Tagesdosis 22.1.2018 – Die schwarz-blau-gelbe Einheitsfront und ihre Handlanger

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Die GROKO ist tot – es lebe die GROKO! Die SPD-Rechten haben gesiegt. Mit 362 gegen 279 Stimmen votierten sie am Sonntag für ein Weiter so. Die Wirtschaftsmacht Deutschland im krisengeschüttelten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts ist gerettet – komme was da wolle. Opfer spielen keine Rolle.

Längst hat der globale Wirtschaftskrieg deutsche Großstädte erreicht. Sichtbar ist das überall: unter Brücken, in Parks und Bahnhöfen, vor Tafeln und Suppenküchen. In diesem Winter sind laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe bereits fünf Obdachlose erfroren. Sie starben auf kalten Straßen zwischen beheizten Palästen und vollen Warenregalen. Sie sind Kollateralschäden des viel gelobten Wachstums, genauso wie Hartz-IV-Bezieher, Armutsrentner, Flüchtlinge, Niedriglöhner, arme Kinder und all die Statusakrobaten, die 24 Stunden am Tag mit ihren Nächsten konkurrieren müssen.

Die SPD wird nicht gerne daran erinnert. Die Auswirkungen ihrer Agenda 2010 schweigt sie tot. Winzigste Verbesserungen für winzige Minderheiten, die sie den C-Parteien bei der Sondierung abringen konnte, verkauft sie als Wohltaten. Einmal mehr macht sie sich selbst zur willfährigen Handlangerin einer erzreaktionären Union, nein mehr noch: einer schwarz-blau-gelben Einheitsfront.

Eins ihrer vor der Wahl verkündeten Anliegen, das die SPD für die GROKO 2.0 opfern wird, ist die Vermögenssteuer. Reichen etwas wegnehmen, um es den Armen zu geben? Mit der CDU und CSU ist das ebenso wenig zu machen, wie mit der AfD und FDP. Kurz vor dem Wochenende zeigte schwarz-blau-gelb hierin Einigkeit. Auf den Antrag der Linksfraktion für die Wiedererhebung dieser Substanzsteuer für Millionäre und Milliardäre verfiel die neoliberale Einheitsfront geschlossen in Hysterie: Hilfe, der Sozialismus drohe.

Beginnen wir am Anfang: Der Plenarsaal ist spärlich besetzt, als Linke-Politiker Klaus Ernst das Sichtbare in Worte kleidet: Trotz Booms wachse die Armut. Die ungerechte Verteilung behindere inzwischen sogar die wirtschaftliche Entwicklung. Ernst rechnet: Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen sei in den letzten 17 Jahren von 72 auf 68,5 Prozent gesunken. »Hätten die Arbeiter die Lohnquote des Jahres 2000 bis heute, hätten sie 1,4 Billionen Euro mehr in der Tasche«, erklärt er. Nur 2,6 Prozent des Steueraufkommens in Deutschland stamme aus Kapitalbesitz. Selbst in den USA sei das viel mehr, nämlich 10,8 Prozent. »In keinem anderen OECD-Staat werden die Reichen so geschont wie in der Bundesrepublik«, betont Ernst.

Die Linken fordern eine Abgabe von fünf Prozent auf Kapitalvermögen von mehr als einer Million Euro. Sie wollen die wachsende Armut stoppen. Die Grünen schlagen sich, zumindest verbal, auf ihre Seite. »Wir sind auf dem Weg in einen oligarchischen Kapitalismus, in dem nur noch Erbschaft, Heirat und große Vermögen zum Erfolg führen, nicht Bildung, Leistung und persönlicher Einsatz«, schimpft Lisa Pau, so als sei das Problem aus heiterem Himmel aufgetaucht.

Die SPD tut derweil, was sie immer tut: Links blinken und dann auf unbestimmte Zeit geradeaus fahren. Man sei nicht gegen eine Vermögenssteuer, versichert Cansel Kizeltepe. Aber fünf Prozent seien einfach zu viel. Die SPD denke darum über ein DGB-Konzept nach, in dem von einem Prozent für Millionäre und zwei Prozent für Milliardäre die Rede ist. Darüber dachte die SPD bereits vor vier Jahren nach. Doch nun, ergänzt die Politikerin, habe ihre Partei sogar eine Arbeitsgruppe dafür gegründet.

Den CDU-Politiker Christian Freiherr von Stetten treibt das Papier auf die Barrikaden. Er geißelt es als nervigen »Enteignungsantrag«, mit dem sich das hohe Haus, dank der Linken, alle vier Jahre herumschlagen müsse. Der Freiherr schürt Panik: Was, wenn Vermögende nur wenig verdienten? Dann würde die böse Steuer ihren Besitz in 20 Jahren fressen. Und viele schöne Arbeitsplätze stürben.

Christian Dürr von der FDP greift dankbar des Freiherrn Worte auf. »Man müsste meinen, dass die Linkspartei dem untergegangenen Sozialismus nacheifert«, wütet er am Mikrofon und legt mit Blick auf seine Widersacher nach: »Mein Eindruck ist: Sie wollen in Wahrheit eine andere Wirtschaftsordnung!«

Diese Vorstellung löst bei Albrecht Glaser von der AfD offensichtlich schlimmste Verzweiflung aus. »Das ist ein Appell an die niederen Neidgefühle gegen die Reichen, das ist Gruppendiskriminierung«, ätzt er auf dem Podium. Der Antrag sei ein »Dokument des real existierenden Sozialismus«. Als er zu loben beginnt, dass Deutschland »zurecht!« 1977 die Lohnsummensteuer abgeschafft und 20 Jahre später die Vermögenssteuer ausgesetzt hat, und ohnehin ja auch in anderen Ländern der Trend dahin gehe, wird er je unterbrochen.

Ulrike Nissen, SPD, erinnert den AfD-Mann an seine leidige Vergangenheit: Vor nicht allzu langer Zeit war Glaser nämlich in der CDU und Dezernent in Frankfurt am Main. Faule Papiere mit Millionenverlusten habe er der Stadt beschert, so Nissen. Glaser streitet alles ab. Opfer von Propaganda sei sie geworden.

Manuela Rottmann von den Grünen springt der SPD-Abgeordneten bei. Als Glasers Nachfolgerin in der Frankfurter Stadtverwaltung habe sie mit der Abwicklung seiner »verfehlten Fonds viele Jahre zu tun gehabt«. »Herr Glaser, und Sie wurden für ihr Gebaren noch mit einem gutdotierten Posten in einem öffentlichen Wohnungsunternehmen belohnt!«, hielt ihm Rottmann vor.

AfD-Mann Glaser überspielt seinen Unmut mit einem Grinsen. In Wahrheit sei er von einer Mehrheit aus SPD und Grünen in der Stadtverordneten-Versammlung zum Erwerb der faulen Papiere gezwungen worden, erklärt er. Lautes Lachen aus dem Parlament ist zu hören. Doch Albrecht Glaser redet einfach weiter.

Deutschland sei viel ärmer als zum Beispiel Griechenland, jammert er. Und Schuld daran seien – man kennt die Rhetorik – die Flüchtlinge, die es sich in deutschen Sozialsystemen bequem machten. »Deutschland hat ein Ausgabenproblem«, zetert er.  Anders ausgedrückt: Die Opfer von Kriegspolitik, Ressourcenklau und Abzocke durch die Reichen sollen ihre Klappen halten und sich ihrem Schicksal fügen.

Der »schlanke Staat«, über den Glaser von der AfD anschließend lamentiert, verzückt nicht nur FDP und CDU. Auch Hans Michelbach gerät ins Schwärmen. Als CSU-Abgeordneter und Chef von deren Mittelstandunion sorgt er sich vermutlich um sein eigenes Vermögen. Dass die Linke schon »kleine Millionäre« mit fünf Prozent zur Kasse bitten wolle, meint er dann, sei pure Diskriminierung. »Sie stellen die Leistungsbereiten an den Pranger«, ruft er mit Opfermine.

Nun ist bekannt, dass es sich bei verwertbarem Kapital um Vermögen handelt, an dem deren Besitzer in aller Regel durch fremde Arbeit verdienen, keineswegs durch eigene. Das scheint Hans Michelbach nicht bewusst zu sein. Er wettert weiter: Alles setzte die Linke daran, ihre »Lieblingsneidsteuer« einzuführen. Sie wolle umverteilen und enteignen. Dabei sorgten doch gerade die Besitzenden für »unser aller Wohl«.

Unter dem Applaus aus den immer noch dünn besetzten Reihen von Union, FDP und AfD kriegt sich der CSU-und Mittelstandspolitiker Michelbach kaum ein. »Diese Vermögenssteuer wäre ein bürokratisches Monster«, warnt er aufgeregt und mahnt: Was so eine Bewertung der Vermögen wohl an Aufwand und Zeit verschlinge!

Man könnte meinen, Michelbach habe dabei möglicherweise an den monströsen Hartz-IV-Apparat gedacht. Der beschäftigt eine Menge Leute, um viereinhalb Millionen arme Schlucker inklusive ihrer zwei Millionen Kinder notfalls bis ins Schlafzimmer zu bespitzeln, wenn irgendwo ein nicht gemeldeter Euro versteckt sein könnte. Doch dagegen haben ja Michelbach, seine Union und die Freunde aus FDP und AfD gar nichts.

So dürfte der Antrag auf Vermögenssteuer erneut enden, wie vor vier, vor acht oder vor zwölf Jahren. Er wird in den Tiefen des Finanzausschusses auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Das weiß auch die SPD. In ihrer Arbeitsgruppe kann sie jetzt unbehelligt weitere vier Jahre hinter verschlossenen Türen theoretisieren, ob der DGB mit seinem Konzept nun recht hat oder nicht. In der Realität sind die Reichen außer Gefahr.

Schwarz-gelb und ihre neue neoliberale Mitstreiterin, die AfD, können sich entspannt zurücklehnen. Gemeinsam haben sie den »Sozialismus« von den armen Reichen abgewendet und damit deren drohenden Untergang gestoppt. Man weiß doch, wie es zwischen 1952 und 1997 in der BRD zuging: Damals, als die Vermögenssteuer vom Staat eingezogen wurde, waren die Besitzenden schließlich kurz davor, zu verelenden. Und Arbeitsplätze gab es auch keine. Überall vegetierten hungernde und wohnungslose Deutsche dahin. Man kennt ja all die neoliberalen Schauergeschichten.

Die SPD darf sich nun an ihre Mindestrente klammern. Wie mahnte Martin Schulz auf dem Sonderparteitag der SPD am Sonntag?  »Wer die GROKO ablehnt, lehnt die Mindestrente ab.« Sage und schreibe zehn Prozent über der Sozialhilfe soll sie liegen: 457,60 Euro plus »angemessene Miete« statt 416 Euro plus angemessene Miete für all jene, die mindestens 35 Jahre einer sozialversicherungspflichtigen, aber schlecht bezahlten Lohnarbeit nachgegangen sind. Nebeneffekt: Die Mindestrentner fallen aus allen Zahlenwerken. Die Armutsstatistik stimmt wieder. Die Systemverwalter unter sich dürfen jubeln: Deutschland geht es gut!

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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22 Kommentare zu: “Tagesdosis 22.1.2018 – Die schwarz-blau-gelbe Einheitsfront und ihre Handlanger

  1. Oh nein, sie ist wieder da. Diese unerträgliche, unhörbare, Computerstimme. Ist doch eine, oder?! Oder hat die Sprecherin der „Tagesdosis“ so lange geübt, bis sie wie eine digital generierte Sprachausgabe klingt?? Ich war so froh: endlich ein richtiger Sprecher, endlich Tagesdosis hören können. Doch leider: nur wenige Ausgaben währte das kleine Glück. Denn die einfach nur monoton langgezogene Frauenstimme übernimmt wieder. Sehr schade.

  2. Bei aller vorhersage um die Zerlegung der SPD wird immer vergessen, das sie seit Jahrzehnten immer nur zweit stärkste Kraft ist. Der größere Anteil bilden die Wähler von CDU / CSU.
    In der ganzen Betrachtung über soziale Ungerechtigkeiten kommt diese Wählergruppe immer wie ein Naturgesetz daher.
    Also wenn rund 40 % die sogenannten christlichen Parteien Wählen, muß man sich fragen, sind das die Hirntoten in unserer Gesellschaft oder gehören sie zu den sogenannten Eliten oder gehören sie einer Mittelklasse an, die sich nicht um ihre Existenz ängstigt, also Beamte, Selbstständige, Freiberufler.
    Von letzterer Gruppe, weiß ich definitiv, dass die sich auch sorgen machen.
    Dennoch ist der Prozentsatz unerklärlich hoch, die sich zur CDU/ CSU bekennt.
    Meines Erachtens liegt es an einer breiten Öffentlichkeit, die ihre Nöte nicht artikulieren kann, da sie noch immer dem System traut.
    Also die Sauereien als kleine Außreißer in einem funktionierenden Saat war nehmen.
    Es steht weiter hin 10:0 für die öffentlichen Medien.
    Wird Zeit, dass man denen das Handwerk legt.
    Aber dem Medium, BILD, BAMS und Glotze, wird zu viel Spielraum gelassen.
    Da infizieren sich die Hirntoten und anschließend ihre Umwelt.
    Und alle lassen sich immer wieder anstecken.
    Immer wieder wird eine neue Sau wird durchs Dorf getrieben.
    Und wenn es gerade keine gibt, so ist doch immer eine Weltmeisterschaft oder eine Supershow oder eine nächste Staffel Walking Dad zur Ablenkung present.
    Zieht denen den Stecker raus, dann ist endlich Platz für das Wesentliche.
    Verweigert euch und redet nicht mehr mit Menschen, die sich Tatort anschauen, und sich darüber unterhalten wollen. Mal sehen ob man so die Zombies ausgrenzen kann.

  3. Für Bewusstwerdungsprozesse gibt es leider keine vernunftgesteuerten Abkürzungen und keine Wunder, denn sie entwickeln sich schmerzgesteuert. Es gibt jedoch Katalysatoren, die diesen Prozess beschleunigen. Insofern sind Schulz, Nahles u.a. notwendige Beschleuniger, welche die SPD auf die Fallhöhe bringen, die für eine Erneuerung notwendig ist. Im Verlaufe dieses Erneuerungsprozesses werden die erforderlichen Kräfte zur Stärkung einer progressiven Linksbewegung herausgefiltert. Das Gute an einer GROKO zeigt sich in der zunehmenden Selbstoffenbarung der neoliberalen Scheindemokratie, die solche Kräfte fördert, die bereit sind, von dem grundgesetzlich garantierten Widerstandsrecht Gebrauch zu machen.

    • Sehr gut beobachtet.
      Angesichts der inzwischen offen zur Schau getragenen Unverfrorenheit der elitären Mächte befürchte ich fast, daß die Mittel zur Unterdrückung einer längst fälligen politischen Wende ein Ausmaß nie gekannter Größe erreichen könnte.
      Ich habe einige Erfahrungen aus den Zeiten vor der Wende in der DDR. Das war im Vergleich zu heute ein Kindergarten. Damals herrschten Zustände, die sehr offensichtlich und letztendlich sehr einfach zu bekämpfen waren. Heutige Zustände erscheinen mir unglaublich fest zementiert; ein hart geknüpftes Paket aus geschickter Propaganda, genialer Verblödungstaktik der Massen, schillernder Unterhaltungsmasche und raffiniert gestrickten Hetzkampagnen, … dem Endziel Krieg entgegen… Mich gruselt es.

  4. Danke für die Mühe. Wenn ich mir eine Bundestagsdebatte anhören müßte, liefe mein unschuldiger Fernseher Gefahr, Schaden beim Wurf aus dem Fenster zu nehmen.

    Im übrigen ist es eine Schwarz-blau-gelb-rote Einheitsfront. Andrerseits, die SPD = rot? Nee, geht auch nicht.

  5. Dankeschön Frau Bonath, dass Sie sich unermüdlich immer wieder diese Arbeit machen, um die Menschen da draußen aufzuwecken. Es ist ungeheuer wichtig immer und immer wieder auf die schwarz-gelb-blaue Clique hinzuweisen.
    Leider lässt sich ein Teil unseres Volkes aber offensichtlich immer noch von diesen Leuten verarschen, dass es kracht. Das Schaf wählt ständig seinen eigenen Metzger. Ich kann es einfach nicht verstehen!

    Aber was ich verstehe ist, dass ich als überzeugte Links-Anarchistin über kurz oder lang das Land werde verlassen müssen. Entweder direkt in den nächsten 2 Jahren, oder, wenn es doch noch zur GroKo kommen sollte, vielleicht erst in 5 Jahren. Ich habe nämlich so gar keine Lust drauf „abgeholt“ zu werden, wie in den 30ern. Wenn nicht ganz furchtbar schnell ein Umdenken in unserem Land passiert, wird es darauf hinaus laufen. Und wer jetzt meint, so schlimm werde es schon nicht kommen – das dachten die Juden damals bestimmt auch. Sonst hätten sie in Scharen VORHER das Land verlassen.

    Mir macht der Zustand unseres Landes nämlich wirklich ANGST. Nicht vor Terror, sondern vor Überwachung, Zensur, Polizei, Repression und sichtbarem Rechtsruck.

    • **“Das Schaf wählt ständig seinen eigenen Metzger. Ich kann es einfach nicht verstehen!“**

      Vielleicht hilft Das. Das Schaf hat keine andere Möglichkeit als seinen eigenen Metzger zu wählen. Es bleibt ihm nur seinen Metzger nicht zu wählen. :—)) Nur, dann wählen andere Schafe den Metzger für das eine Schaf.

      So könnte das eine Schaf nur hoffen, das die anderen Schafe einen Metzger wählen der sich auf’s schnelle, halbwegs stress und schmerzfreie töten versteht…

    • Hihihi… Keine sooo schlechte Idee. Lieber Soylent Green (oder wie hieß das Zeug in dem Film) werden, als gezwungen den Arm zum Heil zu heben.

      OMG – ich bin grad erschrocken über meine eigenen Gedanken!

    • Genau so hieß das Zeug – also die Einheitsnahrung aus gehacktem Menschenfleisch.

      Ich würde gerne wissen in welchen Politiker-Köpfen dieser Gedanke reift und reift und reift…

      Wäre ja gerade auch finanztechnisch sehr effizient.

    • Sie meinen, solch KZ wäre schnell gebaut um darin Leute verschwinden zu lassen, die vorher abgeholt wurden?

      Wer soll die denn abholen? Und noch viel wichtiger, glauben Sie wirklich, dass das im Zeitalter von Youtube und Smartphone überhaupt machbar ist? Da sind doch die Beweisvideos schneller im Netz, als Sie Ihre Kleidung gegen die grauweiß gestreiften Sachen getauscht haben.

      Ich teile definitiv Ihr Unbehagen, was die Zukunft angeht, aber ich denke wir hauen uns eher gegenseitig auf die Schnauze und halten uns die Messer an die Kehlen, als dass wir in irgendwelchen Lagern verschwinden. Dagegen hilft dann auch keine Flucht zu den Nachbarn, denn die sind mit von der Partie… :-\

    • Hier einmal ein anderer Blick auf die „Regierung“ https://www.youtube.com/watch?v=9iE4NheJF-4
      Unser Glaube an eine Regierung ist reiner Aberglaube, zu vergleichen mit einem Volk, was einmal im Monat eine Jungfrau in den Vulkan wirft, um den Gott der im Vulkan wohnt, bei Laune zu halten…

      Doch wie wir aus der Nummer wiederheraus kommen, weiß ich auch nicht…Dazu würde wohl ein weltweites Erwachen der gesamten Menscheit gehören, in dem sie erkennen, das niemand so etwas wie eine „Regierung“ braucht, es reiner Aberglaube ist, dass es so etwas überhaupt geben könne…

      Als erstes müssten wir wohl damit aufhören, uns ständig in einen Konkurrenzkampf verstricken zu lassen, dazu ein Vortrag von Alfie Kohn „Ein Plädoyer gegen die Konkurrenz“ https://www.youtube.com/watch?v=MYTii98iVbc

    • @Kristina:
      das wichtigste, was uns vor dieser sich anbahnenden Eskalation retten kann, ist den Schulterschluß mit allen friedliebenden Kräften zu suchen und sich nicht „gegen die anderen“ aufhetzen zu lassen. Denn zur Eskalation zwischen zwei Parteien gehören stets _beide_ Fronten. Vor allem sollte man endlich diese lebenslang eingehämmerten Paradigmen, z.B. links gegen rechts, oben gegen unten, christlich gegenatheistisch usw., abschütteln. Man sollte begreifen, dass das System an sich der Hauptgrund dieser unsäglichen Veränderungen, hin zu mehr Wachstum, Fremdenhass, Umweltverschmutzung, mehr Konsum, mehr Sicherheit, usw. ist. Denn die geschürten Ängste führen letztendlich zur Gewalt. Daher nützt es nichts, je nach Gesinnung alle AfD-, SPD-, Grünen-, Linken-, CDU-, FDP-Wähler zu beschimpfen. Parteilichkeit ist ein Instrument der Verdummung. Es sei denn man ergreift Partei für sich selbst allein. Und da bin ich mir sicher, in allen Parteien tummeln sich großteils auch nur Menschen, die das beste wollen, aber leider nur dem System Raubtierkapitalismus entsprechend funktionieren. Oder glauben Sie etwa, dass all die Deutschen zur Nazi-Zeit plötzlich und aus heiterem Himmel zu Untieren gewandelt sind? Ich bin alt genug, einige dieser, heute kaum noch lebenden Generation kennen gelernt zu haben. Die meisten dieser sogenannten „Ewig gestrigen“ waren auch alle nur Mainstream, und wunderten sich erst danach über die Barbareien, die sie mit ihrem Funktionieren „für eine hohe Sache“ leider mitgetragen hatten. Für mich ist es unglaublich, wie sich die Menschen heute schon wieder einmal gegeneinander aufhetzen lassen, wenn man bedenkt, dass man sich erst noch Ende 1989 als ein eng verbrüdertes und verbundenes Volk fühlte und sich schon wenige Jahre später hasserfüllt begegnete. Wir leben in einem gut verstricktem Netz von Propaganda, mit dem einzigem Ziel: Teile (im Sinne von Spalte) und Herrsche. Glaube keinen Medien, keinem Führer, keiner Ideologie und der Krieg hat keine Chance. Dieses Bewusstsein gilt es zu bilden, als Grundbedingung für eine humanistisch friedlichen Gesellschaft.

    • @ insgn: Selbstredend will fast jeder Mensch auf diesem Planeten nur „das Beste“. Nur, für wen, wie das aussieht, und wie man dahin kommt ; – darin gibt es gigantische Meinungsunterschiede, die sich dann z.B. in philosophischen Schulen oder in Interessenvertretungen notwendig niederschlagen. Sie sagen es doch selbst: Wer der hemmungslosen Wachstumsideologie frönt, Fremdenhass schönredet, nichts gegen die Umweltverschmutzung unternimmt, die Menschheit weiter dem Konsumismus unterwerfen will , oder von „mehr Sicherheit“ ( etwa durch Überwachung) faselt, ist zumindest Ihr (und auch mein) politischer Gegner. ( Schwarz-Blau-Gelb, zusammen über 60% der Stimmen, entweder sind das vermutlich wohl Unmündige oder Überzeugungstäter, lässt bei allen genannten Punkten übrigens grüßen; die anderen drei sind wenig besser) – Das sind dann aber, in der Gegenwart, auch wenn der Gros davon es häufig in blumige Worte kleiden wird, die Allermeisten. 😉 Ähnlich wie damals im 3. Reich: Eben der Mainstream. Auch, wenn die Menschen wohl zu einem Gutteil dazu gemacht werden. Daher ist es auch durchaus von Nutzen, beinahe alle Wähler „zu beschimpfen“ (richtiger wäre, den Spiegel vorzuhalten) ; denn diese bilden „das System“ , dem sie sich unterwerfen und dem sie, meinetwegen aus Bequemlichkeit, und solange es ihnen höchstpersönlich gut geht, allenfalls rhetorisch widersprechen, – zu Meckern gibt es immer-, und das dann seine „Auswüchse“ (ob politisch oder ökonomisch) daraus ableitet. Dabei gilt, dass die Meisten sich, wider aller Vernunft, bis in die Familie hinein doch letztlich selbst die Nächsten sind; – inklusive: Nach uns die Sintflut. Alle bisherigen Gesellschaftssysteme basieren übrigens auf Gewalt; im Kapitalismus selbst ist diese „nur“ auf der „Abstraktionsebene“ und strukturell (statt etwa durch peinliche Strafen in Kombination mit Leibeigenschaft) angelegt, wenn er auch bekanntermaßen Eruptionen und reale physische Opfer, auch in Form von Kriegen um Einflusssphären, hervorbringt. -Ich hoffe inständig das war nicht zu scharf formuliert; – aber mit der geistigen Verfassung der Menschheit in der Gegenwart ist das Leben leider noch kein Ponyhof.

    • **“Glaube keinen Medien, keinem Führer, keiner Ideologie und der Krieg hat keine Chance.“**

      Wenn es mal so leicht wäre. Kriege werden befohlen von alten Männern und von jungen Männern ausgefochten.

      An die alten Satanisten kommt man nicht ran und die Jungs erreicht man nicht. Sie werden losziehen wie ihnen aufgetragen. Im und während des Krieges wird es je nach Verlauf mehr oder weniger geben die hinterfragen. Nur dann ist es so oder zu spät.

    • Koenig Ordnung um 14:13
      Da ist sie wieder, Ihre hoffnungsvolle, positive Grundhaltung.
      Konstruierte „Fakten“, die keine sind. Sie sind das Schaf, dass die Eliten über ihre Medien schaffen wollte. Sagen dem Volk, „dass nichts zu machen ist“.
      So haben sie es gerne, die Macher und Mächtigen, dass die Schafe aufgeben, noch bevor der Kampf begonnen hat. Oder gehören Sie dazu?

    • König Ordnung um 23:30 Uhr
      Für Sie ist mal wieder: „Nur dann ist es so oder zu spät.“
      Wir können den Jungen auch antworten geben, bevor die Alten sie in den Krieg schicken.
      Das ist unsere Aufgabe. Das Glas ist halb voll!

    • ingsn sagt:
      „Glaube keinen Medien, keinem Führer, keiner Ideologie und der Krieg hat keine Chance. Dieses Bewusstsein gilt es zu bilden, als Grundbedingung für eine humanistisch friedlichen Gesellschaft.“
      So ist es. Sich selber vertrauen, statt irgend welchen Sprücheklopfern, darum geht es.
      Und darum, eine optimistische Grundhaltung zu bewahren.

    • unknow74

      Na die bauen die Lager doch schon. Vordergründig im Moment für Flüchtlinge, aber wenn die Dinger erstmal da sind… Und wir hätten ja auch noch von den alten KZs ein paar, die man reaktivieren könnte. Youtube nutzt uns gar nichts. Es gibt 100e von Vids, wo man sehen kann, wie Menschen andere Menschen völlig unmenschlich behandeln. Und? Nix passiert! Außerdem hat doch der Maas dafür gesorgt, dass solche Vids demnächst als Hatespeech zensiert werden.

      Wer uns dann abholt? Was weiß ich… Ne aufgerüstete Eurogendfor vielleicht. Man muss doch nur gucken, wie jetzt schon linke Demonstranten beim G20 Gipfel behandelt worden sind. Und wenn ich die Demo’s und Gegendemo’s von links/rechts sehe, wie die aufeinander losgehen. Da finden sich sicher welche, denen einer abgeht, wenn sie ne Linke abholen dürfen.
      Läuft doch im Moment schon mit den 1000en von Kindesentzügen bei uns im Land und die Jugendämter arbeiten mit privaten Organisationen zusammen, die sich damit dumm und dusslig verdienen. Wenn die Gefängnisse erst mal privatisiert sind, wie in den USA, dann ist das doch ein Bomben-Geschäftsmodell mit Zwangsarbeitern. Der Wind weht doch schon in diese Richtung, oder wie erklärt man Sanktionierungen bei HartzIV-lern, verfassungswidrig und unter Inkaufnahme von Obdachlosigkeit und Hunger…

      Boah ich will gar nicht weiter drüber nachdenken. Mir wird ganz schlecht.

      Das SYSTEM muss weg!
      Der Neid muss weg, der Ehrgeiz und das Gegeneinander, der Wettbewerb bereits in den Kitas;
      der Gedanke, dass die Armen selbst schuld sind und gefälligst was schaffen sollen. Diese ganze Entsolidarisierung der Gesellschaft ist schon viel zu weit gediehen.

      So und damit ich jetzt nicht nen Depri kriege, schaue ich mir nochmal Prinz Chaos und sein Schloß Weitersroda an. Das macht nämlich wirklich Hoffnung!

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