Tagesdosis 17.11.2017 – Klaus Lederers Angst vor Ken Jebsen

Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

Das vom Berliner Kultursenator eingeleitete Verbot einer relativ unbedeutenden Preisverleihung für den kritischen Journalisten Ken Jebsen im Kino Babylon schlägt hohe Wellen. Es ist ausgerechnet der „linke“ Kultursenator und Vize-Bürgermeister der Hauptstadt, der es für nötig hält eine Symbolfigur der neuen Friedensbewegung quasi mit einem Auftrittsverbot zu belegen und auf seinem Facebook-Profil dazu aufruft, diesen „Wahnsinn“ zu stoppen.

Michel Foucault hätte seine Freude: die diskursive Grenzziehung, stellte er einst fest, geht immer damit einher, die Grenzen des Sagbaren und Denkbaren mit dem Wahnsinn zu umreißen. Was außerhalb unseres Wertesystems liegt, ist der Wahnsinn. So platt kommt der Berliner Kultursenator daher, denn sein Verbot entzieht sich jeder Grundlage. Vor kurzem sprach Jebsen in Ramstein auf derselben Kundgebung gegen die Airbase und die Drohnenkriege, wo auch Oskar Lafontaine sprach. Im Rahmen der Kampagne gegen die Militärbasis wurde ein gemeinsamer Aufruf von tausenden Aktivisten einschließlich Jebsen, einem Duzend Bundestagsabgeordneten der Linken und sogar dem Parteivorsitzenden Bernd Riexinger verabschiedet. Doch hinter diesem banalen Akt der Zensur liegt mehr als ein autoritär tickender pseudoliberaler Hauptstadtpolitiker, es ist mehr als ein Konflikt zwischen Klaus Lederer und Ken Jebsen – sie sind Synonym für politische Phänomene, Schichten des politischen Denkens und Betriebs. Dieser peinliche Verbotsversuch ist ein Antlitz der Transformation und eine neue Qualität der Anpassung und Integration der linken Bürokratie.

Klaus Lederer gehört einer Generation Politiker an, die kurz vor der Wende in den Startlöcher waren in der SED Karriere zu machen. Der Zusammenbruch des Ostblocks und des DDR-Staates zerbrach die aufgestellte Karrierelinie. Die großen Fische gingen zur CDU und wurden Wendehälse. Viele blieben, und die Jugendfunktionäre fanden sich in den 90ern in der absoluten Außenseiterposition wieder: geächtet und belächelt statt Karriere im Staat und Verwaltung. Doch Deutschland wurde linker und allen voran die Hauptstadt. So gelang es der PDS 2001 satte 22,6% in Berlin bei den Wahlen zu holen, mit Gregor Gysi an der Spitze. Die große Hoffnung nun in einer rot-roten Regierung sozialistische Kommunalpolitik zu erleben erwies sich jedoch als eine große Illusion: Unter dem Finanzminister Thilo Sarrazin wurde „gespart bis es quietscht“, und die roten Senatoren und Staatssekretäre erklärten sehr klug warum es nicht anders ginge, warum die Sachzwänge nun mal so wären. Die größte Privatisierung, die die Stadt bis dato erlebt hatte hieß nun „progressive Entstaatlichung“. 100.000 staatliche Wohnungen wurden Investoren in den Hals geworfen, der öffentliche Dienst drastisch zusammengestrichen, und Berlin bekam in den kommenden Jahren das Image einer „failed city“, wo die Verwaltung komplett überfordert ist.

Für Lederer und die Parteioligarchie der Linken war nun aber endlich die Möglichkeit gekommen innerhalb des politischen Establishments der Hauptstadt anerkannt zu werden. Der alte Traum der Anerkennung, und das politische Leben als Teil einer Verwaltung wurde Realität. So wurde die Partei glatt gebügelt, dissidente Stimmen an den Rand gedrängt und binnen kürzeste Zeit von zwei Legislaturen halbierte die Partei ihren Stimmenanteil in Berlin. Gelang es im Westen mit einem neuen bundespolitischen Profil viele Stimmen wieder dazuzugewinnen, verlor die Linke massives Terrain im Osten der Stadt bei den unzufriedenen Teilen der Bevölkerung. Während die Abgehängten die Linken nicht mehr als ihren Anwalt gegen das Establishment erkennen konnten, feierte sich die Parteibürokratie als besonders modern und hipp. Hier liegt die zweite kulturelle Signatur der Anpassung. Endlich ist man willkommen in den aufsteigenden Milieus in Berlins Mitte, die sich gerne als Global City feiern und die Ansiedlung der digitalen Industrie als ihren historischen Erfolg anheften.

Lederer ist Ausdruck einer linken Bürokratie, deren Lebensziel die Ankunft und Anerkennung in der etablierten Repräsentation der institutionellen Politik der Bundesrepublik ist. Aber ihre Integration läuft zeitgleich mit einer immer stärkeren allgemeinen Krise der politischen Repräsentation: Die Glaubwürdigkeit des politischen Systems ist eingebrochen, die mediale Vermittlung hat an Glaubwürdigkeit verloren. Ja noch grundsätzlicher: wir haben es mit einer immer stärkeren Krise der etablierten Wahrheit und Norm zu tun.

Diese Krise produziert neue Subjekte. Überall auf der Welt entstehen links und rechts und an der Seite des alten politischen Koordinatensystems neue Akteure, von unten, aber auch neue institutionelle Settings, Elitenprojekte, die von oben diese Krise in ihrem Interesse lenken wollen. Occupy Wallstreet, Indignados und der Basisaufstand in der britischen Labourparty auf der einen Seite, Brexit, Trump und AfD auf der anderen sind der Ausdruck einer niedergehenden Mitte samt ihrer Repräsentation, institutioneller Bindung und Wahrheit. Ein zentrales Element dieser Krise und des Wandels betrifft Medien. Während die etablierten Medien sich zunehmend als Machtinstrumente entpuppen, bricht das Internet neue Bahnen und löst eine Medienrevolution aus. Die rechten Trump-Blogger erreichen ein Millionen Publikum (unabhängig, aber erst recht wenn sie sich mit den rechten etablierten Medien verbinden), The Young Turks machten Sanders Kampagne zu dem, was es war. In Deutschland ist KenFM die Spitze des Eisbergs dieser Medienrevolution.

Die linken Bürokraten, gerade frisch im alten Repräsentations-Modus angekommen, müssen diese Revolution fürchten, denn sie bedroht das, worauf ihre Lebensbiographie aufbaut. Die Neureichen sind immer die, die am stärksten die Geldkultur repräsentieren: die linken Neuankömmlinge in der staatlichen Verwaltung sind diejenigen, die ihre systemische Ideologie am heftigsten verteidigen und ihr altes Image als Außenseiter dafür missbrauchen, um so glaubwürdiger alles außerhalb des systemkonformen Denkens zum „Wahnsinn“ zu deklarieren. Und so ist ein Lederer die Sperrspitze im Kampf gegen alles Unabhängige, Chaotische und Unbändige, das in der Energie von KenFM und seiner Community zum Ausdruck kommt.

Oberflächlich betrachtet kam die Aversion gegen KenFM mit dem Antisemitismus-Vorwurf, der im Laufe der Zeit jegliche Grundlage verloren hat. Auch Lederer schießt aus dieser Ecke der sogenannten „antideutschen“ Ideologie. Von den Antideutschen weiß man, dass sie in Allem und Jedem Antisemitismus entdecken. Doch das entscheidende bei dieser Denkrichtung ist der Anpassungs- und Integrationsdiskurs der subkultrellen Linken in das etablierte System. Der Begriff „antideutsch“ ist in diesem Zusammenhang recht irreführend. Kulturell gegen deutsche Plattitüden zu sein, ist kein Problem der politischen Artikulation. Die grundlegende Annahme der antideutschen Ideologie ist die Unmöglichkeit eines humanistischen und progressiven Bewusstseins der einfachen Leute, einer im Kapitalismus lebenden Bevölkerung. Biographisch ist es sogar verständlich, denn für den akademische jugendlich-subkulturellen Teil der 68er Linken erschienen die Unterklassen meist gegen sie aufgestellt: die Gewerkschaften demonstrierten für die USA beim Vietnamkrieg, sie waren für die AKWs, und die Arbeiter schwenkten Deutschlandfahnen bei der Wende, während kurz danach die Migrantenheime brannten; so die oberflächliche aber reale Wahrnehmung von Teilen der linken Jugend. Der Verrat basiert immer auf verloren gegangenen Hoffnungen. So entstand aufgrund dieser Desillusionierung eine Lesart der Geschichte, wonach die unteren Schichten nicht fähig seien zu Subjekten der Befreiung zu werden, und ihre Subjektivität die Grenzen der Herrschaft nicht überschreiten, sondern nur festigen kann. Kommt es zu selbständigen politischen Regungen der Subalternen, kann nur Barbarei die Folge sein. Und so lernten die Ex-Radikalen das Imperium zu lieben: gegen die barbarischen Unterklassen und antiimperialen Kämpfer konnte nur der Leviathan Halt bieten, die westlich-liberale Ordnungsmacht gestützt auf ein aufgeklärtes Bürgertum.

Die antifaschistische Deutung des Krieges („Saddam Hussein ist der neue Hitler“, „Milosevic ist der neue Hitler“, „Ghaddafi ist der neue Hitler“) ist eine imperiale Strategie, die von Teilen der in ihrem revolutionären Elan in hohem Maße desillusionierten und nach Aufstieg und Anerkennung haschenden Linken übernommen und noch schärfer umgesetzt wurde. Niemand konnte diese Erzählung so gut bedienen wie ehemaligen Antiimperialisten vom Schlag eines Joschka Fischers oder Daniel Cohn-Bendits.

Der antideutsche Diskurs, die Liberalität mit dem Imperium gegen antiimperiale Kräfte zu verteidigen, ist entscheidend für die bundespolitische Integration der Partei Die Linke. Es ist völlig klar, dass es bei der Außenpolitik keine Kompromisse geben kann. Es gibt nicht ein Bisschen-in-der-Nato, und ein Bisschen-Krieg. Die Linke kann in ihrer jetzigen Verfassung in keiner Koalition der NATO-affinen Parteien mitmachen. Für die Regierungsfähigkeit gilt es Stück für Stück dieses grundlegende friedenspolitische Profil der Partei zu schleifen. Hieran arbeiten die Netzwerke der Realpolitiker systematisch, und sobald es eine reale Option auf Regierungsbeteiligung gibt, wird dieser Konflikt eskalieren. Nun hat Die Linke die meisten Strukturen der alten Friedensbewegung integriert. Sie sind Bestandteil der Partei, was einerseits gut ist, um das friedenspolitische Profil der Partei zu stärken. Auf der anderen Seite fehlte ein friedenspolitisches Korrektiv von Außen, das unabhängig die Partei unter Druck setzen kann, ihre friedenspolitischen Positionen auch in der Regierung zu halten. So mussten ein Lederer & Co die neue unabhängige Friedensbewegung mit allen Mitteln bekämpfen und deren Kommunikation mit der Partei kappen, während die Mehrheit dieser neuen Bewegung eindeutig nach links tendiert. KenFM ist das wichtigste Sprachrohr dieser neuen unabhängigen Friedensbewegung, von daher hat es sich die Angst und den Hass des Klaus Lederers verdient.

Streit und Kritik sind das Wesen einer demokratischen Gesellschaft. Alle demokratischen Aufbrüche waren voller Widersprüche und Konflikte. Martin Luther King sah in Malcolm X zu viel Gewalt, Malcolm X attackierte King lange Zeit wegen seiner Friedlichkeit, die seiner Meinung nach die Widerständigkeit der Schwarzen behinderte. Sie stritten und gingen miteinander, und bewegten letztlich das, was es zu bewegen gab. Das Debattenverbot und der Versuch des diskursiven Ausschlusses gegen Jebsen zeugt von einer tiefen Verunsicherung der Regierungslinken, denn sie haben kein reales gesellschaftliches Projekt vorzuweisen: die Staatsprojekte der Linken sind gescheitert! Die staatskapitalistische Variante des Ostblocks verlor ein für alle mal gegen den liberalen Westen, und in der daraufhin angesetzten Phase der Globalisierung unter der Dominanz des Finanzkapitals konnte kein linkes Regierungsprojekt im Westen erfolgreich durchgeführt werden. Die Sozialdemokratie kollabierte von Innen, um neoliberale Monster freizusetzen, die alten kommunistischen Parteien und Bewegungen lösten sich in Nichts auf oder darben im Sektenwesen. Aber der humanistische Widerstand ist nicht zu brechen und erschütterte den Neoliberalismus, wieder und reihenweise wurden auch Staaten von Linken gekapert, eine Welle die erst Lateinamerika erfasste und bis nach Griechenland kam. Doch die Kräfte des globalen Kapitals waren stärker. Soviel Gutes auch versucht wurde, die staatlich-institutionelle Linke ist spätestens seit der Erfahrung des dramatischen Scheiterns der Syriza-Regierung in Griechenland ohne vorzeigbares Projekt.

Das an sich, ist nicht das Problem. „Preguntando caminamos“, fragend schreiten wir voran, so die programmatische Ansage der Zapatisten. In den vielen Versuchen, von Bolivien über Barcelona bis Rojava, die Befreiung ist ein offener und widersprüchlicher Prozess und niemand kennt den genauen Weg. Die Welt entzweit sich: während die Trumps und Gaulands die Glocke der Barbarei läuten, steigt die humanistische Hoffnung von einer neuen linken Welle. Wir suchen gemeinsam, streiten und gehen einen Weg dessen Zielgeraden wir nicht genau kennen. Wer wirklich den Weg der Befreiung sucht, muss sich der Offenheit und Widersprüchlichkeit der neuen Realitäten aussetzten, von anderen lernen, bereit sein grundlegende Annahmen kritisch zu hinterfragen. Die aufstiegsorientierte linke Bürokratie sucht aber nicht den offenen Weg der Befreiung, sondern sieht sich als die bessere Verwaltung der bestehenden Verhältnisse. Moral statt Argument ist ihr deutlichstes Signum. Klaus Lederer weiß, dass er nur den Grünen Salon füllen kann, während Jebsen und Ganser die große Halle daneben mehrfach füllen. Und er weiß, dass er in einer offenen Debatte gegen den energischen, chaotischen und wilden Befreiungsdiskurs eines Jebsens nicht gut aussehen würde. Die Angst vor Ken Jebsen ist die Angst der inhaltlich und perspektivisch leeren Teile der integrierten Linken, die tief im Inneren wissen, dass sie nicht mehr wissen, aber zu feige sind, es zuzugeben.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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55 Kommentare zu: “Tagesdosis 17.11.2017 – Klaus Lederers Angst vor Ken Jebsen

  1. Wer die Wahrheit sagt, wird getötet, auf diese oder jene Weise. Das macht jeder Staat, jede Gesellschaft, jede Familie so. Denn das Fundament jeder Gemeinschaft ist die Lüge. So wie das Fundament der Existenz die Täuschung ist.
    Nicht, dass Ken die Wahrheit sagte. Er kennt die Wahrheit nicht. Er deckt nur anderer Leute Unwahrheit auf. Das ist ein beliebtes Spiel, und so entsteht die KenFm-Gemeinschaft auf der Basis dieses Zeitvertreibs.
    In Wahrheit sind wir alle Hochstapler. Alle Welt ist eine einzige Hochstapelei. Eine Fata Morgana, ins Leben gerufen von einem fiktiven Ich.

    • gelöscht, Elfin?

      Kenn ich. Mache ich auch oft hier.

      Dennoch interessante Gedanken, die ich mal kommentieren möchte.

      Wer die Wahrheit sagt, wird getötet, auf diese oder jene Weise

      Erlaubt eine sehr lange Diskussion darüber, was Wahrheit allgemein ist oder sein könnte und wer darüber entscheidet, wie mit Wahrheit umgegangen wird.

      Das macht jeder Staat, jede Gesellschaft, jede Familie so.

      Kennen Sie das Buch: „Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas“ ?

      Vermutlich nicht, aber ich empfehle es Ihnen.

      Der Begriff Wahrheit , generell ein Realitätsbezugssystem wird dort auf eine ganz andere Art und Weise beschrieben. Familienhalt, Spracherwerb, Traumverarbeitung etc… – alles ein ganz anderes, kulturelles Niveau.

      Es kommt, aus meiner Sicht, ganz darauf an, welches kulturelle Bezugssystem Sie für ihre Sichtweise der allgemeingültigen Aussage verwenden möchten.

      Dieses Buch bezieht sich auf das Leben und die Umstände eines Naturvolkes, welches sehr anders als europäische Kulturen zu leben versteht.

      Denn das Fundament jeder Gemeinschaft ist die Lüge.

      Da Sie sich gelöscht haben, kann ich schlecht dies ausdiskutieren.

      Wenn das Fundament einer Gemeinschaft die Lüge wäre… was schlussfolgern Sie denn daraus als Konsequenz für sich und andere?

      Sich zu löschen, nachdem Sie das geschrieben haben, oder noch etwas anderes?

      So wie das Fundament der Existenz die Täuschung ist.

      Da hätte ich auch einiges öffentlich oder nicht-öffentlich zu schreiben können, aber : gelöscht ist gelöscht…
      Nicht, dass Ken die Wahrheit sagte. Er kennt die Wahrheit nicht. Er deckt nur anderer Leute Unwahrheit auf. Das ist ein beliebtes Spiel, und so entsteht die KenFm-Gemeinschaft auf der Basis dieses Zeitvertreibs.

      Jetzt wird es schon konkreter und da werde ich konkret zu antworten :

      Er deckt nur anderer Leute Unwahrheit auf. Das ist ein beliebtes Spiel, und so entsteht die KenFm-Gemeinschaft auf der Basis dieses Zeitvertreibs.

      Da kann ich viel differenzierter zu antworten, wenn Sie meine Beiträge an vielen Stellen des Forums lesen würden.

      Ich könnte auch Beispiele für Veränderungsdynamiken Ihnen aufzeigen – aber : gelöscht ist eben gelöscht…

      In Wahrheit sind wir alle Hochstapler. Alle Welt ist eine einzige Hochstapelei. Eine Fata Morgana, ins Leben gerufen von einem fiktiven Ich.

      Sich über Bedeutungslosigkeit verständigen zu wollen, erklärt die Löschung Ihres fiktiven Ich’s.

      Diese Zeilen, die ich als Kommentar geschrieben habe, existieren in Wirklichkeit garnicht. Sie sind nur in Ihrem Kopf, der dieses nicht lesen wird, weil er garnicht existiert…

    • Wat’n Schwachsinn !
      Wahrheit ist immer faktisch. apri ori. empirisch.
      Sie existiert auch ohne den Bertachter und unabhängig davon wie dieser rumspinnt.
      Einzig die Wahrnehmung ist subjektiv. Terra. Erde. Mundo, le Monde, Earth etc. bezieht sich auf das gleiche Objekt.
      Und es gibt selbstverständlich einen individuellen Rückbezug vom Objekts zum Betrachter.
      Dennoch gibt es bei stimmiger Navigation in Zeit und Raum sowohl Objektivität , als auch Wahrheit.
      Die Behauptung es gäbe keine Objektivität anstatt zu sagen Wahrnehmung ist stets subjektiv, wird dazu benutzt eine Klärung abzuwenden.
      Demzufolge sind auch solche Äußerungen einzig für den Zustand der Psyche , nicht aber bzgl. der Wahrheit überhaupt relevant.

  2. Das ist ja alles sehr wortreich und auch nicht verkehrt, was Pedram Shayar schreibt. Aber „eine relativ unbedeutende Preisverleihung“? Was wäre denn für ihn bedeutend? Der Thomas-Mann-Preis? Oder der Preis einer Buchmesse?

    Typisch Shayar, für den es offenbar nichts Bedeutenderes gibt als ihn selbst. Der Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik ist der einzige wirklich alternative Kultur- und Literaturpreis in Deutschland. Warum muss das herabgewürdigt werden? Erstaunlich!!!

    Lederer ist nach meiner Ansicht auch nicht „pseudoliberal“, sondern ein aufgestiegener Opportunist, der seine Karriere wer weiß was und wem zu verdanken hat. Und damit kommen wir dann zum Kern der Sache, siehe Wolfgang Bittner:
    https://kenfm.de/der-berliner-babylon-skandal/

  3. Viel Geschwafel und daher Fabuliererei in diesem Beitrag.

    Ich hege nun wirklich keine Sympathien für Herrn Lederer, aber irgendwelche Tatsachen herbeireden, wie

    „Klaus Lederer gehört einer Generation Politiker an, die kurz vor der Wende in den Startlöcher waren in der SED Karriere zu machen. Der Zusammenbruch des Ostblocks und des DDR-Staates zerbrach die aufgestellte Karrierelinie. “

    finde ich schlechten Stil.

    Zu Wendezeiten, also mit 16 Jahren, hatte er vermutlich noch nicht ernsthaft über eine Karriere nachgedacht und vermutlich auch noch keine so fetten Böcke geschossen, dass alles verbaut war.
    Solche Behauptungen sollte man dann auch mit Beweisen unterfüttern.

    Viel interessanter hätte ich gefunden, was in seiner Dissertation über die Privatisierung im Wassersektor, für die er etliche Preise bekommen hat, so stand, wenn ich jetzt höre, dass man in Berlin über Schulprivatisierungen orakelt.

    https://www.gemeingut.org/civi-public?page=CiviCRM&q=civicrm/mailing/view&reset=1&id=490&snippet=1

  4. Herzlichen Glückwunsch für den Preis.
    Ich glaube kaum das dies auf Kläuschens eigenen Mist gewachsen ist.
    Muttis Babysitter haben da sicher gehörig am Würgehalsband gezogen.
    Sie Herr Jebsen haben sicher keinen Anlass für solch antesemitischen Gejaule geliefert.
    Daher ist es doch eigentlich ein hohler Ball der ihnen da zugeworfen wird
    Einen der eigentlich doch lieber astronomische Berechnungen anstellen würde,
    und mit dem was er da repräsentiert eigentlich überfordert ist und so allmählich aufquillt,
    muss man ein gewisses Maß an Frustration trotzt aller Wichtigtuerrei einfach zugestehen.
    Daher : machen Sie was daraus !

  5. Ich freue mich riesig für Ken Jebsens Auszeichnung. Gratulation! Mag, die Feier dazu kleiner ausfallen. Aber Entmutigung ist nicht angesagt. Nein die Auszeichnung Ken Jebsens durch die Rheinische Zeitung Online sollte Ansporn für weiterhin fundierten empathischen Journalismus sein.

    Danke, lieber Pedram Shayar, für Ihre erhellende Analyse.
    Herr Lederer, wie Herr Liebich und andere sind Ausdruck eines charakteristischen Symtoms der Linkspartei zur Systemadaption und Selbstverleugnung. Es wird spannend, wie sich die Linkspartei weiterentwickeln wird.

    Ich lebe in einem Gebiet, wo die Linkspartei, wenn sie Mandate hat, bestenfalls eine willfährige Erfüllungsgehilfin der Bürokratie ist. Mit Politik hat sie dann überhaupt nichts mehr zu tun.

  6. Hervorragende Analyse Herr Shahyar.

    Mir kommt noch folgender Gedanke aus der Realpolitik:
    Das nun solche abgelederten angepassten, nützlichen Leute Berlin vertreten, hat vielleicht auch mit dem sogenannten Berliner Bankenskandal des Jahres 2001 zu tun ?
    Man erinnert sich:
    MP Eberhard Diepgen und die CDU regierte Berlin bis 2001.
    Durch den Bankenskandal 2001 brach Berlin wirtschaftlich zusammen, und dem Bürger wurden in Milliardenhöhe die Banken-Zockerschulden übertragen.
    Wenn ich damals Berlin besuchte, waren die meisten Straßenlaternen dunkel. Berliner mussten ja sparen !!
    Eigentlich war das, das spätere Drehbuch zur europäischen „Bankenrettung“ durch ESM von 2012. in dem EU-Bürger alternativlose Vollhafter für kriminelle Bankenzocker wurden.
    Sogenannte „Austerität“ wurde zwangsverordnet.

    Landowsky / CDU. (1975 – 2001)
    Die Bankgesellschaft Berlin AG, > 50% Anteil Land Berlin, einst 1994 gegründete Holding von Landesbank Berlin, Berliner Hyp u. Berliner Bank.
    Diese Holding-Konstruktion war aus formalen Gründen rechtswidrig, da die Landesbank Berlin (öffentlich rechtlich) von 1993 bis 2004 die Investitionsbank Berlin als wirtschaftlich und organisatorisch selbstständige Bank mit einbezog. Diese Bank gehörte aber niemals zur Bankgesellschaft AG, nutzte aber das Eigenkapital für ihre katastrophalen Immobiliengeschäfte.
    Für die dann ab 2001 Berliner Bürger den Vollhafter spielen durften.

    Als Nicht-Berlinerin erscheint es mir jetzt nachvollziehbar, dass man für eine solche finanzielle Katastrophe, eigentlich nur „nützliche Idioten“ finden musste, die freiwillig den „Karren aus dem Sumpf ziehen“, anstatt den Banken an den Kragen zu gehen.
    Ob sich dafür angepasste LINKE besonders eigneten, weiss ich nicht. Logisch wäre es aber schon.

    Die finanziellen Knebel, mit denen man die Leute gefügig machte, sind wohl die gleichen wie global durch IWF. Es ist die Geldschöpfung aus dem Nichts – für die es real nur einen Dummen geben muss, der Vollhafter spielen soll. Der Bürger.

    Dafür muss man nur noch den Rechtstaat beugen.
    Abstimmung zu ESM im DBT
    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/39612147_kw26_angenommen_abgelehnt/208938
    Doch zurück nach Berlin 1994-2001.
    Die Kriminalpolizei fragt – Ist die DeuBa eine kriminelle Vereinigung?
    https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2014/maerz/detailansicht-maerz/artikel/ist-die-deutsche-bank-eine-kriminelle-vereinigung.html

  7. Hallo manou1267 und Alexandra Poller,
    ich habe mir grad ein Beispiel an euch genommen und folgende Email gesendet:

    Betreff: Preisverleihung an Ken Jebsen durch Klaus Lederer sabotiert

    Hallo parteivorstand-Klammeraffe-die-linke_de,

    ich habe bei der letzten Bundestagswahl zum ersten und – wie mir inzwischen klar geworden ist – letzten Mal meine Stimme für DIE LINKE verschwendet. Ich tat das nicht wegen sondern trotz des Parteivorstands von DIE LINKE. Gäbe es in dieser sogenannten Demokratie unseres Landes die Möglichkeit, den Bundeskanzler direkt zu wählen, so hätte ich meinen Wählerwillen direkter und ohne Inkaufnahme dieses Ballastes (Parteivorstand von DIE LINKE) dadurch zum Ausdruck gebracht, daß ich Sahra Wagenknecht zur Bundeskanzlerin gewählt hätte.
    Leider bietet unser gegenwärtiges Wahlsystem nur die Möglichkeit eine Menge ekelhaften Ballastes mit zu wählen, wenn man seine Stimme ehrlichen und aufrichtigen Politikern geben möchte. Man muß dann im Fall von DIE LINKE sogar noch deren ärgste Feinde mitwählen. Und so kommt auch eine Lusche wie der Lederer auf seinen Posten.
    Aber selbst Luschen wie Lederer sind noch zu was gut: ich – und sicher viele andere – werde meine Stimme nicht mehr so sinnlos verschwenden. Luschen wie Lederer sind mir ein Ansporn mein ohnehin schon begonnenes Engagement bei den Bürgerkandidaten (buergerkandidaten_de) zu verstärken, damit die Leute endlich eine echte Alternative zur Wahl des Einheitsbreis CDUCSUAFDFDPLINKEGRÜNE bekommen.
    Ihr werdet noch von uns hören!
    Herzlichen Dank für diesen Denkanstoß durch den Lederer.
    Willy Schürer

    • 🙂
      Bislang habe ich keine Antwort auf meine Email bekommen, aber interessanter Weise habe ich auf der Website (klaus-lederer(.)de/#teilhabe) folgendes Statement gefunden:
      Zitat
      Kulturelle Infrastruktur ausbauen
      Berlin muss Räume für Kunst und Kultur sichern und schaffen. Durch Verdrängung und Verwertungsdruck werden Räume immer knapper. Die kulturelle Vielfalt ist das Aushängeschild Berlins als europäische Metropole und Hauptstadt. Zitat Ende
      😀 das ist schon beinahe lustig, aber nur beinahe…

  8. Hallo manou1267 und Alexandra Poller,
    ich habe mir grad ein Beispiel an euch genommen und folgende Email gesendet:

    Betreff: Preisverleihung an Ken Jebsen durch Klaus Lederer sabotiert

    Hallo parteivorstand@die-linke.de,

    ich habe bei der letzten Bundestagswahl zum ersten und – wie mir inzwischen klar geworden ist – letzten Mal meine Stimme für DIE LINKE verschwendet. Ich tat das nicht wegen sondern trotz des Parteivorstands von DIE LINKE. Gäbe es in dieser sogenannten Demokratie unseres Landes die Möglichkeit, den Bundeskanzler direkt zu wählen, so hätte ich meinen Wählerwillen direkter und ohne Inkaufnahme dieses Ballastes (Parteivorstand von DIE LINKE) dadurch zum Ausdruck gebracht, daß ich Sahra Wagenknecht zur Bundeskanzlerin gewählt hätte.
    Leider bietet unser gegenwärtiges Wahlsystem nur die Möglichkeit eine Menge ekelhaften Ballastes mit zu wählen, wenn man seine Stimme ehrlichen und aufrichtigen Politikern geben möchte. Man muß dann im Fall von DIE LINKE sogar noch deren ärgste Feinde mitwählen. Und so kommt auch eine Lusche wie der Lederer auf seinen Posten.
    Aber selbst Luschen wie Lederer sind noch zu was gut: ich – und sicher viele andere – werde meine Stimme nicht mehr so sinnlos verschwenden. Luschen wie Lederer sind mir ein Ansporn mein ohnehin schon begonnenes Engagement bei den Bürgerkandidaten (buergerkandidaten.de) zu verstärken, damit die Leute endlich eine echte Alternative zur Wahl des Einheitsbreis CDUCSUAFDFDPLINKEGRÜNE bekommen.
    Ihr werdet noch von uns hören!
    Herzlichen Dank für diesen Denkanstoß durch den Lederer.
    Willy Schürer

  9. “ Die grundlegende Annahme der antideutschen Ideologie ist die Unmöglichkeit eines humanistischen und progressiven Bewusstseins der einfachen Leute “

    Stimmt leider, die Deutschen müssen geändert werden, ich fand das sogar bei
    Colonel Roderick Macleod, D.S.O., M.C., and Dennis Kelly, ‚TIME UNGUARDED The Ironside Diaries 1937- 1940‘, New York, 1963
    Ironside war Britischer Armee Kommandant.
    Kein Zweifel das die Briten gute Leute waren, obwohl damals GB noch 40% der Erde beherrschte.

    Wie noch heute eine antideutsche Hetze betrieben wird lese ich bei Zuckerman, The Rape of Belgium.
    Es geht darüber wie die Deutschen im Ersten Weltkrieg sich barbarisch benommen haben in Belgien.
    Kein Verständnis dafür das Deutschland für seine Existenz kämpfte, was Ludendorf sehr gut sah, und was in 1919 Versailles bestätigt wurde.

    Das Buch wurde in holländisch übersetzt, bin froh nicht diese teure Übersetzung gekauft zu haben, kein Ärger über die Einleitung des belgischen Äutorität auf diesem Gebiet, ich kann raten was die schreibt.

    Es ist natürlich nicht so das das Deutsche Heer sich damals immer wie Engel benommen haben, aber das Buch ärgert mich durch seine Einseitigkeit.
    Im Vorwort wird die Verbindung mit dem Holocaust gemacht, als ich das las dachte ich ‚da gehen wir wieder‘.

  10. Ich kann diese feigen, dümmlichen, macht-und geldgeilen Fressen von solchen Leuten wie Lederer echt nicht mehr sehen, die so dumm sind, sich den eigenen Ast abzusägen. Die mit dümmlicher Schweinefresse auf den eigenen Untergang anstoßen.
    Das ist das, was mir sowieso total unklar ist, denken solche Leute, daß sie ein Arche Noah haben? Keine Ahnung was da abläuft in den 3 Gehirnzellen.

    • Wenn solche Nulpen sich selber überflüssig machen, dann müssen wir sie schon nicht entsorgen.
      Mal ehrlich, was hat man je von Politik zu erwarten gehabt?
      Ich würde mir rein gar nichts von eine Regierung erhoffen, egal ob linke oder rechte drin sitzen.
      Das System bestellt die Musik.
      Es gibt keine emazipatorische Politik. Politik ist immer Machtkonzentration.
      Ich soweit, dass es auch keine linke Partei geben kann: Partei an sich ist nicht links, Kann es und wird es nie sein.
      (Vorausgesetzt, dass man sich überhaupt mal einigt, was links denn sein soll.)

  11. Ich kann es hier nur nochmals betonen und wiederholen:
    Die Angst des Klaus Lederer vor Ken Jebsen ist mit darin begründet, dass die Linke – hier in Gestalt eines völlig überforderten, unbedeutenden und unbedingt ins Gespräch kommen wollenden Klaus Lederer, neben klugen Sprüchen praktisch nichts, rein gar nichts vorzuweisen hat. Die Linke kennt nur Bevormundung, Verbot, Gleichschritt !
    MfG
    Dipl.-Psych. Dr.h.c. Joachim George Maßek

    • Es ist ein Jammer, aber vielleicht ein nicht zu verhindernder, dass es überhaupt Parteien gibt, zumal wenn sie sich ungestraft als links titulieren dürfen und damit ihren Dünnsinn im Namen von akzeptablen werten exekutieren:

      „Der Einzelne kann vernichtet werden,
      Aber die Partei kann nicht vernichtet werden.“

      So zumindest und aus dem Zusammenhang gerissen lehrt uns Brecht.

      Und auch wenn wir als Individuen nur zwei, eine Partei aber mindestens 1.000 Augen hat, so lehne ich aus Erfahrung Parteien rundweg ab. Wo mehr als 10, 20, 30 Menschen zusammen sind, da regiert schon die Gemeinheit und Trivialität. Jedenfalls ist der Gemeinsinn dann schon schwer in Bedrängnis. Man gehe nur mal auf einen Elternabend.

      Vielleicht wäre ein Mensch wie dieser L. auch ohne Partei so ein armer Lump geworden, aber ganz augenscheinlich hat ihn die Partei auch nicht zu einem Menschen gemacht.
      Schon gleich gar nicht zu einem, der die „Dämme der Lehre“ einreißt.

  12. ich bin sehr beeindruckt von diesem Kommentar. Im Besonderen mit der Beschreibung der Anbiederung vielen aus der DDR kommenden „Genossen“. Das sage ich als Wessi mit drei Jahren Erfahrungen bei der LINKEN im Berliner Westen. Bin schon wieder raus. Den Geruch (Gestank) der Kriecherei vor der Partei-Elite der
    Sozialdemokratie und dem Regierungsmilieu kannte ich noch von 20 Jahren Mitgliedschaft bei den Grünen. Und Lederer ist zweifellos genau von dieser Sorte. „Die Linken sind nur erträglich, solange sie nicht in der Regierung sind“ (Freund von mir) Genau.

  13. Gutes Statement von Herrn Shahyar.

    Ich kann nicht umhin, mich für eine weitere, eigene Meinung zu Herrn Lederer nun auch zu äußern.

    Seine Aussagen bei der Linken sollten politisch eine bestimmte Sichtweise den Rezipienten vermitteln.

    Ich vergleiche mal seine Texte mit dem Engagement, eine Verleihung im Babylon an Herrn Jebsen zu kippen:

    Allerdings spiegelt sich mein »Links sein« in jedem Bereich meines Lebens. Jeder Lebensentwurf, jeder alternative Lebensentwurf, muss gelebt werden dürfen – selbstbestimmt und frei. Frei von Ängsten vor der Zukunft, frei von Ängsten um soziale Sicherheiten, frei in allen Rechten. Solidarisch, gerecht und friedlich. Emanzipatorisch und demokratisch. Und immer fragen, ob es nicht anders geht – besser für alle. Eben Links im 21. Jahrhundert.

    Quelle: http://klaus-lederer.de/lederer/

    Das also ist die Frage: besser für alle, wenn Herr Jebsen bei einer wertschätzenden Veranstaltung ausgeladen wird, Herr Lederer? Sicher besser für alle, wirklich??

    Wie leben Sie denn frei von Ängsten, wenn Sie eine Verleihung sabotieren?
    Wer hatte Ihnen noch größere Angst machen können, damit dies geschehen konnte??

    Hier auch so eine interessante Redepassage vom 30.06.2017 ( keine 6 Monate alt) von Ihnen:
    https://www.youtube.com/watch?v=0Ekt2MfcU4k&t=1m36s

    Weil zum Einen Berlin ist eine großartige Kulturstadt. Diejenigen von Euch, die öfter hier sind, wissen das. Wenn man sich den Zustand der Welt anguckt, des Landes, insbesondere unseres Landes: Rassismus, Menschenverachtung, Dumpfbackentum. Dann zeigt sich relativ deutlich: Kultur und Bildung sind für alle Menschen unverzichtbar, so niedrigschwellig wie möglich, am besten kostenfrei. Dafür muss man kämpfen. Eine Linke kann nur eine Kulturlinke sein.

    So. Herr Lederer. Ich werde für Kultur kämpfen. Und für Toleranz als Gegensatzpaar von Menschenverachtung.

    „Eine Linke kann nur eine Kulturlinke sein.“ – Welche Kultur hat dann ihr Engagement beim Babylon gegen Herrn Jebsen?

    Ist das eher Rassismus, oder Menschenverachtend? Ich verstehe die Definitionen Ihrer eigens geschrieben und gesprochenen Werte und Worte nicht – daher muss ich dies fragen.

    Sie treten nicht nur Ken Jebsen entgegen, sondern auch der Community und den Menschen, die sich unparteeisch zu vielen Themen auf KenFM angesprochen fühlen.

    Sie treten auch den Aussagen auf Ihrer Homepage entgegen, Sie treten Ihren eigenen Worten für „niedrigschwellige, kostenfreie Kultur“ entgegen.

    Für wessen Kultur sind Sie eigentlich?
    Für welche Werte stehen Sie wirklich?
    Glauben Sie selber das, was Sie reden, oder auf Ihrer Homepage schreiben?

    Ich zitiere nochmal etwas, was ich schon länger mal geschrieben hatte, vielleicht kann Ihnen das helfen, Herr Lederer:
    ( Hier der Link, falls Sie es komplett lesen möchten https://kenfm.de/kenfm-live-2-16-jahre-911/#comment-123207)

    Diesen Menschen ist privat und beruflich der Gedanke von Wahrhaftigkeit abhanden gekommen. Für wen stehen Sie eigentlich?

    Letztlich für Ihre eigenen Interessen, die sie durch mehrere, gegensätzliche Interessen im privaten wie beruflichen Kontext umzusetzen suchen.

    Oft wachen solche Menschen erst am Sterbebett auf und merken dann erst emotional, dass manches eventuell nicht völlig ok gewesen ist.

    Die Chance zur Wahrhaftigkeit besteht aber immer.
    „Ein Mann, der in einem Teil des Landes wanderte, in dem Diamanten entdeckt worden waren, kam in ein Gebiet, das übersät war mit kleinen zersplitterten Glassteinen, die im Sonnenlicht funkelten.

    ‚Diamanten!‘, dachte er aufgeregt, bückte sich, um einen von ihnen aufzuheben und merkte, dass es sich lediglich um eine Glasscherbe handelte. Enttäuscht warf er sie weg und streckte die Hand nach einer weiteren aus. Aber auch diese war kein Diamant, sonder nur Glas. Er fuhr fort, die Scherben aufzuheben, eine nach der anderen. Manchmal schnitt er sich an den scharfen Kanten. Jede Scherbe, die er aufhob, war genauso wenig ein Diamant wie die erste.

    Das ist der Weg der Sünde. Das falsche Glitzern ist anziehend, aber wenn man sich darauf einlässt, stellt es sich heraus, dass es nichts anderes ist als „kaputtes Glas“. Oft schneidet man sich auch noch daran, wenn man sich ihm ganz hingibt. Aberr immer ist es am Ende eine Enttäuschung.

    Sinnesgenüsse können nur in Übersättigung, quälender Monotonie oder Ekel enden. Warum? Aus dem einfachen Grund, weil unsere physischen Sinne nicht unser wahres Selbst sind.“

    Quelle: Swami Kriyanada : Die Essenz des spirituellen Weges

    Und es geht eben wieder um Wahrhaftigkeit.

  14. Bisher dachte ich, Herr Lederer startet einen Versuchsballon. Ich muss mich korrigieren.

    Mich erreichte gerade folgende Nachricht:

    Guten Tag,
    leider muss die folgende Vorstellung entfallen:
    Kino: Babylon Berlin, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
    Vorstellung: 5. Kölner Karlspreis für engagierte Literatur
    Datum, Uhrzeit: 14.12.17 18:00
    Saal: Kino 1
    Sitzplatz: 1x freie Sitzplatzwahl
    Sitzkategorie: 1x Parkett – Normal
    Bestellnummer: 1706700083656
    Eine vollständige Rückzahlung auf das bei der Bestellung verwendete Zahlungsmittel ist bereits angewiesen.
    Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.
    Mit herzlichen Grüßen
    Das kinoheld Team
    ———————–
    meine Antwort
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das ist eine ganz negative Entscheidung für unsere Demokratie, die sie da getroffen haben. Ich verurteile das auf des schärfste. Ich war immer stolz auf die Veranstaltungen im Kino Babylon. Ich werde mich nun korrigieren und das meinen Bekannten mitteilen. Sagen sie Ihrem Mäzen Lederer, der auch meine Gelder für Erpressungsmaßnahmen ausgibt, das ich sein Verhalten missbillige.
    mit freundlichen Grüßen
    Bernd Schmidt

  15. Es ist ja natürlich, das in einem System, welches Posten und Pöstchen zu vergeben hat, sich immer die Opportunisten um den Anführer scharen. In zwischen wird die LINKE ebenfalls mit Leuten besetzt sein, die immer am „Eifern“ sind , nie den konträren Weg wählen und so immer ein Plätzchen im Sonnenlicht der Führende erhalten. Nur so funktioniert Parteikarriere.

    Ein Rudi Dutschke wäre sicher in einer Partei entweder ein Karrierist geworden oder mundtot gemacht worden.

    Der einzige Weg, um laut zu werden ist eine APO. In ihr hat der Bürgerschreck das sagen.

    Sobald aber der Dienstwagen mit Chauffeur ins Spiel kommt, sieht man seinen Status in der Gesellschaft angehoben. Man wird bestechlich.

    Da winkt die Einladung zum Bundespresseball.

    Man wird auf dem Grünen Hügel gesichtet.

    Wer kann da noch als Kultursenator mit Widerhaken im Mund rumlaufen,
    wenn doch der Smoking so gut passt.

    Ein Parteimitglied der LINKEN sollte sich wirklich überprüfen, ob Plakate kleben sein größter Wunsch ist. Oder möchte er auch mal am Kopfende der Tafel sitzen.

    Ich war einmal auf einer LINKEN Versammlung. Auftritt eines BTM. Ich weiß den Namen nicht mehr. Aber was mir in Erinnerung geblieben ist, war das kriecherisch Verhalten des Ortsparteivorsitzenden.

  16. Danke für diesen erhellenden Kommentar.
    „Die Linke“ wollte ich diesmal wählen. Als mir klar wurde, dass Frau Wagenknecht zwar das intellektuelle Aushängeschild dieser Partei ist, ihr kluger Kopf, ihre Positionen aber innerhalb der Partei von Leuten wie Riexinger, Kipping & Co nicht nur nicht geteilt, sondern mit allen Mitteln bekämpft werden, habe ich davon Abstand genommen.
    Die Enttäuschung sitzt bei mir sehr tief. Für mich gibt es keine wählbare Partei mehr. Der einzige schwache Trost ist, daß es offensichtlich nicht nur mir so geht. Als Kriegsdienstverweigerer [Jahrgang 54] bin ich inzwischen selbt von den Kirchen, ganz besonders der evangelischen, der ich [noch, aber nicht mehr lange] angehöre, maßlos enttäuscht (der „Pfarrer“ und Bundespräsident Gauck forderte mehr militärisches Engagement, Obama wird auf dem Kirchentag als Lichtgestalt bejubelt und gefeiert). Sie haben den Friedensauftrag Jesu in schändlichster Weise verraten und haben nicht das geringste Problem damit. Die Kriegstrommeln dürfen wieder geschlagen werden. „Der Russe“ ist als Bedrohung des Weltfriedens ausgemacht und wird zum Feinbild aufgebaut. Und die Kirchen? Sie schweigen. Das können sie am besten. Nichts gelernt aus der Geschichte? Nein, nichts.
    Es tut gut, dass es in all dieser trostlosen und beängstigenden Dunkelheit dennoch einige „Leuchtfeuer“ gibt, wie KenFM. In der Dunkelheit leuchten sie um so heller. Als Wahrheitssucher habe ich so die Möglichkeit, Stimmen zu hören, die sonst nirgends zu hören sind, weil sie unbequeme Wahrheiten laut und deutlich aussprechen.
    Danke Herr Jebsen für Ihre unermüdliche und wertvolle Arbeit, die ganz wesentlich dazu beiträgt, daß ich mir überhaupt erst eine eigene Meinung bilden kann.
    Und Gratulation zur Verleihung des Karlspreises. Alles Gute weiterhin.

  17. Herr Shayar: Donnerwetter !
    Hervorragend untersucht und formuliert. Das nenne ich substantieller und fundierter Journalismus.
    Den wir früher einmal hatten, dann mehr und mehr verloren, jetzt (wie hier) stellenweise wieder entdecken und …
    … nachdem wir uns sehnen !
    Machen Sie weiter so. Hier besteht ein ernsthaftes Bedürfnis.

    Nur: „Links“ oder „Rechts“ oder „Mitte“ ist doch wirklich seit geraumer Zeit bedeutungslos.

    Tageszeitungen, Wochen – und Monatszeitungen- Nachrichten – Politikeräußerungen etc. und ihre Kategorisierung in „Links“, „Rechts“ verfängt bei zunehmend weniger Konsumenten.

    Wenn die Frau (von der Linken) Wagenknecht und die Frau (von der Rechten) Weidel, entgegen der Frau (von der „was eigentlich“ ?) Merkel, gemeinsam Substanz fordern…
    dann ist es mir vollkommen gleich wer hier als „links“ oder „sonstwas“ bezeichnet wird.
    Das ist Nebensache. Ablenkungsmanöver.
    Es gibt kein „links“ oder „rechts“ oder „was auch immer“.

    Löst Euch davon.
    Es gibt nur:
    Wahr
    oder Unwahr.

    Pfeif auf alles Andere.

    • Ich möchte widersprechen:
      Nach meinem Verständnis ist Links>Alle Menschen sind gleichwertig (nicht „gleich“)
      Rechts>Nur bestimmte Gruppen sind „hochwertig“.

    • johndavid, das ist bei mir etwas ausdifferenzierter: Links heißt, alle Menschen UND Tiere sind gleichwertig.
      Aber es gibt eine Ausnahme: Wenn jemand andere Wesen mißbraucht, dann verliert er/sie diesen Status.
      Rechts heißt hierarchisch. Je weiter rechts, umso mehr. Das Extrembeispiel ist der Faschismus. Was wir heute haben, der Turbokapitalismus, geht auch ganz schön weit nach rechts.
      Mit diesem Koordinatensystem bin ich meistens gut klargekommen. Schwierigkeiten bereiten mir lediglich solche Phänomene wie die DDR, die sowohl linke als auch ausgeprägte rechte Anteile haben. Schießbefehl und Stasi-Gefängnisse sind ganz klar rechte Elemente, da hier Machtmißbrauch gegenüber Unschuldigen stattfand (siehe oben).
      Die Befreiung der Menschen und Tiere ist eine linke Angelegenheit. Diese Überzeugung kann mir auch ein pseudolinker Rechter wie dieser Herr Lederer nicht nehmen. Das Herz schlägt auf der linken Seite.

    • Links – Rechts sind Worthülsen, die jeder kapern oder anderen zuweisen kann.

      Nicht umsonst hat genau dieser Kultursenator die Antideutschen zur Linke(n) geholt, die gerade die Piratenpartei kunstgerecht zerlegt hatten.

      Nun verstärkt in der Linke(n) aktiv, das Ergebnis des Zerlegens dieser ist erwartbar. Kunstrasenbewegung.

    • @ Franz Maria Arwee,

      blau und rot sind „Worthülsen“ die das Reflektionsvermögen einer Oberfläche beschreiben. Das Auge oder viel mehr das Gehirn, über das Auge, interpretiert das reflektierte „Licht“ (Photonen, umgangspr. Lichtteilchen) dann als „Farbe.“ Abweichungen ergeben sich dann bei dem, was man als „Farbsehschwäche“ bezeichnet.
      So nimmt Mensch seine Umwelt war, über Begriffe auf die man sich verständigt hat. Daß Begrifflichkeiten vergewaltigt werden ist wahrlich nichts Neues. Oder anders:

      „Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand
      sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte
      Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte
      Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch
      retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“
      (28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus)

    • @ Box:

      Franz Maria Arwee erinnert mich in seinen Grundzügen stark an jenen Schreiber, der hinter dem Pseudonym „Peter Pan“ gesteckt hat.

      Ein paar Zitate von FMA, um Ihnen das mal zu verdeutlichen, was ich damit meine:

      Menschen, die in Regelwelten leben, Regelianer, können unmöglich im Hier und Jetzt leben.

      Schablonierte, formatierte, konditionierte, dressierte Menschen, die ständig Rituale ausführen sind achtsam?

      Quelle: https://kenfm.de/manfred-spitzer/#comment-127190

      Oder:

      Auch wenn es weiterhin kaum einer rafft:

      Die sehr schnelle digitale Informationsvermittlung macht das _soziale_ Verhalten lediglich sichtbarer, sie ist weder der Grund, noch Begründung.
      Sowenig wie Bücher der Grund oder die Begründung der Reformation bzw Revolution sind, auch nicht wie Schrift die Fähigkeit des Gedächtnisses einschränkt.

      Auch wenn es euch überfordert:
      Aus einer Tatsache ergibt sich _keine_ Norm. Dem Sein-Sollen-Fehlschluß unterliegt auch der gute Manfred Spitzer und sehr viele Autoren hier.

      Quelle:
      https://kenfm.de/tagesdosis-16-11-2017-digitale-beiss-und-schluckreflexe/#comment-127046

      Und auch:

      Widersprüche sind also Weisheiten?

      Ich lerne hier nicht wirklich aus. Doppelbindung.

      Wie siehts es damit aus
      Umwelthormone – Verlieren wir den Verstand?

      Quelle:
      https://kenfm.de/manfred-spitzer/#comment-126813
      Sowie:

      Links – Rechts sind Worthülsen, die jeder kapern oder anderen zuweisen kann.

      Nicht umsonst hat genau dieser Kultursenator die Antideutschen zur Linke(n) geholt, die gerade die Piratenpartei kunstgerecht zerlegt hatten.

      Nun verstärkt in der Linke(n) aktiv, das Ergebnis des Zerlegens dieser ist erwartbar. Kunstrasenbewegung.

      Quelle: https://kenfm.de/tagesdosis-17-11-2017-klaus-lederers-angst-vor-ken-jebsen/#comment-127200

      Diese Art der Ansichtnahme, der Pauschalisierung und der Empfehlung, wieder etwas nachzulesen, bevor weitergeschrieben wird, á la:

      Beschäftige Dich bitte zuerst mit Mathematik, speziell mit Stochastik und Statistik, bevor Du von Wahrscheinlichkeit redest. Danach vielleicht mal bei Carl Peter Ortlieb zur Modellierung reinschauen. (Link folgt)

      Dann kannst Du vielleicht besser verstehen, warum ich hier schreibe, wie ich schreibe.

      Quelle: https://kenfm.de/manfred-spitzer/#comment-127191

      Die Eigenschaft von Peter Pan bestand darin, kolossal zu kritisieren und bei Gegenfragen oder anderen Ansichten denjenigen stets auf Büchertipps zu verweisen, anstelle mit eigenen Worten eine nachvollziehbare, logische und für viele Menschen verständliche Antwort zu geben.

      Ich verlinke daher, aus einer sich stärkeren Vermutung nochmal etwas von „früher“, denn auch je m’en vais ist wieder ein Kommentarschreiber zwischen Franz Maria Arwee, der von Franz Maria Arwee mit „Meine Liebe“ ( Quelle: https://kenfm.de/manfred-spitzer/#comment-127081).

      Daher diese Links nur noch mal aus Dokumentationszwecken ( auch wegen den Anspielungen mit „Meine Liebe“ an je m’en vais aktuell):
      Quelle: https://kenfm.de/die-krise-und-die-chance-der-menschwerdung-des-menschen-mit-herz-und-hirn/#comment-121579
      Quelle: https://kenfm.de/die-krise-und-die-chance-der-menschwerdung-des-menschen-mit-herz-und-hirn/#comment-121580

      Ich bin ja froh, dass sich Verhaltensweisen immer wieder redundant zeigen, wenn kein besonderer Lerneffekt eingesetzt hat.

  18. Eine gute Auflistung, zur Frage, wie und warum gelangt man in’s Establishment? Ein guter Artikel.

    Eine andere Frage: Wie gerechtfertigt ist ein linkes Etikett, wenn man rechte Politik betreibt? Warum nennt man die dann noch so? Weil’s im Namen steht?
    Kaum jemand noch, würde der SPD heute unterstellen, für soziale oder demokratische Werte einzustehen. Oder der CDU würde man kaum unterstellen, christlich (außer vielleicht im alttestamentarischen Sinne) oder demokratisch zu sein.

    Was ich meine, nach meiner Auffassung, wenn man die Falschetikettierungen mittransportiert, ohne zu erwähnen daß es Falschetikettierungen sind, transportiert man „Neusprech“ und „Doppeldenk.“ Bei „humanitären Interventionen“ fällt’s doch auch auf.

    Herr Lederer, nach meiner Auffassung, war nie ein Linker, sondern stets rechts davon. Ich weiß es natürlich nicht.
    Noch weiß ich ob Herr Fischer jemals einer war oder ob er die Steine aus anderen Gründen warf.

    Zum häufig erwähnten Herrn King möchte ich einen Artikel anfügen, aus der Hausgazette der Partei „Die Linke.“ Dieser ist jetzt fast drei Jahre alt, der Ukrainekonflikt wurde hier nur in den Foren geführt, die dann alsbald geschlossen wurden und führte zum Jetzt, der totalen Bekämpfung abweichender Meinungen.

    Der Artikel:

    Der Heppenheimer Hiob
    Ich will nicht glauben, dass Malcolm X richtig lag …
    Von Roberto de Lapuente 11.12.2014 Lesedauer: 3 Min.

    (…)
    Wie gesagt, Martin Luther King war zuerst ein Name aus einer Serie für mich. Später kam ich an ihm nicht mehr vorbei. Der Mann imponierte. Er war mir immer sympathischer als sein Zeitgenosse und Gegenspieler Malcolm X. King lehrte Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit; er wollte den Ausgleich. Malcolm X war für Bewaffnung, für Radikalisierung und legte seinen Namen ab, weil er eine »weiße Erfindung« war. King war einflussreicher, und ich fand das beruhigend. Die Ereignisse der letzten Wochen machen mich jedoch skeptisch. Ich beginne zu glauben, dass X Recht hatte. Leider. Mit Versöhnung ist diesem strukturellen Rassismus nicht mehr beizukommen. Man kann ihn nicht vom Besseren überzeugen. King hat das übrigens kurz vor seinem Tod ganz ähnlich gesehen. Er suchte die Annäherung zu X. Das hat man heute so gut wie vergessen.

    Über Malcolm X haben die Huxtables übrigens nicht gesprochen. X hätte sicher auch nicht über sie gesprochen. Er hätte sie »House Negros« genannt, die die Lage der »Field Negros« ausblenden. »Unser« transatlantischer Partner ist leider keine »Cosby Show«.
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/955227.ich-will-nicht-glauben-dass-malcolm-x-richtig-lag.html

  19. Brillant, brillant und nochmals brillant – !
    dieser Artikel bringt dermaßen die Lage und das Problem aus Historie und Gegenwart auf den Punkt, dass es nicht nur eine Freude, sondern in seiner Klarheit kaum zu überbieten ist – ohne hier einen neuen „Guru“ auftun zu wollen;-), „Gott“ bewahre! Nein, aber es ist einfach mehr als eine Wohltat, wenn – so ist es bei mir – das, was man – so auch ich – nicht immer in Worte fassen kann, so schön und scharfsinnig auf den Punkt gebracht wird.
    Damit wissen wir bzw. weiß jeder, der weiter mitdenkt und bereit ist, sich einem ehrlichen und redlichen Diskurs zu stellen, dass der Weg noch längst nicht zu Ende ist und jeder eine Chance hätte, so er bereit ist, sich auch sich selbst und Denkmustern aus seiner Vergangenheit kritisch zu stellen und neuen gegenüber offen zu sein, und dabei sich auch als Teil der Betrogenen UND gelegentlich Mitbetrüger zu sehen. Und ja, wenn nur das Mittel der Diffamierung bleibt, so scheinen viele aus diesem Establishment schwer mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Wäre aber nichts Neues, denn von allen Seiten wurde schon viel und mit System Diffamierung betrieben, dies von allen Seiten und zu allen Zeiten; wer sich dahinter versteckt und zu bequem und zu eitel sich, da einer redlichen Diskussion und einer ehrlichen Streitkultur zu stellen, ja was soll man da sagen, der soll einfach wenigstens sein M… halten und Bescheidenheit walten lassen, vielleicht mögen dann auch wieder die eigenen Synapsen klarer fließen.

    • Dem schließe ich mich vorbehaltlos an.

      „dass der Weg noch längst nicht zu Ende ist und jeder eine Chance hätte, so er bereit ist, sich auch sich selbst und Denkmustern aus seiner Vergangenheit kritisch zu stellen und neuen gegenüber offen zu sein, und dabei sich auch als Teil der Betrogenen UND gelegentlich Mitbetrüger zu sehen“

      JA JA JA JA JA !!!

      Tolles Forum. Coole Menschen hier! Das lässt hoffen. 🙂

  20. Aller Achtung Herr Shayar !
    Das war mal eine Ansage. Ins schwarze.
    Ich gratuliere herzlichst dem ganzen KenFM-Team zum Preis und dem Zeichen der Anerkennung!
    Bravo!
    P.S. wird denn die Verleihung nun woanders stattfinden? muss das Babylon sein?

  21. Eine gute Analyse, Herr Shayar.

    Es ist häufig anzutreffen, das Linke besonders dogmatisch agieren und nicht lernfähig sind. (Früher sagte man, sie haben einen festen Klassenstandpunkt) Aber es gibt auch Lichtblicke, wie Frau Wagenknecht, die mit Herrn Gauweiler -der gegen deutsche Beteiligungen an Kriegen geklagt hatte- eine gemeinsame Buchbesprechung macht. Karrieristen von Typ Lederer sind Menschen, die die Linke überflüssig machen. In Berlin sieht man das am deutlichsten. Von ihrer ersten Rgierungsbeteiligung in Berlin sind mir zwei besonders negative Ergebnisse in Gedächtnis haften geblieben:
    1.) Die überbordernde Privatisierung von Wohnraum; daran krankt Berlin besonders
    2.) Die fast vollständige Aufhebung des Baumfällverbotes; das Grün ist immer mehr zugunsten profitorientierter Bauweise zurückgedrängt worden.

    • Lichtblick …. da bin ich mir nicht mehr so sicher.

      Die Letzten Auftritte von Sahra Wagenknecht wirkten auf mich schon ein wenig Divenhaft.-
      Auch sie fährt mit großem Geleit vor, der Ortsvorsitzende macht sein Kratzfüßchen, und Huldvoll wird der Applaus der wartenden Menge entgegen genommen.

      Die Frisur sitzt der Fernsehreporter interviewt wohlwollend.

      Selbst die Pflaume Lenz ( mir fällt gerade der Vorname nicht ein) applaudiert höflich, ob wohl man sich doch eigentlich die Augen auskratzen müsste.

      Muß alles nichts heißen, macht mich aber Nachdenklich

  22. So wie mir das scheint, ist jeder der es sich anmaßt etwas über ein Zusammenleben der Menschen zu wissen, beinahe so überheblich wie das von ihm gemachte Gottesbild 😉 Es mag sein, dass dieser Mensch bestimmte Beobachtungen bei „allen“ Menschen macht, doch kann es sein dass er nur das was er zu beobachten versucht, beaobachten kann.

    in der Quantenforschung haben gewisse Menschen bemerkt, dass sich das Ergebnis der Beobachtung nach den beobachtenden Menschen einstellt.

    Auch ist es, denke ich, durchaus möglich, dass Gesellschaft (das Zusammenleben von Menschen) Quantitative, sprich: im Sinne der Quantenforschung – haha, Merkmale inne hat.

    Liebe, und zwar soviel wie möglich, für alle!!!

  23. ÜBERALL, WO DU JETZT HINSCHAUST, SIND GAUNER
    DIE LAGE IST HOFFNUNGSLOS
    „Daphne Caruana Galizia“

    Wenn man glaubt, dass der Kultursenator von Berlin mit seiner Einstellung im deutschsprachigen Raum eine Ausnahme, ein Einzelfall sei, dann gibt man sich weiteren unglückseligen Selbsttäuschungen hin. Man kann sich auch entsetzt fragen warum es möglich ist, dass man sich so leicht täuschen lässt.

    Solche „ehrenwerte“, hochangesehene und hochgeachtete Honoratioren, Autoritäten und Obrigkeiten kennt man doch in der eigenen Nähe oder selbst im eigenen Umfeld zur Genüge wenn man die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschliesst. Meist sind es gefeierte „linke“ „Friedensengel“ die massgeblich mitverantwortlich sind an Ausbeutung, Leid, Elend und Krieg (Hannah Arendt, Klaus Mann, Arno Gruen und andere mehr bestätigen es). Und die sogenannten Alternativ-Medien schweigen dazu – Versteht sich! So wie die Medien schon immer geschwiegen haben.

    Kritische, denkende, selbstbestimmende, reife Menschen lassen sich deshalb weder von der einen noch von der anderen Seite etwas vormachen, vereinnahmen, manipulieren, über den Tisch ziehen.

  24. Vielen Dank für die ausführliche Analyse und Dokumentation!
    Mich hat dieser Sachverhalt so sehr bewegt, dass ich gestern eine Mail an die LINKE gesendet habe, die ich nachfolgend als Kopie einfüge (meine Daten habe ich [hier] durch „xxxx“ ersetzt. Bislang habe ich noch keine Antwort erhalten.
    Zitat:
    Betreff: Kopie: Preisverleihung an Ken Jebson durch Klaus Lederer sabotiert
    Datum: Thu, 16 Nov 2017 16:58:11 +0100
    Von: parteivorstand@die-linke.de
    Antwort an: parteivorstand@die-linke.de
    An: Mxxx

    Diese Nachricht haben Sie gerade über das Kontaktformular der Website http://www.die-linke.de abgesendet:
    Vorname xxxxx
    Name xxxxx
    Straße, Hausnummer xxxxx
    Postleitzahl xxxxx
    Ort xxxxx
    Mailadresse xxxxx
    Betreff Preisverleihung an Ken Jebson durch Klaus Lederer sabotiert

    Hallo,
    mit großem Schrecken musste ich lesen, dass Klaus Lederer aus Ihrer Partei DIE LINKE mit merkwürdigen Mitteln die geplante Preisverleihung „Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ im Babylon Berlin sabotiert und somit die demokratische Grundordnung in Bezug auf Meinungsfreiheit ad absurdum führt.
    Ich habe bis dato immer die LINKE gewählt, jedoch wird das in der Zukunft wohl nicht mehr passieren, denn wenn eine Partei so offensichtlich desinformiert ist und daraus auch noch die falschen Schlüsse (in Bezug auf Ken Jebson) zieht, wie soll eine solche Partei dann überhaupt in der Lage sein, einen Staat zu regieren??
    Nie hätte ich solches zensorische Gebärden von den LINKEN erwartet – ich bin erschüttert und maßlos enttäuscht!
    Schämen sollte sich Herr Lederer und vielleicht vor seinen Äußerungen mal auf KenFm recherchieren…
    Mir fehlen die Worte…ich bin so traurig, die letzte wählbare Partei für mich ist nun auch erledigt…!
    Mxx – Zitat Ende

    Das Positive an diesem Fall ist (ich zwinge mich immer dazu, die positiven Aspekte zu erkennen und zu nutzen): Die Masken fallen, und dieser Maskenfall wird immer offensichtlicher und eindrücklicher; so dass auch diejenigen, die bislang nicht nachdenken und erkennen wollten (oder konnten) langsam aber sicher ins Aufwachzimmer kommen. Empfangen wir alle Neuankömmlinge mit Freude und wachsender Hoffnung! Der Schwarm organisiert sich neu, die Lawine hat gerade erst begonnen zu rollen – und sie wird immer größer…
    manou1267

    Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen
    und das ganze Volk einen Teil der Zeit.
    Aber man kann nicht
    das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.
    – Abraham Lincoln –

    • Hab Deine E-Mail als Vorlage genommen, und gerade an Die Linke verschickt. Hoff, das passt für Dich.
      Sehr geehrte Damen und Herren,

      Klaus Lederer aus Ihrer Partei DIE LINKE geht mit merkwürdigen Mitteln gegen die geplante Preisverleihung „Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ im Babylon Berlin vor und führt die demokratische Grundordnung in Bezug auf Meinungsfreiheit ad absurdum.

      Ich habe im September das erste mal Die LINKE gewählt, jedoch wird das in der Zukunft wohl nicht mehr passieren,
      Nie hätte ich solches zensorische Gebärden von den LINKEN erwartet.
      Ich frage mich da, was Links und rechts ist, für was wer steht.

      Ich stelle mich hinter Stephan Steins mit seiner Rücktrittsforderung!

      Ken Jebsen ist der hellste Stern am Medienfirmament!
      Er selbst vertritt linke Ansichten. Könnt ihr euch was abschauen.

      Im Frieden sollte man alle Menschen einen können, möchte man meinen, aber – da ist wieder die Spaltung – Nachplappern und Neid. 

      Friedliche Grüße
      Alexandra Poller
      Friedensbewegung Bayern Südost

    • @ Alexandra Poller: Schön, dass mein Beispiel Dich inspiriert hat, selbst aktiv zu werden. In diesem Fall diene ich gerne als Vordenkerin 🙂

      @Je m’en vais: Danke! 🙂

      Der Mensch hat nicht nur ein Gehirn,
      sondern auch ein Herz bekommen,
      und genau dieses müssen wir stärken…
      Bleibt nicht dabei, empört zu sein,
      sondern zeigt Verantwortung.
      Verändert diese Welt, habt Mitgefühl,
      seid Bürger einer wahrhaften
      Weltgesellschaft!
      – Stéphane Hessel (*20.10.1917 – +27.02.2013); aus: ‘An die Empörten dieser Erde’ –

  25. „Die Neureichen sind immer die, die am stärksten die Geldkultur repräsentieren: die linken Neuankömmlinge in der staatlichen Verwaltung sind diejenigen, die ihre systemische Ideologie am heftigsten verteidigen und ihr altes Image als Außenseiter dafür missbrauchen, um so glaubwürdiger alles außerhalb des systemkonformen Denkens zum „Wahnsinn“ zu deklarieren.“

    Sehr gut.

    ++++++++++++++

    Darüber hinaus nur eine harmlose Frage: GAB es eigentlich jemals selbstlose Politiker?
    GIBT es in diesem Augenblick irgendwo selbstlose Politiker?
    Also Menschen, die tatsächlich dem Volk noch dienen (bezeichnen sie sich nicht als Staatsdiener?) und nicht nur sich selbst, Ihren persönlichen Vorteilen, Pöstchen und Karrieren?

    Die Krise in der Politik sehe ich vor allem als TotalInflation des Egozentrismus: Ich, meiner, mir mich.

    • tolle Frage, ASC,

      sagt mir etwas über Ihr Menschenbild.
      Die Antwort ist ja, die gab es und die gibt es. Ich kenne welche.
      Mit etwas vertiefen in die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, werden Sie viele Namen finden. International noch viel mehr.
      Auch solche die sich für Sie und mich haben foltern und abschlachten lassen wie Vieh.
      Oder war das ganz aus Eigennutz und Pöstchen und Karriere?
      Unkenntnis kann manchmal weh tun.

    • Ich denke Sie beide reden aneinander vorbei. Der Unterschied ist, dass fpdcb links und ASC nonkonform denken. Ich kann Sie beide verstehen.
      Es gibt ein paar Politiker in den unteren Ebenen wie Stadträte etc, die sich bemühen für das Wohl des Bürgers zu agieren. Ich kenne auch welche. Aber der Weg nach „oben“ ist durchsetzt von kleinen Prüfungen und Einflüsterungen, die das Wesen dieser Menschen dann verändern. Und je höher sie kommen, desto mehr haben sie zu verlieren; sind also erpressbar. Und die Anderen, die sich haben foltern lassen, konnten letztendlich nichts auf lange Sicht verändern.

      Andererseits… wie selbstlos kann ein Mensch sein, der sich vor die Menge stellt, einzeln und abgesondert von der Masse. In diesem Moment ist er doch schon etwas „besonderes“ und nicht mehr auf Augenhöhe. ER(sie/es) sagt dann dem Volk, was die beste Lösung ist. Von „dienen“ kann ja nicht mal in den normalen Verwaltungen die Rede sein. Schon dort setzt der Machtmissbrauch ein. Politiker bedeutet Herrschaft und die geht nicht zusammen mit Altruismus (wir unterschätzen massiv die Anziehungskraft von Macht). Es sei denn, wir nähmen Gott persönlich als obersten Politiker. Aber ich glaub, der will damit nix zu tun haben. 😉

    • PS: zum sich abschlachten lassen wie Vieh, braucht man keinen Altruismus. Da reicht Gehirnwäsche u Radikalität völlig aus. Die einen kommen ins Paradies mit 697845000 Jungfrauen, die Anderen verteidigen weltweiten Heroinkonsum am Hindukush.

      Sie beide kriegen so einfach Ihr unterschiedliches Weltbild nicht unter einen Hut. Der altbekannte Kampf von „Kopf gegen Bauch“. Muss auch nicht sein. Diskurs ist wichtig, jeder tut, was er kann. Nur bitte nicht spalten lassen.

    • Richtig. Politische Geschichte 6, setzen, gebe ich zu, kein Problem. Ich habe den Begriff „selbstlos“ jedoch anders gemeint.

      Von Ihnen, Kristana, habe ich gerade etwas gelernt. Danke dafür.

    • Danke Euch beide für Eure Reaktionen, Kristana & ASC,
      Worum es mir geht:
      die meist gestellte Frage ist, nach meinem Gefühl; – was sollen wir denn machen?
      Die haben doch…etc.
      Rosa Luxembung & Karl Liebknecht, erschlagen und in den Landwehrkanal geworfen.
      Ernst Thälmann, der benahe die Wahlen gegen Hitler gewonnen hätte mit der KPD, im KZ erschossen. So findet man zahlreiche Landräte, Abgeordenete und lokal Politiker unter den Opfern. Die Räterepublik in München…das waren Menschen die haben gekämpft, die haben für ihre Idee geglüht, die haben ihre Mitstreiter nicht verraten (einige schon), die haben nicht auf Posten oder Pfründe geschielt, die sind aufgestanden in einer Zeit als es finster war in Deutschland, dunkelbraun finster. Die haben selbst im KZ den Widerstand organisiert in den illegalen Lagerkommitees (ILK).
      Da sind nämlich nicht nur Juden hingekommen, da kam alles hin was nicht passte.
      Darum kann ich mich so masslos über diesen „Linken“ erregen.
      Und ja ich bin LINKS und ich lass mir nicht auch das noch von denen nehmen mit ihrem Neusprech und dem Scheiss; links & rechts haben wir doch überwunden. Nein!
      Wir haben eben nichts überwunden.
      Das Kapital mobilisiert seine Hilfstruppen und dafür schaffen sie ‚Antideutsche‘, eine AfD, Reichsbürger und bedienen sich Leute wie Lederer, um LINKS in Diskredit zu bringen.
      Es geht nicht darum wie Leute werden, wenn sie in bestimmte Positionen gelangen, es geht darum das solche Leute, in die Positionen gelangen.
      Fidel Castro war so nicht. Ché ist auch nie so geworden/gewesen.
      Es ist nicht ‚der Mensch‘ der sich verändert im Angesicht der Macht.
      Es ist eine innere moralische Verkommenheit, die diese Menschen sich verhalten lässt wie sie es tun. Die finden wir auf der ganzen Erde.
      Die sich nicht erinnern, das es nicht ihr Verdienst ist, dass sie auf diesen Positionen sitzen, sondern dort sitzen, weil viele Ihnen das Vertrauen gegeben haben.
      Politik hat nix mit Altruismus zu tun, Politik hat mit Überzeugung zu tun, der Überzeugung das Richtige zu tun.
      Wenn ich dann, dank des Vertrauens meiner Parteimitglieder, die mich auf diesen Listenplatz gewählt haben und dem Vertrauen der Menschen, die mir Ihre Stimme an der Wahlurne gegeben haben, einer bestimmten Positon würdig befunden werde, ist es ein Geschenk all dieser Mitstreiter an mich.
      Dann meine Überzeugung zu verkaufen, zu verraten, macht mich zum gewissenlosen Halunken, so scharf will ich es formulieren.
      Ich verrate alle die, die Ihr Vertrauen in mich gesetzt haben.
      Herr Lederer tut noch schlimmer, er beschädigt seine eigene Partei, gibt sie der Lächerlichkeit Preis. Aber das ist doch nicht ‚eine Partei‘, das sind Menschen die ihm diesen Weg ermöglicht haben, andere auf der Strasse überzeugten, Plakate kleben, Ihre Freizeit opfern for free, für ihre Überzeugung, um ihm den Weg zu ebenen.
      Das macht sein Auftreten, in der Sache Ken Jebsen, so unfassbar widerwärtig.
      Was ist ein Politiker? Jemand der ein gewähltes Amt bekleidet? Nein!
      Wir sind Politiker, jeden Tag, weil wir uns hier engagieren, draussen mit den Menschen sprechen, Aufklärungsarbeit versuchen zu leisten.
      Wir sind die linken, die Politiker der Strasse, für den Frieden, für Veränderung, für Gleichwertigkeit der Menschen, gegen Verarmung, Ausbeutung und Raub an anderen Völkern. Wir sind die Politiker ohne Pöstchen und Pfründe.
      Wir sind die Veränderung!
      Ihnen alles Gute

    • Wenn ihr wirklich Veränderung wollt, dann beginnt dies mit der Trennung von Mensch und seiner (beliebige einsetzen) Ideologie. Das mag vielleicht sehr seltsam klingen, wo doch Adolf das ultimativ Böse darstellt, aber das ist einfach nicht richtig. Das Problem ist nicht der Mensch, das Problem ist sein _Glauben_, an welche Ideologie auch immer. Idealismus läßt nur die eigene einzig wahre Wahrheit gelten.
      Ihr habt immer im ewigen Moral-Spiel von Gut & Böse das Dreieck Täter-Opfer-Retter. Dramatik & Adrenalin pur.

      Glauben könnt ihr nicht bekämpfen, denn Kampf ist immer die Folge von aufeinandertreffenden Ideologien. Glauben könnt ihr nicht töten, ihr tötet immer nur die Menschen, nicht die Ideologie.

      Auch die scheinbar Bösen sind nur pathologisch spielende Menschen, die nur den ihnen zugewiesenen formalen Part übernehmen. Das ist die Schauspielkunst des Menschen, wenn er es ‚verinnerlicht‘, wird es brutal und grausam, je länger ein Spiel anhält, identifiziert sich dieser mit der Rolle oder mit Arno Gruens Worten: Pose.

    • FMA, das ist weltfremd und abstrakt. Es geht nicht darum, Glauben zu bekämpfen, sondern schreiende Ungerechtigkeit. Wer ungerecht handelt, muß möglichst gestoppt werden. Gerechtigkeit ist kein Glaube, sondern Notwendigkeit. Gerechter Idealismus läßt viele Wahrheiten gelten, aber keine Ungerechtigkeit. Was Sie hier vertreten, ist Nihilismus, eine Art Glaube, der uns nicht weiterbringt.

    • @ ASC, fpdcb, FM Arwee

      Boah Danke Euch!!! Ist das GUT hier! Ihr glaubt gar nicht, wie sehr Ihr alle mich weiter bringt im Bemühen mein Weltbild zu erweitern und mir darüber hinaus echt Hoffnung macht.

      Kein Witz – beim Lesen des posts von fpdcb hab ich ne kleine Gänsehaut gehabt. Der war SO gut und engagiert, da krieg ich direkt wieder die längst vergessene Lust auf Demo. 😉 Auch wenn ich einiges anders sehe, aber wie langweilig wäre die Welt, wenn wir alle gleich denken würden. Wir sehen ja auch nicht alle gleich aus.

      Ja, ich bin auch entsetzt über den Lederer und die Realo-Linke. Ich mag mich schon lange deshalb nicht mehr links nennen. Sozialistischer Anarchist gefällt mir besser, weil „Links“ von den Mächtigen so unterwandert wurde. Trotzdem hab ich sie natürlich gewählt – aber NUR, weil die Humanistische Friedenspartei (schaut euch die mal an; echte Konkurrenz für die Linke, wenn es denn unbedingt Politik sein muss) nicht auf meiner Liste war und ich der Neokon/lib-Truppe nicht ein Promill schenken wollte.

      „Politik hat nix mit Altruismus zu tun, Politik hat mit Überzeugung zu tun, der Überzeugung das Richtige zu tun.“
      Überzeugung das Richtige zu tun, muss nicht heißen, dass es das Richtige ist. Mit festen Überzeugungen hab ich ein bissi Problem. Ich hatte schon einige Überzeugungen, die ich über Bord geworfen habe.

      Wir sind Politiker, jeden Tag, weil wir uns hier engagieren, draussen mit den Menschen sprechen, Aufklärungsarbeit versuchen zu leisten.

      DAS wird mein Satz der Woche!

    • fpdcb:

      Was erwarten Sie von Lederer und Co.?
      Che´, Castro, Liebknecht etc. waren Persönlichkeiten!

      Richtig ist leider, daß es „keine menschliche Scheußlichkeit und Abnormität gibt, die nicht einer liebenden Mutter im Schoße gelegen hätte“ (C. G. Jung).

      Scheußlichkeiten und Abnormitäten kann man sein Vertrauen nicht geben. Da sie ihre Scheußlichkeit und Abnormität nicht auf die Stirn schreibt, bleibt nur Kontrolle.
      Kontrolle von Macht! Von Unten nach Oben!

      „…da kam alles hin, was nicht passte.“
      Klar, kam da alles hin, was nicht passte. Aber „was nicht passt“ eignet sich nicht so, wie „die Juden“.

      Ja, es geht darum, zu verhindern, „dass solche Personen in die Positionen kommen“.

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