Tagesdosis 21.11.2019 – Stasi-Inquisition 2019. Im Verborgenen Gutes tun!

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Zu Beginn eine kurze Erläuterung. Im September 2019 ging ein Raunen durch den verbliebenen deutschen Restblätterwald. Der DuMont-Verlag trennte sich von der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier, um sie an einen Privatinvestor zu veräußern. Die Besonderheit, der Privatinvestor stellte sich als Berliner Ehepaar dar (1). Branchenfremd, jedoch bestückt mit entsprechendem, also ausreichendem Kapital.

Das Vermögen des Unternehmerehepaars Silke und Holger Friedrich resultiert aus dem beruflichen Vorleben. Holger Friedrich gründete 2009 den Technology Think Tank CORE. Zuvor war er unter anderem Vorstand der Software AG und Partner bei McKinsey & Company. Seine Frau leitet die Berlin Metropolitan School, eine internationale Schule mit über 1.000 Schülern. Beide sind DDR-Geborene, bekennende Berliner. Ost-Berliner (2).

Branchenfremde Quereinsteiger? Medienkenner waren irritiert, andererseits auch begeistert, endlich andere Visionen und Blickwinkel in der kränkelnden Gilde des Zeitungshandwerks. Zitat: „Als Gewerkschaften erwarten wir, dass die neuen Eigentümer verantwortungsvoll den Traditionstitel durch den Medienwandel führen, ihr unternehmerisches Geschick auf den Berliner Verlag übertragen und damit die Ungewissheit für die Mitarbeiter ein Ende hat“, warnten sie.

Die Wochen zogen ins Land und das Ehepaar stellte sich den kommenden Herausforderungen und vor allem hohen Erwartungen. Nun ergab sich am 16.11.2019 eine neue Entwicklung, mit der so gar keiner gerechnet hat. Genau eine Woche nach der breit beschworenen Glückseligkeit über den 30. Jahrestag der sog. Maueröffnung kam ein Phänomen zu Tage, welches genau vor 30 Jahren auch seinen Ursprung fand. Das Phänomen der Stasi-Inquisition (3). In den meisten Fällen reicht eine aus den Tiefen der Archive gezauberte Akte, um der personifizierten Häresie erst medial, dann beruflich, final persönlich Herr zu werden. Verantwortlicher Inquisitor über Fortbestand eines Daseins war und ist die jeweilige Leitung und damit entsprechender Namenspatron der gefürchteten Stasi-Unterlagen-Behörde.

Nach Joachim Gauck (1990 bis 2000) und Marianne Birthler (2000 bis 2011) darf sich nun seit acht Jahren Roland Jahn über lancierte Aktenveröffentlichungen und damit verbundenen Biografiewendungen als Stasi-Inquisitor darstellen. Die Behörde wurde unmittelbar mit dem Ende der DDR im westdeutschen Verständnis einer Aufarbeitung installiert und seitdem mit Millionen von Steuerzahler-Euros staatlich gepflegt.

Ich möchte nun nicht auf die jüngst veröffentlichten Erkenntnisse über Holger Friedrich und seiner biografischen Situation in der DDR eingehen. Wer ein Interesse daran hat, dem sei der verlinkte Artikel, die Stellungnahme von Friedrich empfohlen (4).

Die erste Frage die sich mir stellte, nach vermeintlicher Sensation, parallel dargelegt über Springers WELT und dem westdeutschen SPIEGEL – warum, warum jetzt? Warum wurde anscheinend unmittelbar nach Kenntnisnahme über die Investoren in den Redaktionsräumen der o.g. Branchenkollegen überlegt, wo und vor allem was lässt sich über die neuen Besitzer finden? Lag es an der Aussage von Holger Friedrich in der Ausgabe seiner Zeitung am 01.11.2019, Zitat: Auch weil heute dieselben Fehler wie damals begangen werden und ein großes Potenzial vergeben wird. In dieser Ignoranz und westdeutschen Selbstvergewisserung, Sieger der Geschichte zu sein, wird auch heute den neuen Herausforderungen begegnet.

In dieser Ignoranz und westdeutschen Selbstvergewisserung, Sieger der Geschichte zu sein? Soll heißen, jeder Ossi hat doch seine Stasi-Akte und bähm – Recht hatten sie? Wie schnell Inquisitor Jahn system-evident bedienen konnte, spiegelt die Macht dieser Behörde. Die TAZ formulierte es am 18.11. so, Zitat: Er ist einer von vielen. Der neue „Berliner Zeitung“-Verleger Holger Friedrich soll Stasi-IM gewesen sein. Der Umgang damit erzählt viel über den Osten – aber auch den Westen. Stasi ist dunkelster Osten, von dem schon länger nicht mehr die Rede war. Zum Glück bockt nun die Stasi-Enthüllung das gewohnte Ostler-Bild wieder auf das alte, aber noch fahrbereite Chassis, um weiter durch das vertraute Dickicht der Vorurteile kreuzen zu können. Wie angenehm rollt es sich auf den gewohnten argumentativen Strecken, wenn man sich selbst – einzig biografisch bedingt – nie fragen musste: Wie hätte ich gehandelt? (5).

Der letzte Satz lenkt in den von mir angedachten Ansatz. Seit 1990, mit Beginn dieser weiterhin andauernden Inquisition der Neuzeit, stelle ich regelmäßig diese eine Frage: Ist das Ministerium für Staatssicherheit, die damit verbundenen Strukturen bis hin zur Anwerbung und Verpflichtung von Bürgern ein rein ostdeutsches Phänomen der Deutschen Nachkriegsgeschichte?

Natürlich nicht. Auf westdeutscher Seite heißt das sehr aktive Pendant Bundesamt für Verfassungsschutz. Jedoch zehn von zehn Befragten negieren gedanklich für sich nachvollziehbare Parallelen ähnlicher Natur, der des MfS. Warum ist dem so?

Jüngst fuhr ich in Berlin U-Bahn. Statt gesenktem Blick auf das Display fokussierte sich mein Blick auf eine Fensterwerbung des Waggons. Der Text lautet: Im Verborgenen Gutes tun! Ausbildung und duales Studium beim Inlandsgeheimdienst. Ich blickte umher, niemand schien es aufzufallen, zu stören, geschweige denn zu echauffieren. Warum auch?

Offiziell wird die Arbeit des BfV wie folgt dargestellt: Den größten Teil seiner Informationen bezieht das Bundesamt für Verfassungsschutz aus öffentlichen Quellen, wie Zeitungen, Fernsehen, dem Internet, Flugblättern und ähnlichem. Zudem besuchen Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz öffentliche Informationsveranstaltungen beobachteter Organisationen (6). Nennt man das Stasi-Methoden. Nein, weil die Mitarbeiter des MfS Verbrecher am Volke darstellten. Diktatursystemlinge. Schlimme Menschen. Das BfV ist ein freundlicher Ausbildungsbetrieb.

Haben sie je von Bürgern gehört, die dieser Behörde und erweiterten Abteilungen zuarbeiten, also Inoffizielle Mitarbeiter sind. Nein? Warum ist so wenig bekannt, dokumentiert, geschweige denn diskutiert? Kein Thema für diese Gesellschaft, vermeintlich nicht nötig, weil nicht existent? Wohl kaum.

Online-Durchsuchungen. Die Behörde macht gegenüber der Öffentlichkeit keine Angaben zur Praxis der Online-Durchsuchungen. Ob grundsätzlich Online-Durchsuchungen durch Behörden zulässig sind, ist umstritten. Veröffentlichungen des Chaos Computer Clubs im Oktober 2011 berichteten über Mängel polizeilich und nachrichtendienstlich eingesetzter Software zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung und lösten die sog. Staatstrojaner-Affäre aus (6).

Sieh da, es wird also schon auch gegen die eigenen Bürger geschnüffelt. Nur von Staatsseite aus oder auch unter Mithilfe von Bürgern, Nachbarn, Freunden? Sind die Mitarbeiter des BfV nicht auch Mitbürger?

Ist ihnen ein prominenter westdeutscher Fall bekannt, hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem westdeutschen Inlandsgeheimdienst? Sind berufliche Karrieren in diesem Land, auch vor 1990, tendenziell maßgeblich gebunden in der Kooperation mit entsprechenden Institutionen?

Es gibt sehr wohl dokumentierte Fälle über Opfer des BfV. Sie sind eher unbekannt, weil schlicht nicht kommuniziert in den großen Medien. Interessierte googeln bitte Ulrich Schmücker (7), Klaus Traube (8), Gerhard Bialas (9) und Dr. Rolf Gössner (10).

Zitat: Dr. Rolf Gössner ist ein streitbarer Mann. Besonders wenn es um Grund-, Menschen- und Bürgerrechte geht. Das war er schon immer. Und weil er das schon immer war, wurde er auch „schon immer“ vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Einfach so (… ) Bis zum Jahr 2011 wurde Gössner über insgesamt 38 Jahre vom Verfassungsschutz bespitzelt…Als Begründung wurden Kontakte zu als linksextrem oder linksextremistisch eingestuften Organisationen wie der DKP, der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes oder dem Verein Rote Hilfe zum Vorwurf gemacht. Wohlgemerkt, Gössner war nicht etwa Mitglied dieser Organisationen, er hatte lediglich Kontakte in diesen Organisationen (10).

Es findet sich ein Zitat der beobachtenden Behörde: bei näherer Betrachtung (gehe es Gössner) nur darum, die Verfassungsschutzbehörden zu schwächen und dadurch die wehrhafte Demokratie der Bundesrepublik Deutschland zu unterminieren (10). Klingt wie in der DDR, das darf es aber nicht geben in unserer bundesrepublikanischen Demokratie.

Hat der Betroffene etwas bemerkt? Zitat: Ich habe immer wieder Merkwürdigkeiten feststellen müssen. Da gab es geöffnete Briefe, da wurden Nachbarn über meine Besucher ausgefragt. Offiziell erfahren habe ich von meiner geheimdienstlichen Überwachung erst nach 26 Jahren durch eine Anfrage beim Bundesamt für Verfassungsschutz . Das war 1996. Ich hatte Auskunft zu den Daten verlangt, die über mich gespeichert werden. Ich erhielt ein lückenhaftes Personendossier, eigentlich eher ein Sündenregister mit Artikeln, Reden und Interviews, die in »falschen«, weil vermeintlich linksextremen Publikationen veröffentlicht worden waren. (10).

Klingt wie von der Stasi, das darf es aber nicht geben in unserer bundesrepublikanischen Demokratie. Ja, er darf zumindest Akteneinsicht beantragen. Das Thema Informationsfreiheitsgesetz und existente Einschränkungen hinsichtlich gewisser Behörden und Organisationen würde aber den heutigen Rahmen sprengen.

Folgende Zeilen sind der Text zu einer Dokumentation aus dem Jahre 2017 : Im Inneren Kreis (11): Kennst du Deine Freundin oder kennt sie nur dich? Iris P. führte enge Freundschaften und ging intime Beziehungen mit Menschen ein, die sie zugleich ausspionierte. Als Verdeckte Ermittlerin „Iris Schneider“ forschte sie jahrelang die linke Szene und die „Rote Flora“ in Hamburg aus. Nach ihrer medienwirksamen Enttarnung im Jahr 2014 flogen innerhalb von 18 Monaten zwei weitere Verdeckte Ermittlerinnen in Hamburg auf: Maria B. (Tarnname „Maria Block“) und Astrid O. (alias Astrid Schütt). Auch sie arbeiteten mit ähnlichen Methoden wie Iris P. und waren viele Jahre undercover in der linken Szene unterwegs. Wie soll man diese Enthüllungen benennen – Stasi-Methoden oder BfV-Methoden?

Johannes Lichdi (Rechtsanwalt und ehemaliger GRÜNER Stadtrat der Jahre 2004 bis 2014 in Dresden) schrieb in: Der «Verfassungsschutz» – Fremdkörper in der Demokratie folgende Sätze: Man kann nur spekulieren, welche Abgeordnete des Sächsischen Landtags der Geheimdienst beobachtet. Es würde allerdings nicht überraschen, wenn er nicht nur Abgeordnete der NPD, sondern auch Landtagsmitglieder beobachten würde, die die zivilgesellschaftliche Mobilisierung gegen den jährlichen Neonaziaufmarsch am 13. Februar in Dresden unterstützen (12).

Beobachtet und/oder gelenkt? Warum sollte es 2019 z.B. bei der AFD oder anderen Parteien anders aussehen? Schon im Jahre 1988 fiel eine Gruppierung „Linke Liste Kreuzberg“ auf, die als Konkurrenz zur Alternativen Liste (West-Berlin Vorläufer der heutigen GRÜNEN) aufgebaut werden sollte. Die TAZ konnte damals berichten, Zitat: Bereits damals kam bei der AL der Verdacht auf, daß hinter der obskuren Parteiengründung jemand ganz anderes stecken könnte. Heute weiß der Fraktionsvorsitzende der AL, Wolfgang Wieland, mehr: „Mir liegen gesicherte Erkenntnisse vor, daß diese Parteiengründung vom Berliner Landesamt für Verfassungsschutz angeschoben wurde, um der AL in Kreuzberg zu schaden.“ (13) Zersetzung über wessen Methoden?

Andere Beispiele. Ohne die Mitarbeit, die Platzierung, Duldung und vor allem Finanzierung von Spitzeln und Zuarbeitern in der sog. Rechten Szene, hätte es keinen mordenden NSU, keine SSS (Skinheads Sächsische Schweiz) gegeben. Zitat aus dem Jahre 2002: Ein knappes Jahr nachdem im NPD-Verbotsverfahren V-Männer des Verfassungsschutzes aufflogen, wird nun bekannt: Nicht nur in der gefährlichsten rechtsextremistischen Partei sitzen V-Leute an maßgeblichen Stellen, sondern auch bei der Produktion von Rechts-Rock, der wichtigsten „Einstiegsdroge“ für junge Neonazis. Die Platten von Landser und White Aryan Rebels wurden von staatlichen Spitzeln vertrieben – wenn nicht sogar mit staatlichen Geldern produziert (14).

Der V-Leute-Einsatz in der NPD nahm solche Ausmaße an, dass 2003 15% oder jeweils 1 bis 2 Mitglieder der Bundes- und Landesvorstände mit V-Leuten des «Verfassungsschutzes» besetzt waren (15). Es folgte ein kurzes Skandälchen. Das gleiche gilt für die heutige militante Islamisten-Szene, wie jüngste Erkenntnisse im Fall Anis Amri zeigen.

Worum geht es mir? Es geht mir darum, dass die fortdauernde Dämonisierung der DDR seitens der bundesrepublikanischen Aufarbeitungsindustrie, gefördert vom Bund mit all seinen unterstützenden Institutionen, nur dahingehend strategisch genutzt wird, um von den eigenen Verfehlungen, nennen wir sie doch auch Verbrechen, abzulenken.

Was stellen eigentlich finanzierte Meinungsforschungsinstitute wirklich dar? Welche Rolle spielt der Bundesnachrichtendienst mit seinem Gebäude Orwellschen Ausmaßes in Berlin (Interessierten sei das Buch: Undercover – Der BND und die deutschen Journalisten von Erich Schmidt-Eenbohm wärmstens empfohlen). Wenn man all das mal zusammennimmt, sollte vielen Menschen langsam klar werden, dass das bundesdeutsche Gegenstück der sog. Stasi-Behörden in seiner Gesamtgröße nicht einmal in einer Verzehnfachung der Normannenstraße in Berlin (ehemaliger Sitz des Ministerium für Staatssicherheit) Platz fände.

Warum wollten daher Springers WELT und der SPIEGEL Auskünfte von der Jahn-Behörde, hinsichtlich des neuen Besitzers bei der Berliner Zeitung? Weil es von ihnen erwartet wird? Erfolgt bei Übernahme, Kauf, Wechsel eines westdeutschen Investoren, Sportlers, Eigentümers eigentlich auch die umgehende Recherche dieser Medien, ob eine Akte beim Bundesamt für Verfassungsschutz registriert ist. Blödsinn? Aha, warum?

Der NSA-Skandal, ALEXA, SIRI, Facebook, WhatsApp haben in den letzen Jahren Menschen mit einem Restbestand natürlicher Neugierde und Skepsis gezeigt, wo die Systemreise hingeht. Schon längst angekommen ist.

„Niemand soll auf ewig verdammt sein“, lässt Herr Jahn von der Inquisitions-Behörde gnädig im Interview nach den Enthüllungen über den Verleger Holger Friedrich vermelden (16). Existentielle und berufsbedingte Staatsnähe war und ist für viele DDR-Bürger weiterhin der Dolchstoß ihrer Biografie. Dies führte 1992 in den Anfangsjahren der Stasi-Inquisition bis hin zum Selbstmord eines PDS-Abgeordneten (17), jüngst im Jahre 2011 zum Suizid einer Frau nach Stasi-Vorwürfen (18).

Dass der Berliner Tagesspiegel heute annähernd genüsslich aus der Stasi-Akte zitiert: Dass dies nicht einfach ist, zeigt sich in der von der Stasi-Unterlagen-Behörde herausgegebenen Täterakte, die dem Tagesspiegel vorliegt, zeigt vor allem eins. Hier soll abermals ein öffentliches Exempel statuiert werden, ein Mensch, der anscheinend aktuell bestimmte Kreise stört, seziert und zerstört werden.

Die Verbrechen (u.a. Stichwort Berufsverbote) der westdeutschen Geheimdienste BND, MAD und BfV, seiner Mit- und Zuarbeiter seit Gründung der BRD werden nicht präsentiert, medial spärlichst thematisiert. Verschwiegen. Manipulierende Blendgranaten werden effektiv aus den staatlich subventionierten Stasi-Archiven hervorgezaubert und gezündet, je nach Bedarf.

Feind ist, wer anders denkt lautet der Titel einer Dauerausstellung über die Staatssicherheit der DDR in Berlin. Das denkt sicherlich auch aktuell ein Friedensaktivist, Zitat: Zweibrücken. Weil er Militärangehörige in Flugblättern dazu aufforderte, Details völkerrechtswidriger US-amerikanischer Drohneneinsätze öffentlich zu machen, muss der Friedensaktivist Hermann Theisen sich erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Siegen hat ihn wegen des Aufrufs zu Straftaten und Verstößen gegen Versammlungsauflagen angeklagt, wie das Landgericht Siegen am Dienstag bestätigte (19). Kopfschütteln.

Das die Vorgängerin von Roland Jahn, die Inquisitorin Marianne Birthler nun als Brückenbauerin fungiert, Zitat: Die „Berliner Zeitung“ kündigte an, die Stasi-Vergangenheit ihres Eigentümers Holger Friedrich aufarbeiten zu wollen. Nun erhält sie dafür mit Marianne Birthler prominente Unterstützung (20) kann dann auch nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen werden.

Quellen:

  1. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/koelner-medienhaus-dumont-gruppe-verkauft-berliner-zeitung-an-berliner-ehepaar/25023106.html?ticket=ST-20347547-NNHz7ZX3djUHahs09Os9-ap4
  2. https://archiv.berliner-zeitung.de/berlin/neue-eigentuemer-des-berliner-verlags-im-interview–wir-brauchen-gute-medien–33187964
  3. https://www.welt.de/kultur/medien/article203493762/Holger-Friedrich-Besitzer-der-Berliner-Zeitung-war-Stasi-IM.html?lid=1294366&wtrid=newsletter.eilmeldung.newsteaser…standardteaser
  4. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/holger-friedrich-in-eigener-sache-li.1468
  5. https://taz.de/Verleger-der-Berliner-Zeitung/!5638822/
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesamt_f%C3%BCr_Verfassungsschutz
  7. https://taz.de/!1791252/
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Lauschaff%C3%A4re_Traube
  9. https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Das-Landesamtverharrt-im-Kalten-Krieg-426426.html
  10. https://diekolumnisten.de/2018/03/17/der-fall-goessner-ein-verfassungschutzskandal-ohne-ende/
  11. http://www.iminnerenkreis-doku.de/
  12. https://www.weiterdenken.de/sites/default/files/downloads/Verfassungsschutz_Lichdi.pdf
  13. https://taz.de/!1828492/
  14. https://www.zeit.de/2002/34/Spitzel_des_Hasses
  15. https://www.weiterdenken.de/sites/default/files/downloads/Verfassungsschutz_Lichdi.pdf
  16. https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-11/stasi-mitarbeit-roland-jahn-berliner-zeitung-holger-friedrich
  17. https://taz.de/!1681060/
  18. https://www.neues-deutschland.de/artikel/205842.selbstmord-nach-stasi-vorwurf.html
  19. https://www.neues-deutschland.de/artikel/1128838.whistleblowing-friedensaktivist-erneut-vor-gericht.html
  20. https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/holger-friedrich-marianne-birthler-und-ilko-sascha-kowalczuk-sichten-stasi-akten-a-1297160.html
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11 Kommentare zu: “Tagesdosis 21.11.2019 – Stasi-Inquisition 2019. Im Verborgenen Gutes tun!

  1. Konkurrierende Geheimdienste, die eine Schattenregierung bilden, digitale Unternehmen, Presse und Politiker kapern und gleichzeitig sich von der Hochfinanz bezahlen lassen, also ein Kneuel undurchschaubarer Zusammenarbeit und Gegnerschaft bilden und für eigene Interessen alles Machbare als Legitim erklären mit Hilfe eigener erzwungener oder gekaufter Rechtsprechung sind das Produkt einer Gesellschaft ohne Rückrat im permanenten Angstzustand. Die devote Dienerschaft der veröffentlichen Meinung und die vorauseilende Zensur sind der Beweis einer Knechtschaft des WahnSinns.

    Julian Assange:

    "Zensur in den westlichen Ländern ist ebenfalls ein Problem und Zensur im Westen wird benutzt, um Zensur in anderen Ländern zu legitimieren. Missbräuche aufklärischer Ideale im Westen, die wir alle schätzen sollten, und der Zerfall dieser Ideale, lassen westliche Länder nicht nur verarmen, sie sind sogar ausreden für schreckliche Mssbräuche in anderen Ländern."

    "Jedes Mal, wenn wir Zeuge einer Ungerechtigkeit werden und nicht handeln, üben wir unseren Charakter in Passivität gegenüber diesem Geschehen und verlieren dadurch schließlich alle Fähigkeit, uns und diejenigen, die wir lieben, zu verteidigen."

  2. Und so wie die Staatssicherheit nicht verhindern konnte, dass das System DDR mit dem ökonomischen Schwächeln des großen Bruders UdSSR den Bach runterging; so kann auch der Verfassungsschutz nicht verhindern, dass das System BRD mit dem ökonomischen Schwächeln des großen Bruders USA den Bach runtergeht.

  3. Als wir im Jahre 1991 ein freiheitlich-demokratischem Studium der Rechte begannen, schwebte zu einer Gastvorstellung der damalige Bundesminister der Justiz, Klaus Kinkel, FDP. ein.
    Das war der Mann, der die Parole ausgab: „Wir müssen die DDR delegitimieren.“
    Damit ist alles gesagt.
    Das – nur das – war und ist Motiv, Kern, Inhalt, Ziel, etc.,etc. dieser knapp 30 Jahre westdeutscher „Deutschlandpolitik“ – nicht mehr aber auch nicht weniger.
    Wer da etwas anderes glaubt – nun der ist nicht unbedingt dumm – aber gläubig.
    Nun mag es dafür durchaus rational nachvollziehbare Gründe geben, das ändert jedoch nichts an der einfachen Tatsache: Es war keine „Vereinigung“ sondern eine „Unterwerfung“ – herbeigeführt, indem man den „Zoni“ dazu brachte, sich freiwillig zu unterwerfen – und de facto vollendet per 01.07.1990.

    Als die Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Treuhandanstalt Fahrt aufnahmen, wurde D. Rohwedder, welcher nebenbei einige „aberwitzige“ DDR-Industrie-Erhaltungs-Ambitionen hegte, ermordet.
    Die RAF (der dritten! Generation) soll sich zu dem Mord bekannt haben, auch habe man diverse Beweismittel gefunden.
    Wir wollen das überhaupt nicht in Abrede stellen – im Gegenteil.
    Nur daß die RAF auch der Spiritus Rector der Geschichte war, ist damit nicht gesagt – wenn man inzwischen hinlänglich bekannten Methoden einiger „Organe“ des westdeutschen Staates in die Betrachtung einbezieht – „Organe“, deren „genetischen“ Ursprünge bis zu so hoch effektive Behörden, wie z.B. das Amt IV oder das Amt VI. / Reichssicherheitshauptamt, zurückverfolgt werden können.

    Sei es drum – danach waren die Proteste gegen die Treuhand jedenfalls tot und die wenigen „wirtschaftslyrischen“ Ambitionen des gemeuchelten Chefs verstarben mit ihm.
    So etwas nennt man wohl „Effizienz“.

    Zurück zu Herrn Kinkel. Selbiger meinte im Verlauf seiner Ausführung, man wisse, daß man in der Bundesrepublik (alt) Fehler bei der „Vergangenheitsaufarbeitung“ (respektive –bewältigung) gemacht habe – daher wolle man solche keinesfalls wiederholen.
    Damit war und ist alles klar. Und in gewisser Hinsicht ist das auch richtig so.
    Jeder frühere Bürger der DDR, dessen Vergangenheit in diesem Sinne bewältigt wurde oder wird, mag dies als „ungerecht“ empfinden, und das war und ist es auch meist.
    Man sollte sich aber davor hüten, eine „Ungleichbehandlung“ zu beklagen, ohne zu bedenken, mit wem man da eigentlich gleich behandelt zu werden, erwartet.

    • Moin, Humml, dass da irgendetwas nicht stimmte an der Ermordung D. K. Rohwedders zeigen m.E. auch 2 andere Sachverhalte. Die Tat wurde mit einem Hochpräzisionsgewehr ausgefuehrt, fuer das eine spezielle Ausbildung notwendig war. Diese Ausbildung konnte der RAF nicht angelastet werden, so dass Insider eher von einem Mord ausgingen, der von behördlicher Seite ausgefuehrt oder zumindest genehmigt wurde.
      Der 2. Punkt, ist der, dass Rohwedder versuchte, in vielen Fällen zumindest, die Betriebe zu retten, und sie nicht zum Ausschlachten frei zu geben. Das war allerdings nicht im Sinne der westdeutschen "Investoren", die etwas ganz anderes vorhatten. Schaut man sich dann an, was B. Breuel als Rohwedders Nachfolgerin der Treuhand machte, dann kommt man auf ganz andere weil naheliegendere Zusammenhänge.

      mfG

    • Kennt hier jemand den Krimi-Autor Wolfgang Schorlau? Der baut seine Krimis immer mit Tatsachenmaterial zusammen. "Die blaue Liste" solltet Ihr mal lesen. Es könnte möglich sein, das Rohwedder deswegen starb, weil er ein ganz anderes Finanz- und Unternehmersystem in Deutschland über die Treuhand ausbreiten wollte. Das die RAF ihn ermordete, glaube ich nicht. Die war, wie in vielen anderen Fällen ein sehr geeignet aufgebauter Sündenbock. Schaut mal die Krimiromane von Schorlau an, auch über die NSU hat er was gemacht und viele andere deutsche Fälle, die bis heute lieber im Aktenschrank der Staatsanwälte vermodern.

    • @ Hummi
      "Man sollte sich aber davor hüten, eine „Ungleichbehandlung“ zu beklagen, ohne zu bedenken, mit wem man da eigentlich gleich behandelt zu werden, erwartet."

      "Mit wem" könnte bedeuten, dass eine Ungleichbehandlung nach Herkunft, Geschlecht, finanziellem Stand, sozialem Stand, religiöser oder politischer Weltanschauung stattfindet.
      Daher ist m.E. die Frage, ob eine Straftat vorliegt oder nicht.
      Und da wird es bei Geheimdienstmitarbeitern schwierig, es gibt die paar James-antirussische-Propaganda-Bond-artigen Agentenmorde, Hollywoods Werbung dafür "Lizenz zum Töten", aber die Masse der Tätigkeiten dürfte eher so "Informationsbeschaffung" bis Denunziation/PR sein und die jeweilige Oligarchie, der der jeweilige Geheimdienst dient, lässt üblicherweise die entsprechenden Gesetze machen, nach denen die Tätigkeiten ihres Geheimdienstes juristisch legal sind.

  4. Die Berliner Zeitung schreibt gelegentlich Artikel, die nicht dem Mainstrem entsprechen. Sie setzt sich z.B. für ein gutes und offenes Verhältnis zu Russland ein. Das können die transatlantischen NGOs nicht durchgehen lasse, genausowenig vertragen die Westmedien intellektuelle Mitbewerber.
    Das sind eben noch keine embedded journalists. Gut so und weitermachen.

    PS: Herr Jebsen kennt das ja.
    PPS: Herr Jebsen hat aich schon bei Kahane die STASI Keule herausgeholt – ist aber auch nicht sein Artikel…

  5. Den Finger auf die Wunde legen! Genauso ist es B. Loyen! Diese Kampagne gegen die Uebernahme des Zeitungsverlages reiht sich m.M.n. ein in die Endlosschleife von Dokus "ueber" besser gesagt gegen die eh. DDR.
    Dieses Experiment (DDR) hat offensichtlich so viel Angst verbreitet bei den Mächtigen/Herrschern im Westen, dass sie heute immer noch aus vollen Rohren gegen die eh. sozialistische/kommunistische DDR schiessen. Vielleicht merken diese Ignoranten gar nicht, dass mit jede dieser Breitseiten die Zustimmung und nachträgliche Sympathy fuer die eh. DDR nur weiter ansteigen lässt.

  6. … alles verlogen! ich sehe am Beispiel des Irak wie man es falsch machen kann und es wird manchen meiner linken Freunde schockieren, wenn ich die Teilnahme ehemaliger Nazis am Wiederaufbau in Westdeutschland nicht so absolut verurteile: mindestens ein drittel meiner Lehrer auf dem Gymnasium hatten deutliche Mazi-Vergangenheit, einige davon respektiere ich in meiner Erinnerung heute noch als hervorragende Lehrer, auch der, mit dem ich zu meinem persönlichen Nachteil über die Zahl der ermordeten Juden gestritten habe, nachdem er behauptet hatte, es hätte gar keine 6 Millionen Juden im Reichsgebiet gegeben, war er mit meiner Antwort einer wäre schon zu viel gewesen, spürbar nicht zufrieden. Trotzdem konnte er nicht verhindern, dass ich Abitur machte.
    Was das mit der Stasi zu tun hat? Nun ich habe mir nach der Wiedervereinigung nie angemaßt über Mitarbeiter der Stasi zu urteilen, weil ich nicht beurteilen konnte, wie ich mich in der DDR verhalten hätte. Aber ich war immer der Auffassung und bin das jetzt nach dreißig Jahren absolut, dass über die Schuld an der Stasi-Beteiligung endlich ein Schlussstrich gezogen werden muss. Allerdings maße ich mir nicht an, dieses Urteil zu fällen. Das müssen ehemalige DDR- Bürger vertreten.

    • Ich schließe mich der Meinung an und gehe noch einen Schritt weiter – die Geschichte sollte grundsätzlich von den Verlierern geschrieben werden!
      Ich werde nicht auf die Arbeit der Stasi hier eingehen, obwohl ich meine feste Meinung dazu habe.
      Ich will eine kleine "Geschichte" zum Besten geben, die das gesagte über die "Lehrer mit Nazi-Vergangenheit", unterstützt.
      Ich habe, durch das lesen eines Buches eines amerikanischen Autors, jetzt erfahren, dass die "Nazis" das für ihre Zeit fortschrittlichste (Volks-) Ernährungsprogramm aufgerufen hatten. Dieses plädierte dafür, dass die "Deutschen" mehr und regelmäßig Obst und Gemüse essen sollten, dass sie so wenig als möglich Fett, Zucker und Alkohol trinken und nicht rauchen sollten. In Anleitungen für die Hitlerjungen standen Empfehlungen wie, der Proteinbedarf muss nicht durch Fleisch gesichert werden, das kann man auch mit Soja und anderen Hülsenfrüchten machen. Ein amerikanischer Historiker hat erst kürzlich ein Buch mit dem Titel "The Nazi War On Cancer" heraus gebracht, in welchem er darüber berichtet, dass die "Nazis" (besser müsste man sagen, die deutschen Wissenschaftler mit Nazi-Zugehörigkeit) bereits in den 1930ziger Jahren den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs vermuteten und daran forschten. (Joel Fuhrmann "FAST FOOD GENOCIDE, auf deutsch Seite 128 ff)
      Das heißt also, dass auch nicht alle Wissenschaftler der Nazis sich einzig und allein mit der Lösung der Endfrage beschäftigten, sondern eher mit der Gesundheit der Menschen. OK, der Hintergrund war natürlich, dass damit auch sicher gestellt werdne sollte, dass das deutsche Volk ein geundes, kräftiges Volk sein sollte, die Herrenrasse eben… aber egal.
      Mit kam beim lesen in den Sinn, dass von den Siegern immer nur das absolut Schlechteste über ein vergangenes "Regime", "Land" etc. in den Köpfen der Leute wach gehalten wird – und genau so ist es doch mit dem aus der ehemaligen DDR auch. Die Sozialen Errungenschaften, wie eine gesicherte Rente für alle, wo keiner am Hungertuch nagen musste, erschwingbare Mieten für alle, kein Wassergeld, weil das ein Grundrecht war, kein Geld für die Mülltonnen (was illegale Entsorgung in Wäldern verhinderte) Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel die jeder sich leisten konnte und wollte,m wo jeder liebend gern sein Auto stehen lies. Sero – wo Altstoffe zentral gesammelt wurden und der Wiederverwendung zugeführt worden, wo die Bürger Geld bekamen, wenn sie alte Zeitungen und Gläser hin brachten. 3 Jahre Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn, mit Rückkehrrecht an den alten Arbeitsplatz und, und, und…..alles wird immer nur auf die Stasi-Vergangenheit abgestellt.
      Nochmal in aller Deutlichkeit – das soll keine Entschuldigung oder Schönreden für begangenes Unrecht sein, was Unrecht war, bleibt Unrecht. Ich will damit nur sagen, dass die Sieger sich immer im Glanzlicht darstellen und an den Besiegten nie ein gutes Haar lassen und das ist eben auch in keinster Weise richtig!
      Links: https://www.amazon.de/Nazi-War-Cancer-English-ebook/dp/B07DMWLZQ4/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=the+nazi+war+on+cancer&qid=1575026689&sr=8-1
      https://aquila.usm.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1049&context=ojhe

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