Tagesdosis 16.11.2019 – Daniele Ganser überrascht in Freiburg

Die Vortragsveranstaltung am 2. November 2019 war gleich in dreifacher Hinsicht ein besonderes Ereignis. „Imperium: Die globale Vorherrschaft der USA“ – der Titel von Gansers Vortrag erregte bereits im Vorhinein die Gemüter der Antifa und des geplanten Mitredners Jürgen Grässlin, sorgte aber auch für Vorfreude auf das neue Buch von Ganser und glänzte besonders durch die Einrahmung durch hervorragende Klaviermusik.

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Überraschung 1 – Daniele Ganser redet mit jedem

Den Freiburger Jürgen Grässlin, Friedensaktivist und Rüstungsgegner, traf diese Erkenntnis offenbar wie ein Blitz, denn nur wenige Wochen vorher nimmt er seine verbindliche Zusage zurück, auf der Veranstaltung von Daniele Ganser einen Vortrag zu halten. Doch dass Ganser sich auch vor Kontakt zum vermeintlichen Gegner nicht scheut, ist keine wirkliche Überraschung für jeden, der den Schweizer Historiker bereits kennt.

Man kann auch nicht sagen, dass Grässlin Daniele Ganser und dessen Haltung nicht gekannt habe, denn im September 2018 hat er nach einem Vortrag in geselliger Runde mit ihm zusammengesessen. Ich kann sogar bezeugen, dass er und Daniele Ganser bei diesem Anlass darüber gesprochen haben, wie wichtig es für den Frieden ist, mit allen Menschen zu reden und dass das ja nicht bedeuten würde, dass man automatisch die Meinung des Gegenübers übernimmt. Grässlin sah das damals noch ähnlich und betonte, dass auch er in seiner Position mit vielen Menschen ganz unterschiedlicher Couleur reden muss, um die gemeinsame Sache Frieden voranzubringen. Als Konfliktsoziologin fand ich es seinerzeit interessant, mit welchen Strategien beziehungsweise Methoden ihm dieser Drahtseilakt gelingt, mit vielen Menschen ganz unterschiedlicher Ansichten zusammenzuarbeiten. Deshalb war ich hocherfreut, als bereits im September 2018 feststand, dass Grässlin auf einer Veranstaltung von Gansers Friedenforschungsinstitut Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) im November 2019 einen Vortrag halten wird.

Als ich jedoch wenige Wochen vor Beginn der Veranstaltung noch einmal auf den Veranstaltungshinweis sehe, entdecke ich, dass Grässlin nicht mehr als Speaker genannt ist. Ich mache mich im Internet auf die Suche und prüfe, ob ich eine offizielle Absage oder ähnliches finde. Diesbezüglich werde ich nicht fündig, aber ich sehe einen Artikel der Autonomen Antifa Freiburg mit dem Titel „Querfront der Verschwörungsideologen“ (1). Dort wird Ganser ebenso falsch wie diskreditierend unterstellt, er sei unter anderem ein „AfD-Verteidiger“. Am Schluss des Artikels springt einem die redaktionelle Bemerkung ins Auge: 

„Update: Die DFG-VK hat uns am 08.10.2019 mitgeteilt, dass Jürgen Grässlin seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt hat.“ 

Die Antifa macht also Druck auf Jürgen Grässlin und der springt vor Angst tatsächlich in die Hecke? Das kann und will ich mir nicht vorstellen und frage per Mail direkt bei ihm persönlich nach. Leider erhalte ich keine Antwort.
Das gibt natürlich Raum für Spekulationen, erst recht, wenn am 12. November 2019, zehn Tage nach der Veranstaltung in Freiburg, eine Pressemitteilung darauf hinweist: Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) „stellt sich neu auf“ (2). 

Was heißt hier neu aufstellen? Das inhaltliche Hauptproblem, das die DFG-VK auf ihrem 22. Bundeskongress vom 8. bis 10. November 2019 sieht, ist nicht etwa ganz konventionell Weltfrieden, sondern ganz wesentlich eine Stellungnahme zum Umgang mit der AfD. 

Wenn man weiterliest, erfährt man auch, dass Grässlin wieder als Bundessprecher in den Vorstand der DFG-VK gewählt wurde. Es kann natürlich eine rein zufällige Koinzidenz sein und muss nicht zwingend etwas damit zu tun haben, aber könnte es vielleicht sein, dass Grässlin durch den Bruch der bereits getroffenen Vereinbarung beweisen musste, dass er nicht mit jemandem zusammen arbeitet, der von der Antifa als antisemitisch diskreditiert wird? Der Vorwurf wird auch nicht direkt, sondern sekundär gemacht, das heißt durch Kontaktschuld, beruht also auf bloßem Gespräch. Und was hat die Autonome Antifa mit der DFG-VK zu tun? Das muss an dieser Stelle leider offen bleiben, aber es entsteht der Verdacht, dass Grässlin seine Wiederwahl aufs Spiel gesetzt hätte, wenn er in Freiburg zusammen mit Daniele Ganser auf der Bühne gestanden hätte.

Die DFG betont zwar, dass sie selbst einen Anstieg der Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat, weil die Friedensbewegung für immer mehr Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Herkunft interessant wird. Dass aber gerade die jungen Menschen, welche die DFG durch Verjüngung ihrer Leitungsebene vermehrt ansprechen möchte, immer mehr tragender Bestandteil der Friedensbewegung werden, ist ganz wesentlich der Arbeit von Daniele Ganser zuzurechnen. Der hat es sich seit vielen Jahren zum Ziel gesetzt, seine Bücher so zu schreiben und seine Vorträge so zu halten, dass auch junge Menschen sie verstehen können. 

Überraschung 2 – Das neue Buch

Der Vortrag in Freiburg trug den Titel „Imperium. Die globale Vorherrschaft der USA“ und Ganser legte in seinem Vortrag anschaulich den wissenschaftlichen Nachweis dar, dass die USA ein Imperium sind.

Der Begriff Imperium ist ein wissenschaftlich definierter Begriff. Das bedeutet, dass es sich um keine persönliche Meinung handelt, sondern allgemeingültig definiert ist, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit man von einem Imperium sprechen kann. Ein Kriterium ist beispielsweise die Anzahl der Flugzeugträger, die ein Land besitzt – und die USA haben die größte Anzahl an Flugzeugträgern im internationalen Vergleich.

Wenn Ganser also sein neues Buch mit dem Titel „Imperium USA: Die skrupellose Weltmacht“ versieht, dann ist das trotz der provokant erscheinenden Formulierung ein Verweis auf die Ergebnisse zeitgenössischer historischer Forschung – und es passt sehr gut, dass ein Flugzeugträger auf dem Cover des neuen Buches zu sehen sein wird.

Man diskreditiert Kritiker imperialer Politik dadurch, dass man behauptet, sie würden gar nicht wissenschaftlich forschen, sondern nur ihre persönliche Meinung an ein Publikum verbreiten, das nicht in der Lage ist, selbst wissenschaftliche Erkenntnisse zu durchdenken und sich für Zusammenhänge zu interessieren, sondern das komplett verblödet und verblendet einem Sektenführer folgt. Wie weiter oben schon beschrieben, bläst die Antifa in genau dieses Horn.

Doch die anerkannte wissenschaftliche Interpretation einer überprüfbaren Anzahl von Flugzeugträgern ist schwerlich eine Meinung und selbst die Formulierung skrupellos benennt Fakten. Skrupellos bedeutet, kein Gewissen zu haben. Dies ist ebenfalls bei den USA gegeben. So hat sich beispielsweise noch kein einziger Präsident der USA selbst angezeigt und politisch Verantwortung übernommen für Lügen und Kriegsverbrechen. Nicht einmal Colin Powell hat juristische Verantwortung übernommen für seine Lüge, der Irak habe Chemiewaffen, obwohl er sich sehr wohl öffentlich dafür entschuldigt hat (3). Auch Barack Obama hat sich der Verantwortung für unzählige illegale Kriege, die er geführt hat, entzogen und hat den Friedensnobelpreis nie zurückgegeben.

In seinem neuen Buch, das im Mai 2020 erscheinen wird, beschreibt Ganser die Geschichte der USA von den Indianermorden bis Facebook.

Es wird darin auch die Rolle der USA im Ersten und im Zweiten Weltkrieg behandelt. Gemäß Ganser wusste US-Präsident Roosevelt von dem kommenden Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, ließ diesen 1941 aber zu, um die USA in den Zweiten Weltkrieg zu führen. Auch der Kennedymord und die Sprengung von WTC7 am 11. September werden im Buch behandelt.

Überraschung 3 – Kontrapunkt Musik 

Die in Freiburg lebende Pianistin Barbara Melion (4) hat diesen Vortrag von Daniele Ganser mit Werken von Beethoven, Chopin, und Debussy begleitet und damit einen Kontrapunkt zu dem wissenschaftlichen Vortrag von Ganser gesetzt.

„Daher ist die Kunst mehr als eine Annehmlichkeit und Zierde des Lebens, sondern ein Beweis der menschlichen Würde, ein argumentum humanitatis.“ (Wladyslaw Tatarkiewicz)

Diese tiefere Wirkung erreichte Barbara Melion bereits gleich zu Beginn der Veranstaltung bei einem Publikum, das ja in der Hauptsache nicht wegen eines Klavierkonzertes, sondern wegen eines wissenschaftlichen Vortrages gekommen ist. Die Wirkung ihres Klavierspiels konnte man sowohl in den Gesichtern der Zuhörer erkennen, sowie an der Tatsache, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Das ist bei 500 Leuten keine Selbstverständlichkeit.

Kunst gegen sekundär traumatischen Stress 

Ganser zeigt in seinen Vorträgen viele Bilder, um klar zu machen, wie sehr Krieg traumatisiert. Das Problem dabei ist jedoch, dass es leicht sein kann, dass beim Zuschauer eine Stressreaktion ausgelöst wird, sogenannter sekundär posttraumatischer Stress. Man ist dann wie gefangen von Bildern von Krieg und Terror. Untersuchungen zeigen, dass der Körper in seinen Reaktionen nicht unterscheidet, ob er selbst eine traumatische Erfahrung macht, oder ob er einer traumatischen Erfahrung zusieht. Es werden die gleichen Stresshormone wie beispielsweise Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.

Dabei besteht die Gefahr, dass man gar nicht merkt, dass man in Stress gerät, ganz einfach deshalb, weil wir in einer stressvollen Umgebung leben und uns daran gewöhnt haben. Wir verwechseln teilweise sogar Drama mit Spannung und fühlen uns scheinbar wohl in ungesunden Verhältnissen, weil sie erwartbar sind und weil wir sie verstehen.

Wenn Barbara Melion in der Mitte des Vortrags den 1.Satz der Mondschein-Sonate von Beethoven spielt, ist direkt spürbar, wie das Publikum aufhört, vor Stress den Atem anzuhalten. Es wird ein Ausgleich geschaffen, der Körper kann sich wieder entspannen und man ist innerlich wieder friedlicher. Melion spielt dieses bekannte Stück nicht nur technisch einwandfrei, sondern so, dass der Zuhörer seelisch mitgehen kann. So wurde nicht nur das Stück konsumiert, sondern man konnte ein inneres Erlebnis haben, ein schönes Gefühl.

Mit Chopin Nocturne Opus 55 wird der Zuschauer nach drei Stunden Vortragserlebnis entspannt und informiert in die Nacht entlassen.

Die ausbalancierende Wirkung der Musik ist in den Gesichtern des Publikums, das den Saal verlässt, ablesbar. Die meisten haben trotz des sehr ernsten Themas ein Lächeln im Gesicht und sehen wach und inspiriert aus. Viele wenden sich nicht sofort nach Hause, sondern unterhalten sich noch ein wenig.

Ganser redet also nicht nur von Bewusstsein, sondern er handelt auch danach und geht verantwortungsvoll mit seinem Publikum um. Das ist auch ein Argument gegen jene, die ihm platt Manipulation vorwerfen. Vielmehr wird deutlich, dass es ihm um Wahrheit geht und zwar nicht allein um der Wahrheit, sondern vor allem um der Heilung von Krieg und Terror willen.

Zum Weiterlesen: 

  1. https://autonome-antifa.org/?breve7203
  2. https://www.dfg-vk.de/unsere-themen/theorie-und-praxis/friedensgesellschaft-stellt-sich-neu-auf?fbclid=IwAR1Pxu7guB2BHgMPA_OZfEamXkGhF8SQP49XXxsWohFbyGOIRKVpHJN76ps
  3. https://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/irak-krieg-powell-schandfleck-meiner-karriere-1255325.html 
  4. https://barbaramelion.de/

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: © Jörg Böthling

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27 Kommentare zu: “Tagesdosis 16.11.2019 – Daniele Ganser überrascht in Freiburg

  1. Zur Tagesdosis von Christiane Borowy:
    Bin jetzt doch etwas überrascht, das nach kurzer Recherche, sich das ganze, so darstellt.

    Auszug aus einer DFG-VK Mail, von Jürgen Grässlin:

    " Aus der E-Mail an die DFG-VK-Aktiven:

    ..

    Ich dankenswerter Weise sehr viele Gute-Besserungsmails erhalte, lasst mich bitte erst einmal in die Runde antworten. Mich hat seit Frühjahr eine ominöse Muskelkrankheit befallen, die sich seither leider verstärkt. Noch ist die eigentliche Ursache nicht gefunden, aber ich hoffe natürlich auf baldige Genesung.

    Was weiterhin gut geht, ist die Friedensarbeit am PC und zumindest vor Ort bzw. im Nahraum. In Ausnahmefällen reise ich auch… Ich erhaltet also weiterhin meine Mails (Rüstungsexportrecherchen, Pressemitteilungen u.v.a.m.) für die DFG-VK, für Aktion Aufschrei, für das RüstungsInformationsBüro mit dem GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE und für die Kritischen Aktionär*innen (H&K, Daimler) in altbekannter Manier.

    …. "

  2. Da es hier – im weiteren Umfang – auch um das Verhalten von der DFG-VK geht, möchte ich meine Erlebnisse mit der ältesten Friedensbewegung Deutschlands kundtun und auch eine gewisse Kritik anbringen:
    Ich habe Freunde bei der Münchener DFG-VK und schätze ihr Engagement. Ich bin mit ihnen zu mehren Ramstein-Demos gefahren oder habe mit ihnen an Demos gegen die Münchner Unsicherheitskonferenz teilgenommen. Doch muss ich auch Kritik üben an der ideologisch-politischen Ausrichtung, die ich dort oft vertreten gefunden habe und die man als eher linkgsgrün bis marxistisch bezeichnen könnte. Nun – wenn es die persönliche Überzeugung der Einzelnen ist, dann ist das ja okay – aber sie sollten nicht damit missionieren, denn das schreckt die Leute sehr ab. Ich habe z. B. an meiner Freundin erlebt, die früher sehr engagiert bei Friedensdemos mitgelaufen ist, dass sie sich abgestoßen fühlte von der, wie sie sagte, „ideologisch-marxistischen“ Ausrichtung nicht weniger, die mitliefen – nach all den vielen, vielen Toten, die doch der Leninismus, Stalinismus, Maoismus und Pol-Potismus sowie die DDR-Mauerschützen usw. gefordert hätten und da wolle sie nicht mehr mitlaufen, denn dann unterstütze sie ja deren Ideologie. Abgestoßen fühlte sie sich auch vom "Schwarzen Block".
    Auch mir missfiel es sehr, wie man in der DFG-VK die echte Graswurzel-Bewegung für den Frieden, die Bewegung von 2014 um Lars Märholz und seine Mitstreiter, abgeurteilt wurde: Ein DFG-VK-Mitglied sagte mir z. B. 2016: „Da waren schon komische Leute drin.“ Mit „komisch“ meinte dieses Mitglied wohl: Die denken nicht so, wie ich – und deshalb sind sie komisch. Dieses Mitglied tat so, als ob "links" orientiert sein und "friedensbewegt" sein Synonyme seien und als ob das zwangsläufig zusammengehören müsse.
    Diese intolerante Denke ist etwas, was diejenigen DFG-VK – Mitglieder und Mitgleider des schwarzen Blocks, die es betrifft, unbedingt überwinden sollten, wenn sie wirklich für den Frieden sind, denn dieseDenke schreckt viele "normale" Leute ab, an Friedensdemos teilzunehmen. Diese Denke polarisiert und grenzt aus.

    Ein weiteres Beispiel für die ideologische Ausrichtung, die ich bei der DFG-VK erlebt habe, wird durch folgendes Erlebnis deutlich: Bei meiner ersten Ramstein-Fahrt sagte mir ein DFG-VK-Mitglied, ich solle doch nicht „Volk“ sagen, sondern „Bevölkerung“. Da antwortete ich: „Die Vorsilbe „Be-„ bedeutet Passiv-Machung. „Volk“ ist etwas Aktives, mit dem die Politiker rechnen müssen – „Bevölkerung“ ist etwa Passives, mit dem etwas gemacht wird. Genauso wie: Wasser – Bewässerung, Friede – Befriedung, Freiheit – Befreiung. Außerdem sagte ich: „Ich lasse mir die Begriffe nicht wegnehmen oder vorschreiben. Wer mir die Begriffe nehmen oder vorschreiben will, der will mir auch das Denken vorschreiben, denn wir denken in Begriffen und Ideen. Meine Beobachtung der Wirklichkeit zeigt mir, dass es verschiedene Völker gibt. Weshalb soll ich sie nicht mehr benennen dürfen? Weshalb wollt Ihr mir mein Denken enger machen?“
    Ich kann selbst denken und lasse es mir nicht vorschreiben.

    • Hübsche Legende. Nur so nebenbei:

      „Kritische Friedensforscher/innen lehnen eine am Status quo orientierte Befriedungsforschung ab. … Kritische Friedensforscher/innen begreifen sich als wissenschaftliche Parteigänger von Menschen, die durch die ungleiche Verteilung sozialer und ökonomischer Lebenschancen in und zwischen Nationen, das heißt durch strukturelle Gewalt, betroffen sind: von Ausgebeuteten, von sozial Diskriminierten und von unmittelbar in ihrer physischen Existenz Bedrohten“ (1).

      Wird Friedensforschung konsequent gedacht, kann sie sich nicht auf Kriege in Form zwischenstaatlicher bewaffneter Auseinandersetzung beschränken, sondern sie muss die Frage nach dem Ursprung und den Ursachen von Gewalt stellen.

      Aus:
      Samstag, 02. März 2019, 15:57 Uhr
      ~5 Minuten Lesezeit
      Marktgerechter Frieden
      Der Neoliberalismus hat die Friedensforschung entpolitisiert und sie den Gesetzen der Rentabilität unterworfen.
      von Werner Ruf

      Die Friedensforschung, einst beliebtes Forschungsgebiet von Akademikern, die auch in der Friedensbewegung aktiv waren, hat sich im Laufe der Jahre von der politischen Bewegung abgespalten. Dies ist symptomatisch für eine Wissenschaft, die sich an das herrschende Dogma des Wettbewerbs anpasst.
      (Rubikon)

      Und auch nur so nebenbei:

      Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“

      Aus:
      28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die "verwirrte Herde" auf Kurs halten lässt: Neue Wege der "Stabilitätssicherung" im autoritären Neoliberalismus
      (NachDenkSeiten)

      Offenbar scheint es sie sehr anzufechten, wenn eine Bewegung beginnt sich zu bewegen, also tatsächlich an die Wurzel geht.

    • Wenn es einen Vorteil an der sog. Überalterung gibt, dann der, dass diejenigen mit über 40 und von demher genug Verstand, den Marxismus als pubertäre Irrung überwunden zu haben, klar die Mehrheit bilden.

    • Sie beweisen tatsächlich Humor:

      Rainer Mausfeld: Da meine Vorträge darauf zielen, Denkmethoden aufzuzeigen, mit denen sich die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität besser sichtbar machen lässt, und da die Machtausübenden gerade darauf angewiesen sind, politischen Dissens in Bahnen zu halten, die für sie risikofrei sind, überrascht es mich nicht, zum Ziel von Diffamierungsbemühungen zu werden.
      Da sich ihre Urheber in den von Ihnen genannten Fällen nicht einmal die Mühe machen, etwas anzuführen, das sie als Argumente oder Belege ansehen, haben diese Anwürfe mit mir und den Inhalten, die ich zu vermitteln suche, nichts zu tun. Das ist eigentlich für jeden, der sich ernsthaft mit meinen Beiträgen beschäftigt, klar erkennbar. Wer nun dennoch meint, eine ernsthafte Auseinandersetzung durch ein paar hingeworfene Schmähwörter ersetzen zu können, wird mit einer solchen intellektuellen Selbstauskunft leben müssen.

      Aus:
      "Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung"
      02. Oktober 2018 Paul Schreyer

      Der Psychologe Rainer Mausfeld über die Illusion des Informiertseins, eine "Verachtung des Volkes" und Journalisten und Intellektuelle, "die sich wie Eisenspäne in den Kraftfeldern der Macht ausrichten"
      (heise/Telepolis)

      Und:
      Der organisierte Zweifel – das heißt: die Wissenschaft – hält sich an gewisse Spielregeln der intellektuellen Redlichkeit, wie sie in Teil 1 Wissenschaft im Gegenwind ansatzweise beschrieben wurden. Anders Propaganda und Desinformation. Sie spielt die anderes Spiel: Sie missachtet die Regeln wie ein Schachspieler, der das Brett vom Tisch wirft und den anderen verspottet, weil er nicht gewinnt. Das Ziel sind Zersetzung und Diskurs-Sabotage. Hier geht es nicht um Erkenntnisfortschritt, sondern darum, aus dem rhetorischen Schlagabtausch (in dem Augen der Umstehenden) als Sieger hervorzugehen. Neben einer sportlichen Haltung empfiehlt es sich daher, seinen Gegner zu kennen.
      (…)
      Die naheliegende Frage, ob ein Propagandist selbst an die Lügen glaubt, die er verbreitet, lässt sich oft nicht eindeutig beantworten. Viele Diskussionen bewegen sich in einer eigentümlichen Grauzone. Gänzlich gleichgültig ist die faktische Wahrheit seiner Aussagen nur dem bezahlten Online-Propagandisten (wenn er nicht zugleich ein Überzeugungstäter ist), und dem Troll, der aus der Frustration seiner Opfer Befriedigung zieht.

      Tatsächlich hat eine psychologische Studie mit dem schönen Titel Trolls just want to have fun ermittelt, dass Trollen oft mit sadistischen Neigungen einhergeht. Beim beruflichen Desinformanten überwiegen finanzielle Motive, beim lustorientierten Desinformatieren aggressive, das Ideologische ist für sie zweitrangig.

      Alle anderen Typen des Desinformanten zeigen ein komplizierteres Verhältnis zur Wahrheit. Deutlich wird das am Beispiel der schwarzen Propaganda, das heißt Fälschungen wie erfundene Statistiken, manipulierte Bilder oder vermeintliche Zitate. Diese Form der Propaganda spielt in Online-Debatten eine wichtige Rolle und wird keineswegs nur von Menschen verbreitet, die sich darüber bewusst sind, dass es sich um Fälschungen handelt. Gänzlich überzeugt von ihrer Wahrheit sind sie andererseits ebenfalls nicht. Die meisten Menschen verzichten sozusagen darauf, die Faktizität des Inhalts zu prüfen, solange dieser ins Weltbild passt.

      Aus:
      Wer hat uns die Fakten geklaut?
      23. September 2019 Matthias Becker

      Über Wissenschaft, rechte Elitenkritik und die Vertrauenskrise – Teil 2
      (heise/Telepolis)

    • Sehr geehrter Box,

      wollen Sie dem Frieden dienen oder die Leute mit pseudo-wissenschaftlichen Ausführungen ennuyieren?
      Kein Wunder, dass viele Leute sich entnervt von den Ideologen jedweder Couleur abwenden – Ihr hört ja nicht zu, sondern predigt nur wie die Priester und geht nicht darauf ein, was die Leute zu sagen haben.

    • youtube.com/watch?v=jqYKpg6qzsQ

      100 Jahre Krieg gegen Deutschland.

      Oder lest die Express Zeitung.

      Die sind auch schon über 40 und habe ihre Schwärmerei abgelegt und einen klaren Blick.

      Das Empire hat sich den Kommunius als "Arschloch im Wandschrank" (Pispers) gezüchtet, um ihm als Wadenbeißer auf die Völker ihrer Gegner loszulassen. Es geht um Zersetzung.

  3. zu Überraschung 1:

    Die Diskussionskultur hier in Deutschland ist in den letzten Jahren immer schlechter geworden. Man möchte sich nicht mehr mit Argumenten auseinander setzten die in nicht in eigene Weltbild passen. Was nicht dem Mainstream entspricht muss Mundtot gemacht werden.

    zu Überraschung 2:

    Was waren die Merkmale des römischen und des britischen Imperium? Die Römer hatten keine Flugzeugträger, wohl aber jede Menge Militärstützpunkte in den besetzten Ländern, Verzeihung Provinzen.

    Die Britten hatten später sehr Wohl Flugzeugträger, aber eher die gesamte Marine war ihr Anzeichen eines Imperiums. Und sie hatten auch Militärstützpunkte in ihren Provinzen. Verzeihung Kolonien.

    Was sind Flugzeugträger, doch nichts weiter als bewegliche maritime Militärstützpunkte.

    Verstehe nicht, warum sich so viele Menschen damit schwer tun Dinge richtig zu benennen.

  4. Musste bei dem Artikel trotz des Ernstes des Themas lachen. Das ist zwar politisch nicht korrekt, aber dass man der gestressten middle class selbst die virtuelle Realitaet nur bei dezenter Musikbegleitung zumuten darf ist schon signifikant. Mal schauen was passiert wenn die Titanic auf den Eisberg trifft.

  5. Die Kriege gegen Europa
    laufen über Vorgaben wie den Migrationspakt
    oder wie über den Beschluß des EU Parlaments zu den Grundrechten von Menschen afrikanischer Abstammung in Europa .
    Ein Beitrag dazu :
    https://www.youtube.com/watch?v=_IZd1pf-WSs

  6. Hm … ein Tagesordnungspunkt "Umgang mit der AfD" würde mit mir so lange dauern, bis die Stimmen ausgezählt sind; alles normal.
    Aber als Friedensbewegung einen Termin bei einem vorbildhaft neutralen Historiker und Friedensforscher einfach so abzusagen, das ist tatsächlich bemerkenswert.

  7. Die Leute hinter der selbsternannten Freiburger "Antifa" sind tatsächlich Leute aus dem Umfeld des antideutschen "Initiative Sozialistisches Forum". Antideutsche tarnen sich gern mit dem Etikett "Antifa" um ihre rechtsaußen-neokonservative Gesinnung überzutünchen.

    Der Grund für Jürgen Grässlins Rückzieher ist ebenfalls einfach zu erklären. Der gute alte "Feliks" ist einer der Hauptautoren im Wikipedia-Artikel von Grässlin und Grässlin weiß das.

    • International sind die eher nicht. Eher russophobe und islamophobe Rassisten. Es gibt da erhebliche Schnittmengen zwischen Antideutschen der Identitären Bewegung und der AfD. Das reicht von Hetze durch die "Initiative sozialistisches Forum" gegen das Cafe Palestine in Freibung über ihre Kontakte zu Hendyk M.Broder (vom Rassisten-Blog achgut .de) bis hin zu offene Unterstützung für die IB. Die IB ihrerseits bewirbt über Martin Sellner die "Bahamas" (antideutsches Käseblatt) und in der Bahamas wiederum machen Justus Wertmüller und Thomas Maul Werbung für die AfD.

    • Freiburgs schauerliches Geheimniss: wie kann ein Verlag dessen Bücher niemand liest (ca ira) seit ~35 jahren überleben. Und habt ihr mitlerweile rausgefunden wer der reiche Gönner ist der euch jeden Monat (anonym) einen Scheck in den Briefkasten schmeisst?

    • Auch wenn die Ideologie der antifa ein ziemlich zusammengewuerfeltes Konstrukt aus verschiedenen Memen darstellt, was das "deutsche Wesen" betrifft, da sind sie womoeglich etwas auf der Spur. Natuerlich ist Selbsterkenntnis ein schwieriger Prozess.

  8. Bei meiner umfangreichen Lektüre von Werken über den Ersten Weltkrieg bin ich auch auf Richard Grelling gestoßen, den Mitinitiator der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK). Und ich denke, dieser Mann hatte gravierende moralische Defizite – es sieht so aus, als ob er in Kriegszeiten sein eigenes Volk, die Deutschen, in einem anonymen Buch verleumdet hat und als ob er sich das auch noch hat bezahlen lassen – von den Franzosen, die damals Feinde der Deutschen waren. So was macht man nicht- Wenn das stimmt – dann – hat er sein eigenes Volk in der Not verraten – anders kann man das nicht nennen! Und dann ist auch von Anfang an der Wurm in der DFG-VK drin, denn er war Mitinitiator,laut Wikipedia. So, wie ich die DFG-VK erlebt habe, halten sie das Narrativ von Grelling und anderen links orientierten Aktivisten immer noch aufrecht, das besagt, dass das deutsche Kaiserreich als Hauptschuldiger am Ersten Weltkrieg zu verurteilen sei. Doch dies stimmt nicht – wie die Werke von Gerry Docherty und Jim Macgregor und mittlerweile vielen anderen Historikern zeigen.

    Der Anwalt Dr. Richard Grelling musste nämlich aus irgendwelchen Gründen aus Berlin verschwinden und ließ sich mehrere Jahre im Ausland nieder. Zwischendurch scheint er aber doch wieder auch in Berlin gewesen zu sein, wo ihn die Sozialisten Eduard Bernstein und Karl Kautsky, nach Kriegsbeginn 1914 dazu angestiftet haben sollen, sein „Exil“ zum „Kampf gegen den deutschen Militarismus“ zu nutzen – was er dann tat. Er schrieb im Ausland – offenbar in Paris und Lausanne – anonym (!) das Pamphlet „J’accuse! Von einem Deutschen“ (Lausanne 1915). In diesen Machwerk verbreitete er praktisch die gegnerischen Propagandalügen über die Mittelmächte: Die Mittelmächte, vor allem das deutsche Kaiserreich, hätten den Ersten Weltkrieg planvoll herbeigeführt, seien allein schuld, die Alliierten seien praktisch unschuldig. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet und fand viel Glauben.

    Doch offenbar glaubte man dem anonymen Verfasser nicht überall und man hat versucht, herauszufinden, wer das einflussreiche Buch geschrieben hatte. Offenbar ist das einem Journalisten in der neutralen Schweiz gelungen: Am 13. September 1915 erschien ein kritischer Artikel im „Berner Tagblatt“ (27. Jg. Nr. 425), in dem der Autor herausgefunden hatte, wer das anonye Buch geschrieben hatte, Titel des Artikels war: „Entlarvung des Verfassers von „J’accuse“: «Es ist der wegen dunkler Sache aus Berlin geflüchtete Anwalt Dr. Richard Grelling. Nach seiner Flucht hat er mehrere Jahre in Florenz und Paris gelebt. Bei Ausbruch des Krieges erhielt er von der Pariser Polizei einen <permis de séjour> und schrieb dort das Werk, zu dem ihm von amtlicher Seite reicher Stoff geliefert wurde. Der verantwortliche Herausgeber der Schmähschrift ist Dr. Anton Sutter, ein von der Berliner Anwaltskammer aus der Liste der Rechtsanwälte gestrichener Anwalt. Beide haben für ihre Arbeit reichliche Bezahlung erhalten. »

    • Interessant auch, welche Gruppen, Grelling offenbar beeinflusst hatten: Dazu muss man sich erst einmal, diese westlichen, internationalen „pazifistischen“ Gruppen näher anzuschauen, die sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten – und zu überlegen, ob sie wirklich so friedlich gesinnt waren! In Westeuropa gab es die „Ligue de la Paix et de la Liberté“ („Liga für Frieden und Freiheit“, „League for Peace and Liberty“). Sie wurde 1867 in Genf gegründet. Zu ihren Begründern gehörte der Schweizer Politiker und Freimaurer Élie Ducommun (1833 —1906). Aber der Personenkreis dieser, als eine Art demokratischer „Internationale“ gedachten Gruppierung reichte weit über die Schweiz hinaus, nämlich nach Frankreich und Italien, Belgien und England: John Stuart Mill und der Belgier Charles Lemonnier, Victor Hugo und der Freimaurer Louis Blanc gehörten dazu. Auf ihrem ersten Kongreß in Genf sagte der Freimaurer Garibaldi 1867, die Republik sei die einzige, eines freien Volkes würdige Regierungsform. Tja, aber was ist, wenn eine Republik gar nicht vom Volk erstellt wurde, sondern von elitären Gruppen, wie den Freimaurern Mazzini und Garibaldi vorangetrieben wurde, die dann aber hinterher behaupteten, es sei das Volk gewesen? Wer hat denn Garibaldis Rothemden finanziert? Wohl nicht das Volk. Waren es reiche „Bundesbrüder“?
      Doch zurück zur Liga für Frieden und Freiheit: Auch nach Serbien reichten die Verbindungen dieser „Liga für Frieden und Freiheit“, denn die beiden Mitbegründer der «Ujedinjenja Omladina srpska», der Freimaurer Vladimir Jovanovic und Svetozar Markovic fühlten sich zeitweise mit den Zielen dieser Organisation verbunden, denn die Liga hatte sich dem Ziel einer föderativen Gestaltung des Balkans verschrieben!!! Balkanföderation! Im Prinzip eine gute Idee – doch wie wollte man das denn damals schaffen – ohne – Krieg??? „Hehre“ Ziele einer Friedensliga, die aber nur durch Gewalt erreicht werden können? Denn um eine Balkanföderation herzustellen, musste man Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich zerschmettern! Wie ernst war es diesen „Pazifisten“ also mit dem Frieden? Heiligt der Zweck die Mittel?

      Die Friedensliga konnte sich zwar als Dachorganisation für eine internationale Friedensbewegung nicht durchsetzen, doch bot sich die Zusammenarbeit mit anderen pazifistischen Organisationen an. Das Ergebnis dieses Zusammenwirkens waren „Weltfriedenskongresse“. Der erste Weltfriedenskongress fand 1889 in Paris statt; es folgte London 1890, Rom 1891, Bern 1892, Chicago 1893, Antwerpen 1894, Brüssel 1895, Budapest 1896 und wieder Brüssel 1898. Bis 1914 fanden insgesamt 23 Kongresse statt, doch der für 1914 geplante Kongress konnte wegen des Kriegs nicht mehr stattfinden. Diese 23 Friedenskongresse haben den Ersten Weltkrieg nicht verhindert! Richard Grelling (1853-1929) nahm an diesen Kongressen teil. Es stellt sich die Frage, ob Richard Grelling schon während dieser Vorkriegs-„Friedenskongresse“ seine, dem deutschen Kaiserreich feindliche Einstellung einsuggeriert bekommen hat?

      Sind diese Friedensligen ursprünglich Ideen aus den Logen gewesen? Die Tatsache, dass sich da einige Freimaurer tummelten, könnte dafür sprechen. Und ist das Weltbild immer noch dasselbe? Auch in der DFG-VK ? Das könnte erklären, weshalb die DFG-VK von der Antifa – hmmm – eingeschüchtert werden kann und weshalb man es dort nicht gerne sieht, wenn die USA als "Imperium" kritisiert wird, da die USA in den westlichen Logen ja als Land ihrer Ideale gilt. Ich weiß, dass der Einfluss von Freimaurern bei der Gründung der USA und auch in der späteren Politik enorm hoch gewesen ist – man muss ich nur mal anschauen, welche bedeutenden US-Amerikaner alles Logenmitglieder waren.

    • " … verleumdet hat … So was macht man nicht- Wenn das stimmt – dann – hat er sein eigenes Volk in der Not verraten – anders kann man das nicht nennen!"

      Haha, das ist als ob eine gewerbliche Dame, die deutsche Freier bedient, zu einer anderen gewerblichen Dame sagt "Flittchen", weil die andere gewerbliche Dame französische und britische Freier bedient.

      Dieser Grelling hatte sich für französische/britische Monarchie und Bürgertum prostituiert.
      Die Mehrheit der Deutschen hatte sich für deutsche Monarchie und Bürgertum prostituiert.
      Der einzige Unterschied ist die Nationalität der Freier.

      Und wenn dieser Grelling so ein windiger Typ und gar deformierter Charakter war, dann kannte er die Mehrheit der Deutschen ja nur zu gut. 😀

    • Ja, die Wahrheit ist manchal kaum auszuhalten! Es gehört Mut dazu, sie zu suchen!

      Nachschwätzen, was die Mehrheit sagt, braucht keinen Mut.

    • An Andreas: Ihr Kommentar ist äußerst niveaulos. Es geht hier nicht um die Themen, die Sie mit Ihrem unpassenden Vergleich anführen und mit denen Sie offenbar meine Person herabsetzen wollen, sondern es geht um Gerechtigkeit und Wahrheit. Grelling war Deutscher und somit Staatsbürger des Deutschen Kaiserreichs, das sich damals im Krieg mit einer gewaltigen Übermacht befand. Allein das British Empire besaß zu Beginn des Ersten Weltkrieges 29,04 Millionen Quadratkilometer, wobei 0,31 Millionen auf das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland und 28,73 Millionen auf die englischen Kolonien entfielen. Von dort her konnte das British Empire auch Soldaten beziehen und durch seine Pressemacht auch dort Stimmung gegen die Mittelmächte machen.

      Und dann kommen noch die Millionen Menschen im Russischen Zarenreich, in Frankreich, Belgien, Italien und später noch in den USA dazu. Und alle diese Menschen waren gegen Ende des Ersten Weltkriegs den Deutschen feindselig gesinnt – durch den Krieg, der ganz woanders geplant worden war – nämlich in britischen Geheimgesellschaften (!!) und durch die Propaganda der Entente-Mächte und durch die englische Presse, allen voran Lord Northcliffes Presse – aber auch die Presse der Round Table Group hatte das Ihrige dazu beigetragen, die weltweite, feindselige Stimmung gegen die Mittelmächte damals anzuheizen – schon vor dem Ersten Weltkrieg! Und dann kommt auch noch ein bezahlter Deutscher, schließt sich dieser Mehrheitsmeinung an und bestätigt praktisch, durch seine Tat die gesamte Propaganda der Entente-Presse. Ist das etwa anständig?

      Denn es war so: Das deutsche Kaiserreich hatte keinen großen, europäischen Krieg geplant – und schon gar nicht einen Weltkrieg! Das heißt nicht, dass es unschuldig war – es hat gravierende Fehler begangen. Aber so wahnsinnig waren auch die nicht, dass die freiwillig die ganze Welt bekämpfen wollten, geschweige denn die ganze Welt erobern wollten. Aber das ist das Narrativ, das uns erzählt wird – und das auch offenbar ein großer Teil der Sozialisten bis heute aufrecht erhält: Das Deutsche Kaiserreich sei größenwahnsinnig und süchtig nach Weltmacht gewesen – so glauben die bis heute. Und die Deutschen leiden bis heute unter diesem Narrativ. Ich werde gegen dieses Narrativ ankämpfen, ob es Ihnen passt oder nicht.

    • @A.Eberl

      Als Alternativlektuere empfehle ich Ihnen Fischer's "Griff nach der Weltmacht" oder "Krieg der Illusionen". Aber darum geht es nicht. Nach Ihrer Sicht ist jeder ein "Nestbeschmutzer" der, insbesondere in Zeiten konstruierter oder echter aeusserer Bedrohungen der Nation, nicht die Narrative der Fuehrung nachbetet. Individuelle Gewissensentscheidung gibt es nicht. Dabei will ich es belassen, aber Sie wissen bestimmt was ich meine.

    • Antwort an Fufu: Fritz Fischers "Griff nach der Weltmacht" kenne ich – das ist die Version, die man mir 1985 für den Abi-Leistungskurs beigebracht und im Abi abgefragt hat. Und ich habe sie lange für wahr gehalten, – bis ich vor einigen Jahren auf folgende Werke gestoßen bin, die ich fast alle ganz gelesen habe und die Fritz Fischers Version widersprechen und die meiner Erkenntnis nach mehr Wahrheit enthalten, als Fritz Fischers Version:

      Wolfgang Effenberger / Willy Wimmer: Wiederkehr der Hasardeure.
      Gerry Docherty & Jim Macgregor: Hidden History. 2014; gibt’s auch in Deutsch: Verborgene Geschichte..
      Dr. Jacob Ruchti: ZUR GESCHICHTE DES KRIEGSAUSBRUCHS NACH DEN AMTLICHEN AKTEN DER KÖNIGLICH GROSSBRITANNISCHEN REGIERUNG, Bern 1916.
      Walter Millis: Road to War – America 1914-1917. Boston & New York 1935.
      Helmuth von Moltke: Betrachtungen und Erinnerungen.
      J. A. Morris: The Scaremongers. London, 1984.
      Professor Evgenij A. Adamow: Die Diplomatie des Vatikans zur Zeit des Imperialismus. Berlin, 1932.
      John Charmley: Splendid Isolation? London, 1999/2009.
      Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, Stuttgart 2014.
      Wolfgang Effenberger: Europas Verhängnis 14/18 Kritische angloamerikanische Stimmen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs.
      Wolfgang Effenberger: Europas Verhängnis 14/18. Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht. Höhr-Grenzhausen, 2018.
      Wolfgang Effenberger: Europas Verhängnis 14/18 Revolution, Rätewirren und Versailles. Höhr-Grenzhausen, 2018.
      Wolfgang Effenberger Herausgeber Sie wollten den Krieg.
      John P. Cafferky: Lord Milner's Second War.
      Christopher Lambert: Planning Armageddon.
      Andrea Bosco: The Round Table Movement and the Fall oft he „Second“ British Empire (1909-1919) Cambridge Scholars Publishing, 2017
      Sogar Andrea Bosco, ein italienischer Professor und Bewunderer der britischen Round Table Group schreibt darin auf S. 15: “Without the creation of an external threat, the attempt to bring about the political union of the Empire would have been doomed to failure. In order to survive, the Empire desperately needed the Hun….in ideological, political and economic terms…..the creation of the ‘external enemy’ was certainly not the only cause which generated World War I, but in Weberian terms it could be considered the ‘adequate cause’, namely, the cause without which the course of events would have been different.”
      Deutsch: „Ohne die Schaffung einer äußeren Bedrohung wäre der Versuch, die politische Union des Empires zu verwirklichen, zum Scheitern verurteilt gewesen. Um zu überleben, brauchte das Imperium dringend den Hunnen….ideologisch, politisch und wirtschaftlich….die Erschaffung des "äußeren Feindes" war sicherlich nicht die einzige Ursache, die den Ersten Weltkrieg auslöste, aber in Weber'schen Begriffen könnte man sie als die zweckentsprechende Ursache" bezeichnen, nämlich die Ursache, ohne die der Lauf der Ereignisse anders verlaufen wäre.“

      Doch falls sie in etwas kürzerer Zeit die neuesten Forschungen kennenlernen wollen
      https://www.youtube.com/watch?v=UC5Z9o8sPIg
      Wolfgang Effenberger
      Machterhalt durch Geschichtsmanipulation
      falls Sie gut englisch verstehen, empfehle ich Ihnen folgende sehr gute, englisch-sprachige youtube-Videos:
      Corbett Report:
      https://www.youtube.com/watch?v=tclAbWvBt70
      https://www.youtube.com/watch?v=x-5kWX7rYuU
      und
      Terry Boardman: Britain’s Responsibility in 1914 and Its Relation to Our Current World Situation (2014)
      https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw

    • @A.Eberl

      Ich war mir sicher, dass Sie Fischer's Werke kennen 🙂 . Wie so oft steckt wahrscheinlich in beiden Versionen eine Teilwahrheit. Propaganda besteht haeufig in der Verbreitung von Halbwahrheiten.

      Nationalkonservative Kreise haben Fischer's Sicht, nachder eine Kontinuitaet deutscher Politik zwischen dem wilhelmischen Expansionsstreben, dem 1. Weltkrieg und der Nazi-Herrschaft besteht, in den 60er Jahren angefeindet. Nun denken Sie einfach mal an die deutsch-dominierte EU, von manchen das Vierte Reich genannt oder ganz aktuell die Uebernahme von mehr "Verantwortung" in der Welt in Syrien und wo auch immer. Vielleicht kommt Ihnen der deutsche Expansionsdrang, zwar in der ersten Nachriegszeit noch auf oekonomischen Gebiet aber bald auch auf militaerischem Gebiet, nicht mehr so absurd vor.

      Wie dem auch sei, der fehlende Realitaetssinn und der verwandte Groessenwahn der Deutschen ist wohl nicht zu leugnen. Natuerlich keineswegs ausgeschlossen oder sogar wahrscheinlich, dass jemand auf diesem Klavier zu spieln weiss.

  9. Daniele Ganser bastelt mit seinen Büchern und Vorträgen an einer friedlichen Menschheitsfamilie, welche die Wahrheit zu den Kriegslügen des Imperiums, mit denen die Ressourcenkriege immer begründet werden, wissen sollten, um angemessen darauf reagieren zu können. Das kann er sich, im Gegensatz zu dem Lohnabhängigen Jürgen Grässlin erlauben, weil er Selbstständig ist.
    Und das ist auch der Knackpunkt bei der Wahrheitsfindung: Die unterschiedlichen finanziellen und damit existenziellen Voraussetzungen. Sie verhindern (noch?) ein großes Friedensbündnis. Diese Hürde müssen wir uns bewusst machen, wenn wir sie überwinden wollen.

  10. Herr Ganser leistet eine bewundernswerte Arbeit. Wer ihn in den letzten Jahren verfolgt hat mit seinen Reden vor Ort und im Internet ist beeindruckt. Er agiert jederzeit dem Frieden und der Völkerverständigung verpflichtet.

    Schade, das sich Herr Grässlin so verhalten hat. Ein Zeichen, warum die Friedensbewegung in Deutschland so schwach ist.

    Anstatt zusammen zu argumentieren und bitteschön auch zu streiten lässt man sich auseinanderdividieren und will nicht miteinander reden (gemeint ist Herr Grässlin).

    Die so genannte Antifa ist alles andere als antifaschistisch.

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