Tagesdosis 15.10.2018 – Ohne Solidarität und Menschlichkeit bleibt alles, wie es ist

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Rund 240.000 Demonstranten sind im konservativen Deutschland eine hohe Zahl. Vor allem, wenn sie für Solidarität auf die Straße gehen. Denn Solidarität ist etwas, das man im global grassierenden kalten Spätkapitalismus mit der Lupe suchen muss. Eine knappe Viertelmillion Menschen also – man mag es kaum glauben – gingen am Wochenende auf die Straße, weil sie (Zitat) »nicht zulassen« wollen, »dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden«, oder kurz: Menschenrechte seien #unteilbar. Solidarität gehöre der Armutsrentnerin genauso wie dem Armutsflüchtling. Ja, angesichts der realen, von Hass und Aggression erschütterten Realität waren dies wahrlich eine Menge Menschen.

Angemeldet hatte die Großdemo ein Anwalt des Vereins »Rote Hilfe«. Dieser ist mitnichten übermäßiger Kooperation mit dem Staat verdächtig. Wird er doch seit langem von dessen Geheimdiensten überwacht. Die Springerpresse als Propaganda-Maschine des Kapitals spuckte Gift und Galle. Ein »Linksextremer« sei er, dieser Anwalt, tönte sie. »Verbieten!«, schrillte es in den Kommentarspalten.

Doch auch vermeintlich Linke echauffierten sich, als gäbe es kein anderes Problem im Land als eine Großdemonstration für Menschenrechte. Die angeprangerten Hauptpunkte: Die Aufrufer hätten Fluchtursachen nicht benannt, die soziale Frage ignoriert und rein moralistisch für offene Grenzen geworben.

Mal davon abgesehen, dass ein Plädoyer »für offene Grenzen« gar nicht vorkommt. Und dass entgegen der Darstellung der »linken« Kritiker sehr wohl bereits ganz oben im Aufruf dem Sozialabbau der Kampf angesagt wird. Dass man also schon mit falschen Unterstellungen arbeitet. Tatsächlich steht im Aufruf aber auch nichts vom real existierenden globalen Kapitalismus und seinen staatlich forcierten Rohstoff- und Markteroberungskriegen für private Profite, von seinen Plünderungsorgien in der »dritten Welt«.  

Nun, aber ist nicht genau dies das Merkmal bürgerlicher Aufrufe? Rechtfertigen die Anhänger der #unteilbar-Kritikerin Sahra Wagenknecht etwa nicht die völlig fehlende tiefer gehende Kapitalismuskritik ihrer Linkspartei-Ikone damit, dass deren Projekt #Aufstehen ansonsten gar nicht sammeln könnte, wen es sammeln möchte? Und hat nicht ausgerechnet #Aufstehen frühere Kriegstreiber wie den Grünen-Politiker Ludger Volmer integriert, wie auch so manchen Hartz-IV-Befürworter von der SPD?

Ich meine: Jedem halbwegs gebildeten Linken sträuben sich die Nackenhaare angesichts gewisser Plädoyers für ein Zurück zum »Sozialstaat« der 60er und 70er Jahre und dieser beinahe Bettelei bei den Herrschenden um ein paar Brosamen fürs deutsche Proletariat und Kleinbürgertum. Selbigen nationalen Reparaturkapitalismus predigt immerhin ein Björn Höcke von der AfD auch so nebenher. So beschwor dieser doch erst vorgestern auf dem Thüringer AfD-Parteitag in Arnstadt, er wolle das System gar nicht stürzen, sondern lediglich die Regierung auswechseln und zurück zur alten BRD.

Ausgerechnet für jene Wagenknecht-Anhänger konzentrieren sich die #unteilbar-Aufrufer zu wenig auf die Ursachen von Flucht und Migration. Wobei verschwiegen wird, dass diese massenhaft auf Transparenten und durch Rufe im riesigen Demozug angeprangert wurden, wie auch Aufnahmen des Senders RT Deutsch beweisen. Doch muss man zugunsten vieler #Aufstehen-Mitglieder auch betonen: Sehr viele, darunter sogar Mitinitiatoren, waren nicht der Meinung ihrer selbst erklärten Anführerin. Sie riefen zur Teilnahme auf und bildeten sogar einen eigenen Block. Respekt.

Doch zurück zu den möchtegernlinken #unteilbar-Kritikern: Sie wollen offensichtlich die Grundvoraussetzung für jede Umwälzung der Verhältnisse – nämlich internationale Solidarität innerhalb der unterdrückten Klasse – um jeden Preis verhindern. Sie suchen das Haar in der Suppe. Sicherlich, es ist nicht gerade förderlich, wenn sich lang gediente Kapitalisten-Betreuer, Sozialabbau-Apologeten und Kriegstreiber wie die SPD-Figuren Heiko Maas und Andrea Nahles zum Zweck der Eigenwerbung auf den Zug der Aufrufer setzen.

Es wäre auch blöd, wenn sich die beispielsweise vom Freidenker-Verband herum posaunte, völlig unbewiesene Verschwörungstheorie, die Stiftung des Multimilliardärs George Soros hätte womöglich ein paar Euronen zugeschossen, als wahr erweisen würde. Letztlich würde dies nichts daran ändern: Eine Viertelmillion Menschen sind für internationale Solidarität und nicht für irgendeinen Finanzier auf die Straße gegangen. Ich wiederhole: Für eine internationale Solidarität mit allen Opfern dieser Wirtschaftsordnung. Das ist das Gegenteil von Imperialismus und Krieg.

Wagenknecht beließ es wieder einmal dabei, so spitzfindig wie behände ihren Slogan permanent zu wiederholen, offene Grenzen seien »irrational«. Diese Hypothese unterstellt nicht nur fälschlicherweise, es habe diese Forderung gegeben. Sie soll ihre Forderung nach »geregelter Migration« unterstreichen. Wonach wird dann selektiert? Nach ökonomischem Nutzen? Wer soll selektieren? Der Staat?

Das krankt schon an der Tatsache, dass über nationalstaatliche Grenzen nicht die Mehrheit der Untertanen des Kapitals zu bestimmen hat, sondern gerade der Staat als Manager des deutschen Großkapitals. Und dass es eben jene Hilfe vor Ort, die sie so vehement fordert, gar nicht gibt. Weil wir es mangels Eigentum an Produktionsmitteln gar nicht können. Und weil das Großkapital dies nicht will und wird.

Doch andere – siehe auch die Soros-Verschwörung – gingen mit allerlei Spitzfindigkeiten weiter ins Detail. So seien beispielsweise bürgerliche NGOs, Gewerkschaften und Vereine unter den Aufrufern. Und ja, das Großkapital missbrauche Arbeitsmigranten und Flüchtlinge für Lohndrückerei.

Ja, und? Soll man deshalb bestimmte Gruppen von Menschen ausgrenzen, entrechten, in seit Hunderten von Jahren ausgeplünderte Krisengebiete oder in rumänische Roma-Ghettos zurück schicken? Sie vielleicht im Meer ertrinken oder in libyschen Folterlagern dahinvegetieren lassen? Weil das Kapital sie sonst nicht dort, sondern in Deutschland benutzt? Ist das eine Rechtfertigung, alle Menschlichkeit über Bord zu werfen?

Zum Tragen kommen dabei vor allem zwei Unterstellungen: Den Humanisten, die demonstriert haben, seien die Ärmsten, die nicht fliehen können, egal. Und sie würden gerade verhindern, dass die Leute vor Ort sich gegen Krieg, Ressourcenraub und Hunger wehren könnten. Ersteres ist eine bloße Unterstellung. Letzteres  ist widerlich: man erwartet von Hungernden, in Ruinen und im Elend Lebenden, also von den Ärmsten der Armen, Aufstände in der Peripherie, während man selbst im imperialistischen Zentrum Deutschland einen geregelten Kapitalismus genießen will? Mit Regalen voller geplünderter Kolonialwaren, versteht sich. Man will  ja nicht nur Kartoffeln und Brot essen. Man will auch nicht auf moderne Technik verzichten. Also geht man zum Chefausbeuter Staat, bittet ihn darum, die Elenden draußen zu halten, um den einheimischen Lohnsklaven wenigstens den Anblick der globalen Auswirkungen, die er selbst mit verursacht, zu ersparen.

Kurzum: Man bittet den Chefausbeuter gnädig um etwas mehr Sozialstaat auf Kosten der anderen. Das Wort »Sozialstaat« ist übrigens eine Erfindung der Herrschenden. Warum lässt ein Staat sein absorbiertes Humankapital nicht verhungern? Um Aufstände zu verhindern. Aus gleichem Grund gibt es Arbeitsgesetze, Kindergeld und ähnliche Krümel vom großen Kuchen. Und noch mal: Wer oder was ist eigentlich der Staat? Er managt genau das, was all die Verwerfungen verursacht, nämlich die systemimmanente Profitgier des Großkapitals. Sei es mit Aufrüstung, Hartz-IV-Schikanen oder Abzocke der Normalverdiener.

Außerdem: Seit spätestens dem Beginn der industriellen Revolution strebt unser Kapitalismus nach Globalisierung. Die Rohstoffe lagern nun einmal nicht vor der Tür. Ohne wirtschaftliche Ausdehnung gäbe es im kleinen Deutschland keinen Computer, kein Handy, kein Auto, keine Bananen – zum Beispiel. Blöderweise produziert im Kapitalismus niemand nach Bedarf, sondern wegen kalkulierter Profite. Profite hängen an Kaufkraft und Kaufkraft hat nichts mit Bedarf zu tun. Ergo landen riesige Mengen produzierter Waren auf der Müllkippe, während täglich Zehntausende verhungern und Milliarden im Elend leben.

Mit anderen Worten: Kapitalismus produziert seit jeher globale Verwerfungen. Diese werden nicht verschwinden mit einem deutsch-nationalen Kuschel-Kapitalismus. Gleichwohl der deutsche Staat mitnichten auch nur einen Cent mehr Rente oder Sozialhilfe an seine Outgesoucten abdrücken würde. Auch das deutsche Kapital würde die Löhne nur um einen Cent freiwillig erhöhen, wenn es keine Flüchtlinge gebe.

Niemand, der nur die Regierung eines Staats auswechseln will, wird das Kapital entmachten, die Flüchtlingsströme stoppen, dem Elend ein Ende bereiten. Es ist dreist und peinlich, von den Ärmsten Revolutionen zu verlangen, während man selbst im Zentrum die Plünderer maximal freundlich bittet, mit dem Plündern aufzuhören – wohl wissend, dass die das nicht vorhaben.

Die globale Ist-Situation bedroht inzwischen große Teile der Menschheit. Die ökologische und klimatische Katastrophe kennt keine Grenzen. Deutschland ist ihr egal. Und die Armen in den Postkolonien haben längst – der Technologie sei dank – spitzgekriegt, wo ihre Reichtümer verschwinden und verprasst werden. Ein Wolf jagt auch nicht da, wo kein Wild mehr ist. Das Rudel wird dorthin wandern, wo es überleben kann. Ergo: Wer das Wirtschaftssystem revolutionieren will, muss im Zentrum damit beginnen, den Herrschenden das profitable Privateigentum an Produktionsmitteln sowie dem Staat die Waffengewalt zu entreißen. Darum muss sich die Masse entscheiden: Geht sie nach rechts, bleibt die Welt im Ist-Zustand stecken – bis zum Kapitalkollaps. Gegen die dann zu erwartende Krise dürfte die Situation heute einem Ponyhof ähneln.

Nur das noch: Wer gegen Kapitalismus antritt, wirft sich nicht dem Staat mit sinnlosen Forderungen an den Hals. Und wer selber denken kann, dem kann auch ein George Soros mal den Buckel runterrutschen.

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Fotohinweis: wikimedia.commons.org, Urheber: Leonhard Lenz, Lizenz: CC0 1.0 Universal (CC0 1.0)
„Unter dem Motto ‚#Unteilbar – Solidarität statt Ausgrenzung‘ zog am 13. Oktober 2018 eine Demonstration mit 240.000 Menschen durch Berlin.“

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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38 Kommentare zu: “Tagesdosis 15.10.2018 – Ohne Solidarität und Menschlichkeit bleibt alles, wie es ist

  1. Bei viele Kommentartoren hat man den Eindruck, dass das Problem Frau Bonath und die Demo von „#Unteilbar“ sein muss, weil DER oder DIE dabei waren und H. Maas die Sache bejubelt hat.
    Eine differenzierte Sichtweise ist das nicht.
    Wir können natürlich Alle und Alles in einen Sack schmeißen und dann draufhauen.
    Frau Bonath’s Beitrag ist jedenfalls differenzierter als so mancher Kommentar dazu.

    Ich hallte es auch nicht für richtig nicht zu einer Demo zu gehen , weil ja DER dort hingeht.
    Genau das gleiche kennen wir ja von einigen Spezialisten, die wir zu recht dafür kritisieren.
    Das sind vorgeschobene Argumente, die am Kern vorbeigehen.

    Jeder der jetzt so laut schimpft, hätte ja mit einem eigenem Plakat dort teilnehmen können.
    Mit einem Plakat „Rüstungsexporte produzieren Flüchtlinge!“ , oder „Fairer Handel mit Afrika“ , wäre man sicher nicht vom Hof gejagt worden.

    Es ist sehr bequem, vom Sessel zu Hause, sich über die Unbedarftheit der Teilnehmer zu entrüsten.

    • Selbstverständlich ist die Teilnahme an einer Demo, bei der eine hinreichende Zahl Nazis mitmarschieren, äußerst fragwürdig. Das wurde im Zusammenhang mit den Ereignissen in Chemnitz jedem, der es wissen wollte oder auch nicht, permanent von genau der jetzt in Berlin gegen Rassismus demonstrierenden Klientel vorgehalten. Daher ist es nicht akzeptabel, daß eben dieses Argument hier auf einmal nicht gelten soll. Im übrigen müssen sie es den Leuten schon selbst überlassen, ob sie sich durch das Mitlatschen bei „unteilbar“ gemein machen wollen mit den Herrschenden und den herrschenden Kriegstreibern.

      Ausgerechnet das heute neben dem Sozialabbau imho wichtigste Problem, die seit 1990 Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen Opfer fordernden imperialistischen Kriege, wurde allerdings in Berlin nicht thematisiert. Dabei sind sie genauso Ausdruck von Rassismus, da ein libysches, syrisches oder afghanisches Leben dann doch nicht soviel wert sein kann, wie eines der Söldner der Aggressorstaaten. Die Kriege werden nämlich genau erst dann hier von Politik und Medien thematisiert, wenn genug Soldaten in Zinksärgen heimfahren.

      Den meisten Teilnehmern werfe ich übrigens nicht Unbedarftheit, sondern einen meist stillen und bei der Demo offensichtlichen Pakt mit den Herrschenden vor. Dafür dürfen sie sich bei gesellschaftspolitischen Themen (wie war das mit Brosamen?) und dem Kampf gegen Rassismus etc. dann wohlfühlen.

    • Ich glaube Sie tun einer nicht unbeträchtlichen Teilnehmern unrecht.
      Viele Menschen spüren, dass in der Gesellschaft etwas grundlegend falsch läuft.
      Wenn man sich kaum mit politischen Themen beschäftigt, blickt man nicht die Zusammenhänge.
      Wir sind die Guten. Das wird den Leuten rund um die Uhr suggeriert und auch geglaubt.
      Ein Pakt mit den Herrschenden und das was Sie tun, haben viele gar nicht auf der Uhr.

      Den „Aufbruch ins Ungefähre“ verfasst von DAGMAR HENN am 12. OKTOBER 2018 und im „Das kalte Herz Blog“ zuerst veröffentlicht , den ich sehr gut finde, haben viele nicht gelesen.
      Also weiter geben.

      übrigens:

      Aufstehen weist falsche Berichte zurück.
      In aktuellen Pressemeldungen wird behauptet, Sahra Wagenknecht habe der unteilbar-Demonstration am Samstag „eine Absage erteilt“. Zudem wird der Umstand, dass Mitglieder von „Aufstehen“ an der Demo teilnehmen, als Distanzierung von ihr gewertet.
      Richtig ist, dass Sahra Wagenknecht auf einer Veranstaltung in Berlin inhaltliche Kritik an dem Aufruf zur unteilbar-Demo formuliert, sich aber unabhängig davon dafür ausgesprochen hat, dass möglichst viele Menschen gegen Rechtsentwicklung und Rassismus auf die Straße gehen. Sie hat dafür geworben, in Zukunft auch Menschen in diesen Protest einzubeziehen, die für eine Regulierung der Migration eintreten. Auch hat sie bereits auf dieser Veranstaltung angekündigt, dass sich auch Mitglieder von „Aufstehen“ an der unteilbar-Demo beteiligen werden.
      „Aufstehen“ versteht sich seit seiner Gründung als plurale Organisation, in der unterschiedliche Auffassungen ihren Platz haben. Diese Pluralität wird es auch in Zukunft geben. Unterschiedliche Meinungen sind daher kein Ausdruck einer Distanzierung, sondern eine Selbstverständlichkeit in einer Organisation, die sich als überparteiliche plurale Sammlungsbewegung versteht.
      Wir werden unsere Energie darauf investieren in den kommenden Monaten den Druck auf der Strasse gegen soziale Spaltung, den Nährboden der Rechten, zu erhöhen.
      Quelle: Aufstehen via Facebook

  2. Liebe Alle!
    Schimpft bitte weiter auf Frau Bonath! Aber auch Schimpfen will geübt und gelernt sein.
    Vorwärts! Und nicht vergessen! Wir brauchen auch Provokationen, um unsere Argumente und Wallungen besser kennen zu lernen, besser zu sortieren und unsere „Werkzeuge“ zuschärfen. „A luta continua!“ Damit so etwas wie der Kampf kein Krampf bleibt und es sich lohnt, mit Perspektive aufzustehen.

    • Von Ihnen, habe ich, mit Verlaub gesagt, auch schon intelligentere Beiträge gelesen.

      „Aufstehen“ wird es im Clinch mit „#Unteilbar“ auch nicht schaffen.
      Sortiert werden wir schon genug.
      Gemeinsam könnte es klappen.
      Fokussieren wir uns auf Gemeinsamkeiten, dann könnte es klappen.

  3. 15. Oktober 2018 um 17:04 Uhr | Verantwortlich: Albrecht Müller

    Zu „unteilbar“, zur Demonstration vom 13. Oktober und dann noch Leserbriefe zu unserem Beitrag 11. Oktober
    Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Leserbriefe, Rechte Gefahr, Soziale Bewegungen, Strategien der Meinungsmache

    Ohne Zweifel war das eine bewundernswert große und lebendige Demonstration. Dort waren unzählige Menschen und Mitmacher, denen wir sehr verbunden sind, versammelt. Außerdem: wenn man darüber nachdenkt, wie man in Deutschland noch einmal eine glückliche Wende zum Guten erreichen könnte, dann mit dem Engagement von vielen Menschen. Über die Medien läuft das nicht, über die Mehrheit der anwesenden Parteien auch nicht. Deshalb haben wir von den NachDenkSeiten seit 15 Jahren darüber geschrieben, wir wollten helfen, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Deshalb sind wir prinzipiell froh, wenn Menschen wie am vergangenen Samstag demonstrieren. Albrecht Müller.

    Die Demonstration war beeindruckend. Das sehen viele unserer Leserinnen und Leser auch so. Viele haben schon geschrieben, dass sie eine Stellungnahme der NachDenkSeiten zu der Demonstration erwarten. Das hat nun leider gedauert, weil wir gleichzeitig die Leserbriefe veröffentlichen wollten.

    Die Demonstration war bewundernswert. Man kann das so sehen. Man kann sich aber auch darüber wundern, dass eine Organisation quasi aus dem Nichts so viele Leute mobilisieren kann. Diese verschiedene Sicht des Vorgangs kommt auch in den Leserbriefen zum Ausdruck.

    Man kann bewundern, wie viele Menschen gegen die „Bösen“, gegen Rechts und die AfD auf die Straße gegangen sind. Man kann sich aber auch wundern, dass sich diesem Protest auch Vertreter der Bundesregierung und der großen Koalition anschließen konnten und so spiegelbildlich die Reihen der „Guten“ um sie geschlossen werden.

    Mal sehen, was aus der Demonstration und dem Impuls, der ohne Zweifel damit verbunden ist, wird.

    Moritz Müller hat die Leserbriefe zusammengestellt und führt sie im Folgenden ein, einige habe ich ergänzend hinzugefügt. Sie waren bei uns nicht über die Leserbrief-Adresse eingetroffen.

    (…)

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=46544

    • Und ergänzend noch Herr Gellermann:

      Unteilbar gutes Gefühl
      Das Fest der Freundlichkeit in Berlin

      Autor: U. Gellermann
      Datum: 15. Oktober 2018

      Bewegt von der Sorge um ein Land, das nach rechts driftet: So kamen sie aus allen Teilen Deutschlands in die Hauptstadt zur Aktion #Unteilbar. Gegen Rassismus und für allgemeine Solidarität klang der Tenor der Sprechchöre und die klarste Botschaft war: „Kein Platz für Nazis“. Niemand brachte die Allgemeinheit des geteilten Signals besser auf den Punkt als ausgerechnet Andrea Nahles: „Wir müssen Gesicht zeigen für eine solidarische Gesellschaft, für unseren Sozialstaat, für ein friedliches und respektvolles Miteinander“, gab SPD-Chefin Nahles dem Aufruf zum Geleit. Tatsächlich war das gute, das freundliche Gesicht Deutschlands im Berliner Zentrum zu sehen. So als habe es nie Bundeswehr-Einsätze im Ausland gegeben, die tapfer an der Zahl der Flüchtlinge mitgearbeitet haben. Als gäbe es wirklich einen Sozialstaat, der das Land nicht in Habende und Habenichtse teilt. Als erführe der Hartz-Vierer denselben Respekt wie der mit dem Acht-Zylinder Geländewagen.

      Wer dieses gute Gefühl für ein gutes Miteinander nicht auch toll findet, der ist ein Spielverderber. Denn die positive Energie der Zehntausenden war Teil jenes Spiels, das man Demokratie nennt. Ein Spiel, das davon lebt, dass so viele Leute wie möglich daran glauben, wir hätten „eine offene und freie Gesellschaft“ wie es der Aufruf von #Unteilbar so hoffnungsfroh formulierte. Unter diesem sympathischen Slogan konnten sich viele einig sein: Vom scharfen und brillanten Kritiker der deutschen Gesellschaft Volker Pispers bis zu den eher sanften mobilen Pflanzern der Common Grounds/Prinzessinnengärten aus Kreuzberg: Man unterschrieb gern. Fraglos gehörten die Aktionsteilnehmer zu den ehrlichen Erben jener unzähligen Helfer, die Merkels „wir-schaffen-das“ mit echtem Pflicht- und Mitgefühl eingelöst haben. Wo wird sie hingehen, diese große, schöne Freundlichkeit? Wer wird sie einsammeln, die vielen guten Menschen? Die Wahlen in Bayern zeigen erneut, dass es die GRÜNEN sind – die aus einer ernsten Friedensbewegung stammen, die sie von Jugoslawien bis Afghanistan verraten haben und noch immer verraten – in deren Sammlungs-Sack die Stimmen landen und damit in der Bewusstseinslosigkeit.

      (…)
      „Es ist ein ganz wunderbarer Herbst der Solidarität, der hier in Berlin auf die Straße gebracht wurde“, erklärte Anna Spangenberg, Sprecherin des Bündnisses #Unteilbar. Immer noch leben wir im goldenen Herbst der Profitmacher. Reich ist die Blut-Ernte der Waffenindustrie, deren Kriegsflüchtlinge uns weiter besuchen und den plastischen Vorwand für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit liefern. Davon im Aufruf der Unteilbaren kein Wort. Was werden die Teilnehmer der Aktion mit nach Hause nehmen? Ganz sicher ein gutes Gewissen. Wut auf die Herrschenden kaum. Jene Wut, die Voraussetzung für den Widerstand ist.
      https://www.rationalgalerie.de/home/unteilbar-gutes-gefuehl.html

  4. „Die eine „Haarspalterin“ übergibt die Axt dem nächsten „Haarspalter“
    Warum es gut war, dass „aufstehen“ sitzen blieb!

    Die „Tagesschau“ beweihräucherte die „überwältigende“ Großdemonstration in der ersten Meldung des Tages mit den begeisterten Stimmen einer Auswahl euphorisierter Teilnehmer in Festtagsstimmung, als hätte „die Mannschaft“ gerade wieder einmal die WM gewonnen und uns gezeigt, „wie die Gegner“ und „wie w i r gehen“: sie kriechen am Boden und wir hoch erhobenen Hauptes. (Sollte „aufstehen“ je eine Demonstration auf die Beine bringen – bitte drauf achten, wie und ob überhaupt darüber berichtet wird…)
    Heiko Maas erteilte der Menge den unheilbaren Segen „Urbi et Orbi“.
    Wohl kaum einer der Teilnehmer hatte es wohl für notwendig befunden, sich etwas näher mit dem Text des Gründungsaufrufes von „unheilbar“ auseinander zu setzen. Wozu auch? Wir feiern die Feste, wie sie fallen.

    Zum Glück lebe und blieb ich in der Provinz, so dass ich von der ansteckenden Trance einer bewußtlosen Versenkung „aus Gründen der Mitmenschlichkeit, der Menschenrechte und des Friedens“, bewahrt blieb und folgte lieber den Spuren jener „zu verachtenden“ „Gebildeten, welche mit spitzfindigen, destruktiven, akademischen Haarspaltereien die Demonstrationsteilnehmer herabwürdigen, ins Lächerliche ziehen“, und das ohne – wie es vom Gutmenschen gefordert war und erwartet wurde – den Demonstranten „meinen grössten Respekt und Hochachtung“ zu bekunden. Ließ angeblich „jeglichen Respekt und jegliche Empathie vermissen“, was sich erklären läßt aus der Unfähigkeit, „die starken Zeichen, welche diese ungewöhnlich vielen Menschen setzten, verstehen zu wollen oder zu können“.

    Nach einer eher dürftig ausgefallenen Kurzformulierung meines Unbehagens – das sich unter anderem auf eine etwas breiter gefasste und etwas milder gestimmte Analyse von Paul Schreyer „Warum der „Kampf gegen rechts“ die Gesellschaft weiter spaltet“ stützte ( https://paulschreyer.wordpress.com/ ), stieß ich auf den „spitzfindigen, destruktiven, akademischen“ Haarspalter-Beitrag von Dagmar Henn „Aufbruch ins Ungefähre“, zu finden „just around the corner“ ( https://kenfm.de/aufbruch-ins-ungefaehre/ ) und fühlte mich gleich sowohl besser aufgehoben als auch meinen eigenen Durchblick als zu unterkomplex, weil er sich nicht wie sie detailliert-haarspalterisch schon weit vor dem Massenauflauf auf den Gründungstext von „unheilbar“ konzentriert hatte.

    Eine „haarspalterisch-apathisch-respektlos-spitzfindig-destruktiv-herabwürdigende“ Herangehnsweise muß allerdings nicht der Analyse von Texten vorbehalten bleiben, sondern kann sich auch auf die teilnehmend-beobachtende Beschreibung eines „Ereignisses“ stürzen – wie uns Ulrich Gellermann in „Unteilbar gutes Gefühl“. Das Fest der Freundlichkeit in Berlin – auch nicht weit entfernt – in unnachahmlicher Weise vorführt:
    https://kenfm.de/unteilbar-gutes-gefuehl/

    Ein kleines Bündel ausgerissener von ihm gespaltener Haare gefälligst?

    „Fraglos gehörten die Aktionsteilnehmer zu den ehrlichen Erben jener unzähligen Helfer, die Merkels „wir-schaffen-das“ mit echtem Pflicht- und Mitgefühl eingelöst haben. Wo wird sie hingehen, diese große, schöne Freundlichkeit? Wer wird sie einsammeln, die vielen guten Menschen? Die Wahlen in Bayern zeigen erneut, dass es die GRÜNEN sind, die aus einer ernsten Friedensbewegung stammen, die sie von Jugoslawien bis Afghanistan verraten haben und noch immer verraten. In deren Sammlungs-Sack die Stimmen landen und damit in der Bewusstseinslosigkeit.

    Es war Bundesaußenminister Heiko Maas, der #Unteilbar in Berlin noch kurz vor dem Start den letzten Kick gab: „Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar“. Dieser oder jener Teilnehmer der vom Kipping-Flügel der Linkspartei inspirierten Aktion wird sich nicht so richtig wohl gefühlt haben. Denn es war Maas, der sich noch jüngst bei der saudischen Diktatur für seinen Vorgänger Gabriel entschuldigte. Der hatte den Saudis „Abenteurertum“ im Nahen Osten vorgeworfen. Saudi-Arabien hatte daraufhin verärgert seinen Botschafter abgezogen und eine Entschuldigung der Bundesregierung gefordert. Dabei sorgen die saudischen Kriegsverbrecher nur für neue Flüchtlinge in und um Jemen herum. Da braucht man natürlich jene offene Grenzen, die #Unteilbar im Aufruf zur Berliner Aktion betont friedlich forderte.

    Kaum von Heiko Maas verabschiedet, bot sich den Kämpfern für offene Grenzen ein garantiert unschädlicher Demo-Bereich zur Integration in den oppositionellen Mainstream an: Der Demo-Block „Die offene Gesellschaft“ – supported by Bertelsmann – bot all jenen Unterschlupf, die zwar irgendwie dagegen sind, aber auch dafür.“

    „unteilbar“ teilt – unheilbar?
    (fragt sich das Stimpelrulzchen…)

    • Das wirklich erhellende dieser Tagesdosis sind die Kommentare.
      Rumpelstilzchen würde ich gerne aufnehmen:
      Ach wie gut das niemand weiß, dass ich Wachstumswahn heiß!!!!!!!
      Ach wie gut, dass jeder weiß, dass das BIP des aktuellen Jahres, das BIP des vergangenen Jahres toppen muss, in Ewigkeit, Amen, und niemand diesen real existierenden Irrsinn in Frage stellt.
      Ach wie gut, dass niemand (außer Walter Lippmann) weiß, dass diese völlig irrelevante Unteilbar – Veranstaltung maximal aufgeblasen wird, damit ich mich dahinter verstecken kann.
      Auch wie gut, dass jeder weiß, dass George Soros mittlerweile auch Timor und seinem Trupp finanziell unter die Arme greift. Wer etwas anderes behauptet, bekommt es mit einer meiner stärksten Waffen zu tun, der Verschwörungstheoriekeule.
      Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Solidarität und Menschlichkeit nicht fürchten muss….solange hunderttausende Unteilbar – Demonstranten sonntags für oder gegen was auch immer demonstrieren, und ab Montag sowieso niemand etwas gegen mich unternimmt.
      Ach wir gut, dass niemand weiß, wie ich heiß.

  5. Die letzten Refugien für linke Freidenker schwinden, wenn solche Tagesdosen bei KenFM publiziert werden. Der allzu leicht durchschaubare Zweck der „Unteilbar“-Propaganda-Maschine, die von heute auf morgen perfekt organisiert und ausgestattet auf dem Tapet stand wie weiland jenes Pferd vor Troja ist von vielen Kommentatoren klar benannt worden: es geht um die bereits jetzt erschreckend erfolgreiche Spaltung einer linken Bewegung, die tatsächlich den neofeudalistischen Machteliten hätte in die Quere kommen können. KenFM darf sich rühmen, an der Unterminierung dieser Bewegung und an der perfiden Diskreditierung einer der letzten mutigen systemkritischen Politikerinnen tätigen Anteil zu haben – traurig!

    • Fast stimme ich Dir zu! Frau Bonath soll ruhig ihre Meinung – auch hier bei KenFM – weiter äußern dürfen. Ob ihre Beiträge jedoch den privilegierten Status der „Tagesdosis“ weiterhin unbedingt einnehmen müssen, möchte ich in Frage stellen, wenn man bedenkt, dass so ein hervorragender Beitrag wie der von Dagmar Henn eher „unter ferner liefen“ eingeordnet und uns nicht in der „Audio-Ohrensessel-Luxus-Version“ dargereicht wurde. Womöglich gibt es eine Art Arbeitsvertrag mit Frau Bonath. Das wissen wir nicht. Ein Portal ist schließlich keine radikal-demokratische Veranstaltung, bei der alles transparent werden muß. Vielleicht wird es auch solche Portale demnächst geben – oder es gibt sie schon, nur wir kennen sie nicht…

  6. Ich fasse zusammen: Wir lassen die letzten Reste des Sozialstaats der alten Bundesrepublik, war ohnehin eine perfide Intrige des Kapitals zur Aufstandsbekämpfung, kampflos abräumen und gehen gleich zur Umwälzung der herrschenden Verhältnisse durch die internationale Soilidarität der unterdrückten Klasse über. Ganz nebenbei wird jede Errungenschaft des Sozialstaats als Brosamen für das deutsche Proletariat und Kleinbürgertum verächtlich gemacht und angewidert den Rechten überlassen. Und damit die Weltrevolution vorankommt, kommt das internationale Proletariat geschlossen zu uns.

    Man weiß nicht ob man lachen oder kotzen soll, angesichts dieses ulkigen Plädoyers für einen forcierten Neoliberalismus. Gleichwohl möchte ich ein paar grundsätzliche Gedanken anführen:

    150 Jahre Arbeiterbewegung und Arbeitskämpfe um acht Stunden Tage, Arbeitsschutz, Alters- und Gesundheitsvorsorge wischt Frau Bonath mal eben als kleinbürgerlichen Irrtum beiseite, handelt es sich doch um den bloßen Reparaturbetrieb eines schändlichen Kapitalismus, der ohne Arbeitsschutz und soziale Absicherung viel schneller überwunden werden kann. Wer sich dennoch für diese sozial-liberalen Errungenschaften und deren nationale Überbleibsel ins Zeug legen will, ist bei der AFD besser aufgehoben.

    Statt zu beklagen, dass niemand die auf die Straße getragene Bereitschaft der Viertelmillionen zur Solidarität aufnimmt und in greifbare politische Forderungen übersetzt, nimmt Frau Bonath die bürgerlichen Demonstranten gegenüber allzu linken Ansprüchen in Schutz, um sie im gleichen Atemzug als Speerspitze für die internationale Solidarität des Weltproletariats zu vereinnahmen.

    Der Interessengleichklang zwischen jenen, die von der industriellen Reservearmee aus sprach- und wehrlosen Ungelernten, die zum Teil vom Mindestlohn befreit, zum Teil mangels Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis, Arbeits-und Tarifstandards unterlaufen, profitieren, und jenen, die sich in ihrem Wahn einer Zuspitzung der Verhältnisse und gelebter internationaler Solidarität im heimischen Kiez sonnen, ficht Frau Bonath nicht an. Vorsorglich greift sie zur Verschwörungstheorie-Keule gegen alle, denen bei einer betont grenzenlos freien offenen Gesellschaft die gleichnamige Stiftung eines Neuberliners in den Sinn kommt. Der große Rest ist gänzlich unrevolutionär damit beschäftigt, sich um bezahlbaren Wohnraum, schlecht bezahlte Arbeit und seine private Alters- und Gesundheits-Zusatzversicherung zu kümmern.

    Immerhin hätte es dieser Philanthrop nicht besser fertig bringen können, die Polarisierung der Unterdrückten, Kleinbürger und Zugezogenen zwischen unversöhnlichen politischen Lagern auf die Spitze und in die Arme von Parteien zu treiben, die – rechts wie links – jeder Opposition gegen die herrschenden Macht- und Eigentumserhältnisse gänzlich unverdächtig sind.

    Chapeau!

  7. Es nervt einfach wenn die Rivalitäten zu hochkochen und Frau Bonath immer mit ihrem Wagenknecht-Bashing um die Ecke kommt. Aber natürlich ist auch das eine legitime Position. Wir sollten bloß sehen dass wir mehr Probleme lösen als schaffen und uns nicht (mehr immer) auseinander dividieren lassen. Man kann ja in all diesen Dingen unterschiedlicher Meinung sein, sollte aber den Grundkonsens behalten das Völkerrecht zu achten und keine Angriffskriege zu führen. Das würde schon sehr viel nützen, besonders auch der Umwelt wenn man nicht immer auf der Jagd nach dem interventionistischen „humanitären“ Völkerrecht, welches es nicht gibt, herumballert.

  8. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß‘!“

    Dass in „unteilbar“ unter dem Motto: „Solidarität statt Ausgrenzung – Für eine offene und freie Gesellschaft“, zu den Unterzeichnern die Organisationen Attac, Campact, Amnesty International, sowie die Linkspartei-Vorsitzende Katja Kipping, der Satiriker Jan Böhmermann, der Soziologe Harald Welzer, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Eva Menasse, Jonas Lüscher, Olga Grasnova, der ARD-Journalist Georg Restle, die Schauspieler(innen) Lisa Maria Potthoff, Esther Schweins, August Zirner, Benno Führmann, Ulrich Schneider (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Ayse Demir (Türkischer Bund), Maria Loheide (Sozialpolitik Diakonie), Isabell Senff (ver.di Jugend), Julia Dachroff (Brot für die Welt) gehören, ist so wahr wie traurig, wenn auch nicht unbedingt überraschend.
    Ich wiederhole noch einmal, dass hinter all dem, was sie in fast wörtlicher Übereinstimmumg mit den bisherigen Verlautbarungen von „aufstehen“ (nur eben ohne die Verantwortlichen oder die Misstände verursachenden politischen und ökonomischen Mängel aufzuzeigen – „man ist dagegen“) auf ihrer Website und ihren veröffentlichten Videos formulieren, eine ganz andere Agenda erkennbar ist, nämlich die der „Open Society“ des George Soros und die entsprechend sprechende „EU-Open-Border-Doktrin“ des „freien Marktes“, den nicht wenige der sich dem anschließenden NGOs zum Teil real bekämpft haben, teils bekämpfen zu wollen vorgeben.

    Der Zeitpunkt der Demonstration verrät einiges, trifft diese wohlgeplante und mit viel Aufwand und Umsicht organisierte Kampagne doch nicht gerade zufällig zusammen mit den recht schwerfälligen Bemühungen der Konstitution von „aufstehen“ zusammen, denen die Initiatoren von „unteilbar“ – nicht ihre zahlreichen Fürsprecher, denen man genug Zustimmungsfähiges zum Anfüttern hingeworfen hat – so schnell und wirkungsvoll wie möglich den Wind aus den Segeln nehmen will, weil sie erkannt haben: Die gewinnen Anhängerschaft und könnten der von der „Open Society“ bereits weltweit erfolgreich installierten „Open-Border-Doktrin“ demokratisch und auf lange Sicht gefährlich werden. Dass es darum geht, wird entweder verschwiegen oder nur ganz am Rande mal erwähnt.

    Unter diesen aktuellen Umständen gewinnen die vergleichsweise unbeholfenen Anstrengungen der „Aufstehensbewegung“ bei mir an Symphatie, Zustimmung und Glaubwürdigkeit, zeugen sie doch – statt dieser nicht so leicht durchschaubaren (und deshalb leich bestreitbaren) „Top-Down-Strategie“ (Farbenrevolutionen, Arab Spring etc.) – von den Schwierigkeiten demokratischer Organisation, die zwar „von oben“ angestoßen wurde, aber im Prozeß ihres Aufstehens und Aufstellens die demokratischen Verfahrens- und Vorgehensweisen, samt der sich in dem Prozeß zu bildenden Institutionen, von denen noch gar nicht feststeht, wie sie beschaffen sind, erst mühevoll sich erarbeiten muß. Weil ein demokratisches „Bottom-Up“, mit „imperativem Mandat“, Transparenzsicherung und -forderung, Gemeinwohlorientierung etc. wegen seiner Uneingeübtheit auf breiterer Basis seine Zeit braucht.

    Danke lieber Soros! Danke liebe „Open Society“! Danke liebe Initiatoren von „Unteilbar“!
    dafür, dass Ihr uns ein Stück deutschen Volksguts wieder in Erinnerung gerufen habt:

    „Heißest du Kunz?“ – „Nein.“ – „Heißest du Heinz?“ – „Nein.“ – „Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“
    „Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.

    „Unteilbar“ teilt – oder will teilen!
    Das ist ihr Name.

    Dagmar Henn benennt es richtig (um nur eine kleine Stelle zu nennen, die sich Frau Bonath hinter die Ohren schreiben sollte) kurz und schmerzlos, wenn sie sich einen der Hauptslogans vornimmt:

    „Solidarität kennt keine Grenzen!“

    „Doch. Kennt sie. Die Grenzen zwischen den Klassen. Kennt sie die nicht mehr, handelt es sich nicht um Solidarität, sondern um Wohltätigkeit.“

    • Wenn sich allerdings erweisen sollte, dass durch diese Großveranstaltung angestoßen sich Entscheidendes an den politischen, ökonomischen, intransparenten, kriegsbefürwortenden und -treibenden, ein russisches Feindbild systematisch aufbauenden, die Herrschaft der Konzerne und der Großbanken unbeeinträchtigt lassenden Verhältnissen veränderte, wäre ich der letzte, der seinen Irrtum bedauern würde.
      Vielleicht wäre sogar eine Tasse Kaffee mit Frau Bonath drin.

  9. Das Niveau dieser Tagesdosis ist, (wie zuvor schon andere „Bonathsche Dosen“) gruselig und reißt hier jedesmal das Niveau nach unten.
    Es ist immer wieder der gleiche Weltschmerz, die gleiche scheinbare Lebensfrustration und/ oder Verachtung für die Kollegin Wagenknecht und alles was sonst nicht so passend fundamentalistisch (Welt-und realitätsfern) „links“ ist.

    Sie scheinen die Themen nur als Anlass aufzugreifen, um wieder das gleiche Lied zu singen. . .

    Empfehle Ihnen die kritische Analyse von Dagmar Henn. Man/Frau muß nicht mit allem konform sein, aber auf jeden fall ein erfrischendes Gegenbeispiel , wie man/frau sich auch nüchtern und sachlich mit den Themen selbst auseinandersetzen kann.

    • Man darf natürlich der Meinung sein, das Menschlichkeit ein geringes Niveau bedeutet. Aber wenn Niveau automatisch Menschenhass bedeutet, ist dann Niveau etwas, was man anstreben sollte?

    • Zu „Meinenstein“: Auch „gruselige“ Meinungen sind in einem gewissen Rahmen zu tolerieren.

      Zu „Alexander“: Mir ist völlig unklar, mit welchem Wort oder Satz „Meinenstein“ Niveau mit „Menschenhass“ oder „Unmenschlichkeit“ gleichgesetzt haben soll.

    • Lieber teddiefidel da scheint wohl im Kopf des Herrn Alexander ein Denkschritt geschehen sein, denn nicht jeder offensichtlich nachvollziehen kann.

  10. „….wenn wir die Mechanismen und Motive des Group Mind verstehen, ist es dann nicht möglich, die Massen zu steuern und zu reglementieren, entsprechend unserem Willen, und zwar, ohne dass sie (die Masse) es weiß? …
    Die bisherige Praxis der Propaganda hat erwiesen, dass das möglich ist … dass wir in gewissen Fällen einen Umschwung in der öffentlichen Meinung bewirken … gerade so, wie der Autofahrer die Geschwindigkeit seines Autos bestimmen kann durch Zufuhr von Benzin.“

    Edward Bernay, Propaganda 1927 (aus Herrmann Ploppa, Hiltlers amerikanische Lehrer)

    Frage:
    Wer hat die #unteilbare PR-Agentur beauftragt, eine solch klasse PR-Arbeit abzuliefern, in dem sie 200.000 Leute mit unterschiedlichsten Motiven dazu animierte, sich für Selbstverständliches „einzusetzen“ und nebenbei Andersdenkende in Sachen „offene Grenzen“ und „geordnete Migration“ als Nazis zu brandmarken ?

    Bei der Demo konnte sich ja jeder freuen.
    Für die unterwanderte Linke war die Schadenfreude groß, die neue Sammelbewegung #Aufstehen damit endlich zu versenken.
    Auch ein Unternehmer kann sich freuen. Hat der Wertewesten doch dafür gesorgt, dass Flüchtlinge wegen Krieg, jahrelanger Sanktionen und Zerstörung einheimischer Märkte flüchten müssen. Nun soll auch die Rendite einfahren werden.
    Endlich billige Arbeitskräfte, knappster Wohnraum, Sozialstaat ade.

    Mein Tipp:
    Heute ist der 15.10.18. Der Tag, an dem in Syriens Idlib das Ultimatum zur Ablieferung der Terroristen-Waffen abläuft. Der Terroristen-unterstützende Wertewesten kann sich womöglich freuen, sollte RU nun einen Korridor für den freien Abzug aller Dschihadisten nach Europa eröffnen.
    Denn dort scheint die Sehnsucht grenzenlos zu sein.

    • Liebe „Fantastin“: Sie hätten neben Hermann Ploppa auch auf Rainer Mausfeld und seinen letzten Auftritt bei „KenFM im Gespräch“ verweisen können. Überhaupt kreisen ja alle seine Vorträge wie auch sein letztes Buch um die Infragestellung der „repräsentativen Demokratie“ und die Propaganda- und Manipulationstechniken, die sich funktionselitäre Tuis als dienstbare Geister der Eliten für diese Eliten „ausklamüsert“ haben: die Frauenzigarette als „Torch of Freedom“ (um nur ein Beispiel zu nennen).

  11. Na Frau Bonath, da haben wohl eine gewisse Wahrnehmumgsschwäche und ganz viel Wunschdenken bei der Beurteilung dieser Veranstaltung mitgespielt.

    In der öffentlichen Berichterstattung und Wahrnehmung war es wohl eher das Gegenstück zum Fackelumzug der Jugend zum Republikgeburtstag.
    Und da wirft man ein paar Chemnitzern vor, sich von den falschen Leuten instrumentalisieren zu lassen.
    Bei dieser Veranstaltung haben sich ja wohl noch viel mehr Menschen in ihrer Leichtgläubigkeit bzw. Überheblichkeit instrumentalisieren lassen.

    Mit einem irgendwie gearteten Solidaritätsgedanken hatte das wohl nur bei einigen wenigen zu tun.

    Und bei den vielen Hinzugekommenen ist es bezüglich der Solidarität zu ihren Landsleuten wohl auch nicht sehr weit her.

    • Noch sind wir – Gott sei dank! – weder wieder so weit, Susan Bonaths Wort als verpflichtende Verlautbarung des 1. Vorsitzenden der Einheitspartei uns um die Ohren schlagen, noch uns von ihr „das Wort zum Sonntag“ ins Gewissen reden zu lassen. Sie darf sagen, was sie zu sagen hat und wir dürfen auch weg- oder überhören.

  12. “Sie wollen offensichtlich die Grundvoraussetzung (!!!) für jede Umwälzung der Verhältnisse – nämlich internationale Solidarität innerhalb der unterdrückten Klasse – um jeden Preis verhindern. Sie suchen das Haar in der Suppe.”

    Tja, und mir scheint, da hat jemand alle Buchstaben des Marxschen Kapitals genommen und eine Buchstabensuppe daraus gemacht. Und in dieser Suppe gibt es kein Haar, das sie nicht selbst finden darf.
    Casanova soll auf die Kritik, warum er sich nicht bei seinem Namen nannte, geantwortet haben: “Mir gehört das Alphabet!” Frau Bonath gehört das Alphabet und sie rührt die Alphabetsuppe in Sachen internationaler Solidarität innerhalb (!!!) der unterdrückten Klasse. Und in dieser Buchstabensuppe gehören ihr auch die Worte, daher keine Unterscheidung zwischen Solidarität innerhalb EINER Klasse, Solidarität unter Menschen und Caritas einer Oberklasse. Frau Bonath bekennt sich auch ausdrücklch zur Solidarität innerhalb!!! der unterdrückten Klasse. Und da nur sie grundsätzlich die Buchstabensuppe lesen kann, im Gegensatz zu den “Möchtegernlinken”, weiß nur sie, was die Grund!!!voraussetzung für jede Umwälzung der Verhältnisse ist. Welcher Verhältnisse? Frau Bonath kennt natürlich die Verhältnisse in jedem Land der dritten Welt genauestens. Für Frau Bonath sind sie überall gleich? War sie je dort? Ich meine, nicht im Urlaub.
    Ich möchte Frau Bonath vorschlagen, mal ein paar Jahre (mindestens 5) in einem dieser Länder zu leben, Sprache und Land zu studieren, und zu sehen, wie die Oberschicht mit dem Westen gegen ihre eigenen Leute kooperiert. Und zu sehen, wie sich die unterdrückte Klasse versucht, dagegen zu wehren und genau wie Frau Bonath um das Haar in der Suppe streitet, dabei stets dem anderen vorwirft, er suche das Haar in der Suppe. Fremde Köche werden in jüngster Zeit zunehmend empfunden als Haar in der Suppe; dies führt zu einer Tendenz, dass OBEN und UNTEN – mehr oder eher weniger stillschweigend und harmonisch – eine Basis der Solidarität finden und Autokratie und Diktatur und Nationalismus auf dieser Basis entstehen, weil diese Einmischungen von allen Seiten nur noch mehr Probleme zu den internen Problemen verursachen.
    Nach allem, was ich bisher gelesen und selbst erlebt habe, müssen sich die unterdrückten Klassen national und regional selbst aus ihrer Situation befreien, die aus Gründen, die ich hier auslasse, meist sehr verschieden ist, und Einmischungen – auch von UNTEN als solches gesehen! – mehr schaden als nützen, vor allem auch, da ihre Ambivalenz mittlerweile durchschaut wird – von OBEN von den Opportunisten ohnehin, aber zunehmend auch von UNTEN. Die radikalen Globalisierer des Kapitals und deren Eigner erleben den Rückschlag in Form von Abschottung, Installation von Autokraten und Diktaturen und Protektionismus; und manche Linke glauben gerade jetzt sei der Zeitpunkt, die Internationalisierung des Klassenkampfes zu propagieren.

    China betreibt (noch?) Geoökonomie im Gegensatz zu Geopolitik. Spät hat man im Westen das bemerkt. Das könnte ein Weg sein, den Ländern der dritten Welt zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden.
    Sog. Freie Handelsverträge mit afrikanischen Ländern zu schliessen, die ihre heimischen Märkte vernichten, wie dies Deutschland tut, dagegen mit 240 000 Demonstranten zu demonstrieren, das wäre eine Hilfe für die Flüchtlinge und deren Länder. Willkommenskultur und Menschenwerte sind scheinheilig wie schon immer vor dem Hintergrund von Krieg und sog. Freien Handelsverträgen. Nehmen wir die Flüchtlinge auf und hoffen darauf, dass sie sich mit dem Schicksal ihrer Länder solidarisieren und nicht nur ihre eigenen Verhältnisse verbessern. Wenn das gelänge, das wäre vielleicht eine Grundvoraussetzung für eine Umwälzung der Verhältnisse.

  13. die Frau Bonath wieder mal!….
    Frau Bonath, ich lege Ihnen aller wärmstens diesen Text ans Herz, Link: https://kenfm.de/aufbruch-ins-ungefaehre/
    Ich weiß, es ist viel Text (zum lesen) aber tun Sie es einfach, lesen Sie!…
    Was für eine Schmierenkommödie (diese Demo) wollen Sie hier mit diesem (weiteren) Traktat gutschreiben?!
    Ach je, und Menschen die selber denken können, denen kann Soros und Co auch mal den Buckel runter rutschen?!
    Also, wenn Menschen auf einer Demo mitlaufen, die zum Teil auch von Soros und den üblichen Verdächtigen mitgetragen und promoted wird, bin ich mir gar nicht mehr so sicher ob da jemand des selbst denkens mächtig ist!…
    Ei ei ei…
    Sehen Sie -? Erkennen Sie nicht?!
    Das ist ja schon grober Unfug was Sie da den Lesern zumuten!

  14. Sahra W. hat sich vorsorglich zurückgehalten aber niemandem die Teilnahme verboten. Damit ist sie mancher Provokation ihrer innerpateilichen Feinde auf deren Sammlungsbewegung (siehe da!) aus dem Weg gegangen. Das war ihre persönliche Entscheidung, wie es jeder tut (nicht alle mit Statement in der Presse). Warum jetzt Nachtreten, statt Zusammenarbeit – jetzt erst recht – anbieten? Es geht hier wohl doch eher um #Abwürgen!

    • Sehr gut! Einmal abwarten, wie Frau Bonath sich verhalten wird, wenn „aufstehen“ zu einer Demonstration aufruft. So blöd wird sie nicht sein, uns die Teilnahme zu verbieten. Aber sie wird mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, versuchen, uns eine Teilnahme madig zu machen, sie ins Lächerliche zu ziehen. Das darf sie (versuchen) und unter Umständen könnte sie damit – ausnahmsweise – sogar recht haben. Das käme auf die Begründung der Ziele der Demonstration wie deren Organisation und Durchführung an…

  15. Liebe Grüsse vom IS, Allahu akbar.
    Oder Bum bum bum, ich bringe euch alle um.
    Oder wie war das mit Eva Herrmann ?
    Das Ganze hat auch ganz sicher nichts damit zu tun das in Bayern eine Wahl war.
    Auf der Demo war auch niemand von den Islamverbänden, der LINKEN, den Grünen und der SPD vertreten oder ?
    Die haben auch nicht dazu aufgerufen oder ?
    Wie hält es eigentlich der Islam mit der Unteilbarkeit, so mit Einteilung in Gläubige und Ungläubige und den Menschenrechten. Was steht denn dazu im Koran? Ist da nicht was das alle muslimischen Staaten die Menschenrechte nur den Muslimen zugestehen ? Ne ne das ist aber kein Rassismus und was hat Herr Jebsen gesagt, im Iran gibt es mehr Demokratie wie in Deutschland ? Nun dass im Iran die Demokratie nur für muslimische Männer gilt hat er aber nicht gesagt.
    Ich glaube das sagt genügend über das Motto dieser Veranstaltung aus.
    Noch mehr pervertieren kann man so ein Motto gar nicht.

    • „…daß im Iran die Demokratie nur für muslimische Männer gilt…“

      Muss Ihnen da widersprechen: es sind gerade Frauen, die im Iran die „Demokratie“ für sich in Anspruch nehmen – und auch durchsetzen! Iranische Frauen studieren weltweit an Universitäten, vor allem in Asien. Sie gehören fast ausnahmslos der Oberschicht an; und in der Mehrzahl verstehen sie Demokratie als Konsum- und Glückstempel.

    • Ja, die einzige Frau aus dem Iran die ich kenne ist schon vor vielen Jahren aus dem Iran geflohen.
      Kan nsein das Frauen dort auch wählen dürfen wenn sie Musliminen sind. Ämter und Politiker dürfen aber nur Muslime werden. Habe erst einen Artikel gelesen wo eben abgestimmt werden musste um einen ich glaube Juden zu erlauben dass er Bürgermeister wein kann weil das eben normalerweise nur Muslimen gestattet ist.
      Inwieweit alle Iranerinnen nur der Oberschicht angehören sollen ist für mich unlogisch. Dann würde es dort nur Oberschicht geben. Das die Menschen dort aber hoch intelligent sind möchte ich nicht anzweifeln.
      Aber um darauf hinzuweisen wie stark dort Menschen unterdrückt werden muss man nur auf Menschen zu Wort kommen lassen die dort aufgewachsen sind wie zB Sabatina James aus Afghanistan. Nun Iran ist nicht Afghanistan. Es gibt aber auch noch viele andere Menschen und die Kurden wissen ein Lied davon zu singen was Unterdrückung in einem islamischen Staat bedeutet.

    • Mißverständnis:

      Nicht alle iranische Frauen – sondern diejenigen, die weltweit an Universitäten studieren gehören fast ausnahmslos der Oberschicht an.

  16. Also ich würde selbstverständlich nicht zu einer Demo gehen, die u.a. von den Syrien-Zerstörern von „Adopt a Revolution“ und von der die Nazis in der Ukraine verharmlosenden und noch jeden Aggressionskrieg der westlichen Wertegemeinschaft propagandistisch unterstützenden Böll-Stiftung und anderen Bellizisten getragen wird. Von Maas ganz zu schweigen. Zu den üblichen hier wiederholt montags zu lesenden Phantastereien lohnt es sich nicht, noch was zu schreiben.

  17. Moin, Frau Bonath!
    Hier auf KenFM sind zu der Veranstaltung und zu dem Aufruf 2 lesenswerte Beiträge erschienen.
    1. Dagmar Henn mit einer sehr tiefen Kritik und umwerfenden Logik und
    2. Uli Gellermann mit einer etwas allgemeiner gehaltenen Kritik

    Was ist dem noch hinzuzufuegen?!
    Nun, Sie versuchen mit dem obigen Kommentar die Deutungshoheit zu erlangen: Auch wenn es „schlimme Finger“ sind, die am Aufruf mitgearbeitet haben oder ihn unterstuetzt haben, Sie nennen nicht nur Maas und Nahles, sondern auch NGO’s des Verbrechers Soros, so ist doch alles nur halb so schlimm.
    Nun ja, ein Teil dieser erlauchten Gesellschaft lässt schon den Rueckschluss zu, dass es sich um eine (semi) Regierungsdemo gehandelt habe. Auf alle Fälle, was den Slogan „Solidarität ist unteilbar“ angeht. Gemeint ist hier uebrigens nicht Solidarität, sondern gemeint ist Caritas!
    Diese Demo impliziert das Bild der Merkel, die sich an ihr Volk wendet und „wir schaffen das“ postuliert.
    Da kann man sich sicherlich hintenanstellen im Demozug und sich wohlfuehlen ob so vieler Gleichgesinnter, doch mit linker Identität, Frau Bonath, hat das nichts zu tun, sondern mehr mit dem Abnicken und Verteidigen Regierungsverordneter Parolen!

    „Ich meine: Jedem halbwegs gebildeten Linken sträuben sich die Nackenhaare angesichts gewisser Plädoyers für ein Zurück zum »Sozialstaat« der 60er und 70er Jahre und dieser beinahe Bettelei bei den Herrschenden um ein paar Brosamen fürs deutsche Proletariat und Kleinbürgertum.“

    Hier Frau Bonath, sollten Sie nicht so sehr den Blick in die Ferne schweifen lassen, und sich eher die „Lage der (nicht) arbeitenden Klasse in Deutschland“ anschauen. Fuer diese Menschen wäre ein Zurueck zur Vollbeschäftigung und damit zu akzeptablen Lohneinkuenften schon ein Riesenschritt, um ihr elende Lage zu ueberwinden.
    Aber das ist ihnen wohl nicht links genug, weil sozialdemokratisch?
    Neben Marx, Frau Bonath, ist ein Blick in Lenins Werke auch ganz lehrreich, zumindest ueber die Taktiken der Sozialdemokratie zu lesen könnte sehr erhellend sein, wird eine proletarische Revolution doch nicht mit den Maximalforderungen begonnen, sondern wird im Kampf entwickelt auch mit Forderungen, die Sie wohl mit der Kneifzange anfassen wuerden (Sozialstaat u.a.).

    • Also ich kann mit allen 3 Artikeln leben.
      Es gibt halt verschiedene Perspektiven. Es war schon immer Sache der Linken, sich zu zerfleischen.
      Warum redet man nicht mit- anstatt über einander.
      Jede nicht eigene Ansicht wird als persönlicher Angriff aufgefasst.

  18. > Die globale Ist-Situation bedroht inzwischen große Teile der Menschheit.
    Ich würde sogar sagen: Die globale Ist-Situation bedroht — seit etlichen Jahren unverkennbar — nicht nur die gesamte Menschheit, sondern sogar die Existenz der gesamten Menschheit.
    ==
    „The most basic commandment of our [i.e. the „Western“, ultra-neurotic] culture: Thou shalt pretend there is nothing wrong.“ — Derrick Jensen in „Language Older than Words,“ Ch. 8

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