Tagesdosis 15.7.2019 – Wenn ein ICE-Zugführer an einer historischen Lüge kratzt

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Am vorletzten Sonntag geriet der Bahnverkehr in Frankfurt am Main ins Stocken. Der Zugführer eines ICE machte daraufhin folgende Durchsage: 

„Liebe Fahrgäste, unser Zug hat wegen der Entschärfung einer Bombe, die die Westalliierten auf die unschuldige Bevölkerung Frankfurts abgeworfen haben, zur Zeit 45 Minuten Verspätung.“

Eine Reisende postete den Wortlaut der Durchsage auf facebook und löste damit eine Welle empörter Kommentare aus, die von den Mainstream-Medien bereitwillig aufgegriffen wurden. Die Vorwürfe gegen den Zugführer reichten von „fragwürdiger Wortwahl“ (Stern) über „verbale Entgleisung“ (FAZ) bis zu „Nazi-Durchsage“ (Morgenpost, frankfurter neue presse).

Auch die Bahn reagierte auf den Vorfall. Sie ließ mitteilen, dass „rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen“ ihren „Unternehmenswerten widersprechen“ und kündigte an, den betreffenden Mitarbeiter „nicht mehr im Kundenkontakt“ einzusetzen.

Wer immer das las, konnte sich nur fassungslos die Augen reiben: Was haben die Worte „Westalliierte“ und „unschuldige Bevölkerung“ mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu tun…? Und wieso wird ein Zugführer dafür bestraft, dass er einen historischen Tatbestand wahrheitsgetreu wiedergegeben hat…?

Zu den Fakten: Im Zweiten Weltkrieg warfen die britische und die US-amerikanische Luftwaffe mehr als 26.000 Tonnen Bomben auf Frankfurt am Main ab. Dabei starben mehr als 5.500 Menschen, darunter Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. 

Wieso also die Empörung? 

Die Frage lässt sich mit einem Zitat des französischen Aufklärers Voltaire beantworten: „Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“ 

Im Falle des Zweiten Weltkrieges lautet diese Lüge: Die Westalliierten haben Deutschland unter der selbstlosen Führung der USA vom Joch des Faschismus befreit.

Dass diese Lüge von den Mainstream-Medien bis heute verbreitet wird, ist kein Wunder: Viele der etablierten Presse-Erzeugnisse sind nach dem Krieg mit Hilfe US-amerikanischen und britischen Geldes gegründet worden. Ihre auf diese Weise reich gewordenen Profiteure revanchieren sich bei ihren Gönnern bis heute mit kritikloser Unterwürfigkeit.

Tatsächlich haben vor allem die USA im Zweiten Weltkrieg eine vollkommen andere und dazu überaus perfide Rolle gespielt. Hier ein paar Meilensteine: 

In den vierzehn Jahren der Weimarer Republik (1919 – 1933) haben die von Washington mit Unterstützung Frankreichs und Großbritanniens durchgesetzten Reparationszahlungen, die in Wahrheit Ausgleichszahlungen an US-Banken waren, mit dazu beigetragen, Deutschland zu destabilisieren und so den Aufstieg der Nationalsozialisten begünstigt. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP haben US-Banken und US-Konzerne aktiv mitgeholfen, die Beutezüge des Dritten Reiches vorzubereiten. 

Im Münchner Abkommen von 1938 segneten Frankreich, Großbritannien und die USA den ersten Raubzug der Nationalsozialisten (die Einverleibung des Sudetenlandes ins Deutsche Reich) sogar vertraglich ab. Die anschließende Kriegsführung selbst wäre logistisch und technisch nicht ohne die Unterstützung durch Unternehmen wie General Motors und Standard Oil of New Jersey möglich gewesen. 

Die USA selbst sind erst dann in den Zweiten Weltkrieg eingetreten, als die deutsche Wehrmacht den Krieg zu gewinnen drohte – und das nicht etwa aus humanitären Motiven, sondern kühl kalkulierend und mit kaum vorstellbarem Zynismus. So hat die US Army bei den Bombenangriffen auf Deutschland nicht etwa die Zivilbevölkerung, sondern Betriebe mit US-Beteiligung verschont, um deren Geldgeber vor Verlusten zu schützen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die siegreichen USA medienwirksam als „Befreier“ in Szene gesetzt. Ihre Kollaborateure wie zum Beispiel Hitlers Geldbeschaffer, die fast alle im Hintergrund mit der Wallstreet zusammengearbeitet hatten, wurden allerdings sowohl im Zuge der „Entnazifizierung“ als auch in den Nürnberger Prozessen mit Samthandschuhen angefasst und in den meisten Fällen schon bald wieder auf freien Fuß gesetzt.

Dass die Durchsage des ICE-Zugführers fast 75 Jahre nach Kriegsende bei den Mainstream-Medien einen derartigen Sturm der Empörung auslöst, zeigt, dass sie bis heute nicht bereit sind, sich von der „Lüge, auf die man sich geeinigt hat“, zu trennen und der inzwischen zweifelsfrei belegten historischen Wahrheit die Ehre zu geben: 

Dass der Zweite Weltkrieg nämlich nicht, wie offiziell dargestellt, ein Kampf zwischen Demokratie und Totalitarismus war, sondern ein Kampf zwischen der US-amerikanischen und der deutschen Finanzelite, die beide um jeden Preis die Nachfolge der taumelnden Weltmacht Großbritannien antreten wollten – und die daher gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten das größte Blutbad in der Geschichte der Menschheit zu verantworten haben. 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Michael von Aichberger/ Shutterstock 

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14 Kommentare zu: “Tagesdosis 15.7.2019 – Wenn ein ICE-Zugführer an einer historischen Lüge kratzt

  1. Wurde auf Kenfm schon an anderer Stelle verlinkt, ist aber HOCHAKTUELL und passt auch gerade hier. Am Anfang etwas trocken aber dann….

    „Der Rat der Götter“ ♧ Von der IG Farben zur EU

    youtube.com/watch?v=A0yIJqYpRPQ

  2. Die USA traten in den WK2 aktiv ein,
    als eine Niederlage der deutschen Armee gegen Russland absehbar war und die Übernahme eines großen Teiles Europas möglich schien .
    Bei den Bombenangriffen auf zivile deutsche Städte wurden hundertausende Kinder Frauen Alte und Flüchtlinge praktisch bei lebendigem Leib verbrannt . Selbstverständlich war das ein Kriegsverbrechen, nur eben eines der Sieger .

  3. Genau so war es! Nicht ein irrer Diktator trieb die Welt in den Krieg, sonder ein irrer Diktator und seine irren Geld-
    und Machtgeilen Unterstützer zusammen haben das Drama zu verantworten!
    Schon der „Erste Weltkrieg“ beruhte auf imperialen Interessen, nur war Deutschland an keinem Imperium interessiert:

    https://www.kopp-verlag.de/Londoner-Aussenpolitik-%26-Adolf-Hitler.htm?websale8=kopp-verlag&pi=B5356660&ci=%24_AddOn_%24

    Die Menschheit leiden an „…den Lügen, auf die man sich geeinigt hat.“
    Dennis Voß

  4. Den anderen vor mir erschienen Kommentaren zum Trotz möchte ich mich eher den Fakten von Ernst Wolffs Beitrag anschliessen. Denn waren es nicht die Banken weltweit, die ihr Giralgeld-System fallen sahen? Musste nicht gerade wegen international aufflammender Kritik gegen dieses FIAT Geldsystem ein massives Ablenkungsmanöver eingeleitet werden, um dieses Schneeball-Geldsystem zu retten?
    Was also erscheint am naheliegendsten wieder einmal die Völker gegeneinander aufzustacheln?
    Dies alles geschah wieder einmal im Sinne für den lachenden Dritten, dem verbrecherischem, faschistoiden Bankenkomplott.
    D.h. dieses Kapitalismus vs. Kommunismus oder Liberalismus vs. Irgendwas-ismus ist stets ein Produkt dieses Herrschaftssystems.

    • Moin, ingsn, mit der erfolgreichen Revolution von 1917 wurde dem Imperialismus ein riesiges Land seines Zugriffs entrissen. Diesem rohstoffreichen Land wurde damit der weiteren Ausbeutung ein Stopp vorgesetzt. Als Markt kam die SU auch nur bedingt in Frage.
      Die Frage der Wertigkeit des Finanzsystems ist vielleicht zu stellen bei der Betrachtung, grundsätzlich ist aber eine Betrachtung und Analyse nur auf materialistischer Grundlage zu fuehren.
      Eine Ausbeutung von Gas- bzw. Ölfeldern wiegt dabei allemal schwerer, als das Durchsetzen irgendeines Finanzsystems.

      mfG

  5. @Hog
    ja, ist schon richtig, passte aber zugleich gut damit zusammen, dass die Ziele der US-Regierung im Verlauf des Krieges flexibel angepasst werden konnten. Der Kampf Deutschland gegen die SU war sicher ein Kampf gegen den Kommunismus, zugleich aber ein Kampf, der eine Verbindung von Deutschland und „Russland“ unmöglich machte.
    Die Verbindung von Hitler und Stalin mit der imperialen Aufteilung Polens war da sehr störend für die USA und auch Groß-Britannien gewesen. Da musste Unternehmen Barbarossa her.
    Leider fehlen mir da noch einige Fakten und Zusammenhänge, um das ganz genau zu wissen.

    • Moin, hj_allemann1, schön von Dir zu lesen!
      In dem Buch „Wer zwang Hitler Stalin zu ueberfallen?“ versucht Stanikov den Beweis zu fuehren, dass zumindest die Engländer die Drahtzieher hinter den Kulissen waren. Seine Beweisfuehrung klingt nicht gar so abwegig.
      In seinem Buch „Staatsgeheimnisse“ kommt Richard Breitman auf ähnliche Fragestellungen, die er zwar nicht so formuliert, aber die bei konsequenter Betrachtung den gleichen Schluss suggerieren, wie bei Stanikov. Breitman (er ist US-Amerikaner) anerkennt, dass die USA nicht entschieden genug die Massenmorde der Faschisten, z.B. durch Zerstörung der Bahngleise, verhindert hätten.

      mfG

    • Hi Hog,
      danke für Literaturhinweis. Im übrigen bin ich nicht weg, nur stark mit anderem Thema beschäftigt. Verfolge kenfm trotzdem und natürlich auch Deine Kommentare.

    • Ja, hj, es gab, wie Du sicherlich mitbekommen hast, vor ca. 2 Wochen eine heftige Auseinandersetzung hier mit versch. Beteiligten. Ich hoffe, dass sich das Gewitter beruhigt hat. Es ist schade, dass es selbst hier auf Kenfm mit einem ueberschaubarem Forum zu soviel emotionaler Gewalt kommen konnte. Ich sehe darin einen eklatanten Mangel in der Debattenkultur.
      Aber wer hat schon Lust sich gegen Vorwuerfe des Rassismus oder des Faschismus verteidigen zu muessen. Im Uebrigen bedaure ich, dass S.B. sich selbst ins Abseits geschossen hat, waren ihre Kommentare, wenn man mal von den persönlichen Angriffen gegen andere absieht, meistens geeignet, seine eigene Position zu ueberpruefen.

      lass es Dir gut gehen!

  6. Ja, Ernst Wolff, die Symphtie fuer die Durchsage des Lokomotivfuehrers teile ich; was ich allerdings in Zweifel ziehe ist die Einschätzung dass es „kein Kampf zwischen Demokratie und Totalitarismus war, sondern ein Kampf zwischen der US-amerikanischen und der deutschen Finanzelite“ war.
    Der 2. Weltkrieg war ein Kampf im Wesentlichen gegen den Kommunismus in Form der SU. Dass dabei auch der US-Imperialismus sich gegen Deutschland positionirt hatte ist eine Nebensache. Im Wesentlichen ging es darum die verhassten Kommunisten zu schlagen.

    • Und so ganz „unschuldig“ waren viele Frankfurter und andere Deutsche an diesem Kampf ganz sicher auch nicht.

      Die große Unterstützung Hitlers bei seiner Mobilmachung, bei der Juden- und Kommunistenverfolgung etc. und auch die Begeisterung der Einzelnen und der Massen, meist ganz freiwillig in den Krieg zu ziehen ist kein vom Himmel gefallenes Naturereignis.

    • Moin, Kit2, wie schon an anderer Stelle erwähnt, haben die Faschsisten zeitgleich mit dem Reichstagsbrand einen umfangreichen Terror gestartet gegen die Opposition. Es gab Erschiessungen direkt auf der Srasse, nachdem man die Bewohner aus ihren Häusern und Wohnungen getrieben haben.
      Die umfangreichsten Angriffe richteten sich gegen die sozialistische und kommunistische Opposition. Nachzulesen sind diese Verbrechen im „Braunbuch zum Reichstagsbrand und Naziterror“.
      In diesen 6 Jahren vom Reichstagsbrand bis zum Ueberfall auf Polen hatten die Nazis Gelegenheit ihren Terror auszubauen, und die „Bereitschaft“ fuer Kriege zu propagieren.

      Unabhängig davon ist eine Bombadierung von Zivilisten keine Tat, die man so einfach gutheissen sollte, weil sie ja Hitler zugejubelt hätten. Ich halte eine Zustimmung fuer die Bombadierung von Hiroschima und Nagasaki ebenso wie die Bombadierung von Städten in Deutschland wie z.B. Dresden fuer sehr zynisch. Das ist i.G.g. eine Position der Antideutschen, und damit auch des US-Imperialismus und der Nato.

      mfG

    • Ich habe keineswegs der Bombardierung von Zivilisten zugestimmt, in welchem Land auch immer. Ganz sicher nicht.

      Meine Familie hat die Bombardierung Berlins, Hunger und russische und westlicher Besetzung er- und überlebt. Die schlimmen Geschehnisse wurden mit uns Kindern am Eßtisch aufgearbeitet.

      Eben deshalb ist mir aus 1.Hand sozusagen das ganze Elend gut bekannt und eben auch, wie viele Nachbarn und Bekannte stramme Anhänger des Nationalsozialismus waren, bis hin zu Verleumnungen und polizeilichen Anzeigen zwecks Deportation der Andersdenkenden und -gläubigen.

      Ob diese strammen Nazis nun wirklich alle derart extrem gehirngewaschen wurden während und vor der Jahre des Hitlerregimes und tatsächlich nicht mehr wussten, was sie taten? Oder ob nicht „die Saat“ und die Bereitschaft sich hirnwaschen zu lassen schon ganz tief in ihnen vorhanden war?

      Ich fürchte fast ja….Nicht umsonst erleben wir ja gerade jetzt wieder – sogar ohne die ganz große Not – wie sehr wir (Viele…) gerade wieder umschwenken gegen Andere, Minderheiten, Meinungsfreiheit, etc. und für Militarismus, Krieg, und Verderben.

      Es ist jetzt eine verrückt gefährliche Zeit, die mir große Angst macht, schon wieder in eine totalitäre Gesellschaft zu geraten, ohne uns zu versehen bzw. uns zu wehren.

      Und deshalb ist es wichtig, zu hinterfragen, was dieser Lokführer (der natürlich völlig Recht hat, auszusprechen, wie schrecklich dieser Krieg war und anhand dieser Bombe sogar immer noch ist) genau gesagt hat.

      Und ob die Deutschen damals wirklich alle so komplett unschuldig in die schlimme Nazi-Zeit rutschten, wie uns in verschiedenen Quellen neuerdings verstärkt versichert werden soll.

      LG

    • Moin, Kit2, ich glaube, dass es verschiedene Formen der Zustimmung bzw. Ablehnung in Deutschland damals gegeben hat. Mir ging es darum, die Situation begreiflich zu machen, dass es damals eine sehr starke kommunistische Arbeiterbewegung gegeben hat, die eigentlich ( im Gegensatz zu heute ) das Kapital veranlasste auf den Faschismus zu setzen. Zu gross war die Befuerchtung, es könnte in DE auch zu einer Revolte fuehren wie 1917 im Zarenreich.
      Was die Befuerchtungen angeht in einen wie auch immer gearteten Totalitarismus zu geraten, die kann ich gut nachvollziehen, wobei ich glaube, dass wir schon mitten drin sind.
      Ich finde es sehr problematisch, wenn Menschen, wie „unser“ Lokfuehrer schon wegen solcher Äusserungen mit Konsequenzen rechnen muss. Aber die Herrschenden haben gut vorbereitet. Als einige Posten seien genannt: Hatespeech, Israel ist Staatsräson, USA sind die Guten, Putin ist der Böse, Meinungsdiktat (nuoviso). Es liessen sich mehr von diesen Verbrechen auflisten!
      Der Hegemon und seine Vasallen sind gut vorbereitet auf kommende Auseinandersetzungen, wie gut wir selbst dastehen wird sich zeigen!

      mfG

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