Tagesdosis 18.12.2017 – Wo steht der Feind? – Die Unschärfe in den Köpfen

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Flaschensammler, Bettler, Zelte, Planen und Matratzenlager unter den Spree-Brücken: Es genügt ein Rundgang um das Berliner Regierungsviertel, um einen Eindruck des Ausmaßes des Elends im reichen und kalten Deutschland zu gewinnen. Früher war es Linken klar: Die Herrschafts- und Besitzstrukturen des Kapitalismus führen zu diesen wachsenden sozialen Verwerfungen. Sie verankern den Egoismus als Schutz vor einem stets drohenden Abstieg tief in der Gesellschaft. Sie produzieren Krieg im Kleinen wie im Großen.

Man war sich einig: Der Klassenkampf von oben ist allgegenwärtig. Nur ein organisierter Klassenkampf von unten kann dessen überall sichtbare Auswirkungen bremsen. Rechts sein bedeutete, die Interessen der Herrschenden zu verteidigen. Links stand, wer auf der Seite der Unterdrückten kämpfte. „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“, schrieben Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest schon vor 170 Jahren. Der Feind waren die Großkapitalisten, die Besitzer der Fabriken und Banken und ihr politischer Apparat.

Heute ist vieles unklar. Unsichtbare Großaktionäre mit unübersichtlichen Beteiligungen haben Fabrikbesitzer mit Gesichtern abgewechselt. Wessen Interessen verfolgt ein bestimmter Verlag, ein Konzern, eine Bank nun eigentlich? Die bürgerliche Demokratie suggeriert uns allen ein Mitspracherecht.

Alle vier Jahre können wir ein Kreuz auf dem Wahlzettel machen. Wir können uns in Initiativen und Vereinen engagieren. Die Debatten im Bundestag sind online zu verfolgen. Ein ganzer Apparat von Juristen deutet für uns die Gesetze. Sie sind so umfangreich, dass niemand sie in Gänze kennen, geschweige denn, verstehen kann. Allein am Zweiten Sozialgesetzbuch, an das sich Hartz-IV-Bezieher halten müssen, verzweifeln sogar Fachleute. Wer schreibt die Gesetze? Wer schlägt sie in wessen Interesse vor? Wer bezahlt die, die sie durchwinken und die, die ihre Einhaltung überwachen und durchsetzen?

Die Unschärfe der Realität eines komplexen bürokratischen Apparats hat die Gesellschaft erobert. Auf der anderen Seiten haben sich die Ausbeutungsverhältnisse stabilisiert. Der Arbeiter bei Volkswagen leidet keine Not. Die Teilzeitverkäuferin hat sich daran gewöhnt, von ihrem Ehemann finanziell abhängig zu sein. Man hat eine Wohnung, einen Kleinwagen, seinen Arbeitsalltag. Die Ausbeutung selbst versteckt sich in der Normalität, verschwindet aus der Wahrnehmung. Die Unschärfe der Realität hat die Köpfe erobert.

Das zeigt sich auch in der Linken. Die einst unumstrittene Gewissheit des notwendigen Klassenkampfes von unten gegen ein rechtes oben ist einem Kampf gegen ein ominöses rechts gewichen. Faschismus wird nicht mehr als rabiateste und chauvinistischste Spielart des Kapitalismus begriffen. Rechts wird umgedeutet zu einem moralischen Versagen einzelner, angelehnt an die Propaganda des Politapparats, wonach die Armen selbst schuld an ihrer Armut seien.

So konstruieren heute angeblich fortschrittliche Linke aus allerlei moralischen Vorwürfen rechte Weltbilder: Aluhüte, strukturelle Antisemiten, Putinversteher, Amerikahasser. Komische Leute eben, die sich fragen, wer wirklich hinter 9/11 steckt, die die Deutsche Bank, die FED oder Monsanto kritisieren. Angeblich Aufgeklärte erklären diese zu ihrem Hauptgegner. Dabei war es einst Usus unter Linken, dass der Kapitalismus ungeheuerliche Verbrechen hervorbringt. Das tut er, seit der existiert. Diese auszusprechen, diese zu geißeln, gegen diese anzugehen, immer im Sinne der darunter Leidenden, war der Kern linker Organisation.

Heute dürften sich die Profiteure die Bäuche vor Lachen halten. Das Unglaubliche ist geschehen. Menschen, die sich für links halten, verteidigen die Herrschaft über sich selbst gegen als komisch oder abstrus empfundene Fantasien. Selbst jeder Verdacht, erkennbare Widersprüche in einem barbarischen System möglicherweise zu weitgehend zu kritisieren, lässt die Deuter des »reinen Bewusstseins« aus allen Rohren feuern. In der Konsequenz verhindern sie jedwede Kritik. Der Generalverdacht, der einstmals dem kapitalistischen System galt, gilt heute sogenannten »Verschwörungstheoretikern«.

Überall Wahnsinnige, die man nur meiden kann, um nicht angesteckt zu werden? Oder sind nicht jene viel mehr vom Wahn besessen, die solcherlei bescheidene Denkempfehlungen an ihre Genossen weitergeben?

Berlins Kultursenator Klaus Lederer ist nur ein Paradebeispiel dafür. Angeblich emanzipiert ignoriert er die Massen an Obdachlosen in seiner Stadt, die zu übersehen unmöglich ist, aber bekämpft eisern jene »Aluhüte«, in deren Köpfe er selbstsicher aus einem Brei zusammengestückelter Zitate bestimmte Gedankenmuster interpretiert und diese dann als rechte Weltbilder verkauft.

Man muss sich fragen: Warum bringen die Lederers und Co. so viel Energie auf, um jede Kritik am immer rabiater wütenden Kapitalismus zu unterbinden? Geht es ihnen nur um Verteidigung ihrer in der bürgerlichen Oberschicht eroberten Wohlfühlnische, also der eigenen, höchst persönlichen Identität? Wissen sie nicht, dass sie damit jeden Boden linken Urverständnisses vom Klassenkampf von unten verlassen haben?

Möglicherweise ist es den vielfältiger werdenden systemischen Widersprüchen geschuldet, wenn führende Köpfe und klassische Mitläufer sich in wirren Freund-Feind-Strukturen jenseits der real existierenden Klassen verstricken. Wenn sich ihre Ziele mehr und mehr auf Identitätspolitik einzelner Milieus reduzieren. Wenn sie den Überblick über Zusammenhänge verlieren und den Kampf gegen das rechte Imperium zu einem spießbürgerlichen Kampf gegen vermeintlich komische Gedankengänge verkommen lassen.

Möglicherweise freut man sich in gewissen staatlichen Denkfabriken über diese Entwicklungen nicht nur ein Loch in den Bauch, sondern befördert sie nach Leibeskräften. Aber he, alleine ein solcher Gedanke dürfte jemanden in gewissen Kreisen zum Verschwörungstheoretiker machen, böse belächelt, niedergemacht und für bekloppt erklärt von fast allen konservativen, liberalen wie linken Medien.Es ist, als würde eine staatstragende institutionelle Gedankenpolizei mit vielen Armen jemanden zum Aussätzigen erklären.

Was vergessen wird, sind tatsächlich gefährliche Entwicklungen hin zu autoritären kapitalistischen Staaten mit aufgerüsteter Polizei mit immer mehr Befugnissen, mit einem Militär, dass sich in immer tiefer in Angriffskriege verstrickt. Übersehen wird die wirkliche Rechts-Entwicklung, die sich in Parteien, Organisationen und Übergriffen auf ihre Opfer zeigt. Die Unschärfe in den Köpfen macht es möglich.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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38 Kommentare zu: “Tagesdosis 18.12.2017 – Wo steht der Feind? – Die Unschärfe in den Köpfen

  1. Wer gerade rabiat wütet, ist nicht der Kapitalismus, der einen beispiellosen Siegeszug hingelegt hat, sondern Populisten und Regierungen mit Diktaturambitionen, die in Wahrheit freien Markt gar nicht wollen.

    Diskriminierung aufgrund der Nationalität wird gerade von Trump und seiner Regierung zum neuen Motto der USA gemacht, das ist ein schwerer Rückschlag für die USA, die wieder Probleme hat, ihre eigenen offiziellen Werte zu vertreten.

    • Wenn wir Kapitalismus hätten, dann wäre GR unordentlich Pleite gegangen und die Mistbanken gleich mit dazu.
      Wir haben Korporatismus, der Staat hängt überall mit drin und reglementiert fröhlich vor sich hin. Zum Wohle der Monopole. Das ist der Job von Staat. Deshalb gibt es ihn, doch nicht weil es ein Volk gibt.
      Man kann auch sagen, es wäre eine Monopolwirtschaft, die den Staat geentert hat.
      Oder aber so herum: Diese Monopolinteressen haben sich den Staat erst erfunden, um ihre Machtstrunktur effizient ausleben zu können. Der Staat als Machtmonopolist kann doch den Bestand der Monopole garantieren. Wer denn sonst? Wer macht denn Gesetze, erhebt Steuern, wer ist das Finanzamt und kann Dich einlochen, wenn Du nicht zahlst oder die falsche Meinung hast?
      Denen ist es doch egal, welchen Staat sie vereinnehmen müssen. Wenn der Staat dem Monopol richtig auf den Leib rückt, dann schaffen die Herren den Welt diesen Staat einfach ab. Und zwar wenn es sein muss auf legalem Wege.
      Im Osten war es nur noch leichter. Da gab es nur ein Monopol zu kapern, was auch trefflich geklappt hat.
      Oder bei wem haben diese Sozialismus-Simulanten sich den die (West-) Kredite, z.B. für die erste 5-Jahres-Pläne, besorgt? Das Geld kam nicht solidarisch von Bruderstaaten.
      Das sind Idiotien und kriminelle Handlungen, die nur der (anonyme) Staat vollbringen kann. In meinem Dorf würde man bei soviel Bigotterie den Bürgermeister dafür durch die Gassen jagen.
      Aber als Staat kann man seine Kritiker einsperren. Man ist Gesetzfgeber, Richter und Henker.
      Die Macht muss in kleinste EInheiten zurückverlagert werden. Nur so wächst Moral und Verantwortung.
      Der Rest wird immerzu in organisierter Verantwortungslosigkeit enden. Mit oder ohne Produktionsmittel in privaten Händen.

  2. „Die Unschärfe der Realität eines komplexen bürokratischen Apparats hat die Gesellschaft erobert.“
    Es sind solche Sätze, die einen ahnen lassen, warum die Massen sich nicht scharenweise vom linken Geschwurbel anziehen lassen. Das ist ein Diskurs ohne Potential.

    Und wenn dieser bürokratische Apparat nicht kapitalistisch, sondern sozialistisch wäre wie ehedem? Dann würde es in eine bessere Richtung gehen? Also ob es nicht auch zu bürokratischer Komplexität führen würde, wenn der Staat als Monopolist auch noch alle Produktionsmittel verwalten soll. Das hat ja schon mal ganz gut geklappt, weil in so einem Apparat die Guten arbeiten würden und nicht die selben Bürokraten?

    Ich sehe den Fehler im Apparat und nicht in einer besonderen Ausformung des Apparates. Mein Ziel wäre, den Menschen ihre Freiheit und Verantwortung zurück zu geben – ohne Staat, denn der wird früher oder später vergleichbar autoritär.
    Momentan haben wir aber nach Jahrzehnten tittytainment keine Menschen in übergroßer Zahl, die sich befreien (lassen) wollen.
    Die müssen sie dann schon mit vorgehaltener Wummer „überzeugen“, so wie beinahe zu jeder Revolution. Umstürtze sind immer Elitenprojekte, so wie dieser Diskurs hier. Was sind schon ein paar 10.000 Klicks?

    Oder kann jemand davon berichten, dass der sozialistische Monopolapparat besonders menschliche Züge aufzuweisen hatte?

    Man kann den status quo ablehnen, aber einfach in eine sozialistische Blaupase einzuwilligen, das ist doch wahrlich vergleichbar damit, das Denken einzustellen und seine Zukunft an eine „wissende“ Führung abzugeben.

    Zumal ganz realistisch gefragt: Wieviel würden denn mitgehen in das Experiment? Und ich meine jetzt v.a. die Menschen außerhalb dieser selbstreferentiellen community?

    • Ich habs echt dicke, dass linkes Gedankengut ständig mit der alten sozialistischen DDR verglichen wird.

      Du nennst es Geschwurbel, wenn sich jemand aufregt über die Zustände der Obdachlosen in Berlin. Soso… Bist du also der Meinung, das wär korrekt, was diesen Menschen passiert? Gehen wir mal weg von links u rechts und reden Tacheles.
      Klassenkampf existiert oder nicht?
      Unsere Wählerei ist unwirksam, ja oder nein?
      Die Armen sind selbts schuld an der Armut, ja oder nein?
      Kapitalismus trägt Zerstörung des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und der Umwelt schon in sich, ja oder nein?
      Aufrüstung, Krieg u Überwachung passieren, ja oder nein?

      Ich find irgendwie kein „Geschwurbel“ in Frau Bonath’s Text.

      Und mal so ganz platt ausgedrückt: lieber keine Bananen, als keine Zähne!

    • @Gloucester
      Ganz ohne Staat wird es auch schwierig. Denn dann bilden sich lokale Unterdrücker und Unterdrückungsmechanismen heraus, die ggf. wirklich problematisch sein können.

      @Kristana
      Es ist einfach blanke Logik, dass der Privatbesitz an Produktionsmitteln und die Handelsfreiheit (und übrigens auch die Reisefreiheit) grundlegende Menschenrechte sind, die aber der Kommunismus per Definition verweigert.
      Daher mündet Kommunismus ausnahmslos in Diktatur, wie die Realität ja auch gezeigt hat und immer wieder zeigen wird. Und natürlich gilt das auch für die sozialistischen Staaten, die sich als ‚Vorstufe‘ zum Kommunismus definieren, also eben unter anderem auch für die ‚DDR‘. Die ‚DDR‘ und der Ostblock waren genau das, was man von Sozialismus und Kommunismus erwarten muss. Und vom Gedankengut sind die aktuellen Rechtspopulisten sehr nahe an den üblen Schergen kommunistischer Diktaturen. Die meisten aktuellen Rechten hassen freien Markt geradezu.

    • @ Gloucester
      Ganz ohne Staat wird es auch schwierig. Denn dann bilden sich lokale Unterdrücker und Unterdrückungsmechanismen heraus, die ggf. wirklich problematisch sein können.
      @ Kristana
      Es ist einfach blanke Logik, dass der Privatbesitz an Produktionsmitteln und die Handelsfreiheit (und übrigens auch die Reisefreiheit) grundlegende Menschenrechte sind, die aber der Kommunismus per Definition verweigert.
      Daher mündet Kommunismus ausnahmslos in Diktatur, wie die Realität ja auch gezeigt hat und immer wieder zeigen wird. Und natürlich gilt das auch für die sozialistischen Staaten, die sich als ‚Vorstufe‘ zum Kommunismus definieren, also eben unter anderem auch für die ‚DDR‘. Die ‚DDR‘ und der Ostblock waren genau das, was man von Sozialismus und Kommunismus erwarten muss. Und vom Gedankengut sind die aktuellen Rechtspopulisten sehr nahe an den üblen Schergen kommunistischer Diktaturen. Die meisten aktuellen Rechten hassen freien Markt geradezu.

    • Kristina,
      ich kann Ihnen nur recht geben.
      Klassenkampf existiert sehr wohl und zwar von Oben, aber die Masse bekommt es nicht mit.
      Der Staat alimentiert die Reichen noch, wenn Sie mit unserem Geld Monopoly spielen.

      „Für die Sanierung der Pleitebank HRE fließen zweistellige Milliardensummen aus Steuergeldern. Aber die Regierung hält die Namen der Kreditgeber geheim, die auf Staatskosten freigekauft wurden. Die Bürger müssen zahlen, aber für wen, das sollen sie nicht wissen.“ (Tagesspiegel 13.09.2009)

      So viel zur Unschärfe der Realität eines komplexen bürokratischen Apparats – und das ist nur ein Beispiel.

      Der Artikel lohnt sich im Internet aufzurufen: Hypo Real Estate – Die Geretteten

      Dann kommt weiter unten auf eine lange Listen: Ungesicherte Geldmarktaufnahmen und Schuldscheindarlehen der Hypo-Real-Estate-Gruppe …

      Damit der Letze mal sieht, an wen die Steuermilliarden flossen.
      Das wäre alles durch Spekulation weg gewesen, was heißt, das es nach oben abgeflossen ist.

      Das das Geld unten fehlt sollte klar sein.

      Wer denn will, kann das ja mal mit der DDR vergleichen, deren Übernahme auch die Reichen noch reicher gemacht hat.

      Und keiner hat’s gemerkt!?

    • Thatsit
      Ich bin kein Kommunist. Stehe auf „ohne Herrschaft“, direkte Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Ach ja… spirituell bin ich auch noch. Gibts dafür ne Schublade? Vielleicht anarchischer-links-freichrist. Geht das? 🙂

      Ich hab nix gegen Privatbesitz, aber nicht in dieser ungerechten Verteilung, die überall herrscht. Und auch nicht in der Form, dass die Bullshit-Jobs (Banker, Manager, Sportler, „Stars“) am besten und die wichtigen Jobs (Krankenschwester, Müllabfuhr) am schlechtesten bezahlt werden.

      Marcus 🙂
      manche habens bemerkt…
      Hab mich ganz lange mit den Banken beschäftigt, auch als die Gustl Mollath Geschichte lief, vor ein paar Jahren. Muss ich mich gleich wieder aufregen.

    • Kristana schreibt, sie habe nix gegen Privatbesitz. Tut eigentlich keiner.
      Aber aufgepasst:
      Thatsit schreibt, der Privatbesitz an Produktionsmitteln und die Handelsfreiheit seien grundlegende Menschenrechte. Da sitzt der Knackpunkt, es geht nicht um Privatbesitz, sondern um den Besitz an Produktionsmitteln, den er hier zum Menschenrecht erhebt. Möchte mal wissen, wo er das her hat.

    • hj_allemann
      Ist mir nicht aufgefallen, stimmt. Ich hätt ja noch nicht mal was gegen den Besitz von Produktionsmitteln, WENN sie zum Wohle aller da wären. Aber nicht als Menschenrecht! Wenn sich im ersten Schritt zu einer neuen Gesellschaft die Besitzer der Produktionsmittel wenigstens mal an unser GG halten würden. (Art 14 (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen)

      Wenn sich überhaupt mal irgend jemand von den Kapitalismusjüngern und Herrschenden an das Grundgesetz halten würde. Ich bin ja anspruchslos, das würd mir echt erstmal reichen.

    • @ hj allemann
      Der Privatbesitz an Produktionsmitteln ist ein ganz wesentliches Menschenrecht, da es immer möglich sein muss, dass jemand gute Ideen und Innovationen selbst verwirklichen kann, wenn die aktuellen Strukturen es nicht ermöglichen.

      Genauso wie bei der Reisefreiheit und der Handelsfreiheit geht es darum, dass der Staat den einzelnen Bürgern natürlich nicht verbieten darf!, grundlegende Rechte wahrzunehmen und Wünsche zu realisieren.

      Überlegen Sie sich einfach mal eine andere, logisch gleichwertige Formulierung: Was ist ein Staat, der freien Handel verbietet und einzelnen Leuten verbietet, selbst etwas mit ihren eigenen Gegenständen herzustellen? Die Antwort ist klar: Eine Diktatur der üblen Art! Nur durch die ständige Wahl von aggressiven Formulierungen gegen Kapitalismus etc. wird rhetorisch kaschiert, dass Kommunismus per se Diktatur ist.

      Übrigens sind Rechtspopulisten wie die ‚AfD‘ und sogar Trump und deren Nachbeter in FDP (Lindner) und CSU (Seehofer, Söder) vom Denken her den Kommunisten viel näher als sie zugeben, und das, wie ich finde, noch auf besonders abstoßende Weise.

    • Ohne Privatbesitz am Produktionsmitteln (Kapital + Boden) gäbe es keinen Kapitalismus.
      Der Besitzer allein bestimmt was Ihm vom Gewinn, nach Steuern u. Abgaben, bleibt, ob und in was er investiert und wieviel der lohnabhängige Arbeiter bekommt.
      Es gibt Mindestlohn oder Tarifbindung, was den sozialen Frieden zuträglich ist. (kaum Streiks)
      Alles garantiert ihm der Staat und das Grundgesetz.

    • Thatsit

      Zitat: „dass jemand gute Ideen und Innovationen selbst verwirklichen kann“

      Gute Ideen kann man auch haben und sie dann der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, siehe Linux. Und vielleicht sind die besten Ideen sowieso diejenigen, die aus Leidenschaft und Berufung entstehen und nicht aus Profitgier.
      Und die Reisefreiheit, die ist schön und gut, wenn ALLE sich das Reisen leisten können. In unserem Land haben im Moment mind. 12Mio Menschen keine Reisefreiheit, schlicht aus finanziellen Gründen.

      Sie tun so, als wollten wir ne Diktatur und als gäbe es keine Alternativen zum Kapitalismus. Und das ist Quatsch.

    • Gute Ideen, Innovationen und sich selbst verwirklichen ist ein Menschenrecht?
      AaaHaa! Das wird aber vielen Menschen vorenthalten,
      weil davor stets das Geld steht oder (und) Eigentum an PM + Grund und Boden.
      Und es ist wohl auch ein Menschenrecht, das jeder, der jemanden als Konkurrenz sieht, kaputt spielen kann?
      Und der darf dann auch, je nach Machtfülle Kriege führen, die meist Kriege um Ressourcen sind.
      Denn ….. Gute Ideen, Innovationen und sich selbst verwirklichen ist ein Menschenrecht!

    • Ich stelle mir gerade eine alleinstehende Mutter mit 2 Kindern vor, die Gute Ideen hat und sich selbst verwirklichen will.
      Das geht zwar erst mal nicht, wegen der Kinder.
      Na dann nutzt Sie doch gleich mal die Reisefreiheit und zeigt Ihren Kindern die Welt.
      Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann …..

    • Besitz an Produktionsmitteln als Menschenrecht und ich fragte: „…wo er das wohl her hat“? und was antwortet Thatsit darauf?
      Gar nix! Keine Quellenangabe! Stattdessen seine höchst eigene Interpretation, was es sein soll. Das ist nicht gefragt. Diese Behauptung ist eine geschickte Unterstellung, die jeden Leser davon abschrecken soll, Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum zu überführen.

      Unterstellungen, Falschbehauptungen, Verdrehungen, Drohkulissen sind ein gewisses Stilmittel, das nicht nur ein Lederer beherrscht.

      Beispiel Drohkulisse: „Was ist ein Staat, der freien Handel verbietet und einzelnen Leuten verbietet, selbst etwas mit ihren eigenen Gegenständen herzustellen?“ Ich sehe schon den Kommunisten, der hinter dem Sofa der Oma lauert und darauf wartet, daß sie endlich mit dem Pullover für ihren Enkel fertig wird, damit er ihr diesen und die Stricknadel (Produktionsmittel) wegnehmen kann! Der arme Börsenhändler, der sich mühsam Geld zusammengespart hat um Lebensmittel zu kaufen und der diese dann nicht frei verkaufen darf, weil eine Hungersnot ihm gerade die besten Profite verspricht.

      „Nur durch die ständige Wahl von aggressiven Formulierungen gegen Kapitalismus etc. wird rhetorisch kaschiert, dass Kommunismus per se Diktatur ist“ Man kann sicher diskutieren, ob der Kommunismus eine märchenhafte Utopie ist, wie man das, trotz der Niederlagen in UdSSR,China etc. überhaupt erreichen könnte, etc. Aber es ist eben nicht per se eine Diktatur Einfach mal nachlesen und auf die Tatsachen schauen. Die Behauptung, Kommunismus sei per se Diktatur dient nur dazu, unter Hinweis auf die schreckliche Geschichte von UdSSR, China etc., die Leute davon abzuhalten, sich mit dieser Frage zu beschäftigen.

      Stattdessen mit solchen Unsinn wie: „…sogar Trump und deren Nachbeter in FDP (Lindner) und CSU (Seehofer, Söder) vom Denken her den Kommunisten viel näher als sie zugeben…“ Sorry, damit setze ich mich nicht auseinander.

    • „Gute Ideen kann man auch haben und sie dann der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, siehe Linux.“

      Das kann man aber in der Tat nur, wenn man in ausreichendem Maß reich ist. Der Staat darf niemandem verbieten,
      Geld zu verdienen, aber genau das tun die Kommunisten, und führen damit ihre angebliche soziale ‚Ausrichtung‘ völlig ad absurdum.

      „Gute Ideen, Innovationen und sich selbst verwirklichen ist ein Menschenrecht?“
      Selbstverständlich. Es ist ein Menschenrecht, dass einen der Staat nicht daran hindert, Ideen zu verwirklichen, weltweit Handel zu betreiben und weltweit reisen zu können.

      „Besitz an Produktionsmitteln als Menschenrecht und ich fragte: „…wo er das wohl her hat“? und was antwortet Thatsit darauf? Gar nix! Keine Quellenangabe!“

      Ich erlaube mir, meine eigenen Gedanken zu machen. Auf jeden Fall entspricht die grundlegende Betonung des Rechts auf freien Handel und Privatbesitz an Produktionsmitteln der Argumentation von Milton Friedman, dessen sozialstaatliche Ansichten ich allerdings im Detail NICHT teile. Ich teile aber seine prinzipiellen Ansichten!

      Der Besitz an Produktionsmitteln ist deshalb ein Menschenrecht, weil es im Interesse des Einzelnen ist, Ideen und Vorhaben auch dann zu verwirklichen, wenn sie von einer Mehrheit zunächst nicht mitgetragen werden.

      Nur so können überhaupt Erfindungen und Fortschritte entstehen. Kommunistische Staaten sind nicht nur Diktaturen und Knaststaaten, sondern ermöglichen auch keinerlei praktischen Fortschritt.

      Jeder freischaffende Künstler und jeder unabhängige Techniker oder Handwerker ist auf seine eigenen Produktionsmittel angewiesen.

      Es ist einfach strikt logisch, dass Kommunismus gar nicht funktionieren kann und zwingend, mit 100% Wahrscheinlichkeit, Diktatur bedeutet.

      Kapitalismus KANN leider auch in Diktatur münden, muss es aber nicht. Daher ist Kapitalismus völlig alternativlos, schlicht und einfach.

      Bezüglich Quellen: Diese Logik hat Friedman in der Tat vertreten, inklusive der klaren Aussage, dass Kapitalismus alleine NICHT reicht, um Diktaturen zu verhindern, und hat das argumentativ bewiesen.

      „Beispiel Drohkulisse: „Was ist ein Staat, der freien Handel verbietet und einzelnen Leuten verbietet, selbst etwas mit ihren eigenen Gegenständen herzustellen?““

      Genau das macht Kommunismus, per Definition. Kommunistische Diktatur IST eine Bedrohung für alle, die nicht als Büttel oder rechtlose Subjekte eines völlig übermächtigen und jede Individualität erstickenden Staatsapparates leben wollen.

      Schauen Sie sich die kommunistischen Staaten einfach an, ganz real! Die ’nettesten‘ unter ihnen sind eine Art großes Gefängnis, in denen die Leute zwar nicht ausgebeutet werden, aber in ihren Rechten, etwas zu tun, massiv eingeschränkt sind, wie ein relativ relaxter Knast, der aber immer noch ein Knast ist. Wirtschaftlich sind solche Staaten eine Katastrophe. Beispiele dafür sind das frühere Albanien oder das heutige Kuba.
      Die schlimmeren unter ihnen, dazu zähle ich Nordkorea und auch die rotfaschistische ‚DDR‘, sind üble, wahnsinnige, faschistische Diktaturen.

      Das ist einfach eine Folge davon, dass Kommunismus per Definition und ganz real Grundrechte abschaffen will. Das IST eine Bedrohung.

      „Ich stelle mir gerade eine alleinstehende Mutter mit 2 Kindern vor, die Gute Ideen hat und sich selbst verwirklichen will.
      Das geht zwar erst mal nicht, wegen der Kinder.“

      Das stimmt nicht, schlicht und einfach.

      Und im Übrigen ermöglicht ein wirklich freier Markt allen, sich einzubringen und auch Geld zu verdienen und Vermögen zu schaffen. Allen, nicht nur denen, die bereits reich sind!

      Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Konzerndiktatur (die nicht kommunistisch ist, aber eben auch eine Art von Diktatur) oder neokonservativer ‚Eliten’herrschaft und wirklich freiem Markt.
      Außerdem braucht freie Marktwirtschaft ein sozialstaatliches Korrektiv. Aber eben so, dass der freie Markt nicht beschädigt wird. Das ist möglich und sogar die beste und für die Bedürftigen hilfreichste Form des Sozialstaats.

    • Thatsit

      Zitat: „Nur so können überhaupt Erfindungen und Fortschritte entstehen. Kommunistische Staaten sind nicht nur Diktaturen und Knaststaaten, sondern ermöglichen auch keinerlei praktischen Fortschritt.“

      Come on… Die Russen waren und sind den Ami’s in vielerlei Hinsicht, wissenschaftlich ne ganze Ecke voraus. Was ist mit Juri Gagarin? Was ist mit der Wasserforschung, wo wir uns noch in der Steinzeit befinden?

      Und ausgerechnet Kuba als Beispiel zu nehmen ist ja schon fast frech. Die Ärzte Kubas sind ein Exportschlager, sagt der SRF und 3sat schreibt: „In Kuba existiert ein einmaliges Sozial- und Gesundheitswesen. Unfall-, Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherungen für jedermann werden über Steuern finanziert. Jedem Kubaner ist damit eine umfassende Gesundheitsfürsorge garantiert.“ Das sind, glaub ich, keine kommunistischen Sender. Offensichtlich hat Kuba ein besseres Gesundheissystem, als wir. Und die Kubaner sagen selbst, seit die Öffnung zur USA und zum Kapitalismus am laufen ist, leidet die Solidarität.

      Zitat: „Daher ist Kapitalismus völlig alternativlos, schlicht und einfach.“
      Genau! Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung, Umweltzerstörung, jeder-gegen-jeden ist völlig alternativlos…
      Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass Sie noch nie ne MMM Sendung von Ken gesehen haben und schon gar nicht die letzte.

    • Soso, Thatsit und Milton Friedmann sind der Meinung, Eigentum an Produktionsmitteln sei ein Menschenrecht. Habt Ihr denn auch an Lieschen Müller (meine Oma) gedacht? Die war nämlich der Meinung… schietegal. Wer ist Milton Friedmann? Sogar in Wikipedia kann man nachlesen: „Friedman war Mentor einer Gruppe von chilenischen Ökonomen, den nach der Chicagoer Schule benannten Chicago Boys. Diese bestimmten unter der Militär-Diktatur Pinochets in Chile maßgeblich eine neue liberale Wirtschaftsordnung, die auf den Ideen Friedmans aufbaute.“ Pinochet hielt offenbar auch Folter für sein Menschenrecht, das er ja reichlich ausübte.

      Ich habe keine Lust, mich auf kenfm mit solchen Thesen auseinanderzusetzen, weil ich glaube, die Mehrzahl der Leser weiß alleine, was man davon zu halten hat.

      Eins jedoch noch, weil nicht nur von Thatsit der Kapitalismus für alternativlos gehalten wird:

      Der Kapitalismus ist erst ca. 200 Jahre alt. Es gab (und gibt noch) Alternativen zum Kapitalismus. Wie sieht die Zukunft aus?

      Kapitalismus zerstört sich letztendlich selbst. Denn der braucht ewiges Wachstum in einer endlichen Welt.

      Vielleicht wird das verhindert durch ein paar Welt-Oligarchen, die es schaffen, die Welt unter sich aufzuteilen und das verbleibende Volk wieder als Sklaven schuften zu lassen, die könnten dann die Wirtschaft anderes steuern. Gräßliche Vorstellung.

      Da überlege ich lieber, wie man Sozialismus schaffen kann ohne die grausamen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Bis es zum Kommunismus kommen könnte, bin ich längst wieder Sternenstaub. So weit denke ich nicht.

    • Liebe jh_allemann

      Ich finde es gut, dass Sie sich damit auseinander setzen. Sie erweitern damit nämlich meinen (und vielleicht auch den anderer) Horizont. Siehe dieses Beispiel mit dem Menschenrecht auf Besitz von Produktionsmitteln. Ich habs überlesen und war dankbar, dass Sie es gesehen haben!

  3. Das was Rüdiger Lenz in seinem Buch „Die Fratze der Gewalt“ über die Kultur des Bösen auf Seite 138 schreibt, ist im Grunde das seit ewigen Zeiten aus dem Abgrund aufsteigende sich immer wiederholende gleiche Lied:
    „Zuerst erfinde ich Dein Problem, um Dir dann die Lösung dazu anzupreisen. Du denkst
    dann, es käme der Befreier, der, der Dein Problem löst.
    Doch in Wahrheit habe ich dieses Problem erzeugt, damit ich meine Schritte ungehindert und sogar noch über Deine Mithilfe erreiche. Du wirst dadurch nie dahinter kommen, dass nicht das Problem Dein Problem ist, sondern ich es bin, der Deine Probleme erfindet und Du damit zur Lösung meiner Probleme wirst, weil Du dazu beiträgst.
    Deine Bedürfnisse sind meine Erfindung – darin bin ich gut.“

    Stellen sie sich einfach vor der Teufel würde diesen Text mit anderen Worthülsen ausfüllen:
    „Zuerst erfinde ich die Demokratie, um Dir dann die Lösung dazu – durch mehrere wählbare
    Parteien die um eine Regierungsmehrheit zu bekommen Koalitionen bilden, – anzupreisen.
    Du denkst dann, es käme der mehrheitlich gewählte Befreier, der Erlöser, der Dein Problem
    „Besser regiert zu werden“ zum Besseren löst.
    Doch in Wahrheit habe ich dieses Problem der Mehrheitsbildung durch Koalitionen erzeugt,
    damit ich meine Schritte der gesamten Weltherrschaft durch die Okkupation der Welt
    ungehindert und sogar noch über Deine Mithilfe der Wahl und Stimmabgabe erreiche, – denn
    alle die an einer Regierungs-Koalition teilnehmen, – müssen an ihren Wahlversprechen
    Abstriche machen und ihre Wähler verraten um sich mit ihren Koalitionspartnern auf dem
    kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen. Du wirst dadurch nie dahinter kommen, dass nicht
    das Problem der mehrheitlich gewählten Demokratie Dein Problem ist, sondern ich es bin, der
    Deine mehrheitlich entschiedenen Probleme erfindet und Du damit zur Lösung meiner
    Probleme bei der gesamten Okkupation der Welt wirst weil Du durch deine Wahl dazu
    beiträgst. Denn Dein Bedürfnisse regiert zu werden sind meine Erfindung – darin bin ich gut,
    – und nicht durchsetzbare Wahlversprechen aufgrund von zu geringen Mehrheiten für
    Beschlüsse sind ideal um zur Lösung meiner Probleme beizutragen: Der gesamten
    Okkupierung der Welt durch den okkulten Lord der Finsternis der sich als Hoffnungsträger
    verkleidet und als Hell strahlender Erlöser darstellt. Denn die zerstrittenen nicht zum Besseren
    regieren fähigen Regierungskoalitionen der Demokratie sorgen dafür das die Unzufriedenheit
    in den Bevölkerungen wächst um nach einem recht hell strahlenden König zu schreien, der
    die weltweite Herrschaft einer Monarchie einführt die mit dem Recht der Fascia in der Lage
    ist die weltweiten Probleme der sich auf diesem Planeten befindlichen und registrierten
    Personen recht bald durch eine Neue Weltordnung zu lösen, deren Gesetze sich alle
    unterordnen müssen. Mit freundlichen Grüßen der scheinheilig strahlende König der
    Finsternis und Stellvertreter Gottes auf Erden!“

    • Jede Alternative zur jetztigen Gesellschaft hat die zentrale Frage zu beantworten, wie sie es mit der Macht hält.
      Und wenn ich mir die Spaltung in der Gesellschaft so betrachte, dann komme ich zu dem niederschmetternden Schluss, dass sich keine Idee über alle ausgießen lässt ohne den Widerstand der jeweils anderen zu provozieren.
      Was im Umkehrschluss die Vermutung nahe legt, dass es ohne Konflikte und Gewalt nicht ablaufen wird und noch die gut gemeinten Ansätze rasch im Kampfmodus sich der Macht bedienen werden, um ihre frohe Botschaft zu retten, weiter zu verbreiten, bis alle bekehrt sind. Das zeichnet eben die Religion der Linken aus.
      Auch der Sozialismus trachtet ja nach Veränderung im Weltmaßstab, Drunter macht man es nicht. Und die deutschen Linken sind mit besonderem Sendungsbewusstsein gesegnet. Die wissen alles ganz, ganz genau und vor allem besser. Die wissen sogar, dass man einen Ken Jebsen raushalten muss, dass man mit dem nicht spricht, dann aber über ihn. Diese Zersetzungsorgie ist gutes linkes Handwerk.
      Auch hier sieht man nur Spaltung und kein Zusammenführen, keine Heilung.
      Und auf kaputten Fundament wird nix enstehen, was gut werden kann.

    • „Zuerst erfinde ich Dein Problem, um Dir dann die Lösung dazu anzupreisen. Du denkst
      dann, es käme der Befreier, der, der Dein Problem löst.
      Doch in Wahrheit habe ich dieses Problem erzeugt, damit ich meine Schritte ungehindert und sogar noch über Deine Mithilfe erreiche. Du wirst dadurch nie dahinter kommen, dass nicht das Problem Dein Problem ist, sondern ich es bin, der Deine Probleme erfindet und Du damit zur Lösung meiner Probleme wirst, weil Du dazu beiträgst.
      Deine Bedürfnisse sind meine Erfindung – darin bin ich gut.“

      Von Microsoft perfektioniert.

  4. Liebe Susan – Wie kann sich in deinen Kopf ein Feind(bild) auftuen? Ich dachte Friede wäre das einzig legitime Mittel? für ein zusammenleben von vielen (momentan >7 Mrd.) Menschen hier auf der Erde. pass bloß auf, dass du die weniger als 7 Mrd. Menschen, die deiner Meinung sind,nicht erschrickst. wie wir, ich denke du genauso gut wie ich, wissen, liest eine sehr große zahl an Medienkonsumenten, lediglich die Überschrift. Wenn nun in der Überschrift bereits das Abstrakte Wort „Feind“ steht, wo soll dann der Artikel hinführen? natürlich wird der Feind im nächsten gleich relativiert – aber der Eindruck „Feind“, so denke ich bleibt. Wenn Man der Gehirnforschung (Spitzer, Hüther, und Co) einiges Abgewinnen kann, dann bilden sich Landstrassen, Schnellstrassen und in weiterer Folge Autobahnen im Gehirn. Nun wenn ein Mensch(mit Gehirn) das Muster Feind immer und immer wieder wahrnimmt, dann bildet sich zu Feind eine Autobahn. das heißt: Feind ist leicht zu erreichen. Das bedeutet, dass der Krieg ebensoleicht zu erreichen sein muss, da es ohne Krieg keinen Feind geben kann. Was ich sagen will: Wir sollten penibelst genauestens auf unsere Worte achten, und auf das, was wir damit bewirken können.

    • Genial an der heutigen Form von Demokratie ist
      die Übergabe der Verantwortung einer totalitären Politik der Herrschenden Klasse
      an die Wähler, die praktisch keinen Einfluß auf die Politik haben .
      Jede Politik, und ist sie noch so unterdrückend und ausbeutend kann sagen :
      IHR habt das so gewollt.

    • Warren Buffet: ”There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.”

      Zu deutsch: Es ist Klassenkampf (-krieg), jawoll, …aber es ist meine Klasse, die Reichen, die den Krieg macht und wir gewinnen“

      Ich bin sicher, Frau Bonath brauchte diese Aussage von Mr. Buffet nicht, damit sich in ihrem Kopf ein Feindbild auftat. Und ja, Friede wäre wünschenswert, dieser Wunsch existiert, seit es Krieg gibt. Der Wunsch nach Friede schließt für mich sicher alle Mittel ein, mit denen er ohne Gewalt erreicht werden kann. Aber ich bin nicht so blöd, mich in einem Krieg alleine darauf zu verlassen. Insofern in aller peniblen Form: Auf das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste vorbereitet sein.

  5. Liebe Susan – Wie kann sich in deinen Kopf ein Feind(bild) auftuen? Ich dachte Friede wäre das einzig legitime Mittel? für ein zusammenleben von vielen (momentan >7 Mrd.) Menschen hier auf der Erde. pass bloß auf, dass du die Feind ist leicht zu erreichen. Das bedeutet, dass der Krieg ebensoleicht zu erreichen sein muss, da es ohne Krieg keinen Feind geben kann. Was ich sagen will: Wir sollten penibelst genauestens auf unsere Worte achten, und auf das, was wir damit bewirken können.

  6. Liebe Susan – Wie kann sich in deinen Kopf ein Feind(bild) auftuen? Ich dachte Friede wäre das einzig legitime Mittel? für ein zusammenleben von vielen (momentan >7 Mrd.) Menschen hier auf der Erde. pass bloß auf, dass du die Feind ist leicht zu erreichen. Das bedeutet, dass der Krieg ebensoleicht zu erreichen sein muss, da es ohne Krieg keinen Feind geben kann. Was ich sagen will: Wir sollten penibelst genauestens auf unsere Worte achten, und auf das, was wir damit bewirken können.

  7. Die Unschärfe in den Köpfen klingt nach nicht so genau Bescheid wissen.

    Das stimmt.

    So fragte ich im Bekanntenkreis mal so beiläufig, ob sie von dem Eklat in Berlin gegen KFN gehört hätte.

    Nun die Reaktion war so, das man mich fragte, Was ist das, KFN ?

    Da war natürlich nicht einmal im Ansatz ein Klaus Lederer bekannt. Natürlich auch nicht die Parteizugehörigkeit.
    Geschweige denn, das Zensurproblem.

    Mit anderen Worten, dass was wir hier als Tagesdosis lesen, ist anscheinend nur einem Kreis von Menschen bekannt, die sich dafür interessieren.

    Der Rest wird und ist schlicht weg nicht informiert.

    Und da es kein öffentliches Thema ist, existiert es auch nur in den Köpfen von Fanatikern, und Eiferern, wie wir es sind.

    Da kann ein Ken Jebsen noch so engagiere vom Leder ziehen, wenn die Figur nicht akzeptiert wird, weil sie zur Unperson erklärt wird, wissen es alle mit denen ich mich Austauschen möchte besser.

    Was soll das kleine Sichtfenster in täglichen Leben zeigen.
    Der Wirkungsradius eines Menschen beträgt im Schnitt wohl nicht mehr als 50 KM.

    Wenn ich da nicht gerade an einem sozialen Brennpunkt vorbei komme, werde ich mit der Situation nicht in Berührung kommen.

    Da eine BLÖD oder ein SPIEGEL möglicherweise diese Themen nur in Allgemeinplätzen, wie ———soviel ist ihre Rente heute noch wert,–
    behandeln, kann sich der Bürger aufregen, hat aber nicht das Gefühl, wirklich betroffen zu sein.

    Da fällt das weg schauen leicht.

    Anders ist es allerdings mit den Behörden,Ämtern Gerichten, die täglich mit den Auswirkungen konfrontiert werden.

    Was denkt ein Richter am Sozialgericht, wenn er seine Urteile gegen einen Hartz 4 abhängigen
    Schuldner sprechen muß, was denkt ein Sachbearbeiter oder dessen Vorgesetzter, der Sozialeisturngen streichen muß.

    Hier werden Menschen in Konflikte gebracht, die zu Gefühlskälte und Verrohung führen.

    Dass diese Gruppen sich nicht auf die Hinterbeine stellen, und gegen diese Zustände sich wehren, verwundert mich, da sie es ja besser wissen müssen.

    Ist die Abgestumpftheit am Sozialgericht oder den Sozialämtern wirklich so weit fortgeschritten, dass sie ihre täglich Klientel als Wertlos ansehen.

    Ich schreib das, da ich vor zwei Wochen diese Hilflosigkeit eines Richters erleben musste, der sich letztendlich hinter Gesetzesvorlagen verschanzte, damit er diesem Dilemma entgehen kann.

    • „Ist die Abgestumpftheit am Sozialgericht oder den Sozialämtern wirklich so weit fortgeschritten, dass sie ihre täglich Klientel als Wertlos ansehen.“

      Welche Erwartungen haben sie ?
      Beamte als auch Richter haben Vorgaben . Da wird ein System bedient . Je bürokratischer das System, umso gnadenloser .
      Brutal bzw. kafkaesk wird es , wenn eine schöne PR Oberfläche auf realen Geldmangel trifft und über diesem Geldmangel dann noch dick die Ideologie schwebt und die Seilschaft schwebt .

      Ihr Verfahren am Gericht scheint ja nicht gut ausgegangen zu sein .
      Meine Erfahrung mit Gerichten als auch mit Bürokratie – ein Albtraum .

      Ich konnte vor etlichen Jahren das „kippen“ des Systems verfolgen, als es um einen -menschlich gesehen- eindeutigen Betrug einer Bank an einem Kunden ging . Der erste Rechtsvertreter der Bank – alte Schule – meinte ein klarer Fall (Betrug durch eine Bankangestellte) . Im Laufe des Verfahrens wurde ein neuer Rechtsvertreter der Bank eingesetzt, der auf „Sieg für die Bank“ setzte und mit juristischen Spitzfindigkeiten kein Problem hatte, das Urteil zu 100% für die Bank zu erreichen .
      Dass mit diesem Urteil ein Mensch fast vernichtet wurde, interessierte keinen – die Bank hat gewonnen .

    • Erwartet hatte ich ja so wie so nichts.

      Es ging ja lediglich darum, zahl ich freiwillig und finde mich damit ab, oder lass ich mich zwingen.

      Freiwillig wäre etwas billiger gewesen, da ich mir dann die Gerichtskosten gespart hätte.

      Ich war neugierig, wie sich ein Richter verhält, der sich mit einer Rechtslage befassen muss, die keinen Gewinner hervor bringt.

      Geht es um Kadavergehorsam, oder ist da noch ein Gefühl für Anstand.

      Das ich nicht kann, dürfte der Versicherung und dem Gericht klar sein.

      Wie sieht die Klaviatur der Maßnahmen aus, die gespielt werden kann.

      Letzt Endlich wurde das Thema auf die Zahlungsmöglichkeit herunter gebrochen, so dass mir etwas mehr Luft bleibt. Es wurde ein Vergleich geschlossen.

      Dem Richter war sichtlich nicht wohl, aber Ändern an der Gesetzeslage kann er ja nichts.

      Daher glaube ich eigentlich nicht, dass sich Richter und auch Beamte einfach diesen Problemen verschließen.

      Ich hatte das Gefühl auch, als ich mich an den Paritätischen Wohlfahrtsverband wandte,

      Es ist, als wäre ein Maulkorb verhängt worden.

      Warum alle still halten, ist mir nicht klar.
      Es ist wirklich schon sehr kafkaesk wie sie sagen.

      Das es schon immer Juristen gab, die über Leichen gehen, ist ja nicht neu.

      Aber wie weit sägt die Justiz mit an dem Ast, auf dem sie ja auch sitzt.

      Ich habe noch immer ein gewisses Grundvertrauen in unseren Staat, nur schwindet das zusehends.

  8. Ja Susan, absolut treffend.
    Wirklichkeit besteht immer nur für die die es betrifft, die anderen sehen drüber weg. Bis es sie selbst ereilt und dann oh weh.
    Der Wahnsinn hat einen Namen, Kapitalismus!
    Doch seit 3-4 Generationen arbeitet man gezielt daran, dies den Leuten auszureden.
    Die Verteufelung alles linken ist gelungen, scheint es.
    Das vergewaltigen der Sprache (finden wir genauso im Ausland) und die zum Teil schon mehr als absurden Haltungen und Formulierungen von Teilen der Bundes- Landes LINKE lassen den Arbeiter und Angestellten ebenfalls confus und kopfschüttelnd zurück.
    Etwaige Sympathien werden so zwangsläufig zur Ablehnung.
    Nach dem Mordaufruf, gegen Ken Jebsen und seiner Familie, scheint mir nun allerdings der Punkt gekommen um den Leuten wieder zu etwas Klarheit in ihren Köpfen zu verhelfen.

    https://www.rubikon.news/artikel/schluss-mit-lustig

    Was hier passiert ist KLASSENKAMPF!
    Angezettelt von den Profiteuren des Systems, unabhängig davon welches Label sie sich selbst verpassen.
    Hier erhebt der Faschismus seine braune Fratze, mitten unter uns.
    >Faschismus wird nicht mehr als rabiateste und chauvinistischste Spielart des Kapitalismus begriffen. Rechts wird umgedeutet zu einem moralischen Versagen einzelner, angelehnt an die Propaganda des Politapparats, wonach die Armen selbst schuld an ihrer Armut seien.<
    Hier sehen wir rechts in Aktion.
    Wer's nun noch nicht kapiert und hilft diese Leute und ihre heimlichen und unheimlichen Unterstützer auf's Schärfste zu bekämpfen, der macht sich mitschuldig.
    Heute ist es ein Journalist, wer und wieviele sind es morgen?
    Wie sagte Martin Niemöller als er sich dann 7 Jahre lang im KZ wiederfand?
    " Als sie die Kommunisten holten habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten geholt haben, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie mich holten, war niemand mehr da der hätte protestieren können."
    Wollen wir wieder warten bis niemand mehr da ist?!!
    Wehrt Euch!
    Wenn das nicht mindestens 1000 Protestkommentare auf KenFM wert ist, dann esst weiter vegan und übt Euch in Konsumverzicht, verdammt nochmal!

    • Jawohl, übt euch in konsumverzicht; wählt aber die Konsumgüter, auf die ihr verzichtet penibel genau aus. – wahrscheinlich bleibt eh nichts mehr übrig was ruhigen gewissens konsumiert werden kann. ich für meinen Teil versuch praktisch nichts zu konsumieren – h mache meine Seife in Eigenregie, ich mache mir das Fleisch „selbst“ – sprich, ich versuche den Fleischproduzenten(Schwein, Schaf, Fisch, Huhn) die Möglichkeit zu bieten, dass sie ein ihnen „gerechtes“ Leben führen dürfen, während sie wachsen. ich versuche, „meinen“ Pflanzen nicht zu viel Leid anzutuen, während sie wachsen (für mich? für uns?) vor dem Verzehr eines Nahrungsmittel steht wohl immer der Tod. zurück: Protest ist möglicherweise nicht DAS Mittel des Friedens. Wenn Protest so aussieht, dass er im nicht mehr mitmachen bei Umständen die von Dir/Mir oder wen auch immer, als falsch angesehen werden , resultiert, dann finde ich Protest als genau das Mittel der Wahl. Wenn Protest jedoch so aussieht, dass wer einfach nur dagegen ist, dann ist Protest vergleichbar mit Krieg.

      Liebe und Grüße an meine Mitmenschen 😉

  9. „Eigentlich gibt es seit ein paar Jahren nur noch Diener und Dienerinnen im Selbstoptimierungsmodus. Alle wollen dürfen, bis zum Abwinken. Alle suggerieren eine Freiwilligkeit, dass man sich fragt: Wo leben die eigentlich? Ist das jetzt das Paradies, bereits auf Erden? Haben diese Menschen keinen Chef mehr, der ihnen sagt, was sie tun müssen? Der ihnen sagt, dass Du gehen darfst?

    Es gibt eine merkwürdige oder ganz und gar nicht merkwürdige Paradoxie: Je herrschaftlicher, je post-feudaler die Verhältnisse werden, je unerbittlicher diese durchschlagen, je ohnmächtiger sie an- und hingenommen werden, desto „freiwilliger“ muss, pardon, darf man sie performen.

    Ich habe Ohnmacht, Feigheit und Anpassung noch nie so glücklich und selbstbestimmt gesehen, wie dieser Tage.“

    Aus:

    Montag, 18. Dezember 2017, 09:21 Uhr
    ~3 Minuten Lesezeit
    Du darfst … müssen!
    Eine fettarme Glosse.
    von Wolf Wetzel
    https://www.rubikon.news/artikel/du-darfst-mussen

  10. Vielen Dank, Frau Bonath! Ein sehr gut treffender Kommentar.

    Die Gründe, wieso viele Leute das Offensichtliche nicht mehr sehen können, sind mir nach wie vor nur teilweise klar. Letztlich ist es aus meiner Sicht eine Mischung aus Denkfaulheit, Zeitmangel, Gehirnwäsche durch die Dauerpropaganda durch die Medien und – last but not least – Angst. Denn viele unter dem Label „Verschwörungstheorie“ laufenden Wahrheiten sind ja tatsächlich sehr beunruhigend. Und es kann eben nicht sein, was nicht sein darf…

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