Tagesdosis 21.2.2018 – Fassadendemokratie und Fassadenverhalten

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

In fast allen Zeitschriften und den TV-Medien wird uns die Bundestagswahl als eine supergelungene Tat der Demokratie verkauft, die neue Koalition der Grokotopia als neue Regierung dargeboten. Der Wählerwille als Erfolg für den Volksentscheid und dies, obwohl die wenigsten Menschen in diesem Land für diese Koalition ihre Stimme abgegeben haben. Das Gegenteil hat der Wähler gewählt. Er hat die große Koalition abgewählt. Zählt man die Stimmen der Nichtwähler noch hinzu, wird das Ausmaß dieser demokratischen Entscheidungswahl der Menschen in diesem Land völlig klar. Was landläufig uns allen als Demokratie verkauft wird, ist keine. Sie ist, wie Ullrich Mies und Jens Wernicke in ihrem überaus gelungenem Buch „Fassadendemokratie und tiefer Staat“ treffend bemerken, nichts weiter als eine Fassade der Demokratie selbst, eine Fassadendemokratie eben.

Ich schrieb in meinem letzten Buch, dass egal wer die Wahlen gewinnt und egal wen man wählt, sie alle werden in die gleiche Richtung regieren müssen. Diese Erkenntnis ist es, die einen zum Nichtwähler macht. Denn Wahlen sind eine Farce.

Vor ein paar Jahren gelang es Lars Mährholz, eine neue Friedensbewegung in Berlin ins Leben zu rufen. In dieser haben tausende von Menschen aus diesem Land über alle möglichen Themen gesprochen und versucht, andere Menschen aufzuklären. KenFM nahm diese Bewegung schnell ernst und brachte zahlreiche Redner „am Set“ ins Internet. Schnell schossen neue You Tube-Kanäle wie Pilze aus dem Boden, die sich der Aufklärung unterschiedlicher Themen bis heute widmen. Darunter auch ich mit meinem Kanal. Die meisten Sender, wenn nicht gar 90 Prozent aller neuen Aufklärungs-Kanäle hatten Themen zur Grundlage, die den Feind im Außen zu bezwingen versuchen. Das ist bis heute so geblieben. Ich selbst kenne nur einen einzigen Kanal, der sich aus eben dieser neuen Friedensbewegung etablierte und sich den Themen des inneren Problems, des inneren Feindes der Menschen widmet und der Lösungen dazu definiert. Es ist mein Sender. Dieser hat zum Ziel, den Menschen von seinen Konditionierungen und Haltungen zu lösen, die Teil des Problems sind, deretwegen es überhaupt die vielen Bewegungen gibt. 
Er gibt zahlreiche Anleitungen dazu. Ich hatte meine beiden Bücher, einmal „Das Nichtkampf- Prinzip“ und zum anderen „Die Fratze der Gewalt“ aufgesprochen und aufsprechen lassen, so dass die Menschen, die sich für eine eigene Selbstveränderung interessieren, diese als Audio-Datei im Internet kostenfrei anhören oder downloaden können. Ich weiß, dass ich in meinem beruflichen Feld Fortschritte in diese Richtung gemacht hatte. Daher wollte ich diese der Friedens- und Aufklärungsbewegung anbieten. Das war auch der einzige Grund dafür, dass ich mich der neuen Friedensbewegung anschloss. Grob gesagt kann ich sagen, dass das Nichtkampf-Prinzip, das keine „niemals-und-nie-wieder-kämpfen-Theorie“ sein will, eine Friedenstheorie ist, die der finanzwirtschaftlichen Veränderungen, die wir gehen müssen, ihr Verhalten anbietet. Es ist die einzige Lösung für unser Problem. Und zwar für den homo sapiens sapiens, wenn er denn sich selbst dazu bereit erklärt, in sein eigenes Überleben einzuwilligen. Und genau darin liegt der Hase im Pfeffer. Unsere Art will nämlich nicht überleben. Wenn man sich anschaut, was die Menschen im Ganzen tun, so kann man ohne Häme sagen, dass die Menschen nichts dafür tun, das aufzeigt, dass sie sich für ihr Überleben irgendwie einsetzen. Das ist kein Vorwurf, sondern schlichtweg Fakt. Empirischer Fakt, denn jeder kann dies sehen – egal wo auf diesem Planeten. Die Menschen verifizieren tagtäglich ein solches Verhalten. Einige Einzelne hingegen werden das tun und sich für ihr Überleben einsetzen. Das ist auch Fakt. Doch die meisten Menschen tun das nicht. Ihr Denken hält sie davon ab. Sie denken nämlich, dass sie auf eine Theorie stoßen müssen, die allen Menschen sofort hilft. Und daher hindern sie sich daran, sich selbst zu verändern. Egal was ein Jeder denkt. So gut wie die gesamte Menschheit muss sich ändern.

Oft bekunden die Leute, dass keine Lösungen vorhanden seien. Wie aber kommt es dann, wenn ich fast tagtäglich welche wahrnehme und sie befolge? Andere tun das auch, sehen sie und gehen in ihrem Alltag nach ihnen vor. Wie ist es zu verstehen, dass jemand Lösungen anbietet, diese mit großer Energie von einigen totgeredet werden und diese dann ihre eigenen Vorschläge so aufbereiten, als seien alle anderen Lösungen der Feind der eigenen Lösung? Das ist leicht zu beantworten. Weil sehr viele Haltungen in uns so konditioniert sind, dass sie einem Ersatzverhalten voran gestellt sind. Sie sind maladaptiv, sagt der Psychologe. Eben ein Scheinverhalten, damit die wirkliche Lösung nicht angegangen wird. Diese Verhaltensfallen sind nicht selten. Sie sind eher sogar die Regel vieler Menschen.
Sie interpretieren ihr Verhalten jedoch nicht als Falle, sondern als ganz normal. Die gesamte Politik ist voll solcher Scheinlösungen. Fast alle Konsumgüter sind dazu da, uns einen Ersatz für wahres und echtes, uns tatsächlich ausmachendes menschliches Verhalten anzubieten. Dieses System der maladaptiven Verhaltensweisen sind das, was den tiefen Staat erst ermöglicht. Es ist genau das, was ich seine Mimikry oder sein Versteck vor uns nenne. Und genau diese Mimikry, also die Vortäuschung falscher Tatsachen zum Schutz und Vorteil des eigenen Lebens, ist der Kern von Ersatzhandlungen. Nimmt man extreme Beispiele, wie die Alkohol- oder die Drogensucht, dann kann das jeder schnell verstehen. Nimmt man aber das eigene Verhalten, das einen davor schützt, dass Veränderungen mit allerlei Philosophie oder finanztechnischen oder geostrategischen Auseinandersetzens umgangen wird, ist der Feind schnell erklärt. Es ist dann der, der dieses behauptet und sieht. Genau aus diesem unsichtbaren Kreislauf heraus ist es so ungeheuer schwer für die meisten Menschen, sich Lösungen zuzuwenden. Es ist das gleiche Prinzip wie bei einer anderen Sucht. Die Sucht nämlich, an den eigenen Vorsätzen festzuhalten und aus ihnen alles zu erklären, warum die vorgeschlagene Veränderung und die anderen vielen Veränderungsvorschläge niemals gelingen können.

Nur, es gibt viele Menschen wie mich. Menschen, die Veränderungsprozesse zu ermöglichen zum Beruf haben. Therapeuten, Coaches, Berater, Trainer, Mediziner etc. Und die haben das gleiche Glück wie auch ich: in meiner wie in deren Praxen gelingt diese Veränderung mit anderen Menschen zu einem sehr hohen Maß. Und der Grund dafür ist, dass diese Menschen dazu bereit sind. Sie sind dazu bereit und kommen freiwillig in die Praxis. Sie wollen unbedingt Veränderungen und nehmen wirklich sehr ungewöhnliche und kräftezehrende Veränderungsangebote an und setzen diese auch um. Was die Frage aufwirft, ob denn die Mehrheit der Leute in den unterschiedlichen aktivistischen Bewegungen tatsächlich auch Veränderungen für sich anstreben oder ob die Mehrheit andere Interessen hinter ihrer Bewegtheit verstecken und durchsetzen wollen? In meinem letzten Kapitel meines Buches über Die Fratze der Gewalt / Rad oder Getriebe, habe ich dieses Phänomen durchleuchtet und es die „Diskussionsbombe“ genannt. Letztlich nehmen die Menschen ihre Interessen wahr und setzen diese durch. So wie Henry Kissinger sagte: „Die USA haben keine Freunde, sie haben Interessen.“ Und das, so merkwürdig und auch Abstoßend das vielleicht klingen mag, trifft ebenfalls auch auf viele Menschen zu.

Hand aufs Herz. Wer auch immer Veränderungen wirklich will, der wird sie annehmen und nach ihnen suchen. Er wird sie finden. Denn sie sind unübersehbar, überall. Doch die Sucht des Youtubens, des immer weiter Schauens, des in Wahrheit schon Verstandenem, wird diese Leute in ihrem Kampf für die Lösungssuche ganz individuell gefangen halten. Sie werden meckern und in ihrem „ich weiß, ich habe Recht-Syndrom“ in ihrem „Backfire“ und in ihrer eigens erschaffenen Konformität verharren. Hauptsache Bleibt solchen, dass der Schreiber nicht für sich sondern ausschließlich nur für sie schreibt. Das kann man ja machen und immer und immer wieder das selbe von sich geben. Doch im Grunde genommen ist damit jetzt Schluss. Denn es gibt nun zum ersten Mal in der Geschichte ein Buch darüber, dass diese Dinge durchdacht und festgeschrieben hat. Es ist das Buch von Ullrich Mies und Jens Wernicke und heißt „Fassadendemokratie und tiefer Staat“. Im Grunde genommen ist es ein kleines Kompendium über das, was die Friedens- und Aufklärungsbewegung schon gesagt hat. Es ist eine Feststellung der heutigen politischen Verhältnisse. Ihr tatsächlicher Istzustand. Deren Schlussfolgerungen sind ebenfalls klar zu deuten: Wir müssen uns endlich daran machen, mit all den Kämpfen aufzuhören, die uns von der Finanzwirtschaft und vom tiefen Staat, aufgezwungen werden. Nicht nur mit dem Hirn denken, sondern mit den Füßen und Händen soll gehandelt werden. Wegbewegen sozusagen von diesem todbringenden und lebensfeindlichen, sinnentleerten System, das sich Demokratie und Staat nennt. Vieles also, was die Libertäten so in ihren Think Tanks durchdacht haben, ist also wahr. War immer wahr. Ich schreibe hier vieles und nicht alles! Denn einiges von dem, was libertäre Denker hinterließen, ist in meinem Verständnis eine Katastrophe.

Es gibt kein Wissen, dass sich im Hirn genügt und allein dadurch alle Veränderung schafft. Es gibt nur praktisches Handeln. Nur ihm geht all unser Wissen voraus. Wissensanhäufung ohne auch evident handeln zu können wird wie ein Gefängnis empfunden, weil Wissen nicht der Anhäufung sondern dem Fortschreiten, dem Fortschritt dient. Also dem Handeln aus der Gegenwart heraus hin in die eigene Zukunft hinein. Und handeln kann nur der einzelne Mensch und wenn er das will, so auch im Verbund mit anderen Menschen. Eine Idee oder Theorie zu finden und zu suchen, die gleich allen Menschen hilft, ist völlig sinnlos. Denn sie ist eine Ersatzhandlung, damit man bei sich selbst nie anzufangen braucht.

Jeder Einzelne kann natürlich auch weiterhin Links, Mitte oder Rechts wählen, mit der Hoffnung, dass wenn die eigene Idee zur Regierungsmaßnahme wird, dass dann alles besser würde. Dann seit ihr aber nur diejenigen, die das System am Leben erhalten, dass euch gängelt. Ein solches Verhalten nennt sich in der Psychologie übrigens Autoaggressivität. Aber ihr könnt ja auch weiterhin von einer Demokratie ohne Demokratie, also einer Mogelpackung träumen und falsche Schuldige am Nasenring der eigenen Bedeutungslosigkeit vorher ziehen, nur um weiterhin an der eigene Konditionierung festzuhalten, damit man selbst im „ich weiß, ich habe Recht-Syndrom“ verharren kann.

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Ja, der alte Goethe wusste es. Er wusste, dass nur man selbst derjenige ist, der sich auch selbst verändern kann. Er wusste aber auch, dass es mit den Anderen nicht klappt. Die müssen es für sich selbst tun. Egal wie weit man sich dabei bemüht. Nicht die Hoffnung ist es, die zuletzt stirbt, es ist die Vorstellung, die stirbt leider zuletzt. Jedes elektronische Gerät besitzt eine Gebrauchsanweisung, damit wir wissen, wie wir mit diesem Gerät umgehen können. Wo aber ist die Gebrauchsanweisung für uns? Wo die für unser Gehirn und für unser gesamtes Verhalten? Wo ist die Firewall, die wir brauchen, um uns manchmal sogar vor unseren eigenen Gedanken zu schützen? Wissen anzuhäufen, um die Dinge zu verstehen bedeutet keineswegs, die Dinge auch zu beherrschen. Wissen ist nichts weiter als Wissen. Wissen ist nicht Veränderung. Wissen allein verändert niemanden. Wissen aktiv umzusetzen bedeutet erst Veränderung. Jedoch welches Wissen verändert wen? Welches Wissen verändert mich? Einzig das Wissen über mich kann Veränderungen in mir bewirken. Wenn ich weiß wer ich bin und warum ich bin, warum ich geworden bin, wie ich bin, kann ich mich verändern. Eine Gebrauchsanweisung für meine eigene Veränderung liegt in mir selbst begründet. Verändere ich mich, so verändere ich meine ganze Welt. Und damit, dass mag jetzt einige erstaunen und einige anwidern, liegt die Lösung schon in mir selbst. Sie liegt nicht im Außen, doch sie ist mit dem Außen verwoben. Erkennst Du Deine Lösung? Du wirst sie erkennen wenn Du verstehst, dass Wissen nicht Wahrheit bedeutet und Wissen nicht folgerichtig auch Wahrheit sondern eher Deiner Erfahrung und Erkenntnis entspringt. Meine Wahrheit ist nicht die Wahrheit. Daher kann auch die Wahrheit nicht unbedingt meiner Wahrheit entsprechen. Wer das versteht, lebt sein Wissen ohne Feindbilder. Fassadenverhalten aber braucht Feindbilder, um das eigene Verhalten zu rechtfertigen. Die Lüge muss die Überzeugung mehren, die Wahrheit benötigt nur ihr Erkennen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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19 Kommentare zu: “Tagesdosis 21.2.2018 – Fassadendemokratie und Fassadenverhalten

  1. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, ist nicht von Goethe, sondern von Erich Kästner.
    (Das nur nebenbei)
    Einstein sagte:
    „Alles ist Energie, und dazu ist nicht mehr zu sagen. Wenn du dich einschwingst in die Frequenz der Wirklichkeit, die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern, dass sich diese manifestiert. Es kann nicht anders sein. Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik.“

  2. Hier die Firewall:

    Die logische Folge als Erkenntnistheorie nach Franz Maria Arwee (ohne akademischen Anspruch)

    Februar 2018

    Was kann ein Mensch erkennen?

    Die Wirklichkeit
    Wirkung bedingt der Veränderung. Von etwas Unveränderlichem kann keine Veränderung ausgehen. Von etwas Unveränderlichem kann daher auch keine Wirkung ausgehen. Auf etwas Unveränderliches kann nichts wirken.

    Im Begriff WIRKlichkeit steckt schon das entscheidende Wort, denn etwas Unveränderliches kann nichts bewirken, genausowenig wie irgendetwas auf etwas Unveränderliches wirken kann, sonst bleibt es nicht unveränderlich.
    Folglich kann etwas Unveränderliches kein Ereignis bedingen, kein Zustand sein und keine Folge haben. Über das Unveränderliche gibt es kein Wissen und keine Erkenntnis, es ist nicht wahrnehmbar und nicht meßbar, es hat keinen Zustand. Etwas Unveränderliches kann nicht sein. Etwas Unveränderliches ist auch nicht erreichbar.

    Das Unveränderliche könnte weder von einem Davor noch von einem Danach erreicht werden. Das Unveränderliche hätte keine Vergangenheit und auch keine Zukunft, es existierte ohne Zeit. Es wäre auch an keinem Ort, da etwas Unveränderliches sich nicht bewegt, daher nicht beobachtet, gemessen, erkannt, wahrgenommen, begriffen oder gedacht werden könnte.
    Das Unveränderliche bliebe wie es ist und kann folglich niemals entstanden sein. Das Unveränderliche kann nicht da sein.
    Gemessen an seinen nicht vorhandenen Eigenschaften ergäbe sich aus dem Unveränderlichen nur das NICHTS.

    Von Nichts kommt nichts
    Seiner Wirkung nach müßte das NICHTS unveränderlich sein. Zu keiner „Zeit“, an keinem „Ort“ dürfte sich je etwas verändern. Folglich müßte das NICHTS unendlich und ewig sein.
    Das NICHTS nimmt keine „Zeit“ und keinen „Raum“ ein, sonst kann es nicht das NICHTS sein. Das NICHTS ist nicht vorstellbar, da
    Die Konsequenz des Unveränderlichen, des NICHTS wäre, daß es keine Konsequenzen und damit keine (Wechsel)Wirkung geben könnte. Das NICHTS könnte nicht ewig unveränderlich bleiben und dabei gleichzeitig existieren.

    Der Umkehrschluß bedingt, daß die Wirklichkeit folglich der stetigen Veränderung unterliegt, ewig und unendlich ist. Es gibt kein Ding an sich, kein innerhalb und kein außerhalb des Ewigen und Unendlichen. Raum und Zeit existieren nicht an sich, sie sind Bezugsgrößen. Das Erkennbare und Beobachtbare ist nur in Relativität zu verstehen. Etwas Unveränderliches kann nicht der Fall und folglich auch nicht der Ursprung sein.

    • *Korrektur Ergänzung (Kopierfehler meinerseits)
      Das NICHTS ist nicht vorstellbar, da etwas da sein muß, das sich das NICHTS vorstellt.

    • Auszug aus Bertrand Russel – Unpopuläre Beobachtungen

      Soweit Philosophen sich mit dem Problem der Erhaltung des Sozialgefüges befasst haben, strebten sie nach Lösungen, die weniger offenkundig von Dogmen abhingen als diejenigen, die ihrerseits die offiziellen Religionen anzubieten hatten. Die meisten Philosophien sind die Reaktion auf einen Skeptizismus gewesen; sie sind in Epochen entstanden, in denen die Autorität allein nicht mehr zur Erziehung des für die Gemeinschaft notwendigen Minimums an Glauben ausreichte, so dass zur Erreichung dieses Resultats neue Argumente gefunden werden mussten, die wenigstens ihrem äußeren Anschein nach vernunftgemäß waren.
      Dieser Beweggrund hat zu einer tiefen Unaufrichtigkeit geführt, mit der die meisten Philosophien sowohl des Altertums wie der Neuzeit behaftet sind. Eine oft nur unbewusste Furcht, dass klares Denken zur Anarchie führen könnte, hat oft die Philosophen bewogen, sich in die Nebelwolken trügerischer und dunkler Behauptungen zu hüllen.

  3. In dem Text liegt viel Wahrheit , aber auch etwas selbst-Beweihräucherung.
    Mir fiel bei dem Text spontan ein Spruch von Frank Zappa ein.

    Information ist nicht Wissen,
    Wissen ist nicht Weisheit,
    Weisheit ist nicht Wahrheit,
    Wahrheit ist nicht Schönheit,
    Schönheit ist nicht Liebe,
    Liebe ist nicht Musik,
    Musik ist das Beste.

  4. Sehr guter Beitrag, der um so zutreffender wird, wenn man neuste Resultate der Quantenphysik berücksichtigt. Mit denen zweifelsfrei nachgewiesen wird, wie unsere persönlichen Gedanken die Welt beeinflussen. Wir haben also viel mehr Möglichkeiten und auch viel mehr eigene Verantwortung, als vielen klar sein wird.
    Für englischsprechende hier ein Einstieg: https://m.youtube.com/watch?ebc=ANyPxKroIgC98WocGOne4MDAS0Q2EAkeiDXUdTX1-vHgGBd0BBUrgRyQXwtlAwUXU5-e09X4KGHTSv3jbtb2jnFMTdJ45K-DDQ&v=wXnvGnGweNQ

  5. Liebe (weißnichtwasichschreibensoll)

    bitte lesen nicht hören (unglückliche Betonungen zu Ungunsten des Schreibers)

    runtergebrochen für mich

    der hat was geschrieben…musst Du lesen…
    nein, hast Du schon den gehört, der hat was gesagt…
    ach und der, den kannte ich noch gar nicht…
    und der, den darf man eigentlich nicht anschauen, aber…

    auch wenn man über die Jahre versucht zu sortieren

    wird man wirr im Kopf und Feind wird Freund und Freund wird Feind.

    Lasst uns doch alle Narren sein.

    Claudia Volke aus Dresden

  6. witzig!

    was denn nun, „der einzelne soll sich“, oder „Wir müssen uns endlich daran machen…“??
    und jetzt soll ich, der einzelne ein buch von r.lenz kaufen?
    „Dein Erfolg teil 1 bis 25“
    woher kommt nur ihr Weltbild? leben sie auf einer kleinen Insel, oder ist Claudia Roth ihre kleine schwester?

    es wird einfach nicht besser, gruß

  7. Lieber Herr Lenz,

    wie Sie sehen gibt es bisher fast nur Kommentare, die Sie entweder überschwänglich loben oder nicht verstehen. Ich gehöre zu Letzteren. OK, jeder muss zu der Einsicht in sich selbst gelangen, verstehe ich. Aber könnten Sie uns nicht ein paar konkrete Hinweise geben, welche Lösungen Sie z.B. persönlich überall glasklar entdecken? Ich entdecke diese nämlich für mich selbst leider nicht in relevantem Maße – und hoffe auch auf einen politischen Umsturz, der freilich nur minimal von mir selbst abhängt.

    Vielen Dank.

  8. Wollte Herr Lenz uns mit diesen Ausführungen wirklich etwas sagen?
    Wenn ja ist es im Wust vieler Worte für mich untergegangen und wenn er wen gemeint hat, so bezweifle ich, dass derjenige sich irgendwie wiederfindet und selbst erkennt. Wozu also das Ganze?
    Wieder eine Art Elitendenken? Von wir schreiben und sich selbst heimlich ausschließen? (Eher so krankenhausmäßig -wie geht es uns den heute?) Doch wieder andere verantwortlich machen?
    Ach ja, wir bin ich hier auch wieder nicht .

    Ich befürchte, dieser Aufsatz hat keinen formalen Kern, Er dreht sich im Kreis und dreht sich im Kreis und jede Runde warte ich auf etwas Neues, eine fassbare Aussage und werde enttäuscht und gelangweilt, bis dem Autor schließlich wohl selbst schwindelt und er abrupt endet.
    Ehrlich gesagt wären mir weniger, aber klare Worte deutlich lieber, selbst auf die Gefahr hin, dass mir wer auf die Zehenspitzen tritt, ob nun tatsächlich oder von mir so empfunden.
    Nur Mut Herr Lenz.

  9. Meeting in the Middle: The Forgotten Relationship of Malcolm X and MLK Jr.
    3 years ago
    by Hassam Munir

    (…)
    Stepping Into Tomorrow

    At the end of the day, however, the majority of the members of the Civil Rights Movement remained unaware of the relationship between Malcolm and Martin, not to mention journalists and even scholars. They did remember the animosity between the two men, and the next generation of young black activists were presented with the choice between Malcolm’s way and Martin’s way. But a few voices did point out the ways in which the two leaders complemented each other’s efforts not despite their differences, but because of them. Specifically, Malcolm was seen as paving the way for Martin to succeed – exactly what the post-Hajj Malcolm had promised Martin’s wife at Selma. Collin Morris, for example, said that “I am not denying passive resistance its due place in the freedom struggle, or belittling the contribution to it of men like Gandhi and Martin Luther King. Both have a secure place in history. I merely want to show that however much the disciples of passive resistance detest violence, they are politically impotent without it. American Negroes needed both Martin Luther King and Malcolm X, just as India had to have both Gandhi and Nehru.” [19]
    (…)
    Attallah added that “if they [i.e. Malcolm and Martin] had lived just five more years together, that’s all our families and this country would have needed.” [20]
    http://www.ihistory.co/meeting-in-the-middle-the-forgotten-relationship-of-malcolm-x-and-mlk-jr/

  10. Lieber Herr Lenz,
    vielen Dank für Ihre Ausführungen (und netter Weise nicht so trostlos grau, wie die letzte Tagesdosis 😉 )

    Ihren Gedanken kann ich nur zustimmen und finde mich dort mit meinen eigenen Erfahrung ganz gut wieder.
    Mir kommt bei Ihren Ausführungen die „Achtsamkeit“, die im Buddhismus gelehrt wird, in den Sinn.
    Es ist auch ein hartes Stück Arbeit, die eigenen Konditionierungen zu entdecken und sich neu zu positionieren. Ein ständiges Training, aber auch mit erfreulichne Entdeckungen wieder selbstbestimmter auf dieser Welt sein zu können.

    Gehen wir aber auch davon aus, dass hier nicht jeder ausschließlich allein unterwegs sein kann, sondern – abgesehen davon, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, welches die Gemeinschaft sucht – wir auch im Miteinander leben und uns organisieren und reglementieren müssen.
    Ganz gleich in welcher Maßstabsgröße (Familie, Freunde, Stadt, Region, Bundesland, Nationalität, . . . . .ganze Welt) bedarf es doch Kommunikations- und Organisationsformen, Regeln und Strukturen, sonst würden wir alle im Alltagschaos versinken und wären ziemlich handlungsunfähig.
    Und hier wäre aus meiner Sicht auch der Punkt, wo wir alle (zwangsläufig) wieder auf den/ die Anderen schauen, um uns der allgemeinen Zustimmung zu versichern (sonst könnten wir im Miteinander nicht leben oder würden uns nicht wohl fühlen). Das was ich für mich/mit mir alleine mache ist eine Sache, in welchem sozialem, politischen und wirtschaftlichen Gefüge ich lebe, eine andere Sache, die auch immer wieder auf´s neue gestaltet sein will und ein Update ihrer Positionen bedarf. Und dieses neue Positionieren und anders Gestalten kann ich doch nur mit den Anderen zusammen machen, oder . .. . . .
    Unsere „Fassadendemokratie“ ist auch so ein Organisationskonstrukt, welches ja erfreulicher Weise (auch Dank der „alternativen“ Medien) in seiner Eigenart und Wirkung immer transparenter wird. Mit der Transparenz stellt sich dann aber auch die Erkenntnis ein, dass diese Fassendemokratie nicht gut für uns (unsere Gemeinschaften) ist und wir beginnen nach Alternativen und anderen Lösungen zu suchen, die wir dann diskutieren und auf den Weg bringen sollten.

    Ich will damit einfach nur darauf hinweisen, dass ich den Ansatz bei sich selbst anzufangen und dort die eigentliche Veränderung zu suchen vollkommen für richtig und nachvollziehbar halte, dass darüber hinaus (und das kam mir im Artikel ein wenig zu kurz) dann aber für das „Miteinander“ und die Gemeinschaften, ebenso (neue) Formen, Strukturen und Regeln gefunden werden müssen.

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