Tagesdosis 20.1.2018 – GroKo oder nicht: Die Tage der SPD sind gezählt

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

An diesem Wochenende treffen sich die Delegierten der SPD in Bonn zu einem außerordentlichen Parteitag, um über eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition mit CDU und CSU abzustimmen. Die Mainstream-Medien haben in allen Einzelheiten über die Vorbereitungen berichtet und den 21. Januar zu einem Schicksalstag erklärt, an dem die Zukunft der deutschen Sozialdemokratie entschieden wird.

Tatsächlich aber ist das Schicksal der SPD längst entschieden: Im Alter von fast 143 Jahren siecht die Partei vor sich hin und taumelt langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen. Zahlreiche Mitglieder haben das bereits erkannt und ihr den Rücken gekehrt. Andere, darunter vor allem unerfahrene jüngere Mitglieder, sehen zwar die Symptome des Zerfalls, lehnen sich aber dagegen auf und fordern eine „Erneuerung“.

Die aber ist in etwa so realistisch wie die Wiederbelebung eines Verstorbenen. Nicht etwa, weil es an politischem Willen fehlt, sondern aus einem ganz anderen Grund: Weil die Zeit der Sozialdemokratie seit 2008 historisch abgelaufen ist.

Der Grund: Seit Kriegsende hat die SPD in erster Linie von zwei Dingen gelebt – zum einen von der durch den Nachkriegsboom bedingten Entstehung des Sozialstaates und zum anderen von der Hoffnung, die Sozialdemokraten könnten die Interessen der arbeitenden Bevölkerung (vor allem wegen ihrer Nähe zur Gewerkschaftsbewegung) besser durchsetzen als andere Parteien.

Diese Hoffnung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch immer deutlicher zerschlagen. Die tatsächliche Rolle der von Postenjägern und Karrieristen geführten SPD bestand nämlich darin, die Herrschaft der wahren Macht im Staat – der Finanzelite – zu stützen und den Widerstand dagegen aufzufangen, zu kanalisieren und so unschädlich zu machen. Im Gegenzug dafür gab es für ihre Wähler hin und wieder das eine oder andere Zugeständnis – möglich gemacht durch den Sozialstaat.

Doch die nach der Ära Brandt einsetzende Deregulierung verhalf der Finanzelite zu solcher Macht, dass sie zu immer weniger Zugeständnissen bereit war. Für die SPD wurde es deshalb immer schwerer, sich als Interessensvertreterin des kleinen Mannes auszugeben. Unter Helmut Schmidt begannen erste schärfere Angriffe auf den Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung, unter Gerhard Schröder wurden sie mit der Agenda 2010 zum Programm erhoben.

Die Folge: Viele Mitglieder wandten sich enttäuscht ab, die Anhängerschaft schmolz nach und nach dahin. Als es dann 2007/2008 zur schwersten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg kam, half die SPD mit, die größte Vermögensumverteilung in der Geschichte der Menschheit zu organisieren und internationale Großbanken für „too big to fail“ zu erklären – und schaufelte sich damit ihr eigenes Grab.

Die Finanzelite bedankte sich bei ihr nämlich nicht etwa durch neue Zugeständnisse, sondern nutzte die gewonnene Allmacht, um nach der Krise auch noch die Politik der „Austerität“ zu erzwingen. Nicht die wohlhabenden Verursacher der Krise sollten zum Stopfen der entstandenen Löcher in den Staatshaushalten herangezogen werden, sondern die arbeitende Bevölkerung.

Damit war das Ende der Sozialdemokratie besiegelt. Wo es für Zugeständnisse keinen Spielraum mehr gibt, gibt es auf Dauer auch kein Betätigungsfeld mehr für Politiker, die von sozialen Versprechungen leben.

Am deutlichsten sind die Folgen dieser Entwicklung in einigen südeuropäischen Ländern und in Frankreich zu sehen, wo die Sozialdemokratie bis auf kleine Restbestände bereits Geschichte ist. Bei uns hat sie sich auf Grund ihrer Taktik, sich in Notzeiten als „kleineres Übel“ zu verkaufen, bisher noch knapp über Wasser halten können.

Doch auch diese Tage gehen zu Ende. Der rückgratlose Opportunist Martin Schulz steht symbolhaft für eine Parteiführung, die noch einmal versucht, sich hohe Diäten, Rentenansprüche und sonstige Vergünstigungen zu sichern. Seine Gegner, ob JuSos oder die Gruppe NoGroKo, streben im Grunde dasselbe Ziel an, nur mit einer anderen Strategie: Sie schüren mit der Parole von der „Erneuerung“ die Illusion, dass es unter den gegebenen Bedingungen möglich wäre, der Finanzelite noch weitere Zugeständnisse abzuringen.

Bei dieser Konstellation der Kräfte ist es vollkommen gleichgültig, wer sich auf dem Parteitag am Sonntag durchsetzt. Der Untergang der SPD lässt sich nicht mehr aufhalten – weder innerhalb noch außerhalb einer Großen Koalition.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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41 Kommentare zu: “Tagesdosis 20.1.2018 – GroKo oder nicht: Die Tage der SPD sind gezählt

  1. Sozialisten verstehen noch immer nicht das Globalisierung, auch der EU ist das, speziëll das Euro Gebiet, und Sozial-Demokratie nicht zusammen gehen.
    Deutsche sind nicht solidär mit Griechen.
    Nur der Nationalstaat kann seine Bürger beschützen, aber besteht kaum mehr.
    Freises Kapital Verkehr, EU und Euro haben die Nationalstaat fast völlig vernichtet.
    Die untere Schichten in die EU Mitglied Länder sind gar nicht interessiert in Dinge wei gleiche Löhne in das ganze Euro Gebiet.
    Auch erfahren sie die Probleme mit die Migranten.
    Deshalb überall verschwinden der sozialistischen Parteien, die ersetzt werden durch Populisten die, wie das Wort sehr gut sagt, wissen was das Volk will.

    • Die SPD macht sich immer lächerlicher, bei ihrem Kampf um die vorderen Plätze an den Futtertrögen. Schulz und Nahles ergänzen sich da prächtig. Beide ohne jede Substanz, eben wie die Merkel- CDU. Wer da noch wählt, hat nichts verstanden. Ein Selbstbedienungsladen.
      Widerlich.

    • Ich hab bei der letzten Bundestagswahl eine Mini-Partei aus dem linken Spektrum gewählt. Das ändert natürlich kaum etwas, aber Nichtwählen bewirkt noch weniger, meine ich. Ich seh’s halt gern, wenn die Etablierten Stimmenverluste verzeichnen, was bei der Wahl ja auch tatsächlich der Fall war.
      Man muß die eigenen Erwartungen schon sehr weit herunterschrauben, um dem ganzen Schauspiel noch irgendetwas Gutes abgewinnen zu können.

  2. Was zukünftig Realität wird, bestimmen wir alle, wenn auch in kleinem Rahmen immer mit. Wenn Sie die Realität, die „Reich“ für Sie ausgesucht hat, (Teile und Herrsche, Chaos und Angst), für sich akzeptieren, selber Schuld. Ich möchte eine Realität, die „Unten“ bzw. „Arm“ nicht ausschließt.
    Und das sind immerhin 99%.

    • Trotz aller Ungerechtigkeit und Lebensverachtung „von oben“, sollten wir doch nicht die Menschheit in Bezug auf Einsichtsmöglichkeiten und Umlenkungswillen so scharfkantig in „die da oben“ und „die da unten“ einteilen, meine ich. Interessant dazu finde ich etwas, was der ehemalige holländische Banker Ronald Bernards u.a. dazu zu sagen hat. Er sagt, dass es nicht wenige aus seinem ehemaligen Bekanntenkreis der Banker gibt, die es ehrlich begrüßen, dass er hier den Whistleblower macht, weil sie sich in ihrer Haut auch nicht mehr wohl fühlen und sogar auf Revolten hoffen. Ich kann das betreffende Video jetzt hier nicht verlinken, weil Youtube bei mir z.Zt, nicht mehr funktioniert. Es lohnt sich aber sowieso, sich alles anzusehen, was der zu sagen hat.

    • Horst Kietzmann

      Ja dann sollte man vielleicht auch anfügen auf welchen meiner Texte sich Ihr gesagtes bezieht.

      Für mich ist das völlig unklar, da ich auch nirgends derartiges

      „**Wenn Sie die Realität, die „Reich“ für Sie ausgesucht hat, (Teile und Herrsche, Chaos und Angst), für sich akzeptieren, selber Schuld.“**

      zu erkennen gebe – nicht mal ansatzweise.

    • Koenig Ordnung
      Um 11:53 heute schrieben Sie:
      „3) Beides trifft zu , links und rechts, arm und reich. Heutige Versuche Einiger links und rechts (verbal und tatsächlich) aufzuheben, werden scheitern – an der Realität“

      Wem nützt der Streit zwischen Links und Rechts? Das sind manipulierte Feindbilder von „Reich“ für „Links“ und „Rechts“. Es ist Unerheblich ob, oder das es „Rechts“ und „Links“ gibt. Da wird von „Reich“ bewusst Streit gesät, eine andere Front sind Christentum gegen Islam, um die Masse, die 99% zu schwächen. Müsste sich eigentlich schon rumgesprochen haben.
      Enttäuschung
      Ich kenne die Videos von Bernard. Das es einige gibt, die bei den satanistischen Ritualen nicht mitmachen, ist klar. Wäre ja auch zu traurig, wenn die Finanzeliten nur aus gefühllosen Psychopathen bestünden. Aber es reicht nicht. Es sind zu wenige um als Priorität humanistische Werte in ihrer Klasse zu verankern.

    • Zum Einen sehe ich keinerlei Bestätigung oder Zusammenhang dazu, also Ihrer Behauptung über mich:

      „Wenn Sie die Realität, die „Reich“ für Sie ausgesucht hat, (Teile und Herrsche, Chaos und Angst), für sich akzeptieren, selber Schuld.“

      Zum Anderen kann dahingestellt sein, ob oder wem inwiefern eine (politische) Zuordnung Links / Rechts nutzt. Sie ist einfach Fakt und Fakten beliebe ich nicht „wegzulabern“. Ich werde nicht mal den Versuch unternehmen, denn ich akzeptiere Fakten bedingungslos – immer.

      Für mich ist das wichtig um keine falschen Entscheidungen zu treffen und/oder falsch zu handeln.

      Nicht alles kommt von den Reichen. Die Zuordnung Links / Rechts kommt aus dem politischen Lager. Sie ist selbstgewählt, freiwillig und nicht selten mit Stolz unterlegt. Der Ursprung liegt (glaube ich) um 1900 rum in einem Parlament, wo es um die Sitzordnung ging – Linke sitzen links, Rechte sitze rechts.

    • Horst Kiezmann: Es ging aber Bernhards nicht allein um die Satanischen Rituale dabei, als er das sagte, sondern um die gesamte niederträchtige Ungerechtigkeit, die auf der Erde herrscht. Er wollte sagen, dass es auch bei den Bankern Leute gibt, die da eine Revolution herbeisehnen. Ich halte von der strikten Aufteilung „unten nur die Guten und oben nur die Bösen, auch nichts. Das Leben ist nicht so schwarz-weiß.

    • P.S.

      Jetzt werden wieder Milliarden Seiten beschrieben, hunderte entsetzliche Bücher geschrieben, Abermillionen Stunden Manpower darauf verwendet die „Spaltung“ zwischen Links / Rechts zu egalisieren. Dabei ist das so natürlich wie die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein.

      Aber die versucht man ja auch gerade aufzuheben – per Gesetz sogar…

      Da sollte man sich überlegen, ob nicht darin die WAHRE SPALTUNG liegt. Also in der künstlichen Aufhebung natürlicher Unterschiede.

      Wie auch immer, darauf auch nur mehr als 5 Minuten Lebenszeit zu verschwenden, ist schlicht höchst verschwenderisch – was in diesem Moment auch auf mich zutrifft…

    • Koenig Ordnung Sie schreiben:
      „Zum Anderen kann dahingestellt sein, ob oder wem inwiefern eine (politische) Zuordnung Links / Rechts nutzt. Sie ist einfach Fakt und Fakten beliebe ich nicht „wegzulabern“. Ich werde nicht mal den Versuch unternehmen, denn ich akzeptiere Fakten bedingungslos – immer.“

      Fakten sind nicht gottgegeben, Fakten werden gemacht. Die objektive Wahrheit ist die, dass es sie nicht gibt.
      Ist die offizielle 9/11 „Bush-Version“ Fakt? Oder die offizielle Oswald-Theorie (ein Schütze) beim Kennedy-Mord? Oder die „Kriegs- Gründe“, die in den Geschichtsbüchern stehen?
      Wenn Wagenknecht die ungebremste Flüchtlingsmenge kritisiert, ist sie dann noch links, oder schon rechts?

      Sie akzeptieren IHRE Fakten, oder das, was sie dafür halten, nicht die ihrer Eltern und auch nicht meine. Das ist auch gut so.

      Enttäuschung um 20 Uhr
      Da bin ich ganz ihrer Meinung, habe auch nie anderes gesagt.

    • Völlig falsch. Wahrheit ist weder objektiv noch sonstwas. Wahrheit ist unbedingt und für alle gleich. Wir haben genug Adjektive die jenseits der Wahrheit gebraucht werden, die aber alle nichts mit Wahrheit zu tun haben.
      Wahr ist, ein toter kann kein Haus bauen, keine Steine schleppen.

      Was Sie anführen, 9/11, Kennedy, etc pp hat alles nichts mit Wahrheit zu tun. Wahr daran ist nur, Kennedy ist tot und Bush lebt. Und die Türme stehen nicht mehr. DAS ist Wahrheit. Alles andere ist Spekulation, Annahmen, Wahrscheinlichkeiten usw.

      Wenn Sie eine selbstgewählte, gebastelte Definition von Wahrheit bevorzugen, dann ist das Ihre Sache.

      Ebenso mit den Fakten. MEINE Fakten gibt es nicht. Es gibt nur DIE Fakten. DIE Fakten sind wiederum für alle gleich.

      Fakten sind unumstößlich, unwiderlegbar, sonst sind es keine Fakten. Sie können ja gerne mit schwammigen bis hin zu atomisierenden Vorstellungen und Definitionen verschiedenster Begriffe arbeiten und leben.

      Auf mich trifft das niemals zu. Daher sehe ich keinerlei Basis mit Ihnen über irgend etwas zu reden/diskutieren – nicht mal über das Wetter. Denn da könnte der Fakt eintreten das es regnet und Sie wollen mir erklären das alles trocken ist und die Sonne scheint – das ist nicht mein Ding.

    • Koenig Ordnung
      Sie brauchen was, woran Sie sich festhalten können, wie ihr Name schon sagt.
      Der Stein, ist ein Stein, solange wir ihn als solchen bezeichnen.
      Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, sind vorläufige wissenschaftliche Erkenntnisse.
      Aber wir werden uns da nicht einigen können.
      Machen Sie’s gut!

    • Tja, leider wieder falsch. Der Stein bleibt ein Stein, egal ob oder wie (oft) der Mensch in umbenennt.

      Der Stein definiert sich nämlich nicht durch das Wort, sondern seine Zusammensetzung und Zustand. Und solange er diese Zusammensetzung aufweist, bleibt er was er ist. Erst wenn er irgendwie zerrieben, atomisiert, oder sonstwie maßgeblich verändert wird, issa wech und heißt dann Staub oder Sandkorn, oder, oder…

      **“Sie brauchen was, woran Sie sich festhalten können, wie ihr Name schon sagt.“**

      Falsch liegen schein wohl Ihr Lebensmotto zu sein. Denn das von mir gewählte Pseudonym – welches übrigens in keiner Weise verwandt oder verschwägert mit meinem Namen ist – hat rein gar nichts mit Ihrer Behauptung über mein Pseudonym zu tun.

    • Die KPD hätte ebenfalls gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt, wenn man sie nicht 15 Tage vorher aus dem Reichstag ausgeschlossen hätte.

    • Gerne so oft wie’s nötig scheint und solange es noch möglich ist:

      Freitag, 29. September 2017, 07:52 Uhr
      ~11 Minuten Lesezeit
      Neunzehnhundertdreißig
      Eine Schicksalswahl im September.
      von Florian Ernst Kirner

      Unser Autor erzählt die Geschichte der schicksalhaften Reichstagswahl im September 1930. Ob und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind, überlassen wir unseren Lesern.
      (…)
      Die SPD hätte sich dafür entscheiden können, eine starke Opposition zu bilden. Der Parteivorstand wollte stattdessen eine ganz besonders große Koalition versuchen: mit der Zentrumspartei, der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und der Bayerischen Volkspartei (BVP).
      Dieses Zusammengehen mit katholischen und deutschnationalen und bayerisch-reaktionären Kräften war ein gewagtes Spiel. Es verstieß zudem gegen die offenkundigen Wünsche der meisten SPD-Wähler – und gegen einen Parteitagsbeschluss von 1927.

      Der Aufschrei an der Basis war groß.
      (…)
      Prompt setzte es den nächsten Hammer: die SPD ging nicht nur in die Regierung – ihre Minister und Kanzler Müller stimmten dem Bau des Panzerkreuzers A zu!
      Ein Proteststurm fegte durch das Land. Alleine in Leipzig demonstrierten mehr als 100.000 Menschen. Die SPD-Basis lief Sturm. Und die KPD ließ es sich nicht nehmen, landesweit die alten Wahlplakate der SPD aufzuhängen: „Kinderspeisung statt Panzerkreuzer“.
      (…)
      Weltwirtschaftskrise & Regierungskollaps

      Der doppelte Verrat der SPD nach ihrem großen Wahlsieg 1928 kann für die Endphase der Weimarer Zeit nicht überbewertet werden. Es war der Agenda-2010-Moment der Weimarer Sozialdemokratie.
      Von nun an ging es Wahl für Wahl bergab.
      Gleichzeitig begann der steile Aufstieg der NSDAP.

      https://www.rubikon.news/artikel/neunzehnhundertdreissig

      Natürlich waren es die parlamentarischen Apparatschiks nicht alleine, die waren nur günstig zu haben:

      Wer finanzierte Hitler und die NSDAP?

      Ohne Geld keine Revolution, ohne Geld kein Hitler. Wer gab der NSDAP soviel Geld, daß sie innerhalb von zehn Jahren aus dem Nichts an die Macht kommen konnte? Unsere Spurensuche zeigt: Niemand spendete Hitler aus Idealismus Geld. Jeder sah in ihm einfach ein Mittel zum eigenen Zweck. Eine Rezension über das Buch „Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.“ von Wolfgang Zdral. 

      Geld ist das Brecheisen der Macht. Friedrich Nietzsche

      Bevor wir Hitlers weiteren Aufstieg zur Macht weiterverfolgen, gehen wir hier der Frage nach, wer seine Geldgeber waren. Denn Geld ist das Benzin, nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Weltpolitik. Zu Recht kommentiert das Ministerium des Äußeren im Jahre 1923 über die Nazis: „Wie zum Krieg, so gehört zur Revolution erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld. Ohne Geld keine Revolution.“ :
      Als Adolf Hitler im Herbst 1919 erstmals zur NSDAP stößt, befinden sich in der Parteikasse gerade mal 7 Mark und 50 Pfennig. „Das war ja eine Vereinsmeierei allerärgster Art“, erinnert sich Hitler. „Außer einigen Leitsätzen war nichts vorhanden, kein Programm, kein Flugblatt, überhaupt nichts Gedrucktes, keine Mitgliedskarten, ja nicht einmal ein armseliger Stempel.“1 Hitler bemüht sich um zusätzliches Geld, doch das ist eine frustrierende Arbeit, welche die Parteikasse nach großen Anstrengungen auch nur mit lächerlich geringen 700 Reichsmark füllt.
      (…)
      Es war also keineswegs ein unaufhaltbarer Aufstieg, durch den Hitler an die Macht kam. Um das Jahr 1928 hätte die NSDAP genau so gut wieder untergehen können – wenn da nicht auf einmal beträchtliche Parteispenden gewesen wären, die Hitler die Mittel für gewaltige Propagandaschlachten lieferten.
      (…)
      Im Mai 1922 erhält der junge, noch weitgehend unbekannte Hitler die erste Gelegenheit, außerhalb Bayerns vor den Reichen und Mächtigen zu reden. Dem National-Club von Berlin gehören Bankiers, Großgrundbesitzer, Offiziere und Professoren an.
      (…)
      Der bekennende Antisemit Henry Ford unterstützt Hitler – 1920
      (…)
      Die Ford Motor Company war beteiligt am Aufbau der deutschen Streitkräfte vor dem Zweiten Weltkrieg. 1938 wurde beispielsweise ein Fertigungswerk in Berlin in Betrieb genommen, dessen einzige Aufgabe es war, LKWs für die deutsche Wehrmacht herzustellen. Ford produzierte insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht. Die Ford-Werke wurden bis Ende 1944 von der alliierten Bombardierung verschont und dann auch nur wenig beschädigt. In den Ford-Werken wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt, die man für vier Reichsmark pro Tag von der SS auslieh.
      (…)
      Spätere gerichtliche Untersuchungen ergaben, daß schon im Jahre 1923 dreimal größere Geldbeträge vom Saargebiet bei der Deutschen Bank überwiesen worden waren. Das Gericht kam zu der Überzeugung, daß dieses Geld von dem amerikanischen Automobilfabrikanten Ford stammte, der einer der maßgeblichen Leute im französischen Eisensyndikat war und an einer deutschen Aufrüstung sehr interessiert.
      (…)
      Die „Geldmacht“ USA trifft Kriegsvorbereitungen – seit 1918

      „Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, fanden sie heraus, dass schon seit 1918 Schritte unternommen worden waren, um Deutschland in ökonomischer und industrieller Hinsicht auf einen Krieg vorzubereiten.“ Zu diesem eindeutigen Fazit kamen die Aussagen verschiedener Regierungsbeamter vor dem amerikanischen Kilgore Committee nach dem Zweiten Weltkrieg.
      Diese Kriegsvorbereitungen vor und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 gingen zum großen Teil auf die finanzielle Unterstützung der Wall Street zurück, welche in den Zwanziger Jahren mithalf, das deutsche Kartellsystem zu formieren. Zudem stellten bekannte amerikanische Firmen später technisches Know-How zur Verfügung, um die Deutsche Wehrmacht aufzubauen.
      Der dies behauptet, ist kein dubioser Verschwörungshysteriker, sondern ein amerikanischer Professor, Geschichtsforscher und Autor zahlreicher Bücher, der sich auf erstklassiges Primärquellenmaterial stützt: „Wall Street and the Rise of Hitler“ ist eines der vielbeachtetsten Bücher des gebürtigen Engländers Antony C. Sutton (1925-2002). Die finanzielle und technische Unterstützung Deutschlands durch die Wall Street sei weder zufällig noch kurzsichtig geschehen, hebt Sutton hervor.
      (…)
      John Foster Dulles – eine Milliarde Dollar für den »Führer«

      Schon im Oktober 1944 hatte US-Senator Claude Pepper, Florida, geäußert, zu jenen, die Hitler zur Macht verhalfen, habe auch John Foster Dulles, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower von 1953 bis 1959 als Außenminister diente, gehört, »denn es waren Dulles Firma und die Schroeder-Bank, die Hitler das Geld beschafften, das er benötigte, um seine Laufbahn als internationaler Bandit anzutreten«. Der ehemalige amerikanische Botschafter in Berlin, William E. Dodd, notiert in seinem Tagebuch, daß die von Dulles vertretenen Banken schon Ende 1933 Deutschland Anleihen im Wert von einer Milliarde Dollar gewährt hätten.
      (…)
      etc.
      http://sauber.50webs.com/kapital/

      Zum Schluß, aus dem Vorwort des Buches: Geschichte der Russischen Revolution-Februarrevolution, Leo Trotzki

      Die heutige Weltlage ist durch eine tiefe Krise des globalen Finanzsystems, wachsende soziale Spannungen und zunehmende internationale Konflikte gekennzeichnet und erinnert stark an die Jahre, die der Oktoberrevolution vorausgingen.
      (…)
      Unvergleichlich sind seine Charakterdarstellungen des Zaren und der Zarin wie ihres Anhangs, der Vertreter des Adels, der Großgrundbesitzer, der Geistlichkeit, der Beamten, der Offiziere, der Großbourgeoisie und der politischen Führer der „Liberalen“ wie Miljutin, Rodsjanko und Gutschkow. Er beschreibt wie all diese Leute eng mit dem imperalistischen Krieg verknüpft und davon abhängig sind, dass er weiter geführt wird.
      (…)
      Die Vertreter der Bourgeoisie befürworteten zwar Reformen und parlamentarische Demokratie, waren aber jederzeit zur Unterordnung unter den Zaren bereit, wenn es darum ging die Ansprüche der Arbeiterklasse abzuwehren. Gleichzeitig machte ein beträchtlicher Teil der Bourgeoisie ungeheure Gewinne mit dem Krieg, während sich die Versorgung in den Städten immer mehr verschlechterte. „Dutzende und Hunderte von Millionen die zu Milliarden anwuchsen, durch weitverzweigte Kanäle geleitet, berieselten reichlich die Industrie und stillten unterwegs noch eine Menge Appetite. In der Reichsduma und in der Presse wurden einige Kriegsgewinne für das Jahr 1915 bis 1916 bekannt gegeben: Die Gesellschaft des Moskauer liberalen Textilfabrikanten Rjabuschinski wies 75 Prozent Reingewinn aus; die Twerer Manufaktur 111 Prozent; das Kupferwalzwerk Koljtschugin warf bei einem Grundkapital von 10 Millionen 12 Millionen Gewinn ab. Die Tugend des Patriotismus wurde in diesem Sektor im Überfluss und dabei unverzüglich belohnt.“ Als sich die Klassenauseinandersetzungen in den Monaten nach der Februarrevolution zuspitzten, waren diese Leute bereit, die demokratische Fassade fallen zu lassen, und verbündeten sich mit Kornilow, der das Ziel hatte, eine Militärdiktatur zu errichten.
      ISBN-10: 3886340880

      Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, war der Zug, von dem nun beim Ermächtigungsgesetz geredet wird, bereits lange abgefahren.
      Auch bekommen heute aus dem Nichts erstandene Parteien und der Verrat der Etablierten, einen ganz anderen Anstrich.

      „Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“

    • Und um wieder etwas aktueller zu werden und da’s passt. Der Krieg gegen den Terror ist der Krieg gegen die Klasse der Besitzlosen:

      Programmbeschwerde gegen ARD: „Regierungsfromm-manipulative Ausrichtung der Berichterstattung“
      20.01.2018 • 17:52 Uhr

      Der frühere Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, Ex-Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR, haben Programmbeschwerde gegen die ARD-Tagesschau eingereicht. Der Vorwurf: „Unvollständig und verschleiernde Berichterstattung zur GSG 9“.
      (…)
      Wortlaut einer geradezu klassischen Tagesschau-Meldung:

      „Die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9, soll vergrößert werden. Im Gespräch sei eine Aufstockung um etwa ein Drittel, sagte ihr Kommandeur Fuchs dem RBB. Das Bundesinnenministerium bestätigte Pläne für einen zweiten Standort. Dieser könnte in Berlin angesiedelt werden. Dafür spricht laut Fuchs die anhaltende terroristische Bedrohung. Gerade in der Hauptstadt müsse die GSG 9 schnell reagieren können.“
      (…)
      Informationen darüber, dass es seit Jahr und Tag regelmäßig geheime, militante Übungen der SEK und der MEK in der Heide zur Bekämpfung von „sozialen Unruhen“ gibt (wobei unbekannt blieb, ob jeweils auch die GSG 9 beteiligt ist), hätten der Tagesschau-Meldung einen anderen Akzent gegeben: nämlich, dass die angekündigte Personalverstärkung unter dem Aspekt zunehmender Polizeistaatlichkeit / Staat im Staat zu betrachten ist, der Kehrseite einer Medaille, die „Bundeswehr-Einsätze im Ausland“ heißt, womit der Terrorismus erzeugt wird, der uns nun hierzulande angeblich bedroht.
      https://deutsch.rt.com/inland/63912-programmbeschwerde-gegen-ard-regierungsfromm-manipulativ/

      „Man kann immer eine Hälfte der Armen kaufen, um die andere Hälfte umzubringen.“
      (Gangs of New York, Martin Scorsese, 2002)

    • Ich trete hier nicht zu einer Verteidigung der SPD an! Aber die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes 1933 durch diese Partei ist ein Faktum, und die Sozialdemokraten haben danach ja das Schicksal der Kommunisten geteilt. Ihre fragwürdige Rolle zum Ende des Kaiserreichs, Beginn des 1.WK‘s ist unbestreitbar, relativiert aber m.E. das Andere nicht.
      Die selbstverschuldete Marginalisierung der SPD und anderer sozialdemokratischer Parteien in Europa ist heute eine Tatsache, die ich genau so sehe wie der Autor. Die SPD-Parteiführung ist nicht mehr in der Lage, echte linke Positionen zu vertreten, und „Die Linke“ wird ihr bald nachfolgen.

    • Box sagt: 21. Januar 2018 at 10:14
      „Man kann immer eine Hälfte der Armen kaufen, um die andere Hälfte umzubringen.“
      (Gangs of New York, Martin Scorsese, 2002)
      *
      Sehr richtig. Es gibt aber ein ganz einfaches Gegenmittel.

    • Box sagt: 21. Januar 2018 at 10:00
      „Wie zum Krieg, so gehört zur Revolution erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld. Ohne Geld keine Revolution.“
      *
      Die wohl bekannteste und in ihrer Auswirkung als auch Nach-Wirkung weitreichendste – also die französische – Revolution fand definitiv ohne Finanzierung der Amis statt.

      Damit kann davon ausgegangen werden, das es überhaupt keine Finanzierung der Revolution gab, Geld also unmittelbar keine Rolle spielte. Da haben Menschen einfach mal das benutzt was sie hatten – Füße, Hände, Kopf und Heugabeln.

    • Nicht zu vergessen die Familie Rockefeller, die die Eugenik-Forschung in Hitler-Deutschland kräftig unterstützte, nachdem sie sie in Amerika und an anderen Orten schon kräftig hat „aufblühen“ lassen. Aus „Saat der Zerstörung“ von F. William Engdahl, Kapitel „Bruderschaft des Todes“:

      „…LEBEN, WIE WiR UNS DAS WÜNSCHEN“
      John D.III. Zwangssterilisation war in den Augen der Familie keine Entgleisung. Die Rockefellers hatten in Puerto Rico schon lange ein geeignetes Humanlabor gesehen. 1931 finanzierte das Rockefeller-Institut für Medizinische Forschung, später in Rockefeller-Universität umbenannt, in Puerto Rico die Krebsversuche eines Dr. Cornelius Rhoads. Rhoads war kein normaler Wissenschaftler. Es stellte sich nämlich später heraus, dass er seine Opfer absichtlich mit Krebszellen infiziert hatte….13 Opfer starben…Rhoads rechtfertigte sein Vorgehen sogar schriftlich damit, dass die Bevölkerung Puerto Ricos minderwertig sei und ausgerottet werden könne. Statt als Mörder vor Gericht gestellt zu werden, wurde Rhoads, der Wissenschaftler des Rockefeller-Instituts, gebeten, in den USA, in Maryland, in Utah und später in Panama das Armeeinstitut für Biologische Kriegsführung einzurichten. Er wurde später der US-Kommission für Atomenergie unterstellt, die geheime Verstrahlungsversuche an Häftlingen, Krankenhauspatienten und US-Soldaten durchführte. (……)
      Im Gegensatz zur üblichen Annahme war die Idee einer nordischen Herrenrasse nicht nur ein Phantasiegebilde des Deutschen Nationalsozialismus. Sie hatte ihre frühen Wurzeln in den USA, die dort bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichten. Der Präsident der angesehenen Stanford -Universität in Kalifornien, David Starr Jordan, warb für eine Idee von „Rasse und Blut“ in seinem 1903 erschienen Buch BLUT EINER NATION. Er behauptete darin, Armut entspreche, wie Begabung, einer genetischen Erbanlage. Erziehung habe darauf keinen Einfluss. „Entweder man hat es, oder man hat es nicht“. Zwei Jahre später gründete Andrew Carnegie vom Carnegie Institut bei Cold Spring Habour auf dem wohlhabenden Long Island außerhalb von New York ein größeres Labor. Dort wurden auf Millionen von Karteikarten die Blutlinien einfacher Amerikaner festgehalten, um möglicherweise ihre Beseitigung für den Fall vorzubereiten, dass sich ihre Blutlinie als minderwertig erweisen sollte. Das Grundstück für das Institut hatte Eisenbahnmagnat E.H. Harriman gespendet, ein überzeugter Anhänger der Eugenik. Das war Eugenik im Stil der amerikanischen Elite. Wenn ihr Ideal große blonde blauäugige nordische Typen waren, dann galten im Sinne der „besten Zucht“ der Eugeniker natürlich dunkelhäutige Asiaten, Inder, Schwarze, Südländer und andere, dazu noch die Kranken und Zurückgebliebenen als minderwertig.
      Mit dem Karteikartenprojekt wollte man minderwerige Blutlinien ausfindig machen, sie lebenslang von anderen getrennt halten und sterilisieren, um ihre Blutlinien „aussterben zu lassen“. Die Geldgeber wollten diejenigen, die sie für nicht lebenswert hielten, beseitigen. Schon 1911 finanzierte Carnegie eine Studie der Amerikanischen Züchtervereinigung mit dem Titel BESTE ANWENDBARE MITTEL; UM DEFEKTES FORTPFLANZUNGSPLASMA AUS DER MENSCHLICHEN POPULATION AUSZUSONDERN.
      Der größte Geldspender für Eugenikprojekte wurde bald die Rockefeller-Stiftung. Sie ließ Hunderttausende von Dollars in zahlreiche Eugenik-und Bevölkerungsprojekte einfließen. Projekte von der Amerikanischen Eugenikgesellschaft über diejenigen des Instituts der Amerikanischen Züchtervereinigung.

      So weit hier F. William Engdahl. Später schreibt er im selben Kapitel über die Geldzuwendungen der Rockefellers an das Kaiser-Wilhelm -Institut in Hitler-Deutschland für die Eugenikforschung.
      Es waren natürlich nicht nur Gelder, sondern auch das gesamte Know How der Rassenforschung, das von USA nach Hitler-Deutschland floss.

      Wir sehen also, dass ein maßgeblicher Teil der grundlegenden Charakteristik, Ideologie und entspr. Vorgehensweise , die uns die ganze Zeit als die krankhaften gedanklichen Ausgeburten Hitlers und der Nazis verkauft wurden, in Wirklichkeit schon lange vorher ihren Ursprung woanders hatten.
      Und nicht nur in Bezug auf die Lokalität, sondern vor allem auch in Bezug auf das Grunddenken unserer Zivilisation, genau genommen einer patriarchalen Hirtenkultur. Denn die Eugenik ist ja nichts anderes als die Fortsetzung und Erweiterung der Tierzüchterideologie in eine Menschenzüchterideologie. Und unsere heutige Gentechtologie wiederum ist eine Fortsetzung und Erweiterung dieser.
      Das Grunddenken, das dahinter steckt, ist der niederträchtige, elitäre Irr- Glaube, unsere Spezies könne alles besser einrichten, als die gesamte Natur mit ihrer Erfahrung von Jahrmillionen Jahren.

    • Egal, welche bisher bekannte politische Strömung es auch war, hat sie doch nie tief genug gegriffen, um etwas in unserem Lebensraum tatsächlich in einen Heilungsprozess zu bringen. Wirklich lebensgerecht und darum auch heilversprechend und bedenkenswert waren immer nur einzelne Stimmen menschlich hoch entwickelter Persönlichkeiten. Aber für diese bin ich dafür umso dankbarer.

    • König Ordnung sagt: Die wohl bekannteste und in ihrer Auswirkung als auch Nachwirkung weitreichendste-also die französische Revolution – fand definitiv ohne die Finanzierung der Amis statt.

      Ohne US-Gelder damals wohl noch, aber ob sie nicht auch von großen Geldern unterstützt wurde, möchte ich stark bezweifeln.

    • **“Ohne US-Gelder damals wohl noch, aber ob sie nicht auch von großen Geldern unterstützt wurde, möchte ich stark bezweifeln.“**

      Es ist nichts dergleichen überliefert. Die FR war wohl ein Volksentscheid für den es keine Moneten bedarfte. Zweifel kann man natürlich immer haben. Man war ja nicht vor Ort…

    • Es gab auch lange keinen Hinweis darauf, dass das Hitler-Regime derart von US-Geldern unterstützt bzw. überhaupt erst möglich gemacht wurde. Viele wissen das ja bis heute noch nicht.

    • Nicht nur den Hinweis, auch die Beweise gibt es schon lange. Das nicht die ganze Welt darum weiß, heißt eben nicht das etwas nicht war oder vorhanden ist.

      Aber von der französischen Revolution ist keinerlei Fremd-Finanzierung bis heute bekannt. Und damit nehme ich das als Fakt an und hin.

    • Ich hingegen glaube nicht, dass unter denen, die das perverse Königstum in Frankreich weg haben wollten, nicht auch Wohlhabende waren, wahrscheinlich auch welche aus den Reihen des Königs „Getreuen“. Was Sie hier beschreiben, gibt es glaub ich nur in Märchen. Aber in einem Punkt muss ich ihnen recht geben: Das französische Volk hatte immer schon mehr Revoluzzerblut, als z.B. das Deutsche. Aber wir wissen es halt beide nicht genau.

    • Fakten sind für mich schon sehr genau. Ob da nun der Ein oder Andere einem Revolutionär ein paar Taler überreicht hat damit er nicht hungernd seiner revoltierenden Tätigkeit nachgehen muß, darum geht es nicht.

      Die FR war jedenfalls nicht von einem fremden Staat finanziert, denn das wäre sicher überliefert und bekannt.

  3. **“Der Untergang der SPD lässt sich nicht mehr aufhalten – weder innerhalb noch außerhalb einer Großen Koalition.“**

    Und das ist nicht gut so – das ist sehr gut so.

  4. Das man die Tatsache, dass „die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden“, nicht plakativ und verbal in jeder Talkshow nutzt, zeigt ja deutlich , dass die SPD nicht will. Das sie systembedingt auch nicht kann, könnte ihre Anhänger aufwecken, so weit noch nicht geschehen und die wachen SPDler nach Änderungen im Geldsystem, möglichst europaweit, suchen, die eine gerechtere Verteilung der gemeinsamen Kaufkraft möglich macht.
    Stichworte: Trennbankensystem, den Konsum statt die Arbeit versteuern, Erhöhung der Finanztransaktionssteuer, Abschaffung des Zinseszins usw.
    Man könnte schon, wenn man wollte….

    • Konsum statt Arbeit zu besteuern klingt wie ein ganz toller Plan. 😛 Das Problem wäre vermutlich eher, dass Jeder, der entsprechende Summen im Monat verdient, oder über größere Vermögen verfügt, sich (so er überhaupt belangt wird) zum Großteil mit legalen und halblegalen Mitteln aus der Solidargemeinschaft verabschieden kann, und damit prozentual weniger Steuern zahlt als selbst Niedriglöhner, die eben alleine Konsumsteuern bezahlen. Grundsätzlich ist es nämlich so, dass Konsumsteuern, die den Charme haben dass man sich ihnen schwerlich entziehen kann, sich mindestens gegen die untere Hälfte der Bevölkerung richten. Die oberen Prozentpunkte sparen nämlich das Geld und legen es an, was für einen Großteil der globalen Misere mitverantwortlich ist, statt es auszugeben… – Man kann natürlich hohe Luxussteuern erheben; – das dürfte allerdings sehr geringe Summen einbringen. Ansonsten war (Hörensagen) die Zahl, die im Jahr von Oben am Fiskus vorbeigeschleust wird, etwa 100 Mrd. ; – und da sind die Vergünstigungen zum Großteil vermutlich nicht enthalten.

    • @Badbentham
      Es geht bei der Konsumsteuer ja nicht darum, die Umsatzsteuer zu verdoppeln, sondern ganz gezielt Grundnahrungsmittel überhaupt nicht höher zu besteuern, Luxusvillen, Yachten und Schmuck z.B. mit 100% Steuern zu belegen. Die Zwischenstufen lägen z.B. bei 25%, 50% und 75%. Ein Auto bis 70 kW und wenig Schadstoffausstoß (Praxiswerte) , wird gar nicht zusätzlich besteuert, ein dicker BMW oder Porsche (zusätzlich zur heutigen Umsatzsteuer), mit 100% Konsum- oder Luxussteuer.
      Die Bankenrettung hat den Steuerzahler ca. 236 Milliarden Euro gekostet, natürlich nicht dem Banker, der sein Vermögen auf den berühmten Inseln parkt, der wurde natürlich verschont.
      Da hat sich die Finanzelite geringere Zinseinkünfte auf anderem Wege wieder reingeholt.
      Eine Frechheit ohnegleichen.
      Das ließe sich alles machen, dass übersichtliche Steuersystem, dass auf einem Bierdeckel Platz hätte, auch wenn nur 99% das wollen, denn die würden davon profitieren. Sie verstehen nur leider das System nicht, lassen sich manipulieren bis zum geht nicht mehr.
      Aber ich gebe da die Hoffnung nicht auf!

    • **“Das ließe sich alles machen, dass übersichtliche Steuersystem, dass auf einem Bierdeckel Platz hätte, auch wenn nur 99% das wollen, denn die würden davon profitieren.“**

      Bei dem von mir ausgearbeiteten Steuersystem, braucht es nicht mal einen Bierdeckel.

    • Stolze Vergangenheit? Meines Gschichts-Wissens hat die SPD Hitler (mit) an die Macht gebracht.

      Da ich die SPD für eine ultrarechte Partei halte (Stichwort Adorno), kann sie natürlich auch darauf stolz sein.

    • @Koenig Ordnung
      Erstens: Die SPD hat gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt.
      Zweitens: Adorno war ganz sicher Antikapitalist. Links und Rechts greift da nicht, aber Oben und Unten, Reich und Arm.
      „Die SPD taugt nicht mal zum kleineren Übel“ (Marcuse)

    • Netter Versuch.

      1) Ich sprach nicht von Ermächtigungsgesetz, sondern von „hat die SPD Hitler (mit) an die Macht gebracht.“ Das lief wohl vor dem Ermächtigungsgesetz.

      2) Im Kontext und dem Stichwort Adorno, kann wohl nur eines seiner berühmtesten Zitate gemeint sein.
      „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“ (Theodor W. Adorno)

      3) Beides trifft zu , links und rechts, arm und reich. Heutige Versuche Einiger links und rechts (verbal und tatsächlich) aufzuheben, werden scheitern – an der Realität.

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