Tagesdosis 14.11.2018 – Das tödlichste Feuer

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Es ist das tödlichste Feuer in der US-Geschichte, titelte es auf meinem Smartphone und ich dachte, was für ein Opferframe dieser Aufhänger doch ist.

Sicher, für alle dort, die vom Feuer verschlungen wurden, deren Habe sich in Rauch auflöste, die liebe Verwandte und Freunde verloren haben, ihr alle habt unser Mitgefühl.

Das tödlichste Feuer in der US-Geschichte entfachte sich aber tausende Kilometer weit entfernt von Südkalifornien und zu einer anderen Zeit. Was die US-Geschichte angeht, nicht in den USA. Feuer, daran starben Zehntausende in Hiroshima und in Nagasaki, in Vietnam und ich könnte jetzt noch weiter ausholen. Eine andere Titelstory über das Feuer in Südkalifornien schreibt, dass der US-Präsident Donald Trump wohl schon wisse, wer das Feuer dort gelegt habe. Naja, ein anderer Präsident wusste ja auch schon einmal, dass Babys in Kuwait auf den Boden geschmissen worden seien und dass irakische Barbaren sie dann noch zu Tode traten etc. – was nicht stimmte. Dann wusste man ganz genau, dass dreizehn wahnsinnige Moslems die beiden Zwillingstürme zum Einstürzen brachten. Auch ein weiterer Turm ist dann eingestürzt – ohne Verdächtige, ohne Flugzeugeinstürze. Wobei, das brachten die Medien dann weltweit nicht, mehrere dieser verdächtigen Terroristen dann einige Tage später beim FBI anriefen und dem Leiter dort erklärten, dass sie gar nicht dort gewesen seien und zumal noch wohlauf sind. Ach, auch diese Geschichten lassen sich endlos weiter erzählen und die meisten Leser hier wissen das bereits.

Das größte Feuer in der US-Geschichte könnte man ausrufen, ist das, das die US-Regierung permanent der Welt anbietet, wenn man nicht mit dem US-Dollar bezahlen möchte oder deren Land auf Öl schwimmt, oder, wenn jemand zu verhindern sucht, dass eigene Land an die Kapitalisten dieser Welt zu verschachern. Dann folgt ein wahrer Feuerball diesen Interessen und alles wird am Ende demokratisiert. Kann sich noch jemand in den USA an die Vernichtung der Nordamerikaner erinnern, fälschlicherweise Indianer genannt? Oder an die Versklavung von Millionen Afrikanern für den Aufbau der Stars and Strips bis ins letzte Jahrhundert hinein? An beiden Menschengruppen zelebrierte man die Unmenschlichkeit wie am Fließband und fand es ganz normal. Feuerwalzen haben die unterschiedlichsten Strukturen. Seltener ist die Variante, die in Südkalifornien nun auch das Anwesen von Thomas Gottschalk niederwalzte. Ohne Frage, eine unbeschreibliche menschliche Katastrophe.

Doch diese als das tödlichste Feuer in der US-Geschichte zu beschreiben, ist nichts weiter als ein Frame, eine Verstärkung des immer währenden Frames, dass die USA das Opfer äußerer Umstände sind. Wenn der US-Präsident zu wissen glaubt, wer der Brandstifter ist, dann trifft eine Naturkatastrophe wohl nicht zu. Aber ihr wisst ja, Präsidenten reden manchmal verwirrte Sachen. Nur, daraus folgen stets noch verwirrtere Tatsachen. Das tödlichste Feuer, dass man in der US-Geschichte vorfinden kann, ist der american way of life. Auch dieser wurde übrigens vollkommen verfälscht von seinem Begründer, dem Pädagogen und Philosophen John Dewey, missbraucht und zu einer Doktrin des Kapitalismus umfunktioniert worden. Die Welt vergisst nicht.

Zur Zeit steht diese Feuerwalze fast still. Aber die Brandstifter warten schon auf eine Gelegenheit, formieren sich gegen Russland und China und den Iran. Ob die Beileidsbekundungen und das Mitgefühl des Westens dann auch so intensiv davon in den Medien übermittelt werden? Ich glaube nicht. Menschlichkeit wird nur an die Guten übermittelt. Und die sind ja bekanntlich immer wir. Die Feuerwalze, wenn sie die USA irgendwo trifft, dann sollen wir uns in Mitgefühl und möglichst sogar Mitleid umfunktionieren lassen. Doch wenn die USA eine Feuerwalze viel größeren Ausmaßes über die NATO, irgendwo auf dieser Welt, lostreten, dann ist es eine gute demokratische und menschenfreundliche Feuerwalze. Dann sollen wir Hurra schreien und möglichst nicht damit aufhören, solange die Opfer noch nicht ganz verbrannt, verstrahlt oder zerfetzt sind. Wenn die BILD-Zeitung schreibt, dann hat der Tag endlich seinen Sinn erfunden. Man weiß wem man nachtrauern soll und wen man mit Gift und Galle einen Feind zu nennen hat. Gott bewahre uns dieses Bild, denn ohne die BILD wüssten die Meisten wohl nicht einmal, wann sie wie oft am Tag zur Toilette müssten. Ein großes Halleluja von allen an sie: HALLELUJA, du Hure aller Worte und deiner Wahrheiten. Halleluja dir, du schwarzer Zunge und Stift, aus dem dir alles herausquillt, was blutiger und zerstörischer nicht sein kann.

Heil dir, du imperiales Flackgeschütz, Zerstörer der Hirne, die aus dir lesen und meinen, etwas anderes ihren Hirnen angedeihen zu lassen, als dem Gehorsam für die Plünderer und Vernichter dieser Welt. Wie heißt es noch in dem Buch der Bücher: Du sollst dir kein BILDnis machen.

Quelle

https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/kalifornien-waldbraende-es-ist-das-toedlichste-feuer-der-us-geschichte-58392612.bild.html

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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4 Kommentare zu: “Tagesdosis 14.11.2018 – Das tödlichste Feuer

  1. Ich würde mir in Tagesdosisbeiträgen wie diesen Wünschen, doch gleich die jenigen zu benennen, die diese Feuer
    legen und zu verantworten haben. Ansonsten könnte schnell wieder ein „Antiamerikanismus“ unterstellt werden.
    Gleiches wäre bei Kritik an Israel, da wäre es dann Antisemitismus. In Deutschland wäre es dann undemokratisch
    oder eben demokratiefeindlich usw.

    KenFm möchte informieren, aber bitte auch für einen Neuling mit evtl. sehr wenig Wissen oder sehr junge Menschen.
    Ebenfalls darf die jahrzehntelange neolioberale Berieselung durch unsere Mainstreammedien nicht vergessen werden.
    Diese „Lückenpresse/Medien“ schaffen ein falsches Bild und das für lange Zeit. Das zu verändern in den Köpfen ist
    ein langer Weg, der mit einem „Antiamerikanismus“ auch schnell wieder sein Ende finden könnte.

    Verantwortlich sind jeweils die Regierungen mit ihren gewählten Volksvertretern. Doch auch sie sind abhängig
    von weiteren Interessengruppen wie Banken, der Wirtschaft mit dem Sprachrohr Medien. Also „Neoliberalisten“
    statt USA wäre meiner Meinung nach besser, genauer und treffender.

    Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch noch, dass in vielen Köpfen die „USA“ ein noch viel zu hohes Ansehen
    haben. Sprachlich benutzen wir alle amerikanische Begriffe wie Meeting, Date usw. Sämtliche Kriegsfilme, in denen
    die Bösen früher immer die Russen waren und heute eben Islamisten usw.. Dann noch McDoof, Gogle und
    Facebook, die das alles für viele eher positiv darstellen, weil es ein Teil ihres Lebens geworden ist.
    Ebenso ist ein Terrorist heute, sowie seit 9/11 grundsätzlich einer aus dem Nahen Osten mit Bart, der natürlich
    seinen Pass verliert. Das wird so berichtet und deshalb ändern sich sogar die Gesetze in vielen Ländern.

    Wer die Macht hat, Möglichkeiten zur Durchführung und natürlich auch damit die größte Verantwortung dafür hat, der
    sollte auch klar und eindeutig mit seinem Namen benannt werden.

  2. Danke Herr Lenz!
    …und auch die Villa Herrn Gottschalks (seine wievielte?) soll wohl abgebrannt sein. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wie auch bei denen, die widernatürlich ihre Schlösser und Protzklotze unter dem Wasserspiegel oder in Dürregebieten, die dann künstlich bewässert werden, bauen lassen.
    Bitte liebe Mitschreiber: Es sind Bürger der USA oder in den USA lebende Menschen, aber nicht pauschal Amerikaner! Dieser anmaßende Orwellsprech ist lächerlich, da die USA ein kleiner Teil Amerikas – des Kontinents – sind! Allzuoft wird in den Medien von Amerikanern gesprochen, obwohl es nur um die USA geht. Machen wir sie nicht größer als sie sind.
    Ja die Opferrolle und damit die Ausrede für Aggressionen. Bin gespannt, wann es in Tel Aviv brennt oder in der Umgebung. Aber diese ewig mißverstandenen und bedauernswerten Opfer durch alle Jahrhunderte hindurch haben ja ihre liebgewonnenen Schuldigen laufend updaten können. Aktuell ist es mal wieder die HAMAS. Was die doofen Araber sich auch so anstellen bei ihrem Genozid…sollen halt einfach ster….

  3. Tja, alle Wege führen nach Rom. Es sollte nicht vergessen werden, daß „die Amerikaner“ Nachfahren der christlichen Eroberer und Missionare aus Europa sind, also Europäer sind (die amerikanische Geschichte ist gerade 200 Jahre alt und die „American Way of Life“ eine Adaption der 2000-jährigen Religion), die dann nach Erreichen eines „Sättigungsgrades“ in God’s Own Country, wieder das aufnahmen, was seit der Christianisierung Roms, Europas und der restlichen Welt Programm ist: Mit „Werten“ missionieren = kriegen (Handel treiben und Krieg führen).

    • PS: Eine andere Feuer-Story: Das Feuer von Rom, vom irren Kaiser Nero gelegt: diese Story, ebenso wie die der Verfolgung der Christen: eine christliche Geschichtsschreibung.

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