Tagesdosis 18.8.2018 – Der Fall der türkischen Lira: Trumps Spiel mit dem Feuer

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Der Absturz der türkischen Lira und die Verschärfung der Krise durch US-Präsident Trumps Erhöhung der Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei haben in der vergangenen Woche weltweit für Aufsehen gesorgt. Während einige Beobachter bereits vor dem Zusammenbruch des globalen Finanzsystems warnten, spielten andere die Ereignisse herunter und sprachen von „hausgemachten“ Problemen der Türkei.

Was steckt hinter Trumps gezielter Provokation? Und vor allem: Welche Kräfte sind hier am Werk und welche Auswirkungen wird die Lira-Krise auf die Zukunft der Türkei und den Rest der Welt haben?

Zunächst einmal muss man feststellen: Der Wertverlust der türkischen Lira ist kein Einzelfall. Wir haben es zurzeit weltweit mit einem Verfall des Wechselkurses sehr vieler Währungen in Schwellenländern (u.a. Südafrika, Indonesien, Brasilien, Argentinien, Indien) zu tun. Die Ursache dafür liegt aber nicht in den Ländern selbst, sondern in den USA.

Die US-Zentralbank FED hat nach der Finanzkrise von 2008 zur Rettung des globalen Finanzsystems riesige Dollarmengen ins System gepumpt und die Zinsen immer weiter gesenkt. Dieser Kurs kann aber nicht unbegrenzt fortgesetzt werden, und zwar aus zwei Gründen: Er entwertet den Dollar und nimmt der FED im Fall einer neuen Krise ihre wichtigsten Waffen, die Geldschöpfung und die Zinssenkung. Um das zu verhindern und wieder handlungsfähig zu werden, hebt die FED die Zinsen seit Dezember 2015 in kleinen Schritten wieder an und reduziert seit Juni 2017 ihre Bilanz, vermindert also den Geldfluss.

Das aber hat für die Schwellenländer, in die wegen der Niedrigzinsen seit 2008 mehrere Billionen Dollar geflossen sind, schwerwiegende Folgen: Mit jeder Zinserhöhung werden im Ausland angelegte Dollars wieder in die USA zurückgelockt, was die Fremdwährungen schwächt und den selbstverstärkenden Effekt hat, dass noch mehr Investoren zurück in den Dollar wechseln. Zudem erschweren höhere Zinsen die Bedienung von Schulden. Da die Zahlungsausfälle von Schuldnern mit jeder Erhöhung zunehmen, halten sich Banken bei der Kreditvergabe immer stärker zurück – was vor allem mittelständische Betriebe hart trifft.

All diese Faktoren schwächen und untergraben nicht nur die Währungen, sondern auch die Wirtschaften der Schwellenländer. Dass US-Präsident Trump im Fall der Türkei nun auch noch aktiv dazu beigetragen hat, die Krise zu verschärfen, liegt offensichtlich daran, dass sie ihm als NATO-Mitglied zu viel Nähe zu Russland zeigt. Wie die kaum verhüllte US-Unterstützung des Coups gegen Erdogan im Juli 2016 gezeigt hat, wäre ein Regime-Change in der Türkei schon seit längerem ganz im Sinne der USA.

Es ist gut möglich, dass Trump die Daumenschrauben in den nächsten Wochen noch weiter anzieht und die Regierung Erdogan finanziell so weit in die Enge treibt, bis ihr nur noch ein Ausweg bleibt: Der Gang zum IWF. Der von den USA dominierte IWF würde der Türkei dann nur unter scharfen Austeritäts-Auflagen Kredite gewähren und dem US-Präsidenten auf diese Weise in die Karten spielen: Die Sparmaßnahmen würden nämlich vor allem die arbeitende Bevölkerung der Türkei treffen, einen Keil zwischen sie und ihre Regierung treiben und Erdogans Position nachhaltig schwächen.   

Doch auch ohne die Einschaltung des IWF ist die Strategie der Eskalation, die US-Präsident Trump derzeit verfolgt, riskant. Wie alle anderen Länder ist die Türkei keine Insel, sondern finanziell eng mit dem Rest der Welt verbunden. So haben spanische Banken Türkei-Kredite im Wert von 73 Mrd. Euro in ihren Büchern, gefolgt von französischen Banken mit 34 Mrd. Euro, italienischen mit 15 Mrd. Euro und deutschen Banken mit 12 Mrd. Euro.

Das ist aber noch längst nicht alles: Diese Kredite werden in der Regel über Derivate abgesichert, von denen ein Großteil nicht in den Büchern der Banken erscheint. Zudem können die brandgefährlichen Kreditausfallversicherungen, die das globale Finanzsystem bereits 1998 und 2008 ins Wanken gebracht haben, noch immer in unbegrenzter Zahl abgeschlossen werden. Daher kann niemand sagen, wie hoch das Risiko in diesem Bereich tatsächlich ist.

Das heißt: Sollte Donald Trump den Konflikt durch weitere Maßnahmen so sehr verschärfen, dass es im Bereich der Derivate zum gefürchteten Domino-Effekt kommt, dann bliebe den USA nur eine Option: Die FED müsste die Zinsen wieder senken, und zwar drastisch, also vermutlich bis in den negativen Bereich, und dazu erneut riesige Geldsummen ins System pumpen. Das aber wäre nichts anderes als der Offenbarungseid des gegenwärtigen Dollar-dominierten globalen Finanzsystems, denn mit dieser Entscheidung würden der Hyperinflation Tür und Tor geöffnet.

Es ist also eher damit zu rechnen, dass Trump in den kommenden Wochen darauf achten wird, die Auswirkungen der Krise auf die Türkei zu begrenzen. Der große Verlierer der Auseinandersetzung aber steht jetzt schon fest: Während Trump und Erdogan zusammen mit ihren Clans auch weiterhin im Reichtum schwelgen können, wird die arbeitende Bevölkerung der Türkei, deren Kaufkraft durch den Fall der Lira bereits gesenkt wurde, die Folgen der Lira-Krise weitgehend allein tragen müssen – und zwar durch Arbeitsplatzabbau, Lohnsenkungen und Kürzungen im Sozialbereich.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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18 Kommentare zu: “Tagesdosis 18.8.2018 – Der Fall der türkischen Lira: Trumps Spiel mit dem Feuer

  1. Ja ich fürchte auch, daß sich die Geschichte immer wieder wiederholt. Sogar die jüngere Geschichte. Also ich meine die des letzten Jahrzehnts. Die Finanzkrise. Aus der die Staatsverschuldungskrise gemacht wurde. Weswegen wir jetzt alle die schwarze Null anbeten und die Infrastruktur verrotten lassen müssen um die künftigen Generationen nicht zu belasten LOL. Und die Leute glauben den Käse auch noch.
    Wenn wir imstande wären aus der jüngeren Geschichte was zu lernen, dann hätten wir zumindest das kapieren müssen: die Finanzmärkte haben 0 (in Worten: NNUULLLL !!) Macht über Staaten, die über eine souveräne Währung verfügen. Warum und wieso will ich hier nicht breit treten. Wen es interessiert, der muß sich nur mit MMT (Modern Monetary Theory) beschäftigen. Ist leider eine etwas unglückliche Bezeichnung für diese exakte Diagnose des aktuellen Weltwährungssystems. Es handelt sich nämlich in erster Linie um eine Zustandsbeschreibung, eine Analyse der zur Zeit real existierenden Funktionsweise des und damit der Machtverhältnisse im aktuellen Währungssystem. Mich hat der Terminus „Theorie“ lange daran gehindert mich eingehender damit zu beschäftigen. Denn ich dachte: bitte nicht noch eine Theorie wie Geld funktionieren könnte! Darüber habe ich schon bis zum Überdruß gelesen. Doch dann habe ich mich aufgrund einer interessanten Artikelserie bei makroskop.eu schließlich doch damit beschäftigt.
    Um es kurz zu machen, was man daraus lernen hätte können oder immer noch kann ist was bei der „Bewältigung“ der letzen Finanzkrise falsch gemacht wurde und was man deswegen beim Ausbruch der nächsten anders machen müßte. DIE große Erkenntnis aus der letzten Finanzkrise ist (und das hätte man auch schon vorher wissen können, wenn man sich mit MMT auseinandergesetzt hätte): souveräne Staaten mit souveräner Währung verfügen über unendliche Währungsreserven und sind absolut unabhängig von der Willkür sogenannter Finanziers. Das ist nicht mehr so wie im Mittelalter als die Fuggers und Medicis die „Machthaber“ am Gängelband hatten (aufgrund der Funktionsweise des damaligen Währungssystems). Heute ist es genau umgekehrt, was mit der „Bewältigung“ der letzten Finankrise eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Da retteten die souveränen Staaten mit ihrer unerschöpflichen Geldmaschine die angeblichen Herrscher über unser Finanzsystem, die sich durch kriminelle Machenschaften verzockt hatten. Wenn die Leute, die in demokratischen Staaten angeblich die Macht haben (der Volkssouverän) auch nur ansatzweise verstehen würden was da geschehen ist, dann wüßten sie inzwischen, daß „der Staat“ keinesfalls sparen muß sondern vollkommen unabhängig von sogenannten Finanzinvestoren (die umgekehrt vollkommen machtlos von der Finanzkraft der Staaten abhängen) jederzeit für allgemeinen Wohlstand und Vollbeschäftigung sorgen könnte, wenn dieser (der Staat) nur im Interesse des Volkes handeln würde. Und nicht im Interesse der „Finanzelite“. Wenn der Volkssouverän also aus der letzen Krise gelernt hätte, dann wüßte er, was bei deren „Bewältigung“ falsch gemacht wurde und deswegen bei der nächsten anders gemacht werden muß.
    Natürlich mußte das Finanzsystem gerettet werden, weil sonst das absolute Chaos ausgebrochen wäre. Aber im Zuge dieser Rettung hätten die Verbrecher, die sie verursacht hatten nicht zum Nulltarif (aus deren Sicht) herausgeboxt werden dürfen sondern im Gegenzug (zu ihrer Rettung) zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Das heißt, die verantwortlichen Zocker hätten verpflichtet werden müssen bei der Reperatur des angerichteten Schadens als zwangsverpflichtete Angestellte der im Gegenzug zur Bankenrettung verstaatlichten Institute zu einem angemessen Gehalt (natürlich ohne Boni fürs Zocken) mitzuwirken. Diese Verpflichtung hätte durch im Zuge der Bankenrettung sofort eingeleitete Großrazzien in den entsprechenden Institutionen erzwungen werden müssen, bei denen man die Pässe dieser Gängster einziehen hätte müssen, damit sie sich nicht aus dem Staub machen können. Dann hätte man in Ruhe analysieren können welche der zwangsverpflichteten Herrschaften welchen Dreck ab Stecken haben und hierfür zu bestrafen sind und welche sich in ihrer Zwangsverpflichtung anständig benommen und damit eine milde Behandlung verdient hätten.
    Es werden Wetten angenommen, daß genau dies auch bei der nächsten Bankenrettung nicht geschehen wird.

    • Mein Gott, ihr sagt alle wir seien das Problem, Wir die untere Schicht oder Mittlere Schicht sind das ganz und Gar nicht. Die Finanz Elite sind das Problem die Jenen die unser Geld gestohlen haben aus Gier, die jenen die Weiter stehlen nicht nur uns sondern auch der Natur. Die sind an allem Schuld und haben uns darüber hinaus auch vergiftet körperlich so auch Geistig, auch aus reiner GIER nach Macht. was wir Lernen sollten ist ganz einfach uns nicht vorschreiben lassen das wir so sind weil sie es so wollen. und wir uns nicht Blenden lassen von denen die uns sogar Trennen, Teile und Hersche so die Devise. ich schreibe nicht das ihr gegen etwas aufstehen sollt, das System ist Korrumpiert, ich sage ändern wir das Finanz System ändern wir die Welt.

    • „Mein Gott, ihr sagt alle wir seien das Problem“
      Meinen Sie mich? Wo sage ich denn das?

      „ich sage ändern wir das Finanz System ändern wir die Welt“
      Wir haben bereits ein Währungssystem, das die Finanzelite vollkommen machtlos dastehen läßt. Bevor Sie ein existierendes System ändern sollten Sie erst einmal versuchen es zu verstehen. Sonst wird das nix.

    • „…wenn dieser (der Staat) nur im Interesse des Volkes handeln würde. Und nicht im Interesse der „Finanzelite“.
      Es ist auch im Interesse des Staates, dass der Glaube aufrecht erhalten bleibt (seit ca. 2000 Jahren), dass man sich durch Bezahlung der „Schuld“ (die im Finanzsystem keine ist, da vorher nichts da war) von seiner „Schuld“ befreien kann. Und der Gläubige is systemisch zuständig für die Schuld.
      Das „System“ des Ablasses auf das Geldsystem übertragen, dazu aus „Lob der Narrheit“ von Erasmus (zit. nach Schuster „Das Werden der Kirche“):
      „Was soll ich von denen sagen, die sich aufs beste mit dem Ablass ihrer Sünden schmeicheln und die Fegefeuerzeit gleichsam mit der Elle messen, Jahre, Monate, Tage, Stunden wie nach einer mathematischen Tabelle berechnen, um – für eine Heller – die ganze Pfütze der Sünden auf einmal ausgefegt zu bekommen, alles an Meineid, Unzucht, Völlerei, Zank, Mord, Betrug, Untreue, Verrat vertragsmäßig quittieren zu können, und zwar so, dass man frisch mit neuen Schandtaten anfangen kann.“
      Der Staat macht sich mitschuldig (am Volk) und zahlt die Schuld ab – mit dem Geld des Volkes. Einstmals waren es die Kaiser, Könige und Fürsten in wechselnden Rollen in diesem Spiel. Wieweit die heute noch im Spiel sind…wer weiß?

    • sorry meinte nicht dich meinte eigentlich so alle die nicht so denken wie du, leider muss ich zu dem Finanz System was du meinst etwas sagen, du meinst wahrscheinlich die Krypto Währung. diese ist ebenso Korrumpierbar und das letztere hat Gore Soros schon gemacht er braucht nur irgendwas machen und zack boom alles was sie wollen, der beweis ist der das sie bereits ein test lauf dies bezüglich gemacht haben, der kurze Absturz der Währung. ja das war ein Testlauf so wie viele andere dinge sie immer ein Testlauf gemacht haben bevor sie es entweder eingestampft haben oder es neu geschaffen haben.

  2. Ein Problem zeitgenössischer Analysen ist doch, dass sichtbare Ereignisse bewirken (sollen!), dass unterliegende, geheime Strategien und Zusammenhänge verdeckt werden.
    Historisch gesehen, geht es wohl um den berüchtigten strategischen „Angriff auf den Bauch“, also hier: die Unterseite des europäischen Kontinents, aus dem England nach dem Besuch Trumps in London ausstieg, mit dem europäischen Kontinent, D, BRICS, Euro, Putin, Yuan und der Vormacht im Ost-West-Handel als eigentliche Ziele. Wunschvorstellung sind diverse Keile, e.g. Russland/China; Russland/Europa etc.
    Zuerst war Griechenland dran. Weitere Kandidaten am Bauch: Italien, Spanien. Und eben der wichtigste: Istanbul.
    Hatten wir das nicht schon mal? Das christlich-römisch-germanische Imperium gegen Griechenland, Konstantinopel, Byzanz im Kampf um die Vorherrschaft im Ost-West-Handel – und gegen das Heidentum und für das wahre Christentum? Nun ist es eben das christlich-römisch-amerikanische Imperium. So gesehen wiederholt sich die Geschichte eben doch immer wieder.

    • Sense of Time, ich finde es immer wieder erfreulich, dass es noch Entitäten gibt, die noch übler drauf sind als ich. Das hat was von Relativismus.

    • Och guckma, der Christoph Hörstel schon wieder:
      youtube.com/watch?v=xa2_FQRNA1A
      „Die Türkei soll an der Seite Deutschlands stehen“ (sinngemäß). Ja. Einverstanden. Deutschland sollte an der Seite der Türkei stehen. Die Amis sind echt a pain in the ass..

    • waldbaer is now logged in as „Lucifer Morningstar“

      SoT, sich gegenüber einem kriminellen Angriffsbündnis, was die NATO nun mal ist, auf den Rücken zu legen und die Kehle hinzuhalten, ist – vorsichtig formuliert – taktisch unklug.

    • SoT, nochmal was anderes – jetzt haben die nicht nur den Alex Jones abgeschossen, sondern beinahe auch den Stefan Molyneux, der darüber ziemlich stinkig ist:
      „YOUTUBE ALMOST BANNED ME“
      youtube.com/watch?v=3CKniE7PGuw
      Freie Meinungsäußerung scheint langsam recht schwierig zu werden, und darauf zu warten, dass dieser echt liebenswerte Trampolin-Typ in die technischen Puschen kommt, ist leider vergeblich. Diese Datenmassen skalieren wie die Hölle! Um sich da ein brauchbares Rechenzentrum leisten zu können, braucht man tausende von Millionen.

    • „Satire becomes real live in about three month“
      „#376 BIG TECH PURGES CONSERVATIVES?! Paul Joseph Watson, Mark Levin Guest | Louder With Crowder“
      youtube.com/watch?v=C8nTzfTyvtk
      Dem Tassenverkäufer und Walther-Freund (ich hatte mal ne Walther-Dienstwaffe, funktioniert wirklich gut) sausen jetzt auf youtube die Muffen.

  3. Ich verstehe nicht wie und warum Trump die Abstürz der türkischen Lira verursacht.
    Das die Türkei Assad stürzen will, sehr fragwürdig.
    Erdogan weiss ganz genau das Putin Assad behalten will.
    Also, diese ganze Analyse, für mich sehr zweifelhaft.
    Das Gegenteil scheint mehr wahrscheinlich, die Türkei flirtet mit BRICS, wo der Petro Yuang der Dollar bedroht.
    Aber ich muss zugeben, im Augenblick verstehe ich nicht was Trump tut oder will, besonders mit Iran.
    Was in November geschehen wird, ich bin gespannt.
    Wir halten unser PKW vollgetankt, und haben immer auch noch 20 Liter in Kanister.

  4. Herrn Wolff vielen Dank für den treffenden Kommentar. Ich wollte zum „geheimen Verhältnis“ Türkei / USA noch folgendes sagen:

    CIA / USA und TÜRKEI / arbeiten an einem Regimewechsel in SYRIEN

    Die USA, Saudi Arabien, Deutschland und die Türkei und deren Geheimdienste arbeiten alle stark in der Unterstützung der Oppositionsgruppen in Syrien. Nihat Ozcan, ein Militäroffizier im Ruhestand und Analyst für die Economic Policy Research Foundation of Turkey ( Türkische Forschungsstiftung für Wirtschaftspolitik ), sagt, dass alle Staaten, die die syrische Opposition unterstützen, auch die Türkei als Transitroute benützen, um ihre Waffen nach Syrien zu schaffen.

    Ein syrischer Mitarbeiter einer Hilfsorganisation mit Kenntnissen über die moderaten Anti-Assad-Kämpfer in Idlib und Aleppo sagt, dass von ausländischen Staaten erworbene Waffen über den militärischen Operationsraum zu den Oppositionskräften transportiert werden. Die Waffen würden an die türkisch-syrische Grenze geliefert, wo sie von syrischen Kämpfern übernommen würden, erzählte er in einem Interview mit CUMHURIYET in der türkischen Stadt Gaziantep nahe der Grenze.

    Das bestätigen so auch mehrere syrische Oppositionsquellen:

    Die militärischen Operationsräume in der Türkei und in Jordanien würden von einer Gruppe westlicher und arabischer Länder unterstützt, darunter die Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und die VAE sowie die Türkei und sogar Jordanien. Deutschland betreibt Aufklärung von Jordanien aus und türkische BND-Agenten klären für den BND auf. Der Chefredakteur Can Dündar und der Hauptstadtkorrespondent Erdem Gül des CUMHURIYET wurden wegen ihrer Recherche und ihres Berichtes verhaftet, als sie über die Verwicklungen des Türkischen Geheimdienstes zu Waffenlieferungen der USA und der CIA nach Syrien über die Türkei berichteten.

    Was Politiker und Medien in Europa kritisieren und nicht wahr haben wollen ist in der Türkei seit 1967 Gesetz, wer wie Journalisten in türkischen Magazinen über Geheimdienste und deren Tätigkeit in der Türkei berichtet wird mit Haft nicht unter 4 Jahre bestraft. Die türkische Rechtslage ist hier eindeutig festgelegt.

    Die Firma PURPLE SHOVEL Incorporated wurde in Delaware im Jahr 2010 von CIA-Agent Benjamin Worrell, der von 1993 in der US-Armee in der Spionageabwehr bis 2001 arbeitete, gegründet. Sein Unternehmen wird als Service-Disabled Veteran-Owned SDVO kleines Unternehmen bezeichnet. Seine letzte Tätigkeit in der Armee war in der 902. Military Intelligence Group aus Fort Meade, Maryland, wo auch die NSA ihren Hauptsitz hat. Military-Websites sagen, dass die Einheit „das volle Spektrum von Spionageabwehr Aktivitäten“ abdeckt und auch „Nachweise zur Identifizierung internationaler terroristischer Bedrohungen erarbeitet, um diese zu Neutralisieren.“

    Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit fremden Nachrichtendiensten wird auch erwähnt.

    Ab 2005 arbeitete Worrell für die US-Regierung und einer Reihe von anderen Vertragsunternehmen. Der große Durchbruch kam im Dezember 2014, als er zwei Verträge in Höhe von mehr als $ 50.000.000 für das Syrien-Programm von der Special Operations Command, kurz SOCOM, die die Aktivitäten der amerikanischen Elite-Militäreinheiten koordiniert, gewonnen hatte.

    Einer Beschaffungsdatenbank der US-Regierung zufolge erteilte das Kommando für Spezialoperationen (SOCOM), das für die Militäraktionen des US-Militärs zur Unterstützung der syrischen Kämpfer verantwortlich war, Purple Shovel im Dezember 2014 einen Auftrag im Wert von über 26,7 Millionen Dollar (24,6 Millionen Euro) zur Lieferung von ausländischen Waffen und Munition für Syrien.

    Der US Special Operations Command Sprecher, Lt. Cmdr. Matthew Allen, räumte ein, dass die USA am Waffenmarkt Panzerabwehrraketen aus Weißrussland aus russischem Lizenzbau für dieses Programm erworben haben. So wurden mit Sondergenehmigung des US State Departments rund 700 moderne russische Panzerabwehrsysteme aus Weißrussischem Lizenzbau an die syrischen Rebellen über Shovel eingekauft und ber die Türkei geliefert.

    USA und ISRAEL bilden syrische Rebellen weiter aus

    Die US-Einheit die sich jetzt noch in Syrien befindet nennt sich:

    Combined Joint Interagency Task Force-Syria (CJIATF-S). CJIATF-S ist der offiziell regional verlängerte Arm der CIA und der SOCOM, welche die Verbindung zur Organisation der „westlichen Koalition“ hält und vor Ort verwaltet, sowie das US-Programm mit den syrischen Rebellen gegen die gewählte Regierung Assad umsetzt.

    Deutschland unterstützt mit BND und Aufklärungsflügen „völkerrechtswidrig“ einen Umsturz (regime change) in Syrien zusammen mit dem NATO-Partner Türkei.

    Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich die wirtschaftlich immer weiter nach unten bewegende Türkei als größte Armee in Europa von der NATO lösen wird. Erdogan hat seine „Schuldigen“ ja bereits gefunden. Und Deutschland wird dann diese finanzielle und militärische Lücke schliessen müssen, das geht ja gar nicht anders und kostet uns neue Milliarden.

    Das ist das Ziel: Die Türkei langfristig wirtschaftlich zu entlasten (NATO-Austritt spart Geld) und Deutschland wirtschaftlich weiter zu belasten, ohne dass es der deutsche Bürger merkt.

    Deutschland ist wirtschaftlich wieder zu stark in Europa geworden und bleibt doch militärisch ein Zwerg mit angemalten und maroden Militärantiquitäten

    Eine neue wirtschaftliche konstruierte Delle, die deutsche Politiker uns heimlich und diskret verkaufen werden, wartet mit der „TÜRKEI-KRISE“ auf uns.

    Wir sollten uns also auf schlechtere Zeiten einstellen.

  5. Wenn man bedenkt was seit der Jahrtausendwende an „Kapital-Macht-Politik“ geschen ist, kann einem nur Angst und Bang werden. Das alte $-System als Lei(d)währung ist möglicher Weise ans Ende der Fahnenstange angekommen. (Wer weiß was den „Ertrinkenden“ noch alles einfällt.) Derzeit laüft die $-Druckerpresse auf hochtouren, einerseits wird weltweit weitgehnst im Verborgenen alles aufgekauft, ganze Innenstädte und große Landschaftsgebiete und anderseits wird der Schein aufrecht erhalten, dass die Finanzmärkte weiterhin attraktive Anlagemöglichkeiten bieten. Alles wird in Zahlenreihen versteckt und für das wirklich schöpferische Leben bleibt nichts übrig. Eigentumsrechte und Patentrechte entkoppeln Menschenrechte vom Dasein. Die heutige Finanzwelt ist ein auf dem Kopf gestelltes Recht, dass die Gleichheit eines echten Rechtssystem leugnet und sich in „Raubrittermanier“ ernährt.

    Systemerhaltende Maßnahmen haben vorrang vor menschlicher Ohnmacht. Eine Ohnmacht, die durch mangelndes Wissen und aus Angst aus eigenen Reihen genährt wird. Diejenigen, die einen gut bezahlten Job haben, eine Erbschaft erwarten oder Eigentum besitzen glauben immer noch durch die „Krise“ halbwegs mit einem blauen Auge davon zu kommen, wenn sie nur die Füsse noch eine Weile still halten und das Lied der Macht mitsingen. Kann man verstehen, ist aber nicht gut.

    Bisher findet die Kathasthrophe (nur) in kleinen Schritten statt, die Menschheit zögert. Ein Zeichen eines erhöhten Bewußtseins? Können wir hoffen? Ist ein Umdenken möglich?, oder verstricken wir uns immer mehr?

    Die wirklichen Geheimnisse der Welt, sind nicht die weltlichen Symptome, sondern das was im Verborgenen erkannt werden will.

  6. Wenn man bedenkt, dass außerdem die ausbleibende Lieferung von F35 Jets, die S400 Raketen, das von den Russen gebaute Atomkraftwerk und die Gaspipelines Streitpunkte zwischen USA und Tr sind, sehe ich keine Entspannung kommen. Dazu noch die längst überfällige Auslieferung von Gülen und die Kurdenfrage in Syrien. Die Türkei ist zwar keine Großmacht, aber kämpft an so vielen Fronten als wäre es eine. An der Türkei spiegeln sich so ziemlich alle Probleme, die bald auch auf im Rest der Welt zu sehen sein werden. Inklusive der Millionen von Flüchtlingen, die ein friedliches Zusammenleben zusätzlich erschweren in der Tr. Die Mehrheit und die Mentalität der Türken ist kämpferisch und aggressiv eingestellt. Das durch Erdogan vermittelte Bild der Türkei ist ziemlich gefährlich und sorgt für sehr viele Überschätzungen ihrer Fähigkeiten. So sehr ich es mir wünsche, dass die Tr. sich vom Hegemon USA emanzipiert, als Vorreiter könnten die Opfer sehr gross werden, die das Volk zu tragen hätte im Falle eines Scheiterns. TRUMPS USA mit der Fokussierung auf das eigene Land ist zwar prinzipiell der richtige Weg, aber die USA lassen sich den globalen Rückzug teuer bezahlen. Und das wird früher oder später zu Chaos und Krieg führen. Ich denke, dass die Zeit für eine New Worldorder gekommen ist, aber in einer ganz anderen Form wie bisher von den Systemen im Schachbrett der Nationen gespielt wurde. Das Spiel sollte nicht mehr Schach heissen, wo ein König den anderen schlägt, sondern das Spiel des Lebens. Leben und leben lassen. Die Spielregeln müssen sich endlich an Natur und Mensch anpassen. Kooperation statt Konkurrenz. Liebe statt Hass. Friede statt Krieg. Mitgefühl statt Ausgrenzung. So schwer kann das doch nicht sein.
    Pooler1970

  7. Anbei:

    Krise in der Türkei – Safo Can
    August 14, 2018

    Erdogan schiebt die Turbulenzen, in denen die Türkei sich nun befindet, den „Zinslobbyisten“ in die Schuhe. Für ihn und seine Anhänger sind die Schuldigen gefunden, es bedarf keiner Diskussionen, Analysen bzw. Vorschläge. Es war allen klar, dass nach der Wahl vom 24. Juni, egal wer gewinnen würde, die lange unter dem Deckel gehaltene Krise mit umso größerer Wucht einschlagen würde. Erdogan wollte gewinnen, koste es was es wolle, ohne Plan geschweige denn Plan B.

    Die weltweite Finanzkrise von 2008 schien die Türkei mehr oder weniger gut überstanden zu haben, allerdings nur durch die Aufnahme von Milliardenkrediten, die irgendwann bezahlt werden müssen. Die Bankkredite, die dem Erhalt von Erdogans Regime dienten, wurden vom Staat, aber auch der privaten Wirtschaft verpulvert und in PPS-Projekten versenkt. Die Bevölkerung sollte nicht mitbekommen, dass mit diesen sinnlosen Investitionen in Betonbauten AKP-nahe Konzerne reich gemacht wurden. Die großen Bauprojekte, die von der türkischen Staatsbank großzügig finanziert wurden, sind nur zur Geldwäsche dienende Prestigeobjekte. Die Natur wurde rücksichtslos zerstört, Millionen von Bäumen wurden gefällt, das Land verwüstet.

    Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist noch eine Bosporusbrücke oder einen dritten Flughafen in Istanbul zu bauen, war dem Regime egal. Die grenzenlose Überheblichkeit der Erdogan-Anhänger ließ sie jedes auch noch so überflüssige Projekt mit teuren Krediten durchführen. Die Zeche wird nun der Steuerzahler zahlen.

    Der umfassend sanierte Atatürk-Flughafen in Istanbul hat eine Kapazität von 60 Mio. Passagieren im Jahr, wobei die derzeitige Auslastung bei 30 Mio. Passagieren liegt. Es ist also derzeit nicht absehbar, ob bzw. wann der Flughafen in ferner Zukunft nicht mehr ausreichend sein würde. Und trotzdem wird ein dritter Flughafen gebaut, mit einer Kapazität für 100 Mio. Fluggäste, noch dazu in einem – nun zerstörten – Naturschutzgebiet, das eigentlich die „grüne Lunge“ von Istanbul war. Die Proteste dagegen wurden massiv unterdrückt. Und den Bauherren ist es egal, dass der Flughafen überdimensioniert ist, sie haben Garantien über Mindestnutzungszahlen bekommen. Wenn das Aufkommen an Passagieren diese nicht erreicht, zahlt der Staat den Rest. Das gilt natürlich auch für die Bosporusbrücken. Mit solchen Verträgen ist es natürlich kein Problem Kredite zu bekommen, nur hat sich bislang wohl niemand Gedanken gemacht, wo immer wieder neues Geld herkommen soll.

    Eine Krise à la Griechenland ist in Sicht

    Nachdem der Sinkflug der T.Lira zu USDollar & Euro begann, hat der Finanzminister – Erdogans Schwiegersohn – die Städte und Kommunen angewiesen ihre Kosten radikal zu senken. Nur wie soll das gehen, wenn Großstädte wie Ankara und Istanbul sich dank AKP hoch verschuldet haben und allein für Zinsen in Millionenhöhe zahlen müssen. Zunächst werden Arbeiter und Angestellte entlassen werden und die Älteren gezwungen vorzeitig in Rente zu gehen. Dies wird vorrangig die „Nicht-AKP-Wähler“ treffen.

    Inflationäre Preise werden die Firmen veranlassen, Waren nur noch gegen harte Devisen abzugeben. Die Baubranche ist bereits zusammengebrochen. Einzelhandelsgüter werden sich verknappen, da die Händler Waren zurückhalten werden, in der Annahme diese am kommenden Tag nicht mal zum Verkaufspreis des Vortags einkaufen zu können.

    Die neoliberale Politik des letzten Jahrzehnts hatte fatale Folgen für die Landwirtschaft. Die Erträge sind in den letzten 16 Jahren um 40% gesunken. Lieber billig importieren, als vielleicht etwas teurer selbst zu produzieren, war die Devise. Gerechnet wurde natürlich in EURO oder USD und nicht in Türkischer Lira. Es wurde jahrelang auf den Import vermeintlich billiger Grundnahrungsmittel gesetzt, allerdings finanziert mit teuren Krediten, die nun zurück gezahlt werden müssen. Derzeit sind die Menschen darüber wütend, aber die wirklich großen Preissteigerungen werden noch kommen. Und wenn dann die Arbeitslosenzahlen weiter steigen werden und die Löhne nicht mehr gezahlt werden können, dann wird es Proteste geben. Es werden kleine Widerstandsherde sein, nicht wie in Griechenland, wo breite Bevölkerungsschichten sich gemeinsam zur Wehr setzten. In der Türkei sind Linke und Gewerkschaften durch die „Notstandsgesetze“ in ihrer Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt und entsprechend geschwächt.

    Erdogan gelingt es immer wieder den Westen als den Verursacher der Krise darzustellen und er bekommt weiter Rückendeckung von seinen Anhängern, aber auch von Liberalen und Sozialdemokraten.

    Angelegt wurde die Krise bereits im Jahr 2013, als die Weltfinanzkrise von 2008 die Türkei erreichte und das Wirtschaftswachstum stetig sank. Die AKP hat aus den Auswirkungen der Krise von 2008 auf die nationale Wirtschaft keine Lehren gezogen. Stattdessen hat Erdogan mit verschwenderischen Ausgaben sein Regime weiter gefestigt. Und obwohl die türkischen Großkonzerne Erdogan gewähren ließen, scheinen sie ihm nicht zu trauen. So wollen sie nun den Systemumbau nicht dem einen Mann überlassen, sondern bei der Gestaltung des Staates mitmischen.
    http://freiesicht.org/2018/krise-in-der-tuerkei-safo-can/

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