Tagesdosis 15.11.2019 – Vor unseren Augen vom „Rechtsstaat“ zu Tode gefoltert

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Von der erneuten Warnung des führenden Experten der Vereinten Nationen für Folterdiagnostik, dass das Leben des Whistleblower Julian Assange in großer Gefahr ist, haben die westlichen Politiker und Medien, die sonst so gerne Menschenrechte predigen, keine Notiz genommen.

In einer öffentlichen Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP hat der UN-Beauftragte Nils Melzer, der international anerkannte Experte für Folterbehandlung, Freitag vergangener Woche erneut deutlich gewarnt, dass wegen der extremen Haftbedingungen in Großbritannien die Gesundheit und das Leben des Australiers Julian Assange auf der Kippe stehen.

Man muss sich nur einmal den hysterischen Aufschrei dieser Heuchler vorstellen, wenn Assange unter diesen Bedingungen in einem russischen Gefängnis festgehalten würde. Wer noch nach einem weiteren Beweis für die Verdorbenheit der britischen und amerikanischen Regierungen sucht, die so gerne die restliche Welt über Demokratie, Menschenrechte und internationales Recht belehren, der hat ihn am Beispiel der Behandlung von Julian Assange gefunden. Auch von unserer Bundesregierung ist kein Piep zu hören.

Der 48-jährige Assange befindet sich seit April dieses Jahres in einem Hochsicherheitsgefängnis in London. Zuvor konnte er gewaltsam von der britischen Polizei aus der ecuadorianischen Botschaft „abgeholt“ werden. Zufällig (!) hatte Washington gerade einen großen IWF-Kredit für Ecuador ermöglicht. Die neue Regierung in Ecuador hat den Flüchtling Assange in einem schwindelerregenden Verstoß gegen das Völkerrecht für einen prall gefüllten Sack Silberlinge verhökert, nachdem er seit fast sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl gefunden hatte, um nicht an die USA ausgeliefert zu werden. Aber die britischen Schoßhunde der Amerikaner tun nun alles, um ihren Herrchen in Washington zu gefallen.

Assange hätte schon am 22. September freigelassen werden sollen, als sein Urteil wegen einer früheren Kautionsverletzung zugestellt worden war. Stattdessen beugte ein britischer Richter das Recht und ordnete die weitere Inhaftierung von Assange an – so lange nämlich, bis das von den USA gewünschte Auslieferungsverfahren gegen ihn im nächsten Jahr beginnt. Wenn Assange an die USA lebend ausgeliefert wird, dann drohen ihm 175 Jahre Gefängnis, falls er – wie angestrebt – wegen Spionage verurteilt wird. Weil er als Journalist etliche, bis dahin verheimlichte, schreckliche US-Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan dokumentiert und enthüllt hatte, wäre es naiv zu glauben, dass er in Großbritannien oder in den USA ein faires Verfahren bekommen würde. Der erste Beweis ist bereits geliefert worden: Ihm wurde die ordnungsgemäße Konsultation seiner Verteidiger verweigert.

Assanges Veröffentlichungen auf der Whistleblower-Site WikiLeaks enthüllten auch Missstände der westlichen Diplomatie in mehreren Ländern sowie die illegale weltweite Spionage gegen unbescholtene Bürger durch US-Geheimdienste in Absprache mit deren britischen Kollegen.

Assange hat der internationalen Öffentlichkeit wichtige Informationen bekannt gemacht, die uns über die systematische Korruptheit von Washington und seinen Verbündeten aufklären. Weil er die Wahrheit gesagt hat, wird er jetzt verfolgt, genauso wie seine Whistleblower-Kollegen Chelsea Manning und Edward Snowden. Manning wurde in den USA wiederholt inhaftiert, während Snowden in Russland Asyl suchen musste, aus Angst, als „Verräter“ inhaftiert zu werden, wenn er in die USA oder irgendwohin in den Westen zurückkehrt.

UN-Beauftragter Nils Melzer hatte Assange bereits im Mai dieses Jahres im Gefängnis der Kategorie A in Belmarsh besuchte, wo er in Einzelhaft isoliert war. Melzer kam damals bereits zu dem Schluss, dass Assange von den britischen Behörden psychisch gefoltert wurde. Sein damaliger, wenig hoffnungsvoller Alarmruf basierte auf der medizinischen Diagnose über Assanges Gesundheit.

Als dann Assange wieder am 21. Oktober vor Gericht vorgeführt wurde, war alles nur noch schlimmer. Er schien total desorientiert. Er murmelte, stotterte und bemühte sich, seinen eigenen Namen und sein Geburtsdatum zu nennen. Der Wikileaks-Gründer sei offensichtlich systematischer „psychologischer Folterungen“ ausgesetzt, erklärte Melzer Freitag letzte Woche. Zuvor hatte bereits einen Tag nach Assanges Vorführung vor Gericht der ehemalige Britische Botschafter Craig Murray auf seiner Webseite geschrieben (1):

„Seine (Assanges) körperliche Erscheinung war nicht so schockierend wie seine geistige Verschlechterung. Als er gebeten wurde, seinen Namen und sein Geburtsdatum anzugeben, bemühte er sich sichtbar über mehrere Sekunden hinweg, sich an beide zu erinnern… seine Schwierigkeit, dies zu tun war sehr offensichtlich; es war ein echter Kampf für ihn, die Worte zu artikulieren und seinen Gedankengang zu fokussieren. Bis gestern war ich immer skeptisch gegenüber jenen, die behaupteten, dass Julians Behandlung einer Folter gleichkäme. Aber nachdem ich an den Prozessen in Usbekistan gegen mehrere Opfer extremer Folter teilgenommen und mit Überlebenden aus Sierra Leone und anderen Ländern zusammengearbeitet habe, kann ich Ihnen sagen, dass … Julian genau die Symptome eines Folteropfers zeigte, er blinzelt ins Licht, war desorientiert und verwirrt und versuchte in einem echten Kampf durch den Nebel der Hilflosigkeit doch noch seinen freien Willen durchzusetzen.“

Auch Melzer appellierte an die britische Justiz (2), „dringend ihren Kurs zu ändern und (Assanges) unmenschliche Situation zu lindern“, sonst könnten „Willkür und Missbrauch, denen Mr. Assange ständig ausgesetzt ist, ihm bald sein Leben kosten“. Wie schon im Mai, schenkte die westliche Medienberichterstattung der Erklärung des UN-Beauftragten Melzer letzte Woche keinerlei Aufmerksamkeit – Keine Meldung wert! Es ist, als ob das Schicksal des unschuldig gequälten Assange von der westlichen Menschenrechtspresse bereits im Gedächtnisloch entsorgt ist.

Dabei ist „Assanges Gesundheit in eine Abwärtsspirale zunehmender Angst, Stress und Hilflosigkeit geraten, die typisch ist für Personen, die längerer Isolation und ständiger Willkür ausgesetzt sind“, so die düstere Einschätzung Melzers. Medizinisch sei „die genaue Entwicklung nur schwer vorherzusagen“, aber sie „kann sich bei diesem Muster von Symptomen schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln, die einen kardiovaskulären Zusammenbruch oder einen Nervenkollaps zur Folge hat“, warnte der UN-Folterexperte, der zugleich darauf verwies, dass die Maßnahmen, die er im Mai ergriffen hatte, „um Assanges Gesundheit und Würde zu schützen, ausdrücklich ignoriert worden“ seien. Die britische Regierung habe „in völliger Missachtung der Rechte und der Integrität von Herrn Assange“ gehandelt. „Trotz der medizinischen Dringlichkeit … und der Schwere der mutmaßlichen Verstöße“ habe sie „keine Maßnahmen zur Ermittlung, Vorbeugung und Wiedergutmachung ergriffen, die nach internationalem Recht vorgeschrieben sind.“ Assanges Haftbedingungen seien „in keiner Weise zu rechtfertigen.“

Für Botschafter Murray ist Assange „einer der größten Journalisten und wichtigsten Dissidenten unserer Zeit, der vor unseren Augen vom Staat zu Tode gefoltert wird. Es war unerträglich, meinen Freund so zu sehen, den artikuliertesten Mann, den schnellsten Denker, den ich je gekannt habe, reduziert auf dieses chaotische und inkohärente Wrack“, schrieb Murray auf seinem Internet Blog.

Das Unrecht ist himmelschreiend. Während die US-Regierung Assange wegen der Veröffentlichung von Informationen über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen der US-Soldateska verfolgt, Folter und Mord inbegriffen, genießen die Täter, die für diese Verbrechen verantwortlich sind, weiterhin Straflosigkeit. Derweil befürchtet Assanges Vater, dass die Briten und Amerikaner gar nicht an einem Prozess interessiert sind. Weil dabei zu viel ihrer schmutzigen Wäsche ans Licht kommen würde, sei zu befürchten, dass die britischen und amerikanischen Behörden sich abgesprochen haben, seinen Sohn außergerichtlich zu töten.

Die besonders ekelhafte Scheinheiligkeit der US-Medien wird durch deren jüngste Versuche unterstrichen, einen im Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump im Weißen Haus angesetzten CIA-Mitarbeiter als heldenhaften „Whistleblower“ zu glorifizieren. Zugleich aber verunglimpfen dieselben Medien den unbequemen Journalisten Assange nicht nur als angeblichen „russischen Spion“ sondern sie dichten ihm alle möglichen anderen Ungeheuerlichkeiten an. Assange soll vor den Augen der Öffentlichkeit als Monster vorgeführt werden, um seine Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit zu zerstören.

Caitlin Johnstone hat auf ihrem Internet Blog alle Dreckskübel identifiziert und widerlegt, die über Julian Assange ausgekippt wurden und immer noch werden.

Sie sollen allesamt über die faschistoide Niedertracht hinwegtäuschen, mit der das US-Imperium und seine britischen Handlanger gegen unliebsame Journalisten und die Pressefreiheit vorgehen.

Nachfolgend ist die nummerierte Liste von diffamatorischen Vorwürfen gegen Assange, die Caitlin Johnstone in ihrem Blog im Detail abhandelt (3). Es ist eine lange Liste, denn die Zahl der Diffamierungen und Denunziationen, mit denen die Mainstream Medien einen der wichtigsten investigativen Journalisten unserer Zeit zum Schweigen bringen wollen, ist lang:

  1. „Er ist kein Journalist.“
  2. „Er ist ein Vergewaltiger.“
  3. „Er hat sich in der Botschaft vor Vergewaltigungsvorwürfen versteckt.“
  4. „Er ist ein russischer Agent.“
  5. „Er wird wegen kriminellen Hackens verfolgt, nicht wegen Journalismus.“
  6. „Er sollte einfach nach Amerika gehen und die Suppe auslöffeln. Wenn er unschuldig ist, hat er nichts zu befürchten.“
  7. „Er hatte sich vor dem Gerichtstermin gedrückt, da mussten die Briten ihn festnehmen.“
  8. „Er ist ein Narzisst/ein Größenwahnsinniger/ein Idiot.“
  9. „Er ist ein scheußliches, schreckliches Monster wegen X, Y und Z – aber ich denke nicht, dass er ausgeliefert werden sollte.“
  10. „Trump wird ihn retten und die beiden werden zusammenarbeiten, um den Tiefen Staat abzuschaffen. Entspannt euch, Ihr werdet schon sehen.“
  11. „Er hat Scheiße an die Wände geschmiert. Scheiße, Scheiße, Scheißer.“
  12. „Er stinkt.“
  13. „Er war ein schlechter Hausgast.“
  14. „Er arbeitete heimlich mit Don Trump jr. zusammen.“
  15. „Er veröffentlicht nur Vertrauliches über Amerika.“
  16. „Er ist ein Antisemit.“
  17. „Er ist ein Faschist.“
  18. „Er war ein Trump-Unterstützer.“
  19. „Ich fand ihn eigentlich ganz gut, bis er die Wahl 2016 zerstörte.“ / „Ich hielt eigentlich nichts von ihm, bis er die Wahl 2016 rettete.“
  20. „Er hat Blut an seinen Händen.“
  21. „Er veröffentlichte die Details von Millionen türkischer Wählerinnen.“
  22. „Er unterstützte rechte politische Parteien in Australien.“
  23. „Er gefährdete das Leben schwuler Saudis.“
  24. „Er ist ein CIA-Agent“
  25. „Er misshandelte seine Katze.“
  26. „Er ist ein Pädophiler.“
  27. „Er log bezüglich Seth Rich.“
  28. „Er hat niemals etwas über Trump geleakt.“
  29. „Er arbeitete heimlich mit Nigel Farage zusammen.“

Abschließend ist hier nur noch festzustellen, dass die Qualitätsmedien der westlichen Wertegemeinschaft, die sich rund um die Welt so sehr für Menschenrechte einsetzen, eine erschreckend gefühllose Gleichgültigkeit gegenüber staatlich sanktionierter Folter ihres „Kollegen“ Assange zeigen, während sie zugleich den sogenannten „CIA-Whistleblower“ gegen Trump, der gar kein Whistleblower ist, sondern Spitzeldienste für den Tiefen Staat geleistet hat, zum furchtlosen Helden hoch stilisieren.

Wenn aber ein unnachgiebiger Whistleblower mit der Verbreitung unbequemer Wahrheiten die Macht herausfordert, indem er deren Verbrechen enthüllt, dann wird er als „Krimineller“ diskreditiert und bis in den Tod verfolgt.

Quellen:

  1. https://www.craigmurray.org.uk/archives/2019/10/assange-in-court/
  2. https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=25249&LangID=E
  3. http://www.free21.org/entlarvung-aller-verleumdungen-von-julian-assange/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis:  Alexandros Michailidis/ Shutterstock

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31 Kommentare zu: “Tagesdosis 15.11.2019 – Vor unseren Augen vom „Rechtsstaat“ zu Tode gefoltert

  1. Oh … auch wenn mein Text in den Tiefen des digitalen Archives verschwindet und ungelesen bleibt, möchte ich den Kommentar von Mathias widersprechen:

    Indem man J. Assange dunkle, doppelbödigen und arglistien Geheimdienstgeschäften unterstellt, d.h. seine Nähe zum Geheimträgern um anschließend als "Whisselblower" in die Öffentlichkeit zu teten, als spezielle und perfide Taktik deutet, verliert sich auf sehr dünnem Eis.

    Über offiziellen Medien, Presse, TV und Radio wurde ein Umfeld geschaffen, indem niemand MITGEFÜHL mit ihm empfinden würde, ähnlich wie im modernen Mobbing oder in der historischen Hexenjagd. Mathias trägt dazu bei, denn es geht hier in erster Linie um seine Haftbedingungen etc.

    Es ist besonders grausam, einerseits in physischer Isolierung zu vegetieren und auf der anderen Seite vom empatischen Schwingungsfeld des Mitgefühls beraubt zu werden.

    Was hier geschieht ist eine Form der ENTMENSCHLICHUNG.

    Es geht hier um ein JUSTIEZVORGANG der alle REGELN DES RECHTS bricht und die eigentlichen Täter straffrei belässt.

    Egal was mit J. Assange passiert …. er wird nicht vergessen und er hat seine Unsterblichkeit schon längst erreicht.

  2. Nachforschungen zeigen, daß Edward Snowden ein CIA Agent ist und der Feind von Assange ist.
    Snowden kommuniziert mit seinem CIA Handler John Brennan über das auf der CIA Seite befindliche Onlinegame "Break the Code"
    Snowden hatte und hat mehrere Aufgaben:
    1. die NSA lahmlegen (Mitte 2013)
    2. um dadurch Uranium 1 verdeckter ablaufen zu lassen (die NSA hatte alles zu den Verbrechen der CIA)
    3. Mit dem Portal/Software "secure drop" echte Whistleblower in die Falle zu locken und an die CIA auszuliefern.

    • Danke für den Hinweis auf Uranium one, das wird viel zu sehr vernachlässigt. Warum? Weil die Russen mit drin hängen, die von den Linken immer geschützt werden?

      Wir haben doch eine "Krieg" zwischen CIA und NSA, oder?

      Warum gibt dann Russland Snowden Unterschlupf – wenn das überhaupt stimmt, dass er dort ist?

      Und ist Assange nicht auch verdächtig? Dutzende (82?) Anklagepunkte wegen Hackerei und "nur" 2.000.- Strafe: Beginnen so nicht Karrieren von Informanten?

      Oder hat er die Seiten gewechselt und gehört nun est zu den Guten?

      Da tun sich dann die Linken wieder schwer, weil er ja Trump geholfen hat.

  3. Hallo, vielleicht ist es auch sinnvoll, an die Redaktionen der Tageszeitungen zu schreiben. Per Email bekamen sie die folgende Bitte:

    Liebe Journalisten,
    bitte seien Sie nicht in übertriebenem Maße ängstlich – dazu neigen wir ja alle hin und wieder – sondern kritisieren Sie deutlich die Missstände unter denen der Whistleblower Julian Assange im britischen Gefängnis leidet. Wenn wir uns nicht stückweise stetig von einer Demokratie zu einer Diktatur entwickeln wollen, dann ist es notwendig, die Leidensgeschichten von Assange oder Edward Snowden ernst zu nehmen. Das politisch-juristische Versagen der Exekutivorgane bei der Wahrung der Menschenrechte von Häftlingen sollte mit Vehemenz öffentlich gemacht und getadelt werden. Eine E-Mail meinerseits an die britische Botschaft mit der Aufforderung Julian Assange freizulassen, wurde nicht einmal formal beantwortet.

    Acht Zeitungen habe ich angeschrieben, mal schauen, ob jemand reagiert.

  4. Wer sind die Gesichter hinter der pervertierten Macht ?
    Ist es "Big Mother" die Julian Assange zum Märtyrer macht, um dann in den Fluten Poseidons
    gewaschen zu werden?
    Jede schlechte Entwicklung hat ihren Kulminationspunkt.
    Jede gute leider auch.
    Darum sollten wir nie den "goettlichen Nordstern" aus den Augen verlieren.
    Er gibt uns Orientierung in dem ganzen Wahnsinn auch wenn wir ihn nie erreichen koennen.

  5. Es lebe die "weiße Folter"… falls der tatsächlich von Spezialisten systematisch gefoltert und kaputtgemacht wird, bekommt niemand das mit. Da reichen schon ein paar Tage für, jetzt ist der schon MOnate in deren Gewalt.

    • Mir ist vollkommen unklar, warum man ihn so hollywoodreuf aus der Botschaft gezerrt hat?

      Die Bilder kommen wie bestellt daher.

      Was wollte man damit zeigen?

      Und wer hat eigentlich die Hand am Drücker? Briten / Amerikaner? CIA / NSA / Mossad / MI5? Five eyes?

      Was wusste die Trump-Administration? Was macht sie jetzt? Was kann sie überhaupt machen?

      Und eine Frage traut sich keiner zu stellen: Was das überhaupt Assange?

      Lebt der noch? Ist er längst ausgetauscht und singt wie ein Vogel?

      Die gestellte Festnahme und die quasi schon folkloritische Reflexempörung über TRump dazu lassen mich zweifeln daran, was man will, dass ich glaube.

  6. Das geschieht alles vor unseren Augen!

    Wir müssen raus aus unserer Ohnmacht und das "Mediale-Kriegs-System" an ihren eigenen Worten "westliche Wertegemeinschaft" und Handeln "Rechtsbeugung" entlarven. Obwohl es bisher noch nicht den ganz großen Widerstand gibt, so ist eines gewiss, Assange hat sich in allen Köpfen eingeprägt und demaskiert die Macht. Wenn Assange im Gefängnis nicht überlebt, wenn er als Mensch geistig und seelich gebrochen wird, wenn er ein politisches Urteil erhält ohne rechtsmäßige Anhörung und Verfahren oder wenn Assange unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt wird, dann ist es das Begräbnis der (Presse)Freiheit und das "Unrechtsystem" verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit.

  7. So sieht es aus.
    Wer glaubt, in der "westlichen Wertegemeinschaft" wäre irgendwas anders als im Feudalismus, der merkt gar nichts.
    Okay im Feudalismus hatten die Folterknechte noch kein elektrisches Licht; ja das ist ein Unterschied.

    So hart es ist:
    Assange beging einen Fehler.
    Ob er, aufgewachsen als Australier, irgendeine Hoffnung auf das angebliche Rechtssystem in der "westlichen Wertegemeinschaft" hatte, kann ich nicht beurteilen.
    Fakt ist, er hielt sich in Schweden auf und ging von dort ausgerechnet nach UK.
    Aber in der "westlichen Wertegemeinschaft" gibt es kein Rechtssystem.
    Und wer das nach wie vor nicht wahrhaben will, kann sich jetzt anschauen, was rund um Assange läuft; alles angebliche "Rechtssystem" in der "westlichen Wertegemeinschaft" ist nur Maskerade und sobald es um was geht, zeigt sich was es ist: die Willkür der Macht der finanziell und damit politisch Stärkeren.
    Die Berufsgruppe der Juristen in der "westlichen Wertegemeinschaft" versagt jedenfalls vollständig.
    (Okay, außer die Berufsgruppe der Juristen sieht Geld als alleiniges Ziel ihrer Tätigkeit an, dann funktioniert sie bestens.)
    Assange hielt im Machtbereich der "Könige" und "Fürsten" auf, über die er Material veröffentlichte, das war ein schwerwiegender Fehler.
    Schweden UK … da hätte er auch gleich in Langley herumspazieren können.

    Nicht falsch verstehen, sondern eher so, dass potentielle zukünftige Dissidenten der "westlichen Wertegemeinschaft" wissen sollten, womit sie es – wenn sie als Dissidenten gut genug sind – zu tun bekommen könnten und wann sie den Snowden machen sollten; Winter auf Hawai war sicherlich angenehmer als Winter in Russland, aber am Leben zu sein ist auch was.

    • Jetzt ganz einfach gedacht: Ich hacke US-Computer und mein Weg führt mich nach London? Ausgerechnet!

      Was hätte man denn von London zu erwarten, wenn man das Imperium angreift? Die Five eyes sind doch keine Illusion. London, das kann ich ja schon fast nicht glauben.

      Dann könnte ichmich auch zum Aufrührer hochschwingen, der den Papst abmurksen will.

      Und fahre dann nach Rom und wundere mich, dass ich einkassiert werde?

      Da stimmt doch was nicht!

    • @ noein
      Bis jetzt stimmt da alles.
      Menschen, die was für andere Menschen tun, machen das, weil sie irgendwo irgendwie an irgendwas Gutes im Menschen glauben.
      Leute die finanzielle Macht haben und deren Funktionseliten, die sind so bösartig, dass sich Menschen, die was für andere Menschen tun, gar nicht vorstellen können, wie bösartig sie sind.

      Sinngemäß wie es Todenhöfer sagte, der Siegeszug des Westens beruht auf Brutalität, die sich die Gegner bis dahin nicht vorstellen konnten.
      Und da grüßt wieder:
      "Wie gestört ist unsere Gesellschaft?"
      Also: Wie gestört sind WIR?

    • Cool Andreas. Du hast auch erkannt, dass wir keinen Kapitalismus sondern Feudalismus haben. Leider geht diese Erkenntnis vielen auch hier im Forum ab und die hetzen dann gegen den armen Kapitalismus, der überhaupt nicht hier ist und nichts für den ganzen Scheiss kann.
      Die Gehirnwäsche und Indoktrination der letzten 💯 Jahre durch die Feudalherren der Zentralbanken und ihren Handlangern namens Politiker war ziemlich erfolgreich.
      Der Kapitalismus ist wie Jesus und der Feudalismus ist Barrabas.
      Die Feudalherren sind Pontius Pilatus.
      Das dumme Volk entscheidet sich für den Verbrecher, läßt den Helden kreuzigen und holt sich Brutus – den Kommunismus- als Partner für Pilatus dazu die daraufhin gemeinsame Sache machen gegen das Volk.
      Danach war es das mit dem Volk.
      Danach sitzen Pilatus und Brutus zusammen und lachen sich über die Einfältigkeit des Volkes krumm und schief und trinken auf ihren gemeinsamen Erfolg.
      Feudalismus und Kommunismus vertragen sich nämlich sehr gut.
      Und ihr Nachwuchs, der Faschismus erledigt dann den Rest. End of story.

  8. Ich lege mich schon lange nicht mehr fest. Irgendwie dachten doch in 90ern viele erstmal, dass man dem armen Clinton so von wegen honeypot die Lewinsky auf den Schoß gebunden hat. Hm, heute habe ich daran so meine Zweifel, wenn ich die Dinge um Epstein und den Lolia-Express so betrachte.

    Kann gut sein, dass A. ein Opfer ist.

    Vielleicht ist er in den Kampf zwischen CIA und NSA geraten, der gerade tobt. Und wo genau die guten und wo die Bösen sind, will ich in Zeiten von deep fake nicht sagen, ich würde nicht einmal die Bilder von der Verhaftung in London einfach so für echt halten.

    Vielleicht ist er schon lange tot. Oder lebt im Zeugenschutzprogramm und ein Doppelgänger sitzt fest.

    Man muss sich enorm hüten. Leider wissen wir wenig. Sehr wenig mit Gehalt, worauf sich eine starke, eindeutige Meinung fußen lassen könnte.

    Ich war bei der behaupteten Vergewaltigung nicht dabei. Ich werde mich da nicht schwarz / weiß festnageln lassen. Dazu hat man schon zu oft Pferde kotzen sehen.

    • Noein, ich habe aus einer recht guten Quelle folgendes erfahren. Und es macht wirklich Sinn.
      Näheres kann ich zwecks Quellenschutz (noch) nicht sagen.
      Wenn Du alle Informationen hättest, die ich habe, würdest Du mir zustimmen,

      daß Edward Snowden ein CIA Agent ist und der Feind von Assange ist.
      Er wurde gezielt bei der NSA platziert.
      Snowden (Codename Fiddler) kommuniziert mit seinem CIA Handler John Brennan über das auf der CIA Seite befindliche Onlinegame "Break the Code"
      Snowden hatte und hat mehrere Aufgaben:
      1. die NSA lahmlegen (Mitte 2013)
      2. um dadurch Uranium 1 verdeckter ablaufen zu lassen (die NSA hatte alles zu den Verbrechen der CIA)
      3. Mit dem Portal/Software "secure drop" echte Whistleblower in die Falle zu locken und an die CIA auszuliefern.
      Sowie weitere Zwecke.

      Als Assange Vault7 veröffentlichte hat Snowden ihn und Wikileaks sofort auf Twitter unterschwellig attackiert. Das war ziemlich offensichtlich.

  9. Ja, Rainer Rupp,
    " Derweil befürchtet Assanges Vater, dass die Briten und Amerikaner gar nicht an einem Prozess interessiert sind. Weil dabei zu viel ihrer schmutzigen Wäsche ans Licht kommen würde, sei zu befürchten, dass die britischen und amerikanischen Behörden sich abgesprochen haben, seinen Sohn außergerichtlich zu töten."
    Das ist leider auch meine Erkenntnis! Die Imperialisten wollen ein Exempel statuieren, um andere, geneigte Journalisten davor abzuschrecken Ähnliches zu unternehmen. *Ähnliches* heisst ja wirklich nur die Wahrheit zu sagen.
    Im Grunde zeigte das verwerfliche Verhalten der schwedischen Staatsanwaltschaft schon genug der Hinterlist, mit der Assange und seine Wenigen Sympathyträger rechnen mussten. Ein Trauerspiel!

    Freiheit fuer Julian Assange!

  10. Kann es nicht eine internationale Crowd-Fundin Aktion geben?
    Ganz viel Geld für gute Anwälte mit Zugang zu UN u.ä.
    und auch für Schmiergelder vor Ort für Gefängniswärter etc. sammeln?
    Müsste doch möglich sein…

    • https://www.wsws.org/en/articles/2019/09/03/lond-s03.html

      Eine der wenigen, die wenigstens detailliert über den Widerstand berichten. Über Geldsammeln schreiben sie allerdings auch nix…

    • dito!

      `Was können wir nur tun???`

      vielleicht kann #EIGENEnase die `Angst` überwinden ?

      .~*

      … hier mal (m)eine Tweet-Kopie:

      #Umfrage

      a) #Assange IST (auch) Journalist*
      b) `unsere` öff. rechtl. Medien** werden mehrheitl. durch * geprägt
      c) WESENtliche #Solidarität von * in ** ist NICHT wahrnehmbar

      Frage:
      #Beitragsservice ist gerechtfertigt?

      `#Milgram-heute`
      vs
      #EIGENEnase

      #FREEassangeNOW
      #Unity4J

      a) ja
      b) nein
      c) mir egal

      (…LINK… https://twitter.com/rhabarbeer/status/1195270853778444288)

      Viele Grüße in die Runde

    • @ Dagmar Neubronner
      "Was können wir nur tun???"

      Als in Südafrika Apartheid herrschte, war es nicht ungewöhnlich Südafrika zu boykottieren.
      Israel stufte BDS als Bedrohung ein und unsere Bundesregierung – dem Verbündeten USA immer sehr verbunden – machte sich immerhin extra die Mühe, BDS öffentlich als anitsemitisch darzustellen.

      Meiner bescheidenen Meinung nach braucht man nach Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Jemen … Guantanamo, Abu Ghareb … nicht erst noch Assange, um das bisschen Geld, was man ausgibt, nicht in die USA-Ökonomie und auch nicht in die UK-Ökonomie zu stecken.
      Haben das Schnäppchen bei Amazon bezahlt über PayPal und der Facebook-Account was mit Assange zu tun?
      Nicht direkt, aber man könnte ja weiter als nur von der Wand bis zur Tapete denken … und Netflix ist schon bequem … ja schön, dann braucht man sich aber auch nicht drüber aufzuregen, dass Assange gefoltert wird.
      Das wäre so, wie sich im Garten über eine wilde Brombeere aufzuregen, oberirdisch die Stengel abzuschneiden, am besten noch zu demonstrieren und Plakate gegen die Brombeere hochzuhalten bis man Krämpfe in den Armen bekommt … und den Boden immer schön mit Dünger zu gießen und sich dann zu wundern, warum die Brombeere jedes mal stärker wiederkommt als zuvor.
      Die dümmsten Kälber bezahlen ihre Schlächter selber.

      Und ja, streng genommen dürfte man dann auch nichts von BRD-Firmen kaufen und das wird schwierig, wenn man in der BRD lebt, aber auch hier kann man schauen, wem man sein bisschen Geld gibt und wem GARANTIERT NICHT.

    • Respekt Andreas. Guter und mutiger Post. Nicht viele trauen sich Israel und seine Verbrechen, übrigens auch 9/11, beim Namen zu nennen.
      Ich halte das mit Deinen angegebenen Boykotten genauso.
      Nix aus Israel kaufen, Amazon und Konsorten meiden und möglichst lokal einkaufen um auch die BRD „Mitverschwörer“ zu treffen.
      Geht nicht immer aber wenn viele Etwas machen bewirkt die Masse Großes. Nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.

  11. Noch mal zurück zum Mauerfall oder besser der innerdeutschen Grenze. Das tragische Beispiel von Assange zeigt vergleichbar die politischen Zustände in der damaligen DDR. Darum hängt die blöde DDR nicht zu hoch, auch wenn es dort gute soziale Voraussetzungen gab.

    • Michael Klarwasser
      "Darum hängt die blöde DDR nicht zu hoch"

      USA UK DDR
      Folter ja ja ja

      Damit "hängt" die DDR weder "niedrig" noch "hoch", sondern es ist schlicht und ergreifend so, dass diejenigen, die auch drei Jahrzehnte danach nicht genug "Unrechtsstaat DDR" rufen können, gegenüber dem Unrecht der "westlichen Wertegemeinschaft" auffallend stumm sind.

    • Das sind halt hier die Themen. Assange, Klima, Geopolitik, Anti-Kapitalismus. Und die Leute verbinden die Themen.

      Ist doch interessant, was die Menschen bewegt. Alles ist offen, sonst kann man bei der Tagesschau bleiben und alles schlucken.

      Hier sind Leute mit ihrer Sicht anzutreffen und sie machen sich nicht nass, diese vorzutragen. Besser als jedes Duckmäusertum.

    • Hog1951, klingelt es, wenn ich das Wort politische Gefangene in der DDR erwähne?
      Tote an Mauer und innerdeutsche r Grenze?
      Klingelt da irgendwas oder warst Du seit 1951 im Koma und kämpfst noch mit den Folgen?
      Alleine Deine Frage ist als würde man einen Auschwitzinsassen nach Beweisen für das Lager fragen! Ein Schlag ins Gesicht der Opfer und deren Angehörigen und nicht wirklich weniger geschmacklos als unterschwellige Holocaust Leugnung.
      Was willst Du mit solchen Fragen bewirken? Weißwaschung der Taten des Mitteldeutschen Regimes und der Horrortaten des Sozialismus/Kommunismus im letzten Jahrhundert?
      Du solltest Dich schämen.
      Frag mich warum die Redaktion Dich hier überhaupt duldet und nicht einfach sperrt.

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