Tagesdosis 21.4.2018 – Hetzen gegen Kollegah

Wird er zu gefährlich?

Ein Kommentar von Adam Nümm.

Eines vorweg: Farid Bang’s Großspurigkeit ist einfach nur ekelhaft. Und ja: dass solche Halunken es bis dahin schaffen, was vom Mainstream als „ganz oben“ verortet wird, ist erschreckend und alarmierend und auch ein bisschen peinlich. Aber was nach den diesjährigen „Echo“-Rückgaben gerade wieder medial passiert, ist einmal mehr ein Faszinosum deutscher Mediengeschichte:

Christian Höppner, der feige Einknicker, der sich nun aus dem Beirat des Musikpreises zurückzuziehen will, nannte die Auszeichnung der Rapper einen „vollkommen verantwortungslosen, unfassbaren Fehltritt der Echo-Jury und gleichzeitig auch Ausdruck für den derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft“.

Anstatt aber den tatsächlichen Zustand unserer Gesellschaft wirklich einmal zu hinterfragen, nämlich beispielsweise die Frage zu stellen, warum unser Außenminister Heiko Mass in Israel als Speichellecker einer Kriegs-besessenen „Eretz Israel“ Clique auftritt – die ihm ja (laut Tagesschau) ach so wichtige Rechtsstaatlickeit mal eben kurz vergessend (um Sie dann gegen Russland um so lauter anzubringen) und schweigend zu den zahllosen Verbrechen des Staates Israel, der gerade in letzter Zeit wieder gezeigt hat, wie menschenverachtend er agiert zur Durchsetzung seiner Großmachtsphantasien – stattdessen also wird nun einmal mehr durch alle Konzerngazetten durchexerziert, was wir alle längst kennen: Die Antisemitismuskeule soll nicht nur den beiden angeklagten Rappern Farid Bang & Kollegah  in die Beine geworfen werden, nein: sie soll im Idealfall den gesamten Kulturbetrieb auf Linie bringen. Wer nicht spurt, wird zur Persona non grata, so lautet die Botschaft. Dass Marius Müller Westernhagen selbst dabei nicht einmal davon ausgeht, dass es sich bei den Rappern um Antisemiten handelt, wird geflissentlich verschwiegen. Dass er, mehr noch, eine Gesellschaftskritik äußerte, die absolut in die richtige Richtung geht: Es geht im Kern um den Zerfall einer kultivierten Gesellschaft, der zunehmend der innere moralische Kompass abhanden kommt, und dem sehen wir schon viel zu lange zu, ohne genügend Widerstand zu bieten.(M.M Westernhagen in seiner Erklärung zur Rückgabe der Echo Awards) wird komplett umgedeutet. Heraus kommt die Keule und ein paar enger angezogene Daumenschrauben im Meinungswald, Denkverbot lässt grüßen.

Mit dem Rapper Kollegah wird nun nach Xavier Naidoo ein weiterer unliebsamer und vermutlich etwas zu erfolgreicher Musiker angeschossen, der einer gewissen Meinungselite ein Dorn im Auge ist. Obwohl er bereits seit Jahren mit der Meinungspolizei zu kämpfen hat, schlägt er sich wacker: er setzt auf Authentizität und Dialog,  agiert selbstbewusst – auch wenn er weiß, dass er mächtige Feinde gegen sich hat. Was viele nicht wissen: er engagiert sich seit Jahren für Palästina und setzt sich für den beiderseitigen Dialog mit Israel ein. Er legt sich mit denen an, deren Handwerk vor allem in Verleumdung, übler Nachrede und Stimmungsmache besteht. Mit der Bild Zeitung und allen anderen, die ihm immer wieder den „Antisemiten“ andichten wollen. Der Mann zeigt Charakter und Videos wie dieses, in dem er sich direkt an die Bildzeitungs-Redaktion wendet, sehen in diesen Tagen hunderttausende junge deutsche Bürger.

Ob die Hinrichtungen von Demonstranten  auf öffentlicher Strasse oder die aggressive Einmischung in den Syrienkonflikt – der Staat Israel ist ein brandgefährlicher Akteur, der seit Jahrzehnten und auch in jüngster  Vergangenheit mehr als bewiesen hat, wie opportunistisch brutal er agiert zur Durchsetzung eigener, nationalistischer Interessen. Kollegah, als löbliche Ausnahme unter den deutschen Celebrities, benennt diese Probleme und immer mehr Menschen in diesem Land trauen sich ihre Meinung laut auszusprechen. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht – denn dieser Meinungskampf ist noch lange nicht entschieden.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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49 Kommentare zu: “Tagesdosis 21.4.2018 – Hetzen gegen Kollegah

  1. Der Vollständigkeit halber noch ein allerletzter Artikel zum Kollegah-Bashing aus dem heutigen RUBIKON

    https://www.rubikon.news/artikel/jenseits-der-grenze

    Es lohnt sich, bis zum Ende zu lesen, auch einige Links mitzunehmen. Ich muss eingestehen, dass ich Rap wahrscheinlich immer noch nicht verstehe, aber meine sehr negative Haltung zu Kollegah & Co hat sich sehr gewandelt + dieser ausführliche Artikel mich zum Nachdenken gebracht. Der Mann ist, im guten Sinn, wirklich nicht zu unterschätzen !

    • Mir ist der Artikel viel zu verkopft. Ich habe mit Kollegah und Farad das selbe Problem, wie z.B. mit Abramovic oder der Gruppe Rammstein und ihrem Sänger(Name vergessen). Ich finde nicht, dass zur Rechtfertigung von Ekelhaftigkeiten gilt „der Zweck heiligt die Mittel“. Mit solchen „Grenzüberschreitungen“ und Geschmacklosigkeiten wird halt immer wieder sehr viel Geld verdient. Ich frage mich, ob diese Leute ihr spezielles Geschäft genauso betreiben würden, wenn dies nicht der Fall wäre. Ob die beiden „Antisemiten“ sind, oder nicht, ist mir furzegal, weil dieser Ausdruck sowieso eine Idiotie an sich ist. Juden und Palästinenser sind beide Semiten. Ich find das alles einfach nur zum Kotzen. Und niemand überlegt sich scheinbar, was das alles bewirkt. Es schürt Hass und alle möglichen negative Gefühle. Auf solche „Aufklärer“ kann die Welt mehr als verzichten, meine ich.

    • ..und der Artikel von Nicolas Riedl ist nicht nur „verkopft“, sondern auch gleichzeitig „fan“-atisiert. Man merkt deutlich: er ist ein absoluter Kollegah-Fan. Er übernimmt sogar die primitive Kritig Kollegas an Campinos „zitternden Händen“. Kolegah ist bei ihm der Mann mit der „hühnenhaften Gestalt“ usw. Reichlich kindisch das Ganze im Grunde. Ein Fan verteidigt sein Idol. Mehr steckt intellektuell nicht dahinter.

    • Der Vorwurf Pietätlosigkeit ist für mich da viel stärker, als der des „Antismitismus“, weil er nämlich ausnahmslos alles und alle betrifft.

    • BMG beendet Zusammenarbeit mit Rapper-Duo

      Das Label Bertelsmann Music Group (BMG) hatte sich in einer Stellungnahme zunächst hinter die Künstler gestellt. Am vergangenen Donnerstag (19.04.2018) legte das Unternehmen – eine Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann – dann die Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang auf Eis und kündigte eine Kampagne gegen Antisemitismus an.
      (Zitat WDR5)

      Brauche schon wieder einen Eimer. Zuerst wird der Mist auf den Markt geschmissen, dann, wenn endlich Widerstand kommt: lässt man die Eiweiß-Bomben fallen wie heisse Kartoffeln UND macht ne Antisemi-Kampagne !!
      Isses irre ! Und alles aus einem Guss: 1. Bertelsmann produziert, 2. Bertelsmann will aber keine verbrannten Finger, 3. Bertelsmann, der Saubermann . Eimer ! Mir dreht es endgültig den Magen um. Eimer ! Eimer !
      Und überall:
      Wenn sie dich brauchen, holen sie dich. Wenn sie dich nicht mehr brauchen, hängen sie dich hin. In diesem Fall bin ich nicht böse drüber.

    • Was für ein billiges, verlogenes Theater das alles! Die einzigen, die Charakter bewiesen haben, waren die, die ihre Echos nicht mehr haben wollten! Bis dahin haben alle agiert wie gefühllose Profit-Maschinen. Und das in der Musikkultur! Armes Deutschland.

  2. Warum Felix Blume vom mainstream angegangen wird?
    Deshalb!

    Überall Krisenherde, überall auf dieser Erde
    Überall Menschen, die ander’n Menschen den Krieg erklären
    Überall Maschin’gewehre, Menschen töten aus schierem Hass
    Gier nach Macht, Profite, Rache und Familienehre
    Lieber sterben, als jemandem verzeihen
    Ein Kreislauf der Vergeltung zwischen vehementen Feinden
    Lieber lebenslänglich leiden, als einmal Frieden zu schließen
    Was nur Profit heißt für die, die an den Kriegen verdien‘
    All die Waffenlieferanten, die zwei Seiten bedienen
    Und Schampus trinken, von dessen Preis man sich paar Yachten mieten kann
    Präsidenten sind nur Marionetten, die wahren Leader
    Zieh’n im Hintergrund die Fäden wie Harfenspieler
    Sie beten zu Jesus Christus, doch leben in Egoismus
    Überwachungsstaat durch Pseudokrieg gegen den Terrorismus
    Die Gewalt nimmt ihren Lauf
    Unter dem zufriedenen Blick des allsehenden Auges

    Sieh diese Menschen, die Gottes Namen missbrauchen
    Sie hinterlassen Asche und Rauch im Namen des Glaubens
    Die wahren Terroristen häng‘ im Bonzen-Viertel rum
    Und schnall’n ihren Brainwash-Opfern die Bombengürtel um
    Predigen von Gott, doch huldigen dem Bösen
    Während die heiligen Schriften es streng verbieten, Unschuldige zu töten
    Das ist Missgunst und Hass, nach Mephistos Geschmack
    ‚Ne ganze Religion steht unter Terrorismus-Verdacht
    Täglich Schusswechsel im Gaza-Streifen
    Dabei könnte der Mann auf der ander’n Seite ein Schwager sein
    Was hat es für ’nen Sinn, wenn man im Bürgerkriegs-Gefecht
    Für irgendwelche Führer die eigenen Brüder niederstreckt?
    Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, Nachkommen von Adam
    Ganz egal, ob wir nun „Jahwe“, „Gott“ oder „Allah“ sagen
    Gewalt erzeugt Gewalt, ich schreib es auf
    Und ramme die Spitze meines Stifts in das allsehende Auge

    NWO – Camouflage, Langstreckenraketen
    Eine mächtige Minderheit, der Schandfleck des Planeten
    Wir könn‘ ankämpfen dagegen
    Doch uns’re Zeit ist wie ein Stückchen Eis, das auf der Handfläche zergeht
    Doch bis uns’re Seele zu Gott
    aufsteigt, hustlen wir, Scheiß auf geregelte Jobs
    Wir werden Entertainer, Rapstars oder Sportler
    Bei Morgendämmerung einer New World Order
    (Kollegah)

    • Kristana, es geht doch hier nicht um die MSM-Hetze. Du drehst es einfach um. Es waren die Künstler, die sich empört haben und sich verletzt fühlten und aus Protest ihren Echo nicht mehr haben wollten. Das ist es, was Du anscheinend gar nicht verstehen kannst oder willst. Dann schiebst Du es einfach auf die MSM. Die interessieren doch hier gar keinen.

    • Ich sagte mainstream. Und da gehört der Westernhagen und auch Campino definitiv dazu.

      „Sein“ Gott? 😮
      DER war gut!
      Weils ja bei „unserem“ Gott überhaupt keine frauenverachtenden Dinge gibt. Sorry, das ist jetzt der Witz des Tages.

    • Das habe ich u.a. gemeint, als ich bei Dirk C. Fleck schrieb, dass sich in allen Medien – auch in diesem- spezifische Meinungs- Zwangsstrukturen herausbilden.
      Für mich sind das alles auch immer noch Menschen, deren Gefühle ich respektiere und in dieser Sache auch nachvollziehen kann,auch wenn ich vermutlich ihre Weltanschauung nicht teile.
      Was für mich bei diesem Battle -Rap rüberkommt ist Dummheit in Form von Undifferenziertheit , Geschmacklosigkeit, Hass und (Frauen-)Verachtung. Und ich frage mich immer noch, wer so eine „Kunst“ eigentlich organisiert. Geht es nur um Provokation für Profit, oder will man damit die Leute aufeinander hetzen, das Spaltbeil walten lassen? Beides war ja jetzt bisher erfolgreich, wie man sieht.

    • So, ich habe jetzt durch KenFM wieder etwas dazugelernt. Vielleicht haben wir ja beide recht und unrecht gehabt Kristana. Ich habe den Palästina -Film mit Kollegah gesehen und fand ihn und die ganze Aktion von Kollegah sehr gut. Ich habe von Anfang an vermutet, dass die Hauptverantwortlichen für diese Geschmacksentgleisung der Textsequenzen von Farid bei der Plattenfirma, also Bertelsmann, zu suchen sind. Die haben damit gewissenlos große Profite eingefahren und die Echo -Leute waren anscheinend zu doof und zu instinktlos, um den Braten zu riechen. Ich finde diese Texte, um die es hier geht, nach wie vor unterirdisch und sie hätten nicht auf Tonträgern in Masse unters Volk gebracht werden dürfen. Meine Meinung.
      Vermutlich sieht Kollegah im Grunde auch ein, dass er einen Fehler gemacht hat, sich auf diesen Battle-Rap mit Farid einzulassen. Intelligent genug dazu ist er ja. Aber öffentlich zugeben will er es wohl nicht.

  3. Das große Problem ist hier auch, dass (politische)Differenzierung für diese Art Rap und ihre Fans nicht geeignet ist.
    Dafür ist da einfach nicht genug Bildung vorhanden.
    Man kann dann mit den leidvollen Konflikten zwischen Menschen natürlich viel Geld verdienen, wenn man alles ganz grob vereinfacht zusammen in einen Topf schmeißt.
    Es gibt eine ganz einfache Regel: Keine Gewalt, nirgends. Aber die scheint für viele auch hier immer noch das Salz in der Suppe zu sein. So wird das jedenfalls nichts mit dem Weltfrieden.

    • Ich dachte ja auch immer, dass der Rap wenigstens den Reiz der rauen Aufrichtigkeit haben solle. Aber was ist das für eine Aufrichtigkeit, wenn ich mich hinterher von dem distanziere, was ich vorher gesungen habe und weshalb zahllose Fans meine Musik gekauft haben?

    • Wenn Kollegha z.B. mal einen Rap über Chemtrails und gegen Geo-Engineering durchsetzte, dann könnte ich ihm glauben, dass er’s ehrlich meint und nicht nur dem Kommerz dienen und davon profitieren will.

    • Hallo Jele Votava

      Hast Du Dir den Film
      Kollegah in Palästina
      angesehen? Link oben im Beitrag.

      Das ist wirklich ein tiefgehender sehr guter Film. Die Aktion selber ist auch super. Wie der Kerl im Camp in der Behinderten Werkstadt mit den Menschen umgeht, kann ich nur als äusserst respektvoll beschreiben. Wie er jeden abzeichnet und ihnen die Zeichnung mit seiner Unterschrift schenkt, hat mich wirklich berührt.
      Hast du gesehen wie die Mädchen nachher in der neu aufgebauten Computer Schule sassen und unglaublich stolz waren endlich auch im Netz arbeiten zu können. Also mir kamen die Tränen. Während des ganzen Film war ich sehr nahe am Wasser gebaut. Ganz ehrlich wäre ich heute ein Hipster ich wäre zurecht stolz auf mein Vorbild Kollegah.
      Und Rappen ist eine ganze Kultur, da wird gesprayt. Das ist bildende Kunst. Da wird gereimt, das Goehte rote Backen gekriegt hätte, da wird getanzt in aller höchsten Schwierigkeitsgraden. Natürlich ist da Destruktion. Wie sollte da keine Destruktion sein???? in der Welt in der wir gerade leben!!?
      Ich war damals Punk und Pilzlifresser ein Vorbild von mir war Roger Waters. Es freut mich wirklich sehr, dass der inzwischen alte Mann noch immer die Eier hat, sich voll in die Nesseln zu setzen gegen die Mi6 ler Weisshelm Gansters in Syrien! Natürlich war Herr Waters nicht nur ein gutes Vorbild. Das LSD hatte mich in die KlappsMühle verschlagen. Aber ich bereue es nicht. Inzwischen auch bald sechzig, nehme ich keine Drogen mehr und habe sogar mit Rauchen aufgehört. Aber destruktiv musste ich damals sein in meiner Jugend. Ich bin froh hatte ich Vorbilder wie die Pink Floyds. Genauso können heute junge Leute froh sein, wenn sie sehen, das man mit Kohle nicht nur Lamburginis kaufen kann, sondern damit auch Computerschulen finanzieren kann in der Westbank.
      Und natürlich muss Rap auch provozieren, was den sonst?
      Und wenn es rentiert.. na und?? Die Pink Floyds haben auch richtig abkassiert. Mich reut kein Pfennig, der ich ihnen in ihre Taschen gespielt hatte, durch kaufen ihrer Schallplatten.

    • Danke für das ehrliche Statement, patrick Züfle. Irgendetwas stimmt hier nicht. Wo kommen diese ekelhaften Sätze dann her, wegen denen so viele Künstler ihre Echos nicht mehr haben wollen? Es ist ja nicht nur dieser unglaublich pietätlose Satz über Ausschwitzinsassen. Zum Beispiel auch Sexismus und Gewaltverherrlichung und Frauen- oder Schwulenverachtung mit einem Satz wie: „Ich f…Dich, bis Dir das Steissbein bricht?“
      Ich kann leider die betreffenden Stücke im Netz nicht finden. Auf mich machen aber die beiden zusammen auf den Videosequenzen mit ihrem primitiven Muskelvorzeigen und ihren Statements einen absolut abstossenden Eindruck. Das kann ich nicht leugnen. Vielleicht meinen manche Rapper, das gehöre eben dazu Aber Ich liebe nur das Echte, mag nicht das Gestellte. Was sollen wir denn heute noch mit Pose anfangen?
      Von mir aus braucht es diesen Echo auch wirklich nicht mehr geben.

    • Wer mich als Rapper dagegen tief und positiv beeindruckt, ist Emmanuel Jal, ein ehemaliger Kindersoldat. Da gibt es keine Pose. Da ist alles echt. Er hat es nicht nötig, künstlich zu provozieren. Er kann allein mit seinem offen gelegten eigenen Schicksal erschüttern. Ich denke, das war auch einmal der ursprüngliche Sinn vom Rap überhaupt. Eine berechtigte Kunstform für Ausgegrenzte und Ausgenutzte, um ihr Leiden in die Welt zu schreien, damit auch sie endlich von allen gehört werden können.

    • Also mir gefällt Deine Antwort. Du bist bereit über den schwarz weis Schatten zu springen. Wichtig ist doch wer Kollegah abholen kann mit einer Aktion wie in der Westbank. Wie er da mithilft eine autonome Schule aufzubauen!
      Er kommt hier in Deutschland noch an junge Menschen ran, an die nur noch wenige ran kommen. Früher nannte man das die schiefe Bahn. Ich war sogar extrem auf dieser schiefen Bahn. Ich glaube nicht, dass Kids wegen solchen Texten so werden wie die Texte. Sie hören solche Texte, weil sie bereits so sind. Es gibt nichts Zerstörerisches als zerknitterte Liebe. Gerade Seelen, die eigentlich etwas Lichtvolles mitbringen wollten auf diesen Erdengang und an diesem bornierten Schulsystem so was von aufgelaufen sind, können extrem in das Gegenteil fallen, in die Destruktion.
      Gerade darum hatte mich dieser Film von Kollegah auch zu tiefst in meinem Herzen berührt.

  4. Kollegah spielt seine Rolle auf der Bühne, das Stück heißt:
    Liebe, Hass, Angst und Schuld. (läuft schon seit Jahrtausenden).
    Wenn das nicht so wäre gäbe es diesen Herrn nicht (mehr).

    • Rap war ursprünglich eine berechtigte Kunst -Plattform vor allem für die farbigen Unterdrückten und Knackies der weißen Gesellschaften, um ihre Stimme erheben zu können. Es hatte den Charme des Echten, Usprünglichen und Wahrhaftigen. Das, was jetzt durch die weiße Kommerzialisierung draus geworden ist, finde ich einfach nur noch kitschig und niederträchtig. Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten.

  5. Hier wird viel über die bloßen Texte geurteilt. Kollegah & Farid Bang betreiben sogenannten „Battlerap“. Man kann das nicht verstehen, wenn man sich noch nie mit Rap oder Hip-Hop auseinandergesetzt hat. Mit Hass und Frauenverachtung hat das wenig zu tun.

    • „Mit Hass und Frauenverachtung hat das wenig zu tun.“
      Nein, nein, Sie rappen das ja nur rhythmisch in die Kids rein! Im unfertigen Alter sind Menschen immer auf Superlative aus und wenn sie noch kein gefestigtes Wertebewusstsein haben, kann man sie leicht zur Gealtverherrlichung führen. Was Sie schreiben, hat jedenfalls mit psychologischer Einsicht nichts zu tun.

    • Sorry, Verschreibfehler: Man kann Kids mit solchen Texten zu rhythmischer Musik leicht zur Gewaltverherrlichung führen- und nicht nur Kids. Deshalb war dieser Aufschrei der anderen Musiker nach der Echo-Verleihung dringend notwendig. Die Medien haben hier nur berichtet, was diese empfunden haben, die ihre Echos zurückgegeben haben und das habe ich genauso empfunden. Man kann nicht alles, was einem nicht passt am gesellschaftlichen Geschehen, einfach mit MSM-Hetze begründen oder erklären.

    • Ich kannte bislang den Kollegah nicht und den Echo nicht. Aus dem Radio war mein Bild, dass auf denen jetzt alle rumhacken, weil sie das Wort „Auschwitz“ in seinen sinnfreien Wortketten rausgehört haben. Und ich dachte auch schon, dass M.M. Westernhagen jetzt die Antisemitismuskeule schwingt.
      Dem ist aber nicht so. Der Kollegah und der Verlag, der seine Produkte vervielfältigt (BMG) und der Echo leiden schlicht und einfach an Geschmacksverirrung und das hat Westernhagen auch ganz klar so artikuliert. Da bin ich voll seiner Meinung.
      Kollegah kann gar kein Neonazi sein. Seht euch mal ein Exkrement von ihm auf Youtube an (z.B. 0815) und überlegt euch selber wie oft er das 1941 aufgeführt hätte.

  6. Ja. Einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss hat der Rap und seine übertriebene geschlechtslastige, klunkerbehängte, in Protzkarren umhereiernde, ewig partyzelebrierende koksnasige, meist farbige Klientel schon. Keinen guten für Kinder und Teens meine ich. Falsche Bilder zu coolen Beats. Kennt man aus dem Wahlkampf hier. Doch räume ich jedem aus dem arabischen Raum stammenden Musikus oder Menschen das Recht ein, sauer auf die unter dem Sammelleidensbegriff Juden verallgemeinernd bezeichnete Religionsgemeinschaft – keine Rasse – zu sein. Was macht Israel zum Feind der/deren Welt? Seine Politik und Gebietsansprüche samt Genoziden an Arabern, Kriegsverbrechen und Angriffskriegen im Geheimen wie schamlos aktuell in Syrien ganz so nebenbei. Gut, das war nicht ganz das Thema. Und was die uns verordnete Gesamtschuld an allem was ab 1933 so geschah oder geschehen sein soll betrifft, haben Menschen die nicht aus dem Haftungsbereich BRD/DDR stammen jedes Recht alles anzuzweifeln, lächerlich zu machen oder zu verunglimpfen. Warum? Weil es ihnen oder ihren Verwandten tagtäglich von uns oder von uns geduldet angetan wird! Aber schaut man sich die HD Filme von Arte zur Befreiung von z.B. Auschwitz oder Buchenwald an, kommen einen Zweifel, ob Kollegah sich da nicht besser informieren sollte, da durchtrainierte russische Soldaten wie in Buchwald gefilmt, vielleicht doch besser definiert waren als er es jemals sein wird. Zumindest im Herz und im Kopf sind es diese Menschen damals gewesen. Aber wovon sollte mal wieder abgelenkt werden? Krieg in Syrien, gegen Russland. Atombomben mit strikt festgelegtem Wirkradius?

    • „Doch räume ich jedem aus dem arabischen Raum stammenden Musikus oder Menschen das Recht ein, sauer auf die unter dem Sammelleidensbegriff Juden verallgemeinernd bezeichnete Religionsgemeinschaft – keine Rasse – zu sein.“
      Tja, so lange es solche Menschen wie Sie, die unreflektiert alles in ein Topf werfen gibt, werden wir hier den Salat haben.

    • Konrad

      Felix Blume (Kollegah) ist weder aus dem arabischen Raum, noch farbig. Ist mehr so’n Deutsch-Kanadier und hat Jura studiert. Das nur mal so nebenbei. 😉

      Und Protzkarren und Koksnasen – die finden wir mengenweise auch im Hohen Haus in Berlin!

      Wovon abgelenkt werden sollte? Vielleicht weil der Junge sich gegen Pädophile engagiert? Wäre doch möglich…

    • @Vedek Bareil : Wenn sie alles reflektieren wollen, um der Verallgemeinerungskeule zu entgehen, na dann fangen sie beim eigenen Geschlecht an, um dann im Universum zu enden. Jedes Ding hat seinen Anus und seine Engel! Mich muss man nicht mögen oder beachten…da habe ich wenig Eitelkeiten, denn es sollte um die Sache, nicht um Befindlichkeiten gehen. Danke!

      @Kristana: Danke für den Hinweis! Einleitend hätte ich schreiben sollen, dass der Rap ja seinen Ursprung in eben jener Gattung besagter Typen hat. Ja. Es gibt in allen Kasten kastenweise Drogen, Dummheit, Rassismus, Ignoranz, dunkel- und hellhäutige…und und und…Mir geht um den Kern des Aufruhrs und das sich darin ewig empörende Grüppchen dieser Religions-und Auserwähltenunterdrücktenofperundangegriffenen, weniger um Kollegah, der doch recht dunkel daher zu kommen scheint. Danke!

    • @Konrad
      Anus, Universum… – ich weiß wirklich nicht was sie meinen. Sie müssen sich auch nicht vor mir rechtfertigen, ich kenne sie nicht – ich sehe einfach schwarze Buchstaben auf dem weißen Hintergrund und reagiere entsprechend.
      Sie haben die Israelische Politik als eine Rechtfertigung für die antisemitische Stimmungen hier in Deutschland benutzt – das finde ich nicht richtig.
      Alle Muslime unter den Generalverdacht zu stellen, nur weil irgendwelche Spacken sich umbedingt in die Luft sprengen müssen finde ich übrigens genauso falsch.
      So lange es die Menschen gibt die es nicht differenzieren können, werden wir die Probleme haben.

  7. Ohne die Vorabentschuldigung – einfach nur ekelhaft – hätte ich den Artikel gut gefunden. Vermutlich.
    Aber wenn man sich erst mal auf die „richtige“ Seite schlagen muß, bevor man dann etwas verteidigt, was nicht verteidigt werden darf ……
    Wie glaubwürdig ist so ein Schreiber?

    • Ich bin dagegen.
      Ich bin dafür.
      Ich bin dafür, daß wir dagegen sind.
      Ich bin dagegen, daß wir dafür sind.

      Schmunzeln, lieber Meinenstein (vom Ganser-Thread) ist eine wahrhaft seltene Gabe heutzutage.

      Marius in „Theo gegen den Rest der Welt“: Sekt oder Selters?

      Ach, ich weiß nicht.
      Das muß man doch differenzieren.
      Ich finde, das kann man auch so sehen:::::::::::::::::::::::::::::

  8. Anbei nur zwei kurze Hinweise zur „Bild,“ die laut Herrn Schramm den Analphabetismus bereits im Namen und in die Lande trägt, die sich gerne volksnah gibt, aber doch realiter Gazette von Oligarchen, zum Nutzen von Oligarchen ist.

    Dazu zuerst ein Zwischenruf:

    13. August 2015 um 16:52 Uhr | Verantwortlich: Albrecht Müller
    „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“

    Paul Sethe, Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, stellte dies 1965 fest. Er ergänzte seine Aussage so: „Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“ Seit 1965 hat sich die Lage verschärft, unter anderem durch die weitere Konzentration der Medien und die Kommerzialisierung der elektronischen Medien, also von Fernsehen und Hörfunk. Nicht 200 reiche Leute, viel weniger bestimmen heute die große Linie der Meinungsbildung. Sie gehören zusammen mit einigen Köpfen aus Finanzwirtschaft und Industrie und unseren sogenannten Verbündeten zu den politisch einflussreichen Personen und Gruppen. Von einer demokratischen Willensbildung kann schon lange keine Rede mehr sein. Aber das Bewusstsein um diese Misere ist offensichtlich seit Paul Sethes Erkenntnis nicht gewachsen. Zum Beispiel konnte man mit Erstaunen lesen, dass auch die Macher des vom Vorwurf des Landesverrats gepeinigten Mediums netzpolitik.org an die Freiheit der Medien im Westen glauben und diese gegen die in anderen Ländern, namentlich in Russland, herrschende Unfreiheit absetzen. Albrecht Müller.

    Zur Lage der Medien und der demokratischen Meinungsbildung – überall Oligarchen, die wir aus Gewohnheit so nicht nennen, und Entscheidungen zulasten der Mehrheit und zugunsten der Minderheit.
    Der Konzentrationsprozess im Bereich der Printmedien hat zugenommen. Die meisten Regionen werden von monopolartigen Regionalzeitungen beherrscht. Auch Blätter, von denen man lange Zeit eine gewisse Eigenständigkeit erwartet hat, gehören inzwischen zu großen Konzernen.
    So die Süddeutsche Zeitung zur Schaub Gruppe, die Frankfurter Rundschau zur FAZ, viele Ruhrgebietszeitungen zur WAZ, die Mehrheit der Ostdeutschen Zeitungen ist in den Händen von westlichen Konzernen, von Springer über Neven duMont bis zu den erwähnten Schaubs in Ludwigshafen. Wichtige linksliberale Organe mit kritischen Verstand haben das zeitliche gesegnet, nicht als solches, sondern als kritischem Organe: der Spiegel, der Stern, Die Zeit.

    Die elektronischen Medien sind mit wenigen Ausnahmen lokaler Hörfunk-Sender in den Händen eines privaten Konzerns und in den Händen der öffentlich-rechtlichen Sender. Unter dem Druck der Kommerzialisierung und dem Blick auf die Einschaltquoten und einer bewussten konservativen neoliberalen Personalpolitik der Union in den Sendern haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender den kommerziellen Gewohnheiten angepasst. – Oft gibt es lobenswerte Ausnahmen. Es gibt immer noch sehr gute Beiträge in den öffentlich-rechtlichen Medien und auch in privaten. Aber das ändert nichts am Gesamtergebnis: einer stromlinienförmigen Orientierung, wenn es um wichtige politische Entscheidungen geht. Alle, nahezu alle Medien machen bei Kampagnen der Meinungsbildung mit. Dazu ein paar Beispiele:

    -Fast ausnahmslos haben sie von den Reformen geschwärmt und diese den Griechen wärmstens empfohlen.

    -Sie haben die Privatisierung der Altersvorsorge propagiert. Und nicht gesehen und nicht beschrieben, dass dies der Eröffnung eines neuen Geschäftsfeldes der Finanzwirtschaft diente.

    -Bis heute gilt absurderweise und ohne kritische Begleitung der Medien die Steuerfreiheit beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen, die Schröder und Eichel zum 1.1.2002 eingeführt haben. Ein Musterbeispiel der beflissenen Dienstleistung für die reichen Leute, für unsere Oligarchen, die ihre Aktienpakete steuerfrei verkaufen oder steuerfrei erwerben konnten und können.

    -Sie haben fast ausnahmslos die Kampagne für den Jugoslawien-Krieg mitgemacht.

    -Usw. usw.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=27208

    Zu den erwähnten Hinweisen:

    CIA-U-Boot bei „Bild“: Palantir-Chef wird Aufsichtsrat bei Springer
    21.04.2018 • 09:15 Uhr

    Alex Karp, Chef der Analysefirma Palantir, zieht in den Springer-Aufsichtsrat ein. Die Firma unterhält enge Kontakte zu US-Geheimdiensten, denen seine Software hilft, die etwa bei Facebook und Google gesammelten Daten in politische Strategien umzuwandeln.

    Der Mitgründer und Chef der US-Sicherheits- und Softwarefirma Palantir Technologies, Alexander Karp, zieht in den Aufsichtsrat des Axel-Springer-Verlags ein, wie der Verlag mitteilte. „Alexander Karp ist einer der erfolgreichsten und wichtigsten Vordenker der Digitalwirtschaft“, sagte Springer-Aufsichtsratschef Giuseppe Vita.
    Palantir ist mit einer Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar zweifellos erfolgreich. Doch die Firma und ihr Mitgründer Alexander Karp sind auch dubios. Denn etwa um die bei Facebook und Google gesammelten Daten nutzen zu können, brauchen Geheimdienste Analyse-Werkzeuge. Oder, wie Focus schreibt:

    „Um Strömungen wie Occupy auch effektiv überwachen zu können, braucht es jedoch noch eine zweite Komponente – Software, mit der sich riesige Datenmengen wie die von Facebook gezielt verknüpfen und visualisieren lassen.“

    Die CIA hat sich bei Palantir eingekauft

    Das Magazin führt weiter aus, dass die CIA über ihre Investmentfirma In-Q-Tel bereits eine „strategische Investition“ in Palantir Technologies getätigt habe. Für das FBI, die CIA und die NSA entwickelt Palantir laut dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes einige „der mächtigsten Werkzeuge zum Durchsieben von Daten“. Palantirs Software sei für die Geheimdienste ein „game changer“, so das Nachrichtenportal Business Insider. Auch die Instrumentalisierung von Internetkonzernen wie Facebook oder Google durch Geheimdienste zu Überwachungszwecken setzte sehr früh ein und war eng mit der Person Alexander Karp verbunden, wie etwa das Magazin Hintergrund beschreibt.
    https://deutsch.rt.com/inland/68696-cia-u-boot-bei-bild/

    Und hier, man liebt (käufliche Liebe) die Oligarchen:

    19. April 2018 um 8:50 Uhr | Verantwortlich: Redaktion
    Amazon-Chef Jeff Bezos erhält den Axel Springer Award

    Am 24. April 2018 verleiht Springer-Chef Mathias Döpfner dem Chef des größten Online-Händlers Amazon den Axel Springer Award. Da wächst zusammen, was längst zusammengehört. Von Werner Rügemer.

    Der Amazon-Gründer Jeff Bezos, geboren 1964, wurde 2017 mit 130 Milliarden US-Dollar Privatvermögen endlich das reichste Inividuum der bisherigen Menschheit. Er versteht sich als „libertär“. Das ist eine Steigerung von „liberal“ in Richtung noch größerer Aggressivität gegenüber Staaten, Gewerkschaften und überhaupt jeder Form verbindlicher Gemeinschaftlichkeit. Er will wie der bekannteste Venture-Capitalist Peter Thiel, der frühzeitig auch in Amazon investierte, alle Grenzen der bisherigen Menschheit sprengen. 2000 gründete er das Raumfahrtunternehmen Blue Origin: Vermögende Individuen sollen mit neu entwickelten, wiederverwendbaren Raketen, die besser sind als die der NASA, im Weltraum, zunächst mal im Sonnensystem, spazieren fliegen und nach neuen Investitionen Ausschau halten.

    „Ich bin ein Libertär“

    Für libertäre Ziele spendet der Aufsteiger immer wieder aus seinem wachsenden Vermögen, zum Beispiel im Bundesstaat Washington, weil in der Hauptstadt Seattle neben Microsoft und Boeing Amazons Zentrale steht: Bezos unterstützte die Initiative gegen ein Gesetzesvorhaben, das eine lokale Einkommenssteuer für Topverdiener vorsah; er unterstützte eine Initiative für die Anerkennung der Schwulenehe; er spendete für eine Initiative, die sich für die staatliche Förderung von Privatschulen (charter schools) einsetzt; er spendete auch für die Clock of the Long Now, die die Zeit der nächsten 10.000 Jahre anzeigt.

    Auch für die gegenwärtig 566.000 Beschäftigten weltweit gibt es keine Vergangenheit, nur Zukunft. Die Bürohochhäuser in Seattle tragen die Bezeichnung Day 1 South, Day 1 North: Jeder Tag ist der erste bei der weiteren Expansion im Dienste der Aktionäre. Das sind neben dem als allmächtig inszenierten Bezos in viel größerem Umfang allerdings die heute mächtigen Kapitalorganisatoren Vanguard, Blackrock, JPMorganChase & Co, von denen die auf Personenkult setzenden Leitmedien lieber schweigen.

    Der fanatisierte Aufsteiger war durch seinen exilkubanischen Stiefvater Mike Bezos, Manager bei Exxon in Houston/Texas, an die Welt des Großkapitals gewöhnt worden. Nach dem Studium in Princeton wurde er Banker bei Bankers Trust in New York. 1990 wechselte er in den kurz zuvor gegründeten Hedgefonds D.E. Shaw. Dessen Gründer David Shaw, von der Eliteuniversität Stanford kommend, hatte an der militärischen Vorform des Internet, ARPANET, mitgearbeitet und übertrug die auch geheimdienstlich entwickelte Datenverarbeitung auf den Finanzsektor. Daran nimmt ein Libertärer keinen Anstoß: Bezos wurde mit der Abteilung Einzelhandel Vizepräsident des Hedgefonds, während Chef Alvin Krongard die Verbindung zur CIA aufrechterhielt und der privaten Söldnerarmee Blackwater den ersten großen Auftrag verschaffte. 1994 machte Bezos sich mit der digitalen Buchhandelsplattform Amazon selbständig.

    Prekäre Beschäftigung als Unternehmensmodell

    Die meisten Beschäftigten des heutigen Weltkonzerns können sich mit Teilzeit-, Saison- und Leiharbeit nur prekär über Wasser halten. Trotzdem sind sie für den Libertär-Ideologen ein störender Kostenfaktor. Selbst wenn sie, bescheiden wie sie im US-geführten Kapitalismus geworden sind, auch in Deutschland nur „living wage“ verlangen (Lohn, der zum Überleben gerade reicht; in Deutschland der Tarifvertrag des Einzelhandels), sind sie ihm ein Greuel.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43580

    Und so herrschen sie, über die Spaltermedien, die eingekaufte Politik und wenn es sein muß mit Gewalt, nach innen und außen … in Herrlichkeit und Ewigkeit. Amen.

    Als BIld zur synonymen Bild, in etwa so …
    http://www.med-etc.com/philo/wahrheiten/d/29-3-affen-d/004-3-affen-bestochen-u-m-geld-gestopft.jpg

    P.S.: Wenn ich mich recht erinnere, hatte sich Herr Westernhagen, bereits vor Jahren, für die „Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM)“ stark gemacht.

    • Ich war nie ein großer Westernhagen-Fan, aber mit dieser seiner Initialzündungsaktion zolle ich ihm jetzt großen Respekt. Höchste Zeit, dass dieser reine Kommerz-Preis verschwindet!

  9. Oh man…
    ich kann mittlerweile diese Kampfbegriffe wie „Antisemitismuskeule“ net mehr hören…
    Was hat das alles mit der Israelischen Politik zu tun? – es wird keine Möglichkeit ausgelassen um gegen Israel zu hetzten.
    Das es möglich ist, hier in Deutschland, eine in Öffentlichkeit stehende Person die mit seinen Texten/Videos Judenfeindliche Klischees bedient auch noch mit einem Preis zu belohnen finde ich unerträglich. Dabei ist es mir völlig Schnuppe ob diese besagte Person ein Antisemit oder einfach nur „Vollpfosten“ ist. Das meinte Herr Westernhagen als er von „den Zerfall einer kultivierten Gesellschaft“ sprach.
    Also hören Sie bitte auf, Herr Nümm mit den „Nebelkerzen“ um sich zu werfen!

    • Dass Kollegah alle Juden in seine Konzerte eingeladen hat, gratis mit backstage-Pass, weißt du aber schon, oder?

      Der Zerfall der kultivierten Gesellschaft wird befördert durch
      – Sätze wie: „Unterm Strich zähl ich“ und „Geiz ist geil“
      – Fußballmanager, die Steuern hinterziehen
      – Konzerne, die gar keine Steuern zahlen
      – Politiker, die nach Den Haag gehören und trotzdem straffrei davon kommen
      – Schmarotzer, die leistungslose Einkommen in Mrdhöhe kassieren
      – usw usf

      DADURCH zerfällt unsere Gesellschaft. Diese „hochangesehenen“ Menschen dienen schließlich als gutes Vorbild.

    • @Kristina
      Habe mir diese riesige Schlange vorgestellt, Schlange die nur aus Juden mit Backstage-Pässen besteht. Juden die nur darauf warten die Hand von dem Großmeister Kolegah zu schütteln (natürlich völlig kostenlos..)
      Soviel realitätfremder Naivität muss man erst haben..

    • Vedek Barell: Ja, genau das hatte ich mir auch gedacht. Toll finde ich ja auch die Erklärung der Plattenfirma dazu:
      Es habe zwar viele verletzt, aber viele auch nicht!

  10. Hure Babylon .
    Die Abwesenheit einer Basis für Kultur .
    Jedes Handeln wird existenziell .
    Darf ich noch einen Döner essen oder bin ich dann schon unter der Gefahr Terroristenversteher zu sein.
    Rechtsextrem ist man sowieso , wenn man das Massenmirationsprojekt der Globalisierungsfaschisten kritisiert.
    Speziell interessant ist der Umgang mit Israel , das in Deutschland unter Staatsraison steht – der Kotau alternativlos ist
    im antifaschistischen Deutschland und Israel zweifellos das rassistischte Regime der Erde hat .

    Der westliche Tiefe Staat macht den Terror , den er dem Islam unterschiebt –
    und der gleiche Tiefe Staat organisiert die Massenzuwanderung von Muslimen nach Europa
    und der gleiche Tiefe Staat führt endlos Kriege gegen muslimische Länder .

    Ja, und Israel schaut dabei ruhig zu .

    Die Kunst ist politisiert , die Rahmenbedingungen sind eng , sehr eng –
    und die westliche Presse weiss sich viel über Zensur in der Achse des Bösen zu erregen .

  11. Wenn Hass in Form von Rassismus, Sexismus und Gewaltverherrlichung auf Tonträgern rhythmisch unter unsere Teenies gebracht und dann auch noch mit einem Preis geehrt wird, soll das eine künstlich aufgeblasene Marginalie sein, oder wie soll ich das verstehen?
    Ganz im Gegenteil sollte da mal nachgeforscht werden, was und wer eigentlich dahinter steht und die Verantwortlichen in der Musikfirma sollten auch zur Rechenschaft gezogen werden.

    • Das ganze Theater geht um diesen Satz: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“.

      Ja, der Song is unterirdisch, aber mehr Richtung Porno, als Richtung Hass. So sind die Rapper halt, sie wissen genau, wofür sie Aufmerksamkeit bekommen. Ohne Skandal keine Verkaufszahlen.

      Denk mal dran, was man mit Xavier Naidoo versucht hat. You remember? Wann immer ein Künstler sich gegen Pädophilie ausspricht, gehn die BILDs und RTLs sofort dagegen.

      Du bist doch sonst so kritisch! Spätestens als alle mcMedien in ein Horn geblasen haben, hättest du hellhörig werden müssen. Kollegah spricht sich deutlich gegen PizzaGate und die Podesta-Brüder aus. Hat ne Prämie ausgelobt, für den Journalisten, der endlich darüber berichtet und sich was traut.

      Weißt du jetzt, warum alle Mainstreamdeppen so gegen ihn schießen? Der kratzt am Establishment und damit ist er für die Herrschenden gefährlich und soll weg… Ja, da sollte mal nachgeforscht werden. 😉

    • Kollegah spielt seine Rolle auf der Bühne, das Stück heißt:
      Liebe, Hass, Angst und Schuld. (läuft schon seit Jahrtausenden).
      Wenn das nicht so wäre gäbe es diesen Herrn nicht (mehr).

    • Kristana: Ich finde, wer nichts merkt, bist Du. Ich schieße auch nicht mit den Mainstreammedien gegen Kollegah (der übrigens diesen Text gar nicht gedichtet hat) und es geht auch bei dem Skandal nicht nur um diesen einen Satz. Ich richte mich einfach nach meinem Feeling. Und dieser Artikel hier ist für mich genauso eine zusammengeschusterte Meinungsmache.

    • Jele
      Na da wars ja mit deinem „feeling“ mal wieder nicht sooo dolle bestellt. Vielleicht hast du einfach nur wieder Sachen gelesen oder gehört, die gar nicht da waren. So wie in meinem post. Da hast du auch reininterpretiert, dass es kracht. Und beleidigend willste auch noch werden. Traurig, diese verbale Gewalt!

      Hohes Alter ist keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen!!! 😉

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