Tagesdosis 21.9.2018 – „100 Trillionen Fliegen können sich nicht irren“

Ein Kommentar von Rainer Rupp

Ein soeben veröffentlichter, offizieller Bericht der norwegischen Regierung illustriert exemplarisch die fortwährende kriminelle Absurdität der Nordatlantischen Terrororganisation NATO und ihrer Mitgliedsstaaten, die mit menschenverachtenden Kriegsabenteuern Tod und Verderben über weit entfernte Länder von Afghanistan über Libyen nach Syrien und in die Ukraine bringen, um nur einige zu nennen.

In dem Bericht geben norwegische Regierungsbeamte zu, dass sie nichts über Libyen wussten, bevor sie den Startschuss zu Kriegsteilnahme gaben. Sie geben zu, dass sie keinen blassen Schimmer hatten, weder von der jüngeren Geschichte des Landes noch von der aktuellen Situation in Libyen im Jahre 2011. Und trotzdem war die Regierung in Oslo sofort bereit, sich den Amerikanern, den Franzosen und Briten anzuschließen, um das am höchsten entwickelte Land Afrikas mit sozialen Standards, die bei weitem die der „westlichen Wertegemeinschaft“ übertrafen, in die Steinzeit zurück zu bomben.

Der mit dem Regimewechsel in Libyen erzielte große westliche Sieg für demokratischen Fortschritt und Marktwirtschaft hat jüngst mit der Nachricht über die Wiedereinführung von öffentlichen Sklavenmärkten in dem von Gaddafi befreiten Land seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

„Wenn man sich ansieht, was daraufhin (nach der Ermordung Gaddafis) geschah, dass Libyen zu einem Hotspot des Terrorismus wurde, ist dies (die norwegische Beteiligung am Angriffskrieg) keine Entscheidung, auf die man stolz sein kann“, erklärte die ehemalige Fraktionsvorsitzende der norwegischen Zentrumspartei, Liv Signe Navarsete in einer ersten Reaktion auf den Regierungsbericht. Aber wie ist es so weit gekommen?

Auf Grund welcher schwerwiegenden Informationen haben sich die Entscheidungsträger in Oslo für Krieg entschieden? Auch dazu finden wir ein absurdes Eingeständnis in dem offiziellen Bericht aus Norwegen. Dort heißt es: „In solchen Situationen verlassen sich Entscheidungsträger häufig auf Informationen aus den Medien und anderen Ländern“. Mit anderen Worten, Wenn alle es sagen und tun, dann muss das richtig sein und wir tun es auch. Das erinnert an den Spruch der US-Vietnamkriegsgegner gegen die vorherrschende Unterstützung des US-Massakers in Südostasien durch die „schweigende Mehrheit“ und die Medien, der lautete: „100 Trillionen Fliegen können sich nicht irren; fresst Scheiße.“

Nachdem Frankreich und Großbritannien 2011 ohne den geringsten Grund den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Libyen begonnen hatten, war ihnen nach einer Woche die Munition für weitere Luftangriffe zur Unterstützung der lokalen Terroristen-Gruppen ausgegangen. Für die Herrschaften in Paris und London war das eine unglaubliche Blamage, zumal sie die libysche Regierung längst nicht in die Knie gezwungen hatten. In dieser Situation riefen sie ihre NATO-Komplizen zu Hilfe, um das mörderische Werk mit einem Sieg zu beenden. Erst jetzt übernahmen die USA die Kriegsführung und auch Norwegen schloss sich begeistert an, um den humanitären Kampf islamistischer Terrorgruppen – von Al Kaida bis zu anderer Kopfabschneiderbanden – gegen den „neuen Hitler“ Gaddafi mit Luftangriffen zu unterstützen.

Und Norwegens militärischer Beitrag zum Gemetzel in Libyen war weit mehr als nur symbolisch. Laut dem Regierungsbericht hat Norwegen während des Luftkrieges der westlichen Aggressionskoalition sechs F-16-Kampfjets zur Verfügung gestellt. Dem Bericht zufolge flogen diese Jets zwischen März und Juli 2011 insgesamt 596 Angriffe und warfen dabei 588 Bomben auf libysche Ziele ab. Das entspricht etwa zehn Prozent aller Angriffe der Koalition in diesem Jahr.

Sicherlich hat auch der Wunsch der norwegischen Militärführung nach realitätsnahen Einsätzen für ihre Kampfpiloten den norwegischen Bomben-Enthusiasmus in Libyen bestärkt. Und was könnte realitätsnäher sein als ein richtig schöner Krieg, bei dem die Angegriffenen nicht einmal zurückschießen können und die Gefahr eigener Verluste so gut wie auszuschließen ist.

Der Regierungsbericht sei für die politische Kaste „ziemlich peinlich“, zitierte „Russia Today“ den Politwissenschaftler Morten Bøås vom „Norwegischen Institut für Außenpolitik“. „Die Autoren des Berichts brächten „ihr Bedauern zum Ausdruck“, weil sie die Konsequenzen ihres Handelns, nämlich die Beteiligung am Angriffskrieg, „nicht wirklich verstanden“ hätten, so Bøås.

Im Jahr 2011 seien viele Norweger davon ausgegangen, dass ihr Land „hauptsächlich aus humanitären Gründen“ in den Kampf gegen Gaddafi eingestiegen“ sei, erklärte Bøås. Er glaube nicht, dass unbedingt alle norwegischen Politiker wirklich verstanden hätten, dass „die anderen Schlüsselparteien (USA, Frankreich UK) im Grunde genommen nur an einem Regimewechsel interessiert waren, um Gaddafi loszuwerden“, fügte der norwegische Politwissenschaftler hinzu.

Tatsächlich dürfte inzwischen auch dem größten Nachrichtenmuffel – nicht nur – in Norwegen klar geworden sein, dass der Angriffskrieg gegen Libyen mit Humanismus, Menschenrechte und Demokratie nichts zu tun hatte. Wenn norwegische Politiker nun auf Unwissenheit plädieren, um die von ihnen begangenen Schwerverbrechen, einschließlich Massenmord und Totschlag, zu entschuldigen, so ist das unakzeptabel. Denn dem normalen Bürger wird ständig gepredigt, dass „Unwissenheit nicht vor Strafe schützt“. Er muss sich selbst umfänglich informieren, wenn er nicht bereits für den kleinsten Fehltritt zur Rechenschaft gezogen werden will. Und bei Politikern, die über Krieg und Frieden, über Leben und Tod entscheiden, soll diese Sorgfaltspflicht plötzlich nicht gelten!?

Auch wir hier in Deutschland können einige Lehren aus den jüngsten norwegischen Erfahrungen ziehen: Das Beispiel Norwegen zeigt einmal mehr, dass im Zeitalter der neoliberalen Globalisierung der vielfach im Munde geführte Begriff der „Werte“ nur einen Zweck hat, nämlich die eigenen wirtschaftlichen und geo-strategischen Interessen durchzusetzen und dafür Krieg zu führen, wann und wie man will. Menschenrechte, Toleranz und Demokratie, selbstredend auch „der Kampf gegen Rechts“ sind nur Mittel zum Zweck. Sie sind Worthülsen ohne ethischen Inhalt oder Wert.

Der norwegische Bericht zeigt auch, dass die meisten Politiker faul sind, vor allem denkfaul. Neben ihrer gut bezahlten Lobbyarbeit interessieren sich bürgerliche Politiker kaum für andere Sachen und erst Recht nicht für das Gemeinwohl. In der Regel lesen sie keine der vor den Abstimmungen verteilten Berichte und machen sich auch sonst nicht schlau. Vielmehr folgen sie bei den Abstimmungen den Empfehlungen, die von so genannten „Experten“ in „Fach“gremien unter Zugrundelegung von Lobby-Interessen ausgekungelt haben (siehe z.B. Dieselskandal und der politische Schutz für die Autokonzerne). Trotzdem versuchen diese Politiker der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, Sie seien doch so viel besser informiert als das gewöhnliche Volk, weshalb ihrer Meinung nach auch unbedingt verhindert werden muss, dass das dumme Volk in einer Volksabstimmung über wichtige Fragen selbst entscheidet.

Und weil unsere Politiker so viel klüger sind als das dumme Volk, wissen sie auch viel besser als alle anderen, was für das Volk gut ist. Dagegen werden Politiker, die sich den Sorgen und Problemen der so genannten „kleinen“ Leute annehmen, als gefährliche „Populisten“ angegriffen, denn mehr direkte Demokratie ist Teufelswerk. Dagegen gilt für Politiker, die sich nicht gemein machen mit dem Pöbel und dem Pack und sich stattdessen in Luxushotels diskret mit Vertretern der Konzerne über neue Gesetze abstimmen, dass sie verantwortungsbewusste Politik betreiben.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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16 Kommentare zu: “Tagesdosis 21.9.2018 – „100 Trillionen Fliegen können sich nicht irren“

  1. Danke Rainer Rupp für den Bericht,
    insbesondere für den Hinweis darauf, wer 2011 mit dem Libyen-Bombardement
    begonnen hat, nämlich das Vereinigte Königreich und Frankreich und auf den
    Hinweis auf den Regierungsbericht jetzt in Norwegen, der aufzeigt, wie es zum
    Parlamentsbeschluss kam und welchen Anteil die Norweger am Bombardement
    der „westlichen Aggressionskoalition“ hatten: sechs F-16-Kampfjets… flogen …
    zwischen März und Juli 2011 insgesamt 596 Angriffe und warfen dabei 588 Bomben
    auf libysche Ziele ab. Das entspricht etwa zehn Prozent aller Angriffe der Koalition
    in diesem Jahr.“
    Danke Box für den LINK, der zu Sputnik und dem „Künstlichen Fluss“ durch die
    Wüste führt. Davon hatte ich vorher überhaupt nichts gehört.

  2. Was ich bei diesem unsagbar traurigen Ereignis, Regierungsumsturz in Libyen, jetzt als kleinen Pluspunkt sehe ist, dass es nun einen offiziellen Bericht der norwegischen Regierung dazu gibt, auch wenn dessen Inhalt ein unglaubliches Bild von diesem Einsatz zeigt.
    Erschütternd ist zugleich aber, dass ich bis dato in den deutschsprachigen Hauptmedien keine Hinweise dazu gefunden habe.

    Ein großer Pluspunkt ist wieder mal Rainer Rupp, ohne den dieser Bericht vielleicht völlig meiner Aufmerksamkeit entgangen wäre.

  3. …. blicken wir nach vorne: Im Moment werden wir medial auf den Bundeswehr-Einsatz in Syrien vorbereitet, und das gegen den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung. Können wir das verhindern? Wer bringt die RÖTTGENS, VON DER LEINES, KLEBERS etc vor Gericht wegen Kriegshetze, bevor es schreckliche Realität wird?

  4. Anbei ein paar weiterführende links:

    Die Re-Kolonisierung Libyens
    von Manlio Dinucci

    All denjenigen, die meinen die Kolonial-Zeit sei beendet, schlagen die Beispiele des Irak, Libyens und Syriens ein heftiges Dementi ins Gesicht. Die USA haben 2001 beschlossen im Durch-Marsch und der Logik der Attentate, diese drei und einige weitere Länder anzugreifen. Sicher, der Krieg gegen Tripolis und Damaskus ist erst zehn Jahre später ausgebrochen, die Zeit, um einerseits diese Staaten ihrer Verteidigung zu berauben und andererseits internationale Koalitionen zu bilden und das Kolonial-Ziel als „humanitäre Aktion“ verschleiern zu können. Zurück zum Fall Libyen.
    Voltaire Netzwerk | Rom (Italien) | 12. März 2016

    (…)
    USA und Frankreich – wie es die Emails von Hillary Clinton beweisen – beschlossen den „Plan Ghadafis eine afrikanische Währung zu schaffen“, als Alternative zu Dollar und Franc CFA [1], zu blockieren. Um das alles und um sierletztech das Erdöl und das lybische Territorium anzueignen, entwarf die NATO unter USA-Kommando die Kampagne gegen Ghadafi, bei welcher in Italien die „linke Opposition“ sich im vordersten Rang beteiligte. Sie zerstörte also durch den Krieg den Lybischen Staat von aussen, wie auch durch Angriffe von innen durch Spezialtruppen und Terroristen Gruppen. Das darauf folgende soziale Desaster, welches mehr Opfer als der Krieg selbst gefordert hat, vor allem bei den Migranten, hat die Tür geöffnet zur Wiedereroberung und Teilung Libyens. Wohin dieses Italien Füße, die seine Verfassung zertrampeln, setzt, kommt es wieder zurück in seine koloniale Vergangenheit.
    http://www.voltairenet.org/article190692.html

    Muammar al-Ghaddafis „achtes Weltwunder“ – vom Westen verlacht und ruiniert
    07.06.2018

    Im Westen gilt dieser Mann als Diktator, der sein eigenes Volk grausam unterdrückte. Aber es gibt auch viele Fakten, die quasi vom Gegenteil zeugen. In Wahrheit hat Muammar al-Gaddafi auch viele gute Dinge für Libyen getan. Aber die Umsetzung seiner Projekte wurde vom Westen behindert.

    Das größte Bauprojekt der letzten Jahrzehnte wurde in keinem der Industrieländer entwickelt, sondern in Libyen – dem Land der so genannten „Dritten Welt“. Es geht dabei um einen „künstlichen Fluss“, der auch als „achtes Weltwunder “ bezeichnet wird.

    Dieses Projekt sollte die dürre libysche Wüste in eine florierende Oase verwandeln und Millionen hungrige Afrikaner mit Lebensmitteln versorgen. Es wurde seinerzeit auf 25 Milliarden Dollar geschätzt, wobei die Libyer keinen einzigen Cent vom Internationalen Währungsfonds (IWF) oder einer anderen internationalen Finanzorganisation bekommen haben. Möglicherweise war das eben einer der wichtigsten Gründe, warum der Westen beschloss, Gaddafi loszuwerden.
    https://de.sputniknews.com/zeitungen/20180607321058018-ghadaffis-oasen-projekt/

    Denkschrift zu Libyen: Lügen über den Staat, seine Führung und die Armee
    von Saif al-Islam al-Gaddafi
    Voltaire Netzwerk | Tripolis (Libyen) | 28. Oktober 2017

    Im Namen Allahs, des Gütigen und Erbarmenden.

    Diese Denkschrift hat das Ziel, einige Tatsachen klarzustellen, die in den letzten sechs Jahren zum Leiden des libyschen Volkes führten. Dr. Saif al-Islam, Sohn von Muammar al-Gaddafi, beschreibt die furchtbaren Verbrechen, die am libyschen Volk verübt wurden.

    Diese Verbrechen wurden im Namen einer humanitären Intervention begangen. Es hieß, Zivilisten sollten geschützt, Demokratie und Wohlstand eingeführt werden. Die NATO-Staaten griffen Libyen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Waffen und mit Hilfe einiger arabischer Staaten und einzelner Libyer an. Die Rechtfertigung dafür war genauso falsch wie diejenige für die Invasion im Irak 2003, denn in Wirklichkeit handelte es sich um die systematische Zerstörung eines souveränen Staates und einer friedlichen Nation.

    Die Denkschrift will diese Verbrechen Menschenrechtsorganisationen, NGOs und der internationalen Gemeinschaft zur Kenntnis bringen, um Libyen und seinen Menschen in ihrem unermüdlichen Einsatz beizustehen, dieses kleine Land wieder aufzubauen.

    Libyen am Scheideweg: Der Anfang

    Die Agonie Libyens begann am 15. Februar 2011 mit den üblichen Protesten und Demonstrationen für die im Abu-Salem-Gefängnis Inhaftierten. Die Demonstrationen wurde schon bald von Mitgliedern dschihadistischer Gruppen wie der Libyan Islamic Fighting Group LIFG gekapert. Sie griffen Polizeistationen und Armeeunterkünfte in Derna, Bengasi, Misrata und al-Zawaj an, um Waffen für den geplanten Krieg gegen das libysche Volk und seine rechtmäßige Regierung zu erbeuten.

    Gleichzeitig wurde eine Propagandamaschinerie in Gang gesetzt. Daran beteiligt waren Al-Jazeera, Al-Arabia, BBC, France 24 und andere Sender, die das libysche Volk aufforderten, sich gegen die Staatspolizei zu stellen, als diese versuchte, Regierungsgebäude und Volkseigentum vor Angriffen und Plünderungen zu schützen.

    Auf Straßen, Brücken und in den Gebäuden der Sicherheitskräfte spielten sich entsetzliche Szenen ab, in deren Verlauf die Demonstranten unvorstellbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Sicherheitskräften, Militärpersonal und Polizisten wurden die Kehlen durchschnitten, es wurde ihnen das Herz herausgerissen und ihre Körper zerstückelt. Es war eine Show von tierischer Brutalität.
    http://www.voltairenet.org/article198537.html

    Dann noch Herr Frey über die Verbindung zu Syrien:

    Der Tiefe Staat, die Rattenlinie und ein Inside Job
    Medien und Politik lügen beim Thema Syrien wie gedruckt. Oder übersehen das Wirken des Tiefen Staates im Hintergrund.
    von Peter Frey

    Im Jahre 2012 zog der damalige US-amerikanische Präsident Barack Obama eine „Rote Linie“, deren Überschreiten er mit einer erforderlichen US-amerikanischen Intervention in Syrien gleichsetzte. Der investigative Journalist Seymour Hersh nahm das zum Anlass, einer weiteren Linie, die real war, einen bewusst ähnlichen Namen zu verleihen. Jenen der „Rat Line“, der Rattenlinie. Doch was hat das mit der 2012 erfolgten Ermordung des US-Botschafters in Libyen und mit einer Verschwörung gigantischen Ausmaßes gegen Syrien zu tun?
    (…)
    „In besagtem Anhang wurde nicht die ganze Geschichte dessen erzählt, was in Bengasi vor dem Anschlag passiert war, noch wurde erklärt, weshalb das amerikanische Konsulat angegriffen worden war. „Die einzige Aufgabe des Konsulats war es, Deckung für die Lieferung von Waffen zu geben“, sagte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, der den Anhang gelesen hat. „Es hatte keine wirkliche politische Rolle.“ Nach dem Angriff auf das Konsulat nahm die Rolle der CIA beim Waffentransfer aus Libyen ein abruptes Ende, doch die „rat line“ blieb bestehen. „Die Vereinigten Staaten hatten nicht mehr länger unter Kontrolle, was die Türken an die Jihaddisten weitergaben“, sagte der ehemlige Geheimdienstmitarbeiter. Innerhalb weniger Wochen waren sage und schreibe 40 tragbare Flugabwehrraketenwerfer, gemeinhin bekannt als „MANPADS [Man Portable Air Defence System, ein schultergestützter Raketenwerfer]“, in die Hände der syrischen Rebellen gelangt.“ [33]
    https://www.rubikon.news/artikel/die-rattenlinie-und-ein-inside-job

    Abschließende Anmerkung; die Clintons sind zwar reich, wurden für ihre Dienste überreichlich belohnt, sind aber dennoch im Gefüge nur Laufburschen. Landadel im Dienste von Kaisern und Königen.

  5. Rainer Rupp hat wieder einmal beschrieben, wie es ist. Die Zerschlagung des blühenden Libyen durch die NATO-Verbrecher macht mich immer noch wütend.

    Für die Libyer ist der heutige Zustand eine Katastrophe, vor allem im Rückblick auf die Zeit mir Gaddafi. Bedauerlich ist, daß sich bisher kein nennenswerter „grüner“ Widerstand regt, soweit ich sehe. Das Volk war auf einen so vernichtenden Schlag nicht vorbereitet. Es wird lange dauern, bis ein machtvoller Widerstand entsteht. Einen wie Gaddafi bekommen sie nicht wieder.

    Neben allem anderen Unglück wird kaum wahrgenommen, daß Gaddafi eine Art direkter Demokratie eingeführt hatte, die natürlich auch zerschlagen wurde. Ich weiß nicht, inwieweit diese spezielle Form der Volksherrschaft funktionierte. Man hat immer wenig davon gehört und die paar Berichte in den westlichen Medien waren mit Sicherheit verlogen; da ging es stets nur um den „irren Diktator“. – Wir grübeln doch des öfteren über neue Gesellschaftsformen. Vielleicht wäre es nicht verkehrt, sich dafür einige Anregungen von der libyschen Jamahiriyya zu holen, selbstverständlich ohne an eine totale Nachahmung zu denken. In der Pravda las ich kurz vor Gaddafis Ermordung, daß die Jamahiriyya die weitgehendste Form einer Volksherrschaft gewesen sei, die es jemals gegeben habe. Das mag stimmen oder auch nicht, aber wer weiß Genaueres darüber?

    • Klingt spannend…
      ich weiß nur, dass Gaddafi den Golddinar einführen wollte, also goldgedeckte Währung, und er vom Petrodollar wegwollte.
      Außerdem war er bzgl. einer Kooperation mit Russland viel offener als z. B. Saudi Arabien.
      Das reicht alleine ja schon, um ihn loszuwerden…

    • Moin, volume, ja, die goldgedeckte Währung war sicherlich ein Grund fuer die Zerstörung Libyens. Weitere Gruende sind m.M.n. zu sehen in der Säkularisierung , auch der anderen beiden Staaten Irak und Syrien. Ein kostenloses Gesundheitssystem in Libyen und Zugang zur Uni fuer Frauen waren wohl ein gemeisames Unterfangen dieser 3 Staaten. Kein Burkazwang!
      Nun haben sie die westliche Demokratie und in libyen öffentlichen Sklavenmarkt. Ich bin geneigt es mit Max Liebermann zu halten.

  6. Kriegsgegner, also jene, die den Krieg nicht wollen, gibt es viele. In der Arbeiterklasse gibt es mehrheitlich Kriegsgegner – aber da diese Menschen arbeiten, weil sie lohnabhängig sind, haben sie weder Stimme noch Gehör und das schlägt ihnen auf die Psyche.
    Sie werden politisch lethargisch. Sie werden desinteressiert und das Geschehen zieht an ihnen vorbei, was sie zusätzlich zu ihrer sklavischen Position als Zahnrad im Getriebe noch unmündig und ungebildet werden lässt. Aber sie können auch nicht groß anders – wer 8h Lohnarbeit jeden Tag verrichtet, dazu noch 1-3h Wegezeit im Durchschnitt und dazu noch Einkäufe, Hausputz, ggf. Kinder, der ist erstmal gebannt wie der Seemann in B. Travens „Totenschiff“.
    Diese Masse der Kriegsgegner zu mobilisieren geht nicht über intellektuelle Großmäuler, die gut verdienen, weil sie ganz nette Reden schwingen – ganz nett, ziemlich kompromisslerisch und der Macht huldigend. Ich meine nicht unbedingt der Regierung, aber der Macht. Der Herrschaft. Diese Intellektuellen sagen quasi, man solle dieses oder jenes ändern, aber die Unmündigkeit, die die Basis zu diesem oder jenem überhaupt erst war, soll erhalten bleiben.
    Intellektuelle wollen den Herrschenden nie zu sehr auf die Füße treten, weil sie Statusverlust fürchten. Ich weiß nicht, wie das bei Ken Jebsen ist, aber er hat seinen Anflug von Streikpropaganda und Blicke gen Anarcho-Syndikalismus von vor ein paar Jahren ja deutlich revidiert und an ihm ist auch mittlerweile erkennbar, dass er sich so eine Art Öko-Kapitalismus und Öko-Staat erträumt, ohne den Herrschenden zu sehr auf die Pelle rücken zu wollen, quasi im Sinne des „richtigen Herrschenden“, der an der Macht sein muss – man merkt das an diesem Gelaber von wegen „früher hatten die Parteien Profil“ oder „früher hatte Politiker X noch…“ und so weiter. Als ob das stimmen würde und als ob das „früher“ nicht schon genauso Schweine gewesen wären.
    Jedenfalls kann ein echter Kriegsgegner nicht umhin, auch gegen das Gesellschaftsystem etwas zu unternehmen.
    Denn: Krieg ist immer nur im Interesse einer Minderheit von Profiteuren. Das heißt nichts anderes, als dass wir anscheinend ein System haben, dass diese Minderheit und deren Interessen über den Hebel der „Legalität“ also des „Rechtsstaates“ über die Mehrzahl der Interessen hebt.
    Dies nennt man Macht. Also die reiche Minderheit hat Macht über die lohnabhängige Mehrheit. Das ist die Grundvoraussetzung für etwas wie Krieg.
    Wirtschaftliche Ungleichheit und politische Machtkonzentration sind die ersten Garanten für den Krieg. Ohne sie lässt sich niemand in eine lächerliche Uniform pressen und kein anderer sähe tatenlos zu, wie einzelne gegen Massen hetzen, die ihnen augenscheinlich nichts getan haben.
    Um den Krieg zu verhindern, muss man erkennen, dass er nur ein Symptom ist.
    Ein Symptom von der Herrschaft des Menschen über den Menschen.

    Will man also, dass die eigene EInsicht der Vernunft des Friedens an Geltung gewinnt, kann man a) versuchen die Macht zu erobern oder b) die Machtlosen befreien, sodass sie dem Zwang widerstehen können.
    Bei a) wird man mitsamt seiner tollen intellektuellen Pazifisten-Prinzipien von der Macht erobert. Das haben nicht erst einzelne Kriegsgegner in den deutschen Parlamenten erfahren, sondern schon die gesamte Arbeiterbewegung der Welt, die – einmal in parlamentarisches Fahrtwasser geraten, zu diesem Nichts von Heute abgestorben ist, abgetötet durch den politischen Karrierismus der Macht. Danke Marx.
    So, nun haben wir also nur noch Plan b), die Befreiung der Mehrheit der Menschen, damit sie nicht mehr lohnabhängig sind, den Kriegstreibern gegenüber.
    Sozialdemokratie, Faschismus und Bolschewismus wollen das selbe: Die Macht erhalten und letztenendes eine Widergeburt des Kreislaufes Profit-Krise-Krieg-Profit usw.
    Es sind bürgerliche Herrschaftsmuster, die allesamt dei Herrschaft des Bürgertums, oder besser des Monopols, über die Mehrheit der Menschen fordern und gewaltsam umsetzen. Das Bürgertum wählt zwischen faulen Kompromissen (Sozialdemokratie) oder linker, bzw. rechter Diktatur. Aber im Grunde bleibt sich die unmündige Position der ArbeiterInnen der Welt gleich. Und deshalb auch die beständige Kriegsgefahr – mittlerweile ist der Traum der friedlichen Demokratien ausgeträumt, denn auch sie führen saftige Kriege.
    Der Kriegsgegner muss also merken, dass das Herrschaftssystem den Krieg hervorbringt, das Macht- und Eigentumsmonopol Garanten für Krieg und Krise sind.
    Einen anderen Ausweg gibt es nicht – als dieses zentralistische System abzubauen und ein Föderalistisches zu errichten. Föderalismus heißt mehr, als Bundesrepublik und Nationalstaat. Föderalismus heißt die Verbindung der Menschen weltweit in einem Netzwerk der Bedarfswirtschaft und der Selbstorganisation.
    Erst wenn diese Grundlage geschaffen ist, kann es eine Perspektive auf den Frieden geben!
    Staaten und Nationen, Geld, Eigentum, zentralisierte, monopolisierte Wirtschaft, Konzerne die ihrer Struktur nach und der Rolle des Einzelnen darin an das Gotteskönigtum erinnern bringen Krieg, Krise und Chaos. Sie dazu zu benutzen wollen, dem Krieg Herr zu werden, ist ein Witz vor der Geschichte und kann nur in noch mehr Überwachung, Krieg und Krise enden.
    Wer eine friedliche Welt will, muss den Konflikten das Wasser abgraben, die die Welt seit ihrer Existenz erschüttern: Die Konflikte zwischen einer reichen, mächtigen Minderheit und einer armen, unmündigen Mehrheit.

    • Moin, Jean Heffner, warum diese rrrrrrrrrevolutionäre Arbeitertuemelei!? In welcher Situation befinden wir uns im September 2018? Sind wir kurz vor dr Machtuebernahme? Wahrlich nicht!
      Die Niedrigschätzung der Intelligenz ist keine Tugend, die wir fördern sollten. Heute sollten wir froh sein ueber jeden, der sich quer stellt zum System und seinen Teil dazu beiträgt zu stören, oder auch Alternativen zu entwickeln.
      Im uebrigen hat sich Marx seinerzeit vortrefflich mit den Spinnereien von Proudhon auseinandergesetzt. Und dem „Elend der Philosophie“ ist nichts hinzuzufuegen.
      mfg

    • @-heffner

      Gibt es echt eine Steigerungsform von Naivität?

      Dein Ideologisch zusammenkopierter Text ist so ein Unsinn, ohne Begründung und Empirie! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll deine kopierten „Thesen“ auseinanderzunehmen. Bei „bedarfswirtschaft“ was immer das auch sein soll oder bei deiner grundsätzlichen Einschätzung von Hierarchie? Was für eine Schulbildung hast du nur genossen? „schreiben nach hören“!

      Als Tipp für dein nächsten Kommentar, weniger Slogans (Werbung) kopieren!

    • Also ich bin damals Zeitsoltat geworden, um genau solche klingonischen Psychopathen davon abzuhalten, sich auszutoben. Sowas geht leider nicht wenn man sich mit Wattebällchen bewaffnet.
      Das war zu einer Zeit.. bevor Deutschland am Hindukusch verteidigt wurde. Welch ein himmelschreiender Irrsinn! Deutsche Soldaten haben im Ausland nix zu suchen. Wer heutzutage noch freiwillig zur Bundeswehr geht, der tickt nicht ganz richtig.

  7. Moin, Huhu, in der Tat wird man schwerlich diese Verbrecher in diesem Staat dingfest machen können, dafuer ist es DEREN Staat. Das ist schon gut eingefädelt, weswegen es auch keine echte Veränderungen ueber die Parlamente geben wird.
    Worum es geht, ist tatsächliche Entscheidungsmöglichkeiten zu erlangen.
    Ein Rätesystem wie in der eh. Sowjetunion, mit all den Fehlern und Unzulänglichkeiten, ist allemal besser und gewährt bessere demokratische mitbestimmung als unser jetziges kapitalistisches System. Darum weg damit!

  8. Sehr treffender Artikel, bloß was sind die Konsequenzen für die Entscheidungsträger? Wer soll sie anklagen bzw. wer soll die Klage zulassen? Erstens ist der GBA weisungsgebunden. Zweitens müsste die Immunität von denen aufgehoben werden, die angeklagt werden sollen. Also leben wir in einem so vorzüglichen Rechtssystem, wo eine rechtliche Verfolgung ab einem gewissen Entscheider Level unmöglich ist. Was würde z.B. dem ehemaligen Landwirtschaftsminister passieren, der eigenverantwortlich die weitere Zulassung von Glyphosat entschieden hat. Würde in Deutschland Glyphosat verboten und vor einem Schiedsgericht mehrere Milliarden als Entschädigung fällig, bekommt man ihn dafür persönlich dran? Ich befürchte nicht. Genauso verhält es sich bei Kriegshandlungen. Alle wissen das es folgenlos bleibt und deshalb machen sie es einfach.

    • Moin, Huhu, in der Tat wird man schwerlich diese Verbrecher in diesem Staat dingfest machen können, dafuer ist es DEREN Staat. Das ist schon gut eingefädelt, weswegen es auch keine echte Veränderungen ueber die Parlamente geben wird.
      Worum es geht, ist tatsächliche Entscheidungsmöglichkeiten zu erlangen.
      Ein Rätesystem wie in der eh. Sowjetunion, mit all den Fehlern und Unzulänglichkeiten, ist allemal besser und gewährt bessere demokratische mitbestimmung als unser jetziges kapitalistisches System. Darum weg damit!

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