben diesem zu entziehen.
      *
      *
      Dann drück ich mich anders aus, wenn es unverständlich ist.

      Frau Bonath stellt es so hin, daß Kapitalbesitzer entscheiden ob, wieviel oder für wen/was sie Kohle rausrücken.

      Es gibt kein Gesetz oder Recht dazu. Wieviel Kohle Kapitalbesitzer rauszurücken haben, bestimmen allein die Politiker. Und sie tun es ja auch. Allerdings nicht so oder in einem Ausmaß den die meisten Menschen als gerecht empfinden würden.

    • „Es ist nicht der Hammer der einem Menschen den Schädel einschlägt. Mit einem Hammer kann der Mensch viele gute Sachen machen, die anderen Menschen wertvolle Hilfe leisten.“

      Das ist ja seltsam.
      Genau die gleiche Schiene , die die Waffenlobby in der USA auch fährt.

    • Das ist nicht seltsam, das ist Fakt und Wahrheit. Wenn die für Sie seltsam sind, dann kann ich nur gratulieren…

      Was die US Waffenlobby für eine Schiene fährt ist mir nicht bekannt, hat aber auch so überhaupt gar nichts mit meinem Beispiel oder dem Thema zu tun.

  10. Zunächst: Ken Jebsen kann man keinen Vorwurf machen, er interviewt jeden, der bei 3 nicht auf den Bäumen ist und läßt ausreden. Finde ich gut. Zuhören ist sehr wichtig, gerade auch bei Leuten, die nicht meiner Meinung sind.

    Es geht im offenen Brief um eine ganz einfache Frage: Kann der Kapitalismus ewig weiterlaufen und bedarf deshalb ständiger Reform und Beschränkungen (z.B. soziale Marktwirtschaft) oder benötigen wir ein neues Gesellschaftssystem?

    Frau Bonath (ich auch) sagt ganz klar, Kapitalismus geht nicht. Wenn SW von Staatsversagen spricht, wenn dieser im Interesse des Kapitals handelt, dann nährt sie den Verdacht, daß sie an Reformen und Beschränkungen glaubt. Genährt wird dieser Verdacht durch ihre Hinweise auf Ehrhards Wirtschaftspolitik.

    Der offene Brief verlangt hier von SW eine Klarstellung und ich finde, das ist eine politisch gerechtfertigte Vorgehensweise. Da muß sich doch keiner angep… fühlen. (SW vorzuwerfen, mit an den Fleischtöpfen zu sitzen, finde ich aber auch unpassend)

    Um die o.a. Frage zu klären, muß man Ökonomie (und besonders die Kritik der politischen Ökonomie) studieren. Bei mir ist das leider 45 Jahre her und ich finde erst jetzt als Rentner wieder die Zeit dazu. Da wäre auch ein Forum wichtig, das kenfm leider nicht bieten kann, vielleicht human-connection? Ich würde gerne mehr, sachliche Fragen dazu erörtern, auch was man machen sollte, nachdem die Erfahrungen in Rußland, China etc. so beschissen gelaufen sind, denn die Partei die Linke bietet dafür überhapt keinen Ansatz. Der Vorschlag, sich auf ein Bier zu treffen, ist mir sehr sympathisch, aber wohl nicht ausreichend.

    • „…er interviewt jeden, der bei 3 nicht auf den Bäumen ist und läßt ausreden.“

      Das ist völlig falsch. Jebsen interviewt nur Menschen die mindestens 3 Bücher geschrieben haben, oder/und einen Dr. oder Prof. vor dem Namen tragen.

    • Klar, und ich bin eine böse NATO-Agentin, die sich erdreistet, die Gottgleiche zu kritisieren, um der weltweiten Finanzoligarche durch die Hintertür bei KenFM zur absoluten Macht zu verhelfen. 😀 😀 😀

  11. Ein offener Antwort Brief an …
    Frau Susan Bonath … und der Wolf in seinem Jagdtrieb!

    Frau Bonath schreibt; “Doch nie wurde ein Wolf in seinem Jagdtrieb gebändigt!“ und schreibt dies glatt an einem Jugendbuch vorbei, das so einige Knaben verschlungen haben, denn Wolfsblut von Jack London war eine Pflichtlektüre unter Jungs. Dort wurde ein wildes Tier, eben ein Wolf, verwandelt, in ein zivilisiertes, an den Menschen und die Gesellschaft gewöhntes Wesen, einen domestizierten Hund. Bis heut ist der Hund des Menschen bester Freund.

    Ich mache das Frau Bonath nicht zum Vorwurf, als Mädchenlektüre gab es damals sicherlich auch Interessantes, wie Biene Maja oder Pippi Langstrumpf.

    Trotzdem, mein Vergleich hinkt, denn Jack London’s Spiel mit Wolf und Hund nur auf Wolfsblut zu beschränken, wird ihm nicht gerecht. Ein zweites Buch von ihm kehrt die Geschichte ins Gegenteil, und dieses drei Jahre vor Wolfsblut. Der Roman Lockruf der Wildnis variiert das Thema, indem hier ein domestizierter Hund sich in ein wildes Tier zurückverwandelt.
    Diese Metapher oder Analogie ist vom Jack London wohl bewusst gewählt, da es die zwei gesellschaftlichen Gegensätze aufzeigt, und über den Status des Verharrens hinaus, den Wechsel von der Einen sowohl auch zur Anderen Seite, also in beide Richtungen, zulässt.

    Und wenn wir die zeitliche Reihenfolge der Bücher, und das in froher Hoffnung für unsere Zukunft, gleichsetzen würden mit der Reihenfolge des Kapitalismus, dann verwildert er erst, bis er wieder ein zivilisiertes, am Menschen und der Gesellschaft ausgerichtetes wirtschaftliches Gemeinwesen darstellt. Und wieder, mein Vergleich hinkt auch hier, denn ich muss davon ausgehen, dass auch ein zivilisierter keynesianischer „Erhard“ Kapitalismus wohl nie des Menschen bester Freund wird.

    Wenn wir in dieser Metapher verweilen, unterscheidet sich der Wolf vom »Paradise Panama Papers« Kapitalismus dadurch, dass er zwar auch so manche Lämmer reißt, die nicht gefressen werden, aber alle im Rudel werden gleich satt, nur die Reihenfolge in der sie an den Trog können, entspricht der Rangfolge.

    Hier hinkt mein Vergleich nicht, denn an den »Paradise Panama Papers« Trögen waren ja schon die in der Rangfolge höchsten davor dran, das globale Banken Finanzsystem. Erst danach kommen die rangniederen Wölfe, und was übrig bleibt, ist für den ganzen Rest, für die untere Biologie, die Aasfresser, die Ameisen, Flöhe, Maden, Pilze und Bakterien.

    Und hier drängt sich die nächste Analogie auf, der Ameisenstaat. Versagt der Ameisenstaat, vernichtet es das ganze Staatsvolk. Manchmal gründet eine Königin ein neues Volk, aber hier ist der Weg zu weit zu einer Analogie bis zum Feudalismus zurück.
    Politisches Staatsversagen heutzutage zu benennen, setzt zwei Dinge voraus, man weiß um eine andere politische Lösung, mit und aus den eigenen Reihen, und man verfügt über eine darüber gestellte theoretische Vision.

    Dieses zu benennen bedeutet nicht das, was Frau Bonath formuliert und hier Frau Wagenknecht unterstellt: “Du setzt uns einen Floh ins Ohr. Weißt du es wirklich nicht besser?“ Nein, sie weiß es nicht besser, sie weiß es anders, denn den Beweis dafür treten wir nicht an. Dabei hätten wir gerade die (Bundestags)Wahl dafür gehabt.

    In der Natur gibt es keine Wahl, die Natur lässt gedeihen und gleicht aus. Fast könnte man dieses zyklisch für die Menschheit nach Kriegen ebenso behaupten.

    Doch Frau Bonath schweift auch von den zwei vorgegebenen Themen der E-Mail, eine der regelmäßigen E-Mails vom Team Sahra, weit ab, indem sie darum wüsste, dass Frau Sahra Wagenknecht in letzter Zeit oft von Ludwig Erhard schwärmt, und was an dreierlei Dingen sie aus der älteren BRD Geschichte vergessen hätte. Auf die Spitze getrieben, mündet die dreierlei Aufzählung der Vergesslichkeiten im daraus gefolgerten Warten auf den dritten Weltkrieg.

    Dazu wird dann auch noch als Zweck zum Staatserhalt erfragt, ob es nur dem der Diäten gelte.

    Für dieses textliche Verrennen fehlt mir jetzt die passende tierisch‘ biologische Analogie, außer die immer wieder an Strände angespülten Meeressäuger, die dort elend verenden, so verendet der Text von Frau Bonath nun im inhaltlich unsachlichen. Dieser Vergleich hinkt garnicht mal so sehr, wenn wir Frau Bonath hier noch einmal selbst zu Wort kommen lassen. “Was ich aber todsicher zu wissen glaube, liebe Sahra, ist: Den verklärten rheinischen Kapitalismus bekommen wir nicht wieder ohne neuen Weltkrieg.“ Und weiter: “… das Privateigentum an Produktions-mitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen“.

    Was für ein eingeschränktes Bild der weltökonomischen Situation, die das komplette globale Banken Finanzsystem außen vor lässt. Auch der Bonath’sche Schlusssatz bleibt eingeengt, denn er lässt nur ein Handeln in der ihrigen Schlussfolgerung zu, oder ein Nichthandeln.
    Da hatte ja die Hund-Wolf Beziehung bei Jack London schon mehr Möglichkeiten als nur die eine hier, oder das Nichthandeln.

    Unterdessen setzt die EU am 13.11.2017 vertragliche Fakten, die Pesco – „Permanent Structured Cooperation“ Vereinbarung als europäisches Militärbündnis, mit 20 Bedingungen, auch mit unterzeichneter Verpflichtung zur Aufrüstung.
    Da vergeht sogar mir kurzzeitig mein Optimismus, und ich muss an die gerade genannten Meeressäuger und an den Bonath’schen erwarteten Weltkrieg denken.

    Und um hier einmal ausnahmsweise einen pessimistischen Abschluss zu finden, lass ich Jack London, der bis kurz vor seinem Tod Mitglied der SPA (Sozialistischen Partei Amerikas) war, zu Wort kommen. “Der Mensch hat als Individuum in den letzten zehntausend Jahren keine moralischen Fortschritte gemacht, das behaupte ich mit Bestimmtheit.“

    Ich schließe mich an, lieber Jack London, möchte aber, wohl im Gegensatz zu Frau Bonath,
    Frau Wagenknecht hier davon ausnehmen.

    • Endlich mal etwas das auch ich (weitgehend) unterschreiben kann.

      Das aber z.B. nicht

      “Der Mensch hat als Individuum in den letzten zehntausend Jahren keine moralischen Fortschritte gemacht, das behaupte ich mit Bestimmtheit.“

      Der Mensch hat als Individuum in den letzten zehntausend Jahren enorme moralische Rückschritte gemacht, das ist leicht zu beweisen.

    • Ach so, sind wir hier eine Bewegung? Was müssen die Anhänger tun? Nach jedem Satz der Sahra huldigen? Oder wer ist hier der Anführer? Sagen Sie es mir, welchem Gott hier gehuldigt werden soll und wer nicht kritisiert werden darf. Kommen Sie schon, das ist mir völlig neu. :o)))))))))

    • Frau Bonath – locker bleiben.
      Ich stelle nur fest, dass die Interessenvertreter der Kapitalseite stets geschlossen auftreten, feste Ziele und Seilschaften haben – und das schon seit Ewigkeiten. Ist ja auch logisch.
      Ebenso kann man ohne Mühe feststellen, dass sich alle fortschrittlichen Leute in jeder Epoche ab einen Zeitpunkt regelmäßig SELBST ANFEINDEN und ZERLEGEN.
      Das war meine Kritik an ihrem Artikel.

      Ich nehme darum zurück was ich sagte mit „Unterwanderung und Spaltung“. Die Fortschrittlichen nehmen das immer selbst in die Hand. Dazu brauchts kein Verfassungsschutz.
      Warum ? Das wäre vielleicht ein Thema wert fürs nächste mal.
      Alsp, seit doch solidarisch und schmeißt nicht alle mit Torten um euch. Wem soll das gefallen – außer dem Konditor ?

      Im übrigen braucht es meiner Meinung überhaupt kein neues System.

      – Eine neue faire Geld-Ordnung ohne private Geschäftsbanken als Zwischenwirte, sprich Monetative
      – Begrenzung des Reichtums max. 1 Mrd,
      – Finanzoasen schließen oder Zwangsabschiebung der Steuerhinterzieher in ihre Offshore-Briefkästen,
      – Besteuerung nach Gemeinwohl-Bilanz und immer im Land der Gewinnerzielung.
      – Direkte Demkratie – Politiker sind Sachbearbeiter der Bürgerwünsche
      – Teilhabe der Arbeitenden an Entscheidungen und Gewinnen großer Unternehmen.
      wäre ein Anfang.

  12. Guten Morgen zusammen,

    folgenden Brief verschicke ich an Bergader Waging. Vielleicht könnte das der eine oder andere von euch auch machen, an eure Molkereien. Flächendeckend ohne Glyphosat wäre doch cool. Von den Verbrauchern angestoßen!

    Lieben Gruß und schönen Tag
    Alexandra Poller

    Bergader Privatkäserei GmbH
    z. Hd. Herrn Forstmann und Frau Kress
    Weixlerstraße 16
    83329 Waging a. See

    Kirchanschöring, 14.11.2017

    Sehr geehrte Frau Kress, Sehr geehrter Herr Forstmann,
    ich habe in den letzten Wochen in den Medien mit verfolgt, dass die Berchtesgadener Land Milchwerke deren Lieferanten den Einsatz von Glyphosat in Zukunft verbieten. Ich habe den Eindruck, dass diese Entscheidung werbewirksam ist und sehr positiv zum Ruf der Molkerei beiträgt.
    Als Imker und Naturliebhaber finden wir diesen Ansatz sehr erfreulich und deshalb möchten wir uns an Sie wenden.
    Könnten Sie bitte prüfen, ob ein Glyphosat Verbot auch bei Ihren Milcherzeugern in Frage kommen könnte?
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich diesbezüglich Gedanken machen könnten und freue mich auf Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

    Familie Markus und Alexandra Poller

  13. Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein, aber wozu diese Aggressivität gegen die Person? Dieser Staat hat versagt. Ja! Die Alternative, kein Staat, ist die Forderung der Neoliberalen – auch keine Lösung, im Gegenteil. Auf den Staat als Herrschaftsinstrument, besser Ordnungssystem, können wir in der Poststeinzeit nicht verzichten. Und weil wir den Personalwechsel an den Kanonen nicht wollen, müssen wir zwischen Erhardtkapitalismus und Sozialistischem Wettbewerb oder ganz daneben etwas finden, was funktioniert. Nur über die Frage „an welcher Seite wir das Frühstücksei aufschlagen“ sollten wir uns nicht zerfleischen. Diese Diskussion macht uns nur zu Nützlichen Idioten der jetzigen „Machthaber“ (Wer? – Darüber könnte man sich auch zerfleischen). Diese N. I. hetzen gegen die Friedensbewegung, einschließlich ihrer Mahnwachen, Daniele Ganser, Sahra W. … und auch gegen den „Verleger“ dieses Kommentars. Vielleicht doch keine schlechte Idee, solche Meinungen auch zu veröffentlichen, KEN.

    • Die Neoliberalen könnten ohne den Staat ihre idiotische Politik doch gar nicht machen.

      JEDE ihrer „Reformen“ war zu Beginn ein Gesetz. Keine wirkliche Verschwörung, ganz harmlos eine Abstimmung.

      Kartellamt, Patentamt?
      Das sind doch wesentliche die Instrumente zum Umbau und zur Vertiefung der bestehenden wirtschaftlichen Machverhältnisse.
      Das Kapital braucht den starken Staat wie wir ihn kennen, um Monopole zu errichten.
      Diese Staatsform ist dazu da, den Monopolen die Konkurrenz vom Hals zu halten.

      Solange es Staaten gibt kommt es zur Monopolbildung.

    • DIE NEO-LIBERALEN gibt es doch erst, seit es den STARKEN und TIEFEN $TAAT gibt.
      Alle ALTERNATIVEN OHNE STAAT als POST-STEINZEIT-Polemik abzutun ist schon ein starkes Untertanen-Husarenstück.

      Siehe > Der Untertan! http://www.youtube.com/watch?v=0G81XL2gQ6A

      Für alle, die sich eine Welt ohne TIEFEN STAAT mit dem STARKEN FÜHRER an der SPITZE DER PYRAMIDE vorstellen können:

      FreiwilligFrei – Selber Denken hilft

      „Der religiöse Glaube an den Staat und an seine Regierungen und Politiker ist eine Epidemie, die die ganze Welt erfasst hat…“

      http://www.freiwilligfrei.info/?s=staat

    • Zu GLOUCESTER : Du hast Recht. Ich habe die Formulierung, wie sie die Neoliberalen gebrauchen übernommen. Ihre Repression verstehen sie selbst nicht als Staat, nur die soziale Umverteilung.
      Zu Hannes Zappes: Bis zur ausgehenden Steinzeit regelten vieles die Großfamilien und Stammesverbände. Relikte haben bis heute in mafiösen Strukturen überlebt. Wünschenswert? Doch wie soll das Zusammenleben von der Bildung über sozialen Ausgleich bis zur Konfliktlösung in globalen Bevölkerungseinheiten geregelt werden? Wenn es dafür einen anderen Begriff als Staat gäbe, würde ich ihn verwenden, von Synonymen abgesehen. Wir brauchen weder den Tiefen Staat noch den Starken Diktator. Und darüber denkt S.W. ernsthaft und kontrovers nach, um zum Thema zürückzukommen.

  14. Na, Klasse, Frau S. Bonath !!!!
    So weit ich mich erinnern kann, waren Sie sogar mal als vehemente Befürworterin eines sog. „BGE“ hier unterwegs.
    Jetzt, nachdem Sie den IRRSINN dieser wirtschaftspolitischen „Idee“ erfreulicherweise offensichtlich erkannt haben,
    wollen Sie nun auch gleich wieder „das Kind mit dem Bad ausschütten“:
    (… Keene Ahnung, MIT WEM Sie jetzt WIE über WESSEN Eigentumsverhältnisse verhandeln wollen.)

    … Was halten Sie davon, sich mal mit dem Verhältnis der Löhne zur Produktivität zu befassen ????

    • Also ich halte die Wunsch, einen kap. Staat wie auch immer zu stärken und damit die Illusion aufrecht zu erhalten, der Kapitalismus könne irgendwie sozial sein, ohne Opfer zu produzieren, nun einmal für Augenwischerei, ja, für gefährlich. Denn wir haben schlicht nicht mehr allzuviel Zeit.

      Im Übrigen ist gehört die NATO auch dazu. Sie ist nämlich ein militärisches „Verteidigungs“-Bündnis der imperialistischen Machtzentren. Also sie verteidigt deren Vormachtstellung gegenüber der ausgebeuteten Peripherie. Wer den globalen Kapitalismus mit ewigem Wachstum so gerne erhalten will, wie nun einmal Frau Wagenknecht, verteidigt da wohl eher die NATO. Oder aber dessen Parolen wie „Raus aus der NATO!“ verkommen zu leeren Phrasen, weil schlicht keine nach außen und inzwischen auch innen aggressive Wirtschaftsmacht wie D. ein solches Bündnis verlassen wird.
      Diese Zuschreibung zu meiner Person ist also grober Unfug. 😉

      Viele Grüße!

    • Sahra W. will ausdrücklich die soziale Marktwirtschaft. Sie will „Erhard weiter denken“ und solche Dinge. Hat sie in unzähligen Interviews genauso erzählt. Google hilft dabei, das herauszufinden. Und „Soziale Marktwirtschaft“ beruhte selbst in den knapp drei Jahrzehnten, wo man in D. davon sprechen konnte, auf der Ausbeutung der Peripherie, der türkischen Gastarbeiter, der DDR und der unbezahlten Hausfrauen im Westen.

      Kurzum: Ein für alle sowie auch für die Umwelt sozial verträglicher Kapitalismus ist nicht zu machen. Dem widerspricht schon der ihm innewohnende Profitmaximierungszwang, der ständiges Wachstum erfordert. Das wiederum bewirkt die immer drastischere Plünderung der Ressourcen. So sind die Gesetzmäßigkeiten, Punkt. Und wer an diesem Prinzip, das am Privateigentum von Produktionsmitteln hängt, wie das Baby an der Flasche, festhalten will, nimmt auch die Auswirkungen in Kauf. Leider haben wir nicht mehr so viel Zeit, um mal eben noch ein paar Jahrzehnte soz. Marktwirtschaft auf begrenztem Gebiet zu versuchen, wovon dann natürlich nur per Geburtsrecht Auserwählte auf Kosten des Rests profitieren. Und gelingen wird das schon gar nicht, denn der Rest steht schon vor der Tür, weil die imp. Zentren den Leuten die Lebensgrundlage geraubt haben.

      Aber sei es wie es sei: Gegen fanatische Anhänger einer Einzelperson, die diese zur gottgleichen Erscheinung stilisieren, die sich nie irren könne, kommt man mit Argumenten nicht an. Ich habe natürlich diese Beißreflexe erwartet. Ich erwarte auch keine Antwort von Sahra. Cool wäre es, wenn sie antworten würde. Aber dann wäre sie ja nicht mehr gottgleich und unfehlbar. Unterstellt mir also, was ihr wollt, ich lasse es.

    • @Susan Bonath To the Bone und Auf den Kopf, Strike & Done Mein Kompliment.

      Den gottgLEICHEN Unfehlbarkeits-Bundes-Amazonen und starken Allmachts-FÜHRERn wird die Schar der Volksfront-Spaltern und Heiland-Sandalen-Mitläufer wohl nie ausgehen.

      Für alle $tatt$$icherheits-Gläubigen Papa-Staat-Mami-Kanzlerin-Schäfchen:

      Die Staatsgläubigen auf der Suche nach Mami und Papi

      http://www.freiwilligfrei.info/archives/6390

      Das Ende der Staats-Religion by FreiwilligFrei – Selber Denken hilft

      http://www.freiwilligfrei.info/?s=staat

    • „Kurzum: Ein für alle sowie auch für die Umwelt sozial verträglicher Kapitalismus ist nicht zu machen.“

      Nur weil sich etwasIhrer Gedankenwelt entzieht, heißt das nicht das es nicht möglich ist.

      Der Kapitalismus ist nicht eine Frage des Kapitalismus selbst, sondern ausschließlich der Menschen die ihn anwenden. Damit ist er nicht nur irgendwie bedingt veränderbar, sondern er ist unbedingt veränderbar.

      Das heißt in alle möglichen denk und machbaren Richtungen, die nur in menschlichen Handlungen Begrenzung finden.

      Es ist wesentlich einfacher mit und durch den Kapitalismus eine paradisische Erde mit menschlich paradisischen Zuständen zu schaffen, als mit und durch den Kapitalismus eine Hölle auf Erden zu schaffen, die sowohl die Erde selbst, als auch alle Menschen, Tiere und Pflanzen ergreift.

      Und noch einmal. Es ist wesentlich schwieriger und exorbitant aufwändiger den Istzustand – Hölle auf Erden, Drangsal, Not, Leid, Elend, Furcht usw usf – aufrecht zu halten und gar noch zu verschärfen,
      als eine paradisische Erde mit paradisischen Zustaänden für alle Menschen, Tiere und Umwelt zu schaffen!

      Den Kapitalismus können wir als ein geeignetes Werkzeug dafür nutzen.

    • „Dem widerspricht schon der ihm innewohnende Profitmaximierungszwang, der ständiges Wachstum erfordert. Das wiederum bewirkt die immer drastischere Plünderung der Ressourcen. So sind die Gesetzmäßigkeiten, Punkt.“

      Machen wir jetzt den Basta Schröder…

      Dem Kapitalismus wohnt gar nichts inne. Der kann nichts, schon gar nicht bestimmen. Das machen immer nur Menschen. Und Menschen können bestimmen wie der Kapitalismus angewendet wird. Und da sind – wie ich schon sagte – alle möglichen Richtungen offen.

      Das weiß die intelligent Frau Wagenknecht natürlich. Und deshalb ist sie auch nicht gegen den SCHULDLOSEN Kapitalismus, sondern gegen eine andere Anwendung dessen.

    • Menschen und ihre Eigenschaften, ’schuldloser Kapitalismus‘, Spaltung der Linken, Wir hier bei KenFM..ect holy shit!
      Ich versuch mal meine 2cent beizutragen:
      1 der Kapitalismus ist ein ökonomisches System, dem bestimmte Gesetze innewohnen.
      Als Kapitalist kann ich Mensch sein (soviel wie ich will /der engste Freund und Mitstreiter von Karl Marx, Friedrich Engels, war auch Kapitalist), negiere ich die ökonomischen Gesetze, bin ich kein Kapitalist mehr, sondern raus aus der Runde. Bankrott/Ende/Insolvenz.
      Bei Marx heisst es wörtlich..bei Strafe seines eigenen Untergangs ist der Kapitalist gezwungen…das ist nämlich Marx‘ grosses Verdienst, diese ökonomischen Gesetze als erster, wissenschaftlich analysiert und beschrieben zu haben.
      Den Kapitalismus kann man weder zähmen noch bändigen noch kontrollieren, all diese Versuche sind gescheitert, auch der New Deal von Roosevelt, als alle Unternehmer über 213000 $ pro Jahr, (heute ungefähr 1,4 Millionen), jeden extra $ mit 94% versteuern mussten.
      Roosevelt wollte 100% Steuern aber die Republikaner fanden das Wahnsinn und so hat man sich auf 94 cent pro $ geeinigt.
      Gleich nach seinem Tod haben die Kapitalbesitzer daran gearbeitet, diese Dinge zurück zu drehen, mit den Auswirkungen die wir heute kennen.
      Roosevelt war echt kein ‚lieber Kapitalist‘ im Gegenteil. Er war ‚blaues Blut, bestens zu Hause bei den 0,1% der amerikanischen upperclass. Aber er hatte eines erkannt:
      Wenn wir nicht jetzt und sofort dafür sorgen das es den Leuten besser geht, kommen sie es sich bei uns holen. Davon konnte er die Mehrheit seiner reichen Freunde überzeugen. (damals gab es, man staune, in den USA noch starke Gewerkschaften und eine kommunistische Partei)
      Mit diesen Mitteln hat er, innerhalb von einer Woche, die Rente eingeführt, die nächste Woche Arbeitslosenhilfe eingeführt und ein bis dahin ungekanntes, staatliches Beschäftigungsprogramm aufgestellt, in dem fast alle Amerikanischen National Parks erbaut wurden , Brücken und andere Infrastrucktur entstanden. Der Staat als Arbeitgeber aus den Steuern der Kapitalisten.
      Als Ergebnis entstand die neoliberale Schule unter Hayek & Friedmann, die zum Ziel hatte, einen neuen New Deal um jeden Preis zu verhindern. (siehe The MONT PELERIN SOCIETY incl L. Erhard als Gründungsmitglied)
      2. Die menschlichen Eigenschaften wie Gier, Neid etc.:
      In der Propaganda des neoliberalismus sind diese Eigenschaften besonders entwickelt worden, ja zum Teil sogar öffentlich gefeiert worden (zB Michael Douglas als Gordon Gecko in ‚Wallstreet; ‚greed is good‘)
      In endlosen Studien ist belegt, das der Mensch tief unglücklich wird wenn er nach diesen Eigenschaften leben muss, da wir soziale, enphatische Wesen sind und uns in kooperativen und solidarischen Gemeinschaften am wohlsten fühlen, da wir dort unser Potential entwickeln dürfen, ohne Angst haben zu müssen, dass wir beim Konkurrenzkampf mit dem Nachbarn etwas verpasst haben und der uns nun etwas voraus hat.
      Spaltung der Linken: die Spaltung der Linken war schon immer ein Problem, da die Kapitalbesitzer genau wissen, leider im Gegensatz zu den ’normalen Menschen‘ ,dass nur von den Linken echte Gefahr droht. Darum wird der ganze Katalog von Angriffsmöglichkeiten auf die Linke gerichtet, bis hin zur physischen Beseitigung ihrer Repräsentanten weltweit. Wer Will kennt die Beispiele.
      Alle Veränderungen ins positive für die Bevölkerung, von denen wir alle heute noch profitieren, sind von der LINKEN erkämpft worden, selbst unter Blutopfern. Da ist NICHTS freiwillig angeboten worden von der Kapitalklasse-ALLES- ist ertrotzt und erkämpft worden und nicht von der Katholischen Arbeitervereinigung 😉
      Also kann die zwingende Schlussfolgerung nur lauten:
      Nehmen wir die Vorschläge von Susan Bonath ernst.
      Es macht keinen Sinn immer zu erklären warum Dinge nicht funktionieren können.
      Wie erreichen wir das es funktioniert?
      Was und wer ist dafür nötig? Welche Resourcen haben wir?
      Ist ein realistischer Zeitplan zu erarbeiten?
      Was tun wir, wenn uns die Konzernplattformen die Vernetzung übers Internet unmöglich machen? (Sozialistegesetz zur Zeit von Bismarck)
      Wie muss eine demokratische Kooperationswirtschaft aussehen? (Vorbilder und Anregungen gibt es in Spanien und den USA {democracy@work}.
      Welche Rolle spielen die Räte und welche checks&balances brauchen wir, um ein unterwandern und korrumpieren der Räte zu verhindern?
      Plus Eure Fragen und Anregungen.
      Ihnen alles Gute

  15. Was dieser Artikel soll, weiss ich jetzt nun wirklich nicht.
    Sarah Wagenknecht ist nun wirklich die einzige Politikerin weit und breit, die Rückgrat zeigt und ungeschminkten und unbeschönigten Klartext spricht gegen Machtmissbräuche in der Innen- und Aussenpolitik.
    Was macht Sarah nun genau falsch, wenn sie sich mit den »Paradise Papers« dagegen wert, dass Superreiche Steuermilliarden weiterhin ungestraft hinterziehen können? Oder dass sie sich dafür einsetzt, dass Hartz-IV Empfänger besser gestellt werden? Oder dass sie deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien kritisiert?
    Ah ich verstehe, weil sie das ganze als „Versagen des Staates“ sieht. Wissen Sie, Frau Bonath, die Ursachen, welche Frau Wagenknecht hinter all diesen Uebeln sieht, und welche Wirtschaftsminister sie dabei zitiert als Vorbilder, geht mir und sicherlich vielen anderen, denen Sarah aus dem Herzen spricht, so ziemlich den Buckel runter. Hauptsache ist, dass sie sich einsetzt.

    Ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen, dass es in diesem Artikel um die Sache geht. Vielmehr übt sich da jemand in völlig unnützer und kontraproduktiver akademischer Haarspalterei.

    • Es ist ein gewaltiger Unterschied, sozialdemokratische Reförmchen zu fordern oder den Kapitalismus abschaffen zu wollen. Geht der Kapitalismus aber so weiter, mit oder ohne sozialdemokratischen Reförmchen, werden viele, sehr viele bald lernen müssen, was echtes Elend bedeutet. Nur so viel jetzt dazu.

    • Mich stört im Zusammenhang mit Ludwig Erhard z.B. passend zu Susan Bonaths Text das:
      http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/987.ich-will-ludwig-erhard-zu-ende-denken.html
      Das gibt ihr Recht. Wir brauchen zwar eine Strategie zur Überwindung des Kapitalismus, aber
      dazu gehört ein Bruch mit dem System, das die Menschheit mit Ressourcenraubbau, Klimarisiken für den Profit und grenzenlosem Wachstrum im begrenzten System Erde vor die Wand fährt.
      Interessant auch Erhards Vorgeschichte:
      >>Nachdem Erhard 1944 seine im Auftrag der Reichsgruppe Industrie angefertigte Studie
      „Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung“ vorgelegt hatte, galt er als erstrangiger
      Experte für geld- und währungspolitische Fragen. Dieser Umstand war ausschlaggebend dafür, dass Erhard 1945 zur Ausarbeitung des erwähnten AGFB-Entwurfs herangezogen
      wurde, der von den Gewerkschaften als „Plan G“ übernommen wurde, und dass er im September 1947 zum Leiter der „Sonderstelle Geld und Kredit“ berufen wurde.<< Quelle: http://www.ludwig-erhard.de/wp-content/uploads/2015-12-14-Expose.pdf Sarah Wagenknechts Flüchtlingspolitik wirft Kritik hervor: Wir müssen zwar die Aufwendungen für eine Willkommenskultur radikal steigern, aber wir können aus humanitären Gründen jene, die aus den Todeszonen entflohen sind, nicht ihrem Schicksal überlassen. Sarah hat Recht: Waffen- und Kriegsexport einstellen! Aber zugleich haben wir auch das Geld, das die Überwindung von hausgemachter Not im Land und Flüchtlingsnot leicht zu Verfügung stellt:
      Die Cum-Ex-Geschäfte, die Panama-/Paradies-Milliarden und der Rüstungswahn – all das eröffnet alleine schon die Mittel, die es braucht. Nach dem Krieg hatte das zerstörte Deutschland über 10 Mio. Flüchtlinge/Vertriebene/HeimkehrerInnen aufzunehmen. Okay, die waren keine Moslems. Aber für Menschenrechte gibt es keine Obergrenzen, das heißt: Wir müssen den Rassisten offensiv entgegentreten, ehe sie so stark werden, wie ihre Vorbilder.

    • Selbstverständlich geht es um die Sache. Es ist nun einmal eine Illusion, einen „sozialen Kapitaiismus“ errichten zu können. Und wenn es für eine gewisse Zeit in einem Land gelingen mag, leiden doch Millionen Menschen in anderen Ländern darunter. Grund: Kapitalismus basiert darauf, dass die besitzende Klasse ihre Profitrate halten muss. Da sie tendenziell verfällt, wird es zunehmend aggressiver zugehen – wenn nicht nach innen, dann nach außen. Die ganze Geschichte des Kap. ist davon geprägt.

      Aber genau diesen Erhalt des Kap. mit einem sozialen Anschein im Inneren predigt Sahra aktuell immer vehementer, während sie selbst an den Fleischtöpfen mit frühstückt. Warum? Will sie Menschen davon abhalten, sich effektiv zu organisieren und zu wehren? (Nicht, dass wir schon so weit wären – leider.)

      Sahra verkauft die Linke als die bessere Verwalterin des kap. Staates D. innerhalb und in Abhängigkeit des global wütenden Kapitalismus. (Würde sie ihn abschaffen wollen, wäre sie auch schon längst verboten.) Wir sehen es in Thüringen: Bodo Ramelow ist zufällig der einzige Ministerpräsident dieser Partei. Und hat er die soziale Lage der am meisten von Armut Betroffenen oder allgemein der Lohnabhängigen in Thüringen verbessert? Hat er seinen Jobcentern aufgetragen, Sanktionen gegen Ärmsten zu stoppen? Er macht nicht einmal Anstalten, deren Lage zu verbessern. Warum wohl? Weil es nicht systemrelevant wäre.

      Und wessen soziale Lage will Sahra verbessern? Die der DEUTSCHEN Niedriglöhner? Die der DEUTSCHEN Hartz-IV-Bezieher? Auf wessen Kosten will sie das? Es ist eine Illusion, ja, gefährlich, zu glauben, das globale kap. System käme ohne Kriege, Ausplünderung und Ausbeutung aus. Allein die ihm innewohnenden Mechanismen verhindern das.

      Und Menschen glauben zu machen, dass mensch den Kapitalismus sozialer gestalten könne, ohne, dass er Opfer produziert, ist nicht nur falsch. Es ist nach meiner Auffassung kontraproduktiv, ja, sogar gefährlich, den Leuten diesen Floh ins Ohr zu setzen.

      Na ja und sonst wusste ich natürlich vorher, wie kritikunfähig die fanatsierte Anhängerschaft von Sahra ist. Ich habe Sahra nicht beleidigt, sondern einfach nur konstruktrive Kritik geübt. Im Gegenzug läuft das nun anders. Ich rechne – leider! – auch nicht damit, dass Sahra mir antworten wird. Das wäre doch mal produktiv. Kann aber nicht passieren, wenn sich nun alle Sahra-Anhänger wie beleidigte Leberwürste in die Muckelecke des Spielzimmers im Kindergarten zurückziehen und zetern. Das spricht nun einmal dagegen, dass es sich um progressive Kräfte handeln könnte.

      Wie gesagt: Ich wäre doch cool, Sahra würde mir antworten. Allein der Glaube daran fehlt mir. Schade.

      Beste Grüße!

    • Zuerst mal… Ich mag Sahra Wagenknecht sehr gern. Coole Frau, intelligent, hübsch und mit Eiern. Aber unbeschönigten Klartext spricht auch sie leider nicht. Die komplette Linke benutzt Annexion statt Sezession für die Krim/Russland-Geschichte (Lackmustest?) und SW auch.

      Alles toll was sie über HartzIV. Leiharbeit usw sagt, aber sie geht mir einfach nicht weit genug. Und ich glaube nicht, dass Frau Bonath kontraproduktive akademische Haarspalterei betreibt. Für mich spricht aus dem Artikel das Wissen und Sehen der dringlichen Situation, in der wir uns befinden. Da draußen sind die Zustände schon viel zu weit gediehen (Überwachung, Aufrüstung, Repressionen), um uns in klein-kleinKriegen darüber zu streiten, wenn eine Frau eine Andere auch mal kritisiert.

    • Frau Bonath, wenn Sie den Kapitalismus überwinden wollen, finde ich das eine gute Idee und ich warte nur zu gerne auf Ihre konkreten Vorschläge, was Sie zu diesem Zweck als nächstes in Gang setzen werden. Genau wie Sie, bin ich der Meinung, dass wir dem Kapitalismus Kriege, Armut, soziale Ungerechtigkeit, und Ausbeutung, zu verdanken haben.
      Aber solange Sie nur von der Notwendigkeit, dies zu tun, reden, sollten Sie nicht diejenigen, die sich, wie Sarah, bereits als Macher mit aller Kraft für eine gerechtere und Ent-Nato-sierte Gesellschaft einsetzen, mit öffentlichen Briefen versuchen, zu entmutigen. Sonst schwächen wir uns ja in den eigenen Reihen.
      Sie kritisieren Sarah offenbar, weil sie nicht das Anhängsel „Ueberwindung des Kapitals“ in jedem zweiten Satz als Leitsatz vor sich her labert, bzw. weil sie den falschen Minister zitiert. (Das ist einfach unglaublich, wie kann sie nur, diese Sarah….!)
      Zum Schlagwort „Ueberwindung des Kapitalismus“: Vielfach scheitern soziale Parteien genau deshalb, weil sie sich immer noch krampfhaft an diesem uralten Dogma von Marx festbeissen, statt dass man einfach pragmatisch ist und sich erhebt gegen Kriege, soziale Ungerechtigkeit, Profitgier der Banken, eben genau wie Frau Wagenknecht es tut. Viele Leute, die sich genau so gegen soziale Ungerechtigkeit wehren möchten, rennen nur schon davon, weil sie von sozialen Parteien dauernd dieses verdammte Dogma auf die Nase gebunden bekommen!

      Für mich liegt der Kapitalismus mitsamt seinen Monstern ganz einfach in den hässlichen menschlichen Eigenschaften wie Gier und Machtgelüsten begründet. Punkt. Da kann man ihn lange abschaffen, seine hässlichen Köpfe werden milliardenfach nachwachsen, solange sich die menschliche Natur nicht von innen ändert. „Animal Farm“ von George Orwell lässt grüssen. Was ich damit sagen will, ist, dass wir pragmatisch vorgehen und nicht an irgendwelche Utopien glauben sollten.
      Schade übrigens, dass Sie Kritiker Ihres Artikels als „beleidigte Leberwürste“ betiteln. Ich weiss natürlich nicht, ob dies gerade für Ihre eigene Kritikfähigkeit spricht.

  16. Liebe Susan Bonath
    Alles was Du hier in diesem Artikel schreibst, kann ich voll unterstützen. Ein Argument gegen Sarahs Lamenti fehlt aber: Zu Erhardts Zeit gab es eine Konkurrenz zum Kapitalismus, die inzwischen niederkonkurriert wurde, damals aber bei den Herrschenden noch Angst und Schrecken verbreitete und deren (potentielle) Anhänger gekauft werden mussten.
    Schon mein Vater hat 1975 gesagt: Sei froh , dass es die UdSSR gibt, ohne sie ginge es uns nicht so gut. Und die Schrauben wurden ja auch wieder richtig angezogen, nachdem die Sowjetunion zerbrochen und China auch auf den kapitalistischen Weg gebracht worden war.

  17. Ja,ja, die Sarah und die Susan. Beide habe irgendwo und irgendwie recht in der ganzen Angelegenheit. Auch alle Kommentare haben recht (nach meiner Meinung mal kurz eben gesagt). Bleibt mir nur noch übrig, bei jeder Gelegenheit zivilen ungehorsam (weiter) zu machen, nicht daran zu glauben das die Masse das so will (Wahlbetrugsvorwurf real) und sich mit aller Kraft dem Widerstand weiter zu widmen. Träumen werde ich weiterhin. Gerade heute, wo die EU Aussenminister (wer das wohl gerade ist? Nee, wills gar nicht wissen) Venezuela bestaft haben, weil sie ja menschenrechte missachten, dabei aber bestimmt heute wieder Puffpengmaterial nach Saudi geflogen haben. Ein Schelm der da behauptet, wir (die Masse) will das. Ich behaupte das mal eben nicht. Ich glaube fest daran, die Masse wird betrogen. Bleibt Tapfer allesamt und glaubt an den Erfolg eurer und meiner Sache, die da ist die Menschlichkeit- Die Natur fordert von mir ihren Tribut und ich muss jetzt weiter ziehen. Wann immer ich kann werde ich KenFM schauen, jedoch nichts mehr posten können. Ich danke euch allen für alles und wie gesagt, bleibt Tapfer! Bye speckiecki

    • Oh, lieber „speckiecki“, das klingt wie ein Abschiedsbrief. Versprich mir bitte, dass du auf dich aufpasst. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und danke dir! Vergiss uns nicht. <3

  18. Ein Jammer, die Einzige im Bundestagstheater vertretene Oppositionspartei, weitestgehend usurpiert und auch nur noch in Reden, in Restsozialdemokratie schwelgend. Siehe reale Beteiligungen und Verhalten, vergangen und aktuell, in Landesregierungen und im Bundesrat. Nicht wirklich besonders links.

    Die restlichen Schauspieler der Truppe Bundestag, sind ohnehin schon längst bei den Auftraggebern des Stückes Demokratiesimulation. Nämlich rechts von der Mitte. Gab es je so etwas wie eine Mitte? Einen Interessenausgleich zwischen reich und arm? Mächtig und ohnmächtig? Gerechtigkeit? In diesem Land? Nur als Simulation während der Systemkonfrontation und auch eher weniger in der faschistoid organisierten Wirtschaft.

    Es bleibt ein Theaterstück. Und sie Frau Bonath sind eine Perle.

    • Seufz… wir sollten mal in eine große Stadt fahren, ein paar Biere kippen und wahllos Menschen ansprechen und die Besten einfach einsammeln. Dann sprechen wir uns gegenseitig Mut zu und sammeln die nächste Ladung ein. Und so weiter… 😉 Ich danke Ihnen auch.

  19. Hallo, und ich frage mich, warum man den offenen Brief nicht mit dem Fall der Torte in einen Zusammenhang bringen sollte.
    Es ist doch jeden seine Sache, ob er an dieser Aktion Team Sahra teilnimmt. Aber die Leute, welche um Solidarität untereinander aufrufen, tragen zur Fragmentierung der Linken bei. Eine Fragmentierung, die sicherlich von außen betrieben wird, aber auch im Inneren erfolgt.
    Erst heute früh hatte ich mir die KenFM-Positionen 12 angesehen und war wieder begeistert und dann diese Tagesdosis.
    Wachrütteln, schön und gut, „Regeln aufstellen. … Gegen den Feind kämpfen“. … und dann gegen die vorgehen, die eine Art Gysi-Ersatz darstellen.
    Ob der Kapitalismus reformierbar ist, kann ich nicht sagen. Aber ich kann nachvollziehen, dass es Leute gibt, die mit dem vorhandenen Instrumentarium versuchen könnten ein humaneres System zu schaffen. Eine Weltrevolution wird es nicht geben.
    Abschließend als ostdeutscher Rentner. Nach der sogenannten Wende hatte man sich über den Wahlerfolg von Rot-Grün gefreut und später u.a. die Bedeutung des Jugoslawienkrieges und von Hartz 4 zur Kenntnis nehmen müssen.
    Sicherlich muss die Partei Die Linke insgesamt aufpassen, dass sie nicht den gleichen Weg wie die SPD oder die Grünen nimmtt, aber wen soll man denn sonst wählen.
    Ich versehe, dass Ken Jebsen, der das Podium bereit stellt, sich als MENSCH neutral verhalten und sich keiner Partei andienen will, aber so ein Brief an diese Person ist (taktisch) falsch.

    • Hallo Humanist1001,
      nach den Positionen-12 mit hervorragendem Schlusswort nun diese Tagesdosis. Sofort dachte ich „nun wem wohl nutzt das?“. Die Antwort könnte den Grund enthüllen.
      Es nutzt
      – der Spaltung Linker Ideen
      – es enttarnt, wie zufällig, nicht die V-Männer die in die Linke bereits teils am Ruder sitzen
      – es richtet sich gerade nicht an die Rückruderer, sondern an unbequeme (innovative) Köpfe
      – Abschöpfung linker Energie durch Sturz in unsinnige Diskussionen
      – KenFM weil Leser teilinformiert ein Halbes Bild haben und Dosis-süchtig bleiben. Sicher Leser sollten bei anderen Medien quer-lesen …
      – Es dient dem Vergessen der guten Ergebnisse aus Schlusswort von Positionen 12
      – uns zu verzweifeln, weil auch eine als gut erkannte Quelle positiver Änderungen, in „Zweifel“ gezogen werden soll
      – uns zu lähmen weil wir deprimiert denken auch dieser Ausweg seie wirkungslos
      – den Blick von den Sachen zu lenken die änderbar sind, und von denen die die Macht der Eliten stützem
      Wem das so wirklich nutzt frage ich mich da schon.

      Auch bei KenFM kann mal etwas schief gehen. Das war wirklich der schlechteste Beitrag den ich je sah, alleine schon wegen „der Taktik“. Evt. ist das KenFM nicht bewusst – zukünftige Beiträge werden es zeigen.

      Wenn Wahlen wirklich nichts! verändern würden, bräuchte es wohl keine Militärputsche mehr zu geben 🙂

  20. Ich unterschreibe den Brief auch!

    „Ich weiß, dass all das nicht enden wird, solange wir nicht beginnen, die Wirtschaft in den Dienst aller Menschen zu stellen. Das ist nur möglich, wenn es gelingt, das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen. Die Herrschaft der Besitzenden über die Besitzlosen muss beendet werden. Und zwar so global, wie der Kapitalismus seit langem ist. Wie auch immer das gelingen soll.“

    Was bin ich froh, dass es immer mehr Menschen gibt, die so denken. Wie das gelingen soll könnten die Menschen sich gemeinsam überlegen. Aber als ersten Schritt könnten wir mal die Gedanken von „das geht nicht, das kommt niemals, das wird nicht passieren“ verändern in „wir wollen es versuchen, wir werden es machen“.

    Wir können nicht auf einen Schlag die Welt verändern, aber wir können, jeder in seinem Einflussbereich, etwas Kleines verändern und statt darauf zu bestehen, dass der Andere diesselbe Veränderung will, könnten wir uns an der Vielfalt freuen.

    Ja: „Was funktioniert, hängt letztlich vom Willen und Bewusstsein der Masse ab.“

    Deshalb geb ich Tony recht. Es sind psychische Epidemien. Das entwickelt sich vielleicht zu dem Leiden „Nur schärfste Not vermag sie aufzujagen“, dass wir vielleicht brauchen um zu Lernen.

    • „Wir können nicht auf einen Schlag die Welt verändern,…“

      Angesichts der Welt-Lage bleibt und gar nichts anderes übrig, wenn wir nicht in immer größerer Drangsal und Furcht leben wollen. Natürlich ist ein Haus wesentlich schneller gesprengt/zerbomt als wieder auf oder neu gebaut.
      Aber uns bleibt nicht mehr die zeit es langsam, ruhig und gemütlich angehen zu lassen. Positive Weltveränderung hin zu fast paradisischen Zuständen – aus meiner Sicht ist die Erde und der Mensch dazu da diese zu schaffen – kann innerhalb von 5 Jahren abgeschlossen sein, wenn 70% der Menschheit einig anpacken.

    • Es zu versuchen, positiv zu denken, finde ich auch grundsätzlch richtig. Aber Dinge, die wirklich unmöglich sind, läßt man besser.

      Kapitalismus braucht ewiges Wachstum in einer endlichen Welt. Das geht nicht und das muß man den Leuten klar machen. Haben wir aber bis heute nicht geschafft. Das nenne ich unser Versagen.

      Die Kapitalisten benutzen den Staat als ihr Instrument. Diese Staaten haben für die Entwicklung der Schere zwischen Arm und Reich gesorgt, so wie wir sie kennen. Insofern hat auch der deutsche Staat bestens funktioniert und eben nicht versagt.

      Ich habe SW aus taktischen Gründen gewählt und erwarte von ihr nur, daß Sie das politisch umsetzt, was sie fordert. Ich weiß, daß das nur geeignet wäre, soziale Härten für die Masse der Deutschen abzufedern und ein bißchen gegen die Kriegsvorbereitung anzustänkern. Insofern fällt das unter: „Es wenigstens versuchen!“ Aber grundsätzlich ändern tut das nix. Entweder wir schaffen den Kapitalismus ab oder kommende Krieg schafft uns ab.

      Wenn SW dann also, obwohl sie es besser weiß, durch den Vorwurf des „Staatsversagens“ falsche Vorstellungen über den kapitalistischen Staat verbreitet, dann ist das für das Bewußtsein der Masse kontraproduktiv. Da ist der Beitrag von Frau Bonath genau richtig.

    • Koenig Ordnung 🙂

      Man… Ich würd ja gern. So auf einen Schlag. Gebt mir nen funktionierenden Zauberstab. Auf Wunsch wird gehext. 😉

      Nee im Ernst, ich rede nicht von langsam und gemütlich. Ich rede von ANFANGEN! Jetzt! In der nächsten Minute. Da geht was, da kann ich was aktiv tun. Das kann jeder, es kostet nichts. Dann ist wenigstens schon mal ein bisschen getan und groß wird es dann ganz von alleine. Wenn sowas doofes wie „Gangnamstyle“ viral gehen kann, dann kann auch „ProjektSchönereWelt“ viral gehen, oder?

    • Gar nichts positives die Menschheit, die Völker betreffend wird positiver von allein – egal was wie angefangen wird.

      Jeder gute, positive Anfang wird sofort in den eigenen Reihen zerredet, oder falls er über die Starphase hinauskommt, von staatlichen Banden zerschlagen.

      Ich werde nie vergessen als ich 1987 nach Manila flog. Ich stieg in Düsseldor in den Flieger und ca. 20 Stunden später in Manila aus dem Flieger. Noch im Flughafen hörte ich Philippinos! AUF DEUTSCH singen: Da da da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha.

      Ich dachte was ist denn hier los, was haben die denn, von wem sind die gebissen worden?
      Nun, dieser Song begleitete mich auf den Philippinen täglich hundertfach im Radio, in allen Bars und auf allen Straßen. Ich recherchierte und erfuhr dann, daß der Song in deutschland im Radio kurz nach meinem Abflug vorgestellt, gespielt wurde.

      Was lernen wir daraus? Bringe einen Song, oder einen neuen Tanz-Stil der die Menschen anspricht und er geht heute innerhalb weniger Minuten um die Welt.

      Und was schließen wir daraus? Will man die Welt positiv verändern, ist ganz entscheidend die gesamte Menschheit binnen Minuten anzusprechen, sie zu begeistern, sie zu infizieren.

      NUR SO lässt sich positive Veränderung Weltweit durchsetzen. Diese kleinen regionalen positven Veränderungen sind ja schön und gut, wichtig und richtig. Aber sie bringen es nicht. Für 2, 3, oder 2.000 oder 200.000 Menschen.

      Deswegen sind diese ganzen Aktivitäten und Sprüche – fange bei dir selbst an, tue gutes in deinem Umfeld, rette einen Mensch dann rettest du die ganze Menschheit usw usf – natürlich geeignete etwas für sein und das Seelenheil einiger zu tun. Aber global betrachtet bewirkte das selbst dann nichts, wenn jeder diese Sprüche aktiv lebte. Klingt Paradox, ist trotzdem so.

    • „Aber Dinge, die wirklich unmöglich sind, läßt man besser.“

      Da zitiere ich doch gerne meinen Vater – und er behielt Recht.

      Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.

      Heute sagt man; alle haben gesagt das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und tat es.

    • König Ordnung 🙂
      „Deswegen sind diese ganzen Aktivitäten und Sprüche – fange bei dir selbst an, tue gutes in deinem Umfeld, rette einen Mensch dann rettest du die ganze Menschheit usw usf“

      Ich meine keine Floskeln. Ich meine das ernst mit „den Lebensstil und das Denken ändern“. Und Anderen vorleben, was so geht. Davon gibts doch schon ne Menge Leute im Moment.

      Mit Argumenten, selbst mit den logischsten, überzeugst du keinen kplt Andersdenkenden. Und so lange es verschiedene „Lager“ gibt, die sich vielleicht auch noch bekämpfen… Ganz wie das Kapitol wünscht. Die Leute müssen von ganz allein auf den Dreh kommen, was ändern zu wollen. Wie en Alkoholiker auch zuerst mal sein Problem sehen muss. Das kannste nicht von nem Podium oder ner Kanzel herab verordnen.

    • „Ich meine das ernst mit „den Lebensstil und das Denken ändern“. Und Anderen vorleben, was so geht. “

      Ich kann und will das gar nicht anzweifeln. Ist nur m.E. ein falscher Weg, weil es nicht möglich ist Lebensstil und Denken von Milliarden Individuen zu ändern. Selbst wenn, nach welcher Vorgabe, nach wessen Vorstellungen?

      Ich denke die Menschen müssen mit einem System angesprochen werden, welches ihnen mehr Freiheit, Individualität, Gestaltungsmöglichkeiten, Lebensentwürfe und völlig! soziale Sicherheit bietet – ohne das sie sich dafür verändern MÜSSEN.

    • „Ich denke die Menschen müssen mit einem System angesprochen werden, welches ihnen mehr Freiheit, Individualität, Gestaltungsmöglichkeiten, Lebensentwürfe und völlig! soziale Sicherheit bietet – ohne das sie sich dafür verändern MÜSSEN.“

      Natürlich brauchen wir mehr Freiheit, Individualität usw. Die Frage ist, ob die Herrschenden das einfach so zulassen werden. Die geben doch freiwillig nix von ihrer Macht ab. Dann müssen wir uns also wehren. Wie wehre ich mich gegen Wasserwerfer und Reizgas?

      Nicht verändern „müssen“. WOLLEN! Mit Zwang erreicht man gar nichts, außer einer kranken Gesellschaft. Nimm mal das Beispiel der Veganer. Die verzichten nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie Dinge für sich erkannt haben. Auch hier ist doch das Problem, dass sie dann meinen alle Anderen müssten auch verzichten. Funktioniert aber nicht. Und schon haben wir wieder Streit. Anstatt sich zu freuen, dass der Andere vielleicht Fleisch isst, aber zu den Friedensmahnwachen geht. Oder jemand, der statt Tierschutz Menschenschutz betreibt und nicht bei Konzernen kauft.

      Nach welcher Vorgabe, nach wessen Vorstellungen?
      Eine einzige und auf die müssten sich doch alle einigen können: Bedenke die FOLGEN deines Handelns, sowohl für dich, als auch für alle Anderen. Im Grunde Kants Kategorischer Imperativ, den wir aber nur leben können, wenn wir nen Paradigmenwechsel durchziehen.
      Ganz einfaches Beispiel: was glaubst du, wieviele Frauen würden einer Anderen den Kerl ausspannen (unterm Strich zähl ich, es tut gut böse zu sein….), wenn sie genau wüssten, welche negativen Folgen FÜR SIE SELBST da eingebaut sind.
      Oder nimm mein Lieblingsbeispiel Amazon. Die Masse regt sich drüber auf, dass Amazon keine Steuern zahlt und die Mitarbeiter grenzwertig behandelt. Und? Amazon scheißt auf unseren Protest. Wenn wir uns aber einig wären, nichts dort zu kaufen, weil der Laden unsozial ist und auf Kosten der Allgemeinheit agiert – wie lange würde es Amazon noch geben?

  21. „Was funktioniert, hängt letztlich vom Willen und Bewusstsein der Masse ab.“

    Erstlich sozusagen. Bewusstsein, Gedanke, Wille stehen an erster Stelle, kommen zuerst.
    Letztlich nützt aber alles nichts, wenn der Wille nicht physisch umgesetzt wird. Ohne Handlung bleibt alles immer nur blabla und larifari.

  22. „Das ist nur möglich, wenn es gelingt, das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen.“

    Ein fataler und einer der größten Irrtümer. Solange dieser Raum einnimmt, kann das Notwendige nicht mal gedacht werden, geschweige denn umgesetzt.

    „Diese Krisen gibt es doch nicht etwa, weil Marx das schon festgestellt hatte. Es gibt sie, weil irgendwann jeder Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und einen Kleinwagen hat.“

    Jeder Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und einen Kleinwagen muß ersetzt werden – in immer kürzeren Abständen. Daran kann es also auch nicht liegen. Zudem kommen ständig neue Waren und Erfindungen auf den Markt, die auch alle konsumiert werden.

    „Die Steuereinnahmen der Staaten brechen ein, sie bauen Sozialleistungen und Arbeitsrechte ab.“

    Genau das Gegenteil ist richtig. Die Steuereinnahmen erreichen ständig Höchststände. Das Sozialleistungen und Arbeitsrechte – kurzum, ALLES was dem Volk guttut und guttun könnte – abgebaut werden, hat absolut nichts mit der Höhe der Steuereinnahmen zu tun – jedenfalls nicht in reichen Staaten.

    Es handelt sich auch nicht um Versagen. Mir ist schon lange klar, wer solch euphemistisches Vokabular nutzt, die Dinge nicht beim Namen nennt, der tut dies in vollem Bewusstsein und will den Staat nicht diskreditieren oder maßgeblich ändern, weil er selbst nutznießender Teil dessen ist.

    Aufmerksamen Beobachtern fällt der plötzliche Sinneswandel bei Menschen des öffentlichen Lebens auf.

    Ein solcher hat sich z.B. bei Gabriele Krone-Schmalz vollzogen. Noch vor kurzem öffentlich glühende Verfechterin des Faktes das die Krim nicht annektiert wurde, sondern durch völkerrechtlich korrekte Sezession in russisches Staatsgebiet eingegliedert wurde, hört man nun ganz andere Töne.

    Nun proklamiert sie Neuwahlen. Als rechtskundige und Rußlandkennerin die Putins dazu gesagtes kennt, weiß sie natürlich das völlig unmöglich ist Teil eines Staatsgebietes durch Neuwahlen auszugliedern. Dieses Recht bleibt eben ausschließlich dem Volk des Gebietes vorbehalten und muß auch vom Volk eindeutig geäußert werden.
    Da Frau Krone-Schmalz überduchschnittlich intelligent ist, kann angenommen werden, daß sie diesen Vorschlag macht, weil sie genau weiß das keine Seite darauf eingehen wird. Die Befürworter einer Annexion nicht, weil sie genau wissen das das Ergebnis – viellecht mit geringer prozentualer Abweichung – bestätigt würde. Und Putin nicht, weil er gar nicht nötig hat auf die Lächerlichkeiten diverser westlicher Menschen einzugehen und wie gesagt die Krim als Landesteil Rußlands in keiner Weise zur Disposition steht.

    Frau Wagenknecht ist auch überdurchschnittlich intelligent und weiß natürlich das sie mit Adjektiven wie versagen usw, eine Regierung nicht anficht. Da müsste sie schon sehr viel deutlicher werden und exorbitante Verbrechen ausgeübt durch die Regierung auch als solche bennenen, ebenso wie die irre Korruption und Korrumption.

    • Zitat „Jeder Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und einen Kleinwagen muß ersetzt werden“

      Nein, das ist falsch und das kann man auch nachweisen.
      Beispiele:
      1.) Wenn jemand beschließt, nicht mehr fernzusehen, „muß“ dieses Gerät nicht mehr ersetzt werden.
      2.) Wenn jemand die Fahrerlaubnis (oder andere Gründe, z.B. Alter) verliert, „muß“ dieses Gerät nicht ersetzt werden.

      Ferner bleiben Sie den Nachweis oder wenigstens eine Theorie schuldig, warum „Privateigentum an Produktionsmitteln“ nach Ihrer Einschätzung NICHT abgeschafft gehört (Ich selbst bin mir da unsicher). Der bloße Hinweis auf einen Irrtum ist nicht schlüssig, weil nicht erkennbar.

    • Na gut, dann müssen eben noch mehr als jeder Kühlschrank usw ersetzt werden, da die Weltbevölkerung wächst.
      Und man kann davon ausgehen – ohne „statistischen Beweis“ – das die nachwachsenden Sklaven (auch Kinder genannt) die Schaar der Verzichtübenden übersteigt.

      Das werde ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen, da zu lang und relativ sinnlos. Nur soviel, daß mit dem „alles ist Staatseigentum“ hat noch nie funktioniert – nirgendwo.

    • niemand spricht von Staatseigentum, und wenn sie sich mal vertraut machen, mit was bei Marx heisst: ‚ der tendenzielle Verfall der Profitrate‘ (kann man sich auf youtube erklärenlassen), dann kommen sie schnell zu dem Schluss, das Ihre Argumentation..uuhmm etwas ökonomisch seltsam klingt.
      Ohne meinen früheren Kommentar, dass ich jedes Wort von Susan unterschreibe zu entkräften, finde ich, dass wir alle, die wir progressiv denken, zusammenstehen sollten.
      Es ist vielleicht an der Zeit mal eine Konferenz zu veranstalten..Human connection anyone?
      Dort sehen wo wir stehen, mit wem man sich vereinen/verbünden kann und mit Interessierten zu beginnen an einem Concept zur wissenschaftlich basierten Umgestaltungsvision zu arbeiten.
      Für die nahe Zukunft sehe ich nur 2 ganz wichtige Dinge:
      Gegen Krieg und Aufrüstung und Abschaffung von HartzIV.

      P.S. übrigens ganz aktuell: die FDP fodert die 48 Stündige Arbeitswoche bei ‚Jamaika‘ und der EUGH hat geurteilt, dass es nun rechtens ist, wenn Werktätige 12 Tage am Stück arbeiten.
      tja, da sehen wir wohin der Zug rast…

    • @fpdcb oder so: Abschaffung von Hartz IV sollte aber mit Einführung von einem BGE verbunden werden, sonst haben wir Hartz-IVler gar nichts mehr.

    • „niemand spricht von Staatseigentum,…“

      „Das ist nur möglich, wenn es gelingt, das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen, an dem sich die größten Haie dumm und dämlich mästen.“

      Jeder der das unterschreibt spricht von Staatseigentum. Denn mehr Eigner gibt es nicht. Wenn der eine ausgeschlossen wird, muß halt der andere herhalten.

      Wir sind doch recht weit auseinander, wenn Sie jedes Wort im Artikel unterschreiben. Denn ich kann das meiste darin nicht unterschreiben. Zwar kann man die Realität ignorieren oder verweigern, es bleibt aber sinnlos und destruktiv, da die Realität jeden! immer! einholt. Es gibt ein entweichen oder verstecken vor der Realität – nicht dauerhaft.

      Und wenn in einem Brief oder Artikel nachweislich falsche Behauptungen – die übrigend leicht zu recherchieren sind – aufgestellt werden, dann sollte man im Sinne der und für die Allgemeinheit auch darauf hinweisen und zwar völlig unabhängig davon WER diese Behauptungen aufstellt.

      Exemplarisch nur 2 Beispiele.

      „Die Steuereinnahmen der Staaten brechen ein,…“

      Das entspricht schlicht nicht der Faktenlage, weder für deutschland, noch für viele andere Staaten.

      „Ich will auch kein System zurück, das auf dem Elend von Milliarden Armen fußt, auf grausamer Kolonialisierung, Sklaverei und Plünderung.“

      Das wäre nicht ein vergangenes System erneut installiert, das entspricht dem aktuellem System.

    • falsch! es gibt genossenschaftliches Eigentum.
      democratie@work in USA ist da schon weiter als wir.
      Wenn die Mitarbeiter der Betriebe auch die Besitzer der betriebe sind, werden sich alle Produktionsablëufe grundlegend verändern.
      Auch die Gesellschaft darum wird sich grundlegend verändern, die Umwelt wird besser, da die Leute nicht ihre eigene Lebensumgebung und die ihrer Kinder verseuchen werden.
      die Firmen werden gern steuern bezahlen denn sie wissen das wir eine Feuerwehr brauchen und Polizisten, Lehrer usw.
      Es gibt kein so beinahe faschistoides system wie einen kapitalistischen Betrieb, wo 10-15 Leute allein bestimmen wie der Produktionsableuf zu erfolden hat und was mit dem Profit passiert.
      Der Arbeiter kann immer ohne den Chef/Kapitalist.
      Der Kapitalist kann nie ohne Arbeiter, nicht mal wenn er nur noch Roboter hat.
      Nun hör ich auf, das führt sonst zuweit.

    • Lieber Vizero,

      ich bin nicht für ein BGE aber ich bin für ein menschenwürdiges Dasein.
      Jeder heutige Hartz IV Empfänger sollte nach meiner Überzeugung mindestens den Satz haben, der ihn nicht verarmen lässt und wovon er menschenwürdig an der Gesellschaft teilnehmen kann.
      Jeder Zwang zur Arbeit wird verboten.
      Für Tätigkeiten im öffentlichen Dienst bei Gemeinde oder anderer öffentlicher Hand, wird zumindest Mindestlohn bezahlt.
      Alles vorher Erworbene, bis zur Höhe von max 3 Jahresgehältern, in höhe des letzten Verdienstes, darf nicht auf den Unterhalt des Betroffenen angerechnet werden.
      Selbstbewohnte Immobilien, sofern Eigentum, gelten nicht zu anrechnungsgültigem Vermögen. Okay wenn sie ein Hochhaus besitzen und dort von x parteien Miete kassieren und selbst auch dort wohnen..ich denke Sie verstehen was ich meine 😉
      Und ist easy zu finanzieren

    • „falsch! es gibt genossenschaftliches Eigentum.“

      Das ist keineswegs falsch. Sie betreiben Sophismus. Wenn alle Produktionsmittel in Händen von Genossenschaften sind, dann sind sie in Händen des Volkes. Und das Volk bildet den Staat. Ergo ist alles in Staatshand dann.

      Nichts weiter als Lehrbuchkommunismus, der nie und nirgends funktioniert hat und auch niemals funktionieren wird.

      Wäre der Mensch so weit, dann kann er diesen Minizwischenschritt auch (logischerweise) auslassen und direkt Geld und jeglichen Ersatz dafür abschaffen.

    • Was hilft Verstaatlichung oder Vergesellschaftung, wenn das Kapital Staat und Gesellschaft lenkt, erfolgreich sagen kann, ihr habt die Wahl und somit die Verantwortung
      . Die Basis ist Ethik und ein wesentlicher Teil der Ethik der Rechtsstaat, der unter gegenwärtiger Politik so sehr geschändet wird und ein anderer Teil die Wahrhaftigkeit, die heute unter Orwellschem Neusprech vollständig zerstört ist .

    • Wenn die Produktionsmittel in Volkhänden wären, gäbe es diese Kapitalanhäufung ja nicht mehr.

      Kapitalanhäufung = Böse. Das ist auch so ein Grundfehler im denken. Es ist völlig egal, wer, wieviele, oder wiewenige Menschen welche Menge an Kapital besitzen. Entscheidend ist immer nur was sie damit anstellen können (dürfen).

    • @ K.O.

      „Wenn die Produktionsmittel in Volkhänden wären, gäbe es diese Kapitalanhäufung ja nicht mehr.“
      Das ist eine Behauptung , die ich nicht nachvollziehen kann . Wer ist die Volkshand ?

  23. Liebe Susan Bonath,

    ich mag Ihre Artikel seehr, so auch diesen hier, wissen Sie warum? Weil sie so klar, direkt, geradlinig und vor allem konsequent in ihren Schlussfolgerungen sind. Ich hoffe sehr, dass sich zunehmend und endlich eine weitaus größere Denkerschaft ergibt, welche in diese Richtung schreitet, vor allem dies konsequent umsetzt.
    „Mir ist bewusst, liebe Sahra, dass alleine der Gedanke an die daraus folgenden Handlungsoptionen den meisten Angst macht. Gleichwohl: Die Folgen des Nichthandelns werden schlimmer. Da bin ich sicher.“ Das schreiben Sie am Schluss und so sehe ich es genauso. Gleichzeitig weiß ich, dass sich das Großkapital weltweit für den Kampf wappnet, von Überwachung bis zum offenen Repressionsapparat, was ja bekanntermaßen in Schnöggersburg schon geübt wird. Neben der massiven Aufrüstung und Kriegspropaganda treibt es mich in ein Wechselbad der Gefühle von Ohnmacht über Wut über Traurigkeit bis zur Verzweiflung, dass immer noch viel zu wenig Menschen – insbesondere diejenigen, denen es noch gut geht, also auch oft noch dem „Bildungsbürgertum“, einfach schlafen. Wenn nur ein Bewusstsein darüber entstünde, dass die Zeiten zwar immer irgendwo einmalig sind, aber eben letztlich mehr vergleichbar mit den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, dann wäre ja schon viel getan, das Problem dabei: Manche sehen dann lediglich im beklagten Rechtsruck das Problem, vergessen dabei aber, dass die Liberalen und oft auch die Linken keinen Deut besser sind und meinen, es man sei die Weiße Rose des 21. Jh., wenn gegen die AFD gewettert wird.
    Würden nur deutlich mehr die Zeichen der Zeit erkennen und in ihren Analysen nicht so bigott-bürgerlich bleiben, hätten wir vielleicht eine Chance, aber hoffen wir weiter. Trotzdem ist es für mich immer wieder sehr bitter zu sehen, was da abgeht.

  24. Diese Krisen gibt es doch nicht etwa, weil Marx das schon festgestellt hatte. Es gibt sie, weil irgendwann jeder Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und einen Kleinwagen hat.

    Daran merkt man, dass in dem gesamten als ach so toll ausgerufenen System einige entscheidende Dinge nicht bedacht sind.

    Aber dennoch sind viele Menschen völlig überzeugt davon, dass man das mit den passenden Regeln schon hinbekommen wird.

    Was z.B. nicht wirklich bedacht ist, wird den meisten Menschen immer erst dann klar, wenn der eigene Job plötzlich in Gefahr ist. Es sind auch einfach zu viele davon überzeugt, dass es mit Geld schon super funktionieren wird und man nur die passenden Regeln aufstellen muss, und dann wirds aber…
    Und genau deshalb wird sich nichts ändern. Weil wir alle den Scheiß am laufen halten und immer darauf warten, dass irgendwelche anderen die Karre schon aus dem Dreck ziehe werden.

    Vergesst es!

    Ich habe die Hoffnung schon lange aufgegeben, dass irgendwann einer daherkommt und die Regeln aufstellt, die es ermöglichen in dem ganzen Prinzip fair und richtig miteinander zu leben.

    Es wird einfach nicht passieren.
    Es wird nicht die erlösende Partei geben, die die passenden Regeln aufstellt. Und falls doch, wird sie nicht an die Macht kommen. Es wird nicht den gütigen Kaiser geben, der zum Wohle des Volkes gütig und großherzig im Sinne der Menschen entscheidet.
    Mein relativ kurzes dasein reicht aus, um eben genau das festzustellen.

    Also bleibt uns nur es selbst in die hand zu nehmen auf eine Weise miteinander zu leben und zu interagieren, die eben nach anderen Prinzipien funktioniert als nach der Jagd nach Geld. Und diese Form des Miteinander werden wir nur in unseren Gemeinschaften ausprobieren können, in denen wir leben. Also sollten wir uns alle aufmachen, genau das mal vorzuleben und auszuprobieren. Vielleicht werden es andere nachmachen.

    So sehe ich das derzeit.

    Bleibt friedlich…

    Ich

    • Sie sprechen mir aus dem Herzen.
      Lebe schon lange so weit es geht ohne Geld.
      Es gibt einfach zu wenige die wirklich Gemeinschaften gründen und auch in ihnen Leben wollen.
      Es geschieht des öfteren das Menschen zu mir kommen um ein solches Leben zu führen,wollen aber eigentlich nur ihre eigenen Spirituellen Vorstellungen ausleben.Sobald sie merken dass das Leben ohne Geld manchmal mit mehr Arbeit verbunden ist als das Leben für Geld sind sie wieder verschwunden.
      Die anderen kommen und sagen (Wir suchen eigentlich nur ein neues Nest) also einnisten und das ohne einen eigenen Beitrag zum Leben aller zu erbringen.Sobald sie eine Heugabel oder Grabegabel erblicken sind sie so schnell wie sie kamen auch wieder verschwunden.
      Aber in dieser Richtung habe ich trotz meiner schlechten Erfahrungen dennoch Hoffnung das es mehr werden.!

  25. Liebe Frau Susan Bonath,
    der Satz:
    „Ich weiß, Sahra, du schwärmst in letzter Zeit oft von Ludwig Erhard.“
    Bezieht sich auf Ihre Reden im Bundestag.
    Wenn sie so wollen, ein Trick, den die CDU-Fraktion zum Zuhören bringen soll.
    Ich glaube nicht, dass über dem Bett von Frau Wagenknecht ein „Bild vom Dicken“ hängt.
    Das die Linke (Partei) die neue SPD ist, da werden Sie mir sicher folgen können.
    Die „alte SPD“ hat diesen Platz spätestens seit der Schröder-Zeit verlassen.
    Wenn ich Ihren Ausführungen folge, müsste die Linke eine ganz andere Agenda verfolgen, was ich persönlich begrüßen würde.
    Aber was wären die Folgen?
    Ich behaupte, die Linken würden nicht mehr im Bundestag vertreten sein. (unter 5%)
    So lange in der Bevölkerung nicht das Bewusstsein des Kerns des Kapitalismus und dessen Folgen angekommen ist, wird es auch keine relevante Partei, die die Abschaffung des Kapitalismus im Parteiprogramm hat, geben.
    Die Linke versucht, wenig erfolgreich, den Kapitalismus zu bändigen.
    Wenn Sie „ernst machen“ würde, wäre der Verfassungsschutz und alle anderen Parteien im Bundestag (incl. AFD) sehr schnell dabei die Reißleine zu ziehen, was zum Verbot der „Linken“ führen würde, weil sie den Boden des Grundgesetzes verlassen hätte.
    zu:
    „Mir ist bewusst, liebe Sahra, dass alleine der Gedanke an die daraus folgenden Handlungsoptionen den meisten Angst macht. Gleichwohl: Die Folgen des Nichthandelns werden schlimmer. Da bin ich sicher.“
    Ich halte es für falsch, den „Schwarzen Peter“ dem alleinigen „Nichthandelns“ den Linken zu geben.
    Der Satz suggeriert, das die Linke der alleinige rettender Strohhalm ist.
    Wir kommen nicht umhin dass jeder selbst Verantwortung übernimmt.
    Das ich selber dabei versage, zeigt mir, dass es nicht einfach ist.

    • Von Staatsversagen werden wir aber reden, wenn uns der Scheiß um die Ohren fliegt.
      Dann wurde der Bogen überspannt.

      Schon Marx hatte geschrieben, dass der Staat das Machtinstrument der herrschenden Klasse ist.
      Damit ist doch alles gesagt.

    • Das Allerschlimmste ist ja noch eine SPD aufzubauen.
      Das die Sozialdemokraten die Linken scheuen wie der Teufel das Weihwasser, sieht man an der neoconservativen Politik die sie betreiben seit 1990 und davor auch, unter Brandt und Schmidt.
      Die mussten allerdings noch mit dem Ostblock Rechnung halten, also ging es etwas weniger im Gallopp.
      Wir brauchen eine Einige starke Linke, nicht die 8% Partei, sondern alle progressiven Kräfte auch ausserparlarmentarisch. Wenn die Linke da helfen will, bitteschön.
      Wozu die LINKE verkommt wenn gewählt, sehen wir in Berlin und Thüringen.
      Geht es einem Hartz IV Empfänger besser in diesen Bundesländern?
      Machen sie den ’neo new deal‘ á la Thüringen oder Berlin und bringen die Menschen in menschenwürdige Arbeit? Nix von alledem zu sehen..und die Möglichkeiten hätten sie.

    • Ich sehe das ähnlich wie fpdcb. Die Linke wird nie über 10% hinauskommen, u.a. weil sie keine umfassende, glaubwürdige Alternative anbietet, die auch z.B. das fiat-money-System abschaffen will.

      schwarz ist weiß, ich verstehe schon, was Sie schreiben. Und die größte Schwierigkeit ist es natürlich, die Bevölkerung zu überzeugen. Aber ich finde – auch wenn das aussichtslos erscheinen mag – , dass es eine außerparlamentarische Bewegung braucht, die echte Alternativen formuliert und Druck aufbaut. Und wenn diese stark genug ist, ist es völlig egal, welche Partei sie „übernimmt“ oder ob sie alle Parteien massiv beeinflusst.

      Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

    • Die Harzgesetze kann nicht ein einzelnes Bundesland für sich ändern.
      Außerdem regieren die Linken nicht alleine im Land.
      Allem anderen stimme ich zu.
      Bodo Ramelow ist eine Enttäuschung. (Ich bin Thüringer.)

    • Hallo Benjamin.
      Mit dem fiat-money-System abschaffen, werden sie auch keinen Blumentopf gewinnen.
      Weil die Leute es nicht verstehen.
      Ob die Abschaffung der Weisheit letzter Schluss ist, ist mir auch nicht klar.
      Geld ist ja auch nur Mittel zum Zweck. Wichtig ist, wer das Geld und das Regelwerk kontolliert und das ist eine globale Sache.
      Jetzt bitte keine Erklärungen, wie das System funktioniert. Ich kenne das alles.

    • Hallo, „schwarz ist weiß“, ich danke Ihnen sehr für alle Ihre Beiträge. Ich bin mir nicht sicher, ob eine Linke, die den Kapitalismus als das benennen würde, was er ist, nämlich ein verbrecherisches Ausbeutersystem, nicht mehr Menschen erreichen würde, als eine zweite SPD. Wenn ich durch die Straßen gehe und mit Menschen rede – nicht in den Gutverdienervierteln und Villensiedlungen – dann beschleicht mich das Gefühl, eine solche Partei könnte möglicherweise viel mehr stimmen erreichen, als man es sich jetzt vorstellen kann.

      Ich denke, es zweifeln heute viel mehr Menschen am Kapitalismus, als noch vor 20 Jahren. Wenn ich durch die Straßen gehe und mit Menschen rede – nicht in den Villenvierteln natürlich – dann bekomme ich diese Stimmung schon mit.

      Nur eins würde eine echte linke Partei wohl nicht: Wahlen gewinnen. Aber nicht, weil sie niemand wählen würde, sondern weil sie nicht mehr antreten dürfte, wenn sie es ernst meinte. Und ich denke, das ist der gewichtigere Grund, aus dem man sich vage hält. Der zweite ist: Wenn man selbst keinen Bezug mehr hat zu denen, die am System explizit am meisten leiden, und wenn man selbst mitprofitiert vom System, vom Staat, kann daraus kein Kampf erwachsen gegen die, die einen füttern.

      Es geht ja auch um Glaubwürdigkeit: Wenn ich Wasser predige und Wein trinke, bin ich wenig glaubwürdig. Zu dem Film „Der junge Karl Marx“ sprach mich mein jüngster Sohn (14) hinterher auf ein Zitat der Mary Burnes (Engels Frau aus der Londoner Arbeiterklasse) an und wir disktutierten darüber. Sie sagte in dem Film sinngemäß: „Ich habe mir vorgenommen, alles, was ich nicht benötige, abzugeben an die, die es nötiger haben. Denn nur wenn ich arm bleibe, kann ich mit der nötigen Wut mit den Armen gemeinsam kämpfen.“ Jedenfalls so ungefähr. Da ist wohl ein Körnchen Wahrheit dran.

      Ich will sagen: Massen hinter sich bringen kann nur der, der glaubwürdig ist und aus vollem Herzen für eine Sache eintritt.

      Herzliche Grüße

    • Hallo schwarz ist weiß,

      vielleicht haben Sie Recht. Aber was gibt es denn zu verlieren? Eine Linke als SPD-Ersatz hilft auch keinem weiter, nicht im Endstadium des westlichen Imperiums, dem wir beiwohnen.

      Das Fiat-Money-System war jetzt auch nur ein Beispiel. Und viel wichtiger ist es, dann eine umfassende System-Alternative aufzuzeigen. Da müsste schon viel mehr gemacht werden, aus meiner Sicht!

    • Susan Bonath:

      „Ich will sagen: Massen hinter sich bringen kann nur der, der glaubwürdig ist und aus vollem Herzen für eine Sache eintritt.“

      Das räumt alle Zweifel aus.

  26. Liebe Susan,

    ich unterzeichne Deinen Brief Wort für Wort.
    Das ein solcher Brief ausgerechnet mal an Sahra geschrieben werden müsste, hätte ich vor einigen Jahren vehement bestritten.
    Allerdings ist mir Sahra’s Ausflug zu den sogenannten Ordoliberalen auch schon sauer aufgestossen.
    Zum alten Erhard auch dann auch gleich nochmal die Passage aus Hermann Ploppers Buch:

    „Es gab von Anfang an in der Geheimloge des Neoliberalismus, der Mont Pelerin Gesellschaft, neben der gemeinsamen Abneigung gegen jede Form der Planwirtschaft doch auch ganz schwerwiegende Differenzen. Schauen wir uns mal die in letzter Zeit wieder öfter beschworenen Geister des deutschen Ordoliberalismus an.
    Mit Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister hatten wir ja gleich von Anfang der Bundesrepublik an einen waschechten Neoliberalen ganz an der Spitze – und wir haben das über Jahrzehnte gar nicht bemerkt! Unter Erhard ging es den Arbeitern immer besser – viel mehr Lohn, und Samstag nicht mehr arbeiten. Die Renten und die Krankenversicherung baute der Dicke mit der Zigarre aus. Und schwache Betriebe wurden mit Subventionen künstlich am Leben gehalten, um Arbeitsplätze zu retten. Und Mont Pelerin-Mitglied Alfred Müller-Armack hat Erhard als dessen Staatssekretär dabei tatkräftig unterstützt.“

    anfügen möhte ich vielleicht noch:
    Liebe Sarah,
    der wirklich demokratische (Räte) Sozialismus brauch keine Ordoliberalen, die sich heute Neoliberale nennen.
    Was wir brauchen sind kluge Frauen wie du, die Anerkennung finden für ihr Wissen, ihr Auftreten, ihre Prinzipientreue.
    In letzter Zeit allerdings kommt das Lob über Dich aus der ganz verkehrten Ecke.
    Denk da bitte nochmal drüber nach.
    Danke

    P.S. gestern bei Telepolis über ‚Jamaika‘ eine treffende Leserbemerkung:
    …jetzt gehen sie auf den Postenstrich!
    ja es sind Politiknutten die ihre Haut verkaufen für nen Platz am Trog, ne Überzeugung haben sie ja nicht zu verkaufen.
    Ihnen alles Gute

    • Vielen lieben Dank für alles! Ich lese, wenn ich Zeit habe, alle Kommentare, darunter natürlich deine! Ich denke selbstverständlich auch darüber nach (über die positiven wie die negativen Kommentare 😉 ), nur finde ich zu selten die Muße, zu antworten. Aber sei gewiss: Ich lese sie. Herzliche Grüße und dir auch alles Gute!

  27. „Was funktioniert, hängt letztlich vom Willen und Bewusstsein der Masse ab.“

    Schreiben Sie selbst, Frau Bonath. Also wohl nicht von Handlungsoptionen, wie Handeln oder Nichthandeln sowie Folgen des Nichthandelns.

    Mir fällt hierzu C.G. Jung, „Vom Werden der Persönlichkeit“ ein; durch den doppelten Bezug: erstens zum oben zitierten Satz mit den Worten „Wille“, „Bewusstsein“ und „Masse“, zweitens zur „Persönlichkeit“ von Sahra Wagenknecht (im Sinne von Jung und Goethe, so mein Eindruck von ihr).

    Ein paar Auszüge (Lesen in Gänze vermeidet Missverständnisse durch fehlenden Kontext):

    …Erkenntnis der historischen Tatsache, daß die großen, befreienden Taten der Weltgeschichte von führenden Persönlichkeiten ausgegangen sind und nie von der allzeit sekundären, trägen Masse, die auch zur mindesten Bewegung stets des Demagogen bedarf…Ohne Not verändert sich nichts, am wenigsten die menschliche Persönlichkeit. Sie ist ungeheuer konservativ, um nicht zu sagen ìnert´. Nur schärfste Not vermag sie aufzujagen…sie bedarf des motivierende Zwangs innerer oder äusserer Schicksale….Die gigantischen Katastrophen, die uns bedrohen, sind keine Elementarereignisse physischer oder biologischer Natur, sondern psychische Ereignisse. Uns bedrohen in Schrecken erregendem Masse Kriege und Revolutionen, die nichts anderes sind als psychische Epidemien. Jederzeit können einige Millionen Menschen von einem Wahn befallen werden, und dann haben wir wieder einen Weltkrieg oder eine verheerende Revolution…Das Psychische ist eine Großmacht, die alle Mächte der Erde um ein Vielfaches übersteigt. Die Aufklärung, welche die Natur…entgöttert hat, hat `den einen Gott des Schreckens`, der in der Seele wohnt, übersehen…Die innere Stimme bringt…das zum Bewusstsein, woran das Ganze, das heißt das Volk, zu dem man gehört, oder die Menschheit, deren Teil wir sind, leidet…`Luziferisch`in des Wortes eigentlichstem und unzweideutigstem Sinne ist der Charakter der inneren Stimme…wie leicht kann sich…das Böse einschmuggeln, wenn es einfach erklärt, es sei eben das potentiell Bessere!…Das Werden der Persönlichkeit ist ein Wagnis, und es ist tragisch, dass gerade der Dämon der inneren Stimme höchste Gefahr und unerlässliche Hilfe zugleich bedeutet…Der unentdeckte Weg in uns ist wie ein psychisch Lebendiges, das die klassische chinesische Philosophie `Tao`nennt und einem Wasserlauf vergleicht, der unerbittlich sich zu seinem Ziel bewegt. Im Tao sein bedeutet Vollendung, Ganzheit, erfüllte Bestimmung, Anfang und Ziel und völlige Verwirklichung des den Dingen eingeborenen Daseinssinnes. Persönlichkeit ist Tao.“

    Das „psychologische Problem des Werdens der Persönlichkeit“ ist unser aller Problem. Es liegt an uns allen! Wir sind das Problem!
    Daher, ja: „Was funktioniert, hängt letztlich vom Willen und Bewusstsein der Masse ab.“

    • Lieber Tony,

      „Uns bedrohen in Schrecken erregendem Masse Kriege und Revolutionen, die nichts anderes sind als psychische Epidemien. Jederzeit können einige Millionen Menschen von einem Wahn befallen werden, und dann haben wir wieder einen Weltkrieg oder eine verheerende Revolution…“

      Hier beginnt das Übel. Wie kann man Krieg und Revolution in einem Atemzug nennen? Alsob es da nicht gravierende Unterschiede gäbe.
      Krieg ist IMMER GEGEN die 99%!
      Revolution ist FÜR die 99%!
      Das Revolutionen Opfer kosten liegt doch nicht an der Revolution, himmelnochmal.
      Jeder normal denkende Mensch will eine friedliche Revolution.
      Aber die Machthaber rüsten jetzt schon Jahre auf gegen das eigene Volk, weil sie so friedlich am Umgestaltungsprozess teilnehmen wollen?
      Sie werden IMMER eine blutige Auseinandersetzung vom Zaun brechen. (siehe Katalonien)
      Warum war die ‚Revolution‘ ’89 in der DDR friedlich?
      Weil die Machthaber keine Milliarden und internationale Konzerne zu verlieren hatten.
      Das wenige was sie hatten war kein Menschenleben wert, darum konnte es friedlich gehen.
      Jeder Prokurist in nem bischen angesehenen Unternehmen der BRD, hat einen höheren Lebensstandard als die Politbüro Mitglieder damals in Wandlitz.

    • Man sollte dabei auch nicht die Rolle der „Westmedien“ verschweigen.
      Sie lieferten Bilder und Kommentare, die es möglich machten, das die „friedliche Revolution“ vom Westen gekapert wurde. Die Wenigsten haben es gemerkt. Viele bis heute nicht.

    • Lieber fpdcb:

      Kein Unterschied: Kriege und Revolutionen sind psychische Epidemien. Wir sollten uns um unsere physische wie psychische Gesundheit selbst sorgen und dafür – also für uns selbst – Verantwortung tragen, anstatt sie im Alltag oder gar in Krieg oder Revolution anderen zu übertragen. Zugegeben: Keine leichte Aufgabe.
      Muss man noch von Spaltung (und von Prozenten reden)? Durch Spaltung hat die amerikanische Fraktion der Neoliberalen über den „deutschen Weg“, der andere Potentiale offen ließ, gesiegt. Macht es nicht Sinn, angesichts der Situation, zu versuchen, dort wieder anzuschließen und diese Potentiale zu nutzen?
      Das scheint mir sinnvoll; jedenfalls nicht notwendigerweise ein „Verrat“ zu sein.

    • Lieber Tony,

      die Mähr vom deutschen Weg..echt jetzt?
      Deutschland hatte keinen eigenen Weg. Es gab etwas Kosmetik weil Man Frontstaat war.
      Ludwig Erhard ist Gründungsmitglied der Geheimloge des Neoliberalismus, der Mont Pelerin Gesellschaft.
      Nein da kann man nicht anknüpfen, sorry denn das ist übelster ökonomischer und sozialer Verrat an den 99% .
      Und mit Verlaub, „…Revolutionen sind psychische Epidemien“, ist Quatsch im Quadrat.
      Nur weil der Mann ’nen Namen hat ist nicht alles klug was er von sich gegeben hat.
      Frag mich nicht wieviel Professoren und dergleichen ich kenne, wenn ich höre was die von sich geben, die würden bei mir niemals nen Lehrstuhl oder auch nur ein Lehrfach bekommen, soviel geballter Schwachsinn tritt da zu Tage.

    • Lieber fpdcb:

      Ich sprach von Potentialen, also den Möglichkeiten, eines deutschen Wegs. Daß wir nicht wissen, was daraus hätte werden können, das liegt an der Spaltung und dem Sieg der amerikanischen Neoliberalen, insbesondere Hayek, dessen Fraktion 0% Spielraum für irgendwelche Potentiale lässt. Im Gegenteil: Die lebenden Sklaven werden die Toten beneiden!

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