Tagesdosis 20.2.2020 – Eine Rede an die Menschen in Russland

Anlässlich des größten, gegen Russland gerichteten Manövers seit dem Kalten Krieg.

Ein Kommentar von Jochen Mitschka.

Menschen Russlands! Ich möchte gerne „liebe Freunde“ sagen, aber ich traue mich nicht. Ich möchte gerne euer Freund sein, aber ich verstehe, wenn das nach den Gräueltaten, welche Deutschland den Menschen der Sowjetunion und insbesondere den Menschen Russlands antat, nicht einfach zu akzeptieren ist. 27 Millionen Tote, die größte aller Opferzahlen des zweiten Weltkriegs. Aber ich möchte euch erklären, warum ich euch bitten möchte, meine Freundschaft zu akzeptieren, trotz der Politik meines Landes, welche vollkommen losgelöst von der Meinung der Mehrheit der Menschen in Deutschland durch andere Kräfte bestimmt wird. Und ich möchte erklären, warum ich, stellvertretend für viele Menschen, die nach dem Krieg geboren, aber von der Kriegsgeneration aufgezogen wurden, euer Freund sein möchte.

Entscheidend für meine Sozialisierung in Deutschland war mein Vater. Er wurde im Krieg sieben Mal verwundet, aber immer wieder zu anderen Fronten geschickt, bis ihn ein Splitter im Kopf kurz vor dem Kriegsende lebenslang behinderte. Er war kein „stolzer Krieger“. Meine Mutter erzählte mir, wie einmal ehemalige Soldaten ihn besuchen wollten, um ihm zu danken, weil er sie unter Beschuss gerettet hatte. Aber er wollte nichts mehr vom Krieg wissen, er hätte sie weggeschickt, erzählte mir meine Mutter.

Mein Vater wollte nicht gerne über den Krieg sprechen. Er schämte sich dafür, mitgeschwommen zu sein, als Soldat für ein System gedient zu haben, das er Verbrechen begehen sah. Aber als ich mich gegen seinen Willen Anfang der 1970er Jahre für vier Jahre in der Bundeswehr verpflichtete, davon 2 Jahre in Mons bei der NATO „diente“, da erzählte er mir, wie er im Krieg wieder religiös geworden war. Er berichtete, dass Menschen den Verstand verloren, wenn die „Stalinorgeln“ einen Angriff der Infanterie vorbereiteten und rechts und links die Menschen zerfetzt wurden, und wie er in dieser Situation wieder begonnen hatte, zu beten. Damals sagte ich ihm, dass die neue Bundeswehr ja gar nicht für den Krieg bestimmt ist, sondern dass die Aufgabe der neuen Soldaten der wäre, Krieg zu verhindern. Und ich hatte daran geglaubt. Das war schließlich der Geist unseres Grundgesetzes, der auch in der Schule gelehrt wurde.

Mein Vater war schon gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. Er sagte mir, dass es nun wieder losgehen würde. Es wäre immer so losgegangen. Ich hatte ihn insgeheim ausgelacht, war überzeugt, dass die deutsche Bundeswehr rein defensiv sei und „Kriege verhindern“ würde. Bis ich durch den Angriffskrieg gegen Jugoslawien aus meiner Ahnungslosigkeit aufzuwachen begann. Und immer wieder daran denken musste, was mir mein Vater gesagt hatte. Es ging wieder los. Und ich schämte mich, innerlich über meinen Vater gelacht zu haben.

Und bis zu seinem Tod im Alter von 94 Jahren verfolgten ihn diese Alpträume, aus denen er schreiend aufwachte. Ich denke, er hätte sich gerne bei den russischen Menschen entschuldigt, aber er schämte sich zu sehr, um auf sie zuzugehen. Und so tue ich das nun angesichts des größten gegen Russland gerichteten Manövers der NATO-Mächte auch von deutschem Boden aus, in der Hoffnung, dass Sie verstehen, dass es dieses Mal eine immer größer werdende Zahl von Menschen gibt, die nicht mit dem Strom schwimmen wollen, die sich gegen einen Krieg mit Russland einsetzen, wenn auch noch eher verhalten, weil die volle Gefahr noch nicht erkannt wird.

Wenn deutschsprachige Wissenschaftler in voller Arglosigkeit wieder davon sprechen „Ordnungsvorstellungen mit militärischer Macht durchzusetzen (1), wenn Politiker wieder mehr Militäreinsätze fordern, wenn Medien Regierungen anderer Länder dämonisieren, wenn in beispiellosem Maße aufgerüstet wird, dann wissen wir, die Lehren des 2. Weltkriegs gehen langsam aber sicher verloren.

Aber das darf nicht sein. Deshalb, bitte verzeiht meinem Vater, und lasst uns gemeinsam gegen diesen Wahnsinn auftreten. Lasst uns Freunde sein, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Nämlich an einer Welt, in der Regeln nicht nur für die militärisch Schwächeren gelten, sondern für alle! Eine Welt, in der Konflikte durch den Versuch von Interessenausgleich gelöst werden, statt durch Erpressung, Sanktionen und Bomben, die Macht des Stärkeren. Eine Welt, in der Vereinbarungen und Regeln das Handeln der großen Mächte bestimmen, und nicht die ihnen verfügbare wirtschaftliche und militärische Macht. Eine Welt, in der die Menschen über Grenzen hinweg zusammenhalten, um „die da oben“ unter Kontrolle zu bringen, sie vom Schlimmsten abzuhalten.

Es ist schwer, gegen die Indoktrination, den sozialen Druck und die Macht der Medien, gegen den Strom zu schwimmen. Aber das Internet hat ein Fenster zur Wirklichkeit geöffnet, das sich erst langsam schließen lässt. Lasst und gemeinsam versuchen dieses Fenster zu nutzen, um uns laut und deutlich zuzurufen:

Frieden – мир.

Kommt uns besuchen, so wie wir euch besuchen. Lasst uns gemeinsame Gruppen im Internet bilden, in denen wir uns in einer vereinbarten Sprache treffen und diskutieren. Lasst uns gemeinsame Aktionen starten, um gegen diesen Wahnsinn eines neuen Krieges aufzustehen. Gegen diesen Wahnsinn, den dieser Rüstungswettlauf verursacht, während immer mehr Menschen in die Armut abrutschen, die Umwelt zugrunde geht und die Dritte Welt anscheinend nur noch China als Hoffnungsschimmer sieht.

Bitte lasst euch nicht von unserem Establishment provozieren. Sie wollen, dass ihr Hass entwickelt, sie wollen, dass die Dämonisierung zu einer immer größeren Spaltung führt. Fallt nicht darauf herein. Habt Mitleid mit den bei uns Fehlgeleiteten, welche wieder, wie schon so oft, der Staatsräson folgen, dem ideologischen Mainstream verfallen sind, oft im Wahn intellektueller Überlegenheit, und im Glauben, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Wir arbeiten daran, dass sie ihre Macht verlieren. Wir arbeiten daran, dass die Menschen Deutschlands verhindern, dass uns „Mächte“ oder „Märkte“ in einen neuen Krieg drängen. Einen Krieg, den kein normaler Mensch in Deutschland oder Russland will.

Ich werde mich jetzt auf die Suche machen nach einem russischen Autor, der auch durch die Kriegsgeneration erzogen wurde, und vielleicht eine ähnliche Entwicklung durchgemacht hat wie ich. Ich möchte ihn einladen, seinen Urlaub bei mir zu verbringen, damit wir ein gemeinsames Essay darüber schreiben, wie die Nachkriegsgeneration die Entwicklung der letzten Jahrzehnte erlebt hat. Gemeinsam, das sollte das Schlüsselwort sein.

Und ich wünschte mir, dass es viele Menschen wie mich gibt. Fliesenleger, Elektriker, Angestellte, Musiker, vielleicht sogar Beamte und Soldaten, Lehrer, Krankenschwestern und Ärzte, Feuerwehrleute und Polizisten, ja und auch Politiker. Jede Berufsgruppe sollte sich Partner im jeweils anderen Land suchen und mit ihnen gemeinsam überlegen, welchen Sinn diese riesigen Manöver an den Grenzen Russlands haben. Was nach dem Krieg mit Frankreich auf Grund des massiven Einsatzes der Politik funktionierte, muss nun auch funktionieren durch die massive Bewegung der Menschen in Deutschland und Russland, die endlich der Politik der Spaltung ein Ende machen sollte.

Quellen:

  1. https://twitter.com/gerhard_mangott/status/1229345941494337536

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis:  Viacheslav Lopatin/ Shutterstock

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30 Kommentare zu: “Tagesdosis 20.2.2020 – Eine Rede an die Menschen in Russland

  1. Ich finde es einfach bemerkenswert, wie emotional und einfühlsam Herr Mitschka "seine" Nachkriegserlebnisse beschreibt. Man sollte jedoch damals den Vater fragen müssen, warum „hast du denn nachgegeben? Warum hast du dem Aloisowitsch den Dienst nicht verweigert?“ Jaa, man wäre wahrscheinlich nach der Wehrdienstverweigerung tot. Aber die Menschen, die man getötet hat, wären die evtl. noch am Leben? Oder wäre der Krieg damals schneller vorbei gewesen?
    Herr Mtschka, ganz neutral gedacht und gefragt: wissen Sie denn ganz genau, warum Ihr Vater die geretteten Kameraden abgewiesen hat? Oder, fragen Sie sich, ob er sie abgewiesen hätte, wenn der Sohn vom Alois im Osten „Erfolg“ hätte? Ich habe sehr viele Fragen an diese Menschen von damals. Eins steht aber fest. Wir haben heuten denselben Fall. Damals ja zum Ostfeldzug, heute ja zum Kriegsmanöver.

    Dabei muss man eine viel tiefsinnigere Sache verstehen. Die kritische Masse in der Gesellschaft liegt bei ca. 10%. Wenn morgen 10% berliner Bervölkerung auf die Straße geht und gegen diese Kriegsübung protestiert, dann hätte keine Regierung der Welt hier eine Handhabe. Wo ist denn diese überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung, die friedlich eingestellt sein sollte?

    Seit Menschengedenken geht’s um das magische Dreieck. Sich satt essen, sich vermehren und über andere dominieren. Und hier sollte man mittlerweile nicht so blauäugig sein und meinen, man kann durch Versöhnungsversuche die naturpolitischen Gesetze umgehen.

    Wenn die kritische Masse der deutschen Bevölkerung so weit ist, zu sagen, es geht so nicht weiter mit dieser Regierung, weil die Rüstungsausgaben den Sozialausgaben Konkurrenz machen und wir über das Rentenalter diskutieren – dann kann man draußen in Richtung Russland kommunizieren – "es tut uns leid und wir machen was gegen die Kriegshetze und wir wollen eure Freunde werden". Dann ist es wirklich ehrlich! Die Russen sind schon sehr oft aufs Gesicht gefallen, indem sie den deutschen, demokratisch gewählten "Führungskräften" wohlgemerkt, vertraut haben.

    Ich kann Sie versichern, es wird keinen Krieg mit Russland geben, solange die russische Zentralbankdame Fr. Nabiulina die russische Gelddruckpresse unter ihrer Gewalt hat, die besagten Anleihen kauft und in Basel bei den BIZ Sitzungen teilnimmt, auch wenn man behauptet, dass sie dort einen der kleinsten Stühle hat.

    An die Lesenden kann man abschließend nur appellieren – Augen auf und nachdenken, wem es nutzt.

    Ich hätte auch so einige Fragen, z.B. warum sich Herr Jebsen mit Herrn Malkewitsch trifft, wo es allgemein bekannt ist, dass Maklewitsch für das staatliche Fernsehen gearbeitet hat und das Projekt USA Really leitet (darf sich jeder selbst informieren).

    Bleibt fair zueinander!
    Hält gleichgewicht!
    Lasst euch nicht einweichen!

    • "Er wurde im Krieg sieben Mal verwundet, aber immer wieder zu anderen Fronten geschickt, bis ihn ein Splitter im Kopf kurz vor dem Kriegsende lebenslang behinderte. Er war kein „stolzer Krieger“. Meine Mutter erzählte mir, wie einmal ehemalige Soldaten ihn besuchen wollten, um ihm zu danken, weil er sie unter Beschuss gerettet hatte. … Er schämte sich dafür, mitgeschwommen zu sein, als Soldat für ein System gedient zu haben, das er Verbrechen begehen sah."
      Was also nährt denn trotzdem Ihre Zweifel an einem Mann, den Sie gar nicht kannten, Eduard?

    • Nur mal so ein Hinweis:
      Die Taktik des Establishments ist nicht zu beweisen, dass sie selbst Recht hat, sondern dass die Dissidenten vielleicht auch falsch liegen. Und die Massen sagen sich: Naja, wenn beide nicht ganz astrein sind, bleiben wir lieber bei dem Bekannten, da wissen wir wenigstens was wir haben. Also reichen ein paar Andeutungen, Behauptungen, Hinweise.

    • "Damals ja zum Ostfeldzug, heute ja zum Kriegsmanöver…Wo ist denn diese überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung, …" frage ich mich auch. 500 festzusagende Nutzer hier und es würde sich lohnen, eine Demo in Berlin anzumelden und zu bewerben.

  2. Danke, Herr Mitschka.

    "Und bis zu seinem Tod im Alter von 94 Jahren verfolgten ihn diese Alpträume, aus denen er schreiend aufwachte. Ich denke, er hätte sich gerne bei den russischen Menschen entschuldigt, aber er schämte sich zu sehr, um auf sie zuzugehen."

    Welch noble Haltung Ihres Vaters, allen Respekt! Und ich denke, jeder vernünftige, mitfühlende Mensch in Russland wie in Deutschland kann das nachvollziehen und rechnet es ihm hoch an, umso mehr, wenn er sich vorstellt, wie Ihr Vater den langen Rest seines Lebens unter dem Grauen litt, das er hatte erleben müssen. Und allen Respekt, wenn Sie diese Schuldgefühle Ihres Vaters zum Ausdruck bringen und stellvertretend für ihn um Verzeihung bitten:

    "Und so tue ich das nun…"
    "… bitte verzeiht meinem Vater, und lasst uns gemeinsam gegen diesen Wahnsinn auftreten. Lasst uns Freunde sein, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten."

    Dieser sensible Umgang mit unserer Vergangenheit ist eine erfrischend neue Herangehensweise: Als jemand, der zu jener Zeit noch nicht geboren war und daher eine Schuld für damalige Taten gar nicht auf sich geladen haben kann, nicht die eigene "Schuld" zu beteuern sondern sich stellvertretend für jemanden "von damals" zu entschuldigen, indem man dessen Bitte um Entschuldigung weitergibt. Welch feiner, aber wichtiger Unterschied.

    Denn muss das wirklich sein, dass wir, die wir zur damaligen Zeit noch gar nicht geboren waren, nicht nur ganz privat für uns (das mag jeder für sich selbst entscheiden) sondern öffentlich ständig eine Schuld bekennen für etwas, das wir nicht begangen haben können? Eine Schuld setzt logisch zwingend eine Tat voraus, die man selbst begangen hat. Für etwas, das man nicht getan hat, ja mangels Geburt gar nicht getan haben kann, kann man unter keinem denkbaren Gesichtspunkt verantwortlich, schuldig sein.

    Ich frage mich: Was macht es auf die Welt, auf andere Völker, auf Menschen in anderen Ländern, für einen Eindruck, wenn wir Nachgeborenen uns in solcher Weise, wie es im nachkriegsdeutschen Mainstream üblich geworden ist, für persönlich schuldig erklären? Sind wir damit glaubwürdig? Ernten wir damit wirklich Respekt oder etwa doch nur Misstrauen, ja Verachtung? Ist nicht das, was Menschen in anderen Teilen der Erde über jene unselige Zeit in unserem Land erfahren und an schrecklichem Bildmaterial nur allzu anschaulich vorgeführt bekommen, schon schlimm genug, um uns mit großen Vorbehalten zu begegnen? Wollen diese Menschen denn dann nicht wenigstens in uns Nachgeborene Hoffnung setzen und uns erleben als respektable Mitglieder der Menschheitsfamilie, die gelernt haben aus den Fehlern ihrer Vorfahren und die dies durch ihr glaubwürdiges Verhalten zum Ausdruck bringen? Es gibt Bevölkerungen auf der Erde, die ein gemeinsames Selbstbewusstsein verbindet, keineswegs nur tumber Nationalstolz, sondern oft ganz schlicht ein Selbstbewusstsein, das aus einem Gemeinschaftsgefühl erwächst, aus dem Bewusstsein einer gemeinsamen Zugehörigkeit, einer gemeinsamen Tradition vielleicht, einer gemeinsamen Geschichte, aus gemeinsamen Gewohnheiten und Erfahrungen usw. Überzeugt es diese Menschen wirklich, wenn wir uns schuldig bekennen für etwas, das wir selbst gar nicht begangen haben (können) oder mutet sie so etwas nicht vielmehr seltsam an? In einer globalisierten Welt ist es an der Zeit, über den Tellerrand nationaler Selbstbespiegelung hinaus zu sehen und weltoffen den Blick nach draußen zu richten.

    Danke, Jochen Mitschka, dass Sie der gängigen deutschen Selbstbezichtigung eine solch überzeugende, bei weitem glaubwürdigere Haltung gegenüberstellen, die geradezu richtungsweisend für die Zukunft ist.

    • Vielen Dank für die zusätzliche Erklärung. Ich finde sie wichtig. Denn ich bin nicht der Meinung, dass Kinder für die Verbrechen ihrer Eltern verantwortlich sind. Aber sie sind dafür verantwortlich, aus den Taten der Eltern die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und was wir derzeit erleben ist leider von unserer politischen "Elite" erleben, ist eine vollkommene Verdrehung der Lehren, die wir eigentlich aus den Fehlern unserer Vergangenheit hätten ziehen sollen. Der Geist des Grundgesetzes rotiert im Grab der Hoffnungen.

  3. Zu diesen Sätzen:
    "Mein Vater war schon gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. Er sagte mir, dass es nun wieder losgehen würde. Es wäre immer so losgegangen. Ich hatte ihn insgeheim ausgelacht, war überzeugt, dass die deutsche Bundeswehr rein defensiv sei und „Kriege verhindern“ würde. Bis ich durch den Angriffskrieg gegen Jugoslawien aus meiner Ahnungslosigkeit aufzuwachen begann."
    fiel mir sofort das Interview mit Major a.D. Florian Pfaff vom Darmstädter Signal ein. "Ihr müsst den Gehorsam verweigern". Er war auch im Glauben, in eine rein defensive Bundeswehr zur Friedenssicherung einzutreten, Soldat geworden: https://deutsch.rt.com/programme/der-fehlende-part/98173-ihr-musst-gehorsam-verweigern-major/

  4. Ich kann nur hoffen, dass dies viele russische Menschen, Medien, Behörden lesen. Ohne Putin hätten wir schon lange Krieg. Ich hoffe, er bleibt während dieses unsäglichen Manövers "Defender 2020" (allein der Name ist Heuchelei) so ruhig und besonnen wie wir ihn kennen. Ich hoffe, dass viele Deutsche in diesem Jahr aufwachen, dass unser Land nur als Militärbasis und Drehscheibe für Kriege benutzt wird, – gegen den Willen der Menschen.

  5. Hallo Herr Mitschka,
    Ihre Worte machen mir Mut weiter daran zu glauben, dass Menschen im Kern friedlich sind, alle Liebe in sich tragen. Ihr Text erreicht vermutlich nicht das "Etablishment", ich wünsche es mir wirklich mit all meiner Liebe sehr, es ist schon mal wirklich sehr schön zu sehen wie er hier im Blog viel herzliche und liebevolle Kommentare auslöste. Ich kann bisher nur tolle Kommentare lesen. Ich werde ihre Botschaft ganz sicher weitertragen. Herzlichste Grüße

  6. Danke Jochen Mitschka, großartige Idee!
    dazu kam mir sofort Bill Joel in den Sinn. Er ist inzwischen 70 Jahre alt und gibt noch Konzerte.
    Welchen Charakter seine Musik heute hat, weiß ich nicht.
    Davon hängt ab, ob man ihn für eine Völkerfreundschaftssache gewinnen könnte.
    Nicht dass ich meine, dass wir alle ohne solche Heroen wie Mikis Theodorakis und
    Bill Joel nicht genug bewirken könnten. Sie geben einer Sache Schwung.
    https://www.youtube.com/watch?v=LgD_-dRZPgs

    • Konkret aber müssen wir es endlich schaffen selbst zueinander zu finden, um die Kriegsmaschine zu stoppen. ich habe Russen im entfernten Freundeskreis, die verstehen das nicht.

  7. Lieber Jochen Mitschka,
    vielen Dank für diesen empathischen, selbstkritischen und konstruktiven Beitrag, den ich an alle Freunde/innen weiterleiten werde. Zur "Vertiefung" kann ich das hervorragende kenFM-Gespräch vom 03.02.2020 mit Ihnen empfehlen.
    Es tut einfach gut, eine so "liebe-" und verständnisvolle Tagesdosis zu lesen. Nochmals vielen Dank.

  8. Sehr geehrter Mitschka,

    vielen lieben Dank für die Worte; sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin überzeugt davon, dass die ganz normalen Menschen, welcher Nation auch immer, so denken, wie sie es geschrieben haben.

    Ich glaube das es wichtig ist, Ihr vorhaben einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zumachen, damit sich auch unsere Soldaten fragen: "Sind das nicht Vorbereitungen für einen Angriffskrieg und somit strafbar?" (Nato-Übung an russischer Grenze)

    Ich denke es nutzt unseren Soldaten, wenn das deutsche Volk sich liebevoll und freundschaftlich mit dem russischen Volk austauscht. Dann haben es auch Soldaten leichter Rückrat zuzeigen und für die Liebe und den Frieden einzustehen. Ich weiß wo von ich rede, oftmals denken Bedienstete in staatlichen Hierarchien anders, als ein Befehl lautet. Diesen Staatsdiener fällt es dann leichter, sich gegen unethische und strafbare Befehle zu stellen, wenn sie spüren, dass im Volk auch so anders gedacht wird.

    Auch aus diesem Grund ist hier Freundschaftsbegehren zum russischen Volk so wertvoll.
    Und ich bitte an dieser Stelle ebenfalls das russische Volk um Vergebung für die Greul an ihm.

    Ich gehe davon aus, dass die Bitte und die Worte schon ihren Weg finden werden.

    Hochachtungsvoll

    Kommissar Brochterbeck

  9. Lieber Herr Mitschka,
    Ihren Beitrag kann man nur unterstützen! Und ich glaube, wir müssen diese Aussage viel deutlicher und mutiger in die Öffentlichkeit tragen. Wir trauen uns oft nicht, weil wir glauben, dass wir dann großen Widerspruch bekommen. Das ist oft ein Irrglaube.
    Am letzten Samstag war bei uns eine erfolgreiche Demonstration gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz, die nichts anderes als eine Aufrüstungskonferenz gegen Russland ist.
    Hier habe ich ein Schild hochgehalten, für das ich sehr viel Zuspruch bekommen habe. Ein Schild gegen die ständige Hetze gegen Russland mit einem Foto von Putin. Über diesen Link kommst Du auf dieses Foto, dass ich in meiner Dropbox abgelegt habe:
    https://www.dropbox.com/s/xjesflau3yelamk/Keine_Hetze_gegen_Putin.jpg?dl=0

  10. Ein wunderbarer Artikel, aufrichtig und wie es sich eigentlich jeder Mensch für sein Leben wünscht – freundlich, aufeinander zugehend, mit Achtung & Respekt und Verständnis füreinander.

    Die Menschen in Russland haben uns Deutsche nicht gehasst – nur wenige, egal wie sehr ihre Familien darunter gelitten haben. Erstaunlicherweise habe ich in der früheren SU und auch im heutigen Russland immer wieder gehört, dass man wußte, dass diese bewaffneten Menschen gezwungen waren dort zu sein und das zu tun was sie taten.

    Eher erstaunt nimmt man dort zur Kenntnis, dass man – auch unter heutiger – angeblich demokratisch und wertorientierter(?) – deutscher Regierung immer lauter wird, um die Geschichte umzuschreiben, Faschisten zu unterstützen und den Opfern gerne sagen möchte, dass sie ja Schuld waren…. wohlgemerkt, es geht um Parteien im Bundestag Deutschlands, die sich für Demokraten halten und für gute Menschen…..und wehe man sagt etwas dagegen, ganz schnell wird Opfer & Täter "ausgetauscht" und Niemand ist da im hohen Haus, der dauerhaft die Stimme erhebt…….

  11. Auch ich hatte nach der gestrigen Dosis einen Stein im Magen. Warum so oft den Reibebaum bedienen, habe ich spontan gedacht, kann man nicht öfter positive Gedanken in die Welt setzen?
    Scheint funktioniert zu haben ;-).
    Danke für den einfühlsamen Beitrag, er gibt Hoffnung in der kulturlosen Wüste unserer Tage.

  12. Drei meiner Onkel habe ich nur auf Wehrmachtsportraits in Bilderrahmen kennengelernt. Peter, Franz und Josef. Alle drei liegen in russicher Erde. Auch alle anderen Onkel waren im Krieg: Nikla, Josef, Hermann, Hermann, Edi. Und dann Mettes, Robert, Karl, Pitter, Jupp. Das sind dreizehn. Der vierzehnte war mein Vater. Auch der hieß Hermann. Und hat den ganzen Rußlandfeldzug mitgemacht. Seine auch heute wieder hochaktuelle Devise war. "Wir denken, was richtig ist." Und dazu gehörte auch, "was die Nachbern denken". Hier die Muisk dazu: The Animals – When I was young (lyrics on screen) https://www.youtube.com/watch?v=aTLU1Qx5ioI Oh, wie gerne wäre ich in die Bundeswehr gegangen. Aber die drei ersten Worte bei meiner ersten Musterung "Senk, Knick Spreiz." – ließen meinen Traum vom Düsenjägerpiloten jäh an rauher Wirklchkeit zerschellen – wie ich wenige Jahre später zu Beginn meiner ersten Therapie begriff: zu meinem Glück!

  13. Gern schließe ich mich diesem Dank an, diesen Kommentar habe ich mit Freude und Anteilname bis zum Ende hören und lesen können, was mir gestern aufgrund der aggressiven Sprache nicht gelang. Ich kenne in meinem Umfeld keinen Menschen, der nicht genauso denkt, der angesichts der Kriegspropaganda in Deutschland nicht entsetzt ist. Das allein macht Mut, auch wenn es schwer ist, den dafür Verantwortlichen in den Arm zu fallen.

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