Tagesdosis 20.7.2019 – Die Lüge, die infame Lüge und Bertelsmann

Ein Kommentar von Dagmar Henn.

Diese Woche hat wieder eine Krake der deutschen Politik einen ihrer Tentakel ausgefahren. Bertelsmann veröffentlichte eine Studie zur Klinikversorgung, die zu dem hübschen Schluss kam, die Hälfte aller Krankenhäuser sei überflüssig. Diese Studie wurde mit viel Getöse und öffentlich-rechtlicher Unterstützung begleitet, ist aber das, was Papiere aus diesem Haus üblicherweise sind – nichts als ein Mittel zur politischen Manipulation.

Wenn man erkennen will, auf welche Art und Weise die Demokratie in unserem Land zur Farce und die Politik zur Interessensverwaltung der Großkonzerne wird, dann muss man nur einen näheren Blick auf Bertelsmann werfen. Und das Bild des Kraken ist für diesen Konzern passgenau – er tarnt sich gut, bleibt beständig unter der Wasseroberfläche, hält fest, was er greifen kann, und verwischt seine Spuren im Notfall in einer Tintenwolke. Bertelsmann schlägt die Beraterfreunde der Frau von der Leyen, KPMG und Co., schon allein deshalb um Längen, weil es das Komplettpaket aus Lobbyismus, medialer Begleitung und letztlich ökonomischer Verwertung perfektioniert hat.

Ein Bertelsmann-Institut erstellt Studien, weitere Bertelsmann-Einrichtungen vermitteln diese (Abendessen eingeschlossen) an die Politik, Bertelsmann-Medien verbreiten diese Sicht in der Bevölkerung, andere Bertelsmann-Abteilungen formulieren die Gesetze vor, und am Schluss profitieren Bertelsmann-Töchter von der dadurch geschaffenen Lage, sichern sich Aufträge oder weiten ihre wirtschaftlichen Beteiligungen aus.

Auf diese Art und Weise kam die Republik zu Hartz IV. Über Jahre hinweg wurden durch Bertelsmann-Medien die in den USA und in Großbritannien verbreiteten ‚workfare‘-Programme beworben, Programme, die die Sozialhilfe durch die inzwischen auch bei uns bekannte Verfolgungsbetreuung ersetzten. Dann wurden die Gedanken über ‚wissenschaftliche‘ Veranstaltungen in die Politik einmassiert, bis schließlich ein Entwurf des Hauses in das berüchtigte Gesetz gegossen wurde, das die Republik mit „einem der besten Niedriglohnsektoren Europas“ (Schröder) beglückte (1). Dieses Gesetz und die daraus resultierende Verwüstung der Lebensverhältnisse haben einen entscheidenden Anteil daran, dass zwischen der Lohnentwicklung in Deutschland und der vergleichbarer Industrieländer seit Jahren eine enorme Lücke klafft. In diesem Fall muss man nicht lange nachdenken, wie der Konzern Bertelsmann davon profitiert hat.

Bertelsmann spielt übrigens nicht nur auf bundesdeutscher Ebene; nein, im Lobbyregister der EU wird der Konzern an dritter Stelle geführt (2). Bei einer Gesamtzahl von 25 000 Lobbyisten (3) mit einem Budget von 1,5 Milliarden Euro kann man sich vorstellen, was eine solche Position bedeutet. Einer der Momente der EU-Politik, an dem Bertelsmann massiv beteiligt war, war der sogenannte Bologna-Prozess, die EU-weite Normierung (und Degradierung) von Studiengängen. So wie Bildungspolitik überhaupt eines der Bertelsmann-Spielfelder ist, selbstverständlich gekoppelt mit Bestrebungen, diesen Bereich endlich konzernverwertbar zu machen.

Manchmal ist Bertelsmann auch gescheitert, trotz seines vielstimmigen, sirenenhaften Einsatzes. So musste 2008 ein Versuch, große Teile der Stadtverwaltung in Würzburg zu übernehmen, wegen zu großen öffentlichen Widerstands wieder abgebrochen werden (Hannelore Kraft ließ die Bertelsmann-Tochter Arvato später bei der Landesregierung NRW das gewünschte Ziel erreichen).

Die durch Bertelsmann-Töchter massiv beworbenen Studiengebühren (die anderen Bertelsmann-Töchtern das Geschäft mit Studienkrediten eröffnen sollten) sind ebenfalls politisch auf Grund gelaufen. Dennoch – dieser Konzern arbeitet langfristig; wenn ein Projekt in einer Generation von Politikern nicht durchgeht oder von der Öffentlichkeit zu deutlich abgelehnt wird, dann zieht man sich eben die nächste heran, die es erneut versuchen wird.

Wenn eine Studie von Bertelsmann finanziert wird, lohnt es sich immer, nach dem wirtschaftlichen Interesse dahinter zu suchen. So auch beim Engagement, dass die Stiftung in Bezug auf Kinderarmut zeigt. Bertelsmann, einer der Erfinder von Hartz IV und damit Förderer der Armut insbesondere von Alleinerziehenden und ihren Kindern, schämt sich nicht, regelmäßig Studien zur Kinderarmut zu veröffentlichen, in denen die Benachteiligung armer Kinder beklagt wird. Wie macht das Sinn? Ganz einfach – die Konsequenz, die aus diesen Studien gezogen wird, besteht nicht darin, den armen Familien genug Geld für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben zu geben; nein, es werden Modellprojekte wie „Kein Kind zurücklassen“ (4) organisiert, die unter Einsatz der Armutsindustrie nicht die Armut, sondern nur einen Teil ihrer Folgen bekämpfen sollen.

Statt genug Geld für gesundes Essen gibt es Ernährungsberater, die die Armen unter Beobachtung nehmen. Statt einer Zahngesundheitsversorgung durch die Krankenkassen, die für alle zugänglich und gut ist, ein Sonderprogramm für arme Kinder. Alles unter Kontrolle der Firma Bertelsmann, die für das Modellprojekt sogar eigenes Geld einsetzt, bei einer breiteren Umsetzung aber gewiss dafür sorgen wird, dass das dann Geld des Steuerzahlers ist und genug davon bei Bertelsmann kleben bleibt. Denn Bertelsmann ist nicht nur gern bereit, solche Programme wissenschaftlich zu begleiten, sondern ebenso, ihre Umsetzung später zu überwachen, die Daten zu verwalten, die Ausbildung des Personals zu übernehmen, die Rechenzentren zu stellen und mit dem einen oder anderen Projekt auch direkt zu kassieren. Nicht zu vergessen, dass Bertelsmann einmal mit Bibeln und Wehrmachtskalendern groß wurde und nach wie vor innige Kontakte zur kirchlichen Armutswirtschaft hegt und sich die Konzerne, die das Feld Gesundheit und Soziales abgrasen, einander keine Augen aushacken.

Diese Krake Bertelsmann ist, das sollte man nie zu erwähnen vergessen, eine gemeinnützige Stiftung. Auch wenn sich in der bundesdeutschen Geschichte kaum ein anderer Konzern finden dürfte, der der gewöhnlichen Bevölkerung so großen und nachhaltigen Schaden zugefügt hat wie Bertelsmann, ist deren politische Wühlarbeit nach wie vor steuerbegünstigt, und die Erben des milliardenschweren Konzerns werden behandelt wie öffentliche Wohltäter. Während Organisationen wie attac, die sich für eine gerechte Besteuerung von Konzerngewinnen einsetzen, die Gemeinnützigkeit abgesprochen wird, dürfen Lobbygiganten wie Bertelsmann sich in das Mäntelchen des moralischen Wertes hüllen.

Aber zurück zum neuesten Fall, der Studie „Zukunftsfähige Krankenhausversorgung“ (5). Jens Berger hatte auf den Nachdenkseiten ja schon darauf hingewiesen, dass die gewählte Modellregion, die Metropolregion Köln, alles andere als repräsentativ für ländliche Regionen ist (6). Das ist nicht der einzige methodische Mangel, unter dem diese Studie leidet. Sie unterstellt als Grundannahme, dass fast die Hälfte der heutigen Krankenhausaufenthalte durch ambulante Versorgung ersetzt wird, und versteigt sich zu der kühnen Behauptung, eine ambulante Versorgung könne den Mangel an Pflegekräften bekämpfen.

Das allerdings würde nur funktionieren, wenn die besagte ambulante Versorgung nicht mehr durch Pflegekräfte, sondern, wer weiß, etwa durch Kramp-Karrenbauers Dienstverpflichtete erfolgte. Schließlich ist ein und dieselbe Pflegekraft in einer Klinik effizienter eingesetzt als bei einer ambulanten Versorgung auf dem Land, weil der Zeitanteil, der für die Fortbewegung aufgewandt werden muss, deutlich geringer ist.

Und wer schon einmal mit ambulanter Versorgung auf dem flachen Land zu tun hatte, weiß, dass die Krankenkassen die Anfahrt pauschal, ohne Berücksichtigung der Entfernung, entgelten, was dazu führen kann, dass es sie eben gar nicht gibt, wenn die Strecke zu groß ist. Begründet wird diese Halbierung der stationären Versorgung mit zwei Kunstgriffen.

Der erste ist eine Studie aus dem selben Bertelsmann-Institut (welch eine Überraschung), der zweite ist ein europäischer statistischer Querschnitt, der sozusagen als Vorgabe gesetzt wird, ungeachtet z.B. der unterschiedlichen Familienstrukturen in den jeweiligen Ländern, und unter freundlicher Umgehung der Tatsache, dass es inzwischen EU-weit kein Gesundheitssystem mehr geben dürfte, das nicht unter den neoliberalen Sparzwängen leidet. Ganz subtil wird so übrigens die ethische Frage umgangen, ob nicht eine Gesellschaft verpflichtet wäre, ihren Bürgern die jeweils bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen, und es wird so getan, als sei Heilung ein rein technischer Prozess ohne soziale Anteile, ein kranker Mensch also ein Gegenstand, der einfach nur in die beste Werkstatt muss.

Wer schon einmal wahrgenommen hat, wie oft im Klinikalltag schon die Nahrungsversorgung dementer Patienten untergeht oder an Angehörigen hängenbleibt, dem kommt bei dieser Sicht das Gruseln. Denn eine bessere Personalversorgung als der Ist-Zustand (der, bezogen auf das Pflegepersonal, europaweit ganz unten liegt) wird in der Studie nicht einmal angedacht.

Aber wohin will Bertelsmann mit diesem Text? Dazu muss man einen Blick auf längerfristige Strategien werfen. Klar, Bertelsmann hat auch beim Betrieb privater Kliniken einen Fuß in der Tür, also ein unmittelbares Eigeninteresse. Wie aber kann diese Studie diesem Eigeninteresse dienen, obwohl ja angedeutet wird, dass die weitere Zentralisierung der Klinikversorgung bedeutende Investitionen verlangen würde, und genau bei den Investitionen einer der Schwachpunkte liegt?

Das geht relativ einfach. Nachdem das Thema einmal eröffnet worden ist, dürften noch weitere Studien folgen; Bertelsmann verlässt sich nie nur auf einen Schachzug. Langsam und gründlich wird eine Stimmung aufgebaut, dass im Interesse der Patienten Schwerpunktkliniken mit bester technischer Ausstattung entstehen müssten. Dann wird man feststellen, dass nicht nur einige dieser Kliniken in kommunaler oder Landesträgerschaft sind, sondern auch, dass weder Kommunen noch Länder die finanziellen Mittel haben, einen entsprechenden Umbau zu stemmen. Und schon verwandelt sich die scheinbar um den Patienten besorgte Argumentation in einen Hebel, die Privatisierung dieser Klinken zu fordern.

Einen Grund für diese Manöver brachte im Interview mit der Frankfurter Rundschau ein weiterer sogenannter ‚Krankenhausexperte‘, Boris Augurzky, natürlich Ökonom, nicht Mediziner (7): „Im Laufe der kommenden 20er Jahre werden allmählich die finanziellen Ressourcen zur Finanzierung unserer recht dezentralen Krankenhausstruktur knapp werden, weil wir schrittweise die großen Kohorten der Babyboomer als potente Beitragszahler für die Sozialversicherungen verlieren …“

Diese Melodie kennen wir schon aus der Rentendebatte. So wenige Beitragszahler, wir müssen kürzen, kürzen, kürzen…

Auf diese Gesänge kann man nur immer wieder mit ein und demselben trockenen Argument kontern. Wenn die Löhne sich bei uns entwickelt hätten wie bei den Nachbarn, und nicht seit dreissig Jahren ein Programm zur Verarmung der abhängig Beschäftigten am Werk wäre, dann hätten sämtliche Sozialkassen genau die selben 25% mehr zur Verfügung, die auch die Lohnempfänger selbst hätten. Ein Viertel mehr Geld, und alle Klagen wären schlagartig verstummt. Diese Tatsache sollte man nie vergessen, dass die in Deutschland so leidenschaftlich gepflegte ‚Lohnzurückhaltung‘ noch an ganz anderen Orten Flurschaden anrichtet als im Geldbeutel der unmittelbar Entgoltenen.

Aber dieses Argument bringt ja gottlob nicht einmal die Gewerkschaft, also bleibt das Konzert der Bertelsmänner unbeeinträchtigt, die Sirenengesänge, noch den letzten Hosenknopf zu privatisieren, bestimmen die politische Tonlage, und die öffentliche Infrastruktur wird weiter Schritt für Schritt zu Schrott verarbeitet.
Dabei bietet die Studie durchaus auch humorvolles.

So wird die Erreichbarkeit von Kliniken grundsätzlich per PKW berechnet. Das zu Zeiten der CO2-Steuer-Debatte, die gerade auf die Erschwerung der Fortbewegung im ländlichen Raum abzielt. Nun, ohne PKW braucht es entweder deutlich mehr Krankentransporte oder aus Minuten werden problemlos Stunden (von der Nacht ganz zu schweigen).

Menschen ohne PKW, ob sie sich keinen leisten oder keinen mehr fahren können, sind von Bertelsmännern nicht vorgesehen, genau zu dem Zeitpunkt, an dem der PKW-lose Zustand zum politischen Ideal erhoben wird.

Nun, selbst die Krake kann nicht alles wissen….

Quellen:

  1. https://www.fr.de/wirtschaft/volltreffer-schroeder-11711543.html
  2. https://www.heise.de/tp/features/Lobbyismus-Koenig-Bertelsmann-3572721.html
  3. https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/lobbyismus-in-der-eu/
  4. https://www.derwesten.de/politik/kraft-lobt-ihr-projekt-kein-kind-zuruecklassen-id11880478.html
  5. https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/VV_Bericht_KH-Landschaft_final.pdf
  6. https://www.nachdenkseiten.de/?p=53434
  7. https://www.fr.de/wirtschaft/interview-bertelsmann-studie-allein-krankenhaeuser-schliessen-hilft-nicht-12824213.html

Bildquelle:  gallofilm/ Shutterstock

+++

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

14 Kommentare zu: “Tagesdosis 20.7.2019 – Die Lüge, die infame Lüge und Bertelsmann

  1. Bertelsmann ist ja nun bekannt dafür, was es ist.
    Die genannte Studie als Anlass zu nehmen, Bertelsmann zu kritisieren, ist aber lustig.
    Dass 50% der deutschen Kliniken überflüssig seien, aber nur Geld kosten und sonst keine Schäden anrichten, wäre ein Luxusproblemchen.

    90% der von deutschen Universitäten ausgebildeten Mediziner sind geistig behindert (mit autistischer Inselbegabung Telefonbücher auswendig lernen können, NC-Fach und weiter Bulimielernen).
    Stichwort „Wie gestört ist unsere Gesellschaft?“
    Und so erstrebenswert es ist, geistig Behinderte zu integrieren, in der Verantwortung vom Medizinern wäre es doch besser, wenn dort Leute wären, die nicht nur Auswendiglernen können.
    Darum liegt hier Bertelsmann ausnahmsweise mal nicht völlig falsch; klar verfolgt Bertelsmann andere Motive, aber das ist ja klar.
    Die flächendeckende Besetzung mit solchen Medizinern führt zu Fehldiagnosen und daraus zu Fehlbehandlungen und die sind nicht nur „überflüssig“ und nicht nur interessant für die Finanzen (Fehldiagnose→Fehlbehandlung→Verschlimmerung→Folgekosten, das haut dann erst so richtig rein), sondern vor allem schädlich für die betroffenen Menschen.
    Die Berufsgruppe der Mediziner schadet den Menschen, was das Gegenteil des offiziellen Berufsethos ist.
    Da ist Bertelsmann ausnahmsweise mal nicht das zu kritisierende, sondern mit seinem Fazit noch harmlos; die Berufsgruppe der Mediziner hat fertig, und zwar komplett bis auf Chirurgie von Unfällen, aber alles andere ist „Rette sich wer kann“.

    (Und bei der Chirurgie von Unfällen passieren auch Fehler, aber das ist „wo gehobelt wird fallen Späne“; die Fehldiagnosen bei der Erkennung von Krankheiten sind systembedingt, weil offensichtlich 90% der Berufsgruppe glaubt, die Fähigkeit Telefonbücher auswendig lernen zu können wäre was ähnliches wie 1+1 zusammenzählen zu können, aber genau da zeigt sich ja die geistige Behinderung von 90% der Mediziner.)

  2. Bolognaprozeß? Ein Fußtritt ins Gesicht des humboldtschen Bildungsideals. Noch größere Nähe zwischen Hochschule und Wirtschaft, wodurch oftmals noch mehr persönliche Bildungsfreiheit den Studenten/innen genommen wird. Wo es früher in älteren Studienordnungen im Diplom oder anderen Abschlüssen noch mehrere Wahlpflichtfächer zu belegen und absolvieren gab, hat man heute oftmals nur noch ein Wahlpflichtfach in dem man seine Interessen jenseits der Studienordnung ausleben darf.

    Wurde der Bachelorabschluß früher von der Wirtschaft hochgehalten und gefeiert, da junge Akademiker/innen auf den Arbeitsmarkt ströhmten, kam bald die Ernüchterung für viele Bacheloranden/innen, eben noch einen Master anhängen zu müssen, weil sie mit dem Bachelorabschluß nicht die entsprechenden interessanten Jobs bekommen oder als zu „grün“ nicht vermittelbar sind.

    • Moin, MarioFM, ich halte diesen Bolognaprozess ueberhaupt nicht fuer einen „unausgereiften Schnellschuss“, sondern fuer einen strategischen Akt, der uns (die Massen) verdummen soll. Nur, wer nicht genuegend analytisches Potential in der Birne hat kann gekapert werden und mit seichten Filmen und Dokus unterhalten werden.
      Es war uebrigens auch eine emanzipatorische Tat von Luther, die Bibel in eine Sprache uebersetzt zu haben, die (fast) alle sprachen, als der Pfaffe noch Gewicht hatte in der Verkuendung der Wahrheit der Herrschenden. Heute hat das weitgehend die Glotze uebernommen!

      mfG

  3. Sehr guter Beitrag. Danke Frau Henn. Die Spaltung der Unis in Exzellenzuniversitäten und normale ist wieder ein bewusster Akt Kooperation zu verhindern und Konkurrenz zu fördern.
    Solange sich die Unis mit 15 Millionen im Jahr korrumpieren lassen, nicht verstehen wollen auf was sie sich da einlassen und ihr Herz nicht mit einbringen, ist keine Besserung in Sicht.

  4. toller Beitrag, und leider alles wahr die Bertelsmann sind und werden es wohl auch immer sein korrupt. doch man kann dies und mehr auch bei der Sendung „die Anstalt“ erfahren, auch das Bertelsmann nicht die einzige firma ist die genau das tut aber eines haben sie alle gemeinsam die „Atlantik brücke“ Organisation. sie stellt Geld Mann und idee diesen firmen. alles war wenn man nachforscht sie sind arrogant und versuchen nicht mal alles zu verwischen.

  5. „Statt genug Geld für gesundes Essen gibt es Ernährungsberater, die die Armen unter Beobachtung nehmen.“
    Und mit der Abschaffung der sozial funktionierenden Gesellschaft wuchs parallel die Sozialsimulation
    und mit der Abschaffung von Demokratie die Demokratiesimulation
    und mit dem Ende der Toleranz kam Toleranz auf die Speerspitze des globalistischen Imperialismus,
    über Integration und Sicherheit wurde die Basis für die totale Kontrolle installiert ,
    Bildung wurde abgeschafft und über den Bolognaprozess zu einem Mittel der Optimierung des Menschen in der Welt der Produktion.
    — und mit in der Mitte dieser Entwicklung ist Bertelsmann — wer hat die gewählt ?

  6. Vielen Dank, Dagmar Henn!

    Die Bertelsmannstiftung kann man m.M.n. getrost dem tiefen Staat zuordnen! Mit den geschilderten Aktionen machen sich die Bertelsmänner schuldig an der geistigen und materiellen Verelendung der Bevölkerung.
    Wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass gerade vor wenigen Tagen 11 Universitäten zu „Exzellenzuniversitäten“ ausgerufen wurden, ist das genau die Kopie des US-imperialistischen Bildungssystems. Ein paar Reiche aus der sog. Elite bekommen die Ausbildung und der Rest der Bevölkerung soll dumm bleiben, so dass es gerade mal reicht sein Smartphone zu bedienen, oder die flachen Dokus im TV verfolgen zu können.
    Damit ist leider eine weitere Weiche gestellt, die verhindern soll, dass wir wieder die Oberhoheit ueber unsere Gedanken wiedererlangen sollen.

    mfG

    • Kann ich leider nur zustimmen.
      Wenn man sieht, dass Teile der sog. akademischen „Elite“ auf dem Niveau von Tagesschau und Spiegel argumentieren… dann erkennt man, wie flach das Niveau selbst an der Universität teilweise ist. Da gibt es auch Menschen, die haben wirklich null Ahnung von Geopolitik und beten das Märchen von „humanitären Einsätzen“ und „Medienkompetenz“ (=schaut ARD) herunter…

      Sind Gott sei DAnk nicht alle so, immer mehr wachen auf.

    • ja ich stimme auch voll und ganz zu, aber wie wollen wir das ändern? Weltweit gibt es nur negative Beispiele für bessere Regierungsformen! Es sei denn, wir schlössen uns der Eidgenossenschaft an! Die armen Schweizer! 🙂

    • Moin, wolfcgn, Ja, da kommen wir zu einer interessanten Frage!
      M.M.n. geht es nicht nur darum, die Bildungspolitik wieder in Bahnen zu lenken, wie sie seinerzeit in den den 70ern sich zu entwickeln begann (2. Bildungsweg, Abi und Studium fuer Arbeiterkinder).
      Heute ist (siehe Artikel von D. Henn) viel mehr zu reorganisieren! Als Marxist und Leninist habe ich schon klare Vorstellungen, wie bzw. was sich ändern muesste, um ein Wohlbefinden der meisten (der Gesellschaft) zu erreichen. Doch das wird sicher kein leichtes Unterfangen sein, wenn man allein die Reaktion der französischen Herrschenden sieht, gegen eine Bewegung, die noch nicht einmal die Herrschaftfrage gestellt hat, sondern „nur“ Systemimmanent Forderungen stellt, die ihren Lebensstandard verbessern sollen; also in dem eigentlichen Sinne sozialdemokratische Forderungen stellt.
      Ich glaube, dass wir wohl noch eine ganze Weile um diese Fragen herum diskutieren muessen, aber ganz bestimmt noch viel mehr Menschen ueberzeugen muessen ihren A… vom Sofa hochbewegen zu muessen.

      mfG

Hinterlasse eine Antwort