Tagesdosis 20.11.2017 – Das Establishment in der Krise

Ein Kommentar von Susan Bonath.

»Liebe Leserin, lieber Leser, seit vergangener Nacht befindet sich Deutschland in einer Regierungskrise.« Danke, Spiegel online, dass du als wichtige »Erziehungsinstanz« uns dies am frühen Montag morgen wissen ließest. Ja, die Krise – wir haben es mitbekommen: Jamaika ist geplatzt. Das ist echt dumm gelaufen für die Vertreter des konservativen Flügels des Establishments. Dumm gelaufen ist es auch für dessen olivgrünen Anhang, der jede Schweinerei mitmacht, um an begehrte Posten im bürgerlichen Staat zu gelangen.

Da stellte sich also um Mitternacht der politische Klassensprecher diverser Verbände von Konzernen und Finanzkapital, FDP-Chef Christian Linder, einfach hin, und kündigte Jamaika. Die C-Parteien seien ihm zu rückständig konservativ, die anderen hatten wohl zu viele wunderliche halbsoziale Forderungen im Gepäck. »Wir werden unsere Wähler nicht im Stich lassen«, posaunte Lindner in die Kameras. Die Gemeinten wissen Bescheid, Mövenpick und Co. lassen grüßen. Immerhin, man muss ihm zugute halten: Die Interessen der von ihm vertretenden Kapitalfraktionen hat er nicht verraten.

Es sei den Unterhändlern von CDU, CSU und Grünen zum Beispiel nicht gelungen, »eine gemeinsame Idee für die Modernisierung des Landes zu finden«, monierte Lindner. Wenn er das so ausspricht und man dabei an das Programm der FDP denkt, weiß man, was er meint:

Die FDP will weniger Steuern für Reiche und noch weniger Sozialstaat. Sie will in der NATO bleiben und die Bundeswehr aufrüsten. Sie will weniger Arbeitsrechte und noch mehr Unternehmerfreiheit, durchgesetzt mit mehr Polizei und Militär. Eine Mietpreisbremse will sie nicht und weiterhin kein Recht auf Wohnen. Die laut dem jüngsten Bericht der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe inzwischen knapp eine Million Obdachlosen im Land – Tendenz steigend – sollen bitteschön mehr Eigenverantwortung übernehmen. Slums in Stadtzentren zu errichten, bleibt allerdings verboten. Das stört das Lebensgefühl der »Leistungsträger«.

Der Ausstieg der Gelben sei »unverständlich«, monierte Grünen-Verhandlungsführer Jürgen Trittin. Seine Partei sei schließlich »bis an die Schmerzgrenze« gegangen. Neu ist das Überschreiten von Grenzen bei den Grünen fürs Mitregieren nun nicht, sei es bei ihrer Zustimmung für Kriegseinsätze in der Vergangenheit oder aktuell beim ad acta Legen sozialer Forderungen, wie die Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen.

Ja, es war ein theatralischer Abgang des einst mehrfach gescheiterten Jungunternehmers Linder. Man könnte meinen, er spekuliert auf noch mehr Prozente für die FDP bei Neuwahlen. Mit den Grünen geht es eben nicht. Zwar finden die den Kapitalismus wie Linder super. Zwar wollen die auch nicht die imperiale Kriegstreiberei, Ressourcenplünderung und die global wie national fortschreitende soziale Verelendung stoppen. Es gibt indes eine Nuance: Die Grünen wollen die mehr werdenden Opfer, also Flüchtlinge, nicht ganz so streng nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit sortieren.

Nun jault das Establishment auf und die AfD reibt sich die Hände. Mit ihrer wirren Mischung aus christlich-konservativ-autoritärem Fundamentalismus, neoliberaler Reichenförderung – etwa durch Abschaffung der Erbschaftssteuer –, sozialchauvinistischer Armenunterdrückung – etwa durch Arbeitspflicht für Erwerbslose – und rassistisch-ethnischem Sortierungswahn ist die selbsternannte »Alternative für Deutschland« auf alle Fälle kompatibler als die Grünen für verschiedene, ans Ruder drängende Kapitalinteressen-Verbände.

Sich nun der AfD an den Hals zu werfen, wäre inhaltlich weder für die C-Parteien noch für die Liberalen ein Problem. Aber es wäre blöd für die Dauer-Demokratie-Show, die das Establishment der sogenannten Mittelschicht und allen, die sich dazu zählen wollen, weiter vorzuspielen gedenkt.

Der Spiegel bringt das Dilemma aus bürgerlicher Sicht theatralisch auf den Punkt: Die parlamentarische Demokratie befinde sich in der Krise, warnt das Blatt. Und: Eine solche Krise habe bereits »in vielen Ländern des Westens zu tiefgreifenden Umwälzungen des Parteiensystems geführt«. Nun habe diese auch den Exportweltmeister Deutschland erreicht. Das sei, bauschte Spiegel online auf, »der deutsche Brexit-Moment, der Trump-Moment«. Die staatspolitische Vernunft habe leider nicht gesiegt. Welch ein Jammer.

Das Establishment zittert: Kann die Demokratie mit einer Minderheitsregierung aus Union und FDP oder Union und Grünen gerettet werden? Würden Neuwahlen die AfD weiter stärken, die doch in Wahrheit nur die kleine radikalere Schwester der Union ist? Irgendwie muss die herrschende Klasse nun ihren Regierungsüberbau legitimieren. Sie muss dessen moralischen Anschein irgendwie wahren. Das dürfte schwerer für sie werden.

Vorsicht ist dennoch angesagt: Der Trend zu immer stärkerer autoritärer Unterdrückung der Lohnabhängigen ist weltweit längst im Gange. Er könnte sich nun auch in Deutschland radikal beschleunigen. Worin das in den 1930er Jahren mündete, ist in den Geschichtsbüchern nachzulesen. Und wie damals gilt: Die Klasse der Besitzenden bestimmt, wo es lang geht.

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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34 Kommentare zu: “Tagesdosis 20.11.2017 – Das Establishment in der Krise

  1. Kann in einem dem Kommentar nicht folgen. Die FDP hat wenistens unter Frau Leutheuser Schnarrenberger die Überwachung aller Bürger etwas verhindert. Alle anderen Parteien haben da keine Hemmungen gehabt und damit meine ich auch ganz speziell die Grünen.
    Ansonsten wird sich sowieso nichts ändern, egal welche Parteien regieren.
    Wie brachte es ein guter Freund von mir auf den Punkt: „Es wird, wie immer, in einem Krieg enden“.
    Und er hat leider recht mit seiner Behauptung.
    Die Gründe hierfür legte Willi Wimmer nochmals in seinem letzten Interview dar.
    Deshalb ist für mich der umfallende Sack Reis in China interessanter als diese „schreckliche Regierungskrise“.

  2. Der Elefant im Raum:

    „Hybride sozialistische Marktwirtschaft“

    „Die Chinesen widersetzen sich dem westlichen neoliberalen Diktat, wie man eine erfolgreiche moderne Volkswirtschaft zu führen habe, und haben damit großen Erfolg, erklärt Lord Adair Turner, der in der schwierigen Zeit nach dem Lehman-Brothers-Bankrott Chef der britischen Finanzaufsicht FSA war und heute im Unterhaus sitzt. In einem Beitrag für die Webseite Project Syndicate vom 23.10. schreibt Turner, als Präsident Xi Jinping 2013 eine „entscheidende Rolle“ für den Markt ankündigte, hätten die westlichen Kapitalmärkte kurze Zeit jubiliert, aber tatsächlich habe China sein spektakuläres Wachstum weitgehend durch ein Modell „staatlich betriebener Infrastrukturinvestitionen“ erreicht. Wenn das Wachstum in China so weitergehe, „werden lang gehegte Annahmen über die optimale Balance zwischen staatlichen und Marktmechanismen als Motoren wirtschaftlicher Entwicklung massiv infrage gestellt“.

    Viele westliche Analysten sähen Chinas Wirtschaft durch die Brille der neoliberalen Grundannahmen hinter dem „Washingtoner Konsens“ – d.h. den von IWF und Weltbank entworfenen Wirtschaftsreformen für Entwicklungsländer, die seit den 90er Jahren betrieben werden, wie finanzielle Deregulierung, ausgeglichene Staatshaushalte und Privatisierung öffentlicher Unternehmen.

    Aber wie Turner erklärt: „Japan und Südkorea wurden reich, indem sie den Großteil dieser politischen Rezepte ignorierten. Die Finanzen wurden an der kurzen Leine gehalten; Kredit wurde gesteuert oder kanalisiert, um spezifische, vom Staat definierte industrielle Ziele zu erreichen; und die einheimische Industrie wurde unter dem Schutz von Zöllen groß gemacht und gleichzeitig gezwungen, aggressiv mit ausländischen Märkten zu konkurrieren…“

    Und selbst wenn China grünes Licht für den privaten Sektor gebe, werde dieser wahrscheinlich nur toleriert. „Riesige, staatlich betriebene Infrastrukturinvestitionen – beispielsweise in hervorragende U-Bahnen und Hochgeschwindigkeitsbahnen – schaffen eine starke Plattform für modernes Wirtschaftswachstum in rasch wachsenden und gut vernetzten Städten. Und durch das Programm ,Made in China 2025’ wollen Chinas Staatsführer staatlich definierte Ziele benutzen, um die chinesische Industrie auf höhere Technologie und Mehrwert zu trimmen.“

    Selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, daß Chinas Wachstum sich abschwäche, so Turner, wäre dies viel leichter unter Kontrolle zu halten, weil „die meisten Unternehmensschulden Schulden öffentlicher Unternehmen bei öffentlichen Banken sind“. So funktioniere diese „hybride sozialistische Marktwirtschaft“. Turner gelangt zu dem Schluß, daß Chinas Wirtschaftswachstum „beträchtlich langsamer gewesen wäre“, wenn es dem Washingtoner Konsens gefolgt wäre.

    Quelle:
    Britischer Finanzexperte: China erfolgreich, weil es dem „Washingtoner Konsens“ nicht folgt
    15. November 2017 • 17:30 Uhr
    bueso.de

    • Hast Du Dich je gefragt, wie die Ahnen so völlig ohne System überhaupt leben konnten?
      War das nicht total schröcklich, mit dieser ganzen Verantwortung?

      Es ist halt viel leichter, wenn da ein paar sind, die wissen wo es langgeht und den geistig Unterprivilegierten die Anweisungen erteilen, nicht wahr?

      Wer will schon mit Gehorsam aufhören?

      BüSo macht frei.

    • FMA:

      Zu Freiheit, Gehorsam, geistig Unterprivilegierten, ein Urvater des „Washingtoner Konsens“:

      Mill, On Liberty, Einführung

      „Es ist kaum nötig zu sagen, daß diese Lehre nur für Menschen in der Reife ihrer Fähigkeiten gilt. Wir sprechen nicht von Kindern…Aus denselben Gründen bleibt die Betrachtung jener rückständigen Zustände der Gesellschaft außerhalb des Rahmens unserer Untersuchung, in denen sich das Menschengeschlecht im Zustand der Unreife befindet… Der Despotismus ist für die Barbaren die legitime Regierungsmethode, vorausgesetzt, der Zweck ist die Verbesserung ihres Zustandes. Freiheit als Prinzip wird erst dann anwendbar, wenn die Menschheit der Verbesserung mit Hilfe freier und gleicher Diskussion fähig geworden ist. Bis dahin gibt es für sie nur implizite Unterwerfung unter einen Akbar, einen Karl, wenn sie glücklich genug sind, einen solchen Führer zu finden.“

      Bewirken sollte der Artikel eine Reflexion darüber, inwiefern die Aufrüstung (und Wirtschaftskrieg) in Europa und all die NATO-Aktivitäten in Europa und am „Bauch“ Putins und vor den Gewässern Chinas sowie der Brücke China-Iran-Mittelmeer, was z. Zt. die Befürchtung eines 3. WK bewirkt, nicht in erster Linie mit China zu tun haben. Und darüber, dass autoritäre Strukturen erforderlich scheinen, um konkurrieren zu können. Nach bekannter Strategie wird Putin wohl als der (jetzt, aber vor allem künftig) Schwächere gesehen. Eine Front China-Russland + Europa: der GAU.

      Zu Büso gibt es eine sehr gute Analyse von Bernd Senf. Mir persönlich mißfällt u. a. vor allem deren Begeisterung für den Weltraum.

      Ich nehme mir die Freiheit, etwas Vernünftiges überall zu suchen.

  3. Unsere Aussenminister, Halbe Zijlstra, seht das scheitern der Verhandlungen als schlecht für Europa, er meint die EU.
    Ich hoffe auf mehr solche schlechte Entwicklungen, sie beweisen, hoffe ich, das die Europäischen Kulturen sich nicht leicht umbringen lasssen.
    Bei uns begann seriöse Widerstand gegen das verschwinden von Zwarte Piet, schwarze Peter, Bürger verhinderten das schwarze Gegner von schwarze Peter demonstrierten bei ein Kinderfest.
    Die Frau die anstiftete zum Gegenbewegung hat nun die name Jenny d’Arc.

  4. Alles in allem eine treffende Analyse def aktuellen Situation.
    Einzig die letzten beiden Sätze werfen einige Fragen auf:
    Welcher Zeitraum der 30er Jahre ist gemeint?
    Wie war das mit dem Wirtschaftssystem im Natinalsozialismus? Die Klasse der Besitzenden bestimmt, wo es langgeht? Aus welchen Geschichtsbüchern sind diese Informationen? Schulbuch 5. Klasse? Wer ist nochmal seit dem Ende des 2. WK für die deutsche Geschichtsschreibung verantwortlich?
    Ich habe sehr großen Respekt, wie sie sich den aktuellen Entwicklungen kritisch gegenüberstellen…dann sollte man aber auch konsequent sein und dies auch auf Entwicklungen der Vergangenheit anwenden! …

    • @ riotir,

      oder soll es rioter heißen (dt. Krawallmacher, Randalierer, Aufrührer). Ihr Kommentar ist wiedersprüchlich, einerseits zollen sie großen Respekt und dann führen sie das im selben Atemzug ad absurdum, indem sie Infantilität vorwerfen.

      Ich denke sie würden gerne die Geschichte neu schreiben, scheuen sie sich nicht konkreter zu werden.

  5. Nennt mich Verschwörungtheoretiker, aber ich glaube nicht an eine „Krise“. Ich denke, genau SO wars geplant. Das ist alles nur Theater fürs Volk. Solang sich CSU und Grüne nicht einig waren, war Lindner vermittelnd u verständnisvoll unterwegs und als die beiden Kontrahenten sich einig zu werden scheinen, musste etwas passieren und Lindner spielt jetzt halt das Krokodil im Kasperltheater.

    Seit 2 Jahren wird von unseren Medien und Politikern der Rechtsruck forciert. Das war so deutlich zu sehen, wie sonst kaum etwas. Dieser Hype auf Pegida und AfD. Wenn ich nicht möchte, dass etwas groß wird, berichte ich gar nicht erst drüber – Friedensmahnwache, Ramstein-Demos usw usw. Wer aber jeden verdammten Abend über Pegida und Afd lamentiert hebt das Volk doch quasi drauf aufs braune Pferd. Jede dämliche Talkshow hat sich doch darum gedreht. Jeden Abend in den Nachrichten entrüstete Klebers und Konsorten.
    (Mal ganz davon abgesehen, dass es bereits erforscht ist dieses Phänomen. Wenn die Medien z.B. über Pädophilie berichten, passieren danach überdurchschnittlich viele solcher Fälle. Das gleiche gilt für Amokläufe und noch ein paar andere schlimme Dinge, wo man vorgibt sie verhindern zu wollen, sie aber regelrecht befördert. Damit noch der dümmste Depp vorm TV denkt: och gute Idee, könnt ich auch mal machen.)

    Dann kam die Flüchtlingswelle dazu, da tats den nächsten Ruck. Die Merkel kann mir nicht erzählen, dass sie das nicht vorher wusste. Schließlich haben bei uns schon in den 90ern die Flüchtlingsheime gebrannt. Und sie weiß auch um die Rechtslastigkeit in den Streitkräften, bei den Diensten und bei der Polizei.

    Meine Alarmglocken sind letzte Woche angegangen, als plötzlich überall diese Zeitungsmeldungen aufkamen über die Libyschen Familienclans, die unsere Polizei unterwandern. BTW Da würd ich gern Mäuschen spielen, wenn die braunen Socken und die Libyer in einem Revier sitzen. 😉

    Dann noch das konzertierte Vorgehen der Linken gegen Frieden, Aufklärung, Abrüstung etc. Und jetzt ganz plötzlich gescheiterte Koalitionsverhandlungen… Wers glaubt!

    Sollten wir Neuwahlen abhalten müssen, werdet Ihr sehen… Bis dahin werden unsere Medien sich überschlagen in fremdenfeindlichen Meldungen über kriminelle Asylanten und Migrantenfamilien. Dann habens wirs endlich geschafft! Ich weiß nur nicht, ob Putin das ein zweites Mal zulässt.

    • Finde Ihren Kommentar absolut toll, Kristana.

      Sehe vieles sehr ähnlich wie Sie.

      Was ich anders sehe: selbst wenn es Neuwahlen, oder wieder irgendeine Art komische Umstrukturierung gibt:

      es liegt immer noch an den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, die entweder die Zustände als „schlecht“ akzeptieren oder in Beiträgen beschreiben, oder ob sich tatkräftig für Lösungen und Alternativen interessiert wird.

      Ich finde es auch nicht so ungewöhnlich, dass in den USA Trump installiert wurde und in Deutschland komischerweise eine Regierungsbildung scheitert.

      Irgendwo braucht es länderübergreifende Statements.

      Ein Politiker, der immer alles falsch macht, den brauchte die USA mit Namen Trump.

      Merkel allein ging nicht mehr so weiter – also lassen wir die Regierungsbildung einfach mal crashen.

      Solang es der Umverteilung von Kapital gut tut…immer zu.

      Jetzt aber weg von dieser ganz typischen Reaktion von vielen Menschen, die dann gerne mit dem Fokus auf die Politik gehen, weil Sie ja Ihre Stimme abgegeben hatten ( jetzt hätten diese Menschen aktuell ihre Stimme zurückbekommen, weil die Regierungsbildung ja schief lief):

      Was können wir tun?

      Uns immer mehr in kleinen Gruppen vor Ort, oder im Internet ( hier auch in den Kommentaren – es ist möglich) darüber unterhalten, wie Politik laufen kann, ohne das Politiker vorhanden sind?

      Wie Rechte funktionieren können, ohne das ein Gesetzgeber im Amt ist?

      Wie eine bessere Gesellschaft aussehen sollte:

      usw. usw.

      Diese Fragen sind immer möglich – aber sie führen weit weg von den grellen Scheinwerfern der massenmedialen Jamaica-Berichterstattung.

      Diese Fragen würden zu den Menschen selbst führen. Ohne die Politik. Ganz einfach: wie sieht eine bessere Welt aus, wenn es die Politik nicht gäbe?

      Wie sieht eine bessere Welt aus und was ist dafür nötig?
      Was kann jeder einzelne Mensch dazu beitragen?

      Im Grunde ist auch eine chaotische Situation eine Chance.

      Gab es noch die Reichskristallnacht damals – so gibt es heute den Regierungscrash und lange Verzögerungen …. ob heute mit gestern vergleichbar ist, im Endergebnis?

      Keine Ahnung.

      Die Technik der heutigen Zeit ermöglicht zumindest den interessierten Menschen einen Austausch und eine Lösungssuche.

      Und nun sogar mit dem Bewusstsein: „Leute wacht auf! Auf die Politik ist kein Verlass…!“

      Mal sehen, ob irgendwer diese Worte versteht…

      Lieben Gruß Ihnen, Kristana.

    • Hallo und Dankeschön! 🙂

      Wir hatten das Thema hier schon öfter.
      „Wie sieht eine bessere Welt aus und was ist dafür nötig?
      Was kann jeder einzelne Mensch dazu beitragen?“

      Ich kann nur immer wieder sagen, dass wir Bürger das selbst in die Hand nehmen müssen. Denken ändern, Lebensstil ändern, Paradigmenwechsel. Weg mit dem Ehrgeiz, weg mit dem Wettbewerb, weg mit dem Smartphone-Überwachungsinstrument, bewusster Konsum (second Hand, soziale Unternehmen, kleine Bauern, treffen statt facebook), kein TV mehr schauen. Zusammengefasst: alle Mechanismen des Systems austrocknen lassen.
      Die Herrschenden werden nichts verändern, warum auch. Protest, Demos… Dagegen sind die längst technisch hochgerüstet (Schallwaffen, Microwellenwaffen, EuroGendFor). Protestieren, Demonstrieren… Das hätten wir vor 20 Jahren noch machen können. Es ist alles viel zu weit gegangen. Aber die Menschen müssen von ganz allein drauf kommen, so wie die Veganer z.B.

      Und allzu lang wird es DIESES internet auch nicht mehr geben. Hab grad vor ein paar Tagen gelesen, dass die EU eine neue Bestimmung verabschiedet hat, die es Regierungen erlaubt websites OHNE richterlichen Beschluss abschalten zu lassen. Wegen des Verbraucherschutzes vor fakenews… oh man…

      Die Technik der heutigen Zeit – Fluch und Segen gleichzeitig. Den Segen wird man uns nehmen, den Fluch wird man uns lassen. Solange die Menschen nicht wissen, was elektromagnetische Strahlung bzw. Strahlung überhaupt mit ihrer Psyche anstellt, hat das System die absolute Macht.

      Die umfassenden Veränderungen, die nötig wären im Denken und Handeln, macht der Mensch nur selten ohne großes Leid (Krankheit, Krieg, Katastrophe) freiwillig.
      Aber wir lassen uns nicht runterziehen, es werden täglich mehr Menschen, die umdenken. Informieren wir uns, solang es geht und gebens dann an Andere weiter. 🙂 Aufgeben und resignieren ist genau das, was die Herrschenden erreichen wollen.
      liebe Grüße zurück

    • „Hab grad vor ein paar Tagen gelesen, dass die EU eine neue Bestimmung verabschiedet hat, die es Regierungen erlaubt websites OHNE richterlichen Beschluss abschalten zu lassen. Wegen des Verbraucherschutzes vor fakenews… oh man…“

      Das ist ja schrecklich, Kristana, erinnerst Du Dich noch, wo Du das gelesen hast?
      Und diese „Bestimmung“ – ist es ein Gesetz? – ist die bereits in Kraft?

      Zu all dem anderen, was Du schriebst: Ich bilde mir nicht ein, paranoid zu sein oder überall Verschwörungen zu sehen. Aber das mit der Unregierbarkeit dieses Landes, das könnte in der Tat so entworfen worden sein. Da greift ein Rädchen ins andere.
      War ja von Anfang an erstaunlich, wie da plötzlich der Lindner aus der Tasche gezogen wurde. Wurde er auf KenFM nicht als jemand beschrieben (weiß nicht mehr wo), der eingesetzt war, der AfD Stimmen abzujagen? (Das ist der einzige Punkt, Kristana, den ich anders sehe. Die AfD war der Gegner, um von politischen Schwächen abzulenken, von jeglichem Mangel an Programm, von überhaupt allem, was im Argen liegt. Ich glaube aber nicht, daß sie wirklich groß gemacht werden soll.)

    • Unregierbarkeit: Militär gegen Bevölkerung.
      Zerstörung des Staatswesen, des Sozialstaates, des Solidargedankens
      Chaos schaffen ohne Ende; Gesetze werden nicht mehr befolgt.

    • Hallo Kristana,

      ja ich wusste, dass Sie eine positive Rückantwort geben würden.

      Auch wenn Sie Dinge schon oft wiederholt haben: genau so funktioniert der Mensch, um etwas neues zu lernen.

      Immer die Wiederholung machen.
      So arbeitet Werbung – so arbeitet der Mainstream – so arbeiten hier auch manche:

      Wiederholung, wiederholung, wiederholung…

      Nur ist es eben die Frage, was so oft wiederholt wird?

      Ein finsteres Bild der Realität und der Welt ohne Perspektive?

      Oder die Gedanken der regelmäßigen, kleinen Vernetzung?

      Macht einen großen Unterschied, welche Gedanken am Schluß die Oberhand bekommen.

      Nämlich die Gedanken, die immer wiederholt werden.

      Deswegen: ich schaffe es oft nur kurz hier zu sein, aber es erfreut mich, Sie und manch andere hier mit positiver/ neuerer Sichtweise zu lesen.

      Dafür Danke ich Ihnen.

      Und allzu lang wird es DIESES internet auch nicht mehr geben. Hab grad vor ein paar Tagen gelesen, dass die EU eine neue Bestimmung verabschiedet hat, die es Regierungen erlaubt websites OHNE richterlichen Beschluss abschalten zu lassen. Wegen des Verbraucherschutzes vor fakenews… oh man…

      Die können gerne alles probieren, was Sie meinen tun zu müssen.

      „Sie hatten nie eine Kamera in meinem Kopf“, sagt Truman gegen Ende des Films „die Trumanshow“, als er vor dem Ausgang steht.

      Und so sehe ich das auch.

      In letzter Zeit passieren so unglaublich viele Fehler im System.

      Als ich hier heute morgen das Wort „IMPERIUM“ geschrieben habe, wurde mein Bildschirm weiss für ein paar Sekunden – sicher nur reiner Zufall ; und es diente nur meiner Sicherheit, nicht wahr? 😉

      Das ist schon fast zum lachen hier – was hier so abläuft.

      Wenn da wenigstens Menschen mit einem reden würden, hätte ich ja noch Hoffnung für manche Internetdinge. Aber so einfach die Grafikkarte kurz ausschalten…wofür?

      Die Technik der heutigen Zeit – Fluch und Segen gleichzeitig. Den Segen wird man uns nehmen, den Fluch wird man uns lassen. Solange die Menschen nicht wissen, was elektromagnetische Strahlung bzw. Strahlung überhaupt mit ihrer Psyche anstellt, hat das System die absolute Macht.

      Selbst wenn morgen alles ausgeschaltet werden würde: KenFM weg wäre…Nachdenkseiten etc… – nur noch alles blau mit großem, weißen F und Rot mit großem Y.

      Sie, Kristana, und manch anderer Mensch wüsste hier, welche Inhalte wichtig für ihn waren und er wüsste auch, wem er diese Inhalte erzählen wollte.

      Es kann auch sehr heilsam sein, ohne Internet -habe das mal ein paar Wochen ohne Internet gemacht: war interessantes Erlebnis.

      Die umfassenden Veränderungen, die nötig wären im Denken und Handeln, macht der Mensch nur selten ohne großes Leid (Krankheit, Krieg, Katastrophe) freiwillig.

      Da haben Sie Recht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Mensch sich seiner selbst selten stärker bewusst ist. Zu viele Ablenkungsmöglichkeiten hindern den Mensch daran, sich selbst wahrzunehmen.

      Würde er sich stärker wahrnehmen, könnte er auch schon jetzt und in Kürze anders handeln.
      So aber denken einige Menschen noch an Jamaica und ob es Neuwahlen geben wird.

      Ich denke eher: wie kann ich Menschen erreichen? Unabhängig von Neuwahlen.
      Ich denke: was ist sinnvoll in einem Forum zu schreiben ? Unabhängig, welche Partei an die Macht kommt.

      usw…

      Aber wir lassen uns nicht runterziehen, es werden täglich mehr Menschen, die umdenken. Informieren wir uns, solang es geht und gebens dann an Andere weiter. 🙂 Aufgeben und resignieren ist genau das, was die Herrschenden erreichen wollen.
      liebe Grüße zurück

      Was Sie schreiben, stimmt zu 100%. So ist es. Ich merke es selbst.

      Und wenn einmal ein Bewusstseinswandel anfängt… dann kann ein ausgeschaltetes Internet auch nicht mehr den Menschen an gedanklichen Veränderungen aufhalten…

      Lieben Gruß

    • Ein System, egal welches, wird immer nur von _Gläubigen_ getragen, denn es existiert kein System…

      Einsteins Wahnsinn in anderen Worten
      Solange _ihr_ grundsätzlich an die Existenz von Systemen glaubt, solange ändert sich auch nichts grundsätzliches.

      Theologische Kybernetik ist deutlich älter als Norbert Wieners Begriff hergibt.

      Gefangen in der Religion.

      Amen.

    • FMA, du glaubst doch selber an ein Glaubenssystem.

      Nämlich jenes, was du hier immer wieder in die Köpfe zu hämmern versucht; nämlich an keine Systeme zu glauben: weder positiv noch negativ.

      Durch die regelmäßige Wiederholung wird dein eigenes Glaubenssystem offenbar.

      Ich habe beim lesen deiner Zeilen den Eindruck, es geht häufiger um das „belehren“, weniger um eine menschlich-positive vision.

      Auf mich wirken über 90% deiner Zeilen nicht so, als könntest du darüber eine konkrete und positive Utopie ableiten.

      Es geht dir, so scheint es mir häufiger schon so, darum: jedem Menschen seine gedanklichen Fehler aufzuzeigen; ohne eine positivere Sichtweise mit zu liefern.

      Das macht auf mich keinen sympathischen Eindruck.

      Denn eine Kritik ohne konkrete Lösungsansätze ist eine Kritik um ihrer selbstwillen.

      Ganz gleich, ob jetzt an Systeme geglaubt wird, oder nicht.

      In den letzten zehn Jahren habe ich zu viele Zeitschriften- und Nachrichtenbeiträge gelesen, um ihren Worten noch einen positiven Mehrwert abzugewinnen.

      Es belastet, stört und nervt mich persönlich.

      Wenn sie ein auto reparieren, ein Haus bauen oder ein Brot backen wollen- wie machen sie das?

      Mit System oder ohne?

      Ich für meinen teil, sehe eine Sinn darin, all diese Dinge nach einer Systematik zu bauen.

      Und ebenfalls bin ich für die anzuzeigenden Denkansätze.

      Lesen sie z.b unten den Autorenkommentar von Frau bonath.

      Solche Kommunikation tut einem Austausch und einer Kommunikation gut- ganz gleich, ob das aus ihrer Sicht nun mit System oder ohne geschieht.

    • Danke euch erstmal für die schöne Unterhaltung. Momentan gehts mir gesundheitlich net so dolle und ich hab zuwenig Energie für lange Kommentare, sorry.

      Deshalb nur ganz kurz zur neuen EU-Verordnung. Ich find die genaue Seite im Verlauf nicht mehr, aber die Epochtimes hat einen Artikel dazu und auch noch viele Andere. Einfach bei (ich benutz kein google) duckduck eingeben: „websites abschalten verbraucherschutz eu“ und dann kommt ne Linkliste vom Feinsten.

    • @ E-b-G
      Die Wirklichkeit ist _keine_ Utopie, ich muß diese auch nicht schaffen. Was Dich nervt ist daher völlig irrelevant.
      Du willst Positives erzwingen.
      So geht das schlicht nicht. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

      Das Problem sind für mich Leute wie Du, die völlig weltfremd sich etwas zusammenspinnen und es positiv ‚was auch immer‘ nennen. Das ist schlicht Bullshit und genau das ist es, was nervt, denn Positives läßt sich nicht erzwingen und wird erwartbar scheitern.

      Aber nur zu…Haupsache positiv labern…Schwachsinn.

      Die Welt wird nicht schön, weil ihr die Folgen eurer Behauptungen gar nicht erkennen könnt.

      Gewalt verschwindet nicht, indem Menschen nur noch gewaltfreie Sprache verwenden. Einfach weil Sprache gar nicht wertet, dies macht der Mensch.

  6. Was ich nicht verstehe: Die FDP wird nun als Sündenbock hingestellt (vermutlich zurecht) für das Platzen der Sondierungen. Deswegen werden sie bei möglichen Neuwahlen wohl schwächer abschneiden als bisher. Wieso machen die das?

    Ist etwa alles nur ein abgekartetes Spiel, um die AfD noch stärker zu machen? Kommt mir – ehrlich gesagt – auch nicht so ganz plausibel vor. Denn die Demokratie-Show soll ja noch ein bisschen weiter gehen, wie Frau Bonath richtig schreibt.

    • Ich meine eher, dass die FDP zu Recht befürchtet in 4 Jahren abgestraft zu werden, weil sie ohne zählbare eigene Positionen in die Koalition rein wäre. Das Image des Steigbügelhalters um jeden Preis ist halt nicht wegudiskutieren.
      Inhaltlich kann man sagen was man will, aber rein taktisch gesehen ist es nachvollziehbar, den Merkels Umarmung hat noch alle gekillt. Alle.
      Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die Schwampel mit Angie kaum denkbar war.
      Sie steht für den Rechtsbruch in der Flüchtlingskrise und ein Kompromiss wird mit ihr nicht zu machen sein.
      Aber die CDU ist nicht fähig, sich von ihr zu trennen.
      Davon abgesehen ist das auch komplett egal. Was soll schon nachkommen?
      Vielleicht will auch Erika den Zirkus verlassen und wäre ganz froh. Gibt es nicht einen offenen Posten bei der Nato?
      Ach nein, den will ja schon Flinten-Uschi.
      Früher hat man die toten Pferde in Brüssel entsorgt.

    • @ FMA

      Tut mir leid für Sie aber Sie widersprechen sich in Ihren Auslassungen.
      Da Sie offensichtlich weit davon entfernt sind auch nur die Basis begreifen zu wollen, wie soll jemand dann im Stande sein, Ihnen komplexe Dinge nahe zu bringen?
      Dämlich ist für mich das Leugnen des Offensichtlichen; schon der wechsel von Tag und Nacht ist ein System, nicht nur an die Bewegung der Erde im All gekoppelt, sondern sogar verantwortlich für Photosynthese, Jahreszeiten etc.
      Das wir Menschen, zeit Urzeiten versuchen die Systeme zu begreifen , zu beeinflussen und unseren Platz darin zu finden, plus uns zwangsläufing Einigem davon unterordenen müssen um zu überleben, entlarvt Ihre (theologischen) Ergüsse als was sie sind: nicht der Rede wert!
      Ihnen alles Gute

    • Die bringen dann dem bösen Kapital aber mal so richtig die Flötentöne bei indem sie bei Harz IV eine Erhöhung auf 500.- fordern, welche dann eh nur wieder irgendwelchen anderen armen Schluckern weggenommen würden.
      Diese peanuts sind doch längst eingepreist. Da wird von Weltrevolution phantasiert und heraus kommt dann so eine Art Sozialdemokratismus.

    • @Artur Oppenhorst, @GLOUCESTER

      mit Verlaub; was soll der Quatsch?
      Alsob es einen Unterschied macht, ob wir durch den Hund oder die Katze gebissen werden.

      Diese repräsentative ‚Demokratie‘ gehört abgeschafft.

      Keine Parteien sondern Bürgerabgeordnete in den Bundestag. Voll verantwortlich gegenüber Ihrem Wahlkreis.
      Können sie Ihre Entscheidungen im Parlament nicht an ihre Wähler ‚verkaufen‘; Mistrauensvotum der Wähler mit 2/3 Mehreheit und die Abgeordnetenkarriere ist vorbei.
      Parteien-demokratie ist Klüngel-und Korruptionspolitik.
      Ausarbeiten einer Verfassung, die den Namen verdient, mit verbindlichem Referendum der wahlberechtigten Einwohner.
      Anarchie ist eine Form des Sozialdarwinismus.
      Ausserdem leben wir in einem weltumspannenden System.
      Ohne humanistische Struckturen und die Gewährleistung ihrer Einhaltung im Sinne der Betroffenen, ist es ein Weg in die Unterteilung in stark und schwach. Es gibt keine regulierenden Mechanismen, da diese ja nach Staat ‚riechen‘.
      Wie kommen sie darauf das etwas ‚armen Schluckern‘ weggenommen wird?
      Wusste gar nicht das Deutsche Bank, ALDI, Lidl und der Rest der Finanz -und Konzernclique arme Schlucker sind?!!
      Ja, alle Vermögen mit mehr als 5 Millionen € (incl Immobilien) müssen bluten, 100% Steuer auf alles Übrige und keine Machtausübung im Produktionsprozess mehr.
      Keine Privataneignung von Produktionsmitteln und Grund und Boden (ausser Handwerker/Einzel-Restaurant etc.) wird erlaubt. Sofortige Kapitalkontrolle.

      Genossenschaftliches Eigentum und Rätedemokratie mit Bürger-abgeordneten, wie oben beschrieben, ist eine Form die funktionieren könnte, finde ich.
      Raus aus der NATO, strikte Neutralität und die sofortige Abschaffung von Sanktionen nach innen und aussen, wäre ein Beginn.

    • @ Artur Oppenheimer,

      das Fazit steht da und sollte das nicht genügen:
      „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“
      (Immanuel Kant)

      @ CLOUCESTER.

      das mit der Sozialdemokratie, bei den Resten im Bundestag stimmt. Aber ich habe „Die Linke,“ die Partei im Bundestag, noch nie von der Weltrevolution reden hören. Generell redet man nicht von Revolutionen in Parlamenten. Das wäre doch irgendwie falsch oder?

    • @ fpdcb
      Es ist genau umgekehrt, Deine Aussagen zeigen immer und immer wieder, warum Menschen an sich selber scheitern:

      Die Voraussetzung für Sozialdarininsmus ist Wettbewerbs- bzw. Konkurrenzdenken, das sich zwingend in Hierarchien, in Spiele-, in Regelwelten findet. Es ist immer ein Kampf darum, wer die (Spiel)Regeln setzt.

      In dieser Welt gibt es keine Regeln, folglich auch keine Gesetze, welcher Art auch immer, sie sind immer nur für Spieler.
      Keiner muß Anarchie schaffen. Die Frage ist einzig, wie Menschen damit umgehen.

      Die Dummheit liegt in der Betrachtung:
      1. Ist diese Welt wirklich eine Regelwelt, dann ist bereits alles geregelt, nichts und niemand kann dann gegen diese Regeln verstoßen. Es ist völlig sinnfrei, dann noch Regeln schaffen zu wollen. Alles ist bereits gewiß.

      2. Ist diese Welt tatsächlich _keine_ Regelwelt, dann ist gibt es keine Regeln. Nichts ist gewiß. Es ist völlig sinnfrei, som zu tun, als ob Regeln existierten. In eine ungewissen Welt Gewißheit schaffen zu wollen.

      Es ist in beiden betrachtungen völlig schwachsinnig, Regeln schaffen zu wollen, sie sind immer sinnfrei und immer völlig sinnlos.

      Kein Mensch lebt in einem System. Ihr lebt lediglich in einer systemischen Illusion, Religion, d.h. ihr _glaubt_ nur, daß es Systeme gäbe und verhaltet euch entsprechend (dämlich).

      Das ist bereits alles.

  7. Danke für die superschnelle, aktuelle Analyse, Susan.
    Auf den Punkt und stimmig-wie immer.
    Ich hab mir das Theater dazu auf ‚ZEIT-online‘ angetan, inclusive der Leserkommentare.
    Da wird einem schlecht, die ‚Masse‘ ist wirklich in dem Glauben verhaftet, das Figuren etwas ausmachen, obwohl sie alle desselben Geistes Kind entspringen.
    Das sich auch die Kapital-Interessen einiger beteiligter Konzerne unterscheiden, sollte doch inzwischen Allgemeingut des Wissenstandes sein, so vermutete ich.
    Allerdings können wir uns ganz sicher darauf verlassen, dass sie (die Konzerne+Politikvertreter derselben) sich ganz schnell wieder solidarisieren und gemeinsame Sache machen, wenn es GEGEN die Bevölkerung geht.
    Schmerzhaft wird einem deutlich, dass echt ganz viele Menschen glauben, mit Wahlen liesse sich etwas verändern.
    Ihnen alles Gute

  8. „Die Klasse der Besitzenden bestimmt, wo es lang geht.“
    Jaaa, das ist so. Die haben nämlich genug Geld, dass sie Fanatiker und Verbrecher „hinbezahlen“ und Revolutionen anzetteln können. Deshalb: Bitte, liebe Linke, dann interessiert euch doch bitte mal für die Besitzenden selbst, statt sie immer nur abstrakt als „Klasse“ zu bezeichnen. Interessiert Euch für ihre Elite-Unis, für ihre Elite-Vereinigungen, für ihre jahrhundertealten Strukturen, Familien und – vor allem – ihre Namen, ihre Ideen, ihre Ideengeber, ihre Thinktanks, ihre Vordenker, ihre „Philosophen“, ihre Stiftungen etc… und interessiert euch bitte für die wirtschaftshistorischen Autoren, die etwas über ihre Bezahl-Strukturen und transatantischen Organisationen und Stiftungen herausgefunden haben, statt einige von ihnen als „rechts“ oder „libertär“ zu diffamieren; aber das Problem bei vielen „Linken“ ist ihre starke Verwobenheit in die marxistische Ideologie oder Ähnliches. Sie sind so unsicher in ihrer Urteilsfähigkeit, dass sie sich bei Autoren, die von anderen „Linken“ als „rechts“, „libertär“ oder „esoterisch“ eingestuft werden, erst gar nicht trauen, sie zu lesen, weil sie Angst haben, sie könnten sich – wie bei einer Krankheit – „infizieren“. Ich nenne das Schwachmütigkeit – ein Wort, das man benutzt, wenn man ein anderes Wort vermeiden möchte…

    • Aber es gibt noch einen Grund, warum viele „Linke“ solche Autoren wie Antony Sutton, Carrol Quigley, Gerry Docherty und Jim MacGregor, Markus Osterrieder, Wolfgang Effenberger, Terry Boardman etc… nicht lesen oder hören wollen: Sie fürchten, dass dann ihr ganzes sozialistisches, idealistisches Weltbild zusammenbrechen würde, wenn sie erführen, dass steinreiche Finanziers aus elitären, teilweise okkulten Verbindungen sowohl linke, als auch rechte als auch „demokratische“ Revolutionen gefördert haben.

    • Auch wenn ich nicht soweit gehen würde dieses Verhalten als schwachmütig zu bezeichnen, so ist es doch kennzeichnend, dass viele Linke diese Phobie vor Anarchie/Libertarismus haben. Diese lehnen u.a. jede Form von Herrschaft ab, während Linke einen starken Staat vorziehen.
      Hier ist oft die Rede davon, dass der einzelne aufwachen müsse. Das ist schon richtig, aber im starken linken Staat wird das sicher nicht geschehen. Zumindest ist das nach bisherigen Erfahrungen nicht zu erwarten.
      Da müsste die Auseinandersetzung beginnen: Völlige Vertragsfreiheit oder zentrale Lenkung?

      Dass man einer Einheitspartei ein hervorragendes Objekt für Vereinnahmung sein könnte, ist Ihnen nicht vermittelbar. Wer hat denn diese Idee in den Sozialismus gebracht? Was für ein Menschenbild steckt dahinter?
      Und wie wollen linke das heute angehen? Die heutigen Konsummenschen sind kaum freiwillig auf den Weg in ein neues sozialistisches Experiment zu bringen. Es sei denn, man steht auf Zwang, aber da liegt dann schon im Beginn das Scheitern.
      Die Partei war doch absolut wie ehedem der Kaier oder Führer. Man muss nur diesen Herrschaftsinstrumenten die eigene Agenda unterjubeln, scohn hat man gewonnen. Ganz ohne voll lästig die Masse zu überzeugen.
      Je weiter oben man in linken Parteien hinsieht, desto eher erkennt man Gestalten, die wie in allen anderen Organisationen zur Not die Oma verkaufen.

      Ich neige definitiv zur Anarchie bevor ich ein weiteres quasi staatlich verordentes Experiment mit Verstaatlichung mir vorstellen möchte.
      Dezentrale, kleine Genossenschaften sind ein eg, der mir einleuchtet. Aber nicht von oben verordnet.
      Sonst ist es bald organisierte Verantwortungslosogkeit und der running gag kreist dann wieder um den Begriff Volkseigentum, auf das alle pfeifen.

    • @A. Eberl, woher wissen Sie, wer „die Linken“ sind und vor allem wie die alle sind und wofür die sich alle interessieren??? Ist für Sie jeder „links“, der meint, er sei es??? Hm…..

      @GLOUCESTER, ich fürchte, sie unterliegen da ein paar Fehlschlüssen.

      1. „Die Linken“ gibt es nicht. Es gibt selbsterklärte Linke, die sozialdemokratisch unterwegs sind und einen „starken“ Sozialstaat wollen. Es gibt selbsterklärte Linke, die sich für linksliberal halten und zugleich mehr soziale Rechte und weniger Staat wollen. Es gibt Sozialisten, die wollen Sozialismus, ohne zu wissen, dass Sozialismus nie dazu gedacht war, im autoritären Staat zu enden, sondern zum Kommunismus zu führen. Und bemerkenswerter Weise ist die kommunistische Utopie eine Gesellschaft OHNE STAAT und Geld, in der die Produktionsmittel, Verteilung und das Leben kommunal verwaltet werden, z.B. durch Rätestrukturen. Dann gibt es Sozialisten, die später dann den Kommunismus wollen, sich aber Sozialisten nennen, weil Sozialismus als Übergangsform gedacht ist. Dann gibt es Kommunisten, die nicht wissen, wie sie dahin kommen sollen und welche, die den marxschen Weg bevorzugen, also über den Sozialismus. Und es gibt „Linke“, die sind keine Linken, sondern schlicht und ergreifend dumme Arschlöcher.

      2. Sozialismus soll, wie schon erwähnt, eine Übergangsform zum Kommunismus sein, also eine Gesellschaftsform, die den Weg zum Kommunismus ebnen soll. Dazu, so dachten es sich Marx und Lenin, sind die Kapitalbesitzer zu enteignen und die Produktionsmittel in gesellschaftliche Verwaltung zu geben, bspw. Räte. Man kann sich an drei Fingern abzählen, dass das die Kapitalbesitzer nicht so lustig finden. Blöderweise verfügen die auch über Strukturen aus ganzen Truppen von Opportunisten, darunter auch bewaffnete. Also, so sagten Marx und Lenin, müsse man die erst mal in Schach halten. Das geht natürlich nicht mit Lichtkreisen und Wattebällchen. Darum meinten die Herren, um sie in Schach zu halten, sei für eine Übergangszeit die Diktatur der Arbeiter nötig Heute müsste man wohl sagen: Diktatur der Nichtkapitalisten. Wie weit die Klasse geht, hängt wohl vom Wollen des Einzelnen ab. Auch Kleinkapitalisten werden vom Großkapital unterdrückt. Und nun, wenn eine solche Revolution in einem einzelnen Staat stattfinden sollte, kannste natürlich nicht sofort den Staat abschaffen. Sonst kommt die NATO mit ihren Truppen aus aller Welt und metzelt die Aufsässigen nieder, baut ne eigene Diktatur und tschüss.

      3. Den beiden Herren war auch schon klar, dass eine solche Revolution, also mit Enteignung, Aufbau von Rätestrukturen nicht in einem einzelnen Land zum Kommunismus führen können wird. Grund: Unter diesen Bedingungen kann der Staat nicht abgeschafft werden. Erstens bleibt die Bevölkerung abhängig vom globalen Markt, zweitens muss sie sich verteidigen können. Wenn da nix staatlich geregelt ist, kannste gleich einpacken. So könne der sozialistische Weg nur zu Ende gegangen werden, wenn zugleich viele Länder diesen Weg einschlagen, am besten alle. Denn solange es noch militärisch und wirtschaftlich starke Imperien gibt, werden die alles tun, um die verlorenen Gebiete wieder einzufrieden in ihren Markt. Im Sozialismus solle eigentlich, so sagten sie, der Staat nach und nach absterben, bis dies im Kommunismus endet. Man brauche schließlich den Staat als Repressionsapparat irgendwann gar nicht mehr. Geht aber halt nicht, wenn Markteroberer da draußen lauern. Darum musste die sozialistische Revolution quasi sehr früh stecken bleiben.

      3. Eigentlich sind Anarchie und Kommunismus ziemlich identische Vorstellungen von einer Gesellschaftsordnung, wenn man denn mal die libertären Anarchokapitalisten (die völligen Bullshit predigen, da Privateigentum einen Staat voraussetzt, der es schützt), außen vorlässt. Das Problem der linken Anarchisten ist es bloß, dass sie keinen Plan haben, wie man dahin kommen könnte. Mit Licht, Liebe und Predigen geht es nicht. Denn: Der kapitalistische Staat ist nun einmal das Machtinstrument der herrschenden Klasse und verfügt über die Waffen, um die Privilegien der Kapitalisten auch durchzusetzen. Das tut er auch täglich, dazu nutzt er einen riesigen Apparat, voll besetzt mit kleinen Nutznießern, auch genannt Opportunisten.

      Um aber aus dem zerstörerischen kapitalistischen Kreislauf rauszukommen, wird nix anderes übrigbleiben, als das Privateigentum an produktivem Kapital (also alles, woraus sich im kap. Sinne mehr Kapital machen lässt), abzuschaffen und die Verwaltung, Produktion und gemeinschaftliche Nutzung im Sinne der Gemeinschaft zu regeln. Alles andere führt nicht aus dem Krieg, aus der wachsenden Verelendung immer größerer Teile der Bevölkerung, aus der profitgesteuerten Verwertung von einfach allem.

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