Tagesdosis 17.12.2019 – Pipeline to Hell

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Das US Parlament hat beschlossen, Sanktionen gegen die Firmen zu verhängen, die am Bau der Pipeline Nordstream 2 beteiligt sind. Was jetzt noch fehlt, ist die Zustimmung von Präsident Trump. Wie seine Entscheidung ausfallen wird, ist klar. Washington masst sich an, darüber entscheiden zu können, von wem Deutschland seine Energie beziehen soll. Es mache sich durch die Pipeline von Russland abhängig, was die übergriffig fürsorgliche USA verhindern wolle. Dass sie nebenbei auch ein Geschäftsinteresse an dieser Entscheidung hat, schließlich will sie sicherstellen, dass die Deutschen teures Fracking-Gas aus den USA beziehen, wird in der Entscheidung nicht erwähnt.

Die USA benehmen sich erneut wie ein Schulhofschläger, der Jacke und Handy von einem Opfer einfordert. Das ist nicht neu. Neu ist: Es regt sich Widerstand in der deutschen Politik, in der Wirtschaft und in den Medien gegen diese Entscheidung. Es wird sogar über Gegenmaßnahmen nachgedacht. So etwas dürfe man sich nicht bieten lassen, heißt es. So weit, so gut. Erstaunlich ist, dass der Eindruck entsteht, es sei das erste mal, dass die USA sich so verhalten. Der Geschichts-Alzheimer der deutschen Medien setzt auch bei diesem Thema ein. Er verhindert zuverlässig eine Mustererkennung beim Publikum. Nämlich, die Realitätswahrnehmung, dass es sich bei den Beziehungen der USA zu Europa, mit Ausnahme Großbritanniens, das bald auch formal nicht mehr dazugehört, nicht etwa um Beziehungen unter Freunden handelt, sondern um eine Beziehung Herr und Diener, Hegemon und Vasallen.

Beim Öl hört die Freundschaft auf.

Der italienische Industriemanager Enrico Mattei starb 1962 sozusagen an Ölvergiftung. Mattei stürzte mit seinem Privatjet beim Landeanflug auf Mailand ab. Dass es sich um einen Flugunfall in schlechtem Wetter gehandelt habe, so die offizielle Version, glaubten nur Italiener, die sich das aus politischen Gründen unbedingt einreden mussten. Man könnte es die „Deutsche Krankheit“ nennen, von der aber auch Angehörige anderer Nationen befallen werden können. Erst Jahrzehnte später sickerte die Wahrheit durch. Anfang dieses Jahrhunderts wurde auch offiziell festgestellt, dass Mattei und 2 weitere Menschen an Bord seines kleinen Jets einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen waren. In den exhumierten Leichen fanden sich Metallsplitter in den Knochen. 

Mattei hatte es gewagt, die ungeschriebenen Spielregeln des Ölhandels zu missachten. Und die lauten: Die USA bestimmen das Öl-Geschäft. Mattei hatte nach dem 2. Weltkrieg die Aufgabe, die von den Faschisten gegründete Ölfirma AGIP abzuwickeln – und tat das Gegenteil. Er machte aus AGIP ENI, einen Konzern. Mattei war der Hauptverantwortliche für den Aufstieg Italiens zu einer Industrienation nach dem 2. Weltkrieg. Er baute eine eigene Tankerflotte, um den Preisschwankungen des Erdöls nicht ausgeliefert zu sein, er entwickelte die Bohrinseln, wie wir sie heute kennen. Und vor allem: er beteiligte die Länder, in denen das Erdöl gefödert wurde, mit 75 Prozent statt 25 Prozent an den Einnahmen aus dem Erdöl. Einfach, indem er die Amerikaner aus dem Geschäft ausschloss, die als Paten überall dabei zu sein forderten. Was bei den Anrainerstaaten des Mittelmeers Mattei zum bevorzugten Geschäftspartner machte, nicht die US Firmen. Mattei war brilliant, geschäfstüchtig und aufsässig. 

Er kaufte Erdöl von Mossadegh, den iranischen Präsidenten, der es gewagt hatte, das eigene Erdöl für den Aufbau seines Landes verwenden zu wollen, statt für den Profit Angloamerikas bereit zu stellen und deswegen von den USA und Großbritannien in einer gemeinsamen CIA Operation weggeputscht wurde, so wie jetzt Evo Morales wegen der Nutzung von 70% des weltweit vorhandenen Lithiums in seinem Land für den Aufbau seines Landes weggeputscht wurde. 

Noch viel schlimmer: Mattei schloss das größte Erdölgeschäft, dass es jemals in Italien gegeben hat, mit der Sowjetunion ab. Erdöl gegen eine Pipeline, deren Röhren und Ausrüstung Italien lieferte. In einem CIA Memo ist bald darauf zu lesen, dass die US Mineralölindustrie Mattei für den größten Schurken halte, in diesem Handel unter Schurken, dem Deal zwischen Mattei und den Sowjetunion. 

Mattei wurde als gefährlicher als die Sowjetunion bezeichnet. Das war eine Art Todesurteil, das dann nach einem ersten fehlgeschlagenen Versuch der Exekution am Himmel über Linate vollstreckt wurde, wahrscheinlich explodierte die Bombe beim Ausfahren des Fahrwerks. Irgendjemand hatte bereits vorher einen Schraubenzieher im Triebwerkseinlass seines Jets festgeklebt, der sich im Flug lösen und das Triebwerk zerstörten sollte. Der Journalist Mauro di Mauro, der Jahre später beauftragt wurde, den Fall zu untersuchen und Erfolg meldete, er werde die Sache Aufklären können, verschwand spurlos. Bis heute wurde seine Leiche nicht gefunden.

In den 70er Jahren gab es ein ähnliches Geschäft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion, das als „Erdgas-Röhren-Geschäft“ bekannt wurden. Erdgas gegen Röhren für eine Pipeline, wie bei Mattei. Als Ronald Reagan an die Macht kam, besuchte eine Delegation den damaligen Deutsche Bank Vorstand Friedrich Wilhelm Christians und nahm ihn in eine Art Verhör.  Die Deutsche Bank hatte das Geschäft finanziert. Friedrichs maßte sich an, als Diplomat aufzutreten und meinte, die US Politiker mit politischen Aussagen über die unverbrüchliche Treue Deutschlands zu den USA besänftigen zu können. Es gehe ja nur um ein Geschäft, nicht um ein Ausscheren aus der Westbindung und NATO. Da hatte er gründlich missverstanden, wie die ungeschriebenen Spielregeln lauten, ähnlich wie Enrico Mattei es missverstanden hatte. Wenn es um imperiale Fragen geht, gibt es keinen freien Markt und keine liberale Handelspolitik. Auf Widerstand gegen die USA steht die Strafe des Regime Changes oder der Tod.

Ronald Reagan hatte nach seinem Amtsantritt den Kalten Krieg gegen die UdSSR in eine neue Phase geführt. Er wollte die UdSSR zerstören. Seine Methode war der Wirtschaftskrieg. Die endgültige Zerstörung der maroden Sowjetwirtschaft sollte dazu genutzt werden, sein Ziel zu erreichen. Reagan senkte mit Hilfe der Saudis den Ölpreis, minimierte damit die geringen Devisen-Einnahmen der UdSSR gegen Null und erhöhte durch eine Rüstungsspirale die Ausgaben der Sowjets. Und er starte eine Fülle von Regime-Change-Geheimdienstoperationen in Afghanistan, in Polen, aber auch gegen die Friedenspolitik Olof Palmes und der Sozialdemokratie in England, Deutschland und Schweden.

Helmut Schmidt verging sich gegen diese „Grand Strategy“, indem er das Erdgas-Röhren-Geschäft erneuerte und vergrößerte. 30% des Energiebedarfs der BRD würde in Zukunft aus der UdSSR gedeckt werden. Das war seine Reaktion auf die Ölkrise von 1973. Wer alt genug ist, erinnert sich and die autofreien Sonntage, als man auf den Autobahnen spazieren gehen konnte, nur ab und an kam ein Auto vorbei. Schmidt wollte eine gesicherte Energieversorgung und die Sowjets waren als minutiös akkurate und zuverlässige Geschäftspartner bekannt. So spülte er der UdSSR einen konstanten Milliardenstrom an D-Mark in die Kassen – und verging sich an der „Grand Strategy“ der USA. Aus deren Sicht. 30% der benötigte Energie wird übrigens auch Nordstream 2 liefern.

Als erstes sorgten die USA mit einer CIA Operation dafür, dass die Sowjets von ihnen präparierte und dringend benötigte Computerchips in der Jamal Pipeline verbauten. Die führten durch Fehlsteuerungen beim Druckmanagement zu einer gigantischen Explosion, die von Aufklärungssatelliten als Zündung eines Nuklearsprengkopfes interpretiert wurde. Die CIA stand bereit, um den erschrockenen US Militärs mitzuteilen, dass sie die Explosion verursacht hatten, es sei nicht nötig, weiter zu ermitteln, was dort passiert war, die Explosion sei militärisch irrelevant, keine Gefahr für die nationale Sicherheit, sondern eine erfolgreiche CIA Operation.

Helmut Schmidt wurde von Ronald Reagan in einem Vier-Augen-Gespräch auf dem Gipfeltreffen von Ottawa darauf hingewiesen, dass sein Erdgas-Röhren-Geschäft gegen die Interessen der USA verstosse. Schmidt meinte, es sich leisten zu können, bei dem Gespräch teilnahmslos in den Garten zu schauen, statt Reagan in die Augen. Diese Unbotmäßigkeit bei einem zentralen Punkt der US Strategie im Krieg gegen die UdSSR war der entscheidende Anlass, dass sich Reagan entschloss, den treuen Vasallen, der aus eigenem Antrieb, ohne Aufforderung der USA, die Nachrüstung veranlasst hatte, fallen zu lassen. Schmidt glaubte, dass die Entscheidung der Stationierung von Pershing 2 Mittelstreckenraketen in Europa seine Haltung zu den USA hinlänglich bewiesen hätte, dass er sich die Unbotmäßigkeit des Erdgasröhrengeschäft leisten könne.

Eine Fehleinschätzung. Schmidt war in Ungnade gefallen. Die USA unterstützten danach hinter den Kulissen den Regimewechsel von Helmut Schmidt zu Kohl.

Möglicherweise ist das Engagement von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder bei Gazprom und für Nordstream eine späte Folge der US Politik gegenüber Schmidt im Besonderen und der Sozialdemokratie im Allgemeinen.

Möglicherweise. Eine Aufklärung dieses Abschnittes der BRD Geschichte wird in den Mainstreammedien genauso wenig stattfinden, wie eine historische Einordnung der jetzigen Entscheidung der USA gegen die neue Pipeline. 

Denn die Wahrheit passt nicht zu der selbstgewählten Rolle Deutschlands als Pudel der USA. Sie ist der Bevölkerung nicht zumutbar.

Man wird in den Chefredaktionen das Thema Nordstream 2 und Sanktionen zur weiteren Diskreditierung von Donald Trump verwenden, sie nicht als wirtschaftlichen Angriff der USA auf Deutschland interpretieren. Das ist Schadensminimierung und Karrieresischerung. Der Widerstand wird sich gegen Trump richten, nicht gegen die US Politik.

Trump muss weg, das ist in der ersten Reihe der deutschen Medien genau wie im politischen Washington gemeinsamer Nenner und beschlossene Sache.  So wird aus dem eigentlich imperialen Thema Ölpipeline vermittels des historischen Alzheimers der Chefredakteure der Transatlantiker-Medien das Thema: Was macht Trump denn jetzt schon wieder? Nun, nichts anderes, als die USA schon immer getan haben. 

Die deutsche Politik und die deutschen Medien werden sich jetzt todesmutig auf die Seite des wahren Machthabers der USA stellen, auf die Seite des Stärkeren, auf die Seite des militärisch industriellen geheimdienstlichen Komplexes der USA, der schon immer war, ist und meint, immer zu sein. Auf der Dunklen Seite der Macht, kann man Karriere machen, auch in den deutschen Medien und in der Politik. 

Die Nordstream 2 Sanktionen sind eine Warnung an Tollkühne: Finger weg von den Pipelines und dem Ölgeschäft! Finger weg von den Grundlagen des Imperiums. Das ist die Botschaft der Nordstream 2 Sanktionen. Sanktionen, die  auch Donald Trump unterstützen wird, womit er seine Unterstützung für die imperiale Politik signalisiert. Er gibt in diesem Fall sozusagen die Hillary, weil „America First“  in diesem Fall wieder einmal „Fuck the EU“ bedeutet. Und insbesondere „Fuck Germany“. Mal sehen, wie lange die Empörung über die Sanktionen anhält. 

Mal sehen, wer sich in Deutschland als Erster nach der Seife bückt. Und fordert, dass die USA nicht so furchtbar falsch liegen, denn es geht schließlich um den Kampf gegen Putin den Schrecklichen.

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

+++

Bildhinweis: Tilo G / Shutterstock

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

19 Kommentare zu: “Tagesdosis 17.12.2019 – Pipeline to Hell

  1. Wie die Geschichte zeigt waren/sind die CDU+CSU seit Ihren Bestehen Parteien der durch und durch verkommenden korrupten kriminellen Landes- Volks- Menscheitsverräter, Kollaborateure, Sell-Outs, Foreign-Agents….und sind auch die Parteien die 1955, wie unterwürfige Sklaven, abnickten als die USA die BRD in die NATO-Mafia Knechtschaft pressten und dadurch die Teilung Deutschland verursachten herbeiführten + betonierten, kein BRD Bürger hat jeh dafür gestimmt.

    • Welche Regierunh hätte denn 1955 gegen die USA votieren können, also gegen den NATO-Beitritt.

      Diese "Regierung" ist die Verwaltungsspitze eines besetzen Gebietes (gewesen).

      Der US-Hochkommisar für das besetzte Deutschland war mit wem verheiratet?

      Ellen Zinsser, der Cousine von Adenauers Ehefrau. Man bleibt gerne unter sich.

      Da kann so ein wenig Demokratie kaum stören.

  2. Danke Dirk Pohlmann für die wieder einmal vorbildlich recherchierte Vorgeschichte, insbesondere auch zum Verhalten von Helmut Schmidt. "Eine Fehleinschätzung. Schmidt war in Ungnade gefallen. Die USA unterstützten danach hinter den Kulissen den Regimewechsel von Helmut Schmidt zu Kohl."
    Und danke auch an Fantastin.
    Ihr LINK führt zu dem VIDEO um die Einteilung der Areale mit dem erst jetzt aufgefundenen Gasvorkommen vor Zypern. Auch sehr interessant.
    Dort ist nicht von Pipelines die Rede sondern von einem LNG-Terminal, das soll sozusagen
    marktgerecht geöffnet sein für den Umschlag und die Verteilung auch von anderswo gefördertem Gas, insbesondere natürlich durch die USA (aber auch Israel möchte Gas absetzen).
    Die EU verlangt zudem von Zypern die Privatisierung des betreffenden Staatseigentums
    (keine Überraschung und dann ist da noch von der Troika die Rede). Die südlichen EU-Mitgliedstaaten erwarten in Verbindung mit diesem Projekt eine Art Wirtschaftsförderung durch die EU (die überzogen erscheint).
    Nimmt man nun den Hinweis von Josef Gabriel Twickel hinzu, dass die Röhren-Verlegungs-Firmen so von den US-Sanktionen betroffen sind, dass sie die Weiterverlegung erst einmal stoppen, so wird deutlich, dass ein Flüssiggas-Terminal gebaut werden soll und keine zusätzliche Röhrenverlegung für den Absatz von russischem Gas.
    Interessant ist noch, dass diese Vorkommen noch gar nicht erschlossen sind und langfristig
    angelegt seien, wie es im VIDEO heißt. Der Zukunftshorizont scheint über die Zeit hinauszu-
    weisen, nach der es nach den Plänen zur Klimarettung gar keine Förderung fossiler Brennstoffe mehr geben sollte. Ein umstrittenes Vorhaben in vielerlei Hinsicht, ein Zankapfel duch vielerlei Interessen.

  3. Ein gut recherchierter Artikel, wie man es von Dirk Pohlmann gewohnt ist.
    Aber mir fehlt der positive Blick im Artikel und auch in den Kommentaren. nämlich die Tatsache, daß sich das Imperium (USA) eben NICHT immer durchsetzt.
    Auch wenn es dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt, den Job gekostet hat, die Energieversorgung, ankommend im bayrischen Waidhaus funktioniert seit den Siebzigern. Und keine der nachfolgenden Regierungen oder andere Einflüsse haben das in den Folgejahren verhindert.
    Das zeigt doch deutlich, dass auch ein Imperium in seine Grenzen verwiesen werden kann, man muss sich nur trauen. Das ist das Positive, das ich aus dieser Geschichte ziehe.

    • Es ist aber gefährlich für die Protagonisten, wie Dirk Pohlmann an vielen Beispielen gut erläutert hat.
      Und das wiederum passt doch sehr, sehr gut zu Angela Merkels Zittern vom Jahresanfang:
      https://hintermbusch.wordpress.com/2019/07/10/das-grosse-zittern/

  4. Das von Herrn Pohlmann realistisch gepinselte Historiengemälde schreckt aktuell die beiden Firmen, die die Rohre durch die Ostsee verlegen:
    "Die angekündigten Sanktionen sollen sich vor allem gegen die Spezialfirmen richten, die die Pipelinerohre mit Schiffen auf dem Ostseeboden verlegen. Weltweit gibt es nur sehr wenige dieser Spezialschiffe, die auf der Ostsee im Einsatz sind. Für Nord Stream 2 verlegen zwei Firmen die Rohrleitungen, die ihren Sitz in der Schweiz und Italien haben………………………… Beide Verlegefirmen haben bereits angekündigt, nach Inkrafttreten der US-Sanktionen ihre Arbeit in der Ostsee zu stoppen. Neben den angekündigten Sanktionen fürchten diese auch, lukrative Aufträge im Golf von Mexiko zu verlieren sowie finanzielle Sanktionen. Nach Angaben von Nord Stream 2 sind bislang 2.100 Kilometer des Doppelstrangs in der Ostsee verlegt worden. Es fehlen noch rund 300 Kilometer. Ob diese nach der Entscheidung des Repräsentantenhauses überhaupt noch vollständig verlegt werden können, ist unklar." https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Nord-Stream-2-Sanktionen-Firmen-wollen-Arbeit-stoppen,nordstream362.html

  5. @public oberberg und <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/ninguno/' rel='nofollow'>@ninguno</a>: gefällt mir sehr gut, der 5.Punkte-Plan!
    Was bedeutet am Ende "Juni 2016"? und:
    Wie realisieren wir das?

  6. @publik oberberg und <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/ninguno/' rel='nofollow'>@ninguno</a>: gefällt mir sehr gut, der 5.Punkte-Plan!
    Was bedeutet am Ende "Juni 2016"? und: Wie realisieren wir das?

  7. Was ist eigentlich aus den riesigen "Kohlenwasserstoff-Funden" im östlichen Mittelmeer geworden ?
    Damals – 2014 – gab es ja verschiedene Szenarien und eifrig abgehaltene Konferenzen, wie sich Europa selbst seine Energie fördert und so von nicht europäischer Energie unabhängig werden kann. Man erinnert sich noch an den Außenminister Rösler FDP, der frohen Mutes in das Troika-überwachte Griechenland fuhr und meinte, griechisches Erdgas wäre doch ein Weg aus dem Albtraum.
    Als er wieder zurück kam, wurde das Thema begraben und er bald gegen andere ausgetauscht.
    Ebenso wurde Dirk Müller bei Lanz heftig als Blödmann dargestellt, als er sagte, im östl. Mittelmeer gibt es Unmengen an Gas. LANZ:"Waren sie schon da runtergetaucht und haben nachgesehen": "Nein, natürlich nicht, aber die US-Konzerne bohren doch schon nach dem Gas." Das haben sämtliche Europäer gar nicht mitbekommen in ihrem TIEFSCHLAF als SCHAF.

    Das östliche Mittelmeer wurde – 2012 – in 12 Sektoren aufgeteilt und die Anrainer Gr, Türk, Syr, Isr, Mal, Zyp, (Palest?) Ägyp, Lib,
    Bei den Konferenzen waren stets US-Leute bei, die offen forderten, dass sie das Gas fördern wollen und von Europa erwarten, dass sie TTIP abschließen.
    Da war die "unsichtbare Hand" wieder. Stets sieht man im Video "pwc" damit sogleich rechtssicher alles in Verträge festgehalten wird.
    Nur wir Europäer sind so blöd. Nein, unsere Vertreter sind so angepasst.
    https://www.youtube.com/watch?v=4nawhl1R01o
    Damals habe ich noch Merkel und Steinmeier gefragt, ob denn auch die Palästinenser an der Gas-Förderung beteiligt werden? Die SPD antwortete überhaupt nicht und Merkel meinte, das Auswärtige Amt wäre dafür zuständig. Von denen hörte ich nie etwas.

  8. Das Schulhofschlägerbild mit dem zweimal sitzen gebliebenen und einen halben Kopf größeren Typen, dem die anderen hinterherhecheln, um nicht selbst verprügelt zu werden oder um den sie einen großen Bogen machen, ging mir auch schon öfter durch den Kopf. Die Geschichte geht immer gleich aus. Der Held landet irgendwann im Knast oder findet einen, der ihn fertig macht. Gut ging es jedenfalls noch nie aus, wenn man nichts daraus lernt. Putin kennt das Thema aus seiner Schulzeit. Vielleicht ist er darum heute genau so, wie er ist.

  9. "Denn die Wahrheit passt nicht zu der selbstgewählten Rolle Deutschlands als Pudel der USA. Sie ist der Bevölkerung nicht zumutbar."
    "Selbstgewählt" ist mindestens teilweise ungenau. Das hängt davon ab, was man unter "Deutschland" versteht. "Selbstgewählt" unterstellt demokratische Verhältnisse, die Möglichkeit einer anderen Entscheidung, die Befragung des Volkes, die Abwesenheit von Druck von außen (wie wohl auch von innen), die öffentliche – und damit von den Leitmedien vernstaltete – Thematisierung einer Wahlmöglichkeit, die allerdings nur gegeben wäre, hätte nicht über allen die Keule gehangen: "Was eine politisch sinnvolle Entscheidung ist bestimmen die Sieger in den Weltkriegen, die Ihr verursacht und verloren habt und selstverständlich die zuständigen Vertreter der Opfer aus den beispiellosen Morden an den Juden."

    "Trump muss weg, das ist in der ersten Reihe der deutschen Medien genau wie im politischen Washington gemeinsamer Nenner und beschlossene Sache. So wird aus dem eigentlich imperialen Thema Ölpipeline vermittels des historischen Alzheimers der Chefredakteure der Transatlantiker-Medien das Thema: Was macht Trump denn jetzt schon wieder? Nun, nichts anderes, als die USA schon immer getan haben.

    Die deutsche Politik und die deutschen Medien werden sich jetzt todesmutig auf die Seite des wahren Machthabers der USA stellen, auf die Seite des Stärkeren, auf die Seite des militärisch industriellen geheimdienstlichen Komplexes der USA, der schon immer war, ist und meint, immer zu sein. Auf der Dunklen Seite der Macht, kann man Karriere machen, auch in den deutschen Medien und in der Politik."

    Trump macht "jetzt schon wieder", was die "Dunkle Seite der Macht", der militärisch industrielle geheimdienstliche Komplex der USA, "schon immer getan" hat. Warum er dann "weg muß", wird dann ein wenig rätselhaft. Aus dem "historischen Alzheimer der Chefredakteure der Transatlantiker-Medien" wird auch noch ganz anders ein Schuh draus. Ist ihnen denn entgangen, dass Trump weder für diese Sanktionen, noch für seine Bombenangriffe in Syrien, von jenem "Komplex" und den ihm verpflichteten Mainstream-Medien kritisiert wurde? Dieser Kritiklosigkeit hatten sie sich damals angeschlossen. Warum jetzt auf einmal nicht mehr. Die Einheit der transatlantischen Medien scheint zu bröckeln. Trump war von seiner Vorwahlzeit an bis heute ihr gemeinsamer Gegner. Mit welchen Mitteln "Russiagate" (von Clinton und Obama initierte und von CIA und FBI ins Werk gesetzte Überwachung und Bespitzelung samt der gezielten Konstruktion von Falschmeldungen und gefälschten Dokumenten) mit hohem finanziellem und zeitlichen Aufwand auf- und ausgeführt wurde, war ebensowenig Gegenstand ihres "investigativen" Journalismus wie es heute die realen Hintergründe der Amtsenthebungsversuche gegen Trump sind (die katastrophale Entwicklung der Einmischung auf allen Ebenen in der Ukraine – Joe & Hunter Biden sind nur ein Beispiel dafür).
    Es wird wohl lange Zeit ein Rätsel bleiben, warum der "Tiefe Staat" samt seines "Komplexes" und samt einer "sprachröhrigen" Medien sich nicht Trumps Klimapolitik vorgenommen haben, um ihn zu "empeachen". Der "Green New Deal" ist doch ihr neuestes altes Projekt und wird sonst weltweit rumposaunt. Hätten sie da nicht – mit 97% der von ihnen bezahlten Wissenschaftler im Rücken – mal so richtig Stimmung machen können. Ist Trump denn nicht nur eine Gefahr für die Sicherheit und das Leben aller Amerikaner, sondern gleich auch noch für die Menschheit überhaupt?
    Clinton & Obama hätten sich Arm in Arm mit Greta weit erfolgsversprechender mit Trumps Abgang beschäftigen können, statt sich auf die Ukraine einzulassen, die mit einiger Sicherheit sich als Bumerang erweisen wird, der sie alle nicht bloß bloß stellt. Obama hätte sozusagen als Fachmann von seinen Überwachungsmachenschaften ablenken können, deren er demnächst überführt werden wird. Wie sich heraus stellte, ist die "Climate Exchange PLC" von einem ehemaligen Direktor der Goldman Sachs Bank und dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Albert Gore, gegründet worden. Seine Statuten wurden von einem unbekannten Anwalt, dem zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, geschrieben. Die grüne Agenda ist also von Obamas langer Hand und mit seinem Beitun erstellt worden.
    (Climate Exchange PLC provides investment services through its subsidiaries. The Company owns, operates, and develops exchanges to facilitate trading in environmental financial instruments including emissions reduction credits in both voluntary and mandatory markets.
    The company operates European Climate Exchange (ECX) that focuses on compliance certificates for the mandatory European Emissions Trading Scheme; Chicago Climate Futures Exchange (CCFE), a regulated exchange in the United States with a growing portfolio of environmental futures contracts; and Chicago Climate Exchange (CCX), which operates voluntary, but contractually binding cap and trade system for greenhouse gas emissions reductions.)

  10. Bereits Michael Hudson hat bereits 1972 in seinem Buch "Super-Imperialism : The Economic Strategy of American Empire" darauf hingewiesen, dass die USA eine Monopolisierung des Agrarmarkts befördert hatten, um ein Druckmittel gegen unbotmäßige Nationen zu haben.

    Diese Politik setzt sich bei den Kohlenwasserstoffen fort – es sind also nicht nur die US-Energiekonzerne, deren Interessen hier verfolgt werden. Es ist den USA politisch letztlich egal, wer schließlich das Flüssiggas liefert: Hauptsache, sie können die Lieferungen jederzeit stoppen oder einen Stop androhen, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Interessen ihres Imperiums, das angesichts Chinas und seiner Politik immer mehr in Bedrängnis gerät und die selbstverständlich im Prinzip die Interessen seiner Oligarchen sind.

    Diese Überlegungen gelten für alles, auf das die USA Einfluss haben: Nahrungsmittel, Energie, Mikroelektronik, Software, Patente. Und unter diesem Gesichtspunkt sollte der Bürger die politischen Entscheidungen der europäischen Regierungen und Parteien anschauen. Durch unseren auf die alliierte Sicht beschränkten Geschichtsunterricht ist die heutige Generation der Meinungsmacher nicht mehr in der Lage, in geostrategischen Zusammenhängen zu denken, und daher fehlt dieser Aspekt in der öffentlichen Debatte völlig. Herr Pohlmann ist da eine rühmenswerte Ausnahme.

  11. Ist es nicht an der Zeit, eine Welt ohne die USA zu denken? Das, was Trump vulgär, obszön und öffentlich zelebriert, hat doch seit 1945 still, korrupt und menschenverachtend mit 30.000.000 Toten durch US-Kriege von ihren 1000 Angiffsstationen weltweit aus seitdem stattgefunden. Die USA sind Staatsterrorist Nr. 1 auf der Welt und DAS Sicherheitsrisiko schlechthin.
    Eine Neuausrichtung Europas ist seit dem Ende der Sowjetunion überfällig:
    1. Europa verlässt komplett die Nato – Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa; alle US-Stützpunkt in Europa sind von den USA innerhalb von 5 Jahren aufzulösen.
    2. Die 320-Millionen-USA wird als Wirtschaftspartner ersetzt durch den Eurasischen Raum mit 3.000 Millionen Menschen als Konsumenten und Russland als Rohstofflieferant mit fairen Handelsbedingungen: Indien, China, Pakistan, Indonesien,… aber auch Afrika und Südamerika.
    3. Eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur von Europa und Russland ist von alle Beteiligten gewünscht, mach- und denkbar, wenn man die Matrix des faschistischen Militärisch- Industriellen-Medialen-Banken-Komplexes verlässt und endlich beginnt, selbständig – und europäische Interessen wählend – zu denken.
    4. Es müssen sofort weltweit wissenschaftliche Forschungen betrieben und Strategien entwickelt werden – die BASIS für jedwede politische und wirtschaftliche Verbesserung -, die den Finanz-Faschismus von FED, IWF und Co brechen und zu einem Sturz des asozialen parasitären Neoliberalismus und der aktuell idiotischen Globalisierung führen.
    5. … zum selber Weiter- Denken und Ergänzen …
    … alle Imperien sterben – es ist Zeit, den USA dabei zu helfen …
    (Juni 2016

Hinterlasse eine Antwort