Tagesdosis 21.10.2019 – Barcelona und London – Der unaufhaltsame Zerfall der EU

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Das vergangene Wochenende hat den unaufhaltsamen Zerfallsprozess der Europäischen Union einmal mehr an den Tag gelegt. In London wurde die inzwischen drei Jahre und fünf Monate zurückliegende Wahlentscheidung zugunsten eines Brexits ein weiteres Mal mit Hilfe parlamentarischer Winkelzüge missachtet. In Barcelona prügelten Polizisten des EU-Mitgliedes Spanien Dutzende von Menschen krankenhausreif, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahmen.

Enthüllend war auch die Art und Weise, mit der die Mainstream-Medien auf beide Ereignisse reagierten: Die Debatte im Londoner Parlament konnte auf verschiedensten Kanälen über Stunden live verfolgt werden und die Demonstration von EU-Befürwortern vor dem britischen Parlamentsgebäude wurde in allen Nachrichtensendungen ausführlich erwähnt. 

Dass in Katalonien mehr als eine halbe Million Menschen demonstrierten, wurde nur am Rande erwähnt, und die brutalen Übergriffe der spanischen Polizei auf überwiegend  jugendliche Demonstranten in Barcelona wurden schlichtweg übergangen.

Diese Art der Berichterstattung ist kein Wunder: Die öffentlich-rechtlichen Sender werden von der Politik kontrolliert, während die Privatsender sich im Besitz ultrareicher Familien befinden. Beide – sowohl Politiker als auch die Finanzelite – haben ein eminentes Interesse daran, die EU in ihrer gegenwärtigen Form zu erhalten, da sie jahrzehntelang von ihr profitiert haben und diesen Trumpf nicht freiwillig aus der Hand geben wollen.

Das allerdings wird immer schwieriger, da die Kluft zwischen beiden Gruppen und der arbeitenden Bevölkerung kontinuierlich zunimmt. Ursache dafür sind die Entwicklungen im Wirtschafts- und Finanzsektor, die die Wohlhabenden immer stärker begünstigen, während der Lebensstandard der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung entweder stagniert oder sinkt.

Da die meisten Menschen diese Zusammenhänge aber nicht durchschauen, ist es sowohl den Brexit-Befürwortern als auch den katalonischen Separatisten gelungen, eine große Anhängerschaft zu gewinnen, obwohl ihre rein nationalistischen Ziele – ein Austritt Großbritanniens aus der EU und eine Ablösung Kataloniens von Spanien – keines der bestehenden Probleme lösen werden. 

Im Gegenteil: Die Folgen des Brexits oder einer möglichen Loslösung Kataloniens von Spanien würden von der Wirtschafts- und Finanzindustrie mit absoluter Sicherheit auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt werden.

Besonders absurd ist momentan die Situation in Großbritannien: Während ein Großteil der Wirtschafts- und Finanzelite den Brexit mit allen Mitteln zu verhindern sucht, haben mehrere Hedgefonds seit einiger Zeit eine Gegenposition bezogen und versuchen, aus dem Brexit Profit zu schlagen: Sie haben Boris Johnson in seiner Pro-Brexit-Kampagne unterstützt, auf den nach seiner Wahl tatsächlich eingetretenen Wertverfall des Pfundes gewettet und mittlerweile milliardenschwere Wetten auf einen Austritt Großbritanniens aus der EU zum 31. Oktober dieses Jahres abgeschlossen.

Ob ihre Strategie Erfolg haben wird, werden wir in wenigen Tagen wissen. Dass es überhaupt möglich ist, auf derartige Weise durch eine Kombination aus Wetten und politischer Manipulation Milliardengewinne zu erzielen, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand, in dem sich sowohl unser gegenwärtiges Wirtschafts- und Finanzsystem als auch die parlamentarische Demokratie befinden. 

Was aber wäre dann die Lösung? 

Die einzige Art, die Lebensverhältnisse der Bevölkerungsmehrheit in der EU zu verbessern, bestünde darin, die gegenwärtige allumfassende Herrschaft der Finanzgiganten – also in erster Linie der Großbanken und der Hedgefonds – zu beenden, das globale Wettcasino stillzulegen, die Steueroasen zu schließen, Steuer- und Erbschaftsgesetze zu ändern und den Finanzsektor wieder der Realwirtschaft unterzuordnen. 

Erst wenn die Mehrheit der Menschen die Funktionsweise des gegenwärtigen Finanzwesens durchschaut, sich gewaltfrei, aber mit Nachdruck  und vor allem über alle Landesgrenzen hinweg dagegen auflehnt, hat Europa eine Chance, zu einem Europa der Mehrheit zu werden und nicht noch weiter zum Spekulationsobjekt der gierigsten Teile der Finanzelite zu verkommen. 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis:  astonphoto / Shutterstock

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16 Kommentare zu: “Tagesdosis 21.10.2019 – Barcelona und London – Der unaufhaltsame Zerfall der EU

  1. Was die Rolle des Finanzsektors angeht, stimme ich mit Ernst Wolff vollkommen überein. Doch die EU hat noch tiefere Probleme: das totale Demokratiedefizit. Von vier Gremien werden drei nur von den (27 oder 28) Regierungen bestückt und das Europa-Parlament hat nicht die Funktion eines Parlamentes.

    Die Abstimmungsmechanismen sind so, dass es viel leichter ist, Beschlüsse zu verhindern, als Beschlüsse zu fassen. Deshalb ist von der EU nichts zu erwarten, wenn sie nicht reformiert wird. Leider ist die Konstruktion der EU in der Öffentlichkeit genau so unbekannt wie die Funktionsweise der Hochfinanz.

    Wer mehr wissen will, lese hier:
    https://kritlit.de/syskrit/deurod.htm

  2. Unaufhaltsamer Zerfallsprozess der Europäischen Union? Von wegen. Das werden die transatlantischen Elite-Gruppierungen nie zulassen – lieber treiben sie die Einheit der EU nach altbewährter Methode voran, nämlich, durch eine „neue Bedrohung“, evtl. sogar durch Krieg! Sie sind ja schon lange am Feindbild-Schaffen- und der sei im Osten…
    Erst vor ein paar Tagen stellte ich hierunter: https://kenfm.de/tagesdosis-15-10-2019-ja-was-ist-denn-mit-den-amerikanern-los/ in einem Kommentar die Frage, ob man bei den transatlantischen Thinktanks beschlossen habe, künftig der EU die Rolle des „Welt-Schur…“ – äh – "Welt-Polizisten“ zu übertragen?

    Aber ich hätte nicht gedacht, dass der nächste Schritt so schnell kommen würde, nämlich heute:
    Kramp-Karrenbauer hat nämlich heute eine international kontrollierte Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei gefordert. Und der CDU-Falke Roderich Kiesewetter bringt – lt. T-online, – erstmals einen Einsatz der Bundeswehr ins Spiel und spricht sich für den Aufbau einer humanitären Schutzzone aus, die von 30.000 bis 40.000 Soldaten aus EU-Ländern abgesichert werden könnte. Man müsse "natürlich auch bereit sein, europäische Soldaten, darunter auch die Bundeswehr, dorthin zu senden", sagte Kiesewetter im Inforadio des RBB. Außenminister Heiko Maas sagte aber, es sei zu früh für solche Überlegungen.“

    Aha, noch zu früh – gell, die Deutschen sind noch nicht bereit, da muss der Herr Außenminister noch a bisserl warten, bis die Medien sie noch ein bisserl mehr bearbeitet haben. Und dann – ist es dann Zeit?

    Schritt für Schritt arbeiten sie darauf hin. Und England? Wird es, wenn es soweit ist und die Umwelt- und Klima-schädlichen Bomben und Tornados nur so fliegen, dann rechtzeitig draußen sein aus der EU und wieder mal andere für die Interessen der City of London und der Wall Street kämpfen lassen?
    Damals, als Franklin D. Roosevelt Krieg wollte (Siehe Dirk Bavendamm: „Roosevelts Weg zum Krieg“), da galt das breite Bündnis gegen Hitler als „Friedensfront“ (siehe S. 593) – heute heißt das breite Bündnis gegen den IS (der übrigens auch nicht ohne westliche „Interventionen“ so mächtig geworden wäre) „International kontrollierte Sicherheitszone.“
    Will die, in Deutschland unbeliebte Frau Kramp-Karrenbauer sich mit ihrem Vorpreschen bei den entsprechenden transatlantischen Eliten beliebt machen, damit sie sie doch noch zur nächsten Kanzlerin machen? Denn meiner Meinung nach werden deutsche Kanzler schon länger nicht mehr in Deutschland von Deutschen ausgewählt, sondern das geht heutzutage ungefähr so, wie wir schon im Februar 2003 erleben mussten, als eine gewisse CDU-Oppositionspolitikerin nach Washington flog, um sich beim „Bonesman“ und US-Präsidenten George W. Bush lieb Kind zu machen, indem sie ihm deutlich machte, dass sie beim Irak-Krieg mitgemacht hätte und um in der Washingtonpost den Artikel „Schroeder doesn`t speak for all Germans“ zu schreiben, siehe hier: https://www.washingtonpost.com/archive/opinions/2003/02/20/schroeder-doesnt-speak-for-all-germans/1e88b69d-ac42-48e2-a4ab-21f62c413505/

  3. Man kann die Finanzwirtschaft mit Recht kritisieren, man muss dazu aber keine an den Haaren herbeigezogenen Verbindungen herstellen. Man muss dazu auch kein Freund dieser EU sein um festzustellen, dass es sich bei dem Artikel um Propaganda handelt. Barcelona ist ein innerspanisches Problem. Was den Brexit betrifft, so erfolgte das Votum unter Einfluss eines Aufwieglers, Nigel Farage. Die Briten sollten sich bei kuehlem Kopf und mittlerweile Kenntnis der Sachlage nochmal entscheiden koennen.

    • Nach dem Motto: "So lange abstimmen, bis das Resultat passt" ? Das lieben alle Finanzfaschisten! Wenn das Resultat nicht passt, wie z.B. auf der Krim oder in Sachen Beendigung der Personenfreizügigkeit EU/Schweiz, dann finden die Fifas Tausende von Gründe, um selber das Recht und die Verfassung zu brechen.

      Die europäische Wirtschaftsunion genannt EU, die als Wirtschaftsclub der NATO fungiert, hat massivste demokratische Mängel. Und genau das ist es, was die wertschöpfenden Bürger in Grossbritannien störte.

      Hier eine aktuelle Diskussion mit dem "Aufwiegler" – "Nigel Farage Vs Extinction Rebellion Protester"
      https://www.youtube.com/watch?v=0vOxgzIeSt4

    • @Geld_regiert_die_welt

      Katalonien wollte in der EU bleiben, Irland, Wales und Schottland auch. Wie halten Sie's nun mit der Demokratie ? Und was das ganze mit Finanzfaschisten zu tun hat muessten Sie erklaeren. Mit einen Konglomerat an populistischem Geschwafel kommen wir nicht weiter.

    • "Mit einen Konglomerat an populistischem Geschwafel kommen wir nicht weiter." Warum betreiben Sie es dann?

      Ich habe nirgendwo behauptet, Katalonien wolle aus der EU austreten. So wie ich das mit meinen bescheidenen Spanischkenntnissen verstehe, will eine Mehrheit der Katalanen mehr Autonomie.

      In Grossbritannien ist die Sache eindeutig. Vertragspartner mit der EU ist London. Wales stimmte mit 53% für den Austritt. Wenn Schottland sich von Grossbritannien trennen will ist das eine andere Frage.

    • @Geld_regiert_die_welt

      Nach den letzten Wahlergebnissen in Wales wo das Anti-Brexit-Lager gewonnen hat und den Umfragen insgesamt ist die Stimmung wieder in Richtung Verbleib umgeschlagen. Das wirft natuerlich Fragen bzgl des Sinns von Volksabstimmungen ueberhaupt auf ueberhaupt wenn die Meinungen tief gespalten sind wie im Fall des Brexit.

    • Wenn Sie wüssten, was die Finanzfaschisten hinter den Kulissen alles tun, um das Resultat von Volksabstimmungen, die gegen ihren Willen ausgegangen sind, in ihr Gegenteil zu verkehren, dürften Sie kaum schreiben was Sie schreiben.

      Dass es gelingt, Wahlen zu beeinflußen, sollte Sie noch stärker beschäftigen, als die Tatsache, dass die CFR-Medien Sie glauben lassen, Volksabstimmungen würden durch "Aufwiegler" wie Nigel Farage in die falsche Richtung entschieden.

    • Klar ist die Masse manipulierbar. Nur ist das keine Einbahnstrasse wie Sie es scheint's glauben. Auch hinter Farage stehen diverse Interessen, Schwaechung eines moeglichen Konkurrenten, USA, Russland, scheint's gab es persoenliche Zuwendungen …

    • gaga?

      Nun, die "persoenlichen Zuwendungen" in Hoehe von ca 500.000 Pfund durch Arron Banks hat Farage zugegeben, sie waren natuerlich rein privater Natur.

      Und hier koennen Sie die seltsamen Machenschaften Farages in Zusammenhang mit Spekulationen gegen das Pfund und dem Brexit Referendum nachlesen.

      https://www.bloomberg.com/news/features/2018-06-25/brexit-big-short-how-pollsters-helped-hedge-funds-beat-the-crash

    • Vielen herzlichen Dank, sehr geehrter fufu, für Ihre Bemühungen, mich auf eine Seite von Michael Bloomberg zu verlinken. Ich will mich bei Ihnen gerne mit einem deutschsprachigen Link revanchieren:
      https://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

      Michael Bloomberg ist dort zwar nur eine Fussnote – aber immerhin erwähnt. 🙂

  4. Herr Wolff, Ihr Beitrag trägt zur geforderten Lösung nicht bei. Ich beziehe mich dabei auf alles, was Sie hier bezüglich Kataloniens schreiben.

    Zunächst haben Sie wohl nicht richtig hingeschaut bei dem Mainstream-Medien. Ich habe öffentlich wie privat gesehen, wie über die Hunderttausende Friedliche und einige Randalierer in Barcelona berichtet wurde. Das bedeute nicht, dass ich mit diesen Medien einverstanden bin, genausowenig wie mit Ihrer Berichterstattung, die von erstaunlicher Unkenntnis oder Einseitigkeit zeugt.

    Sie schreiben von Übergriffen der SPANISCHEN Polizei. Das ist insoweit richtig, als die Katalanen Spanier sind, so wie die bayrische Polizei eine deutsche Polizei ist.

    Aber was war das Besondere diese Mal? In den Kampf mit den gewalttägigen Separatisten wurden nur die Mossos eingesetzt. Die Mossos sind eine katalanische Polizei – andere spanische Nationen haben m.W. übrigens keine Regionalpolizei. Nur die Lokalpolizeien wie in ganz Spanien, in Barcelona die Guàrdia Urbana. Die spanische Nationalpolizei wurde nur zur Sicherung von öffentlichen Gebäuden etc. eingesetzt, die spanische Guardia Civil überhaupt nicht! Eine bewußte und gute Entscheidung der Führung für den Polizeieinsatz. Es gibt eben keinen Grund, die SPANISCHE Polizei zu beschuldigen. Die war in diesem Sinne ja gar nicht dabei.

    Warum haben Sie diese Besonderheit – man denke an die Polizeieinsätze vom 1.10.17 zum illegalen Referendum – unterschlagen? Wollten Sie wie so viele Separatisten wieder einen Kampf Spanien vs. Katalonien insinuieren? Oder sind Sie einfach nur auf deren Propaganda hereingefallen?

    Nicht richtig ist, dass Sie nur von Übergriffen der Polizei schreiben. Sicherlich mag es neben iditiotischem Vandalismus gewaltbereiter Separatisten auch brutale Übegriffe der Polizei auf jugendliche Demonstranten gegeben haben. Kann schon sein, ich war nicht dabei.

    Wichtige Tatsache aber bleibt: Hunderttausende Katalanen haben friedlich demonstriert. Einige Separatisten sind so frustriert, dass sie einfach keine Mehrheit für ihren Wunsch nach Unabhängigkeit finden, dass sie gewalttätig werden. Dazu kommen Randalierer. Die haben das Bild der letzten Tage in Barcelona bestimmt. Nicht etwaige Übergriffe der Polizei. Nebenbei, Krieg kennt keine Regeln, deswegen bin ich auch für friedliche Lösungen, so lange es irgendwie geht.

    Nach den Berichten, die mir vorliegen, sind die Mossos dieses Mal adäquat gegen die Randalierer vorgegangen und nicht so idiotisch wie die spanische Polizei am 1.10.2017 zum illegalen Referendum, bei dem die separatistische Regierung die Krankenhäuser angewiesen hat, auch die als Verletzte zu zählen, die nach Bildern von Polizeieinsätzen Angst hatten. (https://www.elmundo.es/cronica/2017/10/08/59d9237646163f58078b45c2.html) Aber zugegeben, auch ich habe keine komplette Gesamtübersicht, obwohl aufgrund meiner Kontakte vermutlich mehr als Sie, Herr Wolff. Denn ich glaube nicht, dass Sie absichtlich so einseitig informieren.

    Wenn Sie wissen wollen, wie gewalttätig und fanatisch es auf den Straßen Kataloniens tatsächlich zugeht, dann schauen Sie doch mal hier: https://www.elmundo.es/cataluna/2019/10/15/5da5c81321efa0660f8b4629.html
    Das Video zeigt, wie ein Twen eine ca. 60-jährige Frau zu Boden schlägt, weil sie mit einer spanischen Flagge auf der Strasse tanzt und singt: "Ihr seid auf spanischem Boden!"

    Es gibt auch genügend andere Bilder von gewalttätigen Separatisten, aber auch Unionisten. Das sollte aber nicht das bestimmende Thema sein.

    Sie "hauen" Barcelona und London "in einen Topf" für den Zerfall der EU. Die Separatisten wollen in der EU bleiben! Die wollen nicht raus wie die Brexiteers. Wie gehört das denn zusammen? Wußten Sie das nicht? Ist Ihnen auch das entgangen?

    Tatsächlich unterscheidet sich die Politik Madrids und der Separatisten in allen wesentlichen Fragen wie NATO, EU und Neoliberalismus genauso weit, wie die Politik von Merkel und Söder. Kein bischen. Der Separatismus ist teilweise ein Geschäft und nützlich für Madrid und Barcelona, um von den sozialen Problem in Spanien abzulenken. Dafür wurde die katalanische Jugend in den Schulen und in den Medien massiv indoktriniert. 12 Jährige werden von ihren Lehrern durch die Stadt marschiert, um separatistische Parolen zu grölen. https://twitter.com/rhg_cat/status/1141425684465803264

    Leider tut kenfm, das Medium das ich sehr, sehr schätze, seit 2 Jahren nichts, um Informationen über diesen innerkatalanischen Konflikt – der eben kein Konflikt Katalonien gegen Spanien ist, zu publizieren. Vor einem Jahr gab es noch mal einen Beitrag von einem Autor, der selber zugab, seine Informationen von seiner katalanischen Tante und einigen Urlaubsaufenthalten zu haben. Na toll!

    In Sachen Klima hat kenfm alle Beteiligten zu Wort kommen lassen und das als vorbildlichen Journalismus gekennzeichnet, was ich auch so sehe. In Sachen Katalonien Schweigen. Das ist gar kein Journalismus.

    Mir ist ja klar, woran das liegt. In der Linken sind wahnsinnig viele hereingefallen auf die Separatisten, die sich außenpolitisch stets links geriert haben. Die ERC (Republikanische Linke Kataloniens) als großer Bestandteil der Separatisten führt "links" sogar im Namen. Die sind aber nicht links. Haben teils faschistische und rassistische Wurzeln. Nationalsozialismus ist nicht links!

    Wenn man die Situation hier in Spanien verstehen will, muss man sich schon bemühen, spanische und katalanische und valenicanische Quellen zu lesen. Dann auf die Straße gehen und mit den Menschen reden.

    Bitte kenfm: Wo bleiben Euere Beiträge zum Katalonienkonflikt?

  5. – wenn das stimmt, dass der Finanzmarkt schon darauf spekuliert – ist der Brexit scheinbar nun festgelegt und wird zu 99% am 31.10. durchgedrückt. Ich würde gerne über den Inhalt wissen, was die Elite GB/EU/USA ausgehandelt haben?!? Wir sind gespannt…wobei heutige Meldungen besagen, dass ein Verschiebungsantrag gestellt wurde. Wie heißt es von Albrecht Müller…glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst.

    …und zur "nebensächlichen Erwähnung der jugendlichen, katalonischen Aufstände"…es ist in den Medien zu lesen, dass "hunderttausende" Menschen in London gegen den Brexit erneut auf der Straße waren. Ist dies Verharmlosigung? z.B. die berichtet die Tagesschau von Hunderttausenden. Immerhin der Deutschlandfunk berichtet; Hunderttausende, laut Veranstalter waren es 1 Million. (was aber rüber kommt, wie wenn der Veranstalter maßlos übertreibt). RT Deutsch "erwartet" 340.000-400.000. Und statt dass das britische Parlament dies hört (es wäre ja demokratisch das Volk zu fragen). Immerhin sind eine Million oder eine halbe Million Demonstranten bei 46,5 Mio. brititsche Wahlberechtige immens viele – 1-2% – und das allein nur in London – bei ca. 5,6 Mio. Wahlberechtigte wären 0,5 – 1,0 Mio. Demonstranten sogar 9-18% – und es wird nicht berichtet was im restlichen Teil des Königreichs los war/ist?!?) …und was macht Boris Johnson? Er redet von Schnellverfahren (jetzt auf einmal? Kann man da wirklich noch von reden nach 3,5 Jahren seit Voting?) und muss laut Parlamentsabstimmung eine erneute Verschiebeung beantragen. Ich denke das Volk weiß was es will. Man könnte abstimmen: Brexit Sofot "Ja" oder "Nein", dann EU-Verbleib. Dann wären alle Diskussionen beendet.

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