Tagesdosis 20.4.2020 – Offener Brief an die deutsche Ärzteschaft

Ein Offener Brief von Ernst Wolff.

Sehr geehrte Ärztinnen und Ärzte!

Ihr Arbeitsbereich ist in den vergangenen drei Monaten auf Grund der Covid-19-Pandemie in nie dagewesener Weise in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen wurden, beeinflussen momentan unser aller Leben und werden langfristig nicht absehbare Auswirkungen haben.

Diese Maßnahmen sind nicht von Ihnen getroffen worden, sondern von Politikern der Bundesregierung und der Landesregierungen, die ihre Entscheidungen damit begründen, es gehe ihnen um die Gesundheit der Bevölkerung. 

Dieses Argument dürfte Sie alle hellhörig gemacht haben, denn schließlich kommt es aus dem Mund genau jener Politiker, die in den vergangenen Jahren alles daran gesetzt haben, die Ausgaben für den Gesundheitssektor zu senken, die Ihnen und dem übrigen medizinischen Personal immer schwierigere Arbeitsbedingungen zugemutet und für eine drastische Verschlechterung der Zustände im Gesundheitswesen gesorgt haben – und das nicht nur im Inland, sondern im Rahmen der Eurokrise in noch wesentlich schärferer Form im europäischen Ausland.

Auch die Auswahl der Organisationen und Wissenschaftler, die die Politik derzeit beraten und ihre Entscheidungen maßgeblich beeinflussen, dürfte Sie stutzig gemacht haben. Schließlich handelt es sich weitgehend um dieselben Personen und Organisationen, die die Bevölkerung bei vergangenen Pandemien mit ihren Prognosen verunsichert und Regierungen dazu veranlasst haben, mit öffentlichen Geldern Vorräte an Impfstoffen zu kaufen, die später aus Mangel an Bedarf vernichtet werden mussten.

Da Ihnen all das zu Beginn der aktuellen Pandemie bekannt war, dürfte ihr Vertrauen in die bestehende Allianz aus Politik und Wissenschaft nicht allzu groß gewesen sein. Trotzdem waren Sie auf Grund der Rechtslage gezwungen, sich an die Vorgaben der Politik zu halten und Ihren Beruf unter Bedingungen auszuüben, die über alles, was jemals im Rahmen von Pandemien verfügt und unternommen worden ist, hinausgehen. 

In den vergangenen Tagen hat sich die Situation nun von Grund auf verändert. Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Die von den Wissenschaftlern vorausgesagte Überlastung der Krankenhäuser ist nicht eingetreten, im Gegenteil: In den meisten Kliniken herrscht ein eher normaler Betrieb und viele der für Covid-19-Patienten freigehaltenen Intensivplätze werden nicht genutzt. 

Dafür aber haben sich andere, neue Probleme ergeben: Die Äußerungen der verantwortlichen Politiker und Wissenschaftler haben die Öffentlichkeit in den vergangenen zwei Monaten derart verunsichert und zusammen mit der medialen Berichterstattung dafür gesorgt, dass eine Vielzahl von Menschen sich in einem Ausnahmezustand befindet. 

So berichten zahlreiche Ihrer Kolleginnen und Kollegen von Patienten mit Angstzuständen und Panikattacken, mit Depressionen und Suizidgedanken, aber auch von Patienten, die es auf Grund ihrer Angst vor Ansteckung vermeiden, selbst bei schweren gesundheitlichen Problemen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. 

Hinzu kommen Menschen, die wegen des Shutdowns um ihren Arbeitsplatz oder gar ihre Existenz fürchten müssen, sowie alte Menschen, die auf Grund des Besuchsverbotes in Altenheimen nicht etwa an einer Infektion, sondern an mangelnden sozialen Kontakten und fehlender menschlicher Zuwendung zu sterben drohen. Ebenso wie Menschen, die allein leben und auf Grund des Kontaktverbotes vereinsamen. Und nicht zuletzt gibt es eine Welle von häuslicher Gewalt, von der insbesondere Frauen und Kinder aus sozial schwachen Familien in beengten Wohnverhältnissen betroffen sind. 

All das sind keine Folgen der Pandemie, sondern Ergebnis der von den maßgeblichen Politikern und Wissenschaftlern getroffenen Entscheidungen, die sogar so weit gehen, die Teilnehmerzahl von Beerdigungen zu begrenzen oder Angehörigen das Aufsuchen von Sterbenden zu untersagen. Die darüber hinaus das Denunziantentum fördern, da immer mehr Fälle auftreten, in denen einzelne Bürger andere wegen deren Missachtung selbst der unsinnigsten zurzeit geltenden Regeln anzeigen.

Wäre es angesichts dieser Entwicklung nicht an der Zeit, dass sich Ihr Berufsstand in seiner Gesamtheit einmal dazu äußert, dass hier medizinische Gründe vorgeschoben werden, um Maßnahmen durchzusetzen, die nicht nur der physischen, sondern auch der psychischen Gesundheit der Menschen schaden, die darüber hinaus Leben gefährden und die den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft zerstören?

Müssten Sie angesichts Ihres bei Berufsantritt gegebenen Versprechens, die Menschen vor „Schaden und willkürlichem Unrecht zu schützen“, in diesen Tagen nicht aufstehen und der Bevölkerung, die ja die medizinischen Zusammenhänge nicht versteht, klarmachen, dass hier Maßnahmen angeordnet werden, die Sie aus Ihrer beruflichen Sicht nicht verantworten können? 

Wäre es nicht angebracht, dass Sie sich als Berufsgruppe von Wissenschaftlern wie denen des Robert-Koch-Institutes distanzieren, die noch vor genau einem Monat behauptet haben, wir müssten statt der nun erwarteten 4.000 – 5.000 Toten in unserem Land mit 300.000 bis 1,5 Millionen Toten rechnen?

Sie können sicher sein, dass schon wenige klärende Worte Ihrerseits helfen würden, die vorherrschende Angst im Land zu lindern, Leben zu retten und denen, die diese Pandemie zur Förderung der eigenen Interessen missbrauchen, die Zustimmung weiter Teile der Bevölkerung zu entziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ernst Wolff

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildhinweis: Blue Planet Studio / shutterstock

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36 Kommentare zu: “Tagesdosis 20.4.2020 – Offener Brief an die deutsche Ärzteschaft

  1. Es stimmt, der gleiche Spahn, der vor Corona der Bertelsmann Studie zustimmte, die einen großen Teil der Krankenhäuser für überflüssig hielt mimt jetzt den Macher im Schafspelz und das ist kein Einzelfall. Und die Ärzteschaft weis dies sicher und sie ist im Marburger Bund gut organisiert und aus dieser Richtung fallen durchaus auch klare Worte. Die Ärztschaft ist wesentlich besser organisiert als die Pflege, das erkennt man bei Tarifrunden unschwer, auch wenn man wie ich keinem dieser Berufstände angehört. Es gibt Grund zu misstrauen und es wird sicher misstraut.

    Ich vermute nur, dass man sich die Lage der Ärzte in Krankenhäusern anders vorstellen muss als man vielleicht naiv denken könnte, denn der medizinische Fortschritt begann nicht mit Penicilin sondern mit Hygienemassnahmen wie Isolierung und Quarantäne und natürlich mit peinlichem sauberem Händewaschen sowie mit Sterilkleidung. Ich stelle mir daher vor, das die Isolierung die wir von ausserhalb der Krankenhäuser kennen, in den den Krankenhäusern weiter geht. Und da ich meine Papenheimer kenne (siehe oben z.B. Spahn) wird da fleisig einer gegen den anderen ausgespielt. So etwas ist bei Spahn und Konsorten schlicht artgerechtes Verhalten…

  2. Gerade eben lese ich, dass unsere französischen Freunde unfreiwillig einen Großversuch bezüglich Covid 19 auf ihrem Flugzeugträger Charles de Gaulle gestartet haben. Hierbei haben sich ganz offensichtlich 60 % der Besatzung mit Covid 19 infiziert. 2 Patienten ! sind intensivpflichtig in Behandlung, die anderen würden beobachtet. Dies entspricht nach derzeitigen Kenntnisstand einer Intensivbehandlungsbedürftigkeit von 0,2 % bei 0 % Mortalität. Ein Großteil der über 1000 betroffenen Soldaten scheint kaum Beschwerden gehabt zu haben, sodass über einen längeren Zeitraum die Ausbreitung des Virus gar nicht bemerkt wurde. Übertragen auf die anstehende Diskussion unter Ärzten würden also genau die Zahlen, die bisher schon über die mutmaßliche Gefährlichkeit des Virus in nicht Regierung Medien verbreitet werden bestätigt werden bzw. es würde sich sogar noch zeigen, dass die Gefährlichkeit des Virus ganz offensichtlich deutlich geringer ist als angegeben. Auf jeden Fall erscheint eine Bevölkerungsstichprobe von über 1000 Corona positiven (bei 1500 Besatzungsmitgliedern) darauf hinzuweisen, dass die bisherigen Maßnahmen völlig überzogen sind. Das Problem ist, dass es für die Politik mittlerweile fast unmöglich geworden ist zuzugeben sich getäuscht zu haben. So wird der Weg der fortgesetzten Eskalation und Dramatisierung weiter beschritten werden, um nicht das Gesicht zu verlieren bzw. die vielen Milliarden an Steuergeldern erklären zu müssen, die durch die Maßnahmen verloren worden sind.

    • "Das Problem ist, dass es für die Politik mittlerweile fast unmöglich geworden ist zuzugeben sich getäuscht zu haben."

      Ich denke eher, dass es langsam, dafür aber umso sicherer ein Problem für die Politikentscheider und ihre Wissenschaftler wird, uns weiterhin vorzugaukeln, dass sie uns nicht absichtlich hinters Licht geführt haben, was die Gefährlichkeit des Virus und die so künstlich medial zeugte Panik und die darauffolgende, von der Mehrheit akzeptierte Zerstörung unserer demokratischen Freiheitsrechte anbelangt.

  3. Vielen Dank, sehr geehrter Herr Wolff, für Ihren offenen und mutigen Brief an uns Ärzte, welcher mal wieder den Nagel auf den Kopf trifft!
    Ich habe den Brief übernommen und an alle Vorstände der Landesärztekammern und der Bundeskammer gesandt. Ich hoffe, diese längst überfällige Stellungnahme kommt jetzt bald. Man wird sehen…
    Nochmals vielen Dank Ihnen!

  4. jetzt wird behauptet, schweden hätte deutlich mehr tote wegen der fehlenden zwangsmaßnahmen.
    https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/kampf-corona-schweden-rest-welt-34633384

    das müssen wir uns nun noch vornehmen, wo nun hier wieder die lügen stecken

  5. Meinen herzlichsten Dank an Herrn Wolff für seine unermüdliche und wichtige Aufklärungsarbeit!

    Bezüglich der Wahrheitsannäherung in der Corona-Thematik möchte ich hier im Forum auf Artikel eines schweizer Wissenschaftlers hinweisen, die ich aus deutscher Presse noch nicht kannte…

    https://www.mittellaendische.ch/2020/04/20/covid-19-update-von-prof-paul-r-vogt/

  6. Jetzt, nachdem der Drops gelutscht und die Infektionswelle offensichtilich lange vorüber ist, kommen die gscheiten Herren und Damen Politiker mit der Mundschutz-/Maskenpflicht.

    Das wäre von Anfang (Januar 2020) an die einzig sinnvolle UND angemessene Maßnahme zur Eindämmung des Virus gewesen.

    Dies ist aber NICHT geschehen!!!

    Warum???

    Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    • Völlig richtig bis März wurde die Mund Schutzpflicht ja sogar vom RKI immer infrage gestellt. Ich selbst habe bereits Ende Januar mit einem führenden Virologen (ausnahmsweise nicht aus Berlin) Kontakt auf genommen bezüglich der Sinnhaftigkeit eines Mundschutzes. Dabei wurde mir mitgeteilt, dass ein Mundschutz keinen Sinn mache, da er den Träger nicht schützen könne und auch kaum eine Schutzwirkung auf das Gegenüber habe. Mein damaliger Hinweis darauf, dass Operateure bei Operationen ja auch ein Mundschutz tragen, um den Patienten zu schützen wurde er belächelt, als dass ich das Gefühl gehabt hätte, dass die Sinnhaftigkeit einer derartigen Maßnahme tatsächlich in die Überlegungen mit einbezogen worden wäre.
      Wie die Virologen nun ihren Sinneswandel erklären bleibt mir schleierhaft.

  7. Dr. Albrecht Jahn
    Facharzt für Kinderheilkunde
    Systemischer Familientherapeut

    Danke Herr Wolf für ihren Aufruf, dem ich mich als pensionierter Arzt anschliesse. Weder im Deutschen Ärzteblatt noch seitens Familientherapeuten/Traumatherapeuten existiert bisher ein ähnliches Schreiben.
    Die Welt im Gleichschritt!
    Als ehemaliger Entwicklungshelfer im südlichen Afrika und in Indien möchte ich hier auf das unsagbare Leid hinweisen, das unser Vorbild des Shutdowns in den Entwicklungsländern anrichtet.
    In diesen Ländern gibt es für die Mehrheit der Bevölkerung keine Intensivmedizin und keine Laborteste. Somit gibt es keine ungewöhnliche Überlastung der sowieso insuffizienten medizinischen Versorgung. Die blanke Panik legt dort jedoch die Krankenhäuser lahm, verursacht durch die Berichte aus New York, Italien und Spanien.
    Die Wirtschaft in den armen Ländern wird zerstört.
    In den Townships und den Slums werden Menschen in tropischer Hitze mit Polizeigewalt in ihre engen Hütten zurückgetrieben. Die Menschen verhungern!

    Ist das das Ziel der WHO? Ist das das Ziel von Bill Gates?

    Als Ärzte sollen wir den uns vertrauenden Menschen nicht schaden.

  8. Die Krankenhäuser sind ja leer wegen der Maßnahmen.
    Genauso wie die Todesfälle, die natürlich durch geringere Infektionen niedrig ausfallen.

    Ich würde mir wünschen, dass nicht alle alternativen Medien nun mit den selben manipulativen Statistiken rumfuchteln wie die MSM.

    Wichtig ist sachlich zu bleiben und gute Informationen zu liefern.

    Die Maßnahmen waren ja dazu da, diese Menge an Toten zu verhindern, sowie eine Überlastung der Krankenhäuser.
    Dementsprechend kann man durchaus argumentieren, dass die Maßnahmen korrekt waren.

    Ich bin auf jeden Fall kein Freund der Maßnahmen und denke auch, dass sie übertrieben sind, aber ich finde es schade, dass viele bei den alternativen Medien mit den nun niedrigen Zahlen argumentieren und damit sagen, dass alles nicht so schlimm ist und dadurch nur ihre eigene Ideologie oder einfach nur Anti Haltung rechtfertigen wollen.
    Es kann ja durchaus nicht so schlimm sein WEGEN der Maßnahmen.

    • Es kann ja durchaus nicht so schlimm sein wegen der Maßnahmen.

      Zur Zeit sieht es in stationären Senioren-Einrichtungen so aus:
      Bewohner sind in ihren Zimmern (ohne Balkon) isoliert, kein gemeinschaftliches Essen, Spiele, Singen und Gespräche, keine körperliche Bewegung an der frischen Luft und in der Sonne. Das Pflegepersonal hatte vorher schon nicht genügend Zeit um eine ausreichende Pflege und Betreuung durchzuführen. Angehörige haben seit Wochen keine Möglichkeit mehr zur Kontrolle und gegebenenfalls zur Intervention. Die Bewohner haben absolut keine körperlichen Kontakte mehr, da die Pflegekräfte nur noch mit Handschuhen und Mundschutz arbeiten, was zur emotionalen, geistigen und körperlichen Vernachlässigung führt. Sensorische Deprivation wird nicht umsonst zu den Foltermethoden gezählt. Sogar psychisch kerngesunde Menschen entwickeln unter völligem Fehlen von Wahrnehmungsreizen schon nach wenigen Tagen Halluzinationen. Ich bin weit mehr als beunruhigt und aufgrund der wahrscheinlich zu erwartenden Folgen entsetzt über solche Maßnahmen, die die alten Menschen sicher nicht vor Krankheiten schützt. In den Krankenhäusern sieht es genauso aus. Und von den wirtschaftlichen Folgen für uns alle mal ganz abgesehen, sind wir zur Zeit alle entmündigt, egal wie alt wir sind und wie viel Lebenserfahrung wir haben. Armes Deutschland.

    • Das RKI sagt doch selbst, dass die Reproduktionsrate VOR Einführung der Maßnahmen schon bei/unter 1 war. Hat also nicht nur 0 gebracht, sondern 100% geschadet.

  9. Sie sprechen mir aus der Seele. Ich hoffe, Ihr Appell trifft auf offene Ohren und die Ärzteschaft traut sich, Stirn zu zeigen. Es ist für mich kaum zu begreifen, was hier in diesem Land passiert und möglich ist. Die nachweislichen Unwahrheiten und panikmachenden Informationen, die Politiker und Konzernmedien verbreiten sind nicht mehr auszuhalten.

  10. Lieber Herr Wolff,

    ich lese Ihre Beiträge / Analysen schon lange und immer gerne, egal ob jetzt zu Corona oder zu Wirtschaftsthemen – Sie haben eine sehr feine Ader dafür, Dinge auf den Punkt zu bringen.

    In diesem Beitrag hier ist mir aufgefallen, dass Sie von "sozial schwachen" Familien sprechen – aber das ist, aus meiner Sicht, eine irreführende Umschreibung: diese Familien sind nicht "sozial" schwach, sondern leben in materiell prekären Verhältnissen. "Sozial schwach" sind, für mein Verständnis, all diejenigen, die sich jetzt ohne jede Reflektion dem so genannten "social distancing" bereitwillig ergeben. Die von Ihnen als "sozial schwach" bezeichneten Familien sind am ehesten noch diejenigen, die von einem sozialen Zusammenhalt von Familie ihre wirtschaftliche Existenz auf irgendeine Art und Weise erhalten können.

    Sprache ist immer auch Bewusstsein und verändert die Realität. Mögen Sie von daher meine Anmerkung nicht als Spitzfindigkeit verstehen.

  11. Meine Schwester, die in Berlin seit vielen Jahren eine tüchtige Krankenschwester ist, hat heute ihren Job verloren. Offensichtlich gibt es so wenig Arbeit, dass man es sich leisten kann, die Pflegekräfte, die sich seit Monaten ohne genügenden Schutz in sehr schwieriger Schichtarbeit abrackern, mies zu behandeln, statt ihnen zu danken.
    Sie kennt niemanden, der für sie eintritt. Klatschen auf dem Balkon hilft leider auch nicht.
    Das ist die Realtität!

  12. Wenn Frau Merkel jetzt fordert dass lueckenlos die Infektionskette rueckwaerts aufgearbeitet werden muss, zudem ankuendigt dass die pandemischen Zustaende jederzeit wieder auftreten werden folgt sie dem Virus Modelling von Neil Ferguson / Imperial College London . 2 amerikanische Kuenstler / Journalisten haben darueber einen Film gemacht : Quarantiranny gibts auf youtube oder bei TruthstreamMedia.com . Es ist extrem interessant worum zumindest auf der wirtschaftlichen Ebene laut diesem Film geht.

  13. Sehr geehrter Herr Wolff,
    sehr geehrtes KenFM-Team,

    vielen Dank für Ihren Aufruf.

    Richten Sie doch bitte einen geeigneten Aufruf auch an uns Rechtsanwälte. Ich selbst verfüge leider nicht über eine Breitenwirkung wie Sie.

    Wir sind in Deutschland über 165.000 Rechtsanwälte. D. h. wir sind heute etwa viermal so viele (400 %!) wie vor knapp 40 Jahren, als ich mein Jurastudium begann. Aufgrund dieser Entwicklung bin ich sicher, dass es vielen Anwälten so geht wie mir: Die Einnahmen sind verglichen mit denen früherer Generationen von Anwälten recht bescheiden geworden, viele kämpfen sich als Einzelanwälte über die Jahre so durch wie ich, genießen aber eine enorme Unabhängigkeit (§ 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung lautet: "Der Rechtsanwalt ist ein UNABHÄNGIGES Organ der Rechtspflege"). Welche(r) dieser AnwältInnen kann also schon viel verlieren, wenn er/sie sich im Rahmen der Gesetze politisch engagiert?

    Wir Anwälte haben nur ein ganz praktisches Problem. Das Gesetz schreibt uns nämlich vor:

    "Werbung ist dem Rechtsanwalt nur erlaubt, soweit sie … nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist" (§43b der Bundesrechtsanwaltsordnung).

    Damit sind uns die Hände insofern gebunden, als wir in Foren wie diesem hier nicht schreiben dürfen "Leute, kommt zu mir, ich helfe euch" oder etwas in der Art. Denn es könnte dann jemand auf den Gedanken kommen, der Anwalt, der so etwas schreibt, habe es (ja nur) "auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall" abgesehen und damit unlauteren Wettbewerb begangen. Dieser Jemand könnte dann den Anwalt abmahnen wegen eines Verstoßes gegen das anwaltliche Wettbewerbsrecht und ihn außerdem bei der Rechtsanwaltskammer anzeigen, damit diese ihn wegen des unlauteren Wettbewerbs maßregelt. Leute, die solche Abmahnungen erteilen, fügen ihrem Abmahnschreiben gewöhnlich gleich auch eine Kostenrechnung bei, die sich in solchen Fällen üblicherweise im 4-stelligen Euro-Bereich bewegt. So etwas kann dann also sehr schnell für den Anwalt auch teuer werden.

    (Sollte es jemanden geben, der mir nun vorwerfen will, ich selbst hätte hier ja genau das geschrieben, nämlich "Leute, kommt zu mir, ich helfe euch", so jemanden kann ich beruhigen: Ich habe hier nur ein fiktives Zitat gebracht, wohingegen eine Auftragserteilung im Einzelfall schon deshalb gar nicht bezweckt sein kann, weil ich in meiner anwaltlichen Praxis nicht entsprechend spezialisiert bin. Zufrieden, Herr/Frau Jemand?)

    Nicht dass Sie mich hier falsch verstehen, wertes KenFM-Team: Sie sollen keineswegs etwa Werbung für Anwälte machen, sondern es wäre schön, wenn Sie Ihre Breitenwirkung nutzen könnten, um einen geeigneten, aufrüttelnden Appell auch an die Anwaltschaft zu richten.

    Ich wollte hier zugleich auch eine Lanze brechen für meine Kolleginnen und Kollegen, von denen, dessen bin ich mir sicher, viele (von den ja immerhin über 165.000!) so wie ich angesichts unserer strengen Berufsregeln derzeit grübeln, wie sie sich trotzdem anlässlich Corona engagieren können. Bedenken Sie bitte immer: die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit des Journalisten ist eine Sache, die Stellung des Rechtsanwalts als Organ der Rechtspflege (siehe oben § 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung) mit entsprechend strengen gesetzlichen Berufsregeln eine andere.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrter Herr Anwalt,

      danke für Ihren Beitrag, dieser wäre eine Erklärung dafür, dass so viele Anwälte schweigen oder sich bedeckt halten. Wenn ich Ihre Worte einmal auf die Goldwaage lege, dürfte die Ausbildung von Juristen nicht stattfinden, weil diese dann wissen, wie das ganze System funktioniert.

      Ich frage einmal ganz provokativ: Dürfen Juristen keine Meinung zu der jetzigen Situation haben und diese nicht äußern. Kann das Berufsrecht das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und deren Veröffentlichung ( Pressefreiheit) beschränken? Das wäre dann der nächste Skandal in der Republik.

      Es geht doch nicht um das Angebot einer Rechtsberatung. Die Beschreibung der Situation auf Basis der Situation und wie damit umgegangen werden kann, wie sie das einschätzen und bewerten darf doch bitte nicht so ausgelegt werden.

      Wenn ich als Ingenieur nicht die Funktionsweise eines technischen Apparates erklären darf und auf die Risiken und evtl, Folgen der Nutzung aufmerksam machen dürfte, wäre ich zutiefst enttäuscht, insbesondere weil Juristen mir da im Sinne der Produkthaftung einen Strick daraus drehen könnten und auch würden.

      Ich nehme mal kein Blatt vor den Mund: Habt Ihr keinen Arsch in der Hose? wenn das alles so sein sollte, wei beschrieben, was hätte dann ein Aufruf durch die KENFM Redaktion für eine Wirkung? Ihre Berufsregeln lassen offensichtlich keine Reaktion zu, was in der Konsequenz einen solchen obsolet macht.

    • Als ehemalige Kollegin von citoyen invisible war meine Wahrnehmung der Kollegenschaft wie folgt: 20% Überaffirmative, die zu allem bereit sind, 75 % Mitläufer ohne Reflexion über das, was sie tun, 5% Kollegen, die versuchen, trotz der Pflichten eines Anwaltes ihrer Partei wirklich zu helfen. Die Stellung des Rechtsanwalts ist die, der staatlichen Rechtsordnung Geltung zu verschaffen. Alles andere ist romantisches und verschleierndes Gelaber; bei Gericht gibt es kein Recht, sondern ein Urteil – punktum. Klar, kann man, wenn man guten Willens ist (wie gesagt, nach meiner Erfahrung 5 % der Kollegenschaft) manchmal jemandem helfen. Aber das ist wirklich die Ausnahme.
      Und Axel Eckermann hat richtig erkannt, dass nur der als Jurist tätig sein kann, der allen anderen nicht verrät, wie das System funktioniert. Nicht umsonst ist ein wiederkehrendes Kantinengespräch im Landgericht, warum die Leute sich das alles eigentlich wirklich bieten lassen und nicht … (lassen wir das besser).
      "Menschenrechte" waren beim Urknall der Moderne nichts anderes als die neue, aus dem Nichts geschaffene "self-evident" (amerikanische Unabhängigkeitserklärung) Legitimation für jene, die Land und Reichtum an sich gebracht hatten – vgl. bspw. Niccolò Machiavelli – ohne hierzu nach der vorherigen Ordnung berichtigt zu sein – also durch Verwandtschaft oder Heirat. Mit diesen wunderbaren Menschenrechten ging einher, dass alle anderen, seien sie nun besitzlos, seien sie Mitglieder von Völkern im Naturzustande oder seien es Frauen, gar Kinder, erst einmal völlig rechtlos dastanden. Zudem wurde jede personale Beziehung aufgelöst, die Leute ihrer Privilegien entkleidet, die ihr Überleben gesichert hatten (Stichworte: Hexenprozesse, Bauernlegen, Vertreibung, Säkularisierung) und ein abstrakt-universelles Recht installiert, dessen Erkenntisverfahren dem der Inquisition entspricht. Hatten sich bei letzterer noch die kirchlichen Institutionen die göttliche Einsicht angemaßt, erklärten sich die Parvenüs nun der menschlichen Fähigkeit des Ablauschens der Vernunft von "der Natur" für fähig. Aber nur sie, die anderen nicht oder noch nicht, sattsam bekannt als "white mens burden".
      So fing der juristische Apparat zu laufen an, aber interessant ist auch, dass der geneigte Bürger nicht wirklich wissen möchte, wie der Apparat funktioniert und was dahinter steckt, und sich darin mit den Organen der Rechtsordnung punktgenau trifft, die dem Bürger nämlich nicht erzählen dürfen wollen, um was es geht. Es fällt dem Bürger noch nicht einmal auf, dass die Rechtsprechung im Verborgenen stattfindet (Sitzungsgeheimnis) und nur die Verkündung (mit nachfolgender Vollstreckung) öffentlich ist.
      Rechtsförmigkeit ist Herrschaftsinstrument zur Durchsetzung der gewaltsamen Verhältnisse unserer Modernen Welt und nicht ihre Abhilfe. Das fängt, ich muss es leider so sagen, bei den Menschenrechten an, die vor allem Verpflichtung sind, denn man erhält sie nicht als Geburtsrecht, sondern muss sich erst qualifizieren (sonst Betreuung, Psychiatrie, Heimunterbringung etc. pp). Ihr weiteres Manko ist, dass sie einen gewaltsamen und gewalttätigen Staat voraussetzen im Sinne des Gewaltmonopols des Nationalstaates, dem der Träger der Schutznorm als Subjekt unterworfen ist. Ansonsten rührt der Staat, auch für in ihm Inkorporierte nicht den kleinsten Finger.

    • Sehr geehrter Herr Eckermann,

      in Anbetracht Ihrer vernichtenden Schlussfolgerung am Ende will ich mich einer Antwort auf Ihre im übrigen ja recht freundlichen Zeilen einmal ganz vorsichtig nähern (auch auf die Gefahr, dass Sie mir jetzt vorwerfen: "schon wieder"😉).

      "… Beitrag, dieser wäre eine Erklärung dafür, dass so viele Anwälte schweigen oder sich bedeckt halten": Ich weiss nicht, ob das so ist.

      "Wenn ich Ihre Worte einmal auf die Goldwaage lege": aber gerne doch.

      "dürfte die Ausbildung von Juristen nicht stattfinden, weil diese dann wissen, wie das ganze System funktioniert": Dazu gäbe es einiges zu sagen.

      "Ich frage einmal ganz provokativ": Tun Sie's nur, ich entscheide selbst, inwieweit ich mich provozieren lasse😉.

      "Dürfen Juristen keine Meinung zu der jetzigen Situation haben und diese nicht äußern?": Na, aber klar doch. Warum auch nicht?

      "Kann das Berufsrecht das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und deren Veröffentlichung ( Pressefreiheit) beschränken? Das wäre dann der nächste Skandal in der Republik": Sehen Sie, auch hier wäre ich gerne etwas ins Detail gegangen.

      "Es geht doch nicht um das Angebot einer Rechtsberatung. Die Beschreibung der Situation auf Basis der Situation und wie damit umgegangen werden kann, wie sie das einschätzen und bewerten darf doch bitte nicht so ausgelegt werden:" Hier haben Sie leider, Entschuldigung, nicht verstanden, was ich sagen wollte.

      "Wenn ich als Ingenieur nicht die Funktionsweise eines technischen Apparates erklären darf und auf die Risiken und evtl, Folgen der Nutzung aufmerksam machen dürfte, wäre ich zutiefst enttäuscht, insbesondere weil Juristen mir da im Sinne der Produkthaftung einen Strick daraus drehen könnten und auch würden:" Da hätten Sie auch vollkommen recht.

      "Ich nehme mal kein Blatt vor den Mund:" Manchmal ist das aber gar nicht schlecht (jetzt dürfen Sie raten, was ich damit meine: das oder das Gegenteil davon😉).

      "Habt Ihr keinen Arsch in der Hose?": Tja, da sind wir nun leider an dem Punkt, wo jede Antwort sinnlos wird. Denn wenn Sie jemanden auf solche Weise von vorneherein abqualifizieren, nehmen Sie die Antwort ja bereits vorweg: Sie wollen Sie im Grunde gar nicht hören. Er kann jetzt sagen, was er will, er hat nicht den Hauch einer Chance, damit noch gehört zu werden.

      Dem will ich mich folglich fügen, wenn auch ungern.

    • @ citoyen invisible
      Da freu ich mich drauf, von Herzen. Ohne Vorbehalt und Antagonismus dürfte da doch richtig was bei rauskommen. Die Frage ist wo und wie ohne, dass das im Orkus des verschwindenen Artikels schließlich nicht mehr weitergeführt wird. Dafür sollte man – aus meiner Sicht – einen Ort schaffen, wo die auf dieser Seite initiierten Gespräche bis zu Ende geführt werden können. Mir fällt da gerade nichts ein, könnte aber morgen schon anders sein.

    • Hilft Ihnen das nicht weiter, Ilse, wenn Sie sich hier anmelden und auf das blaue "citoyen invisible" klicken?
      Ich hab's auf dem blauen "Ilse" versucht, kam aber dann mit "<a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/ilsevomtotenmoor/' rel='nofollow'>@ilsevomtotenmoor</a>" nicht wirklich weiter.

    • Immer dieses kryptische Zeugs, wenn man das Zeichen für "at" verwendet. Also nochmals:
      Hilft Ihnen das nicht weiter, Ilse, wenn Sie sich hier anmelden und auf das blaue "citoyen invisible" klicken?
      Ich hab's auf dem blauen "Ilse" versucht, kam aber dann mit "at-ilsevomtotenmoor" nicht wirklich weiter.

    • Dieses Anliegen finde ich sehr klug.
      Eine Anwältin kann man rasch in die Psychiatrie sperren.
      Eintausend nicht.

  14. Nun bis ich aber enttäuscht……
    Da ist Ken schon mal in der Nähe (Richtung Kappeln), in meiner Geburts- und ehemaligen Heimatstadt Kiel, und dann kommt der Kerl einfach nicht bei uns vorbei. 🙁
    Schade, dabei wäre dies DIE Gelegenheit gewesen ein paar höchst interessante Dokumente zumindest mal persönlich zu sichten, wenn nicht gar sogar ein Teil davon gleich mitzunehmen.

  15. Das unterschreibe ich. Aus dem Gespräch zweier Krankenpflegerinnen: "letzte Woche waren noch alle Betten leer. Die für die Corona Patienten. Ich meine, am Anfang kamen ja schon welche. Jetzt kommen langsam wieder die normalen Patienten."

  16. Ich hoffe dass die guten Arzten mit die diese Ausserung einig werden und sich in diese sinn sich dafur trauen zu aussern.. bin aber entauscht dass es eben auch schlechte arzten gibt und die vollkommen in die richtlinie gehen vom RKI.. wie zum beispiel Dr. Rauber (Neuro psychiater) und allgemeinmedizin Dr Thomas Kirsch, beide arbeiten in Saarbrucken.

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