Tagesdosis 15.2.2018 – Deutschland: Aufbruch ins Ungewisse

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Nur knapp drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland verzichten komplett auf Alkohol. Das geht aus dem ersten Alkoholatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums hervor. Deutschland liegt mit einem Konsum von elf Litern Reinalkohol pro Jahr bei den über 15-Jährigen leicht über dem EU-Durchschnittswert von 10,6 Litern[1].

Die Stimmung in diesem Land momentan ist – freundlich formuliert -durchwachsen, da kommt die fünfte Jahreszeit vielen Bürgern zur rechten Zeit. Aus kulturellen Gründen sich schön einen Zwitschern. Die Alltagssorgen mal für ein ein paar Stunden vergessen. Die Pflege deutschen Kulturguts und des eigenen Gemüts in Einem. Die Kombination der Stunde.

Es wird viel diskutiert in den letzten Monaten. Überfremdung. Verlustängste von Heimat und Kultur, vermeintlich vereinnahmt von Menschen aus fremden Ländern und Gesellschaften. Unbekannte Parallelwelten im eigenen Land. Hauptgrund sei die unkontrollierte Zuwanderung von Ausländern. Es stehen ungewisse Zeiten an.

Aufbruch ins Ungewisse lautete gestern Abend eine ARD Produktion[2]. Eine filmische Dystopie soll den Zuschauer für die Flüchtlingsthematik sensibilisieren. Die Idee des Films: eine faschistische Machtübernahme (der Machthaber heißt wirklich –  Meyer) zwingt intellektuelle Oppositionelle zur Flucht aus Deutschland nach – Afrika. Natürlich über bezahlte skrupellose Schlepper auf dem Wasserweg, aus Hamburg, im Schlauchboot über Namibia ins sichere Südafrika. Nicht überraschend ist diese Fiktion kläglich gescheitert.

Sensibilisierung ist ohne Frage wichtig. Aufklärung durch Informationen wären jedoch besser. Sollte dieser Film die aktuelle Flüchtlingsproblematik vor Augen führen wollen, das Leid spürbar machen, ist die inhaltliche Umsetzung am Thema komplett vorbei gegangen. Eine Klischee-Quiche aus dem Hause ARD.

Viele Menschen fürchten sich vor faschistisch diktatorischen Tendenzen in Europa. In der aktuellen Diskussion werden Länder genannt wie Ungarn und Polen. Seit neustem Österreich und seit längerem schon die Türkei und Russland. Die Anfangssequenz der ARD Produktion lautet so: Europa ist im Chaos versunken. Rechtsextreme haben in vielen Ländern die Macht übernommen. Es herrschen Unterdrückung, Willkür und Gewalt. Täglich werden Menschen verhaftet. Viele verschwinden für immer. Der Film erklärt jedoch dem Zuschauer nicht wieso, weshalb, warum. Ab der fünften Minute spielt der Film schon in Afrika.

Worin liegen aktuell die Gründe in der weltweiten Fluchtbewegung? Nicht im real existierenden, oder drohenden Faschismus, sondern bei den millionenfachen Opfern von weltweiten Kriegen, an denen Deutschland als drittgrösster Waffenexporteur maßgeblich beteiligt ist[3]. Die Stimmung, inkl. der Stimmungsschwankungen in vielen europäischen Ländern, resultiert aus dem Versagen der Politik. Der Manipulation herrschender Umstände durch die Machtzentren in Brüssel und den jeweiligen Regierungssitzen der betroffenen Länder.

Viele Bürger sorgen sich um die Verrohung der gesellschaftlichen, wie politischen Diskussion. Nicht wenige sehen in der AFD und ihren Wählern eine Bedrohung für dieses Land. Wie reagiert die etablierte Politik auf solche Strömungen und Entwicklungen. Ängste und Nöte werden negiert. Stimmungen forciert, bzw. fehlinterpretiert. Die Zeit informiert: Nahles will SPD nicht weiter nach links rücken. Die designierte Vorsitzende der SPD, Andrea Nahles, will die Partei nicht nach links rücken. Arbeit, Wirtschaft und Weltoffenheit müssten zentrale Begriffe der SPD sein, sagte Nahles der ZEIT. „Wir müssen uns selbst auf Herz und Nieren prüfen, ob unsere Selbstverortung noch stimmt und für die Zukunft trägt.“[4] Sie verstehen? Ich nicht.

Viele fürchten Neuwahlen, sollte die SPD Basis die Regierungsbeteiligung ablehnen. Warum? Viele fürchten die  AFD und ihre Wähler. Warum? Die Politik hat in den letzten Wochen ihre kläglichste Vorstellung abgegeben. Der Bürger würde bei Neuwahlen eine einmalige Chance erhalten. Zalandomäßig volles Umtauschrecht. Es wird sich zeigen, ob ein Großteil dieses Landes dieses Recht erkennt und wahrnimmt. Es wäre ein Ausbruch aus dem Ungewissen.

Quellen

[1] – http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen/Alkoholatlas-Deutschland-2017_Auf-einen-Blick.pdf

[2] – http://www.ardmediathek.de/tv/FilmMittwoch-im-Ersten/Aufbruch-ins-Ungewisse/Das-Erste/Video?bcastId=10318946&documentId=49823526

[3] – http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/ruestungsindustrie-waffenexporte-deutschland-drittgroesster-waffenexporteur

[4] – http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-02/spd-parteivorsitz-andrea-nahles-interview

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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42 Kommentare zu: “Tagesdosis 15.2.2018 – Deutschland: Aufbruch ins Ungewisse

  1. In der Diskussion weiter unten wurde ein Satz zitiert, der die Worte F….. und Gas enthält.
    Schon mal jemand auf die Idee gekommen, daß an der Authentizität solcher Beschimpfungen gezweifelt werden sollte?
    Daß auch da bezahlte Schreiber mitarbeiten
    – das Diskussionsklima zu verseuchen
    – die Spaltung voranzutreiben
    – die Zensurbestrebungen (gegen sog. Hatespeech) zu begünstigen
    – die AfD zu diskreditieren?

    Mir kommen viele dieser Beschimpfungen dermaßen blind, dumm und irre vor, daß ich nur schwer glauben kann, da wären echte Menschen am Werk.

    Allerdings spielt auch immer die eigene Geistesverfassung eine Rolle. Wer Liebe aussendet, wird Liebe zurückerhalten.
    Wer so viel von Spiegeln spricht wie eine Beteiligte, die sollte auch mal die anderen als Spiegel für sich selbst akzeptieren.
    Die Hölle liegt oft direkt unter der Oberfläche.
    Diese Zeiten schenken uns die große Chance, uns selbst besser kennenzulernen und an uns selbst mit der Friedensarbeit zu beginnen.

    • Es gibt das die alte Antifa-Taktik, sich zum Opfer zu stilisieren. Wer als Stinkstiefel auf die Mütze bekommt, muss das Narrativ ex post eben so drehen, dass nicht er angefangen hat.
      Oder eben vorauseilend sich gleich als bedrohte Spezies aufauen.
      Ich war auf vielen Demos gegen Atomtransporte etc. Wer da von einem Schutzmann eingefangen wurde, der musste schon sehr exponiert herumrandalieren. Und es kann sein, dass hier da unbeteiligt herumstehende mit abgegriffen wurden. Von daher sollte man sich eben seine Kampfgenossen besser auswählen.

      Kommt aber generell immer gut rüber, macht viel Presse, hat nur meist wenug Substanz, wenn man sich die Opferrolle labert.
      Da wird dann davon geschwafelt, man habe Angst demnächst zensiert zu werden oder gleich in ein Lager zu kommen…
      Im Augenblick werden aber pro-Migrationsinhalte von staatswegen geschützt und eher die Kritiker der Zensur unterworfen. Wenn überhaupt, dann sind diese in Gefahr. Oder wo kommen denn im öffentlichen Contra-Argumente vor, die nicht sofort gekeult werden?

      Hier entspringt doch so einiges einer blühenden Phantasie oder einem verlogenen Kalkül.

    • Das sind aber dann ganz schön viele Leute, die da bezahlt die AfD diskreditieren. Versuch mal bei RT Vids (YT) einen „linken“ Kommentar zugunsten der Flüchtlinge zu schreiben. Viel Spaß!!!

      Ich habs aufgegeben. Das war mir zu krass. Logisch sind die hardcore Kommentare nicht sooo häufig. Aber wenn du dort mit Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit aufläufst, kriegste richtig aufs Maul. Haha… Wer Liebe aussendet… Ist dochn Scherz! GERADE wenn du mit Liebe ankommst, gehts ab. Wenn ich deiner Logik folge, hat Jesus damals bei den Römern einfach nur nicht genug Liebe ausgesendet.
      Und JA, diese Beschimpfungen sind dumm und irre.

      Eine Beteiligte? omg… Du darfst mich ruhig beim Namen nennen. Dafür hab ich ihn! 😉

    • Wer Liebe aussendet gilt als schwach, Weichei, und kriegt auf die Fresse – so einfach ist das.
      Ich frage mich immer was diese ganzen Liebesapostel für einen Denk znd Bewusstseinsradius haben. Jedenfalls ist ihr Sinn für Realität wohl recht eingeschränkt.

      Liebe funktioniert nur im engsten, sehr gut aus-gewählten Kreis.

  2. @Kristana und FFMMIKE
    Sorry Kristana, aber so geht das nicht!

    FFMMIKE formuliert zunächst nur ein Problem. Nicht perfekt, aber ein Problem ist doch da. Er bietet keinerlei Lösung an, weder eine gute, noch eine schlechte. Er prangert an, daß manche Menschen dieses Problem negieren. Stimmt auch. Das besorgt ihn – mich auch.

    Daraus folgt doch nicht die: „Wir sind die Geilsten…Scheiß auf Andere“

    Ich denke, daß es richtig ist, zunächst festzustellen, ob es ein Problem gibt. Dann genau analysieren. Auf Basis der Analyse nach Lösungen suchen.

    FFMMIKE formuliert zunächst ein Zuwanderungsproblem. Das kann man doch nicht leugnen und der nächste Schritt für mich besteht darin, dieses Problem noch weiter zu fassen. Ich versuche, das im folgenden kurz zusammenzufassen (schnell, also nicht annähernd perfekt):

    Problem:

    Die Amis stehen auf Regime Change, als Nebenprodukt gibt es einen Flüchtlingsstrom, der Europa destabilisiert. Paßt gut zu „America first!“ ob mit oder ohne Trump.

    Die globalisierende und subventionierende Handelspolitik der EU potentiert Armut in der 3. Welt, vor allem Afrika. Folge: Nichts wie weg!

    Die europäischen Länder in der NATO unterstützen die Amis bei den Bürgerkriegen entlang ihrer eigenen imperialen Interessen, das gibt noch mehr Flüchtlinge.

    Imperialismus und (organisierte) Religion passen gut zusammen. Die Amis schicken ihre Evangelikalen los (z.B. in Rio wird das immer schlimmer, ist die Storch nicht auch so’ne Tussi?), die Saudis finanzieren die Djihadisten und der Iran und Erdogan sind ja auch keine Unschuldslämmer. Nicht zu vergessen: Modi’s BJP in Indien.

    In D haben wir eine zu große Masse an Erdogan-Anhängern, deren Frauenbild erschreckt nicht nur die „Bio-Deutschen“, sondern auch die vielen integrierten Türken und viele Kurden. Die AKP-Türken auf dem Niveau der AfD erleben einen Zulauf durch Flüchtlinge aus dem gleichen religiösen, freiheitsverachtenden Kulturkreis. Selbst „Ehrenmord“ finden die teilweise geil. Eine Bekannte aus Offenbach berichtet mir, daß sie bestimmte Stadtteile meidet.

    Ein klares Bild, wie groß die daraus resultierenden Probleme wirklich sind, ist schwer erhältlich. Die AfD übertreibt maßlos, Teile der Linke zusammen mit den Mainstream-Medien wiegeln ab.

    Das kennzeichnet FFMMIKE als Gefahr, die wir nicht negieren sollten. Da hat er einfach Recht.

    Ursachen:

    Unsere Handels- und Waffenpolitik, NATO etc.

    Vernachlässigung unser „eigenen“ Armen. Menschen, die arbeiten gehen und trotzdem seit 16 Jahren in verlotterten Obdachlosensiedlungen leben müssen. Hartz IV. Dazu gehört auch die Akzeptanz des Arbeiterstriches mit bestimmten EU-Ausländern mit den Folgen im Wohnbereich.

    Überbordende Toleranz. Wenn akzeptiert wird, daß türkische Mädchen nicht zum Schwimmunterricht dürfen, wenn Grüne und Teile der Partei die Linke Kopftücher bei Lehrerinnen akzeptieren wollen, der Türkischunterricht in Schulen von Konsularbeamten gemacht wird, wenn die Moscheen von DTIB betrieben werden etc. müssen wir uns nicht wundern.

    Lösungen:

    Austritt aus NATO, Abschaffung der aggressiven Handelspolitik, keine Waffenverkäufe mehr

    Abschaffung von Hartz IV, bedingungsloses Grundeinkommen

    Völlige Trennung von Kirchen und Staat, christlich, islamisch, egal was.

    Kontrollierter Flüchtlingszugang

    Hilfe für erneuten Wirtschaftsaufbau in den zerstörten Ländern, Repatriierung, wenn und sobald möglich

    Kampf gegen Schlepper, aber für Rettungsaktionen im Mittelmeer

    Jetzt, Kristana, können wir über meine und andere Vorschläge alle gemeinsam reden. Ich habe bestimmt nicht überall Recht, dazu weiß ich zu wenig. Aber Problemnegation und Beschimpfung ist garantiert keine Lösung. Also: Reden wir!

    • Hallo hj_allemann

      Wenn ich gewusst hätte, was es auslöst… 🙁
      Ich hab den krassen Ton gewählt, damit klar wird, was der Subtext von „wir wollen niemanden aufnehmen“ ist.

      Ich versteh nicht, wieso diese Zuwanderung von 1 Mio auf 80 Mio ständig als Riesenproblem dargestellt wird. Wir wollen doch immer ne „World-Leader“-Stellung in Anspruch nehmen und reden von westlichen Werten. Wieso können dann der Libanon und Russland viele Millionen Flüchtlinge aufnehmen, wir aber nicht? Wieso sehen wir unsere Verantwortung nicht für die Flüchtlingsströme? Diese Opferrolle „wir armen Deutschen werden überrannt“ erschließt sich mir einfach nicht. Wieso unterstellt man dann „antideutsch“.

      Ja es gibt no-go areas. Weil wir diese Menschen nicht integrieren wollen und in Ghettos abladen. Von uns kommt eine Ablehnung und Herablassung – was denken wir, wie ein Mensch darauf reagiert? Genau DAS wollte der Film eigtl sagen. Wie fühlst du dich, wenn du entlaust wirst? Wenn du nicht willkommen bist? Kommt da Freundschaft auf?

      Deutschland hat doch eine Verantwortung. Ohne unsere Waffen und unsere Marktmacht, wären die meisten von diesen Menschen doch gar nicht hier. Wer flüchtet schon gerne und freiwillig? Sind wir da nicht verpflichtet, rein menschlich, auch für die Folgen unserer Dominanz aufzukommen?

      Ist es nicht verständlich, wenn diese Menschen, total frustriert sind wegen enttäuschter Erwartungen? Die dachten, sie kommen ins Paradies und landen in der Flüchtlingslager-Hölle. Nachdem sie ihr Leben dafür aufs Spiel gesetzt haben. Diese Wut und Verbitterung ist doch völlig klar. Da gibts einen HipHop Song mit der Zeile “glaubt ihr wir sind ins Schlauchboot gestiegen, mit dem großen Traum mit Drogen zu dealen?“
      Die fühlen sich scheiße behandelt und sind sauer auf alles und jeden. Dürfen nicht arbeiten, werden gedisst, sind meistens tief traumatisiert und werden dann von irgendwelchen durchgeknallten Hasspredigern aufgefangen.

      Wenn es stimmt, dass es die Migrations-Waffe ist, die da gerade zum Einsatz kommt. Dann ist doch “unsere“ Reaktion, also Ablehnung und Angst und Hass, genau DAS, was die Migrationswaffen-Typen wie Soros beabsichtigt haben. Dann müssten wir doch, gerade um den Weltenlenkern einen reinzuwürgen, uns mit den Ausländern verbünden gegen die Obrigkeit. Seh das nur ich? Wir machen genau das, was Herrscherlein vorausgesehen und erwartet hat. Wie dumm ist das denn?

      Und Solidarität ist immernoch die Zärtlichkeit der Völker! 🙂

    • Ich möchte Ihnen insofern widersprechen, dass no-go-areas alleine auf die Kappe der Deutschen gehen, die nicht integrieren wollen. Das ist der gute alte Schuldreflex. Dass es auch an den anderen liegen könnte, ist außerhalb der Vorstellung?
      Dabei würde ich Ihnen nun im Gegenzug unterstellen, dass Sie nicht sehen/sehen wollen, dass zur Integration auch die benötigt werden, welche sich integrieren wollen. Da ist aber zum Teil gähnende Leere, nicht nur 3. und 4. Generation der hier Geborenen und neu Radikalisierten, insbesondere die Migranten sind mental weit weg von dem, was Sie sich wünschen. Nicht alle, das muss ja wohl nicht betonen, aber ich rede von der Masse, die ich kennenlernen durfte.

      Mit diesen wie Sie sagen Ausländern können Sie sicherlich viel, aber ausgerechnet gegen eine, zumal unsere Obrigkeit verbünden…da sehe ich schwarz.
      Gegen eine Obrigkeit opponieren, das hätte die auch zuhaus emachen können, wenn Ihnen der Sinn danach gewesen wäre.
      Die haben klare Vorstellungen davon, was sie an Leistungen von unserer Obrigkeit erwarten und diese hand werden sie nicht beißen. Gerade die Masse der jungen Männer geht sehr wohl zielgerichtet in illegale Aktivität, das ist alles besser organisisert als man sich vorstellen will.

      Zu glauben, dass diese Menschen hierher kommen um sich mit Gutmenschen zu verbünden, also da kann ich mich aus meiner Praxis heraus nur noch wundern. Die verachten ihre Art um so viel mehr als Sie sich ausmalen können.
      Und als allerletztes würden die sich mit Frauen verbünden oder sich für diese einsetzen.

      Wer solche Gedanken hegt, der muss schon enorm weit weg von der Realität logieren.

    • Hallo Gloucester

      Türkis würde jetzt sagen, wenn sie solche Leute kennen, dann haben Sie einfach nur nicht genug Liebe ausgestrahlt. 😉

      Wieso habe ich so GANZ andere Erfahrungen mit Ausländern? Ich hab mein halbes Leben in Ffm gelebt. Der Ausländeranteil dort beträgt glaub ich um die 25%. Hab mit Arabern, Südländern und Persern gearbeitet, einen Teil meiner Freizeit verbracht. Und bin genau deshalb ein Freund dieser Kulturen. Sie haben mich respektiert, mehr als mancher Deutsche!

      Wo ich Ihnen Recht geben muss… Es sind nicht die Männer, die mich missbilligend anschauen, wenn ich nen Mini getragen hab. Aber das ist das „ehemalige Raucher“-Problem. Was die Damen sich selbst verwehren, gönnen sie auch den anderen nicht.

      Aber werden wir doch mal konkret. WAS sollen wir denn machen mit den Leuten, die in ihren eigenen Ländern verhungern oder zerbombt werden?

      Und jetzt bitte nicht mit Fluchtursachen bekämpfen kommen. Das geht a. nicht auf die Schnelle, da müssten wir erstmal kollektiv links wählen und b. ist die AfD dafür garantiert nicht die Lösung mit ihrer Zuneigung zu NATO und USA.
      Ich bleib aber dabei, das Problem sind die Ghettos. Dort wachsen die Kinder schon perspektivlos auf. Was wissen wir denn darüber unerwünscht zu sein?

      Also WAS sollen wir Ihrer Meinung nach mit ihnen tun?

    • Also wir haben ja schon länger eine Ghettobildung. Und hier gibt es auch bereits verschiedene Meinungen zu den Ursachen. Ich denke, dass dies ein Indiz ist, dass Integration in dem konkreten Fall gescheitert ist und immer scheitern kann.
      Da lasse ich die berühmte Schuldfrage bewusst offen, ich nehme es nur zur Kenntnis um folgendes festzuhalten:

      Wir haben bereits ein Problem mit nichtintegrierten Bereichen in unserer Gesellschaft, und wenn nicht vieles sehr gut läuft, dann ist Integration künftig sehr, sehr schwer zu erreichen.

      Ausgehend von dem Zustand und der ablesbaren Gefahr sehe ich, dass es zu weiterer Ghettobildung kommen wird.
      Und zwar, weil in einem Rutsch die Aufnahme und Integration von Millionen erfolgt ist. Traumatisierte, Analphabeten, v.a. junge Männer.
      (Sicher auch Frauen mit Kindern. Diesen habe ich mich angenommen und die haben v.a. unter ihren Mitflüchtlingen gelitten, also jungen Männern mit Steinzeitmentalität. Das mag sich hart anhören, aber was ich gesehen habe, war viel härter. Glauben Sie mir, viel härter und mehr, mehr, viel mehr als der kontrafaktisch behauptete bedauerliche Einzelfall. Und die Behörden kommen dem nicht bei. Ich konnte nur zusehen.)
      Wohin wird dieser Teil der Migranten denn abwandern? In Arbeit? Wohl kaum, denen bleibt nur der Weg ins Ghetto (siehe z.B. Köln, wie in der Zeit (?) zu lesen war). Wir haben denen keine Arbeit anzubieten, wir haben selbst Arbeitslose und prekär Beschäftigte. Und industry 4.0 läuft erst an…
      Also gibt es Stütze für lau und dann hat der Tag für diese Menschen immer noch 24 h und die werden sich sicher nicht geistig fortbilden und einen Lektürekurs Marxismus-Leninismus besuchen. Das jedenfalls ist mein dringender Eindruck von der Front.
      Die haben ihre Kontakte zur Halbwelt schneller als Sie das Wort Integration buchstabieren können.
      Ich selbst habe Jahre lang Deutsch für Ausländer ehrenamtlich unterrichtet und ich weiß, dass es ein langer und steiniger Weg ist bis jemand soweit die Sprache beherrscht, dass er in einem Ausbildungsberuf zurechtkommt.
      Und ich weiß, wie wenige das schaffen. Da fehlen meist auch der Biss und der Antrieb, diesen Teil der Integration zu stemmen. Das finde ich äußerst bedenklich. Wenn das schon nicht von selbst kommt? Alles auf dem Silbertablett wird es nicht geben.

      Die Aussicht ist wirklich nicht positiv.
      Aber zurück zu Ihrer Frage.

      Noch eine Beobachtung meinerseits vornweg: Es gibt zu viele Migranten, die im Sinne unserer Gesetze (GG 16.2 oder Genfer Konvention) hier kein Recht auf Aufenthalt haben. Oft sind es dann auch genau jene, die massiv unangenehm auffallen.
      Viele kommen aus keinem Kriegsgebiet oder sind verfolgt. Das sagen die einem auch unter der Hand rotzfrech ins Gesicht. Ich werfe denen das gar nicht vor, halte es aber für eine Fehlentwicklung, weil unsere Hilfsmöglichkeiten begrenzt sind. Das meiste fußt auf freiwilligen Helfern, sonst kollabiert das doch. Wie weit wollen wir das Treiben? Denn die meisten Migrationseuphoriker – so meine Vermutung – sind doch Nadelstreifengutmenschen ohne permanenten Kontakt zum Geschehen vor Ort. Und ich meine damit auch mal nachts um 1 dorthin gerufen zu werden, weil es Stunk gibt. Ich habe das gemacht. Unschön.

      Das Signal war doch: kommt alle her solange die Grenzen offen sind und es sind eben auch alle gekommen. Ich habe das bis jetzt nicht verstanden, dass man nicht zuerst den Anspruch prüft um denen zu helfen, die wirklich Hilfe nötig haben. Ab jetzt eben nur mit genauer Prüfung und dazu brauch es zentrale Anlaufstellen in der Krisenregionen. Die Lager, die es schon gibt, da muss man nichts neu erfinden. Dort kann man die Prüfungen durchführen. Das sagen einem auch manche Flüchtlinge selbst. Warum wurden wir nicht in der Türkei oder im Libanon überprüft? Wir hatten alle Unterlagen?

      Und zudem wäre zu tun: Alle raus, die hier als Desperados unsere Hilfe missbrauchen und den in der Tat Verfolgten damit Hilfe vorenthalten. Zentrale Registrierung, Prüfung und dann Verteilung oder umgehende Abschiebung. Und wenn die Möglichkeiten ausgereizt sind, dann ist eben das Boot voll.
      Die Politik animiert doch immer nur weiter, dass jeder die Beine in die Hand nimmt. Und bei 60 Mio. Migranten auf dem Globus ist nicht zu schaffen. Wir müssen hierarchisieren, damit diejenigen Hilfe bekommen, die sie am nötigsten haben. Es ist doch auch unmenschlich, dass junge kräftige Männer aufgenommen werden und Frauen mit Kindern, die die Flucht rein physisch weniger gut bis gar nicht bewältigen können auf der Strecke bleiben.

      Wir müssen die zurückschicken, die hier „nur“ auf gut Glück sich eingereiht haben.
      Und diejenigen, bei denen der Krieg zu Ende ist, denn diese Länder brauchen Menschen für den Wiederaufbau, für den wir gerne viel bezahlen sollen. Was heißt wir, ich habe das nicht zerbombt, aber der Wiederaufbau wird sich mit unseren, also auch meinen Steuern berappt. Wieso werden diese Kosten nicht direkt bei Heckler & Koch abgebucht?
      Wenn am Ende die Facharbeiter hierbleiben, dann machen wir einen neokolonialen brain drain und das ist ekelhaft.-
      Da jault der Gutmensch „Lager“ und „Abschiebung“! Aber bei der Menge geht es nun einmal nicht mit Tai und mit Chi und sanften Methoden. Das ist alles Träumerei. Waren Sie mal in einer Unterkunft mit annährend 5.000 Menschen? Wenn man das nicht knallhart aufzieht, ist nach 2 Wochen Halligalli. Bei uns wurde dann viel zu spät ein eigenes Polizeirevier eingerichtet. Aber das war dann schon zu spät.
      Und wer waren und sind die Opfer davon? Auch und vor allem Frauen und Kinder (und auch Alte und Schwache).
      Im Augenblick ist die Einrichtung aufgelöst, aber die problematischen Mentalitäten haben wir jetzt im Land, Und dann kommt eben die alltägliche Kriminalität, vor der alle die Augen verschließen, um den Rechten nicht Auftrieb zu geben. Aber genau das erreicht man durch diese Spirale des Schweigens und Negierens.

      Was ist zu tun? Auch das Ansprechen von Problemen ist wichtig, sonst verhöhnen wir opfer ein zweites Mal und geben den Rechten nur Futter. Und das brauche ich nicht noch obendrauf.

      Ich glaube jetzt zwar, dass ich Ihre Frage nicht ganz zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnte, aber ich habe es wenigstens versucht.

    • Gloucester

      Doch! Also, die Frage zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Mit der Lösung kann ich leben! Zumal wenn mir jemand sachlich, wie Sie gerade, aus eigener Erfahrung berichtet und nicht nur Phrasen wiederholt.

      Gerade jemand wie ich, der immer nur positive Erfahrungen gemacht hat, braucht ein Gegenüber, der aus den eigenen Erlebnissen berichten kann. Dankeschön! Ich denke nach…

    • Ich bin extrem motiviert an die Sache herangegangen (ca. 2013 wurde hier die Einrichtung eröffnet). Mit Spendenaufrufen (Geld und Sachleistungen, Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe, Einkäufe, Behördengänge, Arztbesuche). Hab die Ämter und kommunalen Dienstleister angebaggert. Da hat sich dann schnell ein „Asylkreis“ aufgebaut, der sehr viel geleistet hat. Für die Menschen. Alles neben Job, Familie etc. Das war der pure Empathieflash.
      Zu Beginn war es fast ausschließlich konstruktiv. Es kamen v.a. Frauen/Familien mit Kindern. Da war vieles sehr schwierig, aber man konnte helfen und das wurde auch angenommen; meist sogar mit Dankbarkeit, also alles bestens.
      Als es zu der Zeit bereits Meldungen über Probleme gab, habe ich das für konservativ gefärbtes Geraune gehalten, das von AFD und Konsorten angeheizt wurde. Also billige Propaganda.
      Bei uns kamen dann irgendwann fast nur noch junge Männer an. Gut gekleidet, scheinbar auch mit Zugang zu ausreichend Geld, Smartphone etc., jedenfalls wurden unsere Sachspenden in Form gebrauchter Klamotten brüsk zurück gewiesen. Wir fanden vieles davon im Müll wieder. Und da war kein Schund dabei, alles vorsortiert. Tiptop! Plötzlich quittierten immer mehr Helferinnen den Dienst. Der moderne Flüchtling von heute wollte sich doch nicht von Frauen helfen lassen, das ist wohl unter seiner Würde.
      Ich hielt das für einen Zufall und die Probleme hier für bedauerliche Zuspitzungen. Einfach Pech.
      Erst dann kam Merkels Grenzöffnung und es wurde richtig irre. Da war nicht die schiere Menge problematisch, sondern eine ganz andere Mentalität. Zuvor hatten wir sehr viele dankbare Familien. Dann wurde ab 2015 die Stimmung aggressiver und ich begann mich herauszuziehen, weil es mir zum Teil zu heiß wurde, da sich auch immer wieder Drohungen hart an der Grenze zum körperlichen Übergriff ereigneten und ich tauge nicht zum Helden!
      Nicht dass ich total feige bin, aber als altgedienter Zivi fehlten mir einfach die Kenntnisse im Nahkampf und die Burschen waren nicht zu Späßen aufgelegt. Einmal wollte ich eine Gruppe von 3 Typen dazu anhalten, ihren Dreck (zerstörte Glasflaschen wegen der spielenden Kinder etc.) im Hof zur Tonne zu bringen. Diesen Fehler habe ich nur einmal gemacht, auch wenn ich nicht genau sagen, was der Fehler war, offensichtlich war es aber einer.

      Ich hatte einen guten Draht zur Polizei entwickelt und leider kann ich nur betsätigen, worauf eben jene rechten Trittbrettfahrer so genüsslich hinweisen: Es gibt Vertuschung bei Straftaten, auch bei schweren; Bagatellen werden nur noch resigniert zur Kenntnis genommen. Und das kommt von oben. Man will es deckeln. Schlimmer noch, es wird in großem Umfang auch die Strafverfolgung quasi ruhen gelassen. Staatsanwaltschaften und Gerichte sind jetzt schon überlastet. Teilweise geht da nichts mehr.
      Der Frust bei diesen Beamten ist stellenweise enorm greifbar und das sind absolute Normalos, nichts, was dem linken Feindbild des „Bullen“ nahe käme.
      Leider verstehe ich mittlerweile, warum Menschen dann diejenigen Kräfte wählen, die als einzige diesen Zustand ansprechen. Deshalb werden sie gewählt, nicht weil deren Lösungen so sexy sind. Oder weil die neoliberal sind.
      Das Wählen der AFD ist zum Teil Notwehr, weil im Staatsfunk nur die MEldung kommt, dass alles ruhig ist im Land.
      Ich kenne nicht viele Wähler der AFD, die meisten würden es auch nicht zugeben, aber ich bekomme oft die Aussage:

      Diese Partei spricht das Problem als einzige an, mir gefällt nicht unebdingt deren Lösungsvorschläge, aber wenn sonst alle die Augen verschließen, dann braucht es eben diese Protestwahl.

      Nocheinmal kurz zurück zu den Flüchtlingen: Ich bin raus aus der Helferrolle, habe aber noch losen Kontakt. Immer weniger stellen sich am Abend oder am WE da hin um sich belöffeln zu lassen.
      Leider schwinden damit auch Hilfe und Angebote für die wirklich Hilfsbedürftigen. Die gehen wie immer mit unter.
      Die jungen Männer sind längst in ihren peer groups hier integriert und nicht untätig, aber leider bedeutet das so rein ghettotechnisch nicht viel Gutes.
      Das ist meine Hauptkritik: Wer Probleme kaschiert, leugnet macht sich mitschuldig daran, dass andere mit billigen Lösungen punkten können.

      Und ja ich bin müde bei dem Thema und deswegen manchmal harsch und vielleicht ungerecht, aber in der Sache habe ich grundsätzlich nichts zurückzunehmen.

    • Nochmal dankeschön @ Gloucester!

      Ich fange an Sie immer besser zu verstehen. Und nach Ihren Schilderungen bin ich jetzt ziemlich überzeugt, dass es die Migrationswaffe ist.

      Bei uns ist auch eine Erstaufnahme-Einrichtung. Allerdings hab ich mich relativ schnell wieder zurück gezogen und konnte deshalb wahrscheinlich diese Erfahrungen wie Sie nicht machen. Wir hatten einen Begegnungskaffee 2x die Woche im Bürgerhaus. Und irgendwann hatte ich Winterjacken dabei für 2 syrische Familien, die mich darum gebeten hatten. An dem Tag waren aber beide Familien nicht da und ich wollte die Jacken dem Leiter des Begegnungskaffee’s mitgeben. Da antwortet der mir – und das ist kein Scherz – „die kommen barfuss über den Balkan, die brauchen keine Jacken“. Ich war so unfassbar frustriert, dass ich nicht mehr hingegangen bin. Betreue jetzt über private Initiative einen jungen Pakistani, dem ich helfe bei Bewerbungen und Ämterproblemen. Er hat ne Lehre angefangen und wir haben uns angefreundet. Deshalb fällt es mir immer so schwer, negativ über das Flüchtlingsproblem zu denken. Aber wie gesagt… Ihre Erfahrungen sind wichtig für mich zu wissen.

      Gut, dass wir uns hier austauschen können!

    • Ich habe auch bis heute Kontakt zu zwei Familien, die ich zeitweise unterstützt habe und die mittlerweile in einer eigene Wohnung leben, nun aber einige Km weit weg.
      Eine Familei aus Syrien ist für mich persönlich eher undurchsichtig, die Schilderungen sind oft teils widersprüchlich, aber ich bin kein Psychologe, man verdrängt ja auch so manches. Aber ich kann immer noch nicht ganz ausschließen, dass sie eigentlich aus gut betuchten Kreisen stammen (Mittelschicht) und selbst nicht wirklich einen Fluchtgrund hatten (nicht gnaz Syrien war im Bürgerkrieg) und hierher kamen, weil sie für die Kinder eine bessere Ausbildung wollten.
      Bei den Pakistanis war das so eine religiöse Sekte, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, wobei das an sich nichts heißen muss. Die waren soweit ganz freidlich, aber beim Thema Religion oder säkularer Staat war bei den totale Funkstille. Die missionieren hier auch und wollen definitiv einen Gotteststaat, was anderes kommt nicht in die Tüte. Und da ist für mich schon Frage: Sollen wir überhaupt versuchen, diese Menschen hier zu integrieren? Mir scheint das sinnfrei zu sein, wenn jemand eine offene Gesellschaft ablehnt.

      Ein paar dieser Spinner kann man sicher laufen lassen, aber ich frage mich was passiert, wenn solche Metalitäten überhand nehmen? Dass laut Welt vom 16.06.2016 bereist fast die Hälfte der hier lebenden türkischen Migranten Islam-Gebote höher werten als die schnöden weltlichen Gesetze, zeigt doch ein bereits bestehendes Problem der Legitimation. Rein demografiemäßig wird das irgendwann mal ein ganz großes Thema.
      Und ich will nicht, dass unsere Enkel sich irgendwann wieder von vorne die liberalen Werte erkämpfen müsse, weil wir sie weggeworfen haben.
      Wenn wir jetzt nicht dafür einstehehen, das ein Nein ein NEin ist oder Mächen ganz selbstverständlich jeden Beruf ergreifen dürfen, dann werden diese Freiheiten unter Druck geraten.
      Ich habe gleichaltrige Kollegen, Enkel der ersten Gatsarbeiter, die immer noch zwangsverheiratet werden. Hier Mitten im Südwesten der Republik. Nicht Berlin oder dort, wo man das noch fdür schicken multikulti hält, weil man ja Weltstadt ist und da gibt es eben alles.. Nein, am Arsch der Welt. Dass meine Grundschulklassenkameradin etwas 1985 quasi qweg von der Schulbank nach Anatolien verheiratet wurde, dass könnte man ja noch damit abtun, es war im letzten Jahrtausend. Es passiert aber heute.
      Oder muss ich das lockerer sehen, fehlt mir da nur die interkulturelle Toleranz?
      Kann ja sein, dass ich da stehen geblieben bin und man das heute quasi als progressiv zu betrachten hat.
      Dann bin ich halt von gestern, ach was, vorgestern.
      In dem Sinne bin ich konservativ geworden.

    • Ich freue mich ganz aufrichtig über jeden positiven Bericht und jede gelungene Integration, weil alles andere destruktiv ist.
      Aber ich blende auch das Gesamtbild nicht aus.
      In Sachen Arbeitsvermittlung nur folgendes: Ich bin hier gut vernetzt wie man so unschön sagt zu vielen Gewerbetreibenden/Kleinbetrieben, die allesamt das Thema Facharbeitermangel gut kennen. Hier gibt es nun einmal keine drückende Arbeitslosigkeit.
      Jedenfalls kenne ich niemanden, der einen kennt, der schon mal gehört hat, dass er von einem einen Migranten gehört habe, den man als Facharbeiter einstellen können…
      Es finden sich sicher rührende Geschichten in der Presse von einem sagen wir mal syrischen Neurochirurgen. OK, gebongt, aber das ist brain drain. Der würde in seiner Heimat besser aufgehoben sein. Oh nein, ich habe Heimat gesagt.
      In der Fläche spielt sich da aber fast nichst ab: In der Pizzeria als Spülhilfe und Mädchen für alles oder Bauhelfer, wo man all das machen darf, wozu isch dann die ausgildeten Arbeiter zu fein sind. Das ist die jobtechnische Realität.
      Und warum? ich habe keine allumfassende Antwort, ich kann nur berichten, was mir die Gipser, Metallbauer und Flaschner erzählen, die vom Arbeitsamt Leute geschickt bekommen. Und knallhart gesagt: 90% absolut unbrauchbar.
      Kein Bock, unpünktlich, keine Sprachkenntnisse, Analphabeten. 40 Stunden plus x auf dem Bau kloppen im Winter, das kommt nicht in Frage. Aber Partizipation und Integration läuft eben primär über Arbeit.
      Ich habe lange genug in jeden verdammten Semesterferien Nachtschicht in der Auto- oder Chemieindustrie geschoben mit 50% plus x Ausländeranteil, die auch ihre communities gebildet haben.
      Es war schwer, das aufzubrechen und ist in der Tat nicht immer gelungen. Noch heute erlebe ich, dass Kinder eingeschult werden, die nicht oder sehr, sehr schlecht deutsch sprechen, weil zuhause eine andere Muttersprache gesprochen wird…Und das sind menschen, die schon lange hier leben. Ich verstehe das nicht. Das ist für viele Kinder schon das entscheidende Killerkriterium für kulturelle und geistige Partizipation. Den Rückstand kriegt man nie mehr raus. Oder nur schwer.
      Und ich will das nicht als Plädoyer dafür stehen lassen, dass man nach dem Staat gröhlt und den Familien die Kinder wegnimmt und zwangsweise kulturiert.
      Wenn jemand nicht mitspielen will, dann wird ihm das auch gelingen. Nur sehe ich die Sache aus einer zweiten Perspektive: Wenn jemand partout nicht mitspielen will, was macht er dann hier?
      Und wenn zuviele nicht mittun, dann gerät eine Gesellschaft in Bedrängnis. Und bitte, die üblichen kommen mir jetzt nicht mit dem Vorwurf von Deutschtümelei oder dem Gejammer über das neue Heimatministerium. Das ist doch alles recht reflexartig.
      Eine Gesellschaft in unserer Größenordnung braucht einen Konsens, Kultur oder wie man das nennen will.
      Wenn zu viele Quertreiber darunter sind, funktioniert das nicht. So mit Ultrakulti kann man eine Landkommune folgenlos an die Wand fahren, bei einem Staat führt das aber zu schmerzhaften Verwerfungen. Und darauf habe ich keine Lust. Ich brauche Chaos und Niedergang nicht als Selbstbestätigung meiner negativen Einstellung zur Welt.
      Die Lust am Untergang ist mir fremd, auch wenn ich vieles auf das Schärfste kritisiere, ablehne und verachte.
      Ich bin weder Bombenlieferant, Kriegsminister oder spin doctor, ich bin an dem Elend nicht Schuld, bin nicht die Nato oder das Kapital und will aber, dass hier eine noch funktionierende Zivilgesellschaft nicht mit Gewalt und sehenden Auges weiter unter Druck gerät. Bei allem, was hier als großes Übel zu brandmarken wäre, muss man nicht den Rest auch noch sturmreif schießen, weil die eigenen linken Lebensträume dahinsiechen und ein gewisser ausgebrannter Fatalismus um sich greift. So maches hier auf dem Portal klingt wie ordo ab chao, erst wenn der sterbende Ast des Kapitalismus verfault ist und sozusagen ganz im Chaos untergegangen sein wird, dann wird es wieder besser.
      Diese Linken sind für mich keine Verbündeten.
      Ich will kein Chaos, keinen Untergang, nicht im geringsten steht mir der Sinn danach.

    • @Gloucester
      Erst mal ein fettes Danke! Viel Mühe, aber ich garantiere, das war nicht vergebens. Und hat gar nichts mit Konsvervatismus zu tun. Sondern einfach mit Realismus. Den brauchen wir als Voraussetzung, um der Probleme Herr zu werden. Noch mal Danke.

    • Es ist ein dauernder Ritt auf der Rasierklinge, weil man keinen Beifall von falscher Seite möchte. Und auch keine Gutmenschenempörung von der anderen.
      Beide Seiten sind einfach nur ideologisch beschränkt und höchst selbstreferentiell, schenken sich also in der Hinsicht kaum etwas, da ist alles entweder schwarz oder weiß. Aber diese Redewendung ist vermutlich in dem Zusammenhang den ersten bereits wieder suspekt.

    • Gloucester

      Wie gesagt, ich kann mich nur ganz schlecht in Sie hineinversetzen, weil ich einfach andere Erfahrungen habe. Aber das ist umgekehrt ja genauso, wie wir sehen. 🙂

      Sie kennen kein Beispiel? Ich hab eins für Sie.
      „Mein“ Freund, der Pakistani, ist homosexuell. Deshalb ist er geflüchtet. Todesstrafe… Er ist jetzt seit Ende 2014 hier, spricht fast fließend Deutsch, hat nen Führerschein gemacht und einen Bekannten von mir geheiratet.
      Er ist ausgebildeter Elektrotechniker, mit 3 Semestern Studium obendrauf. Ich hab die Papiere gesehen und den Lebenslauf getippt, deshalb weiß ich es sicher.
      Eigentlich wollte er gar nicht nach Europa. Er war in Libyen als Klimatechniker, bis die Nato kam. Dann Sizilien, Horrorlager. Man merkt ihm an, wie traumatisch die Flucht war, wenn er erzählt.
      Hier muss er jetzt, als Fachmann mit 10 Jahren Berufserfahrung, nochmal in die Lehre gehen. Und das macht er ohne es zu verstehen und ohne zu meckern. Nebenbei macht er zusätzliche Sprachkurse um die Berufsschule zu schaffen. Und letztes Silvester hatte er sein erstes Bier. 🙂
      DAS nenn ich gelungene Integration!

      Ganz ehrlich – unsere Kultur? Kein Moslem hat uns befohlen aus Weihnachtsfest ein Lichterfest zu machen. Das würde auch keiner erwarten. Und die Kreuze in den Schulen wurden schon vor Jahren abgehangen. Meine Nichte hat im Religionsunterricht atheistisch gelernt.
      Die Moslems schauen ein bisschen auf uns herab, WEIL wir selbst unsere Kultur in den Allerwertesten treten und getreten haben. Wir sind durchamerikanisiert bis ins Detail. Wir haben keine westlichen Werte mehr. Das Christentum ist eine Farce… Der einzige „Anschlag“ hier wurde von unseren Diensten gepampert.
      Und viele sind – vielleicht über sich selbst – verärgert, weil sie sich vom Hochglanzbild des Westens haben anlocken lassen und jetzt bitter enttäuscht sind.

      WIR sind das Opfer? Nee das lass ich, bei allem Verständnis für Sie, nicht gelten. Wenn WIR zu Millionen vors Kanzleramt ziehen und uns gegen Ramstein stellen; und wenn dann trotzdem die NATO rumbombt, erst dann sehe ich uns von Verantwortung befreit. WIR leben nämlich ganz gut vom Leid der anderen.

    • PS: nur für den Fall, dass sich jemand über den Satz mit dem „Christentum ist eine Farce“ echauffiert…

      Die Kirchen sind leer. Fragt mal auf der Straße, was Pfingsten ist, oder Ostern. Und selbst die Hardcore-Christen haben ihr Buch nicht richtig gelesen. Auch unsere C-Parteien nicht. Schwören ist genauso tabu wie Morden. Wer weiß das da draußen?

      Aber OK – westliche Werte:
      „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. (Matth 25, 42+45)

      Besinnen wir uns darauf. Dann haben wir westliche Werte, auf die wir stolz sein können!

    • Ich wiederhole mich, aber ich freue mich über jedes positive Beispiel, denn ich kann mich am Gegenteil nicht erfreuen. Das wird mir in dem Lenen nicht mehr unter kommen.
      Bei der Frage nach der Schuld bin ich noch nicht überzeugt, schwanke aber auch hinsichtlich der Verpflichtung wirklich alles zu geben im Kampf gegen die Niedertracht. Aber dem einzelnen eine Schuld aufzuladen ist keine gute Idee, da sträubt sich in mir alles. Die Kategorie der Schuld ist so teuflich und macht so unfrei im Kopf. Gerade bei der Militarisierung. Ich wünsche mir wirklich mehr Menschen uaf der Straße. Aber die Friedensbewegung erreicht einfach nicht, dass mehr Menschen ihre Resignation überwinden. Es herrscht eben viel Lethargie. Oder nackte Existenzsorgen, das alles bringt nicht unbedingt Angriffslust hervor.

      Was ist es denn, was aus Weihnachten ein Lichterfest werden lässt? Das ist sicher im Augenblick kein Zeichen für eine weitere Säkularisierung. Es ist eher die Angst vor einer überhitzten Korrektheitsmentalität, einem shitstorm der kulturellen Sittenschnüffler im Netz.
      Oder sehen Sie sich die Werbung an, warum verschwinden dort meist harmlose Symbole? Welche Nachteile erwartet denn die Industrie bei Beibehaltung? Das kann doch nur unter Erwartung direkter ökonomischer Nachteile (Umsatz) oder Imageschade geschehen. Oder?
      Wer passt sich da vorauseilend an? Und warum? Mit fällt dazu wenig ein.

      Über amerikanische Zwangskultur hat sich schon mein Opa erzürnt. Andere seiner Generation fanden das eine Art Befreiung vom miefigen deutschen Dunst der Adenauerzeit.
      Wem will man da nun die Schuld an der neuen Einheitskultur in die Schuhe schieben? Klar war das ein zentraler Teil der Umerziehung. Aber alle mit der gleichen Topfrisur rumrennen zu lassen und Mädels mit braven Zöpfen war eben auch nicht mehr haltbar, die verklemmten Zeiten waren um. Da war es auch leicht für den american way of life.
      Aber da sind wir jetzt vom Thema abgekommen.

    • Ist Ihnen aufgefallen, dass ich nie von Schuld rede, sondern von Verantwortung. Das ist ein Riesenunterschied. Mit dem Wort „Schuld“ hab ich genauso ein Problem wie Sie! Ich hab keinen Schuldkomplex. Wie auch, dafür bin ich zu jung. Aber ich empfinde Verantwortung (nicht weil ich Deutsche bin, sondern weil ich Mensch bin), dass das Grauen der 30er Jahre nicht nochmal passieren darf.

      „Wer passt sich da vorauseilend an? Und warum? Mit fällt dazu wenig ein.“
      Die Frage stelle ich mir schon sehr lange. Zumal dieser vorauseilende Kulturtod völlig ohne Not durchgezogen wird.

      Ist jetzt auch irgendwie oftopic…
      Wir haben hier eine Bewegung im Land, die Tierschutz über alles stellt und gleichzeitig zuschaut, wie Menschen jämmerlich ersaufen und die Helfer im Mittelmeer kriminalisiert werden. Das ist doch krank!

      Ich krieg es einfach nicht hin, zuzuschauen wie Menschen leiden. Gutmensch? Ja ganz bestimmt. Ich möchte ein guter Mensch sein. Musste selbst erfahren was Leid bedeutet und Gott sei Dank (im wahrsten Sinne) gab es Menschen, die für mich da waren.

  3. Gut, das ich das gar nicht erst geschaut habe.
    Wie kommt man auf die Idee ? Um hinterher einen Artikel darüber zu schreiben?
    Feinsinniges ist doch von Regierungsmedien nicht mehr zu erwarten. Schon lange nicht mehr. Eben wegen der Klischees, die so offensichtlich gehegt und gepflegt werden und die immer wieder den selben nützen.
    Reicht das es ungefragt mein Geld kostet. Muss nicht auch noch meine Zeit kosten.

  4. Herr Loyen
    Es geht in diesem Film nicht um Fluchtursachen! Es geht um das Grauen von Flucht an sich. Um die unmenschlichen Zustände, die den Fliehenden zugemutet werden. Das soll ein Spiegel sein, damit der Michel sich in die Flüchtlinge hinein versetzen kann.
    Erzählen Sie nicht, das haben Sie nicht gewusst oder gesehen.

    Warum ich vor der AfD und ihren Wählern Angst habe? Weil die AfD zutiefst neoliberal und fremdenfeindlich ist. Und weil ich heute schon von deren Wählern als grün-links-versiffte F***ze betitelt werde, die ins Gas gehört. Soll ich da in Freudentänze verfallen? Oder mich entspannt zurück lehnen?

    Die Parrallelen zu den 30er Jahren sind unübersehbar und erschreckend. Fehlt noch die große Depression durch Börsencrash und schon gibts ne Wiederholung der Geschichte.

    „Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
    (Martin Niemöller)

    • @Kristana
      Wenn man es ablehnt, dass hier Millionen Menschen binnen kürzester Zeit zuwandern und weiter zuwandern sollen um hier zu siedeln, dann ist man also fremdenfeindlich wenn man das kritisch sieht und verbalisiert?…
      Ich halte das eher für vollkommen normal…
      Da wird von angeblichen zukünftigen Obergrenzen von 220.000 Siedlern pro Jahr in den Koalitionsverhandlungen schwadroniert, gleichzeitig aber lässt man durchblicken, dass wenn es mehr werden, es eigentlich auch egal ist….

      Ich frage mich eher wie manche Menschen die Gefahren die sich durch diese Massenzuwanderung ergeben so ungeniert negieren können. Aber wenn sie es schon negieren können, sich auch noch darüber echaufieren, wenn es Menschen gibt die diese Entwicklung mit Sorgen sehen.

    • Ja genau. Was mach ich mir eigentlich en Kopf um Menschen, die nicht biodeutsch sind? Lassen wir sie einfach im Mittelmeer verrecken. Verantwortung haben wir ja keine für die Flucht. Ursachen? Wer fragt schon nach Ursachen?
      Wir sind die Geilsten und die Besten überhaupt. Scheiß auf Andere…

    • Ja, vielleicht ist es mal an der zeit sich nen Kopf darum zu machen was das für dieses Land bedeutet… und die Menschen die schon länger hier leben….

    • „als grün-links-versiffte F***ze betitelt werde, die ins Gas gehört.“

      Hört sich jetzt hart an, aber das ist auch nur eine Meinung…und solange diese Meinung nicht in die Tat umgesetzt wird, bleibt es genau das… heisse Luft aus dem Mund eines leeren & dummen Kopfes.
      Die beste Waffe gegen sowas ist Gelassenheit. Denkende Menschen werden genau erkennen, wer das Arschloch in der gegebenen Situation ist. Und es gibt mehr denkende Menschen als dir vielleicht bewusst ist, auch wenn es dir objektiv nicht so vorkommen mag.

      Ich hab mich auch lange Zeit wegen Worte Emotional selber belastet.
      Wenn Menschen die offensichtlich ein Problem mit dir haben es schaffen ein Tornado in deinem Wasserglas auszulösen, dann haben sie schon gewonnen… weil du dich der Kausalität folgend (sofern du das zulässt) selber fertig machst.

      Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Man kann seine Emotionen an die Kette legen.
      Wie ein Hund abrichten, und sogar als Waffe benutzen. Und das ist normalerweise die Stärke der Frauen.
      Wenn man das lernt wird man nicht Emotional kalt oder arm. Man fängt nur an die Mechanik im Kern zu verstehen.

    • Kristana und FFMIKLE vertreten zwei divergente Positionen und dennoch haben beide in gewisser Weise Recht. Ihre jeweiligen Ängste und Befürchtungen sind nachvollziehbar, denn sie basieren auf realen Problemen, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Es kommt die Frage auf, was stimmt hier nicht? Unser Gesellschaftsvertrag, ja der Gesellschaftsvertrag der gesamten Westlichen Zivilisation wird den Anforderungen der Zeit nicht gerecht.
      Der Widerspruch kann nicht aufgelöst werden, indem man den Sichtweisen von Kristana folgt. Wenn du an einem beliebigen Tag durch die Stadt ziehst begegnet dir bald ein Bettler. Die Situation macht dich betroffen und du gibst ihm etwas von deinem kleinen Geld, auf das du gut und gerne verzichten kannst. Aber bei welchem Bettler kippt deine Stimmung um, jetzt habe ich schon drei Leuten was gegeben, ich kann nicht die ganze Welt retten. Das trifft im übertragenen Sinne leider auch auf Flüchtlinge zu, die ab einer gewissen Anzahl die innere Struktur der eigenen Gesellschaft zerstören. Was dann heraus kommt ist für alle nicht befriedigend. Abgesehen von denen, die sich in einer materiell privilegierten Situation schadlos halten können, da sie von der Situation nicht oder nur wenig betroffen sind und mithin auch kein Verständnis dafür haben. Das befördert zudem die divergenten Kräfte einer Gesellschaft, man muss aus diesem Sumpf da unten heraus. Es entsolidarisiert. Das hat übrigens nichts mir biodeutscher Herkunft zu tun, die es nebenbei bemerkt so gar nicht gibt. Der Kitt eines einigermaßen funktionierenden Gesellschaftsvertrags sind soziologische und kulturelle, nicht biologische Fragen.
      Ich kenne zwar nicht die umfassende Weltsicht von FFMMIKE, aber die bloße Begrenzung und Abschottung ist genau so wenig eine Lösung des bestehenden Widerspruchs. Die dahinter liegenden Probleme, die zu den Flüchtlingsströmen führen sind objektiv. Wir müssen an unseren Denk und Verhaltensweisen grundlegende Dinge ändern, dass die Fluchtursachen reduziert werden können. Das kann anfangen mit einer sinnvollen Strategie, wie organisieren wir unsere Hilfe. Beherbergen wir einen Teil der Menschen temporär bei uns, bilden sie aus und helfen bei der Wiedereingliederung in die soziokulturellen Räume, aus denen viele dieser Menschen stammen. Wenn wir Menschen permanent hier behalten, indem wir ihnen gestatten hier zu bleiben, weil es unserem Interesse entspricht, müssen wir den Ländern, aus denen sie stammen einen Ausgleich zahlen.
      Unser individueller Luxus, bzw. die Privilegierung von sehr wohlhabenden Minderheiten in unseren Ländern muss systematisch bis auf ein vernünftiges Maß abgebaut werden. Wir wollen wir weniger entwickelten Ländern ein Beispiel geben, dass eine entwickelte Gesellschaft ein hohes Maß an Ausgleich braucht, wenn wir dieses Modell nicht vorleben? Wie können wir es dann von anderen fordern? Nur so können wir auch einen fairen Interessenausgleich zwischen ärmeren und reichen Ländern in Gang setzen. Momentan hat noch nicht einmal eine ernsthafte Diskussion darüber, die den Namen verdient, eingesetzt.
      Aus dem untergegangenen kommunistischen System wissen wir, was wir von diesem System nicht mehr wollen. Von dem bestehenden dominanten marktwirtschaftlichen System haben wir uns diese Frage noch nicht gestellt, um in der Folge damit zu beginnen erforderliche Veränderungen einzuleiten. KENFM ist eine der wenigen Plattformen, in denen solche Diskussionen überhaupt geführt werden können.

    • Kristina:
      „Warum ich vor der AfD und ihren Wählern Angst habe? Weil die AfD zutiefst neoliberal und fremdenfeindlich ist. Und weil ich heute schon von deren Wählern als grün-links-versiffte F***ze betitelt werde, die ins Gas gehört.

      S.H.:
      „Die beste Waffe gegen sowas ist Gelassenheit.“

      Wie Sie da gelassen sein, oder gelassenen sein spielen können, kann ich nicht nachvollziehen.
      Fällt die „heisse Luft aus dem Mund eines leeren & dummen Kopfes“ noch unter Meinungsfreiheit oder ist das nicht eine handfeste Drohung.
      Ich würde das nicht tolerieren.
      Da wäre die Grenze überschritten.
      Wenn das zu mir, eine mir bekannte Person sagen würde, wäre eine Anzeige fällig.
      Ich weis, dass ich den besagten Menschen nicht damit sozialisiere.
      Aber so menschenverachtend kann man nicht miteinander umgehen. Das ist Krieg mit Worten.
      Wer das toleriert, erzeugt auf der einen Seite Hass und Gewalt und andererseits Angst und Trauer.

    • @FFMMIKE
      Sie fragen, wie man die Gefahren durch diese Massenzuwanderung negieren kann?

      Bei manchen wird es so sein, dass sie die Gefahren überhaupt nicht sehen wollen, vielleicht auch weil sie zu weit weg von der sozialen Realität leben, nie damit konfrontiert werden.

      Bei anderen herrscht die viel zitiert kognitive Dissonanz vor: Es darf einfach nicht sein. Ende. Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie weiter!

      Bei einer dritten Gruppe gibt es diese Gefahren nicht, weil diese Menschen scheinbar keinen positiven Bezug zu ihrem Leben hier haben und klammheimlich frph darüber sind, wenn alles verschwindet, was so ist, wie es im Augenblick ist. Hauptsache das Deutsche an sich mit seiner verachteten Kultur geht unter.
      Und das wird es auch, wenn wir nicht die Werte, die bei uns angelegt sind hochhalten.

      Es sind nach meiner Erfahrung mit Migranten gerade diese, die die Rechte von Frauen, Schwulen und auch in einem zu Teil unfassbare Maß auch der Kinder komplett missachten. Von so Luxusthemen wie Umwelt oder Tierrechte muss man da gar nicht erst anfangen. Oder politische Partizipation aller, auch der Frauen, so aktives Wahlrecht.

      Wer da etwas Positives erwartet, denm kann man zu seinem saumseligen Tiefschlaf nur noch mitleidig gratulieren!

      Die ganzen Träumer haben doch keinen blassen Dunst, was hier für Mentalitäten zuwndern, das ist zum Teil Faschismus pur.

      Oder sie sind bösartig, weil sie diese Mentalitäten gegen unser System in Stellung bringen wollen.

      Ich dagegen werde mich niemals mit solcher Rückständigkeit anfreunden oder gar mit dieser gemeinsame Sache machen.

      Man muss sich seine Mitbewohner und/oder Kampfgenossen schon genau ansehen.

    • Wenn sie aufmerksam beobachten, werden sie feststellen, daß eine der wenigen Konstanten im Leben die Veränderung ist, darauf bezogen werden sie feststellen, daß auch das, was man gemeinhin als Kultur bezeichnet, der Veränderung unterworfen ist und somit auch das Empfinden von Heimat.
      Pickelhauben werden in Deutschland heute nicht mehr getragen.

      Dann gibt es da so etwas wie Kulturimperialismus und offenkundig hatten und haben wenige der Deutschen etwas dagegen durchamerikanisiert zu werden. Wobei ich mir nicht tatsächlich sicher bin, ob bereits die Amerikaner mit dem Konzept dessen, was gemeinhin als amerikanisches Kulturgut gilt, besonders glücklich wurden. Jeder ist seines Glückes Schmied. Vom Tellerwäscher zum Millionär.

      George Carlin ~ The American Dream
      Am 26.04.2009 veröffentlicht
      „You have to be asleep to believe it.“

      A short excerpt from the video „Life Is Worth Losing“ (2005).
      https://www.youtube.com/watch?v=acLW1vFO-2Q

      Im Grunde ist es Teil des Herrschaftskonzepts, das was Kultur zu sein hat, über die Einflußmittel, zu bestimmen.

      Und um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, ich habe meine Probleme mit einer Kultur, in der Frauen, mal mehr mal weniger, als Menschen zweiter Klasse gelten, erzogen werden daran zu glauben und sich unwürdigen Riten zu unterwerfen.

      Aber nur weil ich das abscheulich finde, werde ich nicht das andere Scheusal umarmen. Dieses ist nämlich der Trick bei dieser Angelegenheit, ein Problem schaffen, die Lösung anbieten und herrschen.

    • Auch ich werde kein anderes Scheusal umarmen, auch nicht diejenigen unter den Migranten.

      Wie hier zu lesen war, will ja eine Kenfm-Autorin sich mit diesen verbünden um auf deren „Kampferfahrungen“ zurückzugreifen.

      Das funktioniert so rein kampftechnisch bestimmt ganz ausgezeichnet, bleibt nur die Frage, welchen Kampf man mit diesen Menschen denn kämpfen kann.

      Mir sind vor allem Frauen/Mütter aufgefallen, die scheinbar die Trägerschicht der antiquierten Rollenmodelle und Inhalte sind. Es ist gar nicht so sehr nur ein Patriarchat, getragen werden die Inhalte zumeist von den Frauen als heimliche Herrscher nach innen. Man vergebe mir: Herrescherinnen selbstredend.

      All das, wovon wir denken, es wäre progressiv, wird weitgehend abgelehnt, mithin sogar rigoros verachtet.

      Ich hatte es mit einem Fall von Kinderehe zu tun. Da war es insbesondere die Mutter, welche das vehement verteidigt hat.

      Ich blieb staunend zurück.

    • @schwarz ist weiß
      >> Wie Sie da gelassen sein, oder gelassenen sein spielen können, kann ich nicht nachvollziehen.
      >> Fällt die „heisse Luft aus dem Mund eines leeren & dummen Kopfes“ noch unter Meinungsfreiheit oder
      >> ist das nicht eine handfeste Drohung. Ich würde das nicht tolerieren.Da wäre die Grenze überschritten.

      Hast du mal das Wort „Emotionen“ definiert? Was ist das?
      Angst, Neugier, Zorn, Gelassenheit, Furcht, Liebe, Mut, Hass, Zorn
      Und wenn du dann diese Worte im Kern verstehst, kannst du doch entscheiden ob du sie zulässt oder nicht?
      Wenn du Angst hat, kannst du dich für den „Leap of Faith“ entscheiden, und diese Angst überwinden?
      Wenn du Neugierig bist, kannst du dich entscheiden, ob du in Schrödingers Kiste schaust oder nicht?
      Wenn du Ängstlich bist, kannst du dich entscheiden Mutig zu sein?
      Wenn du verliebt bist, kannst du dich entscheiden dein Herz zu öffnen und Liebe zuzulassen?
      Wenn du Hass empfindest, kannst du dich doch entscheiden die Waffen niederzulegen.

      >> Wenn das zu mir, eine mir bekannte Person sagen würde, wäre eine Anzeige fällig.
      >> Ich weis, dass ich den besagten Menschen nicht damit sozialisiere.
      >> Aber so menschenverachtend kann man nicht miteinander umgehen. Das ist Krieg mit Worten.
      >> Wer das toleriert, erzeugt auf der einen Seite Hass und Gewalt und andererseits Angst und Trauer.

      Nicht zwangsläufig.
      Karma ist wesentlich mächtiger als Krieg.
      Karma ist eine Emotionale Abrissbirne, die beim zurück schwingen wie eine Atombombe in deinem eigenen Gesicht landet.

    • Hallo schwarz ist weiß 🙂

      Persönlich an den Kopf geknallt hat mir das zum Glück noch niemand. Ich würd ihn glaub ich anspucken.

      Dieser heftige Ton ist !noch! nur bei youtube. Und er entsteht, wenn sich dort Rudel bilden. Sobald sich einer von den anderen bestätigt fühlt, wirds heftiger und bösartiger.
      Aber mir ist das vor ein paar Jahren auch schon bei RTDeutsch passiert. Dort wurde dann allerdings wirklich zensiert, wenn die ganz harten Sachen im Forum aufgetaucht sind.

      S.H.
      „Wenn du Angst hat, kannst du dich für den „Leap of Faith“ entscheiden, und diese Angst überwinden?“
      Das ist Psychologie 1. Semester. Funktioniert aber nicht bei allen Menschen!!! Musste meine Ärztin in der Reha auch feststellen. „Durch die Angst durch, um sie zu überwinden“ endet bei mir im Herzinfarkt. Man kann Menschen nicht verallgemeinern.

      Außerdem genauso könnten wir diesen Tipp auch den besorgten Bürgern geben. Wieso wird deren Besorgnis akzeptiert, meine (und auch Fr. Bonath’s) wird dagegen nieder geredet und nicht ernst genommen.

    • @Kristana
      Geh mir bloss weg mit den Psychodocs 🙂
      Hatte im Nov 2016 eine Psychose, und wurde 5 Wochen im Krankenhaus behandelt.
      Die Antwort der Psychologen war: Sie haben nen Knall, iss halt so… hier haben sie ein paar Pillen.
      Damit war das Thema durch für die.
      Pharma kassiert, Patient ist in der Mühle… Rubel rollt.
      Win Win Win.
      Die Ärzte hatten kein Interesse die Ursache zu finden.
      Die habe ich im Mai 2017 selber gefunden und alle Pillen abgesetzt.

      Ursache in meinem Fall war ein Kindheitstrauma, auf das ich über 30 Jahre lang hinweg eine Lebenslüge
      aufgebaut habe. Dieses Kartenhaus ist bei der Psychose zusammengebrochen.

      Ich betrachte den Vorfall im Nov 2016 / die Psychose heute nicht mehr als was negatives.
      Im Gegenteil, ich betrachte es als Obstkorb mit ganz vielen kleinen Geschenken in Form von Verständnis.

      Wusstest du schon, das es im Englischen Zwei Worte für Angst gibt?
      Fear + Anxiety.
      Fear bezieht sich eher auf die Vergangenheit, und Anxiety eher auf die Zukunft.

      Es gibt im Englischen auch zwei Worte für Einsamkeit.
      Loneliness + Solitude. Loneliness bezieht sich eher auf den Schmerz, Solitude eher auf die Schönheit.

    • S.H. 🙂

      Da rennst du bei mir offene Türen ein (mit den Psychodocs). Hab auch mit Selbsterkenntnis mehr erreicht, als jeder Arzt.

      Aber wenn wir schon mal bei Karma sind. (Jetzt krieg ich bestimmt gleich wieder eine auf die Mütze 😉 )

      Karma für 6 Mio tote Juden u 27 Mio tote Russen – Flüchtlingswelle!

    • @Kristana

      Ich denke mal nicht, dass es beim Karma Kollateralschäden gibt…. 🙂

      Die Schweden und Schweizer waren in Russland nicht dabei und in Auschwitz nach meinem Kenntnisstand auch nicht…. und bei denen ist die Situation bzgl. Flüchtlingen auch keine Andere als in Deutschland…

  5. Dann muss ich irgendwo im Limbo sein zwischen den 3% und den 97% 🙂
    Ich sag zu nem guten Ouzo nicht nein.. auch nicht zu nem guten Porter, oder nem leckeren Wein 🙂
    Aber es ist nicht so, das ich es bräuchte 🙂

    • „Aber es ist nicht so, das ich es bräuchte“
      Ich will Ihnen nicht zu nahe treten und es hat auch nichts mit Ihrer Person zu tun,
      nur zu Info:
      Sie wissen schon das dieser Satz typisch für Suchtkranke ist, die sich Ihre Sucht selber nicht eingestehen.
      Selbst wenn z.B. Alkoholkranke mit dem Alkohol trinken aufhören, kommt es sehr oft zu einer Suchtverlagerung.
      Da wird dann z.B. auf extrem starken Kaffe ausgewichen – und das in Massen.
      Bestimmt besser als Alkohol – aber …..
      Zur Sucht kann eigentlich fast alles werden, was bestimmte Grenzen übersteigt.
      Aber wo ist die Grenze? Und ist sie für jeden gleich?

    • Kann man deterministisch nicht genau bestimmen.
      Das kann man nur für sich selber rausfinden, indem man auf sein inneren Kompass hört.
      Indem man sich selber die Frage stellt: Sind 16 Stunden Internet am Tag wirklich gut für mich auf Dauer?
      Braucht ich wirklich schon wieder Zucker im Kaffee?
      Waren die 30g Rosa Paste die ich mir an nem Wochenende weggezogen hab vielleicht zu viel?
      Es ist wieder Freitag, muss ich wirklich schon wieder saufen gehen?
      Muss ich mir wirklich eine weitere Kippe anstecken, wo ich mir jetzt schon die Lunge aus dem Leib kotze?

      Letzenendes unterliegt Konsum auch der Kausalität. Alles hat seinen bestimmten Preis den es zu bezahlen gilt.
      Und der Preis den man zahlen muss schliesst auch die eigene Gesundheit mit ein.

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