Tagesdosis 16.8.2019 – Zweierlei Maß in der Kriminalberichterstattung

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Am 2. August 2019 sah sich der Deutschlandfunk (DLF) – angeblich ein „Qualitätsmedium“ erster Klasse – zu einem ungewöhnlichen Schritt genötigt, um seine aufgebrachten Hörer, zu beschwichtigen. Diese hatten den DLF der Vertuschungspolitik bezüglich der Berichterstattung über Schwerverbrechen bezichtigt, die von Migranten begangenen worden waren. Dafür hatten sich die verärgerten Hörer bei dem übertrieben politisch korrekten Sender mit einem „Shitstorm“ bedankt. Konkreter Anlass war der wenige Tage zuvor in Stuttgart begangene „Macheten-Mord“ gewesen.

Wie seit einiger Zeit in unserem Land üblich werden Schwerverbrechen, die von Tätern mit Migrationshintergrund begangen wurden, nur noch in lokalen Medien aufgegriffen, wenn überhaupt. Eine bundesweite Berichterstattung bleibt aus. Auch der Deutschlandfunk beteiligt sich laut eigenem Bekenntnis an dieser Politik, deren Sinn und Zwecks es ist, das Volk nicht zu beunruhigen. Es könnte ja eins und eins zusammen zählen und die herrschende Polit-Clique für die Folgen der unvertretbaren und rechtswidrigen „Willkommenspolitik“ ohne jegliche Personenkontrolle der Ankömmlinge verantwortlich machen.

Damit das nicht geschieht, wird auch in unseren Qualitätsmedien größter Wert darauf gelegt, bei ausländischen Verbrechern deren Herkunft zu verschleiern. Man erinnere sich nur an die Meldungen von Anfang Juli dieses Jahres, als „vier Deutsche“ auf Mallorca ein 18 Jahre altes Mädchen auf ihre Hotelzimmer gelockt und dort brutal vergewaltigt hatten. Manche Kommentare aus der „Refugees Welcome“ und „No-Border-no-Nation“–Fraktion konnten ihr schadenfreudiges Frohlocken nicht verbergen, dass auch sogenannte „Bio-Deutsche“ aus christlichem Kulturkreis, also Jungs wie Hans, Peter, Paul und Matthias, zu solchen Taten imstande waren. Entsprechend wurde der Fall medial breit ausgewalzt:

Die B.Z. Berlin titelte z.B. „Mallorca: Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung; vier deutsche Urlauber sind am Donnerstagmorgen in der Halle des Mallorca-Airports festgenommen worden“. Auch „Der Spiegel“ hielt mit: „Mallorca: Vier Deutsche wegen mutmaßlicher Vergewaltigung verhaftet. „Bundeswehr-Soldat unter den Tätern“, titelte die tz. „Gruppenvergewaltigung auf Mallorca: Polizei nimmt vier Deutsche“ fest, berichtete RTL. Und so weiter und so fort.

Eine Google-Suche nach den auf Mallorca festgenommen „vier Deutschen“ Gruppenvergewaltigern ergibt über 200.000 Eintragungen. Die Qualitätsmedien suhlten sich geradezu im „Deutschsein“ der vier Verdächtigen. Erst ein britischer Journalist tat, was für seine deutschen Kollegen offensichtlich undenkbar gewesen war. Er recherchierte die Quellen und erfuhr von der spanischen Polizei, dass die vier festgenommenen Verdächtigen mit den Namen Serhat K.(23), Azad K. (22), Yakub (21), und Baran D. (19) einen türkischen Migrationshintergrund hatten und neben der deutschen Staatsangehörigkeit auch angeblich einen türkischen Pass besaßen. Die Reaktion der deutschen „Qualitätsmedien“ auf diese Korrektur ihrer manipulierten Darstellungen fiel denn auch sehr verhalten aus.

Ähnlich verhielt es sich wenig später am 31. Juli dieses Jahres mit dem so genannten „Macheten-Mord“, bei dem ein Migrant oder Flüchtling(?) aus Syrien angeblich einen Russlanddeutschen am hellen Tag auf offener Straße vor Zeugen mit einem schwertähnlichen Gegenstand zerhackt hatte. Diese journalistische Bagatelle war dem Deutschlandfunk gar nicht erst einen Bericht wert, was offensichtlich viele Hörer sehr verärgerte. Der DLF sah sich daraufhin gezwungen, Stellung zu beziehen. Das tat er am 2. August 2019 auf seiner Webseite unter dem Titel: „In eigener Sache – Warum wir nicht über den Stuttgarter „Macheten-Mord“ berichten.“ Darin heißt es, Zitat:

„In den Sozialen Medien wurde an uns die Frage herangetragen, warum wir bislang nicht über dieses Verbrechen berichtet haben, das im Netz auch als „Macheten-Mord“ bezeichnet wird. In den Nachrichten des Deutschlandfunks spielen einzelne Kriminalfälle nur selten eine Rolle. Voraussetzung für die Berichterstattung ist eine bundesweite und gesamtgesellschaftliche Bedeutung, so wie in dieser Woche bei der Tat vom Frankfurter Hauptbahnhof. Das Verbrechen von Stuttgart ist grausam und erfüllt auch unsere Redaktion mit Trauer und Fassungslosigkeit. Die bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz sehen wir aber derzeit nicht. Die Staatsangehörigkeit eines Menschen begründet diese Bedeutung für sich genommen noch nicht. Das gilt auch für die Intensität der Debatte in Sozialen Medien. Die Tatsache, dass „zahlreiche Medien … insbesondere lokale und regionale über die Tat von Stuttgart berichteten … finden wir angemessen.“

Angesichts der Gefahr, dass durch die Benennung der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit von kriminellen Tätern womöglich Vorurteile gegen ganze Gesellschaftsgruppen geschürt werden, könnten man die Position des in der Bevölkerung immer noch hoch geachteten Deutschlandfunks als verantwortliche Berichterstattung akzeptieren, — wenn, ja wenn die Stellungnahme des Senders nicht so scheinheilig wäre.

In anderen Fällen nimmt der Deutschlandfunk nämlich keine Rücksicht auf die ethnische Herkunft von Kriminellen, vor allem wenn es sich um Russland-Deutsche handelt. Selbst bei gewaltfreien Delikten wie Betrug oder Hochstapelei, wird auf die Herkunft der Delinquenten als Deutsche aus Russland verwiesen, wie ein Fall vor drei Monaten belegt, über den der DLF am 10. Mai berichtete, unter dem Titel „Mindestens vier Jahre Haft wegen Betrugs“ , Zitat:

„Das Strafmaß steht fest: Anna Sorokin muss für vier bis 12 Jahre ins Gefängnis wegen Schwindel und Betrugs. Sie inszenierte sich perfekt und New Yorks High Society glaubte ihr. Auch im Netz hatte Sorokin ihre Anhänger.“ 2014 geht die Russland-Deutsche Anna Sorokin nach New York. Sie nennt sich Anna Delvey. Behauptet, sie sei eine reiche Erbin und wolle eine Kunstgalerie eröffnen. Doch das stimmt alles nicht. Sie erschleicht sich Flüge in Privatjets, teure Hotelunterkünfte und Urlaube. Um an Geld für ihre Galerie zu kommen, fälscht sie Dokumente. Vor einem Gericht in Lower Manhattan wird das Strafmaß verkündet: Sie muss für bis zu 12 Jahre ins Gefängnis. Nach vier Jahren Haft kann sie bei guter Führung auf Bewährung entlassen werden.“

Im allgemeinen ist im Fall von Russlanddeutschen in unseren „Qualitätsmedien“ nichts von der Behutsamkeit und Rücksichtnahme auf ethnische Befindlichkeiten zu spüren, die selbst bei schwersten Sexual- und/oder Gewaltverbrechen gegenüber muslimischen Migranten aus dem Mittelmeerraum und der Region südlich der Sahara an den Tag gelegt wird. Denn bei Gleichbehandlung hätte man im Fall der Gruppenvergewaltiger von Mallorca auch von den vier „türkisch-deutschen“ Verdächtigen sprechen müssen.

Bei kriminellen Deutschen, die aus Russland stammen, legen unsere „Qualitätsmedien“ in der Regel größten Wert darauf, dass jeder weiß, aus welch bösem Land die Übeltäter ursprünglich gekommen und deshalb gar keine richtigen Deutschen sind.
Ganz allgemein gilt auch, dass unsere Medien bei Kriminellen aus der Russischen Föderation stets auf ihre russische Herkunft verweisen, auch wenn sie keine ethnischen Russen sind. Besonders auffällig ist das bei der Berichterstattung über die schwerstkriminellen Banden aus den muslimisch geprägten Kaukasusrepubliken, vor allem aus Tschetschenien, die auch in Deutschland ihr Unwesen treiben. Auch in ihrem Fall wird stets von „Russen“ gesprochen und die Banden die sie bilden, werden von unseren Medien pauschal als „Russen Mafia“ bezeichnet. Hier ein Beispiel aus der Berliner Zeitung:

Unter dem Titel: „Wie die Russen-Mafia in Berlin Geschäfte macht“ berichtete sie am 18. Juni letzten Jahres über einen Report des Landeskriminalamtes LKA zur organisierten Kriminalität in der Bundeshauptstadt. Demnach sei – laut BZ – „Berlin eines der Zentren für bandenmäßige Kriminalität, vor allem für die Russen-Mafia“. Erst weiter unten im Text erfährt man dann, woraus die so genannte „Russen-Mafia“ eigentlich besteht, nämlich „hauptsächlich aus Tschetschenen mit russischer Staatsangehörigkeit“, aber auch aus russisch sprechenden Kriminellen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Armenien.

Quellen:

  1. https://www.bz-berlin.de/welt/vier-deutsche-touristen-auf-mallorca-festgenommen
  2. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/hochstaplerin-anna-sorokin-mindestens-vier-jahre-haft-wegen-betrugs
  3. https://www.bz-berlin.de/berlin/aus-diesen-laendern-kommen-die-kriminellen-berliner-banden

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: mattomedia Werbeagentur/Shutterstock

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47 Kommentare zu: “Tagesdosis 16.8.2019 – Zweierlei Maß in der Kriminalberichterstattung

  1. Dass Rainer Rupp beim Thema Ökologie und beim Thema Flucht seine Position durchhält, egal ob sie ihm die Unterstellung bringt, er bewegte sich auf Gruppen mit gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu, ist Ausdruck seiner Aufrichtigkeit. Ich schreibe das als Kritiker seiner Position -meine Position habe ich jier u.a. im Text „Es geht um alles veröffentlicht.
    Die Kritik am zweierlei Maß gegenüber verschiedenen Migrantengruppen ist wichtig. Sie ist zu ergänzen um die staatliche Unterstützung des rechten Terrors wie der NSU, zu der auch der KriminalAutor WolfgangSvhorlau „Die schützende Hand“ geschrieben hat.

    • Aufrichtigkeit, tatsächlich? Schon möglich. Ein Scharfrichter der einem offeriert, daß er einem gleich den Kopf von den Schultern trennt ist schätzungsweise auch aufrichtig.

      Andererseits, es gibt auch alternative Deutungsmöglichkeiten.

      Und hier, nun allein zum häufig rassistischen Narrativ:

      Hr. Mausfeld: Also die interessante Frage wäre jetzt herauszufinden, wenn man mal sagt, das Hardcore-rassistische Potential einer Gesellschaft sind vielleicht fünf Prozent, zehn Prozent. Die vielleicht immer da sind, weil in allen Lebensbedingungen etwas nicht gepaßt hat und die Ehe ging auseinander oder es passierte sonst etwas. Das kann sich dann durch solche Ressentiments entladen. Aber wenn das auf zwanzig Prozent geht, muß man sich fragen, welche Bedingungen haben eigentlich dazu geführt daß es dazu gekommen ist.
      Und der Neoliberalismus war eine ganz starke Quelle, durch die Entleerung des politischen Raumes (…) Neoliberalismus und Rechtspopulismus, die beiden hängen eigentlich direkt aneinander. Der Neoliberalismus ist eine der Hauptursachen, nicht des rassistischen Korkpotentials von fünf Prozent, aber daß das angestiegen ist, ist eine Folge des Neoliberalismus.

      Fr. Kosubek: Wenn sie jetzt gerade das Potential der rechtspopulistischen Partei erwähnen, hier nicht nur in Deutschland. Es gibt ja einfach Leute die rechtskonservativ, rechtsnational sind. Gibt es da etwas auszusetzen? Gehört das nicht auch quasi in den demokratischen Diskurs oder in die Repräsentanz, sozusagen?

      Hr. Mausfeld: Also das Rechts im Sinne … alle Kategorien stammen aus der Zeit der Aufklärung, Liberalismus, Sozialismus, Konservatismus, waren alles Dinge die zu der Zeit entstanden sind.
      Und rechts und konservativ heißt eigentlich, den Status quo bewahren, auch den Politischen. Die waren eben für Monarchie, für die Herrschaft der Kirche, für all so etwas. Insofern ist irgend eine Art dieser Zweiteilung in jeder Gesellschaft da. Ein Teil setzt auf eine emanzipatorische Weiterentwicklung einer Gesellschaft. Das waren dann die die sich links nannten. Und ein Teil setzt auf die Bewahrung des Vorhandenen.
      Jetzt kommt ’ne andere Dimension, die liegt eigentlich quer dazu, das ist die, die rassistisch ist, also die sozusagen sagt, „es gibt Menschen mit einer grundsätzlich höheren Wertigkeit. Die Grenzen sind natürlich immer fließend, weil der Konservatismus natürlich immer eng mit dem Nationalismus verbunden war. Weil er sagt, meine Nation hat natürlich eine andere Wertigkeit als andere Nationen … aber sie zielen darauf (gewandt an Frau Kosubek) daß sie sagen das gehört eigentlich in eine lebendige Demokratie … gehört ein Spektrum von Perspektiven. Wir betonen immer Heterogenität und Pluralität. Damit müssen wir klarkommen. Es gehört auch dazu, daß Leute ihre Meinung sagen, die ich abstoßend finde. Das muß ich in einer Demokratie hinnehmen und muß mich damit auseinandersetzen.
      Gleichzeitig kann natürlich eine Demokratie auch sagen, wir als Vergemeinschaftung von Herrschaft, die wir uns unsere Gesetze und unsere Institutionen mit bewußtem Willen gegeben haben, wir möchten bestimmte Dinge … sei es aufgrund von historischen Erfahrungen … wir möchten bestimmte Dinge nicht, weil wir sagen, da wird es unmenschlich, das führt zu Zivilisationsbrüchen. Rassismus ist sicherlich etwas, was gerade in der deutschen Geschichte zu Zivilisationsbrüchen führt. So daß eine Gesellschaft sich sagen kann. Nein, einen rassistischen Diskurs möchten wir nicht im politischen Raum.
      Nur sieht man auch da wieder wie schnell die Verlogenheit dieses Arguments deutlich wird, wenn sie sich Äußerungen … könnte man auch stundenlang anführen von Politikern … Stoiber beispielsweise mit seiner Warnung vor einer durchmischten und durchrassten Gesellschaft. Merz im Jahre zweitausend mit der Leitkulturdebatte. Das ist Kulturrassismus. Das heißt wir haben ganz viele Arten von rassistischen Ressentiments die in der Politik erlaubt sind. Die nur sehr verborgen sind und auch interessanterweise oder auch nicht interessanterweise auch nicht thematisiert werden. Schäubles Äußerungen über Flüchtlinge in den 90er Jahren. Das war auch eine Art von Rassismus. Und wir haben natürlich einen Klassenrassismus. Wir haben eine Verachtung der Armen. Auch das ist eine Art von Kulturrassismus. Wir haben einen Klassenrassismus, wo wir den Armen sozusagen die Schuld für ihre Situation selber zuschreiben.

      Aus:
      Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie

    • Ich habe Herrn Rupp nie etwas unterstellt, sondern ihn selbst zitiert und inhaltlich glasklar argumentiert. Man muss doch nur aufmerksam zuhören bzw. lesen, was er schreibt.

      Der einzig interessante Aspekt seines Beitrags hier – die überkritische Betrachtung von „Russlanddeutschen“ in den MSM – rechtfertigt nicht die restlichen Aussagen seines Beitrags.

      Lassen Sie sich da nicht täuschen, Herr Trautvetter.

    • Die doüpeöten Standatds der Strategischen Manipulation durch die Herrschenden herauszuarbeiten, darin sehe ich einem Beitrag gegen die Täuschung. Darum konkret geht es in diesem Text.

    • Herr Trautvetter, bitte wachen Sie auf! 🙂
      Sorry, den musste ich jetzt bringen.

      Man kann z.B. kritisieren, dass über Russlanddeutsche unlauter berichtet wird.

      Aber es gibt aus meiner Sicht überhaupt nichts zu kritisieren, wenn die MSM von einer Vergewaltigung in Mallorca durch „vier Deutsche“ berichten. Wieso hätten sie unbedingt anfügen sollen, dass sie keine Bio-Deutschen in fünfter Generation waren? Warum? Und warum ist das so wichtig, dass man das als Beispiel für verzerrte Medienberichterstattung heranzieht und sich und lang und breit darüber auslässt?

    • Rainer Rupp warnt vor der Gefahr, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit von Tätern zu einer Ethnie bzw. Religions-Gemeinschaft Vorurtelile schürt. Das kann auch ich nur warnend bestätigen. Meine Mutter galt nach dem 2.Weltkrieg als Kartoffelkäfer, da sie zu den Kriegsflüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten zählte. Viele meiner Schüler/innen mit Migrationshintergrund erleben aversive Vorurteile, wenn eine Tat von einem Flüchtling/ südländisch Aussehenden … in den Medien kursiert. Sie erleben sich dann in sowas wie Sippenhaft genommen, weil sie auf der Straße zu Recht (aufgrund von entsprechenden Ergahrungen) Angst vor Angriffen haben; das ist eben getade dann besonders tragisch, wenn sie sich doch so anstrengen; alles richtig zu machen, trotz all der Vorurteile gegen sie.

    • Lieber Herr Trautvetter,

      da sind wir völlig einer Meinung!

      Ich bitte Sie, sich nochmal folgenden Absatz dieser Tagesdosis durchzulesen. Denn dessen Aussage ist – nach meinem Verständnis der deutschen Sprache – genau das Gegenteil des von Ihnen formulierten Anliegens.

      -> Der Absatz von „Damit das nicht geschieht…“ bis „…fiel denn auch sehr verhalten aus.“
      -> Falls Sie kurz angebunden sind, reicht eigentlich auch schon nur der erste Satz aus.

    • Guten Abend Benjamin,
      mit der Stelle, auf die Sie verweisen, haben Sie auch aus meiner Sicht recht. Doch bitte ich Sie, dies zu bedenken:
      Rainer Rupps Sachkenntnis hat u.a. schon zu solchen präzisen Analysen geführt: Er sprach von „wirtschaftlichen Interessen, die der Emir von Katar mit seiner gekauften Rebellion in Syrien verfolgt. Denn auch in Sy­rien geht es – wie meist im Nahen und Mittleren Osten – um Ressourcen und deren Transportwege. Für Katar steht dabei ganz konkret eine Gaspipeline auf dem Spiel, die über Jordanien nach Kalas in die Südtürkei führen soll, von wo das Gas weiter nach Westeuropa geleitet würde. Aber Syrien bzw. die Regierung Assad steht dem Projekt im Weg, was auch erklärt, weshalb die Regierung in Ankara plötzlich den Sturz Assads forderte, obwohl Regierungschef Erdogan mitsamt Familie noch kurz zuvor mit Assad in trauter Einigkeit einen gemeinsamen Urlaub verbracht hatte. Das kleine Katar sitzt eingezwängt zwischen Iran und Saudi-Arabien auf den drittgrößten Erdgasvorkommen der Welt.“ (Junge Welt, 18. 05.2013) Seither hat er vieles geschrieben, das ich auch hier bei KenFM schon wiederholt in Kommentaren kritisiert habe. Jetzt erscheint ein Artikel von Rainer Rupp hier, der neben Ankünpfungen an die kritisierten Inhalte eine Kritik bringt, die mir wichtig erscheint. Die Strategische Manipulation mit doppelten Standards, Halb- und Unwahrheiten… gegen Russland in den Westmedien wird immer plumper; sie können sich das leisten, weil die Gehirnwäsche durch Penetranz und Wiederholung ihre Wirkung erzielt. An der Stelle schriebt Rainer Rupp nicht nur Sätze/Abschnitte, die kritikwürdig sind, sondern auch (wieder) solche, die in der Aufklärung helfen. Das ist etwas, das mich freut. Wir Menschen sind Wesen, in denen einander ausschließende Programme gleichzeitig ablaufen (können). Das zu differenzieren ist meine Absicht.

    • Guten Morgen Herr Trautvetter,

      ich verstehe Ihre Haltung und respektiere diese. Natürlich hat Herr Rupp schon sehr gute Beiträge abgeliefert zu geopolitischen Themen. Und er ist – wie alle Mitmenschen – natürlich auch nicht der leibhaftige Böse. 🙂

      Ich finde eben, dass das trotzdem nicht solche Beiträge hier entschuldigt. Für mich ist das auch so eine Art von Machtspielchen, gegen die ich mich immer wehre. Es kann nicht sein, dass sich jemand alles herausnehmen kann wegen seinen unbestrittenen Verdiensten in der Vergangenheit oder auf anderen Gebieten.

      Und Toleranz bzw. positive Meinungsvielfalt haben eben auch Grenzen, aus meiner Sicht. Nicht jede andere Meinung ist ein Gewinn!

  2. Ach, Mamomi,
    was ist denn reaktionär an Wahrhaftigkeit. Sind wir tatsächlich schon so weit?
    Haben Sie mal eine Familienaufstellung mit einem arabischen System gemacht?
    Das könnte Sie nämlich so einiges lehren in puncto Gewaltbereitschaft.
    Und es lassen sich ja auch die verschiedenen Parteien der Klima“berichterstattung“
    systemisch durchleuchten und bearbeiten.
    Das könnte Sie zu so manchem Aha-Effekt bringen.
    Bis dahin war das Reaktionärste, was ich hier auf dieser Seite gelesen haben
    Ihr Kommentar.

    • „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“

      Eine wahrhaft revolutionäre Parole! „Deutschland den Deutschen …!“ Deutschland ins Eigentum der Deutschen, d.h. aller Deutschen überführen – das hat was! So sei das aber gar nicht gemeint? Wie denn dann? Aha, der zweite Teil der Parole darf dabei nicht unterschlagen werden: Die Ausländer müssen natürlich außer Landes geschafft werden, denn darauf kommt’s in erster Linie an. Und wenn die dann alle weg sind, gehört Deutschland endlich wieder den Deutschen allein. Will heißen: Die Anwesenheit von Ausländern im Land ist verantwortlich dafür, dass Deutschland eben nicht den Deutschen gehört. Wenn das so ist: Gehört Deutschland heutzutage dann den Ausländern? Kann man so auch nicht sagen, denn die haben uns Deutschen Deutschland allein aufgrund ihrer Anwesenheit ja eigentlich gar nicht weggenommen. Es ist noch da und gehört überwiegend deutschen Eigentümern. Was also will uns die Parole sagen?

      Mit der Eigentumsfrage hat die genau genommen gar nichts zu tun. Es geht dabei auch gar nicht um den Verteilungsmodus deutschen Eigentums, denn das ist bekanntlich selbst unter Deutschen höchst ungleich verteilt: Wenige besitzen sehr viel, viele sehr wenig! Das soll in den Augen derer, die diese Parole skandieren, auch gefälligst so bleiben! Deutschland soll, geht es nach dieser Parole, also gar nicht als Heimat krasser sozialer Ungleichheit denunziert, sondern als nationalistisch einheitlich strukturiertes Gebilde eingefordert werden. Deutschland ist unser Deutschland, wenn alle Ausländer weg sind! Und es hat auch dann immer noch unser Deutschland zu sein, wenn der Mehrheit der Bevölkerung wenig mehr als vielleicht ein Auto und die Wohnungseinrichtung gehört.

      Die reale Einkommens- und Eigentumsverteilung hat für das deutsch-nationale Einheitsempfinden überhaupt keine Rolle zu spielen. Das nationale Wir-Gefühl hat es nicht nötig, sich mit lästigen Besitzverhältnissen herumzuschlagen. Als deutscher Landsmann steht uns der größte Mietwucherer noch immer um ein Vielfaches näher, als unser besitzloser Mieternachbar mit ausländischer Herkunft, der unter der gleichen Wuchermiete leidet, wie wir. Soziale Gegensätze, mit denen die Nation reichlich ausgestattet ist, sind dem überzeugten Neofaschisten überhaupt kein hinreichender Grund, seine Identifikation mit dem nationalen Ganzen in Frage zu stellen.

      Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass es den Neofaschisten überhaupt nicht um das Wohlergehen der Mehrheit der lohnarbeitenden Bürger geht, deren Beziehung zu den Nutznießern (Kapital) sie lieber nicht zum Thema und schon gar nicht in vertiefter Form machen wollen. Ihnen schwebt allenfalls eine Befassung mit dem Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital dergestalt vor, dass sich deutsche Unternehmer gefälligst nur an deutschen Lohnarbeitern bereichern können sollen, denn das wäre die logische Konsequenz aus der Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“.
      (…)
      Der lohnarbeitenden Bevölkerung versprechen die Neofaschisten ein von ausländischer Arbeitskräftekonkurrenz befreites und unbehelligtes Abhängigendasein! Als ob der dann weiterhin verbleibende Zwang zur Arbeitskonkurrenz unter ihresgleichen, d.h. dann eben ausschließlich deutsch-bepassten Lohnarbeitern eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitssituation mit sich bringen würde. Den Lohnarbeitern kann es im Grunde vollkommen egal sein, welcher nationalen Zugehörigkeit sie jeweils unterliegen. An dem für sie nachteiligen Sachverhalt, dass sie alle – egal ob deutscher oder ausländischer Herkunft – mit ihresgleichen konkurrieren und neben ihrer bezahlten Arbeit auch noch unentgeltliche Mehrarbeit zum Nutzen ihres jeweiligen Arbeit“gebers“ zu verrichten haben, ändert dies überhaupt nichts. Das ist der „soziale“ Kern dieser faschistischen Parole.

      Aus:
      Wir sind, was volkt!
      27. Dezember 2018 Richard Winterstein
      (Telepolis)

    • Haben Sie die politische Einstellung, die Box Ihnen zuschreiben, Zeus?
      Das kann ich nach der Erwähnung des systemischen Stellens durch Sie nur schwer annehmen.
      Mal abgesehen davon, dass jede Methode ihre Grenzen und Gefahren hat, lassen sich daraus tatsächlich schwer abweisbare Erkenntnisse gewinnen, die wesentlich tiefer gehen als bloße Argumente.

      Es gibt nun mal eine kulturelle Prägung durch den Kreis, in dem man aufwächst. Bei der Aufstellung eines arabischen Systems habe ich noch nicht mitgewirkt. Es reichen aber schon die heimischen Verwicklungen und Fehlzuordnungen. Unglaublich, was da an Frust, Hass und Angst drin steckt, mit einer hartnäckigen Weigerung hinzusehen und hinzufühlen. Unglaublich auch, dass sich Hass im Verlaufe des Stellens zurück transformieren lässt, in Wut, dann in Angst, dann in Trauer und dann in Liebe. Das ist harte Arbeit für die Stellvertreter und ich bin am Ende eines solchen Prozesses manchmal fix und foxy.
      Die immer von Liebe und Toleranz schwafeln, überdecken damit meist nur ihren eigenen Hass, auch das ist dort zu sehen. Aber systemisches Stellen ist natürlich keine Wissenschaft, weil es dem Leben angehört und nicht dem Tod. In dieser Gesellschaft soll man hassen und sich dabei wohl fühlen können. Darum wird dieses Werkzeug nur in Nischen zugelassen und ansonsten hart bekämpft. Es würde den ganzen Schwindel gnadenlos aufdecken.

    • Nevyn schrieb: „mit einer hartnäckigen Weigerung hinzusehen und hinzufühlen“.

      Da sind wir schon wieder bei den zwei Gehirnhälften, Nevyn. Ich muß Ihnen gestehen, daß es mir schwer fällt, mich durch die sehr schweren und hochbelasteten, mich auch immer, wenn ich das lese, belastenden Konzeptwelten, von Box hindurchzuackern, also durch seine Kommentare, die völlig voraussagbar sind und sich seit vier Jahren gleichen. Keine Weiterentwicklung erkennbar.

      „Haben Sie die politische Einstellung, die Box Ihnen zuschreiben, Zeus?“
      Ihre Frage kann ich Ihnen also nur insofern beantworten, daß ich mich nicht gesehen und schon gar nicht richtig eingeschätzt fühle. Aber glücklicherweise habe ich den Wunsch danach schon vor einiger Zeit loslassen können.

      Eine Ergänzung zu Links- bzw. Rechtshirnigkeit: Ich bin überzeugt davon, daß die rechte Gehirnhälfte mit ihren Fähigkeiten zur Transzendenz die größere Gefahr für das System und für alle Konzetmenschen und Ideologen ist. (Und daß niemand gefährlicher und unberechenbarer für die Linkshirnies ist, als ein Erwachter). Vielleicht werden vor allem deshalb Implantate, von denen Sie uns berichteten, besonders „gern“ auf der rechten Gehirnseite eingesetzt, um diese irgendwie unter Kontrolle zu kriegen.

      Das wird bei Ihnen aber nicht klappen. Die Freiheit, die durch Ihre Worte weht, ist nur schwer zu übersehen.

    • „Haben Sie die politische Einstellung, die Box Ihnen zuschreiben, Zeus?“

      Hochinteressant, Nevyn.
      „…. Ihnen zuschreiben….“, sagen Sie.
      Nicht: Ihnen zuschreibt.

      Das wären also mehrere. Nicht nur eine Person.
      Und genau das ist meine Intuition schon seit langem.

  3. Lieber Benjamin Reloaded,
    ich lade Sie herzlich ein, iIhre Sichtweise einmal um den Aspekt zu erweitern, dass Herr Rupp aufgrund seiner früheren Tätigkeit einfach mehr Hintergründe kennt als Sie und ich und viele weitere Kommentatoren zusammen. Und dass er aufgrund dieses Hintergrundwissens zu Schlüssen kommt, die unsere Meinung herausfordern können, eben weil wir vorher mit den uns zugänglichen Informationen andere Schlüsse gezogen haben. Das fühlt sich für manche nicht unbedingt angenehm an, wenn ihr Ego durch eine andere Meinung in Frage gestellt wird, das ist sehr menschlich.
    Aber gönnen Sie Ihrem Ego doch mal den Kick des Abenteuers, die Herausforderung anderer Meinungen anzunehmen und diese sachlich und ohne Diffamierung der sie äußernden Person wirklich wertfrei abzuwägen und zu bedenken. Das kann Ihren Horizont erweitern; entweder um eine geänderte Ansicht oder um die Erkenntni, dass es Menschen gibt, die gute Gründe haben, nicht Ihrer Meinung zu sein.

    Diese vielfältigen Meinungen, die aufgrund von ebenso vielfältigen persönlichen Hintergründen der sie äußernden Personen geprägt sind, halte ich übrigens für das Wertvollste, was Meinungsfreiheit uns allen bietet. Hier bei kenfm wird dieser Wert hervorragend gepflegt, wofür ich sehr dankbar bin und weshalb ich im Rahmen meiner Möglichkeiten mit einem monatlichen Dauerauftrag einen kleinen Beitrag dazu leiste, dass diese wertvolle Arbeit weiter geleistet werden kann.

    • Also, ich glaube auch nicht, dass Bildung alle Probleme dieser Welt lösen kann. Allerdings bin ich so weit wie nur möglich von Ihrer These entfernt, dass man mit zunehmendem (Hintergrund-) Wissen automatisch xenophob werden muss.

    • Zitat: „Also, ich glaube auch nicht, dass Bildung alle Probleme dieser Welt lösen kann.“

      Was ist Bildung? In der Form wie wir sie kennen, Konditionierung, also das Vermitteln von Reiz-Reaktions-Mustern.
      Wie bekommen beizeiten eine bestimmte Sicht der Welt als „gut“ und „richtig“ vermittelt, quasi als alternativlos. Diese Sicht wird uns von der Umwelt, den meisten Mitmenschen und Medien immer wieder bestätigt. So weiß man, dass man zu den Guten gehört und richtig denkt. Das gibt einem Sicherheit und ein angenehmes Gefühl, es reduziert Stress mit der Umwelt und macht weitgehend sozialverträglich.

      Man ist dann ein guter Demokrat, ein guter Christ, ein guter Moslem, ein guter ISIS-Anhänger, je nachdem, wo man konditioniert wurde. Daraus folgt, dass alle, die nicht so denken, schlecht sein müssen und möglichst bekehrt werden sollten. Denn wenn nur alle die Welt so sehen würden, wie man selbst, müsse ja eigentlich der Himmel auf Erden herrschen. Ggf. muss man eben Krieg führen, um die andern zu bekehren, mit Wort und wenn nötig auch mit Tat, je nachdem. Schließlich ist man diesen gerechten Kampf der eigenen Haltung und dem Guten, das sie repräsentiert, schuldig.
      Das Andere, Störende, Böse muss weg! Erst aus den Köpfen und dann aus der Welt.

      Wenn diese Sichtweise richtig wäre, müssten wir schon seit langer Zeit Frieden haben. Offenbar repräsentiert sie aber nicht die Realität. Die schleicht sich, vorn aus der Tür geworfen, heimlich von hinten wieder ein. Das ist ein kosmisches Gesetz und mit keinem Dogma zu überwinden. Ganzheit meint immer ALLES, auch und gerade das, was ich nicht haben will und im Grunde am meisten brauche.
      Warum weigern sich Menschen oft so hartnäckig, ihre Sicht zu erweitern? Weil sie ihre Identifikation daran gebunden haben, das heißt, sie halten sich für ihre Weltanschauung oder ihren Glauben. Würden sie die oder den verlieren, wäre das wie sterben. Man müsste sich eingestehen, einer Illusion aufgesessen zu sein. Umso schmerzlicher, wenn man in dem Glauben verhaftet ist, das eigene Leben sei endlich und müsse deswegen möglichst perfekt gelebt werden. Eine Katastrophe! (Katastrophe bedeutet wörtlich Umwendung)
      Daher auch die heftigen Gefühle und Reaktionen, wenn man die eigene Anschauung angegriffen sieht. Konditionierung eben. Die Massenmedien steuern das und nennen es selbst Erregungsmanagement. Sie bestimmen mit ihren Informationen, worüber sich der Leser erregen soll und was ihm egal sein soll. Glöckchen klingelt – Hund bellt. Natürlich immer nur zu unserem Guten.

      Wie mächtig diese Form der Konditionierung wirkt, sieht man an Menschen, die nicht mehr bereit sind, sich dort einzuordnen. Die haben Stress ohne Ende, nur weil sie vielleicht bestimmte Sichtweisen in Frage stellen oder dazu ermuntern, andere einzunehmen, werden exkommunitiert. Die Geschichte von KENFM ist ein typisches Beispiel dafür. Und auch dafür, wie durch die Befreiung von einem Glaubenssatz inneres Wachstum und Reifung in einem nie geahnten Ausmaß von statten gehen. Man lebt plötzlich wo man vorher nur vegetierte.

      Wieder mal:
      „Und solang du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.“ Goethe

    • Moin, Nevyn, vielleicht verstehe ich zu wenig von alldem, aber warum muss man (Nevyn) psychologisieren fuer eine Erklärung?
      Ich glaube (nicht im rel. Sinne) an die Kraft der Argumente. Auch an die Kraft der Vernunft.
      Wenn R. Rupp also in seinem Kommentar darauf hinweist, dass es unterschiedliche Behandlungen von Täteridentitäten gibt, dann hat jeder die Möglichkeit in seinem Umfeld (hier wohl Zeitungen und Fernsehberichte) nachzuforschen, ob es sich so oder etwa ganz anders verhält und seine Position dazu bestimmen.

      mfG

    • Hog1951 schrieb: „Moin, Nevyn, vielleicht verstehe ich zu wenig von alldem, aber warum muss man (Nevyn) psychologisieren fuer eine Erklärung?“
      Es steht Ihnen ja vollkommen frei, meinen Senf zur Kenntnis zu nehmen oder ihn zu ignorieren. Mit ist bewusst, dass sich mancher dran stoßen mag. Aber das ist ja der Sinn der Übung. Ohne Reibung keine Wärme.

  4. Bezeichnend ist auch, daß die beiden bei KenFM genannten „Berichte“ des DLF nicht mehr erreichbar sind:

    http://schweizerzeitung.ch/brutaler-machetenmord-in-stuttgart-deutschlandfunk-in-kritik-zweierlei-mass-bei-berichterstattung/

    Warum ist das so?

    Die Twitter-Kommentare sprechen aber im Übrigen auch für sich.

    • Ein Medium ist wörtlich ein Mittler.
      Das Telefon ist z. B. ein Medium.
      Wenn es ein „Qualitätsmedium“ ist, dann erwarte ich, dass es die Worte der Gesprächspartner und alle dazu gehörenden Geräusche ohne Veränderungen überträgt. Es würde mich stören, wenn das Telefon entscheidet, welche Teile meiner Nachricht den Empfänger erreichen sollen und welche nicht oder wenn es die Tonlage verändert, das Gespräch unterbricht oder sonst was.
      Ich erwarte von einem guten Medium, einem Qualitätsmedium, dass es authentisch liefert und ansonsten „unsichtbar“ bleibt. Ich will die Meinung meines Telefons zu meinem Gespräch nicht wissen und schon gar nicht, dass es entscheidet, was von dem Gespräch für mich nicht relevant ist oder wie ich bestimmte Teile zu verstehen habe. Das wäre ein Qualtiätsmedium nach meiner Definition.

  5. Und trotz dieser nun einmal mehr dargelegten Zustände habe ich in diesem sogenannten Rechtsstaat nicht die geringste Möglichkeit, mich dagegen zu wehren, keine Chance, der GEZ Gebühr und damit der Finanzierung dieses medialen, absichtlichen Vollversagens auf juristischem Wege den Garaus zu machen, sondern muss mich über Umwege wie Rundfunk-frei eher noch selbst kriminell fühlen. Das ist unfassbar!

    Aber mir reicht es jetzt, mein nächster Beitrag wird umgehend zurückgebucht!

    • Nee, nee, Timse, doch nicht kriminell. Nee, das doch nicht, beruhigen Sie sich. Sie sind deswegen noch lange nicht kriminell, das würde ja bedeuten, strafbar. Nur ein ganz gewöhnlicher Schuldknecht werden Sie, wenn Sie den nächsten Beitrag zurückbuchen. Es bestehen gottlob noch Unterschiede zwischen einem Kriminellen und einem einfachen Schuldknecht. Denn hätten Sie etwas im Wert des GEZ-Monatsbeitrags von 17-komma-irgendwas Euro gestohlen, wären Sie ein Dieb, bekämen Ihre Strafe und die Prozesskosten auferlegt. Im Wiederholungsfall wird es mehr davon und im Falle von Vorstrafen irgendwann auch Knast. Und ein Eintrag im Vorstrafenregister, eventuell. Als Schuldknecht dagegen zahlen Sie vor allem Mahn- und Prozesskosten, die allerdings nicht zu knapp, wenn Sie so weitermachen. Die Eintragung im Strafregister, sprich: Bundeszentralregister, bleibt Ihnen jedoch erspart. Aber in den Knast können Sie auch kommen – wie gesagt, wenn Sie so weitermachen – nämlich irgendwann, wenn man Ihrer anders nicht Herr wird, in Haft zur Erzwingung der Abgabe Ihrer Vermögensauskunft, Offenbarungseid sagte man früher dazu. Und ganz nebenbei ruiniert man Ihnen dann, wenn Sie so weitermachen, mal eben auch noch Ihre finanzielle Existenz, indem man Sie der Schufa meldet. Aber keine Sorge, kriminell sind Sie deswegen noch lange nicht.

  6. Dynamit besteht zur Hauptsache aus Nitroglyzerin.
    Dieser Stoff kommt so nirgends in der Natur vor, er muss erzeugt werden – durch Veresterung, also der Mischung aus drei völlig verschiedenen chemischen Gruppen: Salpeter, Schwefel, Glycerin.
    Erst dann wird aus den, solange voneinander isolierten, weitgehend ungefährlichen Bestandteilen das hochdramatische Nitroglyzerin, das durch geringfügige Impulse zur Explosion gebracht werden kann.

    Wer also solchermaßen soziales, gesellschaftliches Dynamit anrührt, muss eine ‚Sprengung‘ der Gesellschaft zum Ziel haben, denn sonst würde man einen solchen gefährlichen Mischvorgang nicht ohne Not initiieren und fördern und auch noch behaupten, das wäre sozusagen ein absolut natürlicher Vorgang.

    Es gibt von Natur aus Affinitäten, Kompatibilitäten, Verbindungswahrscheinlichkeiten, die sich in der Strukturierung und Organisation von Molekülen, Stoffen, Geweben, Organen, Lebewesen aller Art darstellt.

    Hybridisierungen sind vereinzelt möglich, aber eben nicht die Regel. Werden sie nicht künstlich stimuliert ereignen sie sich extrem selten.

    Symbiosen kann man durchaus häufig beobachten, beruhen aber auf einer tit-for-tat-Beziehung.

    Integration findet statt, z.B. in Form von Einverleibung von Organismen durch andere Organismen wie bei Bakterien und letztlich auch bei uns, die wir mehr als zur Hälfte aus Fremdorganismen bestehen, die uns einverleibt sind.
    Voraussetzung dazu ist aber IMMER eine positive Rückkopplung, gleichbedeutend damit, dass ein so geschaffener Organismus Vorteile generiert, die er sonst nicht hätte und der Preis dafür geringer ist als der erworbene Zugewinnn bzw. die schlichte Erhöhung der Erhaltungswahrscheinlichkeit und eine Ausweitung von Handlungsspielräumen, die mehr Optionen, Potentiale und Ressourcen verfügbar zu machen geeignet sind.

    DAS ist die Realität. Niemand kann sie leugnen, wenn er seinen Verstand nicht mit dem Hut an der Garderobe abgegeben hat.

    Per DEKRET lässt sich da gar nichts zwangsvereinen oder schönintegrieren.
    Geschieht es trotzdem, so gilt das Gesagte über Dynamit….

    • Apropos Symbiose:

      „Daß Angela Merkel zur mächtigsten Frau der Welt gekürt wurde, ist eine Farce. Sie ist noch nicht einmal die mächtigste Frau im eigenen Land. Daß die Zeitungen jetzt schreiben Ursula von der Leyen ist die zweitmächtigste Frau in Deutschland ist eine Vertölpelung, Verdummbeutelung von ihnen und zwar eine Bewußte, der Presse die es schreibt.
      Die mächtigsten beiden Frauen in diesem Land sind Liz Mohn und Friede Springer. Bertelsmann und Bild-Konzern.
      Die Bild-Zeitung, die den Analphabetismus bereits im Namen und in die Lande trägt. Bertelsmann und Bild, die lautstarken Herolde eines maroden Systems, das weltweit an den Fäden der Geldverleiher zappelt.
      Eine Handbewegung von Friede Springer genügt und die Lohnschreiber werden die Kanzlerin endgültig vom Thron holen und werfen sie ihrer eigenen Partei zum Fraß vor.
      Vielleicht erleben wir es schon demnächst. Die wahrhaft Mächtigen sind gewiss, daß sie die Gunst des Volkes schon verloren haben. Das macht die Kanzlerin so wertvoll, denn solange sie die Gunst des Volkes hat, solange wird sie gebraucht. Aber nur solange sie die Gunst der Macht hat, wird sie es tun können.
      Eine Symbiose nennt man das in der Biologie. Aber wenn es zu Lasten des Wirtstiers geht nennt man es eine parasitäre Symbiose.
      Und das Wirtstier, das sind bedauerlicherweise wir.“

      (Georg Schramm – Prix Pantheon 2010)

    • Ach und sehen sie wie Eines in’s Andere greift? Prix Pantheon 2010, das war ein Jahr bevor man Libyen ausbombte. Aber auch schon davor wurde in Afrika aus purer Habgier geplündert und massakriert. Hat nur keinen interessiert. Also auch jetzt interessiert’s eigentlich kaum Jemanden.

      Libyen war dann für’s Establishment die win-win Situation, einen möglichen Fortschritt, bzw. eine emanzipatorische Bestrebung kurz und klein bomben. Darüber weiter vor Ort abschöpfen und über den Fallout, die eigene Bevölkerung von der eigenen Misere ablenken auf Ablenkziele.

    • https://www.ecosia.org/images?q=opferfest+2019+deutschland#id=11B468D5F4E7970174A0D2A4AF0901A72F34BA72

      https://www.ecosia.org/images?q=opferfest+2019+deutschland#id=57EAD68F0D50D84DC5C21394F5594B9F25804065

      https://www.ecosia.org/images?q=opferfest+2019+deutschland#id=038F10ABA8FF46DEF4AFB9A553F224C038F8A6FC

    • Ich merke soeben, daß seit dem Zeitpunkt meines postings der obenstehenden Links eine Änderung auf der betreffenden Seite stattgefunden hat, so daß jetzt nicht mehr die Fotos erscheinen, auf die ich abgehoben hatte.
      Vielleicht mal ganz unten auf dieser Seite hier schauen: Bayern ist (schwindel)frei.

  7. Schauen wir mal was es zu Bandenkriminalität sonst noch so gibt:

    Seit einiger Zeit ist viel von kriminellen Clans zu hören. Sie sollen ihr Familienrecht über das bürgerliche Gesetzbuch stellen, Netzwerke aufgebaut haben, die ganze Landstriche kontrollieren, und durch illegale Geschäfte, bei denen nicht selten Gewalt im Spiel ist, großen Reichtum angehäuft haben. Die Existenz solcher Clans ist den Bürgern seit jeher bekannt, fraglich ist, warum sie gerade jetzt so ungeniert aus der Deckung treten.

    Seit fast 1.000 Jahren übt ein solcher Clan seine Herrschaft über Teile von Schwaben und Ostdeutschland aus. Vor allem der ostdeutsche Clan hat sich seit einigen Jahrhunderten brutal festgesetzt und die Geschichtsbücher mit blutigen Kapiteln gefüllt. Im Siebenjährigen Krieg wurde Preußen zu einer europäischen Großmacht, und ihr Clanchef Friedrich trug, obschon eher klein von Statur, seither den Beinamen „der Große“. Im 19. Jahrhundert schließlich führten weitere Kriege zur Gründung des Deutschen Reiches, deren Oberhaupt nicht der halbwegs demokratisch gewählte Reichskanzler war, sondern wiederum der Chef des berüchtigten Clans der Hohenzollern.

    Aus:
    Forderung der Hohenzollern – Deutschlands erster Clan
    VON BERND STEGEMANN am 30. Juli 2019
    Wohnrecht auf Schloss Cecilienhof, Gemälde und Geld – das fordern die Hohenzollern-Erben für sich. Schon die Begründung dieser Anspruchshaltung ist einen Aufschrei wert. Aber es gäbe da einen Vorschlag zur Güte
    (Cicero)

    Oder allgemein zu verrechtlichter Kriminalität:

    Das Kapital regiert per Gesetz.

    „Das Kapital regiert, und es regiert per Gesetz“, lautet die Zusammenfassung des Buches. Besonders prägnant zeigt Pistor die allgegenwärtige Bevorzugung der Kapitalbesitzer, wo sie beschreibt, wie es aussehen würde, wenn normale Menschen die gleichen Rechte wie Kapitalgesellschaften hätten. Wenn Konzerne in mehreren Ländern aktiv sind, ist zu klären, das Recht welchen Landes gelten soll: das Recht des Landes, in dem es seine Hauptverwaltung hat, oder das Recht des Landes, in dem es seinen juristischen Sitz hat. Großbritannien, das als Weltreich naturgemäß das eigene Recht exportieren wollte, und die USA, die Großbritannien als Führungsmacht ablösten, gingen nach dem juristischen Sitz, der in der Regel im eigenen Land war. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ging es nach der Hauptverwaltung – bis der Europäische Gerichtshof das für unvereinbar mit dem Prinzip der Niederlassungsfreiheit erklärte.

    Seither können große Unternehmen praktisch überall selbst entscheiden, wie viel Steuern sie zahlen möchten und welcher Rechtsrahmen ihnen angenehm ist. Die gewählten Rechte können sie weltweit staatlich durchsetzen lassen. „Wenn diese ‚Incorporation-Theorie‘ auch für Mensch gälte, hätte jeder das Recht, seine Staatsangehörigkeit frei zu wählen, auch wenn er nicht vorhat, sich im gewählten Land aufzuhalten“, schreibt Pistor. Und das mit allen Rechten aus dieser Staatsangehörigkeit.

    Die 209 Lehman Töchter

    Anhand von Lehman Brothers, einer Holding mit 209 Töchtern in 26 Ländern und hunderten Sondervermögen, zeigt Pistor, dass die unter Ökonomen übliche Sichtweise der Kapitalgesellschaft eklatant unvollkommen ist. Sie betrachten diese als ein Geflecht von vertraglichen Bindungen zur effizienten Organisation von Produktion und Vertrieb. Das erklärt so gut wie nichts von den komplexen Holding-Strukturen von Lehman Brothers und vielen anderen Großunternehmen. Vielmehr dienen diese Strukturen der Nutzung aller Vorrechte, die Kapital an verschiedenen Orten der Welt zugestanden werden – wie etwa Steuerfreiheit, Haftungsbegrenzung und Gläubigerschutz – unter möglichst weitgehendem Ausschluss der Verpflichtungen.

    Sehr lehrreich ist auch Pistors Beschreibung der Einfriedungsbewegung (Enclosure) in Großbritannien, in deren Rahmen im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte die Menschen, die das Land traditionell zur Selbstversorgung bewirtschafteten, zugunsten von privaten Landeigentümern vertrieben wurden. Das wichtigste Mittel dabei waren die Juristen, von denen die Adligen und Großgrundbesitzer sich viel mehr und vor allem viel bessere leisten konnten.

    Aus:
    Buchbesprechung: Katharina Pistor über das (Vor-)Recht der Kapitalisten
    (Norbert Häring)

    Auch dazu, hier Herr Mausfeld:
    „Hr. Mausfeld (zu Machteliten): Er spielt auf der Klaviatur des Systems und das System, dazu gibt es interessante Literatur, ist von Anfang an so geschaffen, schon eigentlich zurück bis ins 18. Jahrhundert gibt es interessante Literatur die zeigt, daß die gesamte Rechtssprechung, das gesamte Rechtswesen so geschaffen ist, daß es denen die ökonomisch sozusagen Tricks darauf machen, daß es denen in die Hände spielt, sie von Verantwortung befreit, indem man sie von Produkthaftung befreit.
    Das ganze Rechtssystem ist eigentlich nicht zum Vorteil von einer Gemeinschaft, sondern zum Vorteil von einer solchen Schicht.“

    (…)
    „Es gab an der London School of Economics Susan Strange, die hat Pionierarbeit geleistet um die Entstehung von Finanzkriminalität aus diesen Strukturen zu zeigen.
    Das heißt die Finanzkriminalität wurde bewußt ermöglicht, die wurde sozusagen bewußt eingeführt, um solche Möglichkeiten der Schaffung von Reichtum zu ermöglichen.“

    Aus:
    Aus: Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie

    Oder hier allgemein zur Entstehung von Kriminalität:
    Der Kampf von Kapital gegen Kapital, Arbeit gegen Arbeit, Boden gegen Boden treibt die Produktion in eine Fieberhitze hinein, in der sie alle natürlichen und vernünftigen Verhältnisse auf den Kopf stellt.
    (…)
    Die Konkurrenz hat alle unsre Lebensverhältnisse durchdrungen und die gegenseitige Knechtschaft, in der die Menschen sich jetzt halten, vollendet. Die Konkurrenz ist die große Triebfeder, die unsre alt und schlaff werdende soziale Ordnung, oder vielmehr Unordnung, immer wieder zur Tätigkeit aufstachelt, aber bei jeder neuen Anstrengung auch einen Teil der sinkenden Kräfte verzehrt. Die Konkurrenz beherrscht den numerischen Fortschritt der Menschheit, sie beherrscht auch ihren sittlichen. Wer mit der Statistik des Verbrechens sich etwas bekannt gemacht hat, dem muss die eigentümliche Regelmäßigkeit aufgefallen sein, mit der das Verbrechen alljährlich fortschreitet, mit der gewisse Ursachen gewisse Verbrechen erzeugen. Die Ausdehnung des Fabriksystems hat überall eine Vermehrung der Verbrechen zur Folge. Man kann die Anzahl der Verhaftungen, Kriminalfälle, ja die Anzahl der Morde, der Einbrüche, der kleinen Diebstähle usw. für eine große Stadt oder einen Bezirk mit jedesmal zutreffender Genauigkeit alljährlich vorausbestimmen, wie dies in England oft genug geschehen ist. Diese Regelmäßigkeit beweist, dass auch das Verbrechen von der Konkurrenz regiert wird, dass die Gesellschaft eine Nachfrage nach Verbrechen erzeugt, der durch eine angemessene Zufuhr entsprochen wird, dass die Lücke, die durch die Verhaftung, Transportierung oder Hinrichtung einer Anzahl gemacht, sogleich durch andere wieder aufgefüllt wird, gerade wie jede Lücke in der Bevölkerung sogleich wieder durch neue Ankömmlinge aufgefüllt wird, mit andern Worten, dass das Verbrechen ebenso auf die Mittel der Bestrafung drückt wie die Völker auf die Mittel der Beschäftigung. Wie gerecht es unter diesen Umständen, abgesehen von allen andern, ist, Verbrecher zu bestrafen, überlasse ich dem Urteil meiner Leser. Mir kommt es hier bloß darauf an, die Ausdehnung der Konkurrenz auch auf das moralische Gebiet nachzuweisen und zu zeigen, zu welcher tiefen Degradation das Privateigentum den Menschen gebracht hat.

    Aus:
    09.03.2019 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)
    Vor Überfluss verhungern
    Friedrich Engels veröffentlichte in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern im Februar 1844 einen historisch-kritischen Abriss neuzeitlicher Wirtschaftstheorien (Teil IV und Schluss)

    Es ist evtl. noch anzumerken, daß die Dienste auch stets im Bunde sind mit der Kriminalität. Geneigt sind zur Kriminalität. Die Hand darauf haben. Gehört praktisch zum Handwerk. So selbst oder so über V-Leute. So formuliert für den Fall, falls daß man das überhaupt irgendwie trennen kann.
    Das natürlich zur Erreichung gewisser Ziele und zur Beförderung gewisser Narrative, das im Verbund mit der medialen Aufbereitung.

    Oder etwa nicht? Als ehemaliger Agent sollte man das doch wissen. Ich mein ja nur, es gibt mannigfaltig Bsp., so spontan und ohne Gewichtung: siehe Iran-Putsch, Iran-Contra, Gladio, Oktoberfest, Barschel, Rohwedder, Herrhausen, 9/11, London, Madrid, Charlie Hebdo, NSU, Amri, Lübcke, oder ganz simpel, die Initialzündung zur aktuellen Faschisierung der Gesellschaft, die orchestrierte Aktion an Silvester 2015 in Köln.

    Was hier in der Tagesdosis erneut vorliegt, ist die Errichtung eines Schutzwalls für die Verursacher dieser Misere, das über die Fokussierung auf Ablenkziele.
    Auch darüber hat Herr Mausfeld bereits ausführlich referiert.

    Und natürlich ist das sehr kurzsichtig, wie es gewollt oberflächlich ist. Denn auch wenn man sich den Kapitalisten und ihren faschistischen Handlangern an den Hals wirft, das ändert nichts am suizidalen Kurs des Systems. Es kann nur aus unmittelbarer Furcht geboren sein.

  8. Also an die Debatte über die aktuelle Migrationskrise (seit 2015) bin ich ja mittlerweile gewohnt.

    Aber wofür ist eigentlich die Information relevant, ob die 4 Vergewaltiger auf Mallorca Deutsche, Deutsch-Türken, oder „Türkisch-Deutsche“ (Zitat aus dem Beitrag) waren?

    Man kann sie mit deutschem Pass wohl nicht mehr in die Türkei abschieben, auch wenn man das unbedingt gerne würde.
    Man könnte höchstens darüber debattieren, ob es richtig war, ihre Eltern in den 60er-Jahren als Gastarbeiter anzuwerben. Falls einem sonst gerade mal kein Thema einfällt.
    Oder man könnte auch ganz ohne Debatte direkt seine generellen Argwohn gegenüber Ausländern im Allgemeinen, und dem Muselmann im Besonderen, kund tun.

  9. Ich erkenne nur einerlei Maß, das ganz konsequent einer unsichtbaren Leitlinie folgt. Man weiß halt genau, wer die Guten und wer die Bösen sind und wird keinen Millimeter von davon abweichen, die Realität an dieses Bild anzupassen.
    Früher wurde über die Realität berichtet, heute wird sie erschaffen. Das Problem dieser Zauberkünstler ist allerdings, dass ihnen immer mehr Zuschauer auf die Schliche kommen.

  10. Aber Herr Rupp, was ist denn in Sie gefahren!?
    181, 171, 158 (Streitkommentare auf Ihre letzten drei Tagesdosen) – wollen Sie denn gerade so einfach weitermachen mit Ihrer Wahrheitsberichterstattung?

    Und das völlig außerhalb des international-sozialistischen Narrativs?

    Richter zu einem Vergewaltiger, frei nach Holger Strohm: „Du, Du Du Du, das darfst Du aber nicht!“

    *************

    Ich habe gestern etwas gefunden, was zu zitieren ich mir in diesem Moment einfach nicht verkneifen kann:
    (Vorsicht, sehr lang. Lektüre lohnt sich jedoch.)

    Das wirklich gravierend Andere am Islam ist in der Tat die Behandlung der Frau. (Als Napoleon – Glückwunsch zum 250. übrigens! – 1798 in Ägypten einmarschierte, hielt er es für geboten, seine Soldaten darauf vorzubereiten, dass man die Weiber im Orient anders behandele als in Europa.) Diese Welt der nichtöffentlichen, verhüllten Maiden und der männlichen Polygamie ist für westliche Psychologen normalerweise verschlossen. Desto spannender, wenn sich ein Profi dort jahrelang umtun konnte und seine Erfahrungen niederschreibt. Interessante Lektüren gibt es zuhauf, wirklich aufschlussreiche indes sind selten. Als eine solche empfand ich das Buch: „Und Gott schuf die Angst. Ein Psychogramm der arabischen Seele“ (München 2018) von Burkhard Hofmann. Der Hamburger Psychotherapeut, Jahrgang 1954, betreut vornehmlich muslimische Patienten, sowohl in seiner Hamburger Praxis als auch auf der arabischen Halbinsel. Bei Letzteren handelt es sich ausnahmslos um Angehörige der wohlhabenden Schichten, aber das liegt in der Natur der Sache; der Blick in die Milieus darunter dürfte noch deprimierender ausfallen.

    Hofmann geht von der Prämisse aus, dass sich in den psychischen oder seelischen Leiden eine Gesellschaft wie unter einem Vergrößerungsglas offenbare. Was seine Patienten aus diesem Weltteil auf frappierende Weise eine, sei das monotone Symptom, mit welchem sie zu ihm kommen: Angst. Warum? Zumindest der männliche Araber wirkt doch gemeinhin alles andere als ängstlich. Wenn man als erkenntnisleitenden Begriff Nietzsches Bonmot vom „Monotono-Theismus“ wählt, reicht das zwar nicht zur Erklärung, aber man ist auf dem richtigen Weg. Die Verbindung aus Tradition und Religion ist im Orient nicht zu entwirren, beide Komponenten haben sich sozusagen amalgamisiert. So ist schwer zu sagen, ob kollektive Verhaltensweisen und Normen ihren Ursprung eher da oder dort haben, was die Ursache und was die Reaktion ist. Zum Beispiel der extreme sowohl familiäre als auch religiöse Bindungszwang. (Entsprechend abenteuerlich verliefen manche Therapiesitzungen, etwa via Chat mit einem Gegenüber auf einem einsamen nächtlichen Parkplatz.)

    „Es ist dem Gläubigen verboten, sich loszulösen, es ist ihm verwehrt, Abhängigkeit und Bindung aufzulösen. Wie ein roter Faden zieht sich dies durch die gesamte arabisch-muslimische Kultur. Und es beginnt bei der Mutter. Sie wird unendlich respektiert, verehrt und gefürchtet. Ein Loskommen ist unmöglich. Dieses Festkleben ist das Paradigma der gesamten Kultur.“ Separation, sagt eine Patientin, sei für sie ein anderes Wort für den Tod. Wie bei anderen Aspekten auch, ist diese Mutter-Fixierung in einem der verbindlichen Texte fixiert; in einem Hadith sagt Mohammed, das Paradies liege zu Füßen der Mutter. Nicht loszukommen bedeutet, dass eine wirkliche Individuation kaum stattfindet. Das betrifft sowohl die Familie als auch die Glaubensgemeinschaft, die Umma („Umm“ heißt „Mutter“). Egal, was Henne und was Ei war: Religion und Tradition lasten in einer unauflösbaren Verbindung auf den Biografien der Einzelnen. Der „eisenharte Griff der Kultur“ (Hofmann) hält die Menschen fest umklammert.

    Aufgrund des sagenhaften Ölreichtums hausen dort quasi aller Geldsorgen ledige Nomadenfamilien bzw. Dorfgemeinschaften in klimatisierten, mit allem technischen Komfort ausgestatteten Wolkenkratzern, wurzeln aber mit einem Teil ihrer Person nach wie vor im 7. Jahrhundert. Bürger im westlichen Verständnis existieren nicht. Durch Wohlstand wird der Einzelne korrumpiert bzw. sediert. Solange das Öl fließt, ist dieses System hundertfach stabiler als beispielsweise Merkeldeutschland.

    Die Mittel- und Oberschicht, so Hofmann, lebe in quasi dörflichen Verhältnissen mit einem Höchstmaß an sozialer Kontrolle. Mindestens die Hälfe der Ehen werde noch arrangiert. Sämtliche Sozialkontakte fänden in der erweiterten Familie statt. Angehörige dieser Milieus reisten deshalb so häufig wie möglich ins Ausland, um für einen Moment der sozialen Kontrolle zu entgehen. Die starke Bindung führe zu Reifeverzögerungen, zum Nichterwachsenwerden. „Da die Separation in Arabien oft spät oder gar nicht stattfindet, verschiebt sich die Problematik in die Lebenszeit der Zwanzigerjahre des Patienten oder sogar in ein höheres Alter.“

    Nahezu alle seine arabischen Patienten haben im Westen studiert, auch die Frauen. Doch für diese Frauen bleibe das Studium üblicherweise folgenlos: „Man studiert in England oder den USA, absolviert alle Examina, kommt nach Hause, und dann folgt aus alldem nichts. … Keine Passion, kein Zwang zum Geldverdienen, keine stimulierende Kultur, nur die täglichen Gebete.“ Die Mädchen werden Mütter, die Jungen bleiben entweder ewige Söhne oder arbeiten als Geschäftsleute (Knochenjobs werden am Golf ausschließlich von Ausländern verrichtet). Folgenlos bleibt vor allem, bei aller Liebe zum westlichen Konsum, der Kontakt mit der anderen Kultur. Aufklärung, säkulares Recht, Demokratie, Pluralismus, Individualismus, Frauenemanzipation, nichts davon gilt als nachahmenswert, nichts wird importiert. Unter den Patienten waren Mathematiker und Informatiker, Männer mit einem hohen Abstraktionsvermögen, doch keiner von ihnen stellte die Regeln und die Alleingültigkeit des Islams in Frage.

    Die Kinder der Oberschicht wachsen mit „unsichtbaren Eltern“ auf, berichtet Hofmann, sie werden betreut von Nannys, die über Agenturen aus Indien oder den Philippinen als Lohnsklaven ins Land kommen. Die Kindermädchen übernehmen alle anstrengenden Teile der Erziehung. „Die Nanny verbringt die Nacht bei den Kindern, während die Herrschaft den ungestörten Schlaf genießt.“ Es entstehe keine Eltern-Kind-Beziehung durch körperliche Nähe und gemeinsam durchgestandenen Stress. Die Nannys haben oft eigene Kinder, die sie jahrelang nicht sehen. Zum Schmerz des Getrenntseins kommen Schuldgefühle, und „wie zum Hohn“ ziehen sie fremde Kinder auf. Viele dieser Kindermädchen wirkten „depressiv-unlebendig“ und verrichteten ihre Dienste rein mechanisch, was auch für die von ihnen betreuten Sprösslinge ein emotionales Desaster bedeutet.

    „In Arabien erscheinen mir die Väter wie die Mütter spätestens ab dem zweiten Kind uninteressiert und emotional kaum verfügbar“, beobachtet der Psychologe. Auf einen konkreten Patienten bezogen heißt es, „die emotionale Abwesenheit der Eltern“ habe sich „wie ein roter Faden“ durch dessen Kindheit und Jugend gezogen. Die Verschleierung der Mütter in der Öffentlichkeit wirkt als ein weiterer Kontaktverhinderer und Gefühlskiller. Die Kinder „sind dann in gewisser Weise allein oder beziehen sich auf die unverschleierte Nanny“.

    Die Polygamie sei ein weiterer Quell seelischer Leiden – aber durch das Vorbild des Propheten sakrosankt. „Kränkung, Wut, Neid, Hass, Missgunst, Scham, Zorn, Ohnmacht, Trauer, Verzweiflung und all die Mischformen der Kränkung durch diesen als existentiellen Verrat empfundenen Akt des Vaters lagern sich auf den Seelen wie Mehltau ab. Mich beeindruckte immer wieder, wie die Patienten auf meine Nachfrage nach ihren darüber noch vorhandenen Gefühlsregungen sofort seelisch in schwere See gerieten.“

    Ab dem vierten oder fünften Lebensjahr beginnt die religiöse Erziehung, die traditionell der Vater übernimmt. Aber der biete sich auch nicht als wirkliches Gegenüber an, sondern der gemeinsame Blick richte sich auf den fortan ewig anwesenden Dritten, auf Big Brother. „Hat das Kind erst einmal verstanden, dass hinter dem großen Vater eine noch viel größere und mächtigere Gestalt wartet, kann mit der religiösen Hirnwäsche frühzeitig begonnen werden. Dem Kind wird statt des menschlichen Vaters das ferne Bild Allahs angeboten.“ Die Moschee sei der einzige Ort gewesen, erzählt ein Patient, an dem er je die Liebe seines Vaters habe spüren können. Nach Gesprächen mit vielen Männern am Golf, notiert der westliche Beobachter, könne er resümieren, dass diese Initiation in den Islam eine universelle, positive Erinnerung aus vielen Biografien arabischer Männer sei, der aber die Frustration auf dem Fuß folge. „Der Vater zeigt dem Sohn, wie man betet, und dann zieht er sich recht bald wieder aus der Erziehung zurück. Dem Sohn bleibt die Aufgabe, durch seine Religionsausübung und ein gottgefälliges Leben die verlorene Intimität wiederherzustellen.“

    Ein für den Psychologen interessantes, für die Betroffenen indes extrem belastendes Problem in diesen Breiten ist das „Klima der sexuellen Bedrückung“ durch permanente gegenseitige Kontrolle. Zur Illustration erzählt Hofmann eine Anekdote. Mitten auf einer Schnellstraße sah er ein schwarzes Bündel liegen. Beim Näherkommen entpuppte es sich als eine Frau, die reglos in ihrem schwarzen Umhang lag. „Der Verkehr schoss an ihr vorbei, keiner hielt. Ein Stück weiter stand ein demoliertes Auto.“ Der ärztliche Reflex befahl ihm, anzuhalten. Die Frau war verletzt, aber ansprechbar. Erst nach ihm hielten auch andere Autos an der Unfallstelle. Deren Fahrer versuchten, den Verkehr zu verlangsamen, mit mäßigem Erfolg. Er bat die anderen, ihm zu helfen, die Verletzte auf die Rückbank eines SUVs am Fahrbahnrand zu tragen. „Alle schauten mich entgeistert an. Dass ein Notstand das Berührungsverbot auch für sie außer Kraft setzen könnte, war ihnen nicht in den Sinn gekommen.“ Sie lagerten die Frau so vorsichtig wie möglich im Fond des Wagens, die Verletzte klagte über Schmerzen, doch die drei Männer waren ausschließlich damit beschäftigt, an ihrer Kleidung zu ziehen, damit weder Arme noch Beine irgendein Stück Haut zeigten. Das war ihnen weit wichtiger als der Zustand der Frau.

    Kontrolle ist elementarer als Gesundheit, die Fassade hat um jeden Preis rein zu bleiben. Man muss kein Freudianer sein, um zu ahnen, welche verborgenen Feuer dort lodern. Gerade weil er so irritierend unkontrollierbar ist, wird der Trieb unter Kuratel gestellt. Man darf, ob Mann oder Frau, vor der Heirat nichts falsch machen. „So fehlt der Gesellschaft das friedensstiftende körperliche Miteinander der Geschlechter.“ Aber der Trieb verschwindet nicht, er wird nur verdrängt und kehrt in Gestalt diffuser Ängste wieder. Da „die Seele eine Domäne der Religion“ sei, komme eine seelische Erkrankung jedoch einer „spirituellen Entgleisung“ gleich.

    Auch die Existenz des Unbewussten sei für seine Patienten ein fremder Gedanke, notiert der Therapeut, denn es vertrage sich nicht mit dem Wunsch nach Kontrolle, Ordnung und Herrschaft über das eigene Selbst. Mit dem hirnphysiologischen Zugang zu Erkrankungen der Psyche könne man dort ebenfalls nichts anfangen. Fremd bleibe den Patienten auch der Psychologe als Person. Zwar nehme man seine Hilfe in Anspruch, aber manche Patienten sahen in ihm einen Agenten des Scheitans. Andere dankten Allah, dass er ihnen in bedrängter Zeit einen Psychologen geschickt habe. Eine Arzt-Patienten-Bindung wie im Westen sei selten entstanden. Er habe sich oft gefragt, schreibt Hofmann, was er hier eigentlich tue.

    Das Wort, das unsereinem bei der Lektüre zur Beschreibung des geschilderten arabischen Alltags einfällt, lautet: Stumpfsinn. Wenn man über einen wachen Geist und Sensibilität verfüge, scheine dieses Leben kaum auszuhalten zu sein, schreibt der Gastheiler. Eine häufig gewählte Variante der „Kompensation von emotionaler Leere“ als auch der Triebablenkung sei die „Stimulussuche“. Dazu gehörte der kompensatorische Konsum, gerade bei Frauen (Shopaholics). In Europa werde vieles erworben, was unausgepackt im Keller lande, weil einzig der Vorgang des Kaufens zähle. Der Verbrauch von Psychopharmaka und Drogen sei enorm; fast alle Patienten, die bei ihm vorsprachen, waren von einheimischen Ärzten auf Psychopharmaka gesetzt worden. Die jungen Männer suchten zudem den Thrill durch Extremsport und Autofahren, und die Todesrate durch Verkehrsunfälle sei hoch.

    Eine andere Kompensation bietet der Glaube. Er gibt Halt und Struktur. Das Wertesystem des Islam werde „umgeschnallt wie ein Exoskelett“. – „Gerade in einer so narzisstischen und durch den Mangel an Selbstwirksamkeit beschädigenden Kultur wie der arabischen ist der Wunsch nach Beruhigung der aufgebrachten See der Seelen groß. Durch die Religion wird zudem der Anspruch der Überlegenheit ständig wiederholt.“ So habe man gegenüber dem zugleich beneideten und verachteten Westen „wenigstens auf dem wichtigsten aller Gebiete die Nase vorn“.

    Das defizitäre Selbst werde mit dem Glauben wie mit einer Plombe aufgefüllt. „Der hohe Status der Religion, die ständig wiederholte Betonung der Weisheit und Schönheit des Korans, die verliebte Inbrunst im Umgang mit dem Propheten helfen, alle Selbstwertdefizite einzuebnen. Man wird Teil eines unfehlbaren, perfekten Systems. Alles ist gut, aber nur solange man glaubt. … Die Plombe wird scheinbar Teil des Selbst. Erlebt der Patient dennoch Selbstwertdefizite, ist die nächstliegende Maßnahme eine Vertiefung der Glaubensanstrengungen.“ Wenn der Islam die perfekte Religion ist, können seelische Probleme nur aus einem Mangel an Gläubigkeit herrühren.

    Zum Schluss richtet Hofmann den Blick auf Deutschland und seine Einwanderungspolitik. Die Vorstellung, dass das Grundgesetz über dem Wort Allahs stünde, könne „bei einem gläubigen Muslim nur Kopfschütteln hervorrufen“. Die Idee eines Euro-Islam sei „für meine arabischen Patienten lächerlich oder bestenfalls abwegig. Ein bisschen Unterwerfung geht genauso wenig wie ein bisschen schwanger.“ Vielmehr sei das Überlegenheitsgefühl ein „unverzichtbarer Bestandteil des Islams“. Es sei „unvermeidbar“, dass sich in Deutschland die Strukturen „in Richtung Gottesstaat verändern“ werden, „wenn der Islam einmal Mehrheitskonsens ist“.

    Der Psychologe mahnt, man möge sich keinen Illusionen über die Machbarkeit von Integration hingeben, „wo dies schlichte Realitätsverleugnung bedeutet. Der Glaube bleibt für den strenggläubigen Muslim auch in weltlichen Fragen die letzte Autorität. Unsere Vorstellung der Trennung von Kirche, Glauben und Staat wird als defizitäre Position wahrgenommen. Aus dieser Perspektive betrachtet, gehört der Islam eben nicht zu Deutschland.“ Wenn der Skepsis als Grundlage des Zusammenlebens „der Respekt versagt bleibt, sollten wir aufhören, uns gegenseitig zu überfordern. Nicht alles ist überbrückbar, nicht jede Eigenart ist mit der des anderen so kompatibel, dass ein gedeihliches Zusammenleben eine Chance hat. Und manchmal ist das Getrenntleben nicht nur für Paare die bessere Lösung.“

    Aus diesen Worten folgt auch die Erklärung, warum dieses aufklärerische und spannende Buch in den deutschen Medien praktisch unrezensiert blieb.

    Acta diurna, 15.8. M. Klonovsky

    *************

    Wie dem auch sei, wir wissen:
    Der Bürgerkrieg wird ganz bewußt mit Mitteln vorangetrieben, zu denen vor allem das „zweierlei Maß“ gehört sowie permanente Verstöße gegen ein Gerechtigkeitsempfinden derjenigen, die schon länger hier leben.

    Die hier Eingeschleusten würde ich als den Hauptgegner nicht betrachten wollen.

    • Migranten sind für Sie also nicht der „Hauptgegner“, sondern nur ein Nebengegner?

    • @Zeus
      Sie haben mich neugierig gemacht. Das offenbar vergriffene Buch von Burkhard Hofmann werde ich mir besorgen, wenn es erhältlich ist. Danke.

    • So ein langer Bericht, und kein Wort davon, dass diese „Männer“ kurz vor ihrer Mannwerdung genitalverstümmelt werden und zwar ohne Betäubung, und das auch in Deutschland. Das ist der eigentliche Skandal, nämlich dass davon nicht geredet wird.

    • Da haben Sie wohl recht, A.B.
      Der Bericht ist aber nicht von mir. Worauf ich hinweisen würde, ist, daß wir uns selbst antun, was wir beispielsweise mit Tieren machen. (Mit Menschen sowieso.)
      Aber wenn ich jetzt ein Foto vom Opferfest poste – zwei Dutzend Tiere hingemordet, die jämmerlich unter Qualen ausbluteten; die ganze Straße voller Blut, wirklich, kein Fleck ohne Blut, die ganze Szenerie ein einziges Blutbad – dann wird jenen, denen schon beim Lesen von Herrn Rupps Text „das Herz weh“ tut, bei diesem Anblick das Herz vermutlich stehen bleiben.
      Und das wollen wir doch so feinfühligen Naturen nicht zumuten.

    • Nicht ganz so bluttriefend, aber umso berührender: ttps://i.ytimg.com/vi/rElOgOCiFSU/hqdefault.jpg

    • Also gut, ich habs mir anders überlegt (Zu den zwei Fotos, die ich meine, bitte auf der Seite nach unten scrollen)
      Vorsicht, Blutbad!

      Xenophobie?
      ttps://bayernistfrei.com/2017/09/01/opferfest-deutschland/

  11. Ich freue mich, dass Herr Rupp diese Woche ausnahmsweise mal nichts zum Klimawandel geschrieben hat. Schade, dass er sich nun zum gefühlt vierhundertsten Beitrag auf KenFM zum zweiten Thema, bei dem es garantiert immer Krawall (im Forum) und recht viele Klicks gibt – dem Thema Migration – bemüßigt sah. Inhaltlich habe ich hier absolut nicht Neues gehört, mal ganz davon abgesehen, was meine Meinung dazu ist.

    Immerhin den Bemerkungen über das Russland(deutschen)-Bashing in den MSM kann ich zustimmen und habe darüber auch bisher noch nicht so viel gelesen, höchstens zwei bis drei Artikel.

    • Lieber Benjamin,
      Rainer Rupp schließt sich mit seiner Meinung, den Menschen an, die dem Irrglauben folgen, dass wir als Spezies nicht mit in der Verantwortung sind, dass sich der Klimawandel exponentiell verändert. Die gleichen Menschen, die dieser Meinung sind, glauben auch, dass die „Migranten“ eine besondere kriminelle Energie haben und für „Deutschland“ eine Gefahr sind…
      Es tut mir im Herzen weh, solche Kommentare von Rainer Rupp hier bei KenFM zu lesen, weil sie einfach völlig absurd sind – mir fehlen Dirk Pohlmann und auch Susan Bonath…

      Dass Ken Jebsen anderer Meinung ist, als Rainer Rupp, da bin ich mir ziemlich sicher, dass er dennoch Rainer Rupp eine „Plattform“ gibt, um seine reaktionären Sichtweisen zu veröffentlichen, wird wohl ein Geheimnis bleiben…
      Ich bemühe mich darum, es mit Fassung zu tragen – leicht fällt es mir nicht!
      Rainer Rupp wäre mit seiner Meinung gut aufgehoben bei Henryk M. Broder und seinem Portal „Die Achse des Guten“…

    • Liebe Mamomi,

      Sie sprechen mir aus dem Herzen!

      Heißt das, dass auch Dirk Pohlmann mittlerweile nicht mehr auf KenFM schreibt?!?

      Alles Gute!

    • Danke, Herr Leyon. Gut zu wissen und natürlich sehr wichtig, dass Herr Pohlmann uns erhalten bleibt.

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