Tagesdosis 13.8.2018 – Der drohende Kapitalkollaps und die Angst der Profiteure

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Die technische Revolution ist eigentlich was Gutes. Maschinen und Computer nehmen uns die Arbeit ab. Doch in einer Wirtschaftsordnung, die auf Kapitalbesitz auf der einen und Lohnarbeit auf der anderen Seite basiert, führt das in die Krise. Der technische Fortschritt macht Millionen Lohnabhängige erwerbslos, abhängig und arm.

An systemischen Widersprüchen knabbern nicht nur die Armen, sondern auch die Großkapitalisten. Das spiegelt sich zum einen in der Politik der Industriestaaten in ihrem Sinne wieder. Sie stampfen einst mühsam erkämpfte Errungenschaften der Arbeitenden ein, beschneiden demokratische Rechte, errichten autoritäre Regimes. Zugleich deregulieren sie die Märkte und privatisieren die öffentliche Daseinsvorsorge. Im Volksmund spricht man auch von Neoliberalismus und Globalisierung. Zum anderen lohnt ein Blick auf das Großkapital.

Was könnte besser den Zustand der spätkapitalistischen Wirtschaft beschreiben, als die jüngsten Offenbarungen einer riesigen britischen Investmentfirma? Am 6. August 2018 warnte der Vorstandschef von RIT Capital Partners, Jacob Rothschild, im Halbjahresbericht des britischen Unternehmens mit einem Anlagevermögen von rund 3,7 Milliarden Dollar vor erheblichen Risiken in der Weltwirtschaft (1).

Besonders interessant wird es, wenn man sein Statement mit Aussagen und Prognosen in einer wissenschaftlichen Analyse vergleicht, die 150 Jahre alt ist. Es macht deutlich: Die wirtschaftliche Entwicklung hin zum drohenden Kapitalkollaps kommt keineswegs unerwartet. Ein Vergleich:

Der RIT-Chef erklärte also jüngst: »Wir sind jedoch weiterhin der Ansicht, dass dies kein geeigneter Zeitpunkt ist, das Risiko zu erhöhen. Die aktuellen Aktienmarktbewertungen sind nach historischen Maßstäben weiterhin zu hoch, überhöht durch Jahre niedriger Zinssätze und der Politik der quantitativen Lockerung, die nun zu Ende geht. (…) Unter diesen Umständen besteht unsere Politik darin, unser begrenztes Engagement in börsennotierten Aktien  zwar aufrecht zu erhalten, aber neue Verpflichtungen mit großer Vorsicht einzugehen.«

Man kann es in etwa so übersetzen: Teile des Kapitals seien überbewertet, also teilweise überflüssig. Sie bildeten ein Risiko für Verlustgeschäfte. Zwar will das Investmentunternehmen seine aktuellen Beteiligungen noch erhalten, aber Investitionen in wahrscheinlich verlustbringendes, also überflüssiges Kapital vermeiden.

Karl Marx und Friedrich Engels prognostizieren im dritten Band ihres Werks »Das Kapital« genau diese Folgen der kapitalistischen Produktion. Danach führt der technische Fortschritt zum Abbau variablen Kapitals, also von Arbeitskraft, und zu deren Ersatz mit konstantem Kapital, also Maschinen. Dies lasse die Profitrate sinken, da sich der Profit nur aus dem von menschlicher Arbeit abgeschöpften Mehrwert generiert.

Verständlicher wird das, wenn man folgendes – wenn wohl auch nie vollständig eintretendes – Extremszenario betrachtet: Maschinen würden eines Tages komplett die menschliche Arbeit ersetzen. Dann wäre nicht nur der Mensch überflüssig für den Kapitalverwertungsprozess, sondern auch das Kapital selbst. Denn die Besitzer des nunmehr ausschließlich konstanten Kapitals hätten kein Interesse mehr daran, Menschenleben zum Zwecke der Profitproduktion durch Arbeit zu erhalten. Somit verschwände der Sinn für die Massenproduktion. Mit all den Waren müssten sonst unproduktive Menschen am Leben erhalten werden. Das Kapital würde innerhalb der Grenzen des kapitalistischen Verstandes nur noch Verluste einfahren.

Zitieren wir also Marx und Engels wörtlich zum Thema des wachsenden Anteils an überflüssigem  Kapital: »In der Wirklichkeit würde sich die Sache so darstellen, dass ein Teil des Kapitals ganz oder teilweise brachläge (weil es erst das schon fungierende Kapital aus seiner Position verdrängen müsste, um sich überhaupt zu verwerten), und der andere Teil durch den Druck des unbeschäftigten oder halbbeschäftigten Kapitals sich zu niedrer Profitrate  verwerten würde.«

Zurück zum RIT-Chairman, der im Halbjahresbericht seines Unternehmens die Ziele steckt: »Private Investitionen, insbesondere im Technologiebereich, leisten einen nützlichen Beitrag. (…) In diesem Zusammenhang sind wir uns des wirtschaftlichen Potential in Asien, insbesondere China, sowie der Fortschritte bei Innovation und Technologie bewusst.«

Hier stellt er klar: Die Entwicklung geht weg vom variablen Kapital (Arbeitskraft) hin zum konstanten Kapital (Technologie). Gegen den daraus resultierenden tendenziellen Fall der Profitrate will er weiterhin mit exorbitantem Wirtschaftswachstum, also Akkumulation, halten. So handhaben es die Kapitaleigner seit jeher.

Marx und Engels sahen das Szenario schon Ende des 19. Jahrhunderts voraus: Wörtlich heißt es im Kapital: »Die Profitrate fällt nicht, weil die Arbeit unproduktiver wird, sondern weil sie produktiver wird. (…) Die Akkumulation ihrerseits beschleunigt den Fall der Profitrate, sofern mit ihr die Konzentration der Arbeiten auf großer Stufenleiter und damit eine höhere Zusammensetzung des Kapitals gegeben ist.« Mit höherer Zusammensetzung meinen die Autoren mehr Produktionsmittel, weniger Arbeitskraft.

Bemerkenswert ist noch etwas anderes: In den elitären Kreisen der Großkapitalisten geht offenbar die Angst um. Man sorgt sich nicht nur darum, die Kontrolle über Kapitale zu verlieren, die Eigner versuchen, der Verwertung mehr oder weniger zu entziehen, was zu verschärfter Konkurrenz auch bei der Verteilung der vermehrt zu erwartenden Verluste führt. Sie fürchten offenbar ebenso, die Macht über den Teil der Bevölkerung zu verlieren, der in zunehmendem Maße für den Produktionsprozess überflüssig wird.

So schreibt der RIT-Chef: »Wir sind weiterhin besorgt über geopolitische Probleme, wie den Brexit, Nordkorea und den nahen Osten zu einer Zeit, in der sich der Populismus weltweit ausbreitet.«

Marx und Engels fassten die Aussagen der heutigen Großkapitalisten in ihren Prognosen schon damals bestens zusammen: »… soweit die Rate der Verwertung des Gesamtkapitals, die Profitrate, der Stachel der kapitalistischen Produktion ist (wie die Verwertung des Kapitals ihr einziger Zweck), verlangsamt ihr Fall die Bildung neuer selbständiger Kapitale und erscheint so als bedrohlich für die Entwicklung des kapitalistischen Produktionsprozesses; er befördert Überproduktion, Spekulation, Krisen, überflüssiges Kapital neben überflüssiger Bevölkerung.«

Der RIT-Chairman ist nicht der einzige aus seinem Club, der die Megakrise schon vor Augen sieht. Erst im Juli gab der Internationale Währungsfonds (IWF) eine ähnliche Prognose ab. Ungeachtet eines »weiterhin strammen Wirtschaftswachstums« warnte er vor »erheblichen Konjunkturrisiken«. Der IWF macht für die »zunehmenden Probleme in der Weltwirtschaft« vor allem »die demografische Entwicklung« verantwortlich (2), (3). Die Experten meinen nichts anderes, als den wachsenden Bevölkerungsanteil, der für den Kapitalverwertungsprozess überflüssig wird.

Quellen:

  1. http://www.ritcap.com/sites/default/files/250490%20RIT%20R%26A%20Interim%20HiRes%20WEB.pdf
  2. https://www.welt.de/wirtschaft/article175544360/IWF-Eine-duestere-Prognose-fuer-unseren-kuenftigen-Wohlstand.html
  3. https://www.wiwo.de/politik/ausland/iwf-probleme-der-weltwirtschaft-nehmen-zu/22806582.html

+++

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

19 Kommentare zu: “Tagesdosis 13.8.2018 – Der drohende Kapitalkollaps und die Angst der Profiteure

  1. Liebe Frau Bonath.

    Danke für Ihren Beitrag aus den USA. Eigentlich müsste eine Frau aus dem Dollar-Trog oder Sog klettern, denn Frauen sollen doch am meisten Geld verbraten?

    „Glück durch Geld ist eine Illusion“

    Der deutsche Begriff Geldwert-Illusion (engl. money illusion) beschreibt die Nichtwahrnehmung von Inflation (Überraschungsinflation) durch die Wirtschaftssubjekte, welche also der Illusion unterliegen, das Geld habe nach wie vor den gleichen Wert. Die Geldwertillusion wird in der Quantitätstheorie vertreten. Denn ohne Geldwertillusion wäre es einer Bundesbank oder EZB beinahe unmöglich, durch eine Steigerung der Geldmenge die Wirtschaft anzukurbeln. Auch wenn das Konzept der Geldwert-illusion tief in den Wirtschaftswissenschaften verankert ist, finden neuere Untersuchungen durch interdisziplinäre Ansätze wie der Verhaltensökonomik oder Neuroökonomie statt. Die Erwartungs-bildung über makroökonomische Größen spielt eine besondere Rolle. Unter anderem hat sich Nobelpreisträger Herbert A. Simon mit solchen Erwartungen auseinandergesetzt.

    Marktweite Anomalien (market inefficiencies) können nicht allgemein über Individuen erklärt werden, die unter bestimmten Vorurteilen im Denken leiden. Individuelle Vorein-genommenheiten haben oft nicht den ausreichend großen Einfluss, um Marktpreise und Gewinne zu ändern. Zusätzlich können sich individuelle Vorurteile gegenseitig neutralisieren. Kognitive Voreingenommenheiten haben wirklich ungewöhnliche Effekte nur dann, wenn es eine gesellschaftliche Kontamination mit einem sehr emotionalen Inhalt gibt, wie allgemeine Habgier oder allgemeine Panik. Diese führen dann zu weit verbreiteten Phänomenen wie Herdenverhalten und Gruppendenken. Behavioral economics beruht genauso viel auf der Sozialpsychologie wie auf der individuellen Psychologie. Die Verhaltensökonomie (Behavioral economics) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft.

    Seit über 50 Jahren dominiert die neoklassische Kapitalmarkttheorie

    unser Verständnis für die Abläufe an Finanzmärkten. Sie hat eine Vielzahl von Theorien und Konzepten (z. B. Portfoliotheorie, Capital Asset Pricing Model oder Value-at-Risk) hervorgebracht und basiert ganz wesentlich auf der Annahme eines streng rationalen Homo Oeconomicus, also des rationalen Nutzenmaximierers.

    Der oberste Nutzenmaximierer wird am besten von seinen Kunden bezahlt, denn er ist erfolg-reich (zwei Wörter bilden das Reale). Die Reichsten der Welt verwalten ihr Vermögen nicht selbst, sie überlassen ihre Vermögens-Verwaltung anderen, z.B. BLACK ROCK oder der weltweiten ALLIANZ GROUP. Der Vorstandsvorsitzende der Allianz AG in Deutschland Michael Diekmann hat 7,2 Mio. Euro im Jahr 2013 verdient, aber die Investorenlegende Bill Gross der Fondsverwaltung PIMCO verdiente 290 Millionen Dollar BONUS im gleichen Jahr.

    Die kalifornische PIMCO gehört zur Allianz Gruppe

    Der lange als „Bond-König“ gefeierte Manager hatte PIMCO selbst gegründet. Als das Unternehmen im Jahr 2000 an die Allianz verkauft wurde, sicherten sich die damaligen Partner eine Gewinnbeteiligung. Gross’ Flaggschiff, der Total Return Fund, ist von seinem Höchststand von 293 Milliarden Dollar auf nur noch 171 Milliarden geschrumpft.

    Bill Gross ein wahrer Nutzenmaximierer innerhalb der Allianz-Gruppe und ich kann ihnen versichern, dass er mit so einem Gehalt keine Angst mehr hat.

    RIT Capital Partners geniest anscheinend nicht so viel Vertrauen bei den Kunden, denn der Fonds hat jetzt nur 3,7 Milliarden Volumen in seiner Vermögens-Verwaltung. Die ALLIANZ verwaltet weltweit
    1.500 Milliarden Euro.

  2. Ich finde den Hinweis auf Rothschild wichtig, jedoch verstörend bemerkenswert, da er nur in Zusammenhang mit „Kapitalismus“ auftaucht, aber das Wirken dieser Familie/Kreise rund um das Experiment „Sozialismus“ ausgeblendet wird.
    Das Wirken der Rotschild-Agenten wie Morgan/Aschberg bei der Installierung des Monopol-Sozialismus sowie u.a. der Militärtechnologie-Transfer von USA nach Sowjetrussland (siehe Sutton) legt doch die Frage nahe, ob die (vermeintlichen) Antagonisten Kapitalismus/Sozialismus nicht Systemzwillinge sind, Hervorbringungen derselben Bankerkreise um Rotschild und deren ab 1913 zur Verschleierung lancierten Strukturen wie FED, IWF etc., Agenten/Subunternehmer wie Morgan oder kleine Angestellte wie Soros.

    Wenn wir schon Rotschild in den Fokus nehmen, dann sollte wir die ganze Palette betrachten. Aber vermutlich ist das auf dem Portal einfach gar nicht möglich, weil die kognitive Dissonanaz eine offene Betrachtungsweise nicht zulässt, weil sonst das Kartenhaus arge Kratzer abbekommen würde.

    Wer ist Rotschild und wo hatten und haben die ihre Finger drin? Wenn die ausschließlich den bösen Kapitalismus anstreben, warum hatten sie dann diese lebhafte Interesse am Sozialismus?

    • Wer ist Rothschild?
      Das muß ein ehemals superreiches Geschlecht sein, daß inzwischen vollkommen unbemerkt von der Öffentlichkeit total verarmt ist (LOL). Genau wie die Rockefellers. Oder haben Sie diese Namen schon mal in der Reichenliste von Forbess entdeckt?

    • Lieber W.Schueler
      Ich kann die Queen von England auch nicht in der Forbes Liste finden.
      Wieso denn bloss?

      Wussten Sie beispielsweise, dass die Königin von England nicht nur zu den reichsten Menschen auf der Welt gehört, sondern auch der weltgrößte Grundbesitzer ist? Grundbesitz im Wert von 17.600.000.000.000 Pfund? Obwohl eine Schätzung äußerst schwierig ist, da viele “Stellvertreter” eingesetzt sind, wird geschätzt, dass diese Frau die obszöne Summe von 33 Billionen US-Dollar besitzt. Dabei muss man sagen, dass diese Berechnung aus dem Jahr 2007 stammt – also vor fast 10 Jahren errechnet wurde.

      Nominell besitzt die Queen 6,6 Milliarden Hektar Land auf einem Planeten, der insgesamt nur über 36,8 Milliarden Hektar bewohnbares Land verfügt. Und dabei wird sie und ihre Familie jährlich zusätzlich in Millionenhöhe vom britischen Steuerzahler gesponsert.

      Wenn man sich näher damit beschäftigt, wird offensichtlich, dass ein Mensch, der 1/6 der bewohnbaren Landmasse sein Eigen nennt und der zudem in Geld schwimmt, keine Ahnung haben kann, was 100 Euro oder 100 US-Dollar für einen Normalsterblichen bedeuten, was ein Liter Milch oder ein Brot kostet.
      (Quelle konjunktion.info)

  3. Guter Wurf Frau Bonath!

    In der Schule haben wir durch QuotientenbildungTangenten an die mathematischen Kurven angelegt.
    Das ist gut einen beliebigen Punkt in einem dynamischen Vorgang zu untersuchen
    damit man das Optimum zeitweilig bestimmen kann.
    Komisch aber die Tangenten in die Zukunft zu interpolieren zu wollen da Sie dem dynamischen
    Vorgang nur im Punkt selbst gerecht werden.(Nur mal so zum andenken.Marx hat vor 100 Jahren gelebt)

    Um ein dynamischen Vorgang in die Zukunft interpolieren zu koennen muessen wir die Integralrechnung
    als Perspektive waehlen.
    Wenn wir mit 9,81 Meter pro Sekunde im Quadrat jetzt linear beschleunige,
    koennen wir trotz Kurve genau ausrechnen wann und wo wir im freien Fall mit wie viel kinetischer Energie aufschlage.

    Aber darum geht es diesen Leuten gar nicht.Diese Leute wollen wie Phonix aus der Asche mit Glorie durchschlagen.

    Den Herrn der Schoepfung geht es um den Quantensprung in eine Ein-Welt-Geld-Ordnung.
    (Mit demokatischen Vollgeld koennte das fuer die Menschheitsfamile die gut weiter fuehrende Entwicklung sein.
    Ohne Vollgeld wird es wahrscheinlich zur faschistischen Tyrannei verkommen)

    »Wir sind weiterhin besorgt über geopolitische Probleme, wie den Brexit, Nordkorea und den nahen Osten zu einer Zeit, in der sich der Populismus weltweit ausbreitet.«

    Und dazu steht eben der Brexit ,Nordkorea und der nahe Osten(damit ist der Iran als Regionalmacht gemeint ,weil
    er sich nicht dem internationalen Banking System unterwirft) und der aufkommenden
    Populismus (gemeint ist Nationalismus Patriotismus a la Trumpf) im Wege.

    Die Menschheitsfamilie droht wie die Bakterien bei der alkoholische Gärung im Wein paradox an ihren eigenen Ausscheidungen zu Grunde zu gehen.

    Der Kapitalismus in seiner jetzigen Form soll als Raketenstufe zur neuen Ein-Welt-Geld-Ordnung eigentlich
    schon ausgedient haben und vergluehen.
    Die ganz grosse Krise sollte dann den Quantensprung in den Orbit der EWGO ermoeglichen.
    Der „Baron“ ist deswegen nicht amüsiert,weil knapp daneben eben auch daneben ist und „gute Flaschen“
    einfach zu seiner Vorstellung von einem guten Leben gehoeren.
    (https://youtu.be/2DU_koU504w)
    (Wer das Geld kontrolliert regiert die Welt weiss auch Kriegsverbrecher Henry Kissinger)
    (David Rockefeller: „Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen die besten Interessen der USA arbeitet … Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf.“)

  4. @ bonath
    Nicht nur die „kapitalisten“ politik, auch sie haben immernoch nicht verstanden, dass löhne einen Doppelcharakter inne haben. Von Saldenmechanik brauch ich gar nicht erst anzufangen. Ist schon traurig, wenn ultralinke sich mit den „marx “ selbst verblöden.

    • Können Sie das weiter ausführen? Es fehlt hier doch eindeutig eine fundierte Gegenrede.


  5. Zurück zum RIT-Chairman, der im Halbjahresbericht seines Unternehmens die Ziele steckt: »Private Investitionen, insbesondere im Technologiebereich, leisten einen nützlichen Beitrag. (…) In diesem Zusammenhang sind wir uns des wirtschaftlichen Potential in Asien, insbesondere China, sowie der Fortschritte bei Innovation und Technologie bewusst.«

    Hier stellt er klar: Die Entwicklung geht weg vom variablen Kapital (Arbeitskraft) hin zum konstanten Kapital (Technologie). Gegen den daraus resultierenden tendenziellen Fall der Profitrate will er weiterhin mit exorbitantem Wirtschaftswachstum, also Akkumulation, halten. So handhaben es die Kapitaleigner seit jeher.

    Die einzige Konstante im Kapital ist das sich Schulden und Vermögen aufheben, in Summe also Null ergeben.

    Kapital ist solange aber wertlos solange es nicht in Reale Werte eingetauscht wird, solange man sich damit nicht eine Wurstsemmel, ein Auto, ein Grundstück oder Haus kauft.

    Wer die Verschuldung beenden möchte muss auch die Vermögensberge der Superreichen abbauen und das kann nicht ohne Enteignung sprich Steuern auf Besitz gehen. Es trifft aber keinen Schuldigen weil diese Superreichen ihr Vermögen und Besitz eh nur durch Enteignung angehäuft haben.

    Die Reichen wollen also ihr Vermögen in reale Werte eintauschen, sie kaufen sich dafür zB Technologiefirmen, wie ist hier ein Zusammenhang zu „konstanten Kapital“ ? Was soll denn da konstant sein ? Und diese Firmen bestehen zu einen Großteil aus Menschen, das wäre dann „variables Kapital“ kann also nicht konstant sein.

    Das einzige was ich herauslesen kann ist das die Vermögen halt eher in Technologiekonzerne und nicht in Finanzprodukte und Staatsanleihen investiert werden weil dort überbewertet wird also Blasen entstehen. Na net nana, die einzelnen Staaten haben die Staatsschulden ja noch nie abgebaut und da ist eine einzig Blase entstanden. Vor allem das reiche Deutschland wird das noch merken wenn die Schulden des Auslandes nicht beglichen werden, sprich die verkauften Güter nicht bezahlt werden und durch den ESM ist auch ein Mechanismus geschaffen worden wodurch sich der deutsche Steuerzahler die Schulden die das Ausland bei Deutschland hat eh selber bezahlen muss.

    Natürlich wissen die Reichen das ihr System einen exponentiellen Modell folgt und dieses nie für lange Zeit funktionieren kann und zusammenbrechen muss, ca alle 25 Jahre eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung und das geht dann eben nur über 3*25 oder 4*25 Jahre je nach Einfallsreichtum und Gewaltherrschaft.

    Die Menschen kann man ja erst als überflüssig ansehen wenn man sie enteignet hat oder vernichten kann ohne das man dabei selber stirbt. Die Vermögenden müssen also bei jeden Crash ihr Vermögen in Besitz umwandeln.

    Die Frage ist also warum wandeln wir ihren Besitz nicht in unser Vermögen um? Warum schaffen es Sozialisten nicht sozial zu sein ? Das ist doch die Frage ?

    • Da übersehen Sie leider, dass die Realwirtschaft allenfalls noch systemnotwendiges Feigenblatt ist, damit das Ganze nicht offenbar wird. Längst wurden im Vorgriff auf nicht mehr durch lebendige Arbeit je zu erwirtschaftendem Wert (zumal die lebendige Arbeit ja zunehmend durch tote Arbeit ersetzt wird) fiktive Profite bilanziert, die es nicht mehr geben wird. Der damals so gehypte „neue Markt“, brach übrigens folgerichtig zusammen, weil Immaterielle Waren ohne nennenswerte materielle Investitionen können keine reale Wachstumsdynamik auslösen. Ebenso ist das mit den von Ihnen genannten „Technologiefirmen“; wobei, sollten sie tatsächlich etwas Materielles schaffen, die meisten solcher Unternehmungen auf Seiten der „notwendigen Kosten“ (wie auch Rechtsberatung, Steuerberatung, Forschung, Bildung usw.) angesiedelt sind und so bloß aus der schwindenden Wertmenge Wert abzweigen ohne selbst welchen schaffen zu können.
      Darum ist auch jede „grüne Technologie“ immer nur Kosten und kann, entgegen der bornierten Ansicht ihrer Propagandisten, keine Werte schaffen. Das ist jetzt nicht gegen die Technologie an sich gerichtet, soll aber deutlich machen, dass sowohl Dienstleistung als auch Schonung Bürgerlich gedachter „Natur und Umwelt“ immer bloß als Kosten aufschlägt.
      Viel interessanter ist, so finde ich, dass die von Marx so genannte „ursprünglich Akkumulation“, also der die meisten Menschen treffende Entzug stofflichen Reichtums samt dem Wissen diesen zu erzeugen, nicht mit Aufklärung und der Durchsetzung von National-Staaten, oder gar „demokratischen“ Nationalstaaten ihr Ende fand. Vielmehr wurde die so etablierte Sphäre der privaten Freiheit und Versammlungsfreit dazu genutzt, im Wege von Vereinigungen und Verbünden weiterhin Lebensgrundlagen in immer größerem Umfang an die Wenigen zu bringen. Ich meine hier nicht den ganz gewöhnlichen Lobbyismus, der auf der Ebene der ach so gelobten zahnlosen Öffentlichkeit agiert, wo das abstrakte bürgerliche Subjekt noch immer – wenn auch unterschiedlich mächtig – konkurrent um abstrakte Interessen (Gesetze) kämpft, sondern die Sphäre, wo es um reale Ziele geht, die man allein, aber vor allem im Verbund mit anderen ähnlicher Ausrichtung eben jenseits aller übrigen und ohne auch nur einen Deut auf eben diese geben zu müssen, also rücksichtslos und vom Staat als Freiheit garantiert,verfolgen kann und dieses auch konsequent tut. Die Stichworte hierzu sind Deep State, also die Besetzung der abstrakten Subjekt-Sphäre der „Öffentlichkeit“ durch Akteure, die handfeste Ziele für jetzt und ihre Nachfolger verfolgen und sich als zweites Stichwort schlicht nicht von mafiösen Verbünden unterscheiden. Bürgerliche Freiheiten bringen das eben mit sich, so wie die abstrakten Menschenrechte zwar auch bloß Abwehrrechte gegen den Staat bzw. das Staatssubjekt sind, aber ebenso dümmlich nicht als Zwangs- und Herrschaftsinstrument erkannt werden, wie die Freiheit der nicht-öffentlichen Versammlung.
      Schlussendlich: Die Vermögenden müssen ihr kapitalistisches „Wert-Vermögen“ nicht in tatsächlichen Besitz umwandeln. Sie haben in längst und bestimmen bis hin zum Wissen über die Grundlagen des Lebens diesen längst. Und auch dieses, wiewohl nur abstrakte Recht, ist ihnen garantiert.
      Zu Ihrer abschließenden Frage: die ist richtig gestellt. Aber dafür müsste die Welt um gegenwärtigen Modus der Ungesellschaftlichkeit wieder auf Inhalt, Bezug und Bindung umstellen. Die aktuellen Sozialisten sind die größten Apologeten unserer Verhältnisse.

    • das übersehe nicht ich sondern die Autorin die eine 150 Jahre alte Theorie auf den heutigen Turbokapitalismus anwendet. Marx berücksichtigt ja nicht die Geldvermehrung durch den Geldbesitz. Banken, Versicherungen usw produzieren doch gar nichts, die machen Gewinne nur mit Spekulation, Kredite, Staatsanleihen und mit Immobilien und Kriegen usw. Technologiekonzerne wie Google oder Facebook haben doch kaum „konstantes“ Kapital oder sehr wenig, der Wert besteht ja durchaus aus Menschen die dort arbeiten und die Menschen die eben diese Technologie nutzen (gratis) ist ein Scheinwert, aber vermutlich will man auch in Technologien investieren die benötigt werden um den Überwachuns „Staat“ und das Militär also die Gewaltherrschaft umzusetzen.
      Und wenn die Reichen schon alles besitzen würden dann hätten wir keine Demokratie, dann gäbe es keine Mittelschicht, keine Handwerker, keine Bauern, keine Kleinbetriebe.

      Soweit ich das verstehe sagt Marx mit unglaublich komplizierten Worten nur aus das ein Produktionsstättenbesitzer keinen Gewinn mehr machen kann wenn er alle Wertschöpfung durch Maschinen erledigen lässt und die Menschen aber kein Geld mehr haben um die Produkte zu kaufen. Nur exportiert Deutschland die meisten seiner Produkte. Die können noch lange produzieren wenn Indien, China, Afrika zu wirtschaftlich stärkeren Gesellschaften heranwachsen. Aber das Staatskonstrukt Deutschland wird zusammenbrechen weil es im Kapitalismus ja seine Wirtschaftsleistung alle 25 Jahre verdoppeln muss und dieses Wirtschaftswachstum wird ja deshalb benötigt weil Kapitalbesitzer (muss nicht ein Produzent sein) ihr Kapital mit Rendite anlegen wollen. Die private Rente ist so ein Modell. Und diese Modell kann eben nicht sehr lange funktionieren, die besagten 75-100 Jahre (ist eine Annahme) dann wird eben die Gesellschaft durch einen Crash, Krieg zerstört wobei aber der Privatbesitz der Vermögenden erhalten bleibt und dann beginnt das Spiel von vorne.Es wäre doch wichtig dass die Mittelschicht die ja noch Besitz hat versteht dass über kurz oder lang auch sie enteignet wird. Das System ist in höchstem Maße instabil. Wissen sie was passiert wenn eine Regelung eines AKW instabil wäre ? Ja es würde zum Super Gau kommen.
      Es gibt doch die Regelungstechnik, sie müsste nur angewandt werden.
      Stabil wäre je mehr dass jemand besitzt umso mehr Abgaben muss er bezahlen, wird zB in der Wissensmanufaktur als soziales Bodenrecht bezeichnet, verhindert das eine einzelne Person Boden, Immobilien akkumulieren kann. Ein staatliches Geldsystem wo ein Vorteil den sich ein Kreditnehmer verschafft dann der Allgemeinheit zugute kommt und nicht einer einzelnen Person die sich damit dann zB eine Firma, Grund kaufen kann oder Nutten oder so. Ja das wäre stabil. Es würde auch die Produktion bremsen, aber wir müssen eh die Produktion bremsen um den Resourcenverbrauch zu bremsen soweit das eine Kreislaufwirtschaft möglich wird. Das wären die Aufgaben die eine Regierung zu tun hätte würde sie nicht für das 1% (plakativ) arbeiten sondern für die 99 % so wie sie es geschworen hat.

    • „Vor allem das reiche Deutschland wird das noch merken wenn die Schulden des Auslandes nicht beglichen werden, sprich die verkauften Güter nicht bezahlt werden “
      Wie kommen Sie denn auf die Idee, daß unsere Exporte nicht bar bzw. mit Girogeld bezahlt würden? Ich vermute so ein Unsinn kann nur von Prof. (Un)Sinn kommen. Der die Leute mit einem Logfile namens Target2-Salden verängstigen und gegeneinander aufhetzen möchte. Ja, viele der von uns gelieferten Exportgüter sind per Kredit finanziert. Aber diese Kredite wurden im Defizitland aufgenommen. Der spanische Autokäufer hat nicht seinen reichen, spendablen deutschen Freund darum gebeten ihm einen Kredit für den Kauf seines neuen Autos zu geben. Den hat er von seiner lokalen Geschäftsbank bekommen. Bei unseren Exporteuren kommt fein Bares oder Giralgeld an. Das Ausfallrisiko für den Kredit zum Autokauf bleibt schön zu Hause bei der spanischen Geschäftsbank. Wie in einem Logfile wird die rein buchungstechnisch (doppelte Buchführung) hierfür erforderliche Kosmetik protokolliert. Das nennt sich Target2. Irgendein Schuldverhältnis wird damit nicht begründet. Das ist an den Haaren herbeigezogener Unsinn.
      Solcher Unsinn kann natürlich die Leute zu auf Ängsten begründeten Verhaltensweisen verleiten. Z.B. könnte ein reicher Italiener oder Grieche von der Angst beschlichen werden, daß sein Land demnächst aus dem Euro ausscheidet. Seine Euros auf der heimischen griechischen oder italienischen Bank würden dann zwangsumgetauscht werden in die neue Währung. Die vermutlich sofort beträchtlich gegen den Euro abwerten würde. Um dieser Gefahr nicht länger ausgesetzt zu sein eröffnet der reiche Grieche oder Italiener lieber ein Bankkonto bei einer deutschen Geschäftsbank und transferiert den Großteil seiner gehorteten Millionen zu dieser deutschen Bank. Das Logfile zeigt bei diesem Vorgang steigende Target2-Salden um den Betrag genau dieser Millionen an.
      Und das sollen Schulden sein, welche Ausländer bei Deutschland haben? Mit Verlaub: umgekehrt wird ein Schuh draus.
      Damit Sie mich nicht mißverstehen: ich rede nicht dem schädlichen merkantilistischen deutschen Exportmodell das Wort. Die Tragik aus Sicht der deutschen Mittel- und Unterschicht, die nicht die Bar- und Giralgeldzahlungen aus den Exporten kassiert, liegt darin, daß Sie ihre Löhne haben drücken lassen. Andernfalls hätten sie die exportierten Güter aus ihrem höheren Einkommen kaufen können. Und die Tragik des produzierenden Gewerbes der Euroländer mit Handelsdifizit liegt darin, daß dieser Sektor allmählich den Bach runter geht weil er mit der Konkurrenz aus dem lohndrückenden Deutschland nicht mehr mithalten kann. Wenn dann auch noch von demokratisch nicht legitimierten Technokratenansammlungen wie z.B. der Troika Austerität verordnet wird, dann wird dieser Vorgang noch erheblich beschleunigt.

    • Was zugegebener Maßen schwer zu verstehen ist, versuche ich noch einmal ausführlicher zu erklären.

      Marx betrachtete seiner Zeit voraus die gesamtwirtschaftliche globale Produktion, nicht die kurzfristigen Profite einzelner. Um zu verstehen, muss man erst einmal wissen, was Kapital, Arbeit und Profit ist

      Viele glauben, Geld und Produktionsmittel seien Kapital. Das stimmt so nicht. Produktionsmittel (PM) sind erst mal Produktionsmittel. Geld ist ein Äquivalent für die Bemessung von Tauschwert der Waren untereinander. Zu Kapital wird beides inklusive der Arbeitskraft dann, wenn ein Geldbesitzer sein Geld nimmt, davon PM und Arbeitskraft kauft, es also anlegt (heute z.B. in Aktien), um sein angelegtes Geld durch das abschöpfen von Mehrwert zu vermehren. Kapital ist also nur in seiner diesbezüglichen Bewegung zu verstehen. Darum nennt man das ganze Ding hier Kapitalismus.

      Arbeit ist die Grundlage für alles nicht naturgegeben neu Entstehende. Auch Maschinen, Computer, Roboter müssen entworfen und gebaut, die Rohstoffe dafür gefunden, gefördert und bearbeitet werden. Der Kapitalist ist auf Fremdarbeit angewiesen, will er sein Geld kapitalisieren. Er kapitalisiert so auch die Fremdarbeit. Um dies zu können, muss es eine große Menge Besitzloser oder so Besitzarmer geben, dass sie selbst nicht in der Lage sind, Besitz zu kapitalisieren. Sie müssen also ihre Arbeitskraft in den Kapitalverwertungsprozess einbringen, um im Kapitalismus überleben zu können.

      Das heißt: In jedem Produkt, auch in jener Technik, die etwa Herr Zuckerberg für sein Unternehmen benötigt, steckt ein Anteil von Arbeitskraft. Er ist auf diese Produkte angewiesen. Er kauft diese Produkte also von einem Kapitalisten ab, der sie herstellen lässt. Der Preis, den Zuckerberg dafür bezahlt, steckt der Kapitalist, von dem er die Technik gekauft hat, sagen wir zu 25 Prozent in die Löhne seiner Arbeiter, zu 25 Prozent in seinen Technologiepark (Kredite für Maschinenkäufe, Installation, Wartung…). Die Arbeiter haben also 100 Prozent erwirtschaftet, erhalten davon ein Viertel – macht eine Mehrwertabschöpfung von 75 Prozent. Je mehr Technologie er besitzt, desto mehr wird er in sein konstantes Kapital stecken müssen und je weniger in variables Kapital (Löhne für Arbeitskraft).

      Will der verkaufende Kapitalist also überleben, muss er von Zuckerberg einen mindestens so hohen Preis verlangen, dass seine Profitrate nicht einbricht. Zuckerberg muss seinerseits sehen, dass er seine Investionen in diese Produkte so gering hält, dass sie ihm eine entsprechende Profitrate ermöglichen. Und da liegt der Hund begraben. Zuckerberg produziert selbst nichts. Er lebt quasi von Produkten, in denen sozusagen „tote Arbeitskraft“ steckt und durch Fremdarbeit, die quasi keine materiellen Waren produziert. Er lebt also von der Arbeitskraft jener Menschen, die die Produkte, die er dafür benötigt, hergestellt haben, quasi mit.

      Davon muss Zuckerberg nun folgendes bewerkstelligen:

      1. Lohnabhängige für die Produktion und Verwaltung immaterieller Güter bezahlen

      2. mit diesen immateriellen Gütern wiederum so viel Geld verdienen, dass er selbst eine Profitrate erzielt.

      1. Vorgang
      Zuckerberg kauft also „tote Arbeit“ in Form von Technologie + Arbeitskraft, um daraus noch mehr Geld zu machen. Was tut er genau? Ein Anteil des von ihm aufgebrachten Einsatzes (Kaufpreis) fließt über den anderen Kapitalsten in die Löhne von dessen Arbeiter, ein zweiter Anteil in die Technologie, ein dritter in dessen Tasche. Zuckerberg ist auf möglichst niedrige Kaufpreise bedacht, da er seine eigene Profitrate halten will. Was wiederum auf die Löhne der produzierenden Arbeiter drückt.

      2. Vorgang
      Zuckerberg muss für sich Gewinne erwirtschaften, also wie jeder Kapitalist mehr Umsatz erzielen, als er an Kapital einsetzt, das da wäre: Kosten für Technologie, Kosten für Arbeitskraft. Er stellt aber nichts materielles her, sondern benutzt nur die bereits hergestellte Technik, in der „tote Arbeitskraft“ steckt. Er handelt also mit immateriellen Gütern, ähnlich wie ein Kaufmann, der Seide aus China erwirbt, sie noch ansehnlich portioniert und wickelt (Arbeit), um sie dann in seine Heimat zu schaffen, und dort möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Mit der Arbeitskraft, die in der Seide steckt, hat er aber nicht unmittelbar etwas zu tun. Er erwirbt quasi diese Arbeitskraft, um das Produkt – die dann hübsch portionierte und aufgewickelte Seide – noch teurer zu verkaufen. So ähnlich ist es bei Zuckerberg.

      3. Vorgang
      Zuckerberg erhält mehr Geld von Abnehmern seiner Leistung, als er in den Erwerb dieser (Technologie mit enthaltener Arbeitskraft und neue Arbeitskraft, die aber nichts nichts neues produziert) hineingesteckt hat. Woher kommt das Geld? Ich würde jetzt mal raten, zum großen Teil durch Unternehmenswerbung. Diese Gelder entstammen wieder dem aus Arbeitskraft abgeschöpften Mehrwert – entweder unmittelbar (produzierendes Gewerbe) oder mittelbar (Handel und Dienstleistungen mittels „toter Arbeitskraft).

      Merke:
      Der Mensch ist ein materielles Wesen. Nur durch produzierende Arbeit werden die materiellen Grundlagen für jede weiterführende geistige Arbeit wie auch für die Deckung menschlicher Grundbedürfnisse geschaffen. Gesamtwirtschaftlich gesehen, stammt jeder echte Profit von dieser Arbeit, auch der eines Zuckerbergs. Fällt diese Arbeitskraft dank Hochtechnologie komplett weg, kann nur noch Geld umgeschaufelt oder künstlich neu geschöpft werden, wobei letzteres dann wie bekannt (schon jetzt) der materiellen Grundlage entbehrt.

      Gesamtwirtschaftlich betrachtet, hieße das: Es entstünde kein neuer Profit und es gäbe keine Arbeiter mehr, die von tatsächlich erwirtschaftetem Profit erhalten müssten. Alle, die dann also virutell, geistlg oder wie auch immer weiterhin arbeiten, wenn sie nicht die Mittel haben, die sie selbst kapitalisieren können – und vieles davon wird auch nach und nach durch Technologie ersetzt werden – würden also dann von dem leben, was Maschinen, Roboter und Computer – also konstantes, totes Kapital – „produzieren“. Es gäbe also nach begrenztem kapitalistischem Verstand keine wirklichen Lohnempfänger mehr, sondern nur noch Menschen, die auf die Güte der Kapitalisten angewiesen sein werden, dass dieser sie überleben lässt. Die Notwendigkeit, die weggefallenen Profiterzeuger am Leben zu erhalten, fällt nämlich weg, und damit auch langfristig die Notwendigkeit einer nicht mehr profiterzeugenden Massenproduktion.

      Merke außerdem:
      Alle Finanzgesschäfte außerhalb des produktiven Sektors und alle Dienstleistungen basieren entweder direkt auf anderswo vorausgabter produktiver Arbeitskraft oder aber sind Anleihen auf künftig durch produktive Arbeitskraft zu erzeugende Profite (was wahrscheinlich nie passieren wird). Dieser ganze undurchsichtige Finanzmarkt ist ja eine Antwort auf die gesamtwirtschaftlich betrachtet tendenziell sinkende Profitrate.

      So ist es auch logisch, dass in diesem System der extremst fortgeschrittenen Kapitalakkumulation und sinkender Profitrate immer schwerer wird, noch eine profitable Marktlücke zu entdecken und profitabel abzuschöpfen. Stattdessen blühen eben Spekulation und Betrug, gleichwohl wächst die Überproduktion und grassiert eine zunehmende Kapitalverwertungskrise – siehe Marx.

      Ich hoffe, ich konnte das jetzt einigermaßen verständlich erklären. Wie gesagt: Immer gesamtwirtschaftlich betrachten und dann den Einzelfall in diesem Kontext.

  6. Zum Ende ist es echt Extrem aber verständlich sobald man die Handynutzer sinn frei mit ihren Finger wischen zeigt was die Technik anzubieten hat !

    den wachsenden Bevölkerungsanteil, der für den Kapitalverwertungsprozess überflüssig wird.

  7. Auch ich danke für diesen guten Artikel und @Burghard Lehmann, natürlich weiß SW das auch. Die Frage lautet: Was tun? Ich sehe im Moment keine revolutionäre Klasse im Westen. Im gestrigen kenfm-Abdruck vom Rubikon wird ja auch von Jens Wernicke dementsprechend u.a. die Frage gestellt:

    „ob nicht vielmehr eine intelligente Minderheit … ausreicht, um das pseudo-demokratische Schmierentheater zum Einsturz zu bringen, zum Beispiel diese unsägliche große Ignoranten-Koalition in Deutschland“

    SW ist keine Revolutionärin und was sie wirklich will, bleibt ihr Geheimnis. Die Frage bleibt, muss man nicht in diesem Moment die eklig kleinen und mühsamen Schritte gehen und nicht vergessen, woran Susan Bonath erinnert?

  8. Anbei zwei Anmerkungen:

    Zum Einen, im Gespräch Herrn Jebsens, mit Herrn Bruder, wurde erwähnt, daß man die Sicherheitskräfte bestechen mußte, damit sie gegen Occupy vorgehen.

    Dies wird in einer nicht allzu fernen Zukunft wegfallen, da im Rahmen der Automatisierung, die menschlichen Sicherheitskräfte selbst, immer überflüssiger werden.

    Es gibt zahlreiche Bsp. in diesem Bereich, die dazu geeignet sind die aus der Kapitalverwertungslogik Überflüssigen zur „Raison“ zu bringen.

    Eines davon:

    Der „hyperpräzise“ Scharfschützenroboter
    13. Juli 2018 Florian Rötzer

    Eine französische Firma preist ihren Bodenkampfroboter Snibot an, weil der auch unter ungünstigen Bedingungen einen Menschen aus 200-300 Metern nicht tötet, sondern nur außer Gefecht schießen können soll
    https://www.heise.de/tp/features/Der-hyperpraezise-Scharfschuetzenroboter-4109159.html

    Zum Anderen, den Überflüssigen, wobei sie hier zügig in den Bereich der Schädlichen kommen.

    Wer tatsächlich überflüssig ist, stellen sie recht schnell fest, wenn der Chef bzw. die Chefin im Urlaub oder sonstwo ist und sie merken daß alles viel reibungsloser funktioniert, da man sich untereinander, unter Gleichen, bespricht.

    Was würden sie in einer Gemeinde mehr vermissen, den Bürgermeister oder die Müllabfuhr?

    Und für was, bitte schön, braucht man einen Milliardär?

  9. Danke Susuan Bonath für Ihren neusten Artikel, mit dem Sie den Nagel wieder haargenau auf den Kopf treffen. Das mit der unweigerlichen Profitminderung sollte auch Sarah Wagenknecht wissen, denn sie hat alle die Bücher in ihrem Schrank. Stattdessen führt sie die Leute in die Irre mit einer Sammlungsbewegung aus der nie und nimmer etwas werden kann.

    Ich finde es auch höchstinteressant, das Sie Lord Jakob Rothschild und seine Bande als Beispiel aufführen, sich aber nicht auf das Geplänkel um die „Neue Weltordnung“ einlassen und was diese Leute alles sonst noch im Kopf haben und was sie in ihrerer Freizeit mit Paedophelie, Satanismus und Freimaurerei betreiben. Im Ende sind sie nämlich alle nur die alten Kapitalisten und die müssen wir loswerden!

    • „Das mit der unweigerlichen Profitminderung sollte auch Sarah Wagenknecht wissen, denn sie hat alle die Bücher in ihrem Schrank. Stattdessen führt sie die Leute in die Irre mit einer Sammlungsbewegung aus der nie und nimmer etwas werden kann.“
      Davon können Sie ausgehen, daß Frau Wagenknecht das weiß. Und mit der von ihr mit-initiierten Sammlungsbewegung wird niemand in die Irre geführt. Das ist sozusagen nur eine Sofortmaßnahme um den Leuten eine Alternative gegen echte, durchtriebene Verführer zu geben. Was daraus wird bestimmt nicht Frau Wagenknecht sondern die Leute die sich da einbringen. Bringen Sie sich doch ein und klären die Leute auf. Niemand wird Sie daran hindern.
      Oder haben Sie eine bessere Idee? Oder das Blödvolk eh schon aufgegeben, das nicht imstande ist ihren Gedankengängen zu folgen?

  10. das ist das was ich sagte schaut euch Google an, schaut euch an wie sie von anderen Diskreditiert wird und wie Google es ganz vorne zeigt. sie ist eine die gemobbt wird warum weil sie die Wahrheit sagt und keiner das höheren soll.

Hinterlasse eine Antwort