Tagesdosis 19.12.2017 – Ken Jebsen verteidigt die Demokratie

Eine Rede von Mathias Bröckers anlässlich der Verleihung des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik an den Journalisten Ken Jebsen.

Vom 14. Dezember 2017.

Sehr verehrte Damen und Herren, lieber Ken Jebsen.

„Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“ lautete eine Weisheit des Wilden Westens, die Buffalo Bill zugeschrieben wird. Das Problem, das sie beschreibt, ist allerdings sehr viel älter. Zum ersten Mal im Abendland erzählt Platon davon in seinem berühmten Höhlengleichnis.

Wir sind angekettet in einer Höhle, können nur in eine Richtung schauen und hinter unserem Rücken wirft Feuer ein Licht, vor dem Gaukler bestimmte Gegenstände bewegen, die Schattenbilder an die Wand werfen. Da wir nur diese Schatten sehen können, halten wir sie für die wahrhafte Wirklichkeit. Was würde nun passieren, fragt Platon, wenn einer der Insassen den Höhlenausgang entdecken und entfliehen könnte. Die Sonne würde seine Augen zuerst blenden, aber dann könnte er die eigentliche Welt erkennen – und die Technik der von diesen Gauklern produzierten Schattenbilder verstehen. Wenn er dann aber zurück in die Höhle ginge, um seine einstigen Mitinsassen über das Trugbild aufzuklären, dem sie aufgesessen sind, was würde geschehen? Man würde ihn auslachen und sagen, er hätte von dort oben verdorbene Augen mitgebracht und es gebe keinen Anlass, die Höhle zu verlassen. Wenn er sie nun befreien und hinauf ans Licht führen wollte, was würden sie tun? „Wenn sie seiner habhaft werden, werden sie ihn wirklich umbringen, ganz gewiss!“, heißt es dann bei Platon…

Womit wir wieder bei dem schnellen Pferd sind sowie der Tatsache, dass man sich schlechter Nachrichten seit jeher gerne mit der Beseitigung ihrer Überbringer entledigen wollte. 2500 Jahre nach Platons Höhle, 250 Jahren nach der Aufklärung und der Erklärung universeller Menschenrechte, läuft das in der Regel, aber nicht mehr ganz so wie im Wilden Westen…

Wo Meinungs- und Pressefreiheit herrschen, können die Überbringer von Nachrichten nicht mehr einfach umgebracht werden; was aber nicht heißt, dass Nachrichten, die den Mächtigen nicht passen, frei und ungehindert durchdringen können. Schon gar nicht können sie ohne Weiteres in die Wiederholungsschleifen der großen Nachrichtenmedien gelangen und die Massen erreichen. Dorthin gelangen nur Nachrichten, die zuvor durch diverse Instanzen gereinigt und gefiltert sind – von Spin-Doktoren, Agenturen, Redakteuren…

Insofern sitzen wir als Medienkonsumenten 2500 Jahre nach Platon irgendwie noch immer in einer Höhle, die zwar nicht mehr mit Schattenspielen, sondern mit vielen High-Tech-Kanälen und Displays operiert – aber noch immer sind da diese „Gaukler“, wie Platon sie nannte, die eine Lightshow mit Simulationen und Phantomen produzieren. Bezahlt werden sie von Werbetreibenden, die den Insassen ihre Produkte schmackhaft machen, und der Platz zwischen den Werbeblöcken wird mit sogenannten Nachrichten und Unterhaltung gefüllt. Dieses Geschäftsmodell der Presse, den Platz zwischen der bezahlten Werbung mit „Informationen“ zu füllen, sorgte seit jeher dafür, dass wirklich unabhängige Berichterstattung nur in sehr begrenztem Rahmen möglich war. Zumal, wenn sie Hinweise darauf enthielt, dass die von den Gauklern gezeigten Schattenspiele gar nicht der eigentlichen Realität entsprechen. Da man die Überbringer solcher Nachrichten, die das Geschäftsmodell und das ganze System der „Höhle“ sabotieren, nicht mehr einfach umbringen kann, greift man heutzutage auf eine bewährte Methode zurück, sie zumindest mundtot zu machen: den Rufmord.

Und damit sind wir beim Preisträger des heutigen Abends, bei Ken Jebsen und KenFM als Inkarnation eines versuchten Rufmords, der nach hinten losgegangen ist wie kaum ein anderer in jüngster Zeit.

Ich kenne mich in diesem medienkriminellen Genre ein wenig aus, weil ich zwei Tage nach den Anschlägen des 11. September 2001 begonnen hatte, an der offiziellen Darstellung der Ereignisse öffentlich zu zweifeln. Die Gründe und Belege für diese Zweifel stellte ich in der Folge in einer 60-teiligen Serie im Onlinemagazin „Telepolis“ zusammen und erweiterte sie im Sommer 2002 zu einem Buch, das ein Jahr danach noch eine Fortsetzung erhielt. Mit den Argumenten und Belegen setzten sich die Großmedien dabei jedoch kaum auseinander, umso mehr aber mit dem Überbringer dieser Nachrichten. Seitdem bin ich „Verschwörungstheoretiker“, auch wenn ich mit keinem Wort eine „Theorie“ über 9/11 aufgestellt habe, ich bin „Anti-Amerikaner“, weil ich die offizielle 9/11 Legende der US-Regierung für falsch halte und bin „Anti-Semit“, weil ich die fünf vor den brennenden Türmen feiernden Israelis erwähnt habe, die in New York verhaftet und kurz darauf nach Hause abgeschoben wurden, wo sie in einer Talkshow auftraten und sagten, sie seien dort gewesen, um die Anschläge „zu dokumentieren“.

Solche Hinweise auf ein Vorauswissen der Geheimdienste entsprachen zwar den Fakten, störten aber das offizielle Bild vom Alleintäter Osama und den 19 Teppichmessern und führten dann zu einer Flut von Reaktionen: nicht in Form von weiteren Recherchen dieser Nachricht, sondern in Beschimpfungen und Verächtlichmachung ihres Überbringers. Mir blieb damals nichts anderes, als die Ohren auf Durchzug zu stellen und mehr und mehr vor meinem Metier, dem Journalismus, den Respekt zu verlieren. Und damit hielt ich es auch noch 2011, als ich mit einem Kollegen ein weiteres Buch zum Thema verfasst hatte – „Zehn Jahre danach – Der Einsturz eines Lügengebäudes“. Ich hatte deshalb auch keinerlei Erwartungen, als ein Reporter von Radio Fritz, dem Jugendkanal des RBB, anrief und mit mir ein Interview über das Buch machen wollte. Das war Ken Jebsen. Ich kannte weder ihn noch seine Sendung und war dann erst mal überrascht, dass er die ganzen 350 Seiten nicht nur sehr genau gelesen hatte – was keineswegs üblich ist bei Moderatoren –, sondern auch einen ganzen Katalog dezidierter Fragen dabei hatte, die ich ausführlich beantwortete. Wir sprachen eineinhalb Stunden und als wir uns verabschiedeten, ging ich davon aus, dass davon die üblichen 3 oder 5 Minuten zu hören sein würden.

Doch dann stellte ich am Wochenende darauf das Radio an und traute meinen Ohren kaum: in dieser vierstündigen Sendung waren nicht nur die 90 Minuten meiner Antworten komplett zu hören, zur Einführung hatte Ken Jebsen einen 13-Minuten-Spot produziert, in dem er in rasendem Tempo die ganzen Ungereimtheiten 9/11-Legende pointiert abfeuerte: „Happy Birthday Terrorlüge“. Mir blieb die Spucke weg. Ein derart scharfer Kommentar, der die Absurdität der offiziellen Geschichte knallhart auf den Punkt brachte… im ARD-Radio ?…zur besten Sendezeit…? Mir kam das völlig unwirklich vor.

In den 90er Jahren hatte ich als fester Freier für viele ARD-Radios gearbeitet, auch für den SFB, später rbb, der auch Kens Heimatsender war. Als ich dann kurz nach den Anschlägen im September 2001 etwas über Mohammed Attas Koffer machen wollte, der als einziger von 200 hängen geblieben war und in dem dann sämtliche Beweise für einen „islamistischen“ Hijacker – ein Koran, eine Fluganleitung und ein Testament – gefunden wurden, lehnten die Redakteure ab. Meine Einwände, dass eine derartige Elefantenspur doch sehr nach Fake riecht – im Mietwagen wurde sogar noch ein Zettel mit der leibhaftigen Telefonnummer Bin Ladens gefunden! – halfen nicht. „Du kannst zu jedem Thema kommentieren, aber nicht 9/11“, hieß es. Weil ich das nicht wollte, wollte ich von da an gar nicht mehr für die ARD-Radios arbeiten.

9/11 ist bis heute der Lackmustest für echten Journalismus – wer die Legende von Osama und den 19 Teppichmessern nicht hinterfragt, hat in dieser Branche eigentlich nichts verloren.

Und weil mir in den folgenden Jahren so viele nette und kluge Kollegen begegneten, die dieses Märchen einfach akzeptierten, hatte ich den Glauben an den Journalismus – an eine recherchierende, kontrollierende, aufklärende „vierte Säule“ der Demokratie – so ziemlich verloren.

Deshalb konnte ich es kaum fassen, nach zehn Jahren „Happy Birthday Terrorlüge“ und die vier Stunden mit Musik und dieses Feuerwerk der ganzen 9/11- Ungereimtheiten zu hören. Dass so etwas noch möglich war, zur besten Sendezeit, zum wichtigsten politischen Ereignis des Jahrhunderts, nicht die Fake-News des Weißen Hauses, sondern die auf harten Fakten und Recherchen basierenden Zweifel und Einwände gegen diese Legende – das war wirklich unerhört. Und – zumindest auf Dauer – natürlich NICHT möglich.

Weil Ken Jebsen seit vielen Jahren souverän und im Alleingang seine Sendung gestaltete und moderierte – und KenFM eine der beliebtesten Sendungen des Kanals war – kontrollierten Redakteure und Ressortchefs seine Sachen gar nicht mehr. Nur so konnte dieser 9/11-Hammer durchrutschen. Und auch wenn er nicht sofort implodierte, bin ich überzeugt, dass hier der Grund liegt, warum KenFM derart in Ungnade fiel, dass einige Zeit später die Mobbingaktion des notorischen Denunzianten Broder, der Ken Jebsen als „Holocaustleugner“ diffamierte, von der Intendanz nicht einfach ignoriert wurde, sondern zum Ende von KenFM beim rbb führte.

Was aber nicht – und deshalb können wir dem niederträchtigen Denunzianten heute dankbar sein – zum Ende von KenFM führte. Der versuchte Rufmord ging nach hinten los, Ken und sein Team schüttelten sich kurz und starteten im Internet durch – und erreichen heute mehr Leute als zuvor auf dem öffentlich-rechtlichen Kanal. Und brechen dort nicht nur das Tabu, an der 9/11-Legende zu zweifeln, sondern greifen viele weitere Themen auf, die von den Großmedien, wenn überhaupt, wie heiße Kartoffeln behandelt werden. Wie Ramstein oder Gaza oder Nato oder Aufrüstung oder Russland – wer hier als Journalist nicht nur offiziöse Propaganda nachbetet, sondern recherchiert, aufdeckt und kritisiert, kann sich eine Karriere bei den Mainstreammedien knicken. Dass diese Medien gleichzeitig einen „Glaubwürdigkeitsverlust“ beklagen und die großen Zeitungen und Magazine in den letzten Jahren dramatische Auflagenverluste erleben, hängt logisch damit zusammen.

Die Deutungshoheit der „Gaukler“, die alleine über die Schattenspiele entscheiden, ist gebrochen – Platons Höhle hat jetzt Internet. Die Schattenspieler, als Produzenten der einzigen „wahren“ Wirklichkeit, haben ihr Monopol verloren, denn nur einen Klick nebenan wird ihre hegemoniale Sicht der Dinge, die sich als Wirklichkeit ausgibt, gegen den Strich gebürstet. Ihre News werden nicht mehr einfach als Fakten hingenommen, sondern auf Fakes abgeklopft – und siehe da, sie finden sich reichlich. Und nicht nur bei Trump, sondern auch bei Clinton, nicht nur im Drecksblatt „Bild“, sondern auch bei der hochmögenden ARD. Wenn aber die “vierte Gewalt” derart von Macht-und Wirtschaftsinteressen korrumpiert ist, dass sie ihrem demokratischen Wächteramt nicht mehr nachkommt, ist eine fünfte Gewalt – ein wirklich unabhängige, weil nutzerfinanzierte Presse – unabdingbar.

„Die erste Freiheit der Presse ist es, kein Gewerbe zu sein“, notierte einer der bekanntesten Journalisten des 19. Jahrhunderts, der Namensgeber des heute verliehenen Preises, Karl Marx. Weil sich KenFM mit seinem nutzerfinanzierten Kanal diese Freiheit erfolgreich genommen hat, verdient Ken Jebsen diesen Karlspreis heute wie kaum ein anderer, denn er exerziert echte Pressefreiheit wie kaum ein anderer – und ist damit der perfekte Gegenpol zu jener Pressefreiheit, die der FAZ-Mitgründer Paul Sethe einst als die „Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ bezeichnete. Heute ist das wohl nur noch ein Dutzend: Liz Mohn, Friede Springer sowie die Chefs von Burda, Dumont, Funke und Holtzbrinck, die sich ebenso einig sind wie die Bosse von General Electric , News-Corp, Disney, Viacom, Time Warner und CBS, die in den USA über 90% dessen kontrollieren, was Sender und Zeitungen berichten.

Was die Bevölkerung also durch die Medien über die Welt erfährt, erfährt sie durch den Wahrnehmungsfilter jener 0,1%, denen nicht nur die Medien, sondern auch ein Großteil der Welt gehört. Inklusive der Journalisten, die eingebettet in die Vielfalt des Infotainments ihrer Pressefreiheit ungehindert nachgehen. Eine „Vielfalt“, in der radikale Kritik von Kapitalismus und Militarismus, von Neoliberalismus und Nato, von Staatsterrorismus und Geheimdienstwillkür nicht möglich ist – es sei denn, man nimmt sich wie Ken Jebsen die Freiheit der Presse, wie sie von der Verfassung noch immer garantiert wird – und von der gesamten Zunft nahezu vergessen wurde, weil sie sich ins „Gewerbe“ einbetten ließ.

In das Geschäft der 0,1%, die uns auch den nächsten Eroberungskrieg unter den Fähnchen von „Freiheit“, „Demokratie“ und „Menschenrechten“ verkaufen werden. Und jeden, der diesen schlecht getarnten Bellizismus entlarvt und für Frieden, Abrüstung und Verständigung eintritt, als natürlichen Feind betrachten. Zumal, wenn er wie Ken seine Werte und sein Herz auf der Zunge trägt. Dass er für Nato-Versteher und Menschenrechts-Bellizisten ein Dorn im Auge bleibt und für die eingebetteten Medien im gelindesten Fall „umstritten“…. – das wollen und können wir hoffen. Und auch, dass er ihnen seine Wahrheiten weiter zumutet. Und uns weiterhin daran erinnert, dass die Schattenspiele an der großen Höhlenwand nicht die Wahrheit sind. Ken Jebsen braucht auch kein schnelles Pferd, wenn er diese Wahrheit verkündet. Denunzianten, Rufmörder und andere Höhlenmenschen kommen einfach nicht hinterher: der Karls-Preisträger 2017 fährt Motorrad. Und macht im selben Tempo ein Programm, dem man nicht nur viele weitere Fortsetzungen wünscht, sondern angesichts des Einheits- und Einheiz-Breis, der uns aus den Großmedien täglich entgegenschwallt, nur fordern kann:

Schafft zwei, drei, viele KenFMs!

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16 Kommentare zu: “Tagesdosis 19.12.2017 – Ken Jebsen verteidigt die Demokratie

  1. Sehr schöner Kontext, Herr Bröckers.

    »Herr Jebsen, Sie haben fast alle Tabus zum Holocaust gebrochen!«, sagte der Babylon-Geschäftsführer Timothy Grossmann.
    Googelt man nach den Tabus, kann man sehr schnell den 3 weisen Affen des Tabus begegnen (in Japan ist noch ein 4. nicht unwichtiger Affe dabei): https://de.wikipedia.org/wiki/Tabu
    Interessant an diesen Tabu-Affen ist, dass diese anscheinend erst nach dem 2. Weltkrieg direkt aus Japan bezogen wurden und anscheinend Kultur und Politik seitdem massiv bevölkern. Dabei kannten wir ihre Vorgänger schon von früher.

    Ich hoffe doch sehr, dass ein kritischer Umgang mit zeitgenössischen Themen solche Tabu-Affen und Aufseher nicht noch dicker und unbeweglicher machen und dadurch irgendwann eine notwendige kritische Masse für wirkliche Veränderungen erreicht wird.

    Und die Geisteshaltung solcher (anscheinend schriftlich formulierten) Statements aus dem Babylon fallen leider auch auf Ihre Benutzer zurück.

  2. Natürlich ist ein Jeder der Sept 11 nicht sieht als Moslemische Anschlag ein Feind der USA.
    Es ist verblüffend wie Pearl Harbour in die Propaganda war und ist wie Sept 11.
    Das Buch
    Harry Elmer Barnes, ed., ‘Perpetual War for Perpetual Peace, A critical examination of the foreign policy of Franklin Delano Roosevelt and its aftermath’, Caldwell, Idaho, 1953
    ist zum grössten Teil basiert auf die 1946 USA Senat Untersuchung nach Pearl Harbour.
    Es war damals schon ganz klar das Roosevelt bewusst Pearl Harbour provoziert hatte, Öl Boycott, waran Niederländisches Indien seit September beteiligt war, aber seitdem kamen noch mehr Fakten an die Oberflache.
    Das Buch ist auch darum interessant weil beschrieben wird wie alles getan wurde um es so wenig möglich aufmerksamkeit zu geben, nirgenwo eine Besprechung, viele Buchhändler wurden erpresst es nicht zu verkaufen.
    In England dasselbe mit die 1941 Hess Documente, mitte neunziger Jahre noch immer ‚eine Bedrohung des Egnglischen Staates‘, so wurde im Unterhaus erklärt.
    Was Jahrzehnte nach Ende des Krieges diese Bedrohung war, das einzige was ich mich denken kann ist das Hess mit sehr annehmbare Friedens Bedingungen kam.
    Wenn das so ist, dann sind die Hess Dokumente auch noch eine Bedrohung for die EU.
    Es ist verblüffend wie die Geschichte, die wahre oder die erfundene, das heute bestimmt.

  3. „Wer die Wahrheit sagt braucht ein verdammt schnelles Pferd“ https://www.youtube.com/watch?v=BVpnrTkQqTI

    Herr Bröckers, bei soviel Erkenntniss, wie hier beschrieben, wie ist das mit ihrer Diffamierung (Rufmord) der Klimarealisten bzw. Kritiker zu vereinbaren? Wärend sie Menschen in eine geistige Höhle verorten, sitzen sie selbst in einer, die fern der Naturwissenschaft ist. Was sie als eigenes wissenschaftliches Wissen zu deklarieren versuchen, ist eins zu eins die Propaganda der Klimafolgenforscher des PIK, der moralisierenden Politiker und der politisierten Medien. Jetzt sind ihnen die Mainstreammedien auf einmal genehm, oder wie? Seit der Diffamierung der Klimarealisten kann ich sie Herr Bröckers nicht mehr ernst nehmen, denn sie messen selbst mit doppelten Standards. Denn würden sie zum Thema Klima genauso akribisch recherchieren wie zu 9/11, müssten sie sich ja dann selbst als Denunziant entlarven. Klimamanifest hat diese Recherchearbeit schon für sie gemacht.

    Schulbuchvideo: https://www.youtube.com/watch?v=rXIUC867gzo&t=1s
    AddOn 1: https://www.youtube.com/watch?v=YBqc6zJZDwo&t=15s
    AddOn 2: https://www.youtube.com/watch?v=hliMrc4wi7w&t=1535s
    AddOn 3: https://www.youtube.com/watch?v=GtBqlRUiP2g

    • Hansgeorg… das kann dir Stolli selbst erklären. In der Tagesdosis vom 7.11.17 macht Bröckers genau das, was er am Denunziantentum selbst angeprangert hat. Er diffamiert dort die Klimarealisten, die eine berechtigte Kritik am Klimakatastrophismus vorweisen. Obwohl Bröckers Null Ahnung von der Materie hat, spricht er Denen die Kompetenz ab. Damit sind seine moralisierenden Ergüsse aus der Vergangenheit obsolet, wenn er sich nicht mal an eigene Standards hallten kann. Doppelmoral.

    • Über die Klimaproblematik gibt es aber nicht nur 2 verschiedene Ansichten, sondern mindestens 3. Stolli meint nämlich, er könne wissenschaftlich widerlegen, dass die sog. Chemtrails geflogen werden und das kann er nicht.

  4. Mathias Bröckers steht oder stand für die berühmten 99% der Journalisten.

    Diesen 99% ist eines massiv vorzuwerfen – MANGELNDES BERUFSINTERESSE.

    Hätte sie wirkliches Interesse an ihrem Beruf, wüssten sie was schon Jahrhunderte bekannt ist.

    *

    im „Ziegelbrenner“ von Ret Marut (B. Traven) schon im Januar 1919 gegen die bürgerliche Presse nachlesen:
    „Die Befreiung der Menschheit von Lüge, Heuchelei und Unwahrhaftigkeit kann nur erfolgen durch rücksichtslose und mitleidlose Zertrümmerung der Presse. Hinweg mit ihr, sie hindert die Menschheit am Vorwärtsschreiten…

    *

    Man hat nur eine reelle Chance eine Nadel in einem Heuhaufen zu finden indem man ihn anzündet. Der Heuhaufen wird das nicht überleben – die Nadel schon… (PeDe)

    *
    Obschon er seinen größten Einfluss als Chefredakteur der New York Times während der 1860er Jahre hatte, ist Swinton mehr noch bekannt aufgrund seiner Wochenzeitung John Swinton’s Paper, einer herausragenden Zeitschrift der amerikanischen Arbeiterbewegung der 1880er Jahre. Swinton diente auch als Editorial-Chef-Schreiber der New Yorker Zeitung Sun während zweier Perioden, die zusammen mehr als zwölf Jahre lang waren.

    1880 war John Swinton Ehrengast bei einem Bankett, das ihm die Führer der Zeitungszunft ausrichteten. Jemand sprach ehrende Worte über die unabhängige Presse.
    Swinton antwortete (Übersetzung):

    „So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse.
    Sie wissen das, und ich weiß das.

    Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene.

    Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte.

    Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren.

    Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs.

    Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer.

    Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ [5]

    wikipedia.org/wiki/John_Swinton

    *

    Die Realität hat in dem von Karl Rove geführten Wahlkampf nichts mehr zu suchen. „Wir sind jetzt ein Imperium“, sagte ein Bush-Berater zu dem Journalisten Ron Suskind von der „New York Times“, „und wir schaffen uns unsere eigene Realität. Während Sie diese von uns geschaffene Realität studieren, schaffen wir bereits neue Realitäten, die Sie wiederum studieren können. Wir sind die Akteure der Geschichte, und Ihnen, Ihnen allen bleibt nichts, als die Realität zu studieren, die wir geschaffen haben!

    *

    Harald Welzer meint, »Menschen können zwischen ihr Wissen und ihr Handeln Abgründe von der Dimension des Marianengrabens legen und haben nicht das geringste Problem damit, die eklatantesten Widersprüche mühelos zu integrieren und im Alltag zu leben.

    *

    So, genug der Sprüche die eigentlich jedem Journalisten der seinen Beruf ernst nimmt, bekannt sein müssten.

    Obwohl… einer geht noch.

    Unter dem Niveau der Gosse ist nur noch der Kanal. (Heinrich Böll)

    • Zu Recht weist der Finger der sogenannten Alternativ-Medien und der „Friedensbewegung“ auf das Unrecht. Doch solange dieser Finger nicht auch in die eigene Richtung weist, solange sich „Alternativ“-Medien und „Friedensbewegung“ nicht selbstkritisch hinterfragen, in Frage stellen und hinterfragen, in Frage stellen lassen, solange werden, nach meiner Meinung, denkende selbstkritische und verantwortungsbewusste Menschen ihnen zu Recht misstrauen, keinen Glauben, kein Vertrauen schenken.
      Solange werden, nach meiner Meinung, weiterhin jegliche konstruktiven Veränderungen und Entwicklungen, zumindest ganz massiv, behindert.

  5. Gibt es dieses Interview vielleicht auf dieser Seite ? Link ? Oder ist es beim rbb verblieben ?
    Danke.

    Schattenspiele an der Höhlenwand, sehr schön……… ! Danke, Herr Bröckers. Gelungen.

  6. Respekt, Herr Bröckers!
    Sie haben alle Register gezogen und eine großartige Würdigung
    Ken Jebsens und des ganzen unabhängigen Journalismus – von
    dem Sie einer der ersten Stunde sind – vollbracht!

    Aber vielleicht habe ich noch zu klein gedacht, und es gibt noch
    mehr Register! Wir können gespannt darauf sein.

  7. Wir alle verteidigen die Demokratie – und die Propaganda hält dagegen.
    Edward Bernays (Propaganda, 1928) ist ja bekannt – interessant ist, dass auch sein Onkel Sigmund Freud schon an einem sog. „Geheimen Komitee“ teilnahm von 1912-1936.
    Das Ziel: sich mit Fragen der psychoanalytischen, wissenschaftlichen Propaganda beschäftigen.

    Nur mal so als Ergänzung zu den vielen Infos – mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben. Hinter den Vorgängen stehen mehr als 100 Jahre psychologische Forschung auf dem Gebiet der Propaganda.

  8. Schöne Rede, Herr Bröckers, dankeschön!

    Dazu zum schmunzeln aus dem Rubikon von heute morgen, ein kleiner Ausschnitt eines Kommentars zur Kölner Karls(Marx)preis Verleihung:

    „Protest auf der Straße ist gestattet. Vorausgesetzt, er findet auf dem Standstreifen statt und folgt diesem.
    Aber erdreistet sich dann doch einmal jemand, den Blinker der Neugier zu setzen und auf eine der linken Spuren zu wechseln, die geistigen Scheinwerfer in den dichten Nebel zu lenken, der den weiteren Verlauf der Straße verschleiert, dann kann sich derjenige auf eine Reaktion von den Standstreifen-Aktivisten gefasst machen, denen mehr als nur das Gehirn gewaschen wurde.“

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