Tagesdosis 23.05.2018 – Wenn die Autorität nicht mehr zählt: Werden Lehrer immer öfter angegriffen?

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Lehrer werden immer öfter angegriffen, von Schülern. Ach, ist das so? Werden Lehrer jetzt häufiger als zuvor von Schülern angegriffen, beleidigt und sogar geschlagen? Einer Umfrage des Lehrerverbandes VBE zufolge ist das so [1]. Ist das aber wirklich so? Komisch, nicht wahr, dass ich das in Frage stelle, denn ich halte das für Lobbyismus. Jetzt fragen sicher viele hier: „Woher will der denn das wissen?“ Na, weil ich seit sechzehn Jahren in dem Thema eine Menge Erfahrung und Wissen angehäuft habe[2]. Und genau deswegen halte ich das für eine Finte. Denn, sollten wirklich immer mehr Lehrer und Pädagogen angegriffen werden, körperlich oder verbal, dann müsste das inzwischen eine sehr große Menge an Gewalt gegen Lehrer sein. Alle paar Jahre nämlich häufen sich derlei Schlagzeilen und sie gehen in etwa so: „ Schüler werden immer aggressiver.“ Der Schulhof, ein Ort zunehmender Gewalt.“ „Immer mehr Hauptschulen werden zu Brennpunkten der Gewalt. Lehrer machtlos!“ Und so weiter. In Wirklichkeit soll hier ein Kontinuum der Gewalt durchlöchert werden, damit wir das Kontinuum nicht erkennen. Also, ist alle Jahre wieder das Thema Schulgewalt in aller Köpfe zu hämmern. Gelöst wird damit nichts.

Wer das hier liest oder hört, der könnte sich ja einmal ernsthaft die Frage stellen, wo diese Gewalt bei den Schülern eigentlich herkommt? Wieso sind Schüler überhaupt gewalttätig? Weil sie zu wenig Autoritäten vorfinden? Weil Eltern viel zu viel zulassen? Weil Kinder heute Wohlstandszombies werden? Weil sie zu viel Zeit mit dem Smartphone und zu wenig mit ihren Eltern verbringen? Womöglich macht Schülern Unterricht und Schule überhaupt gar keinen Spaß? Tja, bei so viel Wohlstand, so vielen Bildungs- und Berufschancen in diesem wunderbaren Land, müssten Schüler doch eigentlich vollkommen zufrieden sein. Happy ohne Ende. Das müssten sie sein. Was fehlt ihnen?

Amokläufe, so heißen School Shootings im Mainstream, damit  auch jeder irgendwie kapiert, dass es sich um ein Schulmassaker handelt. Mehr muss der verbildete Akademiker dazu auch nicht wissen. Denn stäche er in den Kern, was er Wahrheit zu nennen konditioniert wurde, dann, ja dann wäre der Bock aber fett. Besser, man macht Kurse. Schülerlotsen oder Streitschlichter. Ja, das ist allemal besser . Man muss was tun, als Schulleitung. Und es muss in der Zeitung stehen.

Haben Schüler Konflikte? Sind sie zu aggressiv? Und wie kommt die Gewalt aus uns Menschen heraus. Ups, jetzt habe ich Menschen und nicht Schüler oder Lehrer geschrieben. Sind Menschen Opfer von Gewalt, von zu viel Aggressivität? Wo aber sind denn die Konflikte, die blöden Dinge, die uns ausrasten lassen? Achja, Kinder sind ja nur so Halblinge. Schüler ja auch. Die sind ja noch nicht fertig. Also muss die Gewalt ganz infantile Gründe in der Unfertigkeit haben. Oder doch nicht? Rüdiger, jetzt langweile doch die Leser und Zuhörer nicht schon wieder. Verwirre sie nicht dauernd. Das nervt! Ja, das Übel ist die Verbildung. Die verdrahtet die Synapsen nämlich, macht dann Nervennetze die ständig auf sich selbst zurückgreifen. Andere Ideen scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser. Das Hirn lernt. Auch dann, wenn es verbildet wird.

Es gibt ja dieses Beispiel aus dem Zen-Buddhismus, wo der Meister dem Mönch eine Tasse Tee einschenkt. Und er hört nicht damit auf, Tee in die übervolle Tasse zu schenken. Der Mönch erschrickt, doch der Meister schenkt weiter und weiter ein, bis die Teekanne leer ist. „Genaus so übervoll ist Dein Geist, sagt er dann. Leere ihn, damit Neues hineingelangen kann. Ja, das ist die Verbildung. Sie macht uns alle auch übervoll an seltsamem Wissen.

Alles beginnt damit, dass man dir deinen freien Willen raubt. Da gibt es dieses Experiment, das man mit Kleinkindern macht, die ein Jahr alt sind. Sie schauen auf eine Wand und dann erscheint ein kleines Holzmännchen. Das will einen Berg hinaufklettern. Der kleine Mensch kann nun sehen, wie schwer zu gehen ist. Und dann kommt eine weitere Holzfigur dazu. Diese unterstützt nun die erste Figur und fast oben angekommen, kommt eine weitere Figur. Diese drückt nun beide wieder runter. In diesem Moment machen die Kleinkinder oft ihre Münder auf, gestikulieren ein „Oh, ist der aber gemein“ zum Versuchsleiter. Dieses Spiel machte man mit hunderten von kleinen Kindern und danach kommen sie in einen anderen Raum, wo Mütter und Väter warten. Die Kleinkinder erzählen durch Mimik und Geräusche, was sie erlebten. Dann werden alle drei Figuren auf einen Tisch gelegt und die Kinder dürfen sich eine Figur aussuchen und mitnehmen. Und jetzt ratet einmal, welche Figur der Held für diese Kinder ist. Es ist der Unterstützer.  Dieser wird von fast allen Kindern ohne zu zögern gleich genommen und an die eigene Brust gedrückt. Einige Monate später kamen die selben Kinder wieder und es folgte das gleiche Experiment. Diesmal aber hatten die kleinen Kinder viel gelernt und waren gesellschaftskonform erzogen und konditioniert worden. Welche Figur war nun der Held? Richtig! Die Figur, die es den beiden schwer gemacht hat, weiter zu gehen. Aus Kooperation wurde Wettbewerb. Aus Helfen wurde Egoismus. Der Kapitalismus ist bei ihnen angekommen.

Dann kommen die Meisten von uns in den Kindergarten oder die Kindestagesstätte. Dort werden die Kinder fast tagtäglich mit wettbewerbsorientierten Spielen konditioniert. Das Hierarchiedenken beginnt. Wir alle kennen diese Spiele und fanden sie gut. Weil wir dort gewinnen konnten. Ein emotionaler Cocktail begleitete das ständig, wenn wir gewannen. Und dieser Cocktail wurde unser bester Freund. Wir verliebten uns in ihn. Jetzt fanden wir alles doof, was nicht uns gehörte oder mit dem wir nicht spielen konnten oder durften. Besser noch. Wir fanden gleich den Menschen doof, der etwas besaß, was uns weder gehörte noch das uns gegeben wurde. Hier schnitten wir uns weiter von unserer Empathie ab. Der Egoismus wurde immer straffer. Und immer intensiver ging es nur noch, um mich. In diese gesellschaftlichen Grundlagen des Wesens hineinerzogen und konditioniert, kamen wir nun in die Schulen. Bisher wurde uns das Einmaleins des Habenwollen und des Gehorsams anstelle von Sein und Liebe beigebracht. Dies nennt man in der Psychologie eine Ersatzhaltung. Wichtig ist zu verstehen, wofür hier der Ersatz, nämlich die Gewalt gewählt wurde. Nämlich für die echte Liebe von den Eltern, die keine echte Liebe ist und für die Haltung des Miteinanders.

Nun denken natürlich die Meisten hier, „was hat der gesagt? Ich liebe mein Kind nicht!? Dieser Lenz, den sollte KenFM mal kündigen. Unerhört, was der von sich gibt!“ Viele von uns sind mit dem Glauben an eine Liebe groß geworden, die sich an das Verhalten angepasst hat, das uns unsere Eltern als solche gespiegelt haben. Sie erfreuten sich an uns, wenn wir taten, was sie wollten. Es war nicht umgekehrt, dass sie sich daran erfreuten, was wir ganz generell von selbst taten und unterstützten dies, bedingungslos. Zumindest bei den Meisten von uns.

Diese echte Liebe zu verhindern ist nicht Missgeschick der Eltern. Das ist sehr wichtig zu verstehen. Unechte Liebe als echte Liebe zu konditionieren, gehört nämlich zum Herrschaftsprinzip. Wir sollen in der großen Masse gar nicht wirklich lieben können. Das wäre fatal für die Eliten. Denn würden wir alle wirklich lieben können, wir würden unsere Kinder nicht in solche Schulen stecken, in die die meisten Eltern ihre Kinder schicken. Auch würden die meisten Eltern ihre Kinder erheblich mehr gewähren lassen und ihnen nicht in einer Elter-Kind-Hierarchie begegnen. Deswegen halten wir so viel von der Ordnung. In ihr ist Autorität, Gehorsam, Sicherheit und der Konsum als Ersatz für wahre Liebe.

Nach der Grundschule beginnen die Probleme der Lehrer und der Schüler in Form von Gewalt, Gestalt anzunehmen. Die Schüler erleben nämlich folgendes. Das ganze bisherige Leben darf ich gehorchen für einen Plan, den ich mir nicht ausgesucht habe und den ich nicht ändern kann. Immer wenn ich wirklich etwas kann, dann ist das nicht gefragt. Werde ich trotziger darin und bestehe darauf, dass das anerkannt wird, dann gehe ich dem Lehrer damit auf den Wecker und bekomme eine schlechte Note. Die Note ist ein Zuchtmittel. Es ist der Rohrstock der das Wir in unseren Köpfen zerschlagen soll und er fühlt sich wie eine Kette um den ganzen Körper und Geist an. Was die von mir wollen ist, dass ich etwas auswendig lerne, was die mir vorgeben. Habe ich eigene Ideen dazu, die vielleicht sogar besser sind, dann gibt es auch eine schlechte Note. Und jetzt kommt der Grund, warum so viele Schüler gewalttätig werden MÜSSEN. In ihnen wird das Bild von ihnen selbst geprägt, dass sie nichts wert sind. Egal was sie machen. Ob in der Schule oder im Elternhaus. Immer geht es nur noch darum, was ich zu tun und was ich zu lassen habe, damit meine Noten gut oder besser werden. Bin ich, ich selbst, so bin ich für diese Gesellschaft eine Last, nichts wert und störe bloß. Passe ich mich an, dann verliere ich mich komplett und werde auch so ein Zombie wie die, aber ich bekomme vielleicht irgendeinen Job, den ich gar nicht will.

Das Ausschlaggebende dabei ist, dass die jungen Menschen nicht das sein können, was sie in sich selbst aber fühlen und wissen. Das ist der echte Grund, warum so viele Schüler gewalttätig werden. Sie müssen es werden, denn diese Gesellschaft schneidet sie von ihren Begabungen und Wünschen ab. Weil die vorherigen Generationen auch diese Torturen durchlaufen mussten, sind sie der Ansicht, dass die jungen Leute sich nicht so zimperlich anstellen sollen. „Die sollen endlich mal nicht so bescheuert daherschwurbeln. Hat ja schließlich nichts geschadet. Wer sich bemüht und anstrengt, der wird was. Also, Zähne zusammen beißen und durch.“

Die jungen Menschen wissen vielleicht nicht so haarfein, worüber Susan Bonath so ausführlich und krass hier Montags immer schreibt. Aber sie fühlen ganz genau, worüber Susan Bonath schreibt. Was wir den jungen Menschen in diesem Land antun, ist schier grausam. Wir raspeln mit einem Hobel ihre Gefühle und damit ihre individuelle Wertigkeit ab, bis fast nichts mehr von ihnen übrig ist. Das, was sie wirklich sind, das müssen sie verleugnen lernen. Sie müssen es abtrennen von sich, es innerlich abtöten. Nur dann sind sie willkommen in dieser Gesellschaft.

Und wir? Da wir das alles ja schon längst durchlaufen haben, sind wir der Meinung, dass es ihnen nicht schadet. Denn sie müssen ja ihren Weg in dieser Gesellschaft finden und einen Beruf erlernen. Und da wir schon die Sklaven der Eliten wurden, also einen Beruf in ihrem Sinne erlernten, zur Schule gingen, nach Noten und Zeugnissen wetteiferten, sind wir zur Gesellschaft geworden. Wir sind die Raspel, mit der wir ihre Gefühle und Werte zerstören, so wie die Generationen vor uns unsere Raspel war.

Tja und wer jetzt nicht selbst darauf kommt, warum Schüler Lehrern Gewalt antun, dem ist nicht zu helfen. Sie wehren sich gegen ihre Eltern und die Autoritäten, die sie nicht wollen. Sie wollen nicht durch das Nadelöhr der Gesellschaft. Und Streitschlichter oder Schülerlotsen, beruhigen die Erwachsenen. Den Schülern ist dabei nicht geholfen, denn diese dürfen jetzt die Gewalt der Gesellschaft selbst wegräumen. Auf Schulhöfen. Was nicht gehen kann, wie soziale Logik uns lehrt.

Die Überschrift heißt: Wenn die Autorität nicht mehr zählt: Werden Lehrer immer öfter angegriffen?  So verunstaltet lässt sich die Wahrheit nicht mehr erkennen. Denn Fakt ist, dass Kinder, Kleinkinder, Minderjährige und Jugendliche immer von den Präferenzen der Gesellschaft angegriffen werden. Und das permanent, bis zu ihrer Jobergreifung. Denn in Wahrheit findet ein Missbrauch mit unseren Herzen, unseren Körpern und unseren Gehirnen statt. Menschlichkeit wird missbraucht, umfunktioniert in Gehorsam. Wir können das ändern. Bisher nur jeder für sich, über eine Aufklärung und einen entsprechenden Aktivismus. Um das hinzubekommen müssen wir den Goethe, den Schiller oder den Humboldt in uns wiederbeleben.

Quellen:

[1] – https://www.stern.de/tv/gewalt-gegen-lehrer–wenn-die-autoritaet-nicht-mehr-zaehlt-7983628.html

[2] – https://www.ebook.de/de/product/18387666/ruediger_lenz_die_fratze_der_gewalt.html?searchId=2003096035&adCode=532Q10V31N01Y&utm_source=zx&utm_medium=af&utm_content=t&utm_campaign=zx_Lkgen&ref=9359_1527068385_daad0b6ca23e3d7d91e0516039399124

 

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47 Kommentare zu: “Tagesdosis 23.05.2018 – Wenn die Autorität nicht mehr zählt: Werden Lehrer immer öfter angegriffen?

  1. Herr Lenz,
    Fragen zur Schulform stellen sich uns mindestens 3 mal
    (für den der umzieht, noch häufiger).
    Beim ersten Mal sind wir passiv beteiligt und unsere
    Einschulung hat etwas Zufälliges (Eltern und Wohnort
    der Familie hat sich das Kind nicht ausgesucht).
    Ein Umzug kann eine Chance sein oder umgekehrt,
    ein Problem.
    Als Eltern machen wir uns sehr viele Gedanken zur
    Beschulung der Kinder.
    Wir erinnern uns an unsere Schulzeit, denken mit
    Grausen daran, dass man – anders als beim Arbeitgeber –
    noch nicht einmal kündigen und sich anders orientieren
    kann – und das 8 bis 12/13 lange Jahre!
    Da ist die Regelschule vor Ort. Es gibt schon Kinderfreund-
    schaften, die den Ausschlag geben können und hat schon einiges
    Positive wie Negative über die Schulen gehört. Und die
    Lehrerkollegien sind so groß und dieLehrer/Innen so verschieden,
    dass Mensch denkt, das trifft das Kind mal so, mal so und gleicht
    sich deshalb aus.
    Waldorfschulen gibt es. Man hat davon gehört, dass dort jene
    hingehen, die anderswo lernmäßig nicht mitkommen (also eine
    Ansammlung von ‚Schwachmatikern‘, denkt Mensch) und weiter
    hört man, Politiker schickten ihre minderbegabten Blagen dorthin.
    Und die unentbehrliche ‚Kindersprechstunde‘ (20. Auflage inzwischen)
    war sehr hilfreich, aber die Steiner-Glaubenssätze hat Mensch überschlagen.
    Eine Lichtwark-Reformschule, wie sie Helmut und Loki
    Schmidt erlebt haben, das wär’s, gab’s oder gibt’s noch, aber
    dann in Hamburg, also weit weg.
    (Dass Waldorf-Pädagogik Leute wie Daniele Ganser, Ken Jebsen,
    Thomas Meyer, Elias Davidsson hervorbringt, konnte Mensch
    damals nicht ahnen!)
    Also gibt man sein Kind in die Regelschule vor Ort und bleibt
    wachsam, stärkt sein Kind, wenn es Probleme hat, und findet
    Auswege, wenn das Kind weg will.
    Heute hat Mensch als Großelter keine direkte Verantwortung,
    denkt natürlich mit und fragt sich, wie würde ich heute entscheiden.

    Voll davon überzeugt, dass der universelle Humanismus wie ihn
    Prof. Mausfeld definiert, das Wünschenswerte wäre und eine
    wirklich demokratische Gesellschaft, wie sie Prof. Ingeborg Maus
    ebenfalls von Kant über den Wertepluralismus, aus dem sich der
    Souverän, das Volk, seine Verfassung gibt, ableitet,
    bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Bildung leisten müsste,
    die Menschen dazu zu befähigen, dass sie um ihre Geschichte
    (einschließlich Religionsgeschichte) und Kultur wissen, den
    ‚Werkzeugkasten‘ aus sprachlichem Ausdruck, Mathematik, Ethik,
    sozialen Kompetenzen, Natur- und Gesundheitspflege, beherrschen,
    so dass sie selbst urteilen und entscheiden können.

    Unter dem Primat Politik haben Wirtschaft, Justiz, Bildung, Forschung
    und Entwicklung, dienende Funktion.

    Inwieweit Bildung, also Schule und Universitäten, der Hervorbringung
    und Ausprägung dieses universellen Humanismus und der demokratischen
    Gesellschaft (einschließlich der Wirtschaftsdemokratie) dienen, wäre mein
    Maßstab für Bildungsmodelle und Bildungseinrichtungen.

    Wo also gibt es Einrichtungen dieser Art?

    • Ich gebe Ihnen ein anderes Video, mit ein em Tipp, den Sie annehmen oder ausschlagen können. Leute wie Hüther oder Spitzer oder ganz viele andere Wissenschaftler mit guten Ansätzen berücksichtigen bei ihren wirklich tollen Ideen nicht, dass es eine weitere Macht in fast jedem Staat des Westens gibt, die solche Neuerungen zu verhindern weiß.

      Und damit lenken sie dann die ganzen guten Ideen und Aufbruchenergien ins Nichts. Dirk Pohlmann zeigt in dem folgenden sehr guten Vortrag auf, was ich damit meine. Wenn man das dort nicht berücksichtigt und ebenfalls öffentlich macht, in Vorträgen, was mutig wäre, dann verpuffen die gesamten Energien, die man doch mobilisieren will.https://www.youtube.com/watch?v=8SCcEdl–Bk

    • Hallo Rüdiger Lenz:
      „Leute wie Hüther oder Spitzer oder ganz viele andere Wissenschaftler mit guten Ansätzen berücksichtigen bei ihren wirklich tollen Ideen nicht, dass es eine weitere Macht in fast jedem Staat des Westens gibt, die solche Neuerungen zu verhindern weiß.“
      Glauben Sie, das Hüther oder Spitzer das nicht wissen? Sollen Sie deshalb aufgeben? Was sollen Sie Ihrer Meinung nach tun?
      Sie können den Dirk Polmann – Vortrag den Beiden ja zukommen lassen.
      (Ich habe den Beitrag letzte Nacht gesehen und kann ihn auch empfehlen)
      Ein Gespräch bei KENFM mit Hüther, Spitzer und Ihnen würde mich sehr interessieren.

      Ihnen alles Gute.

    • Der „tiefe“ Staat hat glaube ich verpeilt, was gerade an Umbruch passiert! Es werden immer mehr freie Schulen gegründet, weil immer mehr Eltern ihre Kinder nicht mehr an das Regelschulsystem „verkaufen“ wollen. Die Plätze sind noch rar, doch da passiert etwas von ungeheuren Ausmaß. Die „Freien Schulen“ bilden Netzwerke, die immer dichter werden, da kommt keiner mehr so schnell dazwischen, weil sie getragen werden von vielen begeisterten jungen Menschen, die sich nicht mehr die „Butter“ vom Brot nehmen lassen. Klar gibt es immer mal wieder kleine Schikanen von den alten „Betonköpfen“, wie Bertrand Stern gerne sagt, doch auf Dauer wird es da kein Halten mehr geben, da bin ich mir so was von sicher!

      Leider hat Manfred Spitzer den Anschluss verloren und predigt immer noch seine alten Glaubensätze. Hüther begreift immer mehr um was es geht und ist auch bereit neue Gedanken und Ideen zuzulassen.

      Rüdiger, bei dir um die Ecke gibt es die „Freie Schule Coppenbrügge“, schau dir die mal an…du wirst staunen! Dort gibt es mehr Anmeldungen, als es Plätze gibt. Oder die Freie Schule in Heckenbeck…Du kannst auch bei Facebook auf die Seite von „Schools of Trust“ gehen und schauen, was da abgeht 🙂

      Ach so…und klar weiß Hüther über den „doppelten“ Staat Bescheid, schließlich kommt er aus der ehemaligen DDR und hat sich selbst einen Pass gefälscht um von dort abzuhauen. Es hat geklappt, wie man sieht, auch wenn er einen hohen Preis dafür zahlen musste: die Entfremdung von seiner Ehefrau und seinem Sohn.

    • Mich würde mal interessieren ob es an den freien Schulen eine sogenannte „Schulordnung“ gibt.
      Wenn ja, wer legt sie fest und was steht da drin?
      Ich hatte letzter Woche eine Unterhaltung mit einer Lehrerin.
      An ihrer Schule legt die Schulordnung das Lehrerkollegium fest.
      Schüler und auch Eltern müssen sich daran halten.
      Wenn ihnen das nicht passt, müssen sie sich eine andere Schule suchen, war die Aussage.
      Das wurde dann noch untermauert mit der Aussage, dass es ja später im Arbeitsleben auch nicht anders sei.

    • Lieber schwarz ist weiß, was eingehalten werden muss, ist die Aufsichtspflicht, die ist selbstverständlich zwingend.
      Aber eine Schulordung wird ganz individuell gestaltet gmeinsam mit den Schülern, den Eltern und den Lernbegleitern.
      Meine Tochter und ich sind Schulgründerinnen und unsere Schule geht 2019 an den Start 🙂

      Die Freien Schulen, die zurzeit gegründet werden, sind nicht zu vergleichen mit Montessorie-Schulen oder Walddorfschulen, weil auch die Konzepte ganz individuell sind.
      Hier mal eine Web-Seite von so einer Schule: https://apego-schule.de/

    • Mamomi
      In diesem Zusammenhang ist aber auch interessant wessen Geistes Kind ein Richard David Precht ist.
      Sehr zu meinem Leidwesen musste ich das in seinem Gespräch mit
      Harald Lesch zum Thema Verschwörungstheorien erfahren (ebenfalls YouTube), denn ich hätte nicht erwartet, dass er sich ebenso undifferenziert mit dem Mainstream identifiziert.
      Was sagt es aus, wenn er einen Gerald Hüther einläd, den ich vom Ansatz her bisher sehr zu schätzen weiß?

    • Lieber Außerkontrolle,
      ich gebe Ihnen Recht und ich verstehe auch nicht, dass David Richard Precht und Harald Lesch 9/11 nicht in Frage stellen…Vorstellbar ist für mich, dass die Beiden wissen, wenn sie die offizielle Theorie in Frage stellen, dass sie dann keinen Sendeplatz mehr bekommen…bei dem Kennedy-Mord haben sich beide ein wenig aus der Deckung getraut – immer hin, vielleicht ein kleiner Anfang?
      Dennoch tut das dem Gespräch was Precht mit Gerald Hüther führte keinen Abbruch – für mich hat das eine nichts mit dem anderen zutun. Auch für mich gibt es Theorien, die ich für nicht sehr wahrscheinlich, bzw. sogar für ziemlich absurd, halte.

  2. Danke Rüdiger Lenz, hoffentlich kündigt Ihnen kenfm nicht.
    Wir müssen lernen, dass wir mit System von unseren Wurzeln, von unseren eigenen Fähigkeiten, von unserer Empathie, von unseren Gefühlen, von unserer Intuition und vom eigenständigen Denken abgetrennt werden.

  3. „Wo lernen wir“

    Erich Fried

    Wo lernen wir leben
    und wo lernen wir lernen
    und wo vergessen
    um nicht nur Erlerntes zu leben?

    Wo lernen wir klug genug sein
    die Fragen zu meiden
    die unsere Liebe nicht einträchtig machen
    und wo
    lernen wir ehrlich genug zu sein
    und unserer Liebe zuliebe
    die Fragen nicht zu meiden?

    Wo lernen wir
    uns gegen die Wirklichkeit wehren
    die uns um unsere Freiheit
    betrügen will
    und wo lernen wir träumen
    und wach sein für unsere Träume
    damit etwas von ihnen
    unsere Wirklichkeit wird?

  4. Ich habe schon einige Texte von Rüdiger Lenz gelesen. Nur leider kann ich mir nicht vorstellen, wie ich meine Kinder in seinem Sinne erziehe soll? Man muss den Kindern doch grundlegende Dinge beibringen. Dies kann man nur, wenn man konsequent ist. Man muss das Kind Abends ins Bett schicken, damit es morgens hoch kommt – auch gegen seinen Willen. Man kann doch nicht alles so laufen lassen und das Kind auch noch loben, wenn es die Wand vollgemalt hat.

    Sind meine Gedanken falsch?

    • Nein, die Gedanken sind nicht falsch. Die Realität bleibt DIE Realität. Was ich schrieb, ist ja keine Gebrauchsanweisung, sondern ein Fingerzeig auf eine inneres Problem von uns, das dann aber die Gesellschaft formt.

      Wenn Daniele Ganser aufzeigt, was da in der Weltpolitik für Dinge passieren, dann sagt er damit ja nicht auch, dass wir nun losgehen sollen und das Pentagon einnehmen sollen. Ich zeige damit nur auf ein Problem unserer sozialen Gesellschaft auf. Sie werden gut daran tun, wenn Sie Ihr Kind auf die Gesellschaft vorbereiten, in der es leben muss.

      Es ist aber genauso wichtig, unsere soziale Gesellschaft zu durchschauen, wie es wichtig ist, die geostrategischen deep-state-Funktionen zu erkennen.

    • Da ich nicht weiß, wie alt Ihre Kinder sind, lasse ich Ihnen einmal folgenden Link da http://elternmorphose.de/6-formen-versteckter-gewalt-in-familien-und-wie-du-sie-aufloest/
      Kinder spiegeln die Gewalt in unsere Gesellschaft, auch die verdeckte! Ein Mensch kann nach außen vollkommen freundlich und friedlich wirken und dennoch voller innerer Gewalt sein…Kinder spüren das!
      Und es geht nicht um „falsch“ oder „richtig“…sondern um ANDERS!

      Wir müssen Kindern auch nichts beibringen, sondern ihnen unsere Werte vorleben und dann ist es immer noch ihre Entscheidung, ob die übernehmen oder nicht! Kinder sind von Beginn an in der Lage selbstbestimmt zu schlafen, sie wissen wann sie müde sind und wann nicht – warum sollten sie das verlernen, wenn sie älter werden?

      Wenn wir etwas verändern wollen, wäre es wichtig unser „Bild“, dass wir von kleinen Menschen haben, vollständig zu verändern. Es sind keine halbfertigen Menschen, sondern sie sind perfekt!

    • Hallo Mamomi,
      mit dem „selbstbestimmten schlafen“ hab ich andere Erfahrungen.
      Vielleicht hat das aber auch andere Ursachen.
      Unsere Enkel wollen (bis auf Einen) nicht ins Bett.
      Sie sind todmüde, gestehen sich das aber nicht ein und denken, dass sie was verpassen, wenn sie zu Bett gehen „sollen“. Die Verleugnung, dass sie müde sind, geht bis zum einschlafen im Wohnzimmer auf dem Sofa.
      Sie wollen, wie die Erwachsenen aufbleiben.
      Mein Sohn musste sich ne ganze Zeit mit seiner Tochter hinlegen und schlief dann oft eher, als seine Tochter.
      Zum Reden war dann keine Zeit mehr, was wir eigentlich vorhatten.
      Auch im Bekanntenkreis ist das so.
      „Ich bin müde und gehe jetzt zu Bett“ ist eine Ausnahme.
      Ein Bekannter von mir hatte auch dieses Problem mit seinen Kindern.
      Er praktizierte dann, „Heute Nacht wird nicht geschlafen!“
      Weit nach Mitternacht baten dann seine Jungs das sie ins Bett dürfen.
      Das kann es doch auch nicht sein?
      Was da helfen kann, sind meiner Meinung, Rituale.
      Eine Geschichte vorlesen oder noch ne kurze Zeit Musik hören.
      Wie bekommst Du deine Zwerge ins Bett?
      Ich denke, für fachdienliche Hinweise wären manche Eltern dankbar.

    • Lieber schwarz ist weiß,
      selbstbestimmt heißt nicht, dass die Kinder alleine einschlafen, vor allen Dingen, wenn sie noch klein sind, sondern bedeutet, dass sie nicht zu Zeiten schlafen müssen, bloß weil es den Eltern genehm ist. Oder das Eltern sich an Regeln halten, die andere gemacht haben. Der Schlaf ist ein ganz individuelles Bedürfnis und nicht bei allen Menschen gleich.

      Zu dem, was du von deinen Enkelkindern schreibst, hilft der Perspektivwechsel: wie würdest du dich fühlen, wenn deine Frau zu dir sagt: so, jetzt ist für dich Schlafenszeit, damit ich noch ein wenig Zeit für mich habe…Das wäre ja wohl schon sehr irritierend 🙂 Doch mit jungen Menschen machen wir das, ohne darüber nachzudenken, wie sich fühlen. Wenn du mit deinem Sohn Zeit alleine Zeit verbringen willst, dann verabredet Euch so, dass ihr die dann auch wirklich habt. Und plant nicht ein, dass ihr dafür Zeit hättet, wenn die Kinder dabei sind 🙂 Meist endet so etwas dann im Frust für alle Seiten. Kinder spüren, wenn sie nicht mehr willkommen sind und genau das ist der Fall, wenn du Zeit mit deinem Sohn ohne Kinder verbringen willst.
      Wir behandeln junge Menschen nicht auf Augenhöhe und wundern uns dann, wenn sie rebellieren, hier mal ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Ph7frnCTdM4

      Wie wir unsere Zwerge ins Bett bekommen? Wir müssen sie gar nicht ins Bett bekommen, weil sie uns nie stören und immer willkommen sind. Also gehen sie, wenn sie müde sind und das zu unterschiedlichen Zeiten. K. früher und J. später. Das Schlafbedürfnis war, trotz dass sie Zwillinge sind, von Anfang an bei beiden unterschiedlich. K. geht alleine ins Bett und J. fragt: Omi kommst du noch mit, ein bisschen kuscheln? Wir brauchten noch nie irgendwelche Einschlafrituale – und vorgelesen wird dann, wenn sie es sich wünschen.

      Als meine Kinder klein waren, habe ich natürlich vieles geglaubt, was mir vermittelt wurde, wie man mit Kinder „umgeht“ und klar da gehörten feste Schlafens- und Essenzeiten dazu und die brauchten dann auch entsprechende Rituale, damit das überhaupt einigermaßen klappt. Doch Schlafen und Essen sind Grundbedürfnisse und andere Menschen können nicht darüber bestimmen, wann ich Hunger haben soll oder wann ich müde zu sein habe. Das ist ziemlich absurd und als Erwachsene würden wir uns so eine Fremdbestimmung nicht gefallen lassen.

      Aufgrund dieser Vorstellungen, wie etwas zu sein hat und nicht wie es ist, sind leider heute viele Menschen von sich und ihren wirklichen Bedürfnissen weit entfernt: viele essen zu viel und das Falsche, viele haben Schlafstörungen oder brauchen immer noch Rituale um einschlafen zu können, dass kann dann auch das Bierchen sein oder etwas anderes. Unsere Konsumgesellschaft lebt von Menschen, denen die eigenen Bedürfnisse aberzogen worden, weil sie nie von jemanden ernstgenommen wurden, als wir Kinder waren. Kinder hatten sich den Wünschen und Bedürfnissen der sogenannten „Erwachsenenwelt“ an zu passen, dass ist heute vielfach noch nicht anders – doch der „Untergrund“ bewegt sich und das erfüllt mich mit großer Freude 🙂

      Ich kann dir und deinem Sohn das Buch von Alfie Kohn „Liebe und Eigenständigkeit – Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung“ wärmstens empfehlen. Ich habe es mit großer Begeisterung gelesen. Das ist kein „Erziehungsratgeber“ sondern ein „Perspektwechsel-Empfehler“ :-).

    • Gut geschrieben, liebe Mamomi. Es geht nicht um richtig oder falsch, um schuld oder um unschuld. Es geht um einen Perspektivenwechsel, nicht darum, abrupt von A nach B zu wechseln. Es geht um einen weichen Weg 🙂

    • Danke Mamomi,
      dass ein Perspektivwechsel hilfreich ist, ist mir schon klar.
      Dass im Alltag oft zu wenig Zeit dafür da ist auch.
      Dazu kommt, das ein Kind abhängig von den Erwachsenen ist.
      Sowohl materiell als auch im zwischenmenschlichen Bereich.
      Das Kind ist eher auf Hilfe angewiesen als ein Erwachsener.
      Ein 4jähriges Kind kann sich im Normalfall keine Mahlzeit zubereiten und ist auch nur bedingt (je nach Alter) geschäftsfähig.
      Der Perspektivwechsel kann nur gelebt werden, wenn vor allem Zeit vorhanden ist.
      In einer Familie mit 2 Kindern, wo beide Eltern arbeiten ist das kaum vorstellbar.

    • Lieber schwarz ist weiß,
      ja, was du schreibst ist wahr und – wie ich finde – ein großes Problem. Fatal ist es, wenn Mütter arbeiten müssen, weil sonst das Geld nicht reicht. Mütter müssten zumindest die ersten drei Jahre zuhause bleiben können und entsprechend von staatlicher und Arbeitgeber Seite finanziell so unterstützt werden, das kein Loch in der Haushaltskasse entsteht und sie ihren Job nach der Kinderpause behalten können.
      Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Arbeit nicht mein Leben bestimmt, als Freiberuflerin kann ich mir die Zeit frei einteile. Meine Tochter muss nicht für Geld arbeiten gehen, weil das Gehalt meines Schwiegersohnes ausreicht.
      Zudem sind beide – mein Schwiegersohn und meine Tochter – nicht anspruchsvoll, ihnen sind die Kinder wichtiger, als ein mögliches doppeltes Gehalt. Leider ist das bei vielen Familien anders, da reicht es hinten und vorne nicht, und das finde ich schlimm! Die „Herdprämie“ war ein Lacher- unglaublich wie die Arbeit in der Familie bewertet wird.
      Hier halte von Eva Hermann nicht so sehr viel, weil sie den Eindruck erweckt, früher wäre alles besser gewesen, was einfach Quatsch ist, dennoch ist etwas wahres daran, was sie in dem Gespräch, das Roland Düringer mit ihr führte, sagte: https://www.youtube.com/watch?v=zX7mPC_02JY

      Zum Perspektivwechsel: das geht immer, egal wie alt die Kinder sind und hat auch nichts damit zu tun, dass Kinder abhängig sind, sondern hängt mit meiner Flexibilität und auch mit meinen Glaubenssätzen zusammen. Kinder sind, was Essen betrifft, nicht besonders anspruchsvoll und dass es immer warme Mahlzeiten sein müssen, ist auch eine Legende.
      Unsere „Zwerge“ wollen oft gar nichts warmes, sondern essen lieber Obst und Rohkost. Und wenn sie Appetit auf Kartoffeln oder Nudeln haben, sind die schnell gemacht und werden hier auch gerne kaltgegessen 😉 Sie mögen auch sehr gerne Suppen und die können vorgekocht werden und bei Bedarf wird sie halt aufgewärmt. Jetzt sind die beiden 5 Jahre alt und schon sehr selbstständig. Zwar können sie noch nicht alleine kochen, doch sich selbst bedienen, wenn sie Hunger haben, klappt wunderbar 😉
      Seit ich Omi bin, habe ich gelernt, was Flexibilität bedeutet und mit vielen alten Glaubensätzen in mir aufgeräumt 😊

    • Nachtrag: ein Perspektivwechsel braucht keine Zeit, sondern nur Übung 😉
      Wichtig ist auch, zu erkennen, wie oft Kinder am Tag kooperieren – sie machen das nämlich ständig -, wir nehmen in der Regel nur wahr, wenn es mal nicht so klappt. Die meisten Kinder gehen tatsächlich jeden Tag in die Schule ohne groß zu murren, oder in den Kindergarten oder, oder, oder…Wenn erwachsene Menschen so kooperationsfreudig wären wie kleine Kinder, dann hätten wir eine andere Welt 🙂

    • „ein Perspektivwechsel braucht keine Zeit, sondern nur Übung“
      Einverstanden 🙂 – aber auch Übung braucht Zeit.

      „Mütter müssten zumindest die ersten drei Jahre zuhause bleiben können…“
      Damit rennst Du bei mir offene Tore ein.
      Die ersten 3 Jahre sind ja die Wichtigsten, die man auch nicht später nachholen kann.
      Das Finanznot Frauen zur Arbeit treibt finde ich schlimm, auch wenn eine beträchtliche Zahl an Frauen arbeiten will.
      Da steckt bei vielen auch die Angst da hinter, am Arbeitsplatz nicht wieder Fuß zu fassen.
      Ich kann mir nicht vorstellen, das Familien oder Frauen, gerne ihre Kinder in die Krippe schaffen.
      Ich denke auch, so wie Du, dass Bewegung in der Sache ist. Der Prozess ist fortlaufend – und das zum Positiven.
      Ich wurde ja auch anders „erzogen“ als meine Großeltern.
      Von deren Mutter stammt noch der schlimme Satz: „Kindeswille ist Drecks wert.“
      Ich denke R. Lenz schaut schon genau auf unsere soziale Gesellschaft – aber es gibt auch Fortschritte im Denken trotz Konsumterror und dem Dualen Staat.

    • Einverstanden 🙂 – aber auch Übung braucht Zeit.
      Ja stimmt… und auch mir gelingt er noch nicht immer, aber immer öfter 🙂 Unsere „Zwergen“ zeigen mir sehr deutlich, wenn ich mal „doof“ bin und dann kann ich mich auch korrigieren bzw. entschuldigen 🙂
      Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
      Ich selbst kenne noch den Spruch von meinen Eltern: „Kinder mit einen Willen bekommen eins auf die Brillen“ oder „du darfst zwar alles essen, aber nicht alles wissen“ und „wenn du die Augen zu machst, dann siehst du, was dir gehört“. Der Spruch von meinem Großvater war: Überlass das Denken mal den Pferden, die haben den größeren Kopf“
      Diese blöden Sprüche, die von einer Generation gedankenlos in die nächste gewandert sind, sind schrecklich verletzend, schließlich nehmen kleine Kinder alles wörtlich…

      Du bist ein toller Opa…was für ein Glück für deine Enkelkinder.
      Und: den Perspektivwechsel üben, egal wieviel Zeit das braucht. Du hast die besten Trainer, die es gibt – deine Enkelkinder :-)))

    • Noch kurz zu Jones1024: „Man kann doch nicht alles so laufen lassen und das Kind auch noch loben, wenn es die Wand vollgemalt hat.“
      Kleine Kinder malen nun mal und wenn ich nicht will, dass es die Wand bemalt, dann liegt es in meiner Verantwortung, ihnen statt der Wand eine Alternative zu bieten. Schimpfen oder verbieten hilft nicht und gibt kleinen Kindern das Gefühl, falsch zu sein…

      Malen und sich kreativ auszuprobieren, ist aber nicht falsch und es liegt in meiner Verantwortung, ihnen Räume zu eröffnen, wo sie das können. Außerdem fördert es die eigene Kreativität, solche Räume für Kinder zu schaffen 😊
      Eine bemalte Wand kann auch wieder gestrichen werden, sollte es passiert sein… und Stifte wie Edding oder Kugelschreiber darf ich halt nicht herumliegen lassen, wenn ich nicht will, dass sie damit „experimentieren“ 😊

      Und ja, auch hier ist es passiert, dass mein Sofa mit Kugelschreiber „verschönert“ wurde. Doch ich habe mich nicht über die Kinder geärgert, sondern über mich selbst, dass ich die blöden Dinger herumliegen ließ. Doch das Ergebnis war, dass ich Fenstermalstifte besorgt habe und da wir große Terrassenfenstertüren haben, konnten sich beide da nach Herzenslust austoben, was sie auch heute noch tun. Ich habe ein Atelier – ich male mit Acryl – also habe ich ihnen gezeigt, wie das geht. Sie haben ihre eigenen Acrylfarben bekommen und etliche Bilder von ihnen hängen bei mir im Wohnzimmer, weil ich sie wirklich toll finde! Doch den Kindern ist das Ergebnis gar nicht wichtig, sondern sie lieben es, zu malen!

      Also bei dem, was Sie beschrieben haben, hilft ein Perspektivwechsel und die eigene Kreativität 😊
      Und sollte ein 6jähriges oder älteres Kind die Wand noch vollmalen, sollte ich mir ernsthafte Gedanken machen, was da möglicherweise schiefgelaufen ist – nicht beim Kind, sondern bei mir selbst 😊

      Die meisten Eltern glauben, ihren Kinder „Grenzen“ setzen zu müssen und machen sich keine Gedanken darüber, dass Kinder permanent an Grenzen stoßen: weil sie entweder noch zu klein sind oder etwas noch nicht so hinbekommen, wie sie es gerne möchten, viele Wünsche nicht erfüllt werden können u.u.u. Und wenn sie darüber ihre Wut ausdrücken, dann ist die berechtigt und sollten von den Eltern liebevoll begleitet werden, indem erkannt wird, dass sich hinter der Wut Traurigkeit verbirgt.
      Hier ein Artikel zu den Gefühlen aus dem Rubikon https://www.rubikon.news/artikel/lebendig-werden

      Ach so und das Kinder um 8 Uhr in der Schule sein müssen, ist völlig bekloppt…Klar gibt es auch Frühaufsteher, doch 9 Uhr finde ich sehr viel angemessener, auch für die Lehrer 🙂
      Dazu Hagen Rether 😊 https://www.youtube.com/watch?v=dt6CxdVWmlA

    • Schon mal erniedrigt worden? So richtig? Wissen Sie, was für eine Wut, was für ein Hass dadurch erzeugt wird. Wenn ja, erübrigt sich Ihre Frage und läuft unter Provokation.
      Wenn nein, seien Sie froh, glücklich und sehr dankbar, dass Sie es nicht erleben mussten.

      Versuchen Sie doch wenigstens mal, sich in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen. Zuerst lebensbedrohlicher Krieg oder Hunger, dann Hoffnung. Dann das Grauen der Flucht und der Horror der Lager in GR oder Italien. Und dann kommen sie hier an, werden behandelt wie Tiere, eingepfercht wieder in Lager, alle Hoffnung geht flöten, sie werden angepöbelt oder zumindest schief angeschaut. Sie fühlen, dass sie nicht willkommen sind…
      Wer in dieser Situation von den Menschen „Licht und Liebe“ erwartet, der schläft sehr tief oder wills halt einfach nicht verstehen.

    • Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, aber hier keine Behandlung wie Tiere.
      Was mich wondert ist wie Migranten nicht viel tun um zu assimilieren.
      Ein Paar Hauser weiter wohnen Ukrainer, nette Leute, kein Problem.
      Sie sind mehr als zehn Jahre hier, der Mann spricht noch immer kein Wort niederländisch, die Frau ist weit von fliessend unsere Sprache sprechen.
      Er arbeitet, keine Ahnung was, sie nicht, im Ukraine war sie Operations Schwester.
      Sie findet keine Arbeit hier, was mich nicht wundert, bei ihre Sprach Kenntnis.
      Meine Enkel Kinder besuchen eine Schule mit ziemlich viel Ausländer Kinder, von Expats, hoch bezahlte und gebildete Menschen.
      Die Kinder sprechen unsere Sprache nicht, die Lehrer versuchen es dann mit enlgisch, wenn das auch nicht geht, Ende.
      Wenn ich durch meine Stadt gehe sehe ich viele (ehemalige) Migranten, das sie untereinander unserse Sprache sprechen, eine grosse Ausnahme.

    • Es erschließt sich mir nicht, wenn Sie „viele (ehemalige) Migranten“ die sich „untereinander“ in unser Sprache unterhalten als eine grosse Ausnahme sehen.
      Wenn es VIELE sind, ist es doch keine Ausnahme.
      Ihr Beispiel mit der ukrainischen Familie hatten Sie auch schon mal geschrieben.
      Negativ-Beispiele gibt es immer.

    • Ob der „Gewaltanteil bei Migranten immer größer ist“, vermag ich nicht zu sagen, ob das so stimmt.
      Ich denke, dass da auch unsere Presse ihren Anteil dazu beiträgt.
      Wenn in einer „deutschen Familie“ ein Mann seine Familie umbringt, handelt sich es um eine „Familientragödie“.
      Das hab ich bei Ausländern so noch nicht gelesen.

      Meine eigenen Erfahrungen im Bezug, Gewalt mit Ausländern liegen schon lange zurück.
      Das war zu DDR-Zeiten als in unserer Kleinstadt Algerier und Libyer arbeiteten.
      Da gab es auch Auseinandersetzungen (Schlägereien u.ä).
      Mir fiel damals auf, dass auf deutscher Seite, genau die Leute Konflikte mit ihnen austrugen, die auch vorher Schlägereien provozierten und darauf aus waren sich zu prügeln.
      Solchen Leuten ist man besser aus dem Wege gegangen.

      Ich will aber Gewalttaten auch bei Migranten nicht klein reden. Ich mache da keinen Unterschied.

  5. Habe mir auch mal die Kommentare auf Youtube zu dieser Tagesdosis angeschaut und finde es schon sehr bezeichnend, mit welcher Agressivität und wie sehr da „die Schuldigen“ gesucht werden, für das angesprochene Thema „Gewalt an Schulen“.

    Ich sehe die Tagesdosis als Reaktion auf den Sternartikel, der – wenn man diesen denn auch mal liest – nichts weiter als ganz allgemein eine dramatische Gewalteskalation an den Schulen feststellen möchte, hierzu sich ein Extrembeispiel mit großem Migrationsanteil heraussucht und dann nach mehr Autorität und Aufsicht schreit. Es wird noch nicht einmal ansatzweise versucht, irgendwas differenzierter darzustellen, geschweige denn zu ergründen (Fazit: eigentlich alles paletti mit „uns“ Guten, wenn da nicht so viele Böse wären und wir doch nur mehr autoritäres Aufsichtspersonal hätten).

    Danke für das nächste Bedrohungszenario mit einem Bild von Gesellschaft aufgeteilt in Gut und Böse, lieber Stern!!

    Das Problem lässt sich doch nicht isoliert betrachten und beschreibt letztendlich doch nur ein Symtom, was doch nicht einfach nur verdrängt und unterdrückt gehört!

    Deswegen finde ich diese Tagesdosis hierzu einen grandiosen Betrag, in so kurzer Form(!) eine ganzheitliche Betrachtung darzulegen, die -aus meiner Sicht – sehr gelungen ist.

    Die Kampf- und Konkurrenzkonditionierungen, die in Tages- und Weltpolitik, ja bis hinein in alle Gesellschaftsbereiche und auch in unser Bildungssystem immer mehr fociert werden (Wettbewerb, Wachstum, egal was dabei auf der Strecke bleibt), begründen Denk- und Handlungsmuster und missgestalten unsere Sprache, die einer „gesunden“ Menschen-, Gesellschafts- und Gemeinschaftsentwicklung entgegenstehen. Das ist doch nicht mehr von der Hand zu weisen.

    Für mich werden in dem Artikel, die Dimensionen aufgezeigt, die hinter, bzw. unter diesem „Symtom“ stehen, und dass heisst für mich auch nicht, das damit Alle und Alles absolut damit eingeschlossen ist ( wird auch so meines Erachtens nicht in den Ausführungen formuliert).

    Da gibt es unzählbare Grauwerte und Ausprägungen und ja es gibt auch Kinder die „gesund“ aufwachsen und auch Eltern, die ihre Kinder echte Liebe zukommen lassen, diese sehen und fördern, etc. . . . Das schließt sich doch (mit den Ausführungen von Herrn Lenz) nicht aus und macht auch nicht die Darlegung der Zusammenhänge obsolet.

    Und ich finde schon, dass es höchste Zeit ist, die Handlungs- und Denkmuster aufzudröseln, nach denen wir leben und die zur Zeit in vielen Bereichen eine „seltsame“ Entwicklung nehmen, die aber aus vergangen Zeiten bereits bekannt sind.

    Warum da geistig so anspruchslos unterwegs sein, die Dinge nicht mal eingehender und tiefer hinterfragen und beleuchten, anstatt nach einfachen (autoritären) Lösungen zu suchen, die jede Selbstkritik ausschliessen.

  6. Werter Herr Lenz,

    hier spricht eine 50 Jahre Verbildete

    habe mein Kinder in „die Schule“ „gesteckt“

    Ihr Kommentar ist destruktiv, Herr Lenz

    Wie „Schliemanns“ sagt – so habe ich es verstanden-

    Unser Geist ist frei – lasst uns was daraus machen.

    Und soeben noch Herr Kante – so habe ich es verstanden-

    Wir sollten aufeinander achten und

    Von mir

    Wir sollten behutsamer sein.

    Claudia Volke aus Dresden

  7. Okay!
    Diesen Bericht halte ich mal für kompletten Blödsinn.
    Denn die derzeitige Gewallt gegen Lehrer und auch unter Schülern dem „System“ in die Schuhe zu schieben, ist zu einfach gedacht. Das ist naiv bis zum Anschlag. Hier wird komplett der Werteverfall der Gesellschaft ausgegrenzt. Es geht hier nicht um ein „gewolltes“ Verhalten im Sinne des „Systems“ der,ähm, Eliten. Georg Schramm hat in „Volksverblödung“ das Thema vortrefflich angeschnitten. Und sicher auch Recht damit. Aber wenn es um Gewalt geht, hat der Lehraparat wenig Einfluss. Es ist die zerrüttete Geselschaft. Der sinkende Respekt. Die Moral, die vor die Hunde geht. Ich bekomme das hautnah mit, als Gärtner. Dazu brauche ich keine komischen Aussagen komischer Autoren wie Herrn Lenz. Sorry, ich liebe KenFM. Aber bei diesem Thema brennt mir echt der Helm. Ich schätze Herrn Lenz. Aber hier bin ich nicht bei Ihm. Aber auch das schätze ich ja an KenFM. Durchaus auch mal anderer Meinung sein zu können.

    • Lieber Max Kante, den Werteverfall habe ich ziemlich ausführlich dargelegt. Er besteht darin, dass wir unsere Menschlichkeit fast komplett unterdrücken und dann Ersatzverhalten über den Konsum entwicklen. Das ist derart fortgeschritten, das ich es nur systemisch erklären kann. Natürlich ist es das System, in das wir alle hineingeboren werden und uns dann daran anpassen. So wie das System seine Erwartung an die Mitglieder über Zwang und Gehorsam in die Köpfe einhämmert. Vielleicht ist es unangenehm, das zu erfahren, weil einem eine menge Illusionen dabei eingefräst wurden, die zu realen Bildern wurden, über sich und die Welt.

    • Also für mich ist Konsum doch eher Frust.
      Ich bin froh wenn ich nicht einkaufen muss.
      Wenn ich etwas kaufen will (muß), dann gibt es das nicht so, wie ich es mir vorstelle.
      Überall gibt es das gleiche.
      Die sogenannte Vielfalt ist ein Fake.
      Konsum als Ersatzbefriedigung gibt es. Ich habe das früher „Frustkauf“ genannt.
      Am Ende ist das Selbstbetrug.
      Viele Leute fahren Sonnabends, wenn Zeit ist, in die größeren Städte um zu shoppen.
      Oft ohne Ziel. Am Ende wird irgend was gekauft, denn man will ja nicht umsonst gefahren sein.

      PS: Meine Mutter sagte einmal im Supermarkt – Was es hier alles zu kaufen gibt, was ich nicht brauche ist sagenhaft!

      Auch der Satz eines Handwerkers: „Was ich nicht kaufe, brauche ich nicht erarbeiten“ hat mich zum Nachdenken gebracht. –> Persektivwechsel.
      Der Satz ist wahr!

  8. „Das Übel ist die Verbildung. Die verdrahtet die Synapsen nämlich, macht dann Nervennetze die ständig auf sich selbst zurückgreifen. Andere Ideen scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser. Das Hirn lernt. Auch dann, wenn es verbildet wird.“ ein wahrer Satz Herr Lenz…
    – und: „Es gibt ja dieses Beispiel aus dem Zen-Buddhismus, wo der Meister dem Mönch eine Tasse Tee einschenkt. Und er hört nicht damit auf, Tee in die übervolle Tasse zu schenken. Der Mönch erschrickt, doch der Meister schenkt weiter und weiter ein, bis die Teekanne leer ist. „Genaus so übervoll ist Dein Geist, sagt er dann. Leere ihn, damit Neues hineingelangen kann. Ja, das ist die Verbildung. Sie macht uns alle auch übervoll an seltsamem Wissen.“…
    Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, …bei Ihnen Herr Lenz habe ich oft das Gefühl sie sind sehr „von sich selbst überzeugt“.
    So wie sie es denken, so wie sie es sagen, so ist es. Punkt. Schluss.
    Etwas mehr Demut, etwas mehr suchen als zu meinen „gefunden zu haben“ als zu meinen „zu wissen“ würde es mir leichter machen mich mit dem auseinander zu setzen was sie schreiben.
    Bemerkenswert finde ich auch, in Zusammenhang mit diesem Artikel, genau das wovon sie schreiben, die Gesellschaft die aufoktroyiert und das Kind, der Schüler auf der anderen Seite, genau das was sie hier als Thema bearbeiten, genau so verhalten sie sich selbst.
    Ist mir übrigens schon in den „Positionen“ aufgefallen.
    Schublade. Auf. Rein. Zu. Bewertung. Punkt.
    Interressant irgendwie…
    Ich habe junge Menschen kennen gelernt, die waren erstaunlich weise, ja, weise. Ein Mädchen, knapp 18 hat mich besonders beeinduckt, ja, sie war ein Kind einer Keramikerin, ein freigeistiger Mensch, durch und durch, das Mädchen wirkte nicht 18 Jahre alt, sie war achtsam, hellwach, gebildet, hatte ein Gefühl für ihren Körper, hatte Interressen und Begeisterung, beschäftigte sich mit schönen Dingen usw…
    Wir können in dieser fürchterlichen (?) ach so grausamen Welt (?) jeder für sich viel tun… zB den verödeten Garten an der Grundschule in ein Gemüseparadies verwandeln, das Essen in der Schule nicht abgestanden und ungesund von einem lieblosen Catheringservice liefern lassen sondern mit den Kindern selber kochen usw… wer hindert uns daran?!
    Diese ach so schreckliche Welt?
    Wir haben die Möglichkeit unser Umfeld aktiv zu gestalten, wir müssen nichts einfach nur hinnehmen, das Leben ist spannend und wundervoll und schön und jeder bildet mit an der Realität die uns umgibt.
    Jeder einzelne hat Kraft, die Menschen können so viel bewegen.

    • „in Zusammenhang mit diesem Artikel, genau das wovon sie schreiben, die Gesellschaft die aufoktroyiert und das Kind, der Schüler auf der anderen Seite, genau das was sie hier als Thema bearbeiten, genau so verhalten sie sich selbst.
      Ist mir übrigens schon in den „Positionen“ aufgefallen.“

      Ja, das ist mir auch aufgefallen, insbesondere in der letzten Sendung. Ich habe mich fast ein wenig geärgert darüber.
      Demut und sich etwas mehr als noch Suchender zu empfinden und zu präsentieren, als jemand, der schon alles weiß und festgeschrieben hat, ist da sicher ein guter Tipp.

  9. Wer seine Kinder liebt und ihnen das auch zeigt, braucht keine Angst davor zu haben, dass sie Lehrer schlagen. Menschwerdung, Menschlichkeit wird über Herz und Bauch entwickelt, nicht über den Kopf.

    • Auch ich möchte diesem Statement voll zustimmen.
      Die Liebe, Zuneigung, Unterstützung und Anerkennung innerhalb des außerschulischen Kontextes, vor allem der Familie, ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um das Verhalten eines Kindes in der Schule geht.
      Leider sind die vollkommen ökonomisierten gesellschaftlichen Verhältnisse dabei die sorgenfreie Zeit für Kinder und Familie immer weiter zu untergraben.

    • Ich kann ihnen auch nur zustimmen.
      Eine Garantie gibt es aber nicht.
      Die eigenen Kinder wachsen ja nicht nur in der eigenen Familie auf.
      Sie werden auch von anderen Menschen beeinflusst.
      Zu meiner Schulzeit habe ich Eltern erlebt, die aus allen Wolken gefallen sind, als Sie mitbekamen, dass ihr Kind auch ganz anders kann.
      Genau so gab es Beispiele, das Eltern überrascht waren, dass es in der Schule besser geht als zu Hause.

  10. 1001 Dank für den Artikel !!
    Viel besser kann das Thema nicht ausgeleuchtet und auf den wesentlichen Kern eingedampft werden.

    Es ist eine Freude mal so darüber lesen und hören zu dürfen. Danke!

    What the fuck ist „Zärtlichkeit“ ?!

  11. es lebe das Klischee und: nieder mit der Gesellschaft!
    Die Welt kann so einfach sein und Schuld haben immer die Anderen.
    „Veronika, der Lenz ist da
    Die Mädchen singen tralala
    Die ganze Welt ist wie verhext
    Veronika, der Spargel wächst!
    Ach du, Veronika, die Welt ist grün
    D’rum lasst uns in die Wälder ziehn..“
    (Fritz Rotter / Walter Jurmann)

    • . . . .ich erlaube mir das mal zu ergänzen, was aber weniger mit der Namensgleichheit zu tun hat, sondern mehr mit den wirklich sehr geschätzen Inhalten der geschriebenen Artikel von Herrn Lenz:

      „Besagter Lenz ist da“

      Erich Kästner

      Es ist schon so. Der Frühling kommt in Gang.
      Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen.
      Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen.
      Und alles andere ist nicht von Belang.

      Nun brauchen alle Hunde eine Braut.
      Und Pony Hütchen sagte mir, sie fände:
      Die Sonne habe kleine, warme Hände
      Und krabble ihr mit diesen auf der Haut.

      Die Hausmannsleute stehen stolz vorm Haus.
      Man sitzt schon wieder auf Caféterrassen
      Und friert nicht mehr und kann sich sehen lassen.
      Wer kleine Kinder hat, der fährt sie aus.

      Sehr viele Fräuleins haben schwache Knie.
      Und in den Adern rollt´s wie süße Sahne.
      Am Himmel tanzen blanke Aeroplane.
      Man ist vergnügt dabei. Und weiß nicht wie.

      Man sollte wieder mal spazierengehn.
      Das Blau und Grün und Rot war ganz verblichen.
      Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!
      Die Menschen lächeln, bis sie sich verstehn.

      Die Seelen laufen Stelzen durch die Stadt.
      Auf dem Balkon stehn Männer ohne Westen
      Und säen Kresse in die Blumenkästen.
      Wohl dem, der solche Blumenkästen hat!

      Die Gärten sind nur noch zum Scheine kahl.
      Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache.
      Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache,
      doch es ist immer wie zum ersten Mal.

  12. “ Das Ausschlaggebende dabei ist, dass die jungen Menschen nicht das sein können, was sie in sich selbst aber fühlen und wissen. Das ist der echte Grund, warum so viele Schüler gewalttätig werden. Sie müssen es werden, denn diese Gesellschaft schneidet sie von ihren Begabungen und Wünschen ab. Weil die vorherigen Generationen auch diese Torturen durchlaufen mussten, sind sie der Ansicht, dass die jungen Leute sich nicht so zimperlich anstellen sollen. „Die sollen endlich mal nicht so bescheuert daherschwurbeln. Hat ja schließlich nichts geschadet. Wer sich bemüht und anstrengt, der wird was. Also, Zähne zusammen beißen und durch.“ “

    Torturen, ich muss lachen.
    Wenn es die gibt, dann sind die sehr viel milder als früher.
    Ich bin mitte siebzig, habe nie eine Tortur gefühlt.
    Gewiss, es musste etwas getan werden, Gymnasium und Uni.
    Aber heute, es gibt Schulen wo es keine Lehrer mehr gibt, die begleiten nur.
    Am Uni kann mann ‚Wissenschaften‘ studieren die nicht mehr sind dann Journalismus.
    Was Gender Studies sind, auch Immigrations Wissenschaft, Kommunikationswissenschaft, ich habe keine Ahnung, wie mann sich damit viele Jahre beschäftigen kann.
    Zugleich, grosse Mängel an Fachkräfte, überall.
    Wer wirklich etwas nützliches gelernt hat kann heute aussuchen wo und was er oder sie arbeiten will.
    Und die Bezahlung ist erstaunlich, wie ich bei einer meiner Kinder sehe.
    Lasch beschreibt schon das Problem, alles muss lustig sein
    Christopher Lasch, ‚The Culture of Narcissism, American Life in an Age of Diminishing Expectations‘, 1979, 1980, London
    Ich frage mich ob mann die Folgen sieht in die USA, nicht nur technisches Können hinter Russland und China, auch nicht die Fähigkeit die heutige Politik und Propaganda zu durchschauen.
    Aber es war dort schon lange so
    William H. Whyte, ‘The organisation man’, New York 1956, Penguin 1961
    Sarrazin beschreibt wie es bei uns dieselbe Entwicklung gibt
    Thilo Sarrazin, ‚Deutschland schafft sich ab, Wie wir unser Land aufs Spiel setzen‘, München 2010

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