Tagesdosis 17.04.2020 – Corona und der kränklichste Teil der kranken Vereinigten Staaten

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Die Kollateralschäden im „Krieg gegen die Corona-Pandemie“ treffen alle, aber – wie im echten Krieg – nicht alle gleichermaßen. Das trifft nicht nur auf Menschen zu, sondern auch auf Länder, die mit unterschiedlicher Härte getroffenen werden. Hier in Deutschland, wo wir nach Aussage von Kanzlerin Merkel doch „gut und gerne leben“, tritt jetzt in der Krise der krasse Klassen- und Einkommensunterschied besonders deutlich hervor und wodurch über zwei Drittel der Gesellschaft deutlich härter von den Nebenschäden durch die Bekämpfung des Virus getroffen werden als das besser situierte restliche Drittel. Um dies zu erkennen, muss man nicht erst bei Hartz IV-Empfängern oder Arbeitslosen beginnen, sondern die prekäre Lage trifft in der aktuellen Krise auch zunehmend große Teile der so genannte Mittelschicht, besonders während der so genannten Kontakt-Sperre, oder des „Lock Downs“.

Nehmen wir z.B. eine Facharbeiterfamilie, Mama, Papa, zwei Kinder, die über viele Wochen in einem zwei-Zimmer, Küche, Bad Appartement quasi eingesperrt ist, die Kinderspielplätze in der Nachbarschaft – ganz zu schweigen die Kita – sind geschlossen und Spaziergänge mit der vierköpfigen Familie im womöglich etwas weiter entfernten Park sind bei hohen Strafen verboten. Zugleich ist der Vater auf Kurzarbeit bei 60 Prozent seines Lohns und der Mutter hatte man direkt zu Beginn der Krise den Mini-Job gekündigt. Die wenigen Ersparnisse sind schnell aufgebraucht und der Vater stellt sich zurecht die Frage, ob nach der Krise sein alter Job überhaupt noch da ist. Die Nerven liegen blank und die Zukunft sieht – ganz abgesehen von den Sorgen um die Gesundheit – düster aus.

Ganz anders durchlebt die gut situierte, obere Mittelschicht den „Lock Down“. Von den oberen 1% oder 5 % wollen wir gar nicht erst reden. Mann und Frau haben einen guten Job, den man im „Home-Office“ im Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand erledigen kann. Die Kinder haben je ihr eigenes Zimmer, wodurch die Hausarbeiten für die Schule per Computer weitaus konzentrierter erledigt werden können. Die Freizeit verbringt man mit den Kindern im Garten, wo zu dieser Jahreszeit ohnehin viel zu erledigen ist, oder hält ein Schwätzchen mit dem Nachbarn über den Gartenzaun, bastelt in Garage oder Keller und repariert etwas, wozu man vorher nie Zeit gefunden hatte. Das alles geschieht natürlich bei vollem Gehalt und auf der „hohen Kante“ liegen genügend Ersparnisse, um jede Krise zu meistern. In dieser Situation ist der lästige „Lock Down“ lediglich ein Ärgernis und keine Katastrophe, die das Nervenkostüm der Hausbewohner zerreißt.

In anderen westlichen Industrieländern mit noch stärkeren sozialen Unterschieden als in Deutschland, in denen es zusätzlich beachtliche sozial benachteiligte Minderheiten gibt, enthüllt die Corona-Epidemie zusätzlich zum Klassengegensatz noch ein rassistisches Problem. Das wird in den von der Corona-Krise gebeutelten USA besonders deutlich.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die Gesundheitsversorgung so gut wie für alle Einwohner gesichert ist, ist das in den Vereinigten Staaten bei weitem nicht für alle Menschen der Fall. Afroamerikaner sind daher in den USA besonders stark von Corona betroffen, und zwar in doppelter Hinsicht. Denn auf Grund der strukturellen sozialen Unterschiede sind sowohl die Menschen als auch die Gemeinden, in denen sie leben, erheblich ärmer als der Durchschnitt der USA. Deshalb sind viel mehr Menschen nicht krankenversichert und folglich entfällt die routinemäßige Gesundheitsvorsorge, was in der Bevölkerung zu deutlich mehr Vorerkrankungen führt, was die Betroffenen besonders anfällig für die Corona-Krankheit Covid-19 macht.

Der zweite Aspekt der Benachteiligung ist, dass die medizinische Versorgung in diesen sozial und wirtschaftlich abgehängten Regionen selbst in Normalzeiten viel zu wünschen übriglässt. In der aktuellen Krise, wo es für viele Menschen um Leben und Tod geht, tritt dieser Mangel besonders deutlich zutage.

Die US-Bundesregierung hatte Anfang dieser Woche diese Benachteiligung von Minderheiten anerkannt und eingeräumt, dass das Corona-Virus Afroamerikaner besonders stark trifft.

„Wir sehen starke Anhaltspunkte dafür, dass Afroamerikaner in weitaus größerem Umfang betroffen sind als andere Bürger unseres Landes“, sagte US-Präsident Donald Trump während seiner Corona-Pressekonferenz am vergangenen Dienstag.

Am selben Tag berichtete die Washington Post unter Berufung auf Daten einiger lokaler Behörden, dass Landkreise mit afroamerikanischen Mehrheiten teils dreimal so viele Infektionen und fast sechsmal so viele Todesfälle vermeldeten wie Landkreise, in denen weiße Amerikaner in der Mehrheit sind.

Zahlen für das ganze Land liegen noch nicht vor. Bislang haben lediglich lokale Behörden wie Städte oder Bundesstaaten eher sporadisch Statistiken veröffentlicht, aus denen man die strukturelle Benachteiligung von ethnischen Minderheiten in den USA abschätzen kann.

Im Landkreis Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin seien z.B. rund 70 Prozent der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona Virus Afro-Amerikaner, obwohl sie nur etwa 26 Prozent der Bevölkerung stellten, schrieb die Washington Post. Im Bundesstaat Michigan waren demnach etwa ein Drittel der Corona-Infizierten und rund 40 Prozent der Toten Afro-Amerikaner – bei einem Bevölkerungsanteil von rund 14 Prozent.

In der Millionenmetropole Chicago zum Beispiel, wo knapp ein Drittel der Bewohner Afroamerikaner sind, waren laut Angaben lokaler Behörden vom vergangenen Dienstag sieben von zehn COVID-19-Todesfällen Afro-Amerikaner. Unter den vermeldeten 140 Toten waren demnach 95 Afroamerikaner, unter den rund 5.500 Infizierten waren es etwa die Hälfte.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, kommentierte diese Angaben während der oben bereits erwähnten Pressekonferenz mit Trump und erklärte den Tatbestand mit einer „Verschlimmerung des Gesundheitsgefälles“ in den USA. Weiter führte er aus, dass Vorerkrankungen wie Herzkrankheiten und Diabetes bei Afroamerikanern häufiger zu verzeichnen seien als bei anderen Gruppen. Solche Vorerkrankungen machten eine Verlegung auf die Intensivstation wahrscheinlicher, so Fauci.

Und der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, erklärte das Problem dem US-Sender CBS folgendermaßen: „Afroamerikaner haben einen eher niedrigen sozio-ökonomischen Status, was es schwieriger macht, soziale Distanz zu wahren“. Was für eine schöne Umschreibung dafür, dass ein hoher Anteil der Afro-Amerikaner ohne Jobs und oft bettelarm sind, dementsprechend unter miserablen Bedingungen auf engstem Raum mit vielen anderen zusammengepfercht sind, was nicht als „Wohnen“ bezeichnen kann.

Auch US-Medien griffen den Aspekt des „Gesundheitsgefälles“ auf und verwiesen u.a. darauf, dass Afro-Amerikaner sich schlechter ernährten und auch mehr unbehandelte Krankheiten hätten. Aber genau wie zuvor Fauci, gingen auch die meisten US-Medien nicht auf die sozio-ökonomischen Gründe dieses „Gesundheitsgefälles“ ein, nämlich dass die neoliberalen Globalisierung die abgrundtiefe Kluft zwischen Arm und Reich in den letzten zwei Jahrzehnten sogar noch breiter gemacht hat und an vorderster Stelle Afro-Amerikaner betroffen sind.

Weder Trumps Chef-Kommandeur im Krieg gegen Corona, Vize-Admiral Adams, noch die meisten Medien fanden es erwähnenswert, dass der durchschnittlich sehr viel schlechtere Gesundheitszustand der afroamerikanischen Gesellschaftsgruppe eine Folge der fehlenden Absicherung durch eine allgemeine Krankenversicherung ist. Aber sogar für Kleinunternehmer und andere selbständig Mittelständler, die bisher gut verdient und glaubt hatten, sie bräuchten keine teure Krankenkasse, kann Covid 19 – auch im Überlebensfall – schnell zu einer sozialen Katastrophe werden. Dafür genügt bereits ein Aufenthalt von wenigen Tagen auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Die Kosten für die Behandlung für einen schweren Fall von Lungenentzündung aufgrund des Coronavirus können schnell mal 75.000 Dollar betragen. Selbst wenn man eine Krankenversicherung hat, was längst nicht alle haben, kann die Rechnung Zehntausende von Dollar betragen, Kosten, welche die meisten Versicherungspolicen nur zu einem Teil decken. Wie viele erkrankte Menschen stehen jetzt vor der Frage, ob sie sich im Krankenhaus behandeln lassen sollen und oder ob sie lieber zu Hause sterben wollen, um die Familie nicht mit den Behandlungsschulden finanziell zu ruinieren.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass auch in der Corona-Pandemie die USA auf makabre Weise „first“ sind. Sowohl was die Zahl der Infizierten als auch die Zahl der Toten betrifft liegen die USA weit vorn auf dem ersten Platz. Zyniker würden sagen: Jetzt sind die USA das, was sie immer behaupten zu sein: „an exceptional country“, ein außergewöhnliches Land. Dazu gibt es hier einen kurzen Überblick, mit Vergleichszahlen von Donnerstagabend den 16.04.2020 um 21:00 Uhr. Die Quelle ist die Johns Hopkins Universität (USA), die die Daten ständig aktualisiert.

Platz    Bestätigte Infektionen    Tote        Platz 

weltweite                 2.1 Millionen         141.000   

USA            1        641.000          31.100     1

Spanien        2        182.000          19.100    3

Italien             3        168.000          22.100    2

Deutschland        4        135.000            3.857    9

China                   12          83.400            3.346          11

Russland              14        28.000                  232

Bezüglich der Zahl der Corona-Toten liegt Russland noch weit abgeschlagen direkt hinter Südkorea, das mit nur 229 Toten die Krise hervorragend gemeistert hat.

Derweil rückt in den USA nach New York immer mehr die „Mardi Gras“ Stadt New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana in den Fokus der Corona-Experten. Aus den oben bereits genannten Gründen, die mit der sozio-ökonomischen, strukturellen Benachteiligung der zahlreichen afro-amerikanischen Einwohner zu tun haben, könnten nach New York Louisiana und vor allem New Orleans das nächste Epizentrum der Corona-Verbreitung werden. Prozentual liegt Louisiana mit einer Ansteckungszahl von über 400 pro 100.000 schon jetzt an vierter Stelle hinter dem Bundesstaat New York. Mit 1.479 Ansteckungen von 100.000 hat New Orleans allerdings New York City mit nur 1.419 Fällen bereits übertroffen.

Das könnte man relativieren, weil New York City mit etwa 8 Millionen viel mehr Einwohner hat als New Orleans mit seinen 1,2 Millionen. Und der ganze Bundesstaat Louisiana hat mit seinen 4,6 Millionen Bürgern nur knapp mehr als die Hälfte von New York City. Dennoch hat Louisiana das Zeug dazu, angesichts der exponentiellen Vervielfachung der Corona-Infizierungen zu einem neuen Epizentrum zu werden, das den verarmten Süden der USA ansteckt. Dafür sind die Bedingungen sehr gut, denn hier handelt es sich um den “ kränklichsten Teil Amerikas“, um den es schon in der Zeit vor Corona nicht gut stand und der jetzt am härtesten getroffen werden könnte, hieß es diese Woche in einem Bericht von Bloomberg.Law.

Weiter heißt es darin, dass der Süden die höchsten Raten in den USA von Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen hat und das in Kombination mit ausgedehnten ländlichen und verarmten Gebieten mit schlechtem Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Menschen hier seien demzufolge besonders anfällig für ein „Virus, das besonders tödlich für Menschen mit zugrunde liegenden gesundheitlichen Vorerkrankungen ist“.

Wegen Covid-19 erwartet daher der Spezialist für Lungenkrankheiten, Aaron Milstone, laut Bloomberg.Law „eine Katastrophe im Südosten“ der USA. „Wir werden eine höhere Morbidität sehen und eine höhere Sterblichkeit durch den Virus“, sagte Dr. Milstone. Weiter heißt es in dem Bericht: „Vier der fünf US-Bundesstaaten mit den höchsten Diabetesraten liegen im Süden, und acht Staaten haben Medicaid (die basis-medizinische Hilfe des Staates für Arme) nicht im Rahmen des Affordable Care Act erweitert (gemeint ist die misslungene Obama-Krankenversicherung), so dass Tausende von Familien keinen Zugang zu routinemäßiger medizinischer Versorgung mehr haben, während finanziell angeschlagene ländliche Krankenhäuser verkümmern.“

Diese Faktoren könnten die jüngste überraschende Explosion von Corona-Fällen in Louisiana erklären, zusätzlich natürlich zu der Tatsache, dass die Mardis Gras – Festlichkeiten (ein Art Karneval), die insgesamt vom 6. Januar bis zum 25. Februar – also bereits in der Corona-Zeit – über eine Million Touristen und Schaulustige aus den benachbarten Bundesstaaten in New Orleans mitgefeiert haben.

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Danke an den Autor für die Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:    Aspects and Angles / shutterstock

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25 Kommentare zu: “Tagesdosis 17.04.2020 – Corona und der kränklichste Teil der kranken Vereinigten Staaten

  1. Sehr geehrter Herr Rupp

    Erstmal ist es m.E. sehr erfreulich, dass Sie von einer neoliberalen Globalisierung reden.

    Ein Lied welches 800 Millionen mal angeklickt wird, ein Spiel was wir mit Menschen vom anderen Ende der Welt spielen können, jetzt gerade die international vernetzte Wissenschaft, die versucht einen Impfstoff für Sars-CoV 2 zu finden, dass alles ist Teil der Globalisierung, nicht nur der weltweite Unterbietungswettbewerb, der in fast allen Ländern nur Armut erzeugt und/oder erhält.

    Wenn die Menschen sich weltweit näher kommen, dann kann man sie hinterher nicht mehr so gut gegeneinander aufhetzen, stattdessen entsteht Solidarität, deswegen ist ein Großteil der sogenannten Globalisierung m.E. wünschenswert.

    Meine Betrachtungsweise unseres Staates war fast immer die von ganz unten und wenn ich sehe wie es mir in anderen Teilen der Welt gehen würde, dann ist das ziemlich gruselig.
    Während Sars-CoV 2 wird das nochmal deutlicher.
    Man muss sich dafür schämen wie froh man darüber ist hier bei uns zu leben, auflösen kann diese Zwickmühle nur ein Zustand in dem es allen überall gut geht.

    Das Wirtschaftssystem eines Staates ist m.E. dazu da der kompletten Bevölkerung Einkommen und Wohlstand zu gewährleisten.
    Das Gesundheitssystem eines Staates ist m.E. dazu da der kompletten Bevölkerung eine medizinische Versorgung auf dem möglichst neuesten Stand der Forschung zu gewährleisten.

    Im Failed State USA versagen trotz harter Währung sowohl Wirtschaftssystem als auch Gesundheitssystem schon seit Jahrzehnten, stattdessen gibt dieses Land im Jahr 650 Milliarden Dollar für Waffen aus, es ist so absolut grauenhaft das man es gar nicht in Worte fassen kann.

    Die EU bestärkt die USA in diesem menschenfeindlichen Wahnsinn solange sie ihr Vasall bleibt, dass schadet sehr vielen Menschen in den USA und weltweit.

    Liebe Grüße

  2. Die nutzlose "Rang"-Liste von absoluten Zahlen ist typisch für die ganze "Corona"-Panik: natürlich gibt´s in den USA mehr Infizierte und Tote, als in Italien, weil die USA viel mehr Einwohner haben – beim Vergleich der absoluten Zahlen von New York und New Orleans dämmert das dem Rupp auch: "Das könnte man relativieren, (…) dennoch…" läßt er diesen Gedankenblitz wieder fallen.
    So sind überall die marktschreierischen Zahlen Schall und Rauch: sie werden nicht in Relationen gesetzt (weder zur Bevölkerung noch zu vorherigen Grippewellen), sie werden unterschiedlich ermittelt (AN oder MIT "Corona" Gestorbene, alle oder nur in Krankenhäusern Gestorbene), und die Zahl der Infizierten ist mangels ausreichender oder "repräsentativer" Tests vollends unbekannt…
    Die Erkenntnis eines "Gesundheitsgefälles" ist schließlich Jahrzehnte alt.

  3. Warum macht eigentlich niemand mal so einen Artikel über die verhungernden Menschen auf dieser Welt. Ich stelle mir solche Tabellen und Graphiken wie beim Robert Koch Institut und der WHO vor : tägliche Statistik nach Ländern > unterernährte Menschen,durch Hunger erblindete und an Noma und anderen Hungerkrankheiten Erkrankte, verhungerte Menschen , Hotspots des Hungers, verhungerte Menschen nach Alter und das täglich in den Nachrichten und Sondersendungen, eine Hungeruhr, alle 10 Sekunden verhungert ein Kind, alle ? verhungert ein Erwachsener, Man könnte es mit der Menge an Lebensmitteln die weltweit vernichtet wird und mit der Zweckentfremdung von Land für andere Zwecke, beispielsweise Viehfutter oder Bio-Treibstoffe ins Verhältnis setzen und auch mit dem Geld, welches für die Pharmaindustrie ausgegeben wird und Impfungen statt Ernährung und bessere Lebensverhältnisse. So eine Statistik wäre glaubhaft und ist tausendmal skandalöser als das blöde Virus, welches bei Weitem nicht die Opfer fordert, wie die durch Unterernährung und Hunger. Vor allem könnte man den Hunger wirklich ganz schnell beseitigen. Viren werden immer wieder kommen. Für mich ist das der Hauptskandal auf dieser Welt, es herrscht auf der einen Seite ein obszöner Reichtum und auf der anderen Seite leben Menschen wirklich im Elend und verhungern.
    Gegen den Hunger auf dieser Welt ist der Virus doch ein ausgesprochen dekatentes "Problem", welches von den wirklichen Skandalen, wie dem Hunger, ablenkt.

    • Sehr richtig, Mensch – dazu käme eine Statistik über Krankheit und Tod durch Agrar- und Produkt-Chemie, Umwelt- und Luftverschmutzung sowie Strahlung, schlechte und prekäre Arbeitsbedingungen, Verkehrsunfälle, Krankenhaus-Keime im kaputt-gesparten "Gesundheits"-System, ganz zu schweigen von Kriegen, "Sanktionen" und "Freihandels"-Abkommen…

    • Die Opferzahlen rechtfertigen nicht, was derzeit geschieht. Während ich das schreibe, sind weltweit seit dem Ausbruch der Pandemie, im Dezember 2019, 119.686 Menschen an Corona gestorben. Ob sie wegen oder mit Corona gestorben sind, das geht aus diesen Zahlen nicht hervor. Aber genau darüber muss man reden, um Angst und Hysterie zu begegnen. Nach Angaben des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts ISS lag Anfang April das Durchschnittsalter der positiv-getesteten Verstorbenen bei circa 81 Jahren. Zehn Prozent der Verstorbenen waren über 90 Jahre alt. Die meisten der Verstorbenen, 80 Prozent, hatten mehrere chronische Vorerkrankungen. Bei weniger als einem Prozent handelte es sich um vorher gesunde Personen, nur 30 Prozent der Verstorbenen sind Frauen.

      Aber, so wird mir jetzt entgegengehalten: 119.686 Tote – das ist doch schrecklich! Ja, das ist schrecklich.

      Aber, Moment mal, täglich sterben über 150 000 Menschen. Alle fünf Sekunden – und das ist im Grunde Mord – stirbt ein Kind an Hunger. Ändern wegen dieser vermeidbaren Tragödie die Regierenden und die Konzerne ihr Handeln, ihre Wirtschaftspolitik? Gibt es wegen dieser vermeidbaren Tragödie jeden Abend einen ARD-Brennpunkt, Sondersendungen im ZDF?

      Seit ein paar Monaten steht Deutschland, ja, fast die ganze Welt still.

      Es macht mich fassungslos. Was passiert hier? Was momentan global abläuft, sprengt die Vorstellungskraft –­ auch deswegen, weil das Heiligste des Kapitalismus so gefährdet scheint: Profit.

      Etwas naiv formuliert, könnte man sagen: Wir sind gerade historische Zeitzeugen eines weltweit einmaligen Experiments. Wer sind die Gewinner? Die Verlierer? Cui Bono?

      Manche glauben ja, dass aus dem Schock etwas Gutes entstehen wird. Vielleicht, was so dringend nötig wäre: Staaten, die sich wirklich um ihre Bürger und Bürgerinnen kümmern, Staaten mit mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit, weniger Umweltzerstörung, viel weniger Profitdenken im Gesundheitswesen.

      Ein naiver Glaube.

      Ein überaus einflussreicher Bürger, ein in vielen Staaten als Kriegsverbrecher gesuchter Mann, der fast sein Leben lang mit brutaler Waffengewalt diktatorische Regimes unterstützte, der Geo-Stratege und ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, schreibt in der so wichtigen und auflagenstärksten Zeitung der USA, dem „Wall Street Journal“, dass „die Coronavirus-Pandemie die Weltordnung für immer ändern wird“. Die USA, so Kissinger, müssten ihre Bürger „beschützen“ und gleichzeitig „eine neue Epoche planen“. Das lässt nichts Gutes ahnen.

      Die neue Epoche. Ein wichtiges Stichwort für sie: Tracking-Apps. Ein Milliardenmarkt nicht nur für Geschäfte aller Art. Das perfekte Überwachungsinstrument für Regierungen, Arbeitgeber. Es gibt nun in diesen Krisentagen, da bin ich mir sicher, sicherlich einige Akteure, die sich in ihren Konzernzentralen oder Geheimdienstbunkern gerade schlapplachen: Weil nun so viele Menschen so voller Angst sind, dass sie „freiwillig“ nach Tracking-Apps rufen. Auch wenn diese Tracking-Apps womöglich jeden Bürger und jede Bürgerin komplett durchsichtig machen, verfolg- und kontrollierbar bis in die kleinste emotionale Regung, rund um die Uhr, ohne Unterbrechung. Orwell reibt sich die Augen.

      In Supermärkten werden wir „zu unserem Schutz“ nun immer häufiger gebeten, bargeldlos zu bezahlen. Das Bargeld muss weg. Es ist dreckig, es überträgt Viren. Es ist altmodisch, passt nicht in diese neue Epoche, denn: Es hinterlässt keine Spuren.

      Ich benütze so gut wie nie das Wort „Wir“. Im „Wir“ schwingt immer das Totalitäre mit.

      Aber nun benütze ich dieses Wort: Wir sollen durchsichtig werden. Wir sollen zwangsdiszipliniert werden. Orwell staunt.

      Aus:
      Risiken und Nebenwirkungen. Von Arno Luik.
      15. April 2020 um 7:52 Ein Artikel von Arno Luik | Verantwortlicher: Redaktion

      Das Virus Corona hält die Welt im Griff? Nein. Die Antwort auf das Virus hält die Welt im Griff. Muss das so sein? Schon diese Frage macht einen verdächtig. Was politisch entschieden wird, muss so sein. Eine Widerrede.
      (NachDenkSeiten)

  4. Wenn einer mal einen interessanten Artikel schreibt und die wahren Fakten dabei berücksichtigt, kann man natürlich das eine oder andere Wort darin auf die Goldwaage legen und sinnwidrig auslegen, so dass man -obwohl im Kern der gleichen Meinung- Beckmesser gleich den Sternenhimmel zum Glimmstängel macht. Will sagen: Einige der Kritiker kann ich nicht verstehen. Aber das ist das gleiche Problem mit uns "Linken", wir können uns sehr gut vom Hölzchen über das Stöckchen zerstreiten, dass die "Rechten" in der Zeit das Feld abräumen.

    • Ja, wolfcgn, interessanter Artikel, interessante Fakten. Aber umso überflüssiger der Seitenhieb auf "die da im Speckgürtel". Das hat der Artikel nicht verdient.

    • citoyen invisible, da bin ich beruhigt: " Das hat der Artikel nicht verdient." … ist ja immerhin einKompliment für den übrigen Artikel insgesamt. Dem stimme ich voll zu.

    • @ wolfcgn
      ja, ja der Artikel ist interessant – ein Kochrezept auch….
      Wenn wir hier über Fakten reden wollen, müssten man eventuell die Fakten breiter erfassen?
      Da geht es doch schon los…es gibt in den USA ja nicht nur "Weiße" und Afroamerikaner – warum schreibt man nicht z.B. oder bezieht zumindest die anderen Ethnien mit ein?
      Die Zahlen für 2018 betrugen in den USA z.B.:
      60,38 % Weiße ( nicht alle reich)
      18,3 % Hispanics ( auch nicht alle reich)
      13,39 % Afroamerikaner ( auch nicht alle reich)
      5,91 % Asiaten ( auch nicht alle reich)
      1,27 % Ureinwohner/Indianer ( reich?)
      0,24 % Hawaiianer & Pazifikinselbewohner ( gelten als Ureinwohner)
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/166858/umfrage/ethnien-in-den-usa/

      Fakten wäre, wenn man deren Leben auch gegenüberstellen würde und sich nicht eine Ethnie raussucht….
      Ich verstehe nur nicht ob man nicht eventuell nur eine Ideologie gegen eine andere tauscht….?
      Fakten über die Ungleichbehandlung von Ethnien in bestimmten Ländern sind sicher interessant – aber letztendlich gibt es auch bei den Globalisten – die, die nämlich tatsächlich die Macht dabei sind zu erobern – eventuell auch unterschiedliche Ethnien….die haben da gar kein Problem der "Zusammenarbeit"…es geht immer nur um Geld & Macht….

  5. Was soll uns dieses neuerliche Schüren von Sozialneid in den ersten Absätzen?
    Ich dachte, wir wollten gemeinsam was unternehmen gegen die da oben und uns nicht schon wieder teilen lassen in die, denen unter uns es vielleicht in irgendeiner Hinsicht besser geht, und die, bei denen das in dieser Hinsicht nicht der Fall ist (aber vielleicht durchaus in manch anderer Hinsicht). Oder ist nur das Geld der einzige Maßstab, der zählt? Dann haben wir ja schön brav gelernt von unseren kapitalistischen und neoliberalen Herrschern.
    "Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand" ist doch eine ganz gezielte Formulierung, die sich typischer Klischees des Sozialneides bedient, die wir eigentlich überwunden haben sollten.
    Wann wird denn von den einschlägigen Kreisen endlich mal die hohe allgemeine Verschuldung zur Kenntnis genommen, die den allermeisten Häuslebesitzern vor lauter Schulden das Wohnen dort gar nicht mehr so behaglich sein lässt?

    • Es geht hier doch um Tatsachen, dass soziale Unterschiede sich auswirken.
      Und dass nicht nur zwischen extrem reich und extrem arm.
      Die Benennung dieser Tatsachen ist kein Schüren von Sozialneid.
      Sie persönlich haben anscheinend Angst davor, dass Ihnen Ihr Häuschen geneidet werden könnte?
      Aber dass ist doch wohl Ihr Problem.
      Fakt ist nun mal, dass es "Jobs" also Ausbeutungsstellen gibt, die trotz 40+ Stunden die Woche nicht genug Geld abwerfen für ein Leben in Menschenwürde.
      Die Spaltung einer Gesellschaft entsteht nicht durch Benennen von Tatsachen sondern durch Schaffung dieser Tatsachen.
      Welche "Jobs" sind denn heute gesellschaftlich geachtet? Und was widerspiegelt dies?
      Es ist m.E. besonders der Hochmut der Menschen, die Besserbekommer in "Verwaltung", "Medien", "Justiz", "Bildung" und Wirtschafts-Chefetagen sind, der sich dann gegen die richtet, die in prekären Verhältnissen gepresst sind.
      Bloß keine Empathie mit der oben beschrieben Familie, die in ihrer Kleinstwohnung sitzt. Könnte ja am eigenen Weltbild krazten.

  6. Zitat aus dem Artikel:
    "Ganz anders durchlebt die gut situierte, obere Mittelschicht den „Lock Down“. Von den oberen 1% oder 5 % wollen wir gar nicht erst reden. Mann und Frau haben einen guten Job, den man im „Home-Office“ im Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand erledigen kann."

    "Obere Mittelschicht wohnt am Stadtrand"?
    Wo auch immer der Autor diese Beobachtung her hat – dann wären in DE ja die "obere Mittelschicht" sehr beachtlich – sorry, Herr Rupp – die meisten von denen mit "Häuschen am Stadtrand" haben sich dafür bis an ihr Lebensende verschuldet und werden das auch nicht ganz unbeschadet überstehen – dieser künstlich gezüchtet Sozialneid – der hier nicht mal angebracht ist – ist auch schon fast "rassistisch"

    Und wenn man sich die Zahlen im Artikel anschaut, fragt man sich ob es in Italien & Spanien auch um Rassendiskriminierung geht bei den angeführten Zahlen?

    Ich hätte mir da gerne gewünscht, dass man mal aufzeigt, wie der Kahlschlag im Gesundheitswesen – für uns interessant in der EU – seit Jahren vonstatten ging – DAS ist der Grund für die miserablen Zahlen!
    Man sollte eigentlich ALLE Mitarbeiter des Gesundheitswesen aufrufen – nach "Corona" flächendeckend zu streiken – gerne unter Aufruf an und Einbeziehung der gesamten Bevölkerung – denn das wird in 4 Wochen vergessen sein und ändern wird sich da auch gar nichts!

    In den USA leben rd. 32 Mio.(!!!) von Lebensmittelmarken und nicht nur Afroamerikaner auch Hispanics und weiße alleinerziehende Elternteile sind Leidtragende…..in JEDER Beziehung…..Schade dass Herr Rupp die Ureinwohner der USA – die Indianer nicht bemerkt hat…… über die spricht man nicht mal mehr!

    • "Obere Mittelschicht wohnt am Stadtrand"?
      Er sagte im Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand. Damit ist eben jene attraktive Wohngegend in Stadtnähe gemeint, wo eben die Leute mit mehr Einkommen als der Durchschnittsbürger wohnt. Ihnen schient der Begriff Speckgürtel nicht geläufig zu sein.

      "die meisten von denen mit "Häuschen am Stadtrand" haben sich dafür bis an ihr Lebensende verschuldet und werden das auch nicht ganz unbeschadet überstehen"
      Aha, Sie haben also eine Umfrage gemacht oder wie kommen Sie zu Ihrer Behauptung?

      "dieser künstlich gezüchtet Sozialneid – der hier nicht mal angebracht ist – ist auch schon fast "rassistisch""
      Ohje, jetzt wird's aber d/trollig.

    • @ Nomore Martini

      Da ich schon immer am Berliner Stadtrand wohne und in einer Branche arbeitet, die tagtäglich mit allen Teilen aus der Bevölkerung zu tun habe – davon auch etliche Häuschenbesitzer im "Speckgürtel Berlin" weiß ich, dass da Unsinn geredet wurde…..
      Aber begeben Sie sich doch einfach selber mal dorthin und schauen Sie, wer dort wohnt und fragen mal in der Praxis nach ob die alle zur 1-5 % oberen Mittelschicht gehören…
      Die, die Herr Rupp ( 1-5%) meint wohnen ganz woanders…..und selbst von den meisten Familien mit 2 Kindern wohnen die Wenigsten in 2-Raum-Wohnungen……

      Ja, ich nenne es Sozialneid wenn man Leuten, die das Glück hatten einen gutdotierten Job zu haben, das Häuschen nicht gönnt – denn leider ist das der Tenor im Artikel – anderenfalls hätte sich Herr Rupp eindeutig ausdrücken müssen – er arbeitet lange genug als Journalist – da erwarte ich es einfach.

    • Ja, ja, M.G.T. genauso ist es, wie Sie sagen. Wann lernen die endlich mal, dass sich die Zeiten seit Marx sehr geändert haben?

    • @ citoyen invisible
      Zitat: "Wann lernen die endlich mal, dass sich die Zeiten seit Marx sehr geändert haben?"

      Mir wäre es schon ausreichend wenn "wir" uns nicht so benehmen wie "die selbsternannten Guten"….wenn "wir" hier genauer darauf achten, aufmerksam und echt differenziert die Dinge beim Namen zu nennen NACH ausführlichen Nachdenken…ansonsten muss man aufpassen, dass man nicht selber zum "Spaltpilz" wird…. ;o))

    • M.G.T.

      Auch wenn Herrn Rupp der Satz etwas verunglückt ist, bin ich völlig sicher, dass er NICHT meint, dass die oberen 1-5% im Speckgürtel am Stadtrand wohnen.

      Und im Übrigen ist er Hert Rupp die allerlängste Zeit seines fortgeschrittenen Lebens kein Journalist gewesen.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/kirsten/' rel='nofollow'>@Kirsten</a>
      Zitat: "Auch wenn Herrn Rupp der Satz etwas verunglückt ist, bin ich völlig sicher, dass er NICHT meint, dass die oberen 1-5% im Speckgürtel am Stadtrand wohnen."

      Dieser Satz mit den 1-5% ist ja nur als Alibi eingeschoben – tatsächlich sind ja für Herrn Rupp schon Diejenigen, die ein Häuschen im Speckgürtel haben schon die "obere Mittelschicht", die offensichtlich völlig zu Unrecht ein Häuschen haben?
      dieses Zitat aus dem Artikel:
      "Ganz anders durchlebt die gut situierte, obere Mittelschicht den „Lock Down“. >>>>Von den oberen 1% oder 5 % wollen wir gar nicht erst reden.<<<<<
      Mann und Frau haben einen guten Job, den man im „Home-Office“ im Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand erledigen kann. Die Kinder haben je ihr eigenes Zimmer, wodurch die Hausarbeiten für die Schule per Computer weitaus konzentrierter erledigt werden können. Die Freizeit verbringt man mit den Kindern im Garten, wo zu dieser Jahreszeit ohnehin viel zu erledigen ist, oder hält ein Schwätzchen mit dem Nachbarn über den Gartenzaun, bastelt in Garage oder Keller und repariert etwas, wozu man vorher nie Zeit gefunden hatte. Das alles geschieht natürlich bei vollem Gehalt und auf der „hohen Kante“ liegen genügend Ersparnisse, um jede Krise zu meistern. In dieser Situation ist der lästige „Lock Down“ lediglich ein Ärgernis und keine Katastrophe, die das Nervenkostüm der Hausbewohner zerreißt."

      Das ist nicht nur verunglückt….und es mag durchaus sein, dass er sich erst spät entscheiden hat Journalist zu sein, so war es SEINE Entscheidung – gerade wegen des fortgeschrittenen Alters darf man erwarten, dass er weiß worüber er wie schreibt…sonst macht er ja nichts anderes als die "Qualitätsjournalisten" – nur in einer anderen Farbe.

    • Ich schätze Herrn Rupp sehr aber, in der Tat, hat er mit seinen Äußerungen über die "Häuslebauer" weit, sehr weit
      übers Ziel hinausgeschossen. Schade.
      Da hat M.G.T. hier völlig recht, stimme ich zu 100% zu. Man hat dafür hart und ehrlich geschuftet…

    • "Man hat dafür hart und ehrlich geschuftet…"
      Eben, das muss man doch auch mal sehen. Es muss ja nicht jeder schuften für sowas, aber es sollten das diejenigen, die das nicht wollen, einfach akzeptieren und respektieren als eine andere, wenn auch noch so fragwürdige Lebensgestaltung.

  7. Die westliche Welt befindet sich im Lockdown. Als Antwort auf eine Pandemie wurde das ganze öffentliche Leben heruntergefahren, die Versorgung auf ein notwendiges Minimum beschränkt, die Bevölkerung mit Ausgangssperren und Kontaktverboten belegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Pandemie als real, oder als Fake betrachtet. Die Maßnahmen haben so oder so Folgen, die weitaus schlimmer sein könnten als das Virus selbst.

    Denn im Kapitalismus sind Menschen abhängig vom Geld. Das wiederum erhalten sie nur, wenn sie sich den Zwängen der Lohnarbeit unterwerfen. Doch wo unterwerfen, wenn das Leben auf ein Minimum reduziert ist? Viele Betriebe und Konzerne haben ihre Tore geschlossen oder auf Kurzarbeit umgestellt. Das kulturelle Leben liegt brach, und damit ist auch für freischaffende Künstler die Einnahmequelle weggefallen. Viele Menschen bangen, ihre nächsten Monatsmieten bezahlen zu können.

    So schlimm all diese Einzelschicksale sind, offenbart die derzeitige Situation vor allem die Absurdität des kapitalistischen Systems: Die Entscheidung darüber, ob und wie man leben darf, hängt von dem zur Verfügung stehenden Geld ab.

    Quell dieses Geldes ist die Lohnarbeit, mit der man sich dem Kapitalisten verkauft, dessen Profite maximiert und im Gegenzug ein paar Brotkrumen hingeworfen bekommt. Gerät der Kapitalist jedoch selbst in Not, dann fallen selbst die Krumen ganz schnell weg. Das wird dann freier Markt genannt, ist aber nichts anderes als ein Ausbeutersystem ähnlich dem Feudalismus. Wir haben uns abhängig gemacht von den Almosen einiger weniger, die uns schon beim geringsten Anlass ihre „großzügigen Gaben“ verweigern.

    Klassenkampf

    Während also eine immer größer werdende Masse an Menschen nun zusehends in Armut versinkt, ziehen sich diejenigen, die es sich leisten können, auf ihre Landsitze zurück, um dort die Krise als einen verlängerten Urlaub abzuwarten. Nicht verwunderlich, dass dies beim Gros der Menschheit auf keine sonderliche Begeisterung stößt, zumal es auch noch durch einige sogenannte Stars medial inszeniert wird: So genoss Madonna ihr dekadentes Milchbad vor laufender Kamera und fabulierte über das Virus als „großen Gleichmacher“. Ebenso rief Pharrel Williams aus seiner Villa gerade jene Menschen, die kaum wissen, wie sie ihre nächste Miete zahlen sollen, dazu auf, an Krankenhäuser zu spenden. Wer hätte auch ahnen können, dass beides bei den Fans nicht gut ankommen würde?

    Denn die Krankenhäuser wurden — ebenso wie viele andere Bereiche im sozialen Sektor — im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unter dem ewigen Mantra der Wirtschaftlichkeit in private Hände überführt und dann zugrunde gespart. Die Investoren machten dabei gewaltige Gewinne auf Kosten der Kranken, Alten und Schwachen sowie der übrigen Bevölkerung. Eben jene sollen nun in dieser Krise dafür aufkommen, dass eine Versorgung gewährleistet werden kann? Warum bürdet man dies nicht den Eigentümerkonzernen auf, die ohnehin Milliarden zur Verfügung haben?

    Stattdessen werden Milliardenpakete geschnürt, um ins Straucheln geratene Konzerne zu stützen, und diese gegen „feindliche Übernahmen“ aus dem Ausland zu schützen. Außerhalb der Krise verbittet sich die herrschende Ideologie jeden staatlichen Eingriff in den sogenannten freien Markt unter dem zur Stereotype verkommenen Vorwurf des „Sozialismus“. Mit derselben Argumentation wurde das Rentensystem geschleift, der Gesundheitssektor ebenso wie die Bildung und die Infrastruktur in diesem Lande zum Schaden des großen Teils der Bevölkerung kaputtgespart, aber immer zum Nutzen der wenigen Kapitalisten, die sich großzügig bereiterklärten, die Einrichtungen zu übernehmen.

    Nun jedoch, da die Profite nicht mehr so sprudeln, wie man sich das erhofft hatte, wird nach Hilfe vom Staat geschrien. Hier wird „Sozialismus“ für eine ganz gewisse gesellschaftliche Klasse betrieben, während der Rest von uns gezwungen wird, sich im Konkurrenzkampf aufzureiben.

    Aus:
    Donnerstag, 16. April 2020, 18:00 Uhr
    ~11 Minuten Lesezeit
    Ende einer Illusion
    Das Coronavirus offenbart die Menschenfeindlichkeit des kapitalistischen Systems.
    von Felix Feistel
    (Rubikon)

  8. Danke, in der Tat verschärft Corona die sozialen Ungerechtigkeiten auf neue Weise. Deren Verschärfung steigert dann im Rekurs viele weitere gesundheitliche und soziale Probleme für viele Menschen. Und dieses Gemisch steigert wie im Mittelalter den Rassismus… usw….

    • Sorry, das Mittelalter ist eine untergegangene Formation, die auf Sesshaftigkeit, Verwandtschaft und Alimentation beruhte. Kriege dienten der Eroberung neuer Alimentationspflichtiger. Die diversenen Ausprägungen der Religionen lebten meist friedlich zusammen. Probleme hatte der, der aus seiner Religion ausschied. Sicher, es gab auch gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Einzelreligionen. Aber Rassismus gab es nun wirklich überhaupt nicht. Diese Ideologie entsteht mit und in der Moderne und nirgends anders. Ist immer wieder auffällig wie die Bürgerliche Welt die Schrecken ihrer Aufstiegsgeschichte auf das was vor ihr war zurück projiziert.

    • Guten Morgen Ilse + MitleserInnen
      Hier das aus Planet Wissen zum Antisemitismus im Mittelalter:
      "Woher die Pest kam, wussten die Menschen des Mittelalters noch nicht, aber die ersten Theorien waren bald gefunden: Wahlweise schlechte Winde, eine ungünstige Konstellation von Mars, Jupiter und Saturn oder das verseuchte Wasser machten die Menschen vielerorts für diese neue unheimliche Krankheit verantwortlich.
      Die Verantwortlichen für das verseuchte Wasser waren schnell gefunden: Die Juden wurden als Brunnenvergifter beschuldigt und daraufhin in ganz Europa verfolgt, vertrieben oder ermordet.
      Skeptiker bemerkten zwar, dass auch die Juden an der Pest erkrankten und starben, konnten aber nicht viel bewirken: Ganze jüdische Viertel wurden abgebrannt und ihre Bewohner ermordet – in Köln beispielsweise gab es Schätzungen zufolge mindestens 800 Opfer." So 'pwiederschwarzetoddiepestwuetetineuropa'
      Es gab auch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegen so genannte Hexer und Zauberer. So 'Geo' unter 'geschichte-hexenverfolgung-im-mittelalter'. Es gab ganze Gegenden, in denen kaum mehr Frauen lebten. :

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