Tagesdosis 17.4.2019 – Körperspender und Bewusstseinswechsler (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Körperspender(1), so nennen junge Studenten der Medizin Leichen, an denen sie ihren Präpa-Kurs vollziehen dürfen. Anatomie-Ausbildung, heißt das. Jeder Student bekommt seine Leiche, die er Woche für Woche, Stück für Stück zerlegen darf. Viele fragen sich: Wie ist es, mit einer Leiche eine Beziehung aufzubauen? Sie auseinanderzunehmen, um dann später, sich daran zu erinnern, wo die Innereien liegen, die man vielleicht dann von üblen Tumoren befreien darf. Müssen Medizinstudenten ihren inneren Ekel vor Leichen, ja ihre Angst vor dem Toten, überwinden? Muss sich jemand dabei übergeben? Leichen werden sie nicht dort genannt, sondern Körperspender. Der sterbende Mensch willigt ein, sich nach seinem Tod der Medizin zur Verfügung zu stellen. Daher dieser Begriff, Körperspender. Man legt diese Toten in ein Bad voller Formalin. So macht man es schon seit Mary Shelley ihren Frankenstein erschuf. Vielleicht schon länger. Wie ist es, wenn man das erste Mal die Decke anhebt und das tote Gesicht, den toten Körper einer präparierten Leiche sieht? Erschrickt man dabei? Denkt man an seinen eigenen Tod? Die Körperspender liegen nackt, vollkommen entblößt auf dem Tisch. Ein Körper ohne den Geist, eine leblose Hülle. Ob Medizinstudenten sich fragen, was Leben ist und was dort in diesem Körper einst war, um in ihm voller Leben gewesen zu sein? Ob sie sich in diesem Körper selbst sehen und erahnen, dass auch sie einst so daliegen könnten? Ohne Leben, ohne vollkommene Lebendigkeit? Ohne Geist und ohne jegliches Leben, einfach tot, im absoluten Nichts zu sein?

Wirklichkeit erschafft Potenzialität, nicht Realität

Ob diese Studenten das erkennen, was Hans Peter Dürr erkannt zu haben glaubte? Dass alles, was ist, aus einem Bewusstsein heraus entstanden sein muss? Dass dieses Bewusstsein das ist, was viele religiöse oder spirituelle Menschen das Eine, das Vollkommene oder Gott nennen? Ob sie das auch in ihrem Studium erfahren und lernen? Ob sie lernen, dass die Wirklichkeit nicht die Realität entstehen lässt, sondern dass Wirklichkeit Potenzialität entstehen lässt, wie Hans Peter Dürr sagte? Der Mensch, einzig ein materielles Wesen, einzig aus materiellem Bestand, wie uns auch heute noch in Schulen und Studium gelehrt wird? Ist der Körper leblos, erlischt alles im Menschen und der Tod, das absolute Nichts, wird auf ewig sein Zuhause? Oder ist es anders, ganz anders?

Wenn du stirbst, verlässt der Geist den Körper, schwebt hin zu einem Licht, das heller scheint als alles irdische Licht, aber nicht blendet, nicht wehtut. Dann kommt dein Lebensfilm. Ein Film, der zeigt, wie dein Leben war. Er zeigt dir das nicht durch dein Auge, er zeigt es dir unmittelbar in deinem Geist, der angezogen wird wie von einem Staubsauger, hin zum Licht. Dort fühlst du alles, was du tatest und dir widerfahren ist. Auch, was andere dabei fühlten, wie deine Gedanken und dein Verhalten eine nicht anhaltende Kette von Wirkungen entfaltet hatte. Du lernst dabei, wirklich zu sehen. Nämlich rein mit dem Herzen. Du fühlst in all die Menschen hinein, die in diesem Film vorkommen und sie kommen alle gleichzeitig darin vor, ohne Zeit und Raum und ohne die Länge an Zeit, die das alles hier auf der Erde bräuchte. Du verschmilzt dort mit anderen Geistwesen, den Lichtwesen, die das Licht sind, das du siehst und dich anzieht. Bist du an das Licht angedockt, geschieht etwas Unfassbares. Du erhältst dort alles Wissen und wenn dir eine Frage in deinem Geist erscheint, so hast du sie noch nicht einmal zu Ende gedacht, so erscheint schon die Lösung. Du denkst und du wirst gedacht – das geschieht ab jetzt vollkommen gleichzeitig. Du erhältst alles Wissen der Welt, alles. Und das mit einem Gefühl der bedingungslosen Liebe, die, vergleichst du sie mit der irdischen Liebe, die irdische Liebe nie wieder von dir Liebe genannt werden wird. In dem Moment, wo du erfährst, dass du wieder zurück musst, in deinen fast toten Körper, wirst du zutiefst traurig, da du nicht zurück willst. Du erkennst die Hülle, die ab jetzt nur eine Kümmerversion deines gesamten Menschseins darstellt, deine Unzulänglichkeit im Vergleich zu dem, was du in diesem Augenblick bist – ein vollkommener Geist, erfüllt von einer unermesslichen Liebe, die dich zu zersprengen droht, die du auf Erden nie mit dem vergleichen kannst, was dort  Liebe genannt wird.

Endloses Bewusstsein

Zack! Da bist du wieder. In deinem Körper gefangen, den Ursachen, Unzulänglichkeiten und den Wirkmächten des Menschseins ausgesetzt. Deiner Begrenztheit. Erzählst du jetzt, was du erlebt hast, so staunst du, da seit deinem Tod nur wenige Minuten vergangen waren, dir es aber wie eine lange Zeit vorkam. Niemand wird dir glauben, was du sagst, wenn du dein Erleben als Bewusstseinswechsler erzählst. Na ja, fast niemand. Denn mittlerweile gibt es Millionen Menschen allein in Deutschland, die von ihren Reisen als Geistwesen berichten und eine Wissenschaft darüber ist erwachsen geworden. Die Berichte solcher Menschen (man nennt sie Nahtoderfahrene, was im strengen Sinne eigentlich nicht zutrifft, denn sie waren ja nicht tot) sind derart übereinstimmend, und zwar weltweit, dass es keinen Zweifel mehr darüber geben kann, dass unser Bewusstsein nicht das Produkt unserer Gehirne sein kann. Dass der Materialismus nur ein Trugbild ist. Wir schwimmen in einem allumfassenden endlosen Bewusstsein, wie alle Fische im Wasser schwimmen. Mir ist klar, dass das hier Beschriebene nicht wirklich viele annehmen können. Und mit Glaube hat das für mich persönlich auch nichts zu tun. Erinnerungen werden wieder wach, wenn man sich ausgiebig mit diesem Thema der Nahtoderfahrung beschäftigt. Erinnerungen bei vielen Menschen, die ähnliche Erlebnisse hatten, sie aber nicht weiter beachteten, weil ihr Umfeld auf Gegenwehr stieß, als sie es früher erzählten und weil man selbst damit überfordert war, es nicht ernst nehmen konnte. Bewusstsein, allein das Wort löst bei dem Hirnforscher Gerald Hüther einen verächtlichen Seitenblick aus und abschätzig erwidert er dann, wie sehr das Bewusstsein doch überschätzt wird. Nein, lieber Gerald Hüther, da irren Sie sich. Denn nur weil die Hirnforschung über den Sitz des selbigen seit eh und je im Dunkeln tappt, muss es nicht minder geschätzt werden.

Und jetzt stellen wir uns einmal der Skepsis und sagen einfach mal: Was wäre, wir würden mit dem Wissen und damit mit dem Bewusstsein von klein auf groß, dass wir vor der Geburt und nach dem, was wir Leben nennen, reiner Geist sind und dass dieser Geist in unsere körperlichen Hüllen fährt. Was wäre, wir würden gar keine Angst mehr vor dem Tod haben? Was wäre, wir wüssten, dass der Tod unserer geliebten Menschen und der eigene Tod, nicht das Ende ist? Stellt euch einfach mal vor, ihr würdet ewig sein und die Lektion, die wir hier auf der Erde zu lernen hätten, hieße Liebe, wahrhaftige Liebe? Einswerden mit dem allumfassenden Bewusstsein. Könnt ihr euch das vorstellen oder lacht ihr das aus, weil nicht sein kann, was nicht sein darf?(2)

Alles bloße Spinnereien

Die Hürde dazu ist nicht das zu denken. Die Hürde ist einzig unsere Sprache, denn was dort im Tod ist, das ist das Unaussprechliche, das Unsagbare, das Unmitteilbare. Denn es ist vollkommenes Gefühl. Allumfassendes Gefühl. Zu wissen, dass es nach dem Abfallen des Körpers weiter geht, wäre ein Fortschritt der gesamten Menschheit im Ausbau seiner sozialen Gemeinschaft. Das wäre auch das Ende der Kriegsbereitschaft, es wäre das Ende der Vernichtung des Lebens durch den Menschen auf diesem Planeten. Denn wer würde sich daran noch beteiligen, wenn es gewiss wäre, dass unser Erdenleben hier nur ein Teilaspekt von dem ist, was unser Sein bedeutet. Du lebst nur einmal, also nimm dir, was dir zusteht, mach die Partie deines Lebens, mach dir die Erde Untertan, tu so, als gebe es nur dein Verlangen, nur deine Bedürfnisse im Hier und Jetzt! Nach mir die Sintflut. Das wäre vorbei, würden wir annehmen können, was viele, die um ein Haar gestorben sind, darüber berichten, was sie während ihres Beinahetodes erlebt hatten.

Wenn ich mir die bisherige Geschichte der Menschheit anschaue, dann sehe ich auch Mord und Totschlag, Leid und Zerstörung, Manipulation und Intrigantentum. Woher kommen all die Dinge, bei denen, die solches in der Welt verursachen? Kommen all diese unmenschlichen Dinge nicht vielleicht gerade deswegen zustande, weil solche Leute eine große Angst vor dem Tod haben? Haben sie Angst davor, in Nichts zu geraten, in ihr Ende hineinzuleben? Ist der Tod nicht unsere schwerste und gewichtigste Angst? Leben, was ist denn dein großer Sinn? Diese Frage nach dem Sinn, erscheint vollkommen sinnlos, falls wir unsterbliche Seelen sind. Denn die Frage bezieht sich dann nur auf einen Teilaspekt unseres Seins, das aber viel umfänglicher gedacht ist, auf das Leben, das wir auf der Erde leben.

Die meisten Menschen neigen dazu, dass sie das, was sie nicht kennen, kleinreden oder für Spinnerei halten. Sie sind derart fest von eben solchen Spinnereien überzeugt, dass sie sie nie auch überprüfen. Sie informieren sich selbst nicht vom Gegenteil, weil das ihr Weltbild zerschmettern könnte. Das ist es, um dessen persönliche Heiligkeit es immer geht. Man will mit sich selbst stets konform sein. Der Tod ist jedoch nicht der Tod. Huch! Es gibt den Tod, so wie wir ihn uns vorzustellen erlernt haben, gar nicht. Das ist wissenschaftlicher Stand und keine Erfindung oder Spinnerei. Sich das nicht vorstellen zu können, ist völlig normal, wenn man darüber noch nie etwas gehört, es selbst erlebt oder selbst gelesen hat. Wenn man sich mit der Bandbreite und den Deutungsmöglichkeiten der eigenen Geisthaftigkeit wirklich auseinandersetzt, verlässt man die materielle Weltanschauung, die man zuvor vielleicht hatte. Die Angst, die einen zuvor ein Leben lang begleitet hatte, die einen Dinge tun ließ, die man hätte anders tun können, wandelt sich dann in eine Stärke, mittels derer sich Berge versetzen lassen. Frieden und Liebe, das ist es, worum es einzig geht. Und du, du bist eine Tankstelle dieser beiden Sender- und Empfängereigenschaften hier auf der Erde. Das ist unser aller Auftrag hier. Und dabei gilt: Jeder Mensch nach seiner eigenen Fasson.

Wandel des Bewusstseins

Wir können uns nur entscheiden. Entscheiden, etwas zu glauben oder es nicht zu glauben. Mehr lässt unser Leben hier nicht zu. Das gilt auch für Wahrheiten oder die Wissenschaften. Die Geburt, das Leben selbst und der Tod. Sind das nur unterschiedliche Bewusstseinszustände, andere Ebenen des Bewusstseins? Wenn das so ist, dann gibt es keine wichtigere Erkenntnis als diese: Wir sind endloses Bewusstsein, wie es der niederländische Arzt und Wissenschaftler Pim van Lommel ständig auf seinen Vorträgen sagt. Lassen wir das in unsere Vorstellung von Leben und Sein ganz allgemein in unser Weltbild, also auch, dass das für Tiere, ja sogar für Bäume und Pflanzen gilt, sogar für den gesamten Planeten und das Universum, dann braucht es keinerlei Friday for Future-Demo mehr. Dann erzwingt diese Erkenntnis ein All Day for Future-Weltbild ganz automatisch. Die Probleme des Überlebens der gesamten Menschheit, also der Wandel vom Zerstörer dieses Planeten hin zu einem Hüter dieser Erde, wäre ein völlig normaler und kein spinnerter Bewusstseinszustand, der von den Materialisten stets ins Lächerliche zurückgedrängt wird.

Nahtodforscher und Nahtoderfahrene sind sich dieses Wandels des Bewusstseins, das es bei uns Menschen braucht, sicher. Die Schlussfolgerung, dass es einzig um die Liebe geht, legt dies nahe. Die Brücke, die dazwischen steht, ist das Bewusstsein des Mainstreams, das in den Materialismus hinein manipuliert und konditioniert wird und wurde. Und dieser hält das hier Beschriebene für eine Fantasterei. Zugegeben, das klingt auch ziemlich fantastisch, wenn man nur das materielle Weltbild füttert und zusieht, dass ja nur das eigene Weltbild in der eigenen Reflexion bestätigt wird. Aber wenn wir hinübergleiten und zu Wesen in einer anderen Dimension werden, es im Grunde ja schon sind, dann könnte es sein, dass uns gegenüber viel weiter entwickelte Lebensformen, irgendwo im Universum, die Erfahrungen ihrer Verstorbenen längst in ihren Mainstream und ihre Form der Wissenschaften übernommen haben und sich dementsprechend weiterentwickeln konnten. Liest man beispielsweise John Macks Buch Entführt – von Außerirdischen, dann fallen die Parallelen zu den Nahtoderfahrungen auf. Die Frage ist also nicht, ob wir das alles glauben wollen. Die Frage ist: Bist du bereit dazu, deinen Geist derart zu öffnen, das alles erst einmal zuzulassen? Der Ausweg aus unserem destruktiven Dilemma, in dem wir am Scheideweg der Menschheit stehen, ist eine Bewusstseinsfrage. Denn die Systemfrage ist die Frage nach dem Überwinden des Materialismus, als Hauptgang in unserer Entwicklung als Sapiens. Dieser Materialismus ist das Axon, unsere Achse, an der entlang sich alle weiteren Probleme entwickeln konnten. Jeder für sich entscheidet sich für das, woran er glaubt und wofür er einsteht. Der Tod ist allen sicher. Dort geht es weiter. Der gesamte Ernst des Lebens wird ab da vollkommen trivial. Was bedeutet das im Hier und Jetzt – was bedeutet das für dich?

Quellen

(1) https://www.bento.de/gefuehle/medizinstudium-praepkurs-wie-es-ist-9-monate-mit-einer-leiche-zu-arbeiten-a-d20fdca6-4426-45c9-bdcc-97f657b7ff32#refsponi

(2) https://www.youtube.com/watch?v=iuQ-IU-Tm9I&t=2s

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