Tagesdosis 16.12.2017 – Die dunklen Anfänge der FED: eine Verschwörungstheorie?

Ein Kommentar von Ernst Wolff .

Der Duden definiert das Wort „Verschwörung“ als die „gemeinsame Planung eines Unternehmens gegen jemanden oder etwas (besonders gegen die staatliche Ordnung)“. Als „Verschwörungstheoretiker“ gelten demzufolge diejenigen, die hinter allgemein bekannten politischen und wirtschaftlichen Ereignissen Absprachen vermuten, die der Täuschung der Öffentlichkeit dienen.

Besonders gern wird der Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ erhoben, wenn es um die Gründung der US-Zentralbank Federal Reserve System geht. Da es sich bei der FED um die mächtigste nationale Finanzorganisation der Welt handelt, lohnt es sich, diesem Vorwurf einmal nachzugehen – anhand zweifelsfrei belegter historischer Fakten.

Eine Entenjagd besonderer Art

Im November 1910 trafen sich sechs Männer aus Politik und Bankgewerbe auf der Privatinsel Jekyll Island vor der Küste Georgias, einem Sommersitz vieler reicher Bankiersfamilien aus New York.

Prominentester angereister Politiker war Nelson Aldrich, Fraktionsführer der Republikaner im Kongress, Miteigentümer der J. P. Morgan Bank und Schwiegervater von John D. Rockefeller. Begleitet wurde er von seinem Sekretär Arthur Shelton, der zugleich Chef der Nationalen Geldkommission war, und von Abraham Piatt Andrew, dem stellvertretenden US-Finanzminister.

Bei den drei Bankern handelte es sich um Frank A. Vanderlip, Präsident der National City Bank of New York, Henry Davison, Hauptteilhaber der J. P. Morgan Company, und Paul Moritz Warburg, Direktor der Investmentbank M.M. Warburg & Co. Die drei Männer repräsentierten zusammen in etwa ein Fünftel des damaligen weltweiten Reichtums.

Ziel ihres Treffens war es, einen Plan für die Gründung einer Zentralbank nach dem Muster der Bank of England zu erstellen. Obwohl ihr Vorhaben für die Zukunft von Millionen von Amerikanern von Bedeutung war, taten die sechs Männer alles, um es vor der Öffentlichkeit geheim zu halten: So reisten sie unter dem Vorwand, an einer Entenjagd teilnehmen zu wollen, auf verschiedenen Wegen und unter falschen Namen an ihren Zielort.

In der Abgeschiedenheit des luxuriösen Golfclubs von Jekyll Island beschlossen sie, ein Bankenkartell zu gründen und ihm das bis dahin in den Händen des Staates liegende Monopol der Geldschöpfung per Gesetz übertragen zu lassen. Um nicht an die unglückliche Tradition zweier in der Vergangenheit gescheiterter Zentralbanken anzuknüpfen, gaben sie ihrem Projekt den Namen „Federal Reserve System“ (bundesstaatliches Reservesystem) – obwohl es keiner staatlichen Kontrolle unterliegen sollte.

Die Verhandlungen über die näheren Einzelheiten dauerten eine Woche, dann reisten die Männer unerkannt und in aller Stille wieder ab. Wenig später brachte Nelson Aldrich den gemeinsamen Plan als „Aldrich-Plan“ ins Parlament ein – ohne zu erwähnen, wer außer ihm daran mitgearbeitet hatte.

Aldrichs Vorhaben scheiterte jedoch aus einem simplen Grund: Seine geschäftlichen und  familiären Beziehungen zur Bankenwelt waren großen Teilen der Bevölkerung bekannt. Der Plan erschien den Kongress-Abgeordneten daher als eine allzu durchsichtige Begünstigung des in der Bevölkerung verhassten „Money Trusts“ (der Finanzelite der USA) und wurde von ihnen abgelehnt.

Eine vorsätzliche Täuschung der Öffentlichkeit und ein höchst raffinierter Trick

Die Banker ließen sich durch den Fehlschlag aber nicht entmutigen, sondern änderten ganz einfach ihre Strategie. Sie strichen Aldrichs Namen aus allen Unterlagen und beauftragten einige ihnen ergebene Akademiker, den ersten Entwurf umzuschreiben und ihm einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen. Dann suchten sie sich anstelle des Republikaners Aldrich mit Carter Glass und Robert Owen zwei Vertreter der Demokratischen Partei (die der arbeitenden Bevölkerung in den Augen der Öffentlichkeit näher stand als die Republikaner) und beauftragen sie,  den Entwurf als „“Glass-Owen-Bill“ erneut auf den Weg zu bringen.

Anschließend griffen sie zu einem überaus raffinierten Trick: Sie übertrugen Nelson Aldrich die Aufgabe, den neuen Gesetzesentwurf öffentlich zu kritisieren, seinen Urhebern eine unzumutbare Einschränkung und Regulierung des Finanzsektors zu unterstellen und die Gründung der FED als eine gegen die Freiheit des Bankgewerbes gerichtete Maßnahme zu verdammen. Parallel dazu beauftragten die Banker diverse von ihnen finanziell abhängige Journalisten, sich diesem Feldzug gegen den neuen Entwurf anzuschließen.

Der Plan ging auf. Durch die gemeinsame Kampagne gelang es Politik und Medien, die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es sich bei dem zu gründenden „Federal Reserve System“ nicht um ein Bankenkartell, sondern um ein Kontrollgremium zur Eindämmung der Macht der Banken handelte. Vor diesem Hintergrund wurde der Gesetzesentwurf am 23. Dezember 1913 im US-Kongress abgesegnet und am Morgen des folgenden Tages von US-Präsident Woodrow Wilson unterzeichnet.

Angesichts dieser – in allen Einzelheiten belegbaren – Faktenlage muss man offensichtlich kein Verschwörungstheoretiker sein, sondern nur die Definition des Dudens bemühen, um festzustellen: Bei der Gründung der FED im Jahr 1913 handelte es sich um nicht mehr und nicht weniger als eine höchst erfolgreiche Verschwörung – und zwar von US-Großbanken, US-Politik und US-Medien gegen die bewusst hinters Licht geführte amerikanische Bevölkerung.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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37 Kommentare zu: “Tagesdosis 16.12.2017 – Die dunklen Anfänge der FED: eine Verschwörungstheorie?

  1. Das Werkzeug der Herrschaft der Bankster ist die SCHULDKNECHTSCHAFT!

    Diese Herrschaft wird über die Staatsschulden kollektiv auf alle Bürger eines Staates auferlegt.

    Die Privatisierung des Gesundheitssystems und Bildungssystems schafft einen Zwang zur persönlichen Schuldknechtschaft.

    Connecting two other important topics, education and debt money system to geoengineering scam!
    #Dumbification #debt #serfdom & debt #money system!
    http://geoarchitektur.blogspot.com/2017/02/education-debt-serfdom-and-debt-money.html

    • Allerdings möchte ich hier hinzufügen, dass meines Erachtens das Problem nicht allein in der Ruchlosigkeit der Bankster liegt, sondern vor allem in der geistigen Verblendung und der mangelhaften Bildung der Massen begründet ist.

      Dieser Zustand der Massen ermöglicht, erzwingt, fordert genau die Typen, die dann zu Bankstern werden. Versuche, dem Einhalt zu Gebieten gab es in der Geschichte viele, aber alle sind letztlich an der Ignoranz der Massen und er Machtgier der Herrschenden untergegangen. Die Massen laufen immer zu dem, der ihnen bequeme Lügen auftischt, anstatt zu dem der die harte Wahrheit spricht und die Grenzen des Machbaren aufzeigt.

      Die Menschen fordern Schneeballsysteme, weil die Gier und die Glücksritterschaft unseren natürlichen Drang zur Denkfaulheit und Arbeitsfaulheit befriedigt.

      Wenn wir also das Bankstersystem kritisieren, sollten wir nicht vergessen, wer dies ermöglicht! Wir sind es!

      Säßen einzelne von uns da oben, würden auch wir leicht korrumpiert werden und uns sogar das Getue schön reden und uns was von „Verantwortung“ einreden. Wenn ein Haufen von herrenlosen Schafen einen Hirten sucht, weil dieser ihnen Schutz vor dem Wolf verspricht, soll dann der Hirte sie ignorieren?

      Macht korrumpiert immer. Menschen können ohne harte Disziplin nicht mit Macht umgehen.
      Macht zerstört die Psyche.
      Macht erzeugt Psychopathie.
      Macht eliminiert Skrupel.
      Und doch ist die Macht unvermeidbar!

  2. Im Zusammenhang mit der Gründung der FED sollte man einen Blick auf den Untergang der Titanic 1912 werfen.

    – Drei erklärte, mächtige und superreiche Gegner der Fed starben: Isidor Straus, Benjamin Guggenheim und John Jacob Astor IV.

    – Bis man 1985 zum ersten mal das Wrack filmte, war die „offizielle“ Geschichte, dass das Schiff als ganzes gesunken ist. Wie konnte sich bei so vielen Zeugen eine so eklatant falsche Erzählung halten?

    – Wie glaubhaft ist physikalisch die Kinoversion, in der das gesamte Schiff auseinanderbricht, nur durch Eigengewicht?

    • Als meinem Bruder und mir die Geschichte Anfang der 60er erzählt wurde, von einer ganz normalen Dame ohne besondere formale Bildung, die abends auf uns aufpasste, wenn unsere Eltern ausgingen und uns immer gerne Geschichten erzählte, wurde sie bereits so erzählt, dass das Schiff auseinanderbrach, sich das Heck noch einmal aufrichtete und dann senkrecht in den Fluten versank. Ich verstand das als „das Narrativ“ und habe nie eine andere Version gehört. Auch bei der Suche nach den Wrackteilen war man in meiner Wahrnehmung alles andere als erstaunt, zwei Teile zu finden. Wenn ich das richtig verstehe haben die Augenzeugen das auch so erzählt.

    • Konnte jetzt auf die Schnelle nichts finden außer den Kinofilm von 1980, wo die „Titanic“ als Ganzes gefunden wird – da ist von zerbrechen keine Spur.

      Als man 1985 runtertauchte war man total erstaunt, dass es zwei TEile sind – das habe ich so im Kopf, kann es aber grad nicht belegen.

    • Hier haben wirs:

      Offizielle Version der Gutachter des US Senats und des britischen Seegerichts: die Titanic sank ohne zu zerbrechen. 73 Jahre lang hielt sich diese Version.

      Ab Minute 18:00: https://www.youtube.com/watch?v=Wdq9DJhEkr0

      Wie eure Tante das Anfang der 60er Jahre wissen konnte, wenn 1985 die Forscher völlig baff waren – erstaunlich.

  3. Die FED ist ein gutes Beispiel ,warum die Politik läuft wie sie läuft .
    Die Kontrolle über das Geld sichert die Herrschaft.
    Die Herrschaft über die Politik, die wiederum dieses Geld als akzeptiertes Mittel verkauft und die Menschen und Staaten nötigt, dieses Mittel zu verwenden .
    Wenn es um die Ermordung Kenndys geht, werden über die kaum glaubhafte Einzeltäterbehauptung jede Menge VTs verbreitet, die aber möglicherweise auch nur als Ablenkung dienen . Nicht unbekannt aber öffentlich wenig besprochen ist die Abschaffung des Geldmonopols der FED durch Kennedy als Mordmotiv .
    Bekannt sind die Angriffskriege gegen den Irak und Libyen, die aus der FED – Währung aussteigen wollten .
    Der Euro wiederum ist wesentlich durch Dollar gedeckt .

    Der Zwang auf die Gesellschaft, die Alternativlosigkeit, die seit Jahrzehnten trotz Wirtschaftswachstum und enormer Produktionssteigerung eine Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen im Westen brachte, ist entscheidend auf das Finanzsystem zurückzuführen.
    Ebenso die Erstarrung, die durch unendliche Abhängigkeiten jede notwendige positive Veränderung verhindert .

  4. Guten Morgen an „Schwarz ist weis“ und „Socke 4612“ habt ihr schon Mal in älteren Beiträgen auf KenFm zum Thema Geldsystem reingeschaut? Wenn ja, dann setzen 6, Thema verfehlt.
    Die Geldschöpfung ist der Knackpunkt des Ganzen. Wer die Geldschöpfung kontrolliert, kontrolliert den Staat.
    Nur ein kurzer Exkurs: Wilson ist im Nachhinein bewusst geworden was er mit der Privatisierung getan hat, könnt ihr ja Mal googeln.
    Ein sehr einflussreicher Bänker hat Mal gesagt: „Wenn ich die Kontrolle über das Geldsystem habe, ist mir egal wer regiert…“
    So Hausaufgaben verteilt und dann können wir weiter diskutieren.

    • Sicher alles bekannt und auch gelesen, aber nur weil ein Satz geschrieben wird muss ich in nicht eins zu eins glauben.
      Was will uns den Präsident Wilson mit der Kurzform sagen?

      Nur ein kurzer Exkurs: Wilson ist im Nachhinein bewusst geworden was er mit der Privatisierung getan hat, könnt ihr ja Mal googeln.
      Ein sehr einflussreicher Bänker hat Mal gesagt: „Wenn ich die Kontrolle über das Geldsystem habe, ist mir egal wer regiert…“

      Er sagt lediglich, dass die Hoheit über das Geld an private Bänker übertragen wurde.

      Übrigens mit der Feststellung ist ja nicht gesagt, dass das in Stein gemeißelt ist. Ich nehme an, Präsident Wilson, wollte nicht als Obergauner in die Geschichte eingehen, daher seine Aussage,
      ich glaube, kurz vor seinem Tod.

      Als echter besorgter Präsident hätte er einfach die Finanzen zurück in die öffentliche Hand übertragen können, wollte er aber nicht.

      Hat man ihm eine Pistole an den Kopf gehalten?

      Das alles gehört meines Erachtens zu den Legendenbildungen.

      Natürlich ist das Geld in den Händen von Bänkern ein Spielball, der zu ihrem Vorteil gespielt wird.
      Aber Letzt endlich kann man ihn auch aus dem Amt vertreiben, wenn man den will.

    • HUhu,
      mir ist neu, das Sie hier Noten und Hausaufgaben vergeben.
      Sie können ja weiter an die alleinige Macht der FED ohne das Mitwirken der Regierung glauben.
      Machen Sie sich mal schlau was den Unterschied von einer „gewöhnlichen Aktiengesellschaft“ und der FED ausmacht.
      Man kann natürlich auch alles glauben, was einem vorgesetzt wird. Egal wo es auch herkommt.

      PS: Ernst Wolff’s Buch über den IWF ist übrigens sehr gut.

      Socke4612 – So sehe ich das auch.

    • @huhu
      aus makro-perspektive würde ich sagen setzten 6!
      die Geschichte der FED ist ja nicht 1913 stehengeblieben.
      Wer setzt den die Zinsen(Geldschöpfung)?
      Wie wichtig ist denn die Fiskalische Komponente?
      wenn man wie sie ökonomische Erkenntnisse/“gesetzmäßigkeiten“ außer acht lässt, kommt natürlich nur Schwachsinn raus!
      Auch heute gibt es Einzelpersonen(Politiker,jurnalisten), die sich in z.B. deutschen Talkshows entblöden und in ihrer intellektuellen Unfähigkeit nach Zinserhöhung schreien, die und da stimme ich mit Hr. Wolff überein, es nicht mehr geben wird. Solange das neoklassische wirtschafts-Modell besteht!

    • Sorry für meine provokante Ansprache, die hat aber den Hintergrund, eine Reaktion zu erreichen. (Ich habe z.B. die das real existierende Rechtssystem verteidigenden „Petra“ nur mit Fakten konfrontiert, und es war Stille…)
      Nun nochmals zu Ihnen, sie kratzen an der Oberfläche, finden einige Sachen laufen falsch und kritisieren Symptome. Wenn es um die Ursachen geht, wiegeln sie ab, stellen es als unglaubwürdig dar. Welches Ziel verfolgen sie damit? Verwirrung stiften? Erkennen sie Parallelen zur „die Linke“? Das Grundübel ist aus der Denke fast verdrängt worden, nur noch klein klein und Nebenschauplätze die einzig der Spaltung dienen.
      Sie haben die Aufgabe des IWF und der Weltbank und deren Agenda verstanden? Eher nicht!

  5. Ich habe da noch eine ganz andere ‚Verschwörungstheorie‘ – in Wahrheit keine Theorie, sondern die harte Realität, auch wenn die aktuelle rechtsradikale Dauerpropaganda das völlig leugnen will:

    Nicht nur die FED, sondern sehr viel von dem, was irgendwie politisch oder volkswirtschaftlich relevant ist, ist von einigen heute größtenteils unbekannten einflussreichen, mächtigen Lobbyisten und Strippenziehern in Hinterzimmern „ausgekungelt“ worden!

    Das betrifft auch und gerade die Ländergrenzen!

    Das, was die Rechtspopulisten mit einer Art sektiererischer Unterwürfigkeit geradezu als ‚gottgegeben‘ oder als ‚Naturgesetz‘ ansehen, nämlich die Grenzen der Staaten, sind in Wahrheit am Reißbrett in irgendwelchen Konferenzen gezeichnet worden. Von ‚irgendwelchen‘ Leuten: Wer das genau gemacht hat, ist weitgehend heute unbekannt!

    Das alleine macht klar, dass es kein Recht der Staaten gibt, willkürlich Grenzen zu schließen.
    Geschlossene Grenzen sind einfach gescheiterte Politik und Machtmißbrauch.

    • @Adamik
      Das ist nur der Anfang .
      Dahinter sind noch 500 Millionen Inder, die selbstverständlich auch ein Recht auf soziale Absicherung haben und hinter den Indern warten noch viele viele .
      Aber keine Sorge, „Thatsit“ schafft das schon.

    • Um mal ihr Bild mit den 200 Mio. Indern aufzunehmen, zeigt es doch den Zustand der Welt.
      Wir haben keinen Anteil daran, dass uns die Sonne aus dem Arsch scheint.
      Auch sie haben das Glück gehabt, hier geboren zu sein.
      Wenn man die Flüchtlingsströme stoppen will, muss man die Lebensbedingungen vor Ort verbessern.

    • @schwarz ist weiß

      Warum sollte ich Glück gehabt haben ?
      Ich warte darauf , dass Mutti die Grenzen von Blackrock öffnet
      und Freiheit und Menschenrechte durchsetzt
      und Toleranz von der BertelsmannStiftung und von der BöllStiftung einfordert
      und das Terrorregime (strukturelle Gewalt) in Brüssel bannt .

      „Wenn man die Flüchtlingsströme stoppen will, muss man die Lebensbedingungen vor Ort verbessern“
      Das ist impriaistischer Vorwand . .
      Ich habe mit Imperialismus nichts zu tun , lehne ihn ab . Darüber hinaus muß jedes Volk Selbstverantwortung übernehmen , denn es ist alle Erfahrung, „Hilfe“ ist nie Uneigennützig und bringt nur Abhängigkeit und Unfreiheit .
      Ist ja gerade die Deutsche Armee ,(mit) finanziert durch Saudiarabien in massivem Aufbau im Sahel um – was denn sonst – zu Helfen und gegen den Terror zu kämpfen .

    • Na sicher haben Sie Glück, das Sie nicht in einem der Länder geboren wurden, von denen die Flüchtlinge kommen.
      Sonst säßen Sie im Dreck oder würden fliehen, wenn Sie denn könnten.
      Ein Jahr im Südsudan (ohne Geld mitzunehmen) würde ihre Lebenssicht wahrscheinlich ändern.
      Aber da fehlt ihnen wohl die Phantasie?
      Dort nicht zu helfen, wo Imperialismus und Neokolonialismus ihre Spuren hinterlassen (haben), als imperialistischen Vorwand abzulehnen ist schon ne steile These – aber wohl eher ein Vorwand „Selbstverantwortung“ zu rufen.
      Man müsste ja was abgeben. Auf etwas verzichten.
      Das klingt mir sehr nach FDP. Schafft euch Wohneigentum an, das schützt vor Altersarmut.

      PS: Echte Hilfe darf nicht zu Abhängigkeit und Unfreiheit führen. Sonst ist es keine Hilfe – sondern ein Geschäft.

    • @Adamik
      Erstens ist das ein absurdes Szenario, das höchstens in der Wahnpropaganda von Rechtspopulisten vorkommt, denn in Wahrheit gibt es sehr wenig Migration, und das Wenige, das es gibt, wird oft noch grundrechtswidrig von Bürokraten willkürlich gedeckelt.

      Und zweitens, und das ist das Wichtigste, geht es auch darum, dass Deutsche und Europäer in 100 Jahren noch nach Afrika reisen können. Die aktuellen Rechtspopulisten erinnern an die ‚DDR‘ und die anderen Ostblock-Kommunisten: Die haben auch etwas von angeblichem ‚Schutz‘ geredet, wegen dem sie Grenzzäune gebaut haben, in Wahrheit ging es denen aber darum, die eigenen Leute einzusperren.

      Rechtspopulisten machen die Probleme selbst, die sie angeblich ‚bekämpfen‘ wollen. Das ist auf eine sehr gefährliche Weise verlogen.

      Ein Beispiel: Man verweigert den meisten Nordafrikanern praktisch pauschal und diskriminierend Visa für die EU, und dann wundert man sich, dass die meisten Nordafrikaner, die dennoch – oft illegal – in die EU reisen, eher kriminell sind. Dabei ist es doch völlig klar, dass man, wenn man fast alle der vielen anständigen Leute einer Region per Diskriminierung ausschließt, eben hauptsächlich die kommen, die kriminelle Energie haben. Die Lösung wäre natürlich besser Zusammenarbeit der Nationen und offene Grenzen, was in der EU geht, geht auch in und mit Afrika.

    • @Adamik
      Typisch ist auch die absichtliche Verwechslung von Privatbesitz mit dem öffentlichen Raum.

      Grenzen von Staaten betreffen den öffentlichen Raum. Dieser darf nicht willkürlich abgeriegelt werden, auch nicht nach außen hin (auch wenn das Staaten oft tun und damit ihre Macht regelmäßig mißbrauchen).

      Privatbesitz und privater Raum muss natürlich – von allen Staaten – geschützt werden.

      Eine ähnliche ‚Verwechslung‘ unterläuft den ‚Palästinenserorganisationen‘. Obwohl Israel in aller Regel das Privateigentum von Palästinensern völlig unangetastet lässt und wenn technisch möglich, den Palästinensern sogar die israelische Staatsbürgerschaft anbietet, tun die ‚Palästinenserorganisationen‘ so als ob Israel die Heimat der Palästinenser bedrohen würde. Das ist aber nicht der Fall. Denn die Palästinenser können in aller Regel im gleichen Haus wohnen bleiben, der öffentlich Raum ist aber dann Israel, also eine Demokratie mit Religionsfreiheit und keine Islamdiktatur. Das ist kein Verlust von Heimat, im Gegenteil!

    • @ Thatsit,

      die Agenda für die sie eintreten ist durchaus verständlich; alle Macht dem Großkapital:

      „Das neben Umweltthemen wie dem Widerstand gegen Gentechnik praktisch einzige Thema, das in Europa zu einer aktiven Mobilisierung der Linken führt, ist die Verteidigung illegaler Einwanderer. Für einige kleine, ultralinke anarchistische Gruppen besteht das langfristige Ziel in einer Welt ohne Grenzen, in der jeder frei ist, überall hin zu gehen und in der die nationalen Grenzen ebenso wie die Nationalstaaten verschwunden sind. Diese Gruppen betrachten sich selbst als radikal antikapitalistisch, doch leider ist ihr Ideal identisch mit dem der kapitalistischen Globalisierer, denen viel klarer ist, dass bei einem Wegfall der Nationalstaaten die privaten Konzerne und Finanzinteressen den Rest der Welt gänzlich ungehemmt beherrschen würden. Der Unterschied zwischen den Anarchisten und den kapitalistischen Globalisierern liegt in der Wahrnehmung der Kräfteverhältnisse, die von ersteren ignoriert werden, während letztere sie aktiv gestalten.“

      Aus:

      Samstag, 16. Dezember 2017, 11:00 Uhr
      ~8 Minuten Lesezeit
      Von der Vielfalt zur Einfalt
      Der Multikulturalismus interpretiert die Gesellschaft als Mosaik von „Identitäten“ und übersieht das Wesentliche.
      von Diana Johnstone
      https://www.rubikon.news/artikel/von-der-vielfalt-zur-einfalt

    • @ thatsit
      ich hab da auch eine Verschwörungstheorie:
      die gezogenen grenzen innerhalb Europas wurden durch 2000jahre historische Ereignisse mehrmals verändert! Das sie nicht wissen „Wer das genau gemacht hat, ist weitgehend heute unbekannt! “ hängt damit zusammen, dass sie nur Videospiele spielen, anstatt mal ein Sachbuch zu lesen.

    • @Box
      Die sogenannten ‚Eliten‘, also die Angehörigen des Großkapitals, die Klassenkampf von ‚oben‘ betreiben und die normalen Bürger und auch die Völker unterdrücken wollen, wollen geschlossene Grenzen für Personen (außer für die ‚Elitenclubs‘) und offene Grenzen für Waren.

      Die Rechtspopulisten sind die Büttel der unterdrückerischen selbsternannten „Eliten“.

    • @keeneahnung
      Natürlich können Historiker ggf. die Namen der Leute herausfinden, die die Striche auf der Landkarte gezogen haben, die die heutigen Landesgrenzen ausmachen.

      Der Punkt ist aber, dass die Grenzen der heutigen Staaten meistens willkürlich von einzelnen mächtigen Leuten ohne jeden demokratischen Prozess gezogen wurden.

      Nationengrenzen sind menschengemacht, nicht demokratisch legitimiert und künstlich. Die Nationengrenzen dürfen auch daher aus Grundrechtssicht nicht willkürlich geschlossen werden.

    • @ keeneahnung
      Natürlich können Historiker ggf. die Namen der Leute herausfinden, die die Striche auf der Landkarte gezogen haben, die die heutigen Landesgrenzen ausmachen.

      Der Punkt ist aber, dass die Grenzen der heutigen Staaten meistens willkürlich von einzelnen mächtigen Leuten ohne jeden demokratischen Prozess gezogen wurden.

      Nationengrenzen sind menschengemacht, nicht demokratisch legitimiert und künstlich. Die Nationengrenzen dürfen auch daher aus Grundrechtssicht nicht willkürlich geschlossen werden.

    • @ Box:

      Ich fürchte, Sie – und vor allem Diana Johnstone- irren. Diejenigen, denen es in der Vergangenheit um Grenzen und Nationalstaaten ging, UND DIE DAVON PROFITIERTEN, WEIL ES IHR NATIONALSTAAT IST (ALSO SIE NICHT SKLAVEN DES IHR EIGENTUM SCHÜTZENDEN NATIONALSTAATS SIND), sowie diejenigen, denen es jetzt um die Abschaffung von Nationalstaaten und Grenzen geht, UND DIE DAVON PROFITIERTEN, WEIL NATIONALSTAAT UND GRENZEN IHREN BESITZ SCHÜTZTEN, das sind dieselben. Nur: Die neue „Grenzziehung“ zwischen Herren und Sklaven ist die zwischen urbanen Zentren, zwischen Metropolis und Land, UND DIES GLOBAL! Ein Blick nach Amerika oder Asien (oder auch Saudiland) mit den ummauerten urbanen Business- und Wohn-Zentren mit biologischem Anbau und grüner Technologie für die Eliten, umgeben von urbanen Slums und der ausgebeuteten, pauperisierten – und vergifteten!- ländlichen Umwelt, nunmehr global für die „grenzenlose“ Versorgung mit Sklaven, könnte den Blick schärfen und immunisieren gegen Spaltungsreflexe. Singapur ist eines der nassen Träume. Saudiland. Dass Grenzen abgeschafft werden, das ist Gehirnwäsche!

      Dass Anarchisten Kräfteverhältnisse nicht wahrnehmen (ignorieren), auch das ist Gehirnwäsche. Ebenso: „die Verteidigung illegaler Einwanderer neben Umweltthemen, wie dem Widerstand gegen Gentechnik, praktisch einzige Thema, das in Europa zu einer aktiven Mobilisierung der Linken führt“, insbesondere, wenn an anderer Stelle von derselben Quelle die Abwesenheit der Linken festgestellt wird.
      „Der Unterschied zwischen den Anarchisten und den kapitalistischen Globalisierern liegt in der Wahrnehmung der Kräfteverhältnisse, die von ersteren ignoriert werden, während letztere sie aktiv gestalten“ ist eine bewusste Gehirnwäsche oder Beweis, dass Diana keine Ahnung von Anarchismus hat.

      @ Thatsit
      Grenzen, also das Einhegen von Machtzentren, durch weltliche und kirchliche Fürsten, diente der Versorgung mit Steuerzahlern. Das Geld zur Bezahlung des Militärs für den Schutz im innern und nach aussen. Ob im Westen oder im Osten: Wenn ein siegreicher General nach der Schlacht sich zum Kaiser ernennt und dann sein Imperium einhegt, also Grenzen zieht – und damit andere Grenzen öffnet!!! – dann hat das nichts mit Liberalismus für Steuerzahler und Sklaven zu tun. Die Öffnung der Nationalgrenzen bedeutet nicht, dass es keine Grenzen mehr gibt. Ja: Grenzen sind Machtmissbrauch. Und: Grenzziehung ist immer willkürlich von oben.

      @ Box , @ Thatsit:

      Anarchisten akzeptieren Grenzziehung von oben nicht, sind sich aber natürlich der „Kräfteverhältnisse“ bewusst. Empfehle Bakunin „Staatlichkeit und Anarchie“ als Basis.

    • @ Tony
      Prinzipiell sehe ich das Thema der Nationengrenzen als reines willkürliches Machtinstrument, das regelmäßig mißbraucht wird, ganz ähnlich wie Sie, auch wenn ich wohl weder Anarchist noch besonders links bin – Tatsachen sind eben Tatsachen, und man muss nur ehrlich sein, um sie so zu beschreiben wie sie sind.

      Die aktuellen Rechtspopulisten lügen allerdings praktisch mit jedem Wort, was sie in bezug auf Politik sagen, und damit untertreibe ich nicht, sondern schildere auch meine eigenen Erfahrungen. Selbst z.B. der selbsternannte ‚wissenschaftliche Aufklärer‘ Sarrazin lügt einfach, indem er behauptet, dass muslimische Schüler besonders schlecht in der Schule seien, was einfach nicht stimmt.

      Apropos links: Wer das von Ihnen treffend beschrieben ‚Abstecken von Herrschaftsgebieten‘ und ‚Steuereintreibungszonen‘ bis zum Exzess betreibt (was ja den aktuellen Rechten und Rechtspopulisten (!) kaum verhohlene Bewunderung abnötigt), sind natürlich kommunistische Diktaturen.

      Herrscher und herrschende Gremien aller Art sind dauernd in Gefahr, Grenzschließung als Machtmittel zu mißbrauchen, und nicht-kapitalistische Regierungen neigen sogar ganz besonders dazu.

      Wie man dieses Thema lösen kann, demonstriert die EU der ganzen Welt: Man erhält die Nationen aufrecht – also keine Anarchie – aber öffnet die Grenzen. Man löst das Problem also ganz einfach, indem man den Machtmißbrauch aus dem Katalog der Regierungen nimmt.

      Die ganze Welt, insbesondere der Mittlere Osten um Israel und Palästina, Korea oder Nordafrika, können sich daran ein Beispiel nehmen, genauso wie die EU selbst, indem sie auch ihre Außengrenze nicht mißbräuchlich abriegelt (diese Gefahr besteht aktuell sehr stark, und die Hetze von rechts zielt darauf ab).

      Genau WEIL die EU in wesentlichen Punkten gute Politik macht, hassen die Rechtspopulisten die EU so.

  6. „Die Verschwörung“ steht im Mittelpunkt und wird schön ausgeschmückt erzählt.

    Mich würde doch eher die Geldpolitik dieser Institution interessieren.

    Man kann natürlich die Gründung der FED kritisieren. Es ist aber doch dem Kapitalismus eigen, das auf Privatisierung gesetzt wird. Warum sollte das gerade beim „Bankgewerbe“ anders sein.
    Die FED ist eine staatliche Institution mit privaten Anteilseignern.
    Oder wenn Sie so wollen,ist ein Bankenverbund (Privatbanken) in der der Staat, durch den US-Präsidenten und den Senat, erheblich das Sagen hat.
    Oder gibt es den Beispiele, wo die FED ohne staatliches Handeln sich verselbständigt hat?
    Meiner Meinung nach kann die FED nicht schalten und walten wie sie will. Das geschieht im Verbund und wird abgesprochen. Die FED ist Teil des Systems und ein Instrument der herrschenden Klasse.

    • Zumal es ja überhaupt keinen Sinn ergeben würde, wenn privat ein Geld gedruckt wird. Das wäre so, als ob ich mein Monopoly Geld zum Edeka tragen würde.
      Das Geld muss gedeckt sein bzw. eine Garantie dahinter stehen, dass ich damit bezahlen kann.

      Ob die Geldscheine nun privat gedruckt werden, oder von einer staatlichen Druckerei erstellt werden, ist doch egal. Das Geld muss nur unter Kontrolle sein. Es geht natürlich nicht, dass ein Mitarbeiter sich privat noch ein paar Scheinchen druckt.

      Das kommt aber bei so einer Erklärung beim Zuhörer so an.

    • Akzeptiert werden ist halt der Punkt. Vor der Währungsreform waren es Zigaretten, die hatten einen realen Wert. Nach dem Mauerfall war es die DM, mit der Ostmart konnte man die Toilette tapezieren. Alles nur eine Frage der Akzeptanz.

  7. Sehr gut, wieder Mal eine Verschwörungstheorie als tatsächliche Verschwörung entlarvt. War mir zwar bekannt, aber ich denke 90 % der Bundesbürger denken die FED wäre staatlich, genauso wie die Bank of England nicht staatlich ist. Aber der Name Warburg darf ja sowieso nicht in solchen Zusammenhängen gebracht werden = Antisemisch! Komischerweise trägt auch die höchste Auszeichnung der Atlantikbrücke seinen Namen. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

    • @ Huhu! :

      es müsste jemand mal eine sammlung aller sich bisher bewahrheiteten verschwörungstheorien zusammenstellen. oder gibt es so etwas bereits?

      (ja ich weiß, ich soll das selber machen. bin aber kein autor und/oder verleger.)

      ansonsten hätte ich noch die circa 100 jahre alte verschwörung der amerikaner gegen eine zusammenarbeit von deutschland und russland, welche selbstzufrieden von george friedman beim chicago council on global affairs ausgeplaudert wurde.

    • „ich denke 90 % der Bundesbürger denken die FED wäre staatlich, genauso wie die Bank of England nicht staatlich ist.“
      Die Bank of England ist 1946 verstaatlicht worden. (Wirtschaftslexikon)
      Ich glaube das das über 90% herzlich egal ist, ob eine Zentralbank staatlich oder privat ist.
      Die haben ganz andere Sorgen.
      So lange das Handeln einer Zentralbank nicht als negativ empfunden wird, spielt die Eigentumsform im Bewustsein der 90% keine Rolle. Es ist Ihnen egal.
      Böse könnte man auch sagen: Was spielt es für eine Rolle, ob ein „Privatmann“ oder ob die Privatwirtschaft mit Hilfe des Staates die Löhne und Renten gedrückt werden und die Reichen reicher werden lässt?

    • In den USA ist diese Vermischung von ’staatlich‘ und ‚privat‘ gang und gäbe. Das betrifft dort sogar sozialstaatliche Aspekte, was regelmäßig nicht funktioniert, aber die USA haben es ja geschafft, die Krise 2009 auf Andere abzuwälzen.
      Das ist Neocon-Systematik. Die USA haben ein neokonservatives System, warum sollte das bei der FED anders sein?

      Klare Trennung von Privat und Staat ist neoliberal. Das ist einer der wesentlichen wirtschaftspolitischen Unterschiede zwischen Neoliberalen und Neokonservativen. Gezeigt hat sich, dass neoliberale Systeme im Gegensatz zu Kommunismus oder Neocon funktionieren..! Was auch zu erwarten ist, wenn man Logik zugrundlegt.

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