Tagesdosis 13.3.2018 – Giftgasmorde und Neuer Kalter Krieg

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind nach Angaben britischer Behörden mit einem militärischen Nervengift vom Typ „Nowitschok“, einer sowjetischen Entwicklungsreihe binärer Kampfstoffe aus den 70er und 80er Jahren, vergiftet worden. Binär bedeutet, dass das Nervengift aus zwei einzelnen Substanzen besteht, die für sich jeweils ungefährlich sind, zusammengemischt aber bereits in geringer Menge tödlich giftig.

Premierministerin Theresa May bezeichnete am Montagabend eine Täterschaft „Russlands“ als „sehr wahrscheinlich“. In den westlichen Medien wird aus Russland dann schnell „Putin war’s!“. Putin steht in Russland gerade zur Wiederwahl an, ein aussichtsreicher Konkurrent ist wegen seiner immensen Popularität nicht in Sicht.

Aber wie wahrscheinlich ist es, dass Russland und Putin hinter diesem Angriff stecken?

Zuerst einmal: welches Motiv hätte die russische Führung, einen Geheimdienstmord zu begehen?

Skripal, zuerst Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU, dann Doppelagent des MI6, hat Russland sehr großen Schaden zugefügt. Er hat über 300 russische Agenten an den Westen verraten.

Das hätte auch bei einem westlichen Verräter aus dem Geheimdienstmilieu für einen tödlichen „Verkehrsunfall“ ausgereicht. Es sterben ja, ähnlich wie in Russland, sogar Journalisten unter ungeklärten Umständen bei der Ausübung ihres Berufes, wenn sie den Aktivitäten von Geheimdienst und Militär zu nahe kommen.

So ist beispielsweise 1997 der TV-Journalist Allan Frankovich, der für die BBC die Gladio Geheimarmee in 3 Dokumentationen aufgedeckt hatte, den Lockerbie Absturz untersuchte und dabei war, den Tod Olof Palmes zu recherchieren, bei der Einreise in die USA im Alter von 56 Jahren im Flughafen von Houston tot zusammengebrochen. Und der US Journalist Michael Hastings, der durch seinen Bericht in „Rolling Stone“ den Rücktritt des ISAF Oberbefehlshabers McChrystal bewirkte, raste 2013 mit seinem Mercedes, der wie alle mit Elektronik vollgestopften Autos ferngesteuert werden konnte, wie ferngesteuert nachts in Hollywood mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Palme, woraufhin sein Auto drei mal explodierte. Autos explodieren nur in Filmen, in der Realität so gut wie nie. Hastings war dabei unterzutauchen, da er sich bedroht fühlte. Gary Webb, der in einer Artikelserie wahrheitsgemäß über den Verkauf von Crack durch die CIA in den USA im Rahmen der Iran-Contra-Affäre berichtete, damit den Pulitzer Preis gewann, wurde diskreditiert, verlor seinen Beruf und seine Reputation und tötete sich dann 2004 angeblich selbst durch zwei Schüsse in den Kopf.

Der geständige Verräter Skripal wurde wegen seines Verrates 2006 in Russland zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt und dann 2010 bei einem Agentenaustausch in den Westen ausgeliefert. Seitdem lebte er in England in Salisbury, etwa 12 Kilometer von den Laboren der britischen Giftgas Produktionsstätte Porton Down entfernt. Die Giftgas-Experten in Porton Down sind in der Lage, in ihren Labors jedes beliebige Giftgas herzustellen. Und Skripal arbeitete weiter im Geheimdienstmilieu, das sich zunehmend auch auf private Sicherheitsfirmen erstreckt.

Skripal hat offenbar für den britischen MI6 Agentenanwerber Pablo Miller gearbeitet, der in der britischen Botschaft in Talinn, Estland, stationiert war. Miller arbeitete für Christopher Steele, im MI6 und auch später, als der den Geheimdienst verlassen hatte. Steele leitete als MI6 Agent den „Soviet Desk“, war also für alles verantwortlich, was mit der Sowjetunion zu tun hatte und gründete nach seiner Dienstzeit die Sicherheitsfirma Orbis. Christopher Steele und seine Firma Orbis hatten die Trump-Schmutzakte als Auftragsarbeit einiger Trump Gegner bei den Republikanern und dann der US Demokraten angefertigt. Nachdem kein Medium diese Akte veröffentlichen wollte, wurde sie an das FBI weitergegeben, das Ermittlungen gegen Trump auslöste. Obwohl Orbis eine Mitarbeit Skripals an der Trump-Schmutzakte verneinte, wies die Firma in einer merkwürdig geschraubten Formulierung darauf hin, dass sie nicht ausschließen könne, dass Skripal für andere Auftraggeber als Orbis gegen Trump ermittelt habe.

Die britischen Behörden schätzten die Bedrohungslage Skripals als unproblematisch ein, er lebte unter seinem Klarnamen ohne Schutz in einem Haus, dass er trotz seines Agentenlohns von  insgesamt 110.000 Euro für etwa 380.000 Euro gekauft hatte. Als er einzog, lud er die gesamte Straße zu einer Willkommensparty ein.

Skripal selbst hat sich nach Medienberichten über seine Sicherheit mehr Sorgen gemacht, als seine MI6 Kollegen.

Seine Tochter Julia und er hatten offenbar weiterhin Kontakt sowohl zu russischen als auch britischen Geheimdienstkreisen. Welche Mitteilungen Skripals Tochter bei ihrem Besuch in England  ihrem Vater überbrachte, ist unbekannt. Wie so vieles in diesem Fall, bei dem trotz der unklaren Faktenlage sofort harte politische Konsequenzen gefordert werden.

Ein Motiv für einen Mord hätten russische Geheimdienste durchaus gehabt. Aber eben nicht nur sie. Wenn Skripal an den Ermittlungen gegen Trump mitgewirkt hat, gibt es noch andere Möglichkeiten, viele Möglichkeiten, es könnte zum Beispiel sein, dass er daran gehindert werden sollte, über die Hintergründe der Ermittlungen Auskunft zu geben. Es könnte auch sein, dass er als Bauernopfer genutzt wurde.

Falls es ein FSB Geheimdienstmord gewesen sein sollte, passen viele Tatsachen nicht ins Bild. Zum Beispiel: Skripal und seine Tochter sind nicht tot. Ein Geheimdienstmordauftrag, der nicht mit zwei Leichen endet, ist unprofessionell.

Und: ein Geheimdienstmord mit einer Substanz, die eindeutig auf Russland verweist, ist immens unprofessionell.

Was sollte mit diesem öffentlichen Mord erreicht werden? Wie soll man sich die zugehörige Einsatzbesprechung im FSB oder dem GRU vorstellen? So vielleicht?

Wladimir: „Also, wir stehen ja kurz vor der Wahl in Russland, wir haben diese Hysterie wegen unserer angeblichen Eingriffe in die Wahlen in USA, Deutschland, Frankreich, Italien und den Brexit. Die amerikanischen Medien drehen völlig durch bei ihrer Berichterstattung! Abgeordnete wie Jerry Nadler und Journalisten wie der New York Times-Autor Tom Friedman haben gesagt, das sei der schlimmste Angriff auf die USA seit Pearl Harbour und das zweitschlimmste seit 911! Die reden von Krieg! Und wir haben den Doping Skandal. Und demnächst Fußballweltmeisterschaft. Was können wir da anrichten, um Russland in dieser Situation noch einmal so richtig Schaden zuzufügen? Noch mehr Sanktionen! Wer hat eine Idee?“

Ivan: „Wir könnten einen ehemaligen Agenten in England umbringen. Die Briten spinnen da doch sowieso. Ständig sterben Russen in England und immer wird behauptet, das wir es waren. Es gab Litwinenko. Das wäre ein immenser Schaden für uns!“

Wladimir: „Super! Schlimmer geht’s nimmer! Damit schießen wir uns so richtig in die Füße. Ach was, wir blasen uns selbst den Schädel weg! Das ist ja noch irrer als die angeblichen idiotischen Giftgasangriffe von Assad, damit der endlich seine militärischen Erfolge zunichte machen kann! “

Ivan: „Ich lege noch einen drauf! Wir hinterlassen Spuren! Das wird doch alles haarklein untersucht werden. Wir benutzen dazu unser neuestes Nervengift. So sind wir ruckzuck die Übeltäter! Die Amis und die Briten können so richtig alle Sanktionen durchziehen, wie sie wollen, die Bevölkerung wird nach harten Maßnahmen rufen – wir stehen am Pranger und die Briten und Amerikaner gewinnen!“

War es so? Wem nützen die Ereignisse? Welches Interesse hätten die Russen, Skripal jetzt und so plump zu ermorden? Welchen Vorteil hätten sie davon?

Es erinnert vieles an den Fall Litwinenko. Er wird jetzt überall zitiert. Es gab ja die Untersuchung von Sir Robert Owen, und die kam auf Grundlage wackliger Indizien und Schlussfolgerungen zu dem Ergebnis, dass es wohl die Russen waren und es eventuell Wladimir Putin gewesen sein könnte, der den Befehl zum Giftmord gab. Es gab keine Beweise, aber heftigste Anschuldigungen.

Und diese windige Indizienlage werden im Laufe der Zeit durch ständige Wiederholung von falschen, kritiklosen Zusammenfassungen zur scheinbaren Tatsache: „Der Russe war´s. Der Russe ist es immer.“

Die Leitmedien schreiben und senden dabei kritiklos in vollkommenem Gleichklang und suggerieren eine sichere Tatsachenlage, obwohl es bereits damals viele Indizien gab, die in ganz andere Richtungen wiesen. Indizien, über die man bis heute wenig bis nichts gehört hat.

Zur Erinnerung. Am Tag seiner Vergiftung, dem 1. November 2006, traf Litwinenko nicht nur die Russen Andrej Lugowoi und Dimitri Kowtun, die als FSB Agenten bezeichnet werden und als Hauptverdächtige benannt sind, sondern bereits zuvor den italienischen Juraprofessor, Nuklearwaffenexperten und Geheimagenten Mario Scaramella, eine dubiose Figur, die mit Michael Ledeen, einer grauen Eminenz von US Geheimdienstoperationen, sowie dem Chef des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, Nicolo Pollari, in die Affäre um die Herstellung der gefälschten Dokumente über angebliche Uranlieferungen aus Niger an Saddam Hussein verwickelt war, die als Begründung für die Irak-Invasion 2003 verwendet wurden. Scaramella war auch in den Handel mit Nuklearmaterial zum Bau einer schmutzigen Bombe involviert, offenbar ein Geheimdienstauftrag, mit dem auch Litwinenko zu tun hatte. Scaramella hatte außerdem, genau wie Litwinenko, dem italienischen Politiker Romani Prodi vorgeworfen als KGB Agent in der italienischen Politik und Regierung tätig zu sein!

Scaramella wird in Italien als Person im Schattenreich zwischen Geheimdiensten und Organisierter Kriminalität bezeichnet.

An Scaramella wurde ebenfalls das Polonium 210 nachgewiesen, mit dem Litwinenko vergiftet wurde. Er hatte sich in einer Sushibar mit Litwinenko getroffen, war nach dessen Angaben nervös, wollte nichts essen und trank nur Wasser. Wenn die beiden Russen Lugowoi und Kowtun später Litwinenko vergifteten, wie heute überall behauptet wird, wie ist es dann möglich, dass Scaramella ebenfalls mit Polonium kontaminiert war, obwohl er sich VOR Lugowoi und Kowtun mit Litwinenko traf? Und warum wurde auch Scaramellas Hotelzimmer versiegelt und das Ergebnis der Untersuchung auf Polonium nicht veröffentlicht?

Der Fall Litwinenko ist geeignet, Zweifel an der Arbeitsweise und der Seriösität von westlichen Behörden und Medien zu begründen. Sie berichten mit großer Entscheidenheit über Vorgänge, die tatsächlich dubios sind. Nichts war und ist klar.

Und es sieht sehr danach aus, dass diese Vorgehensweise jetzt auch im Fall Skripal angewendet wird. Vermutungen werden auf Unterstellungen getürmt, um den Bick auf die Tatsachen zu verstellen und gleichzeitig politische Konsequenzen zu ermöglichen.

So wie bei den Anschuldigungen wegen angeblicher russischer Wahlmanipulation in aller Welt. Ein Jahr Ermittlungen, im Hintergrund die 16 US Geheimdienste inklusive der NSA, die weltweit alle Kommunikation aufzeichnet, ein Geheimdienstapparat, der mehr Geld zur Verfügng hat als das gesamte russische Militärbudget – und alles, was bei den Ermittlungen herauskommt, sind 13 Russen mit angeblichen Aktivitäten im Internet und Mini-Demonstrationen, medial aufgeblasen zum schlimmsten Angriff auf die USA, der nur mit Pearl Harbour und 911 vergleichbar sei?

Und diese Schein-Nachricht verdrängt die Totalüberwachung der NSA aus dem öffentlichen Diskurs, die sogar verbündete Regierungen ausspioniert. Thema ist jetzt nur noch der perfide russische Koch und die Wilden 13. Der Doping Skandal. Und jetzt der Giftgasanschlag an Skripal und seine Tochter.

Es ist nicht nur journalistische Pflicht, angesichts der Flut an unbewiesenen Anschuldigungen gegen Russland sehr gründlich und kritisch zu ermitteln und zu berichten. Wem nützt dieser Neue Kalte Krieg?

Es ist völlig unklar, welches Spiel hier stattfindet, aber es ist kein gutes. Es riecht nach psychologischer Kriegführung und der Nutzung der westlichen Medien als Täuschungsinstrument. Es sind Methoden, die die westlichen Geheimdienste anders als die Russen virtuos beherrschen, auch wenn die dazulernen.

Nach Jahrzehnten von False Flag Angriffen, vom Zaun gebrochenen Angriffskriegen und zusammengelogenen Regime Changes muss man nicht nur an den Absichten der führenden Politiker des „Freien Westens“ zweifeln,  man muss auch dem Führungspersonal der westlichen Medien die Frage stellen, ob sie wirklich unfähig sind, jemals dazuzulernen, oder wer in den Medien sehr genau weiß, was er tut. Und wem es nützt, wenn unsere Medien zunehmend zu willigen PsyOps-Erfüllungsgehilfen und Propagandawerkzeugen mutieren.

Quellen

http://www.tagesschau.de/ausland/krisentreffen-salisbury-103.html

http://www.bbc.com/news/uk-43377856

https://www.nytimes.com/2018/03/12/world/europe/uk-russia-spy-poisoning.html?emc=edit_na_20180312&nl=breaking-news&nlid=60399217&ref=cta

https://meduza.io/en/feature/2018/03/06/a-hundred-grand-and-hundreds-of-betrayed-agents

https://en.wikipedia.org/wiki/Mario_Scaramella

http://www.edwardjayepstein.com/Scaramella.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/Nicol%C3%B2_Pollari

https://www.theguardian.com/world/2016/feb/05/litvinenko-report-get-it-wrong-putin

https://en.wikipedia.org/wiki/Poisoning_of_Alexander_Litvinenko

https://www.huffingtonpost.com/ed-epstein/boris-berezovsky_b_2948319.html

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Anmerkung der Redaktion: Hiermit weisen wir darauf hin, dass die Grafik, die neben der amerikanischen die russische Nationalflagge aufzeigen soll, diese fehlerhaft, da farbenverkehrt, zeigt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.“

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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31 Kommentare zu: “Tagesdosis 13.3.2018 – Giftgasmorde und Neuer Kalter Krieg

  1. Hallo Herr Pohlmann,

    vielen Dank für diesen Artikel.
    So schätze ich das. Informativ , Hintergründe, Zusammenhänge.
    Auf der Basis kann ich mir meine eigene Meinung bilden.

    Vielen Dank auch an all die anderen Kommentatoren, denen ich vielfach nur zustimmen kann.
    Das tröstet mich immer ein wenig, wenn ich feststellen kann dass ich nicht der einzige bin der Gedanken/Meinungen in die gleiche Richtung hat.

    Erschreckend wie zerbrechlich die internationale Lage inzwischen geworden ist.

    Man stelle sich vor: Einige bezahlte Schurken besorgen sich russische Uniformen und überfallen ein Dorf in Polen oder anderswo. (Ich denke da an den Maidan)
    Dann sind wir wieder soweit: „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“

    Die Menschheit hat nichts dazugelernt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Melchior

  2. H I L F E !!!

    Der Russe hat auch noch mein HIRN „ANEKTIERT“.
    Ich kann ihn plötzlich verstehen und will mit ihm sogar sprechen und friedlich zusammen leben – ohne russisch zu können.
    Ich glaub, die Billionen-teuren Werte-Verteidungs-Linien an der Nato-Ost-Front hat der Russe mit seinen binären medialen Soft-Power-Waffen überrumpelt. Die sind zwar einzeln jeweils unwirksam, jedoch sorgen sie in Kombination für einen medialen Rund-um-Blick beim Gegenüber.
    Nun meint der Russe, unsere Staatsanwälte sollten mal den § 164 StGB prüfen, um die andauernden medialen RUFMORD – Kampagnen von unseren Konzern-Medien juristisch zu begleiten.

    https://dejure.org/gesetze/StGB/164.html

    Danke Herr Pohlmann !!! Gut dass Sie uns weiterbilden in Sachen Mario Scaramella.

  3. Gestern haben Theresa May und die britischen Conservatives mit ihrer bedenklichen und für Europa gefährlichen Kriegsrhetorik gegen Russland bei mir für eine „Premiere“ in meiner Posting“karriere“ gesorgt – ich bin bei diesem Punkt klar der Meinung der russischen Regierung.

    Natürlich handelt es sich hier wegen des Giftgases um ein sehr ernstzunehmendes Verbrechen. Aber Verbrechen klärt man rational auf und nicht mit Fingerpointing gegen ganze Staaten. Mindestens 99,99 Prozent der Russen sind ohnehin an dieser Sache unschuldig. „Russland“ ist also definitiv nicht das Problem, sondern höchstens – wenn überhaupt – einzelne Russen.

    Das nicht zu unterscheiden, wie es Theresa May derzeit tut, ist genau die falsche Kriegsrhetorik, die in Europa schon zu katastrophalen Eskalationen geführt, unter denen Unschuldige leiden.

    • Es war kein GiftGAS! Aber das Wort wurde schon häufig auch in den MSM verwendet, damit man ja auch eine Verbindung zu den Giftgasangriffen in Syrien erkennt. Bitte nicht darauf hereinfallen!

  4. Gestern haben Theresa May und die britischen Conservatives mit ihrer bedenklichen und für Europa gefährlichen Kriegsrhetorik gegen Russland bei mir für eine „Premiere“ in meiner Posting“karriere“ gesorgt – ich bin bei diesem Punkt klar der Meinung der russischen Regierung.

    Natürlich handelt es sich hier wegen des Giftgases um ein sehr ernstzunehmendes Verbrechen. Aber Verbrechen klärt man rational auf und nicht mit Fingerpointing gegen ganze Staaten. Mindestens 99,99 Prozent der Russen sind ohnehin an dieser Sache unschuldig. „Russland“ ist also definitive nicht das Problem, concern höchstens – wenn überhaupt – einzelne Russen.

    Das nicht zu unterscheiden, wie es Theresa May derzeit tut, ist genau die falsche Kriegsrhetorik, die in Europa schon zu katastrophalen Eskalationen geführt, unter denen Unschuldige leiden.

  5. Lieber Dirk Pohlman, herzlichen Dank für den aufklärerischen und akzentuierten Artikel. Ich habe heute den ganzen Tag DLF gehört, in dem die Eskalationsspekulationen bis zum Artikel 5 des Nato Vertrags getrieben wurden. Ist das ein Versuchsballon oder ein Vorspiel für demnächst folgende Eskalationen?
    Zu allem Überfluss habe ich es mir dann noch gegeben und den Arte Themen Abend vor der Putin Wahl angetan. Ihr Beitrag hat mich für heute gerettet. Dafür noch einmal meinen Dank!

  6. Warum glaube ich, dass die Russen und Putin mit dem Giftgasanschlag nichts zu tun haben ?
    Ich habe, auch wegen Pohlmann’s guter Analyse, keinerlei Anhaltspunkte, die Russland nützen könnten, dafür gefunden. Es erinnert ein wenig an den gefundenen Ausweis eines arabischen Terroristen bei 9/11 der als einziger die „Verstaubung“ des Fliegers, abgesehen von der Monate später gefundenen Turbine, überlebt hat. Warum lassen wir uns sowas erzählen? Warum darf das „öffentlich rechtliche“ ungestraft solchen Mist verbreiten, von unseren GEZ Gebühren?
    Sie nehmen uns nicht ernst.
    Zurecht??

    • Sept 11, schon al Tag selbst sagte ich zu meine Frau ‚das nützt nur Israel‘.
      Damals hatte ich keine Ahnung das die USA Kriege führen wollte.

    • Es war kein GiftGAS! Aber das Wort wurde schon häufig auch in den MSM verwendet, damit man ja auch eine Verbindung zu den Giftgasangriffen in Syrien erkennt. Bitte nicht darauf hereinfallen!

  7. Wenn ich diese Sache richtig beurteile geht bei den international organisierten Verbrechern, der Bankenmafia im Verbund mit dem militärisch-industriellen Komplex eine panische Angst um. Denn sie wissen, dass ihre moralische Deutungshoheit fast stündlich schwindet; sich in vielen Ländern, seit neuestem nun auch in Japan, Österreich und Italien, ihre fetten Polster schwinden. Die Federal Reserve Bank, die WHO und der IWF kurz vor dem internationalen Pranger stehen könnten. Gleichzeitig auch aus finantzechnischer Sicht wäre deren einzigste Rettung vor dem Untergang ihrer korrupten Seilschaften eine massive Eskalation, ein Krieg. So kommt bereits auch schon im Live Ticker der „Qualitätsmedien“, dass die EU und USA Großbrittanien auf jeden Fall unterstützen werden. Dieses Säbelrasseln hatten wir schon vor den anderen beiden Weltkriegen. Deshalb kann die einzige vernünftige Verhaltensweise friedliebender Menschen eigentlich nur noch sein, jegliche Arbeit in diesem System niederzulegen, keine Steuern oder Gebühren mehr zu zahlen und jegliche Mobilmachung zu verweigern. Unsere Chance liegt im Ghandi-Weg. Denn ich meine, selbst wenn die Militärs ihre Soldaten mit Drogen noch so zudröhnen werden, werden diese sich kaum überreden lassen, massiv gegen friedliche Verweigerer gewalttätig vorzugehen. Viel mehr Chance sehe ich nicht, es sei denn die Revolution von oben (gemäß Benjamin Fulford und Qanon) ist wahr und und hoffentlich sehr bald erfolgreich.

    • Denn wie heißt es so schön? Getretener Quark wird breit, nicht stark oder etwas verständlicher, Scheiße (N.W.O.) bleibt Scheiße, egal, wer sie mir verkauft und womit er sie garniert!

  8. Als Uwe Barschel starb hat man später im U-Ausschuss auch mit einem russischem Giftgas spekuliert, aber ohne die Russen weiter direkt zu verdächtigen. Dieser Verdacht durfte unmittelbar nach seinem Tod nicht veröffentlicht werden. Die Staatsanwaltschaft München hat es MONITOR damals untersagt, einen Bericht im Fernsehen zu senden, welche Möglichkeiten es gibt Personen ohne Spuren umzubringen. Das hatte aber nichts mit Russland zu tun, sondern man hatte Angst vor Nachahmern und Trittbrettfahrern. In den 60ern hat schon einmal der KGB in München einen übergelaufenen Agenten mit diesem Gas getötet. Man kann dieses tödliche Gas, das aus zwei Komponenten besteht, aus einer Gaspistole fast lautlos abschießen. Selbst wenn der Getroffene nur einen kleinen Teil dieser Gas-Wolke einatmet stirbt er in Sekunden an Herzversagen. Der Killer erhält vorher Tabletten, die ihn vor der Gaswolke schützen. Nachweisbar ist dieser Stoff nur ca. 30-45 Minuten im Blut, außer man legt den Deliquenten in warmes Wasser, dann lösen sich die verräterischen Stoffe sofort im Körper auf. Und im Alkohol könnte man das Gas auch noch nachweisen, deswegen fand man bei Barschel vielleicht ein frisch geputztes Weinglas und suchte vergeblich seine dazugehörende im Hotel bestellte Rotwein-flasche. In der Kürze seiner Zeit könnte der Killer die Rotweinflasche innen nicht mehr gereinigt haben, deswegen hat er sie wahrscheinlich einfach mitgenommen. Die Frage die sich mir stellte: Wer begeht mit Anzug und Krawatte in einer „gefüllten Badewanne“ Selbstmord und hat dabei einen Schuh an und lässt den zweiten Schuh im Hotelzimmer liegen ? Die unerklärbaren Hämatome am Kopf von Barschel darf man auch nicht vergessen, ebenso seine Waffengeschäfte und die seines Bruders Eike über Wild-Leitz/Heerbrugg. Der Tod von Barschel wurde damit absolut professionell ausgeführt und der Anschlag in London war wohl mehr ein Fake mit politischem Kalkül. Es ist unwahrscheinlich, dass ein „Killer“ bei Skripal und seiner Tochter ausgerechnet in einem öffentlichen Restaurant oder Pub den Wirkstoff Novichok einsetzt und dem Essen oder den Getränken beimischt. Damit würde man ja andere Gäste vielleicht unbeabsichtigt mit umbringen. Diesen Stoff könnte man aber einer Blutprobe Skripals „nachträglich“ beimischen und danach immer so tun, als wenn die bösen dummen Russen mal wieder ganz kompliziert und mit internationaler Aufmerksamkeit ehemalige Agenten nach Jahren einfach so in einem Restaurant vergiften. Wenn die Skripals dann auch noch deutsches Essen bestellt haben wird es ganz schwierig mit der englischen Krankenkassa. Da ist die Mafia echt neidisch.

    • Lesen sie
      Victor Ostrovsky, ‘Mossad – the other side of deception’, 1994
      Da wird beschrieben wie Mossad mordete.
      Es gab ein Motiv, Mossad trainierte Iranische Piloten in nord Deutschland, Barschel war dagegen.

  9. Für’n kalten Krieg klingt mir die Rhetorik etwas zu heiß. Holzaugen seid wachsam! Hier werden Kriegsgründe gesucht und früher oder später auch gefunden, selbst wenn man ein bischen nachhelfen muss. Die tragischen Beispiele aus der Vergangenheit spar ich mir jetzt, zumal einige im Beitrag genannt wurden.

  10. Den Mordversuch an Litwinenko haben Wladimir und Ivan auch ausgeheckt.
    „Komm, wir bringen den Litwinenko mit einer der kompliziertesten und teuersten Mordmethoden um. Das Beste daran ist, dass er in wochenlanger Qual dahinsterben wird. Das kann dann alles medial toll dokumentiert werden, mit TV-Interviews, tollen Bildern etc.. Und jeder wird dabei immer im Kopf haben: Mann, was sind die Russen für Schweine, dass die einem Menschen so etwas antun können.“… Das soll denen ganz klar zeigen, zu was wir Russen fähig sind. Legt uns nur nicht mit uns an. Was für ein genialer Plan!“

  11. “ Es ist völlig unklar, welches Spiel hier stattfindet, aber es ist kein gutes.“

    Ich vermute, das MH17 Märchen wirkt nicht mehr, auch dort fehlt völlich das russische Motiv, nun erfinden wir was Neues.
    Wie lange solche Märchen noch Wirkung haben, wenn sie es noch haben, nicht lange mehr, hoffe ich.

    • Ob es wahr ist, ich weiss es nicht, aber es kann sehr gut wahr sein

      The Empire is built on usurious money lending and reserve and ‘hard’ currencies, while the nations of Latin America, Africa, Asia are screwed, and people impoverished with soft ever depreciating currencies. The petrodollar underpins it all, and a 1,000 US and NATO bases underpins the petrodollar- as does doing the Saudis bidding.

      But on 26th this month China launches the petroyuan. Developing world nations may be eager to throw off the Yankee yoke after all this time. Eventually the US$ loses reserve currency status and the G7 currencies slide with it. A hyperinflationary devalued $ won’t pay the legions and they’ll have to return home.

      Russia has almost no debt and vast resources. China has zero foreign debt, despite a lot of internal dodgy banks. The Third World cheers from the sidelines, dreaming of a better deal.

      So a final push to oust Assad and rescue the petrodollar and humiliate and drive Russia out of Syria to reaffirm the military might of the West might have been on the cards.

    • Hallo Herr Kamp,

      Ich empfehle Ihnen, sich die Neujahrsansprache des chinesischen Präsidenten von 2017/2018 anzuhören.
      Die Welt erobert man nicht mit Geld, Öl oder Waffen sondern mit Visionen.

      Der Westen hat keine Visionen, der ist am Ende.

  12. Ich habe mal eine interessante Theorie über das Ziel von Propaganda gelesen.
    Es geht nicht darum die Leute zu überzeugen, sondern darum sie zu zwingen
    absurde Sachen zu glauben und sie so zu Mittätern zu machen.
    Herr Trittin wird gedemütigt und zum Hampelmann gemacht. Und das weiß der auch.

    Eine Kritik habe ich zu dem Beitrag, was hat die serbische Flagge da zu suchen?
    Ist das ein Hinweis auf die Umstutz Profis OTPOR (oder so ähnlich).

    Vielleicht sind die schon dabei den Westen mit so einer schwachsinnigen
    Propaganda zu zersetzen!

  13. Danke Herr Pohlmann, für diese Hintergrundinfos und deren sachlicher Bewertung. Wieso hört man Stimmen wie ihre nicht in den ÖR Medien? Habe heute im Auto wieder DLF gehört, von Trittin über den halbstündlichen Nachrichtenblock: wir haben keine Beweise, aber der Russe muss es gewesen sein.
    Worüber wurde und wird sich nochmal in den MSM brüskiert? Die Einmischung des Russen und des Leibhaftigen (Putin) in diverse Wählen. Aha, was bitte machen denn unsere Qualitätsmedien im Moment? Ich verstehe, das ist komplett was anderes, das ist seriöser unabhängiger Journalismus, der die wahre Gestalt des Bösen Enthüllt. Hingegen waren die Leaks von Frau Clinton’s Mails reine Propaganda um Herrn Trump zur Macht zu verhelfen.
    Wieso Machen „Journalisten“ sowas? Die Berichte zu Putin sind reine Spekulation, die Nachrichten aus Frau Clinton’s Mailverkehr sind Fakten.
    Ich befürchte „Mockingbird“ war und ist erfolgreicher als alle „Vt’ler“ befürchten.
    Ich denke hier an das Mittelalter zurück, als die Überbringer der schlechten Nachrichten dafür mit dem Leben bezahlen mussten.

  14. Die einen verblöden, die anderen werden verrückt in dieser von Lügen verseuchten Welt. Was bleibt da übrig?
    Recherchieren bis zum Abwinken? Macht das Leben dann überhaupt noch Freude?
    Vielen Dank für den guten Artikel, Herr Pohl.

    • Genau das denke ich auch. Ich habe zwar noch viel zu lachen und informiere mich möglichst vielfältig, aber diese globalen und brutalen Aktionen sind wirklich irrsinnig und schwierig zu durchschauen. Die Menschen scheinen die dümmsten Tiere von allen zu sein.
      Man kann vielleicht nur selbst etwas machen, dass möglichst nachhaltig und authentisch ist!

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