Tagesdosis 17.10.2017 – Patridioten auf dem Planet der Affen

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Die meisten domestizierten Primaten auf der Erde haben bekanntlich keine Ahnung davon, dass sie Primaten sind. Sie halten sich für etwas Besseres als den Rest des Planeten. Auch ihre Anführer, die Alpha-Männchen, halten sie keineswegs für typische Anführer von Primatenbanden. Selbst wenn sie  ihr Verhalten schrecklich finden oder sogar davon entsetzt sind, können sie darin kein ganz normales Primatenverhalten erkennen.

Das Durchschnitts-Bewusstsein der domestizierten Primaten auf der Erde ist also beschränkt. Es zeichnet sich unter anderem  dadurch aus, dass es sich eine weder lebende noch tote Katze, mit der Erwin Schrödinger einst die Konsequenzen der Quantenphysik erklärte, nicht vorstellen kann. Koexistierende Zwischenzustände zwischen Dasein und Nicht-Dasein – sei es von Katzen-Körpern oder von Atomteilchen – sind für den gemeinen Primaten-Verstand ein Unding. Und so kommt es, dass auch 80 Jahre nach ihrer Entdeckung die Quantenrealität kaum wahrgenommen wird. Das kann nicht überraschen. Nicht einmal die fast 500 Jahre alte Entdeckung des Kopernikus ist in die semantischen Schaltkreise der Primaten-Hirne eingegangen: bis heute reden sie davon, dass die Sonne „auf“ – oder „unter“-geht.  Wie tief diese Prägung ist, kann jede/r beim nächsten prächtigen Sonnenuntergang überprüfen: es dauert einige Minuten bis man sich klar gemacht hat und „spürt“, dass nicht die Sonne, sondern die Erde sich dreht.

Woran liegt es, dass  unserem Bewusstsein auch nach einem halben Jahrtausend die kopernikanische Wende nicht implantiert ist?  Es sind die zwei ältesten und am tiefsten geprägten Schaltkreise des Primaten-Hirns – sie sichern Bio-Überleben und emotional-territorialen Ansprüche – die den von Symbolen ( der Sprache) geprägten 3. Schaltkreis okkupieren. Dank  dieses egozentrischen „Reptilien-Hirns“ empfinden domestizierte Primaten emotionalen oder territorialen Statusverlust als Bedrohung. Jedes Alphamännchen kann den ganzen Primatenstamm hinter sich bringen, wenn es ihn überzeugt, dass es ein anderes Alphamännchen auf ihr Territorium abgesehen hat.  Ist es gelungen, diesen „patriotischen“ Schaltkreis anzuklicken  und auch noch genügend Bio-Überlebensangst zu produzieren, handelt der Stamm nach Gedankensystemen, die einer rationalen Analyse  keine fünf Minuten standhalten.  Zwar werden die Anthropologen nicht müde, die vor etwa 11.000 Jahren entstandenen ersten Siedlungen der domestizierten Primaten als zivilisatorische Großleistung zu rühmen – bis kurz zuvor hatten die einzelnen Alpha-Männchen ihr Territorium noch mit Exkrementen abgesteckt und Eindringlinge mit diesen Grenzmarkierungen beworfen; doch wie wenig Zeit seitdem vergangen ist  zeigen immer noch eingeprägten Redewendungen: Bis heute ziehen die domestizierten Primaten in den Krieg, um ihren Gegnern

„die Scheiße aus dem Leib zu prügeln“. Ist die Operation erfolgreich (oder zeigt der Gegner „Schiss“ und unterwirft sich freiwillig), wird das Territorium neu abgesteckt. Auch wenn der Prozess der Zivilisation Technologien hervorbrachte, die die Scheißhaufen von einst durch Megatonnen-Bomben ersetzten, die grundlegende Struktur ist dieselbe geblieben. „Für Saddam, in Liebe“ signierte Verteidigungsminister Dick Cheney im ersten Golfkrieg eine der Bomben auf Irak.

Öffentlich müssen sich Primatenführer heutzutage etwas zurückhalten,  mit einem „Du dreckiger Scheißer“ riskierte ein Verteidigungsminister seinen Job, weshalb er seine Bömbchen dem Feind mit der ironischen Duftmarke  „In Liebe“ schickt.  Diese Kulturleistung immerhin haben 50.000 Jahre Primatenevolution erbracht. Wäre da nicht die gesteigerte Tötungseffizienz der Mittel, man könnte fast von „Fortschritt“ sprechen.

Mit der steigenden Zahl und Heterogenität der Bewohner gerät der Landgewinn starker Primatenbanden irgendwann an den kritischen Punkt, an dem Hierarchie und Hackordnung zu zerfasern drohen, Stabilität im Inneren lässt sich nur aufrecht erhalten über einen äußeren Feind, gegen den sich alle zusammenschließen müssen, weil er angeblich allen ans Eingemachte will.

An dieser Stelle humanoider Organisationsentwicklung nun schlägt die Stunde der „Nation“, des Primaten als Patrioten, der gegen eine angebliche Übermacht (die als „Barbaren“, „Hunnen“, „Achse des Bösen“ etc.  dämonisiert wird) seine Sicherheitszone auf das gesamte Territorium ausdehnt. Nicht das Bedürfnis nach Handel, Wandel und Kommunikation liegt dem Entstehen von Nationen zugrunde, sondern Paranoia. Wenn sie nur ausreichend Angst schüren gelingt es den Primatenführern im Handumdrehen, die Massen unter einer Hohlformel wie „Nation“ zu versammeln. Dass das Nationale als Kitt, als Integrationsklebstoff so hervorragend funktioniert, ändert indessen nichts daran, dass es im Kern hohl und leer ist.

Es versammelt eine solche Vielfalt unterschiedlichster Interessengruppen, Lebensvorstellungen, politischer Auffassungen und regionaler Kulturen, dass jede Definition eines „typischen“ Nationalcharakters zum Scheitern verurteilt ist. Beziehungsweise zum Rückgriff auf Klischees und Stereotypen gezwungen, die keiner empirischen Überprüfung standhalten. Was auch für unscharfe Begriffe wie „Kulturnation“ gilt.

Wie wenig 250 Jahre Aufklärung, Rationalismus und Moderne an dieser archaischen Dumpfheit bis dato ändern konnten, zeigen die jüngsten Kriege der Großmacht USA ebenso wie all die kleineren Gemetzel, die sich aufgehetzte Primatenhorden überall auf der Welt liefern.  Dass die höheren Schaltkreise des Primatenhirns in ihrer kurzen Geschichte wunderbare Erfindungen hervorgebracht haben und zu großartigen Leistungen fähig sind, kann niemand bestreiten; solange aber die Saurierabteilung ihres Gehirns jederzeit den ganzen Laden übernehmen kann, solange werden sich die Patridioten auf diesem Planet der Affen  weiter gegenseitig die Scheiße  aus dem Leib prügeln. Bis sie gelernt haben, gleichzeitig heimatverbunden zu bleiben und…. den Nationalismus in Folklore zu verwandeln. Und erkennen, dass die nostalgische Beschwörung des Nationalstaats als Hort der Einigkeit und der Wohlfahrt – gegen die kalte Luft der „Globalisierung“ und die übelwollenden Nachbarn/Russen/Chinesen/ Amis/Moslems/You name it – keine Lösung ist. Weil die eigentlichen Grenzen gar nicht zwischen Völkern und Nationen verlaufen, sondern immer zwischen Oben und Unten….

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23 Kommentare zu: “Tagesdosis 17.10.2017 – Patridioten auf dem Planet der Affen

  1. Es wird sich leicht ein Vertreter der Großhirnabteilung finden, der uns erklärt, daß dieses Problem inherent ist in allen hierarchischen Systemen: in Form von Interferenzen zwischen den Abteilungen des hierarchischen Systems unseres Gehirns. Und wir tun uns sehr schwer, nicht hierarchische Strukturen zu sehen, eine Welle als Partikel, und umgekehrt.
    Ob das Großhirn uns zur Krone der Schöpfung macht, das muß sich erst noch erweisen. Mir sieht es eher danach aus, daß wir eine Fehlentwicklung sind. Und: Die Erde braucht uns nicht. Zudem: Es ginge ihr wohl besser ohne uns.

    Zum Thema Nationalismus: Befördern Reptilienhirnler den Nationalismus? Darf man Nationalisten Reptiliengehirnler nennen? Das sind Feindbilder. Wir alle sind beides: Großhirnler und Reptilienhirnler, und bei uns allen kann die eine wie die andere Abteilung “den Laden übernehmen”. In den hierarchischen Strukturen innerhalb wie außerhalb von unsren Köpfen. Wenn das so ist, dann gilt es, die hierarchischen Strukturen außerhalb unserer Köpfe so zu gestalten, daß keine Abteilung “den Laden übernehmen” kann. Interferenzen sind dort: Macht und Geld. Das sind die eigentlichen Grenzen: die zwischen Oben und Unten. Im Grunde ganz einfach, wenn da nicht das Reptiliengehirn wäre. Oder ist es das Großhirn? Die Unheuerlichkeiten, wozu der Mensch sich in der Geschichte fähig zeigte, waren nur möglich durch den Einsatz von Großhirn und Reptiliengehirn. Und immer war dies nur möglich durch Macht und Geld.

    • „Wenn das so ist, dann gilt es, die hierarchischen Strukturen außerhalb unserer Köpfe so zu gestalten, daß keine Abteilung “den Laden übernehmen” kann. “
      Man sollte demnach das Reptilienhirn überlisten?
      Ein Versuch dazu sind Religionen und das Grundgesetz. Nach dem Credo, danach zu leben bedeutet zu überleben.
      Aber diese Versuche sind ja bekanntlich gescheitert, weil eben bei der Durchsetzung der Mensch (als Staat oder „Vertreter Gottes“) nicht richtig richten kann.

    • @ Richter

      Das Reptilienhirn überlisten?
      Ich denke, Großhirn und Reptilienhirn überlisten sich gegenseitig ständig: durch Interferenz und Intervention sind sie immer sowohl-als-auch mehr oder weniger beteiligt. Unsere „Experten“ des herrschenden Entweder-Oder-Prinzips und der Maschine verhindern die Sicht. Trotz Niels Bohr und Einstein.
      Religion, Gesetz, Wissenschaft… sind Instrumente der Macht: Wer als Behaviorist (Skinner) oder dessen Vertreter die Macht hat, das Hüther-Experiment zu modifizieren und weiter auszugestalten, so daß der potentielle Unterstützer lernt, daß Untertsützer verlieren, weil man in der Gesellschaft weiterkommt, wenn man nach Unten schubst, der schafft die Egozentriker. Wie die Dinge stehen, sind es die Manipulierer, welche die Macht haben.

    • Vielleicht ist die Lösung des Problems mit dem Gehirn ja auch viel einfacher: Es liegt vielleicht an der traditionellen, nicht artgerechten Fehlernährung über Jahrtausende. Traditionswissenschaftler behaupten ja, unser Gehirn wäre nur durch das tierische Protein so groß geworden, wir also durch das Tiere-Essen so „schlau“ wie heute. Dagegen hat die moderne Hirnforschung herausgefunden, dass z.B. bei Kindern, die sich intensiv mit Musik beschäftigen, sich zusätzliche Synapsen im Gehirn bilden und dass unser Hirn in seiner Struktur lebenslang von unseren Tätigkeiten beeinflusst wird. So gibt es auch die Theorie mit den „weißen Hirnen“, die zunächst so unglaublich klingt. Dass Hirnforscher nämlich festgestellt haben, dass Menschen, die das Lügen als Strategie permanent in ihr Leben integriert haben „weiße Hirne“ bekommen. (Bei einer bestimmten Aufnahmetechnik sehen diese Gehirne durch zusätzliche Verwachsungen „weiß“ aus.) Es ist nämlich für das Lügen eine besondere Leistung des Gehirns vonnöten. Anders als bei Leuten, die in der Regel das sagen, was sie denken. Das kann man sich ja auch durchaus vorstellen.

    • @ Je m´en vais

      Ja, der Volksmund sagt es schon: „Wer lügt, der muß eine gutes Gedächtnis haben!“

    • @ Je m´ en vais

      PS:

      „…unser Hirn lebenslang … von unseren Tätigkeiten beeinflußt wird.“
      Ja: Use affects function! Daher ist manipulierte Tätigkeit so wirkungsvoll und verhängnisvoll. Darüber hinaus: Unsere Tätigkeiten zu manipulieren erlaubt es, uns auch genetisch zu verändern!!!
      Wir sind was wir essen – das ist ähnlich komplex.
      Sie kennen vielleicht: Mackarness, NOT ALL IN THE MIND.
      Und: Wilfred Barlow: THE ALEXANDER PRINCIPLE (USE AFFECTS FUNCTION).
      Sicher auch in deutscher Sprache erhältlich.

    • Nein, Tony, diese Schriften kenne ich nicht. Aber mit dem Wissen über das Grundprinzip, wie unser Hirn funktioniert, sind wir doch da jetzt schonmal ein Stückchen weiter. Man kann es auch mit einem Muskel vergleichen, der bei regelmäßigem Training und gerechter Nahrung größer und funktionstüchtiger wird und bei Nichtbenutzung und Fehlernährung verkümmert, bzw. erkrankt(erschlafft und verspeckt, oder „verkalkt“ z.B.).

  2. Ich denke zu den Kommentaren passt auch nochmal ganz gut das Experiment von Gerald Huether „Wann und wie das Böse entsteht“

    „Auf youtube erzählt der Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther im Rahmen eines Symposiums von DenkwerkZukunft von einer wissenschaftlichen Untersuchung mit unter sechs Monaten alten Babys. Den Babys wurden hintereinander drei Animationen gezeigt. Erste Animation, ein gelbes Männchen krabbelt mühsam einen Berg hinauf. Zweite Animation, das gelbe Männchen krabbelt einen Berg hinauf, hinter ihm ein grünes Männchen, dass es immer wieder anschiebt, ihm hilft. Dritte Animation, dass gelbe Männchen krabbelt den Berg hoch und oben wartet ein blaues Männchen. Als das gelbe Männchen oben ist, schubst das blaue es wieder hinunter. Ende der Darbietung. Anschließend wurden den Babys jeweils das grüne und das blaue Männchen als Figuren vor die Nase gestellt. Alle Babys griffen nach dem grünen Männchen, dem Unterstützer – keines nach dem blauen. Der Versuch wurde x-mal wiederholt. Immer mit demselben Ergebnis. Bei dem gleichen Versuch mit denselben nun Einjährigen griffen rund 10 – 20 % nach dem blauen Männchen. Hüther spricht hier von erlerntem Verhalten. Kein Mensch, so Hüther, komme als brutaler, rücksichtsloser Egozentriker zur Welt.“ Quelle: https://www.gwg-ev.org/blog/von-gr%C3%BCnen-m%C3%A4nnchen-und-%E2%80%9Edem-m%C3%B6rder-uns%E2%80%9C-0

    • Dazu fällt mir ein, eventuell sollte man akzeptieren, dass wir Menschen Ängste haben und auch bereit sind für bestimmte Problemlösungen Gewalt einzusetzen. Die Gefühle und Gedanken die dabei enstehen, könnten jedoch durch Überschneidung mit positiven Gefühlen/Gedanken neutralisiert werden.

      Oder man nimmt Blitzableiter wie Sport.

  3. Beleidigt man eigentlich nicht die übrigen Primaten, wenn man immer sagt, die Menschen seien auch „nur“ Primaten? Es gibt und gab meines Wissens überhaupt keine andere Art außer dem Menschen, die je so auf Tod und Tötung fixiert war, die derart naturwidrig gelebt hat . Da muss noch etwas anderes mit reingespielt haben, was noch nicht aufgeklärt ist.

    • Interessanter Gedanke!

      Vielleicht wächst einfach der Appetit beim Essen: Weil der Mensch eben technisch die Möglichkeiten hat, in quantitativ, räumlich und zeitlich größeren Strukturen zu denken – so viel minimal „höheres“ Bewusstsein oder wenigstens Abstraktionsvermögen will ich uns mal zugestehen – will er auch die ganze Welt/ Menschheit/ Zukunft beherrschen.

  4. Würden Kinder und Jugendliche in der Schule nicht unterrichtet werden, sondern etwas lernen, also nicht das was sie später kaum brauchen, dann käme dies einem Versuch gleich, das selbstständige Denken von Anbeginn zu fördern. Aber daran sind diejenigen gar nicht interessiert, denen wir Untertanen sein sollen – mit dem Ziel der Gefolgschaft.
    Also stimmt der Kommentar sehr wohl, das wir uns nur im Kreis drehen… dürfen… ein Teufelskreis….

    • An dem Begriffen „lehren , unterrichten, beibringen, unterweisen“ würde ich mich nicht festbeißen.
      Es geht auch gar nicht so sehr um das „was“. (jetzt nichts extremes oder unmenschliches)
      Ob man Sachen, später mal braucht (was man vorher nie wissen kann) oder nicht, ist nicht der Punkt.
      Es geht um das „wie“!
      Die Aufgabe des Lehrenden besteht nicht so sehr sich hinzustellen und Wissen zu vermitteln.
      Das wichtigste ist, das er die Schüler begeistern kann, das er ihre Neugier weckt und ihre Selbständigkeit im Denken und Handeln fördert.
      Solche Menschen werden gebraucht.
      Das die meisten Schulen das nicht leisten ist ein Fakt. Um so wichtiger ist es das die Eltern sich an die Seite des Kindes stellen. Das passiert leider selten.
      Wenn man dem Staat, der Schule und den Lehrern die alleinige Schuld gibt, wird man seinen Kindern nicht gerecht.
      Wer sich selbst als Untertan durchs Leben bewegt kann nicht erwarten, das seine Kinder, wenn sie erwachsen sind, das alles schon richten werden.

    • Jawohl, es ist ein Teufelskreis, in dem sich die Menschheit seit der Zeit bewegt, wo sie damit begann, Gewalt als Mittel zur materiellen Bereicherung zu akzeptieren, anstelle von geistig erarbeiteter Bereicherung. Gewalt hat nie eine Zukunft gehabt und wird auch niemals eine haben. Gewalt leitet immer nur ein nach dem anderen Teufelskreis ein und angesichts der dabei rasant schwindenden natürlichen Lebensgrundlagen durch Raubbau und Vergiftung ist es nun schon nicht mehr nur ein teuflischer Kreis, sondern eine Schraubbewegung abwäts.

  5. Nebensächliches:
    „bis heute reden sie davon, dass die Sonne „auf“ – oder „unter“-geht.“
    Herr Bröckers, Sie nicht?
    Machen sie mal einen „Verbesserungsvorschlag“ das diesem Vorgang, den ich ja als Mensch so erlebe (liegt am Standpunkt des Betrachters), nahe kommt.
    Das ist gar nicht so einfach.
    Ich schätze, deshalb bleibt es dabei.

    P.S Wir sagen ja auch abnehmender – und zunehmender Mond und wissen das der Mond seine Masse behält.

  6. Mein lieber Matthias,

    auch die Sonne bleibt nicht an einem fixen Ort, an dem diese von den Planeten umkreist wird…es ist eine Frage der Position des Beobachters.
    Von außerhalb betrachtet, würde wohl zutreffen, daß sich die Himmelskörper einander umkreisen. Vorausgesetzt, diese Bild von Körpern im Weltraum als Gefäß spiegelt überhaupt die Wirklichkeit. Letzeres bezweifle ich.

    Die Lösung aller Probleme lautet seit Urzeiten, zuwenig Moral/Ethik. Die Gewißheit des jeweiligen _Glaubens_ ist immer nur nicht fest genug, die Menschen glauben zuwenig bzw. zweifeln die postulierten Gewißheiten an.

    Selbst die Wissenschaft irrt sich empor, wobei gar nicht so klar ist, wofür dieses ‚empor‘ überhaupt stehen soll.
    Mehr wissen? Kann nicht sein, Gewißheit benötigt kein Wissen, die ist ja bereits gegeben. Die Offenbarungsreligion der Vernunft.
    Der Verstand kann die Welt verstehen, doch wie kann die Vernunft die Welt vernünftigen?
    Die Vernunft ist übersinnlich, übermenschlich und sogar übernatürlich. Sie offenbart sich nur demjenigen, der formale Rituale tanzt.
    Die heilige Vernunft ist mit keiner Tätigkeit verbunden, sie ist nur mit rituellen Gebeten für den tiefgläubigen ersichtlich.

  7. Hallo.
    Der Kommentar bestätigt etwas meine These, welche mir vor kurzem klar geworden ist:
    Ich denke wir drehen uns im Kreis und sehen es einfach nicht. Nimmt man Gesellschaftskritik aus vergangenen Zeiten, egal welcher Epoche, wird man feststellen, dass diese im Großen und Ganzen auf heute übertragbar sind.

    Das menschliche Gehirn kann sich selbst nicht begreifen. Es gibt einfach eine Schranke über die wir nicht so einfach hinwegkommen.

    Ich vermute und ich bin nicht gläubig, wir können nur Frieden auf der Erde finden, wenn wir von außen dazu gelenkt werden.

    • Der Grund dieser Muster ist einfach zu benennen, denn es ist die Moral, die Ethik, indem der Mensch versucht, in einer ungewissen Welt Gewißheit zu schaffen.

      So entseht mit jeder Moral/Ethik ein schwarz-weißes duales Rechtssystem, mit Gut & Böse, Schuld & Unschuld, Recht & Unrecht, usw., reinste Polaritäten, die diese Gewißheit schaffen sollen.

      Gibt es Gewißheit, kann nichts nicht gewiß sein, das ist nur mit ausgeprägter Ignoranz aufrecht zu erhalten.

      Es ist einfach, aber in den Folgen für den Konditionierten nicht leicht zu verstehen.

    • Es ist tatsächlich nur eine imaginäre Grenze, die vornehmlich zwischen den Ohren verläuft, denn oben und unten ist eine rein moralische Frage, auf die nur der _Glaube_ Antworten hat.

    • @Franz Maria Arwee
      Sobald der Obdachlose begriffen hat, daß diese Grenze zwischen seinen Ohren verläuft, wird er sich wieder zufrieden unter seine Brücke auf seine Pappe legen und einschlafen.
      Sobald der chinesische Arbeiter das mit der Grenze zwischen den Ohren begriffen hat, wird er zufrieden wieder das Bambusgerüst hochklettern und sein Leben riskieren für seinen Ausbeuter.
      Sobald die Näherin in Bangla Desh das begriffen hat, wird sie in ihrer 13. Arbeitsstunde an diesem Tag denken: „Ich werde schön fleißig sein, damit mein Besitzer sich bald ein feuerfestes Gebäude für mich leisten kann!“

    • „Weil die eigentlichen Grenzen gar nicht zwischen Völkern und Nationen verlaufen, sondern immer zwischen Oben und Unten….“

      Nun sollte auch dem letzten klar sein, das die Asylanten und Flüchtlinge nicht das Problem ist.
      Es ist ein Symptom , ein Anzeichen oder Kennzeichen einer negativen Entwicklung.

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