Tagesdosis 23.1.2019 – Wegmachen, bitte!

Die Jusos wollen Abtreibungen bis zum neunten Schwangerschaftsmonat legalisieren.

Ein Kommentar von Madita Hampe.

Die SPD ist tot. Fast tot zumindest, könnte man meinen, wenn man sich die Umfragewerte der Partei ansieht, die manch sozialdemokratisches Urgestein noch immer — hinter vorgehaltener Hand oder vielleicht auch nur so im Spaß — als „Volkspartei“ bezeichnet. 15 Prozent laut aktueller Forsa-Umfrage (1) erntet sie dafür, dass sie in den letzten beiden Jahrzehnten fest im Zement des neoliberalen Blocks verwachsen ist. Der einzige Strohhalm, an den sie sich wie ein Ertrinkender noch zu klammern scheint, ist die öffentliche Aufmerksamkeit. Wenigstens diese pflegt sie; wie auch kurz vor Weihnachten, als die SPD-Jugendorganisation forderte, Abtreibungen bis zum 9. Monat der Schwangerschaft zu legalisieren.

Mit der geforderten ersatzlosen Streichung der Paragrafen 218 und 219 im Strafgesetzbuch würde nicht nur die Werbung für Schwangerschaftsabbrüche legalisiert, sondern auch die Abtreibung über die Dauer der gesamten Schwangerschaft. Das bedeutet: Bis zum Tag vor der Geburt. Angenommen wurde dieser Beschluss mit großer Mehrheit auf dem Bundeskongress der Jusos Anfang Dezember in Düsseldorf. Insbesondere anhand der Worte der jungen Delegierten Sabrina Simmons wird klar, dass unter dem Deckmantel der Frauenrechte zumindest bei einigen Jusos eine tiefe Verachtung für ungeborenes Leben steckt:

„Wir müssen für etwas einstehen, für die Lebenden, für die Frauen und nicht für irgendwelche Ungeborenen“ (2).

Für sie scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, ungeborenes Leben nicht zu den Lebenden zu zählen. Die Bezeichnung „irgendwelche Ungeborenen“ zeigt, was für ein entfremdetes Verhältnis man zu einem vollständig entwickelten Fötus haben kann. Eigentlich könnte man meinen, dass es sich bei Abtreibungen in einem so fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft um eine wenig abstrakte Angelegenheit handelt — deutlich weniger abstrakt als beispielsweise der Krieg in Syrien, dessen Ausmaße man sich hier im sicheren Westen nur schwer vorstellen kann.

Doch sonderlich viel Empathie scheinen die Jusos nicht zu haben, wenn sich die Mehrheit des Kongresses für die Angebote von Frau Simmons entschied, deren Rede nebenbei auch noch eindeutig falsche „Tatsachen“ enthielt. In Bezug auf ihre „irgendwelchen Ungeborenen“ führte sie aus: „ … die haben vorher einfach keine Rechte“. Nein, das stimmt so nicht. In Artikel 1, Absatz 1 Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und nicht: Die Würde des geborenen Menschen ist unantastbar. Weiterhin führte das Verfassungsgericht aus, dass das ungeborene Leben als eigenständiges Rechtsgut unter dem Schutz der Verfassung steht (3). Nachgelegt wird von Frau Simmons mit den Worten: „Das Menschenrecht gilt zuerst für die Frau und dann für alles andere“. Das hatte ich anders in Erinnerung …

Gewissensentscheidung oder Rationalität?

Was sie vergisst, uns zu sagen: Die Organe und Körperteile von irgendwelchen Ungeborenen sind im neunten Schwangerschaftsmonat bereits vollständig entwickelt. Ebenso wie das Schmerzempfinden des Kindes, das mittlerweile meist mit dem Kopf nach unten im Becken der Frau liegt. Dieser müsste bei einer späten Abtreibung folgerichtig als erstes entfernt, zerstochen oder abgesaugt werden. Das Kind ist auf demselben Entwicklungsstand wie ein Neugeborenes (4). Hier kein Mitgefühl zu entwickeln, deutet auf eine besonders drastische Abspaltung der eigenen kindlichen Anteile hin.

Abtreibungen sind nach aktuellem Recht straffrei während der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. In der Regel bemerkt die Mutter ihre Schwangerschaft in dieser Zeit und kann — insofern sie das wünscht — einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Das Problem, das Befürworter des Juso-Antrages sehen, beschreibt die stellvertretende Juso-Vorsitzende Katharina Andres gegenüber der Welt: Für Frauen sei es mittlerweile sehr schwer und manchmal gar nicht möglich, eine Abtreibung durchzuführen. Als Beispiele führt sie an, dass es in Münster nur noch zwei und südlich von München nur noch einen Gynäkologen gäbe, der diese „Leistung“ durchführe. Einerseits hat sie damit durchaus Recht.

Viele Gynäkologen und Frauenkliniken führen tatsächlich keine Abtreibungen mehr durch. Was allerdings der Antrag zur Fristverlängerung daran ändern soll, ist nicht ersichtlich.

Ärzte, die sich schon heute dazu entscheiden, diesen Eingriff nicht anzubieten, werden daran sehr wahrscheinlich nichts ändern, nur weil sie es theoretisch bis zum Ende der Schwangerschaft dürften.

Andererseits muss zur Kenntnis genommen werden, dass es in Deutschland trotz dieser Tatsachen eine recht hohe Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen gibt. Im Jahr 2017 waren es 101.000, was in Bezug auf die Geburtenzahl von 785.000 lebend geborenen Kindern relativ hoch erscheint (5, 6).

Die Kompromisslösung des Paragrafen 218 ist hart erkämpft worden und berechtigt, denn es gibt Situationen, in denen Frauen keinen anderen Ausweg sehen, als ihre Schwangerschaft abzubrechen — das ist möglich und rechtlich absolut legitim. Zu diesen Beweggründen gehören neben Vergewaltigungen oder medizinischen Indikationen auch finanzielle Probleme. Dabei stellen sich viele Mütter die Frage, was für ein Leben sie ihrem Kind bieten können. Ökonomische Gründe sind hier oft ausschlaggebend.

Mittlerweile ist weitgehend bekannt, dass Kinder in Deutschland als Armutsrisiko gelten, von dem insbesondere alleinerziehende Mütter betroffen sind. 42 Prozent von ihnen sind laut konservativen Studien der Bertelsmann-Stiftung akut von Armut bedroht. Sich ohne berufstätigen Partner für ein Kind zu entscheiden, ist in vielen Fällen der Einstieg in die wirtschaftliche Geiselhaft — und das unabhängig von der Berufstätigkeit der Mutter (7). Die Abtreibung eines ungewollten Kindes scheint für junge Frauen oft der einzige Weg zu sein, der drohenden Armutsfalle zu entgehen.

Mater Öconomicus

Und was ist diesbezüglich die logische Schlussfolgerung? Wir verbessern die Bedingungen für Mütter und Familien speziell im unteren Einkommensbereich? Wir stärken die Rechte von alleinerziehenden Müttern? Wir setzen die Wiederherstellung des Sozialstaates in Gang, so dass nur noch die Mütter abtreiben müssen, die das wirklich wollen und nicht auch diejenigen, die ihre wirtschaftliche Existenz durch ein Kind gefährdet sehen? Falsch!

Die Jusos versuchen, den Prozess des Schwangerschaftsabbruchs zu vereinfachen, damit sich Frauen leichter wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können. Hier kommen wir auch schon zur nächsten, klammheimlich in dieses Vorhaben eingebauten Perfidie.

Eine abhängig beschäftigte, werdende Mutter hat gegenüber ihrem Arbeitgeber gewisse Rechte. Es gilt beispielsweise ab Beginn der Schwangerschaft Kündigungsschutz, selbst wenn der Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung noch nichts von der Schwangerschaft weiß. Die Mutter kann gewisse eventuell im Aufgabenbereich enthaltene Tätigkeiten nicht mehr ausführen und geht spätestens sechs Wochen vor der Geburt in Mutterschutz. Kurzum: Eine schwangere Angestellte ist für den kapitalistischen Arbeitgeber nichts weiter als eine Belastung (8).

Es sei denn, sie bricht die Schwangerschaft ab. Erfährt der Arbeitgeber erst nach der zwölften Woche davon, dass die abhängig Beschäftigte ein Kind erwartet, ist immerhin nach aktueller Gesetzeslage dieser Zug abgefahren. Ein Glück für den Arbeitgeber, dass es fortschrittliche Jugendorganisationen wie die der SPD gibt, die sich für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzen. Ist eine Abtreibung erst einmal zeitlich unbegrenzt legalisiert, kann am Arbeitsplatz subtil oder auch eindeutig Druck ausgeübt werden.

Zwar dürfte die Frau sicherlich nicht zum Abbruch gedrängt werden. Aber durch wiederholtes Anführen von Negativ-Szenarien ist gezielte Manipulation zum eigenen Interesse genauso möglich. Schließlich kann man der Frau ja nicht versprechen, dass sie ihren Job auch behalten darf, wenn das Kind erst einmal auf der Welt ist und überhaupt passt das ja so gar nicht in die Unternehmensplanung.

„Wenn das Kind nicht sterben will“

Eine Ausführung zeigt besonders, wie undurchdacht das Vorhaben ist. Eine Vorrednerin von Sabrina Simmons führte auf dem Juso-Kongress aus:

„Und was ihr euch vielleicht auch vorstellen könnt: Wenn das Kind, was eigentlich abgetrieben werden sollte, auf dem OP-Tisch nicht mehr sterben will (…), anfängt, auf dem OP zu stöhnen, sich zu bewegen…“ (2).

Ja, genau? Was passiert dann? Sterben lassen darf der Arzt das Kind nach der 24. Schwangerschaftswoche nicht mehr (9). Und was dann? Wird das Kind dann ohne Eltern, nachdem es aus dem Bauch der Mutter gerissen wurde, einfach in einen Brutkasten gelegt? Und verbringt es dann dort die bis zu 16 restlichen Wochen, um dann in Pflegefamilien oder Heime ausgelagert zu werden?

Heutzutage ist weitgehend bekannt, dass bei einer frühen Trennung des Kindes von der Mutter Bindungstraumata die Folge sind. Wenn selbst ein Kaiserschnitt schon eine entfremdete und für manche Frauen traumatisierende Geburt darstellt, zu was für Menschen sollen sich diese Babys dann entwickeln, wenn sie schon kurz nach der Geburt einen existenziellen Mangel an Liebe und Geborgenheit erfahren?

Bezüglich Paragraf 219 a im Strafgesetzbuch, der die Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verbietet, wurde mittlerweile eine Lösung gefunden, die immerhin Information erlaubt, doch eine Entscheidung bezüglich Paragraf 218 steht noch aus.

Der gesellschaftliche Aufschrei zum Vorschlag der Jusos kam bis jetzt nur von rechts. Es scheint, als hätten große Teile der humanistischen Linken Angst, mit dem rückschrittlichen Familienbild der AfD gleichgesetzt und beschuldigt zu werden, eine Form der Selbstsabotage zu betreiben. Aber das tun sie bereits, indem sie es unterlassen, die kapitalistischen Hintergründe zu benennen und Empathie zu kultivieren gegenüber verzweifelten Müttern und deren ungeborenen Kindern.

Die Forderung nach einer kompletten Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen geht lediglich davon aus, dass es Frauen ein natürliches und alltägliches Bedürfnis wäre, ihre Föten abzutreiben, und ignoriert die gesellschaftlichen Problematiken dahinter.

Bessere Bedingungen für Kinder und Eltern — gerade in sozial schwierigen Situationen — sollten das Ziel sein, nicht eine marktschreierische, unausgegorene Fristenverlängerung.


Redaktionelle Anmerkung [Rubikon]:
Zuletzt wurde in einem Bericht des Recherchezentrums Correctiv die Aussage getätigt, dass die Jusos „keine Regelung für Schwangerschaftsabbrüche bis zum neunten Monat beschlossen“ hätten. Correctiv gründet seine Behauptungen auf die nachträglichen Antworten einzelner Juso-Mitglieder, inklusive eines Pressesprechers und des Vorsitzenden Kevin Kühnert, denen die Frage gestellt wurde, ob die Jusos „eine Regelung zur Abtreibung bis zum neunten Schwangerschaftsmonat“ beschlossen haben. Selbstverständlich fiel die Antwort der offiziellen Vertreter der SPD-Jugendorganisation verneinend aus.

*Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Gesetzesentwurf der Jusos den StGB-Paragrafen 218a streichen soll, welcher die bisher rechtlich gültige Drei-Monats-Frist für einen Schwangerschaftsabbruch festlegt. Dabei wurde vonseiten der Jusos kein alternativer Fristvorschlag im Gesetzesentwurf festgehalten.

Die in diesem Artikel getroffene Aussage, dass der Gesetzesentwurf der Jusos zur Legalisierung eines Schwangerschaftsabbruchs bis zum neunten Monat führt, ist somit korrekt.

Dass kein Vorschlag für eine alternative Frist unterbreitet wurde, bezeichnete Kühnert nebenbei selbst als „naiv“. „‚Raum für eine neue Fristenlösung‘“ könne eine von den Jusos geforderte Neufassung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes bieten, so ein Juso-Sprecher auf Anfrage von Correctiv im Nachhinein.

Wir empfehlen zur weiterführenden Recherche die folgenden Quellen:
(A) https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/jusos-wollen-abtreibungen-bis-zur-geburt-legalisieren-a2731444.html
(B) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99562/Jusos-wollen-Legalisierung-von-Schwangerschaftsabbruechen
(C) https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/jusos-bundeskongress-schwangerschaftsabbruch-legalisierung-100.html
(D) Die Bundestagesdebatte zum Thema: https://www.youtube.com/?gl=DE&hl=de


Artikelquellen und Anmerkungen:

(1) https://www.wahlrecht.de/umfragen/
(2) https://www.youtube.com/watch?v=lkPyhcthShk&t=2s
(3) http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/201776/1975-streit-um-straffreie-abtreibung
(4) https://de.zenit.org/articles/neue-studie-belegt-foten-empfinden-schmerz/
(5) https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Schwangerschaftsabbrueche.html
(6) https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Geburten/Geburten.html
(7) https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/familie-und-bildung-politik-vom-kind-aus-denken/projektnachrichten/alleinerziehende-leben-fuenfmal-haeufiger-in-armut-als-paarhaushalte/
(8) https://www.arbeitsrechte.de/schwangerschaft/
(9) https://www.lmt-medicalsystems.com/de/aktuelles/nachrichtendetails/fruehgeburt-andere-laender-andere-richtlinien.html

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Dieser Beitrag erschien am 19.1.2019 im Rubikon.

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35 Kommentare zu: “Tagesdosis 23.1.2019 – Wegmachen, bitte!

  1. Ich bin gewiss kein Freund der SPD oder der Jusos. Der Beschluss ist in dieser Form auch sicherlich etwas fahrlässig. Daraus sollte man aber nicht gleich den Schluss ziehen, die Jusos fänden einen Abbruch bis kurz vor der Geburt in Ordnung. Tatsächlich müssen sie sich aber die Frage gefallen lassen, was denn an die Stelle der bisherigen Regelung treten sollte. Was nicht verboten ist, ist ja schließlich erlaubt. Mir erscheint der Kommentar allerdings auch sehr zugespitzt. Der Vorsitzende der Jusos hat ja auch bereits die Naivität des Beschlusses zugegeben.

    • Ja, aber wie viele Beteuerungen über „Naivitäten der Beschlüsse“ sollen sich die Menschen von dieser dubiosen Vereinigung noch anhören? Harzt4? Völkerrechtswidriger Krieg gegen Jugoslawien? Afghanistan? Syrien? Russlandsanktionen?

    • Moin, Son_Snow, so wie ich den Kommentar von Madita Hampe verstanden habe ist der Juso-Beschluss doch nur ein Aufhänger. D.h., dass es nicht vorrangig um die Jusos ging, sondern um diesen Beschluss. Ich bin wahrlich kein SPD-Parteigänger, aber fuer die Debattenkultur ist es m.M.n. schon wichtig das Wesentliche im Auge zu behalten.

      Moin, MJKK2, wie ich an anderer Stelle hier schon bemerkte, gab es in den 70er Jahren, als der Kapitalismus sich von seiner besseren Seite zeigte, eine Kampagne zur Abschaffung des §218. Unter der Forderung:
      „Fuer die ersatzlose Streichung des §218!“
      Wir/ich hielten diesen § 218 fuer eine Gängelung und Unterdrueckung der Frauen. Der Kommentar von Madita Hampe ist nicht ganz unproblematisch, weil doch auf die Ethik abgehoben wird, und mit einer dahergeholten Kapitalismuskritik untermauert wird.
      „(…) Kurzum: Eine schwangere Angestellte ist für den kapitalistischen Arbeitgeber nichts weiter als eine Belastung .“

      Arbeitsplatzwechsel und andere Massnahmen können diese „Belastung“ sicherlich reduzieren.
      Meiner Meinung nach sollte man sich aber trotzdem um die Abschaffung des §219 stark machen, der die Frauen in ihrer hoffnungslosen Lage wieder zum „Kurpfuscher“ treibt.
      Natuerlich muessen Eltern und Kinder vernuenftige Bedingungen vorfinden, aber es darf doch nicht dabei stehen bleiben. Die Devise heisst immer noch aus Frauensicht:
      „Mein Bauch gehört mir!“

    • Wie ich schon in einem anderen Thread sagte, das Thema ist ganz schwierig. Die Naturwissenschaft ist sich noch nicht komplett klar wie man das Leben eindeutig definiert. Die einen sagen „das Leben beginnt mit der befruchteten Eizelle“, die anderen sagen „Leben definiert sich in Reizbarkeit, Stoffwechsel, Fortpflanzung, Wachstum und Entwicklung“. Dann wäre beim Menschen noch die Untersuchung, ab welcher Embryonalentwicklungstufe bildet sich das Bewusstsein?
      Wenn die Wissenschaft und die Gesellschaft das genau fest definiert hat, dann ist eine Abtreibung ab diesem Zeitpunkt von Kindesmord zu sprechen. Weiterhin muss man auch die Sicht von Ärzten betrachten. Deren Eid ist es Leben zu erhalten, sowohl das der Mutter als auch das des Kindes. So, wenn die Gesellschaft es fertigt bringt die Ärzte in die Situtation zu bringen, sich für das Wohl der Mutter aber gegen das des Kindes entscheiden zu müssen. Ist das dann eine anständige bzw. vernünftige Gesellschaft die Menschen in ein Dilemma zwingen sich gegen ihren Eid zu stellen?
      Dann werden hier immer extreme Härtefälle als Begründung für die Abtreibungsbefürwortung angeführt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dass solche Härtefälle eintreten?
      Wenn wir von den extremen Härtefälle wie Komplikationen der Schwangerschaft die die Gesundheit der Mutter oder gar beide gefährden absehen und uns die normalen Fällen widmen, wo eine gesunde Verbindung zwischen Mutter und Kind vorherrscht. Also das Kind ist ein gesunder Teil der Mutter, dann muss man allen die Frage stellen: „warum möchtest du unbedingt dich von einem gesunden Teil deines Körpers trennen?

      Ich verstehe aber auch die andere Sicht, wenn Menschen aufrichtig sagen, sie können es nicht ertragen bzw. die Verantwortung übernehmen, dass das Kind in so eine entsolidarisierte Menschenwelt hineingeboren wird, wo es dann als Sklave des Neoliberalismus, human capital, objekt eines Verwertungsproduktes höchstwahrscheinlich leiden muss. Dann doch dazu neigen es ein schnelles Ende zu bereiten als ein langes Leben voller Qual. Ehrlich gesagt, ich möchte niemals in so eine Situation gebracht werden, wo ich mich für das eine oder das andere entscheiden muss.
      Den Punkt, dass wir momentan nicht mal mit den Menschen die schon da sind anständig umgehen können, dann brauchen wir auch nicht weitere die dann das selbe Leid erfahren müssen, verstehe ich auch.

      Ist es verantwortungsvoll und anständig von der Gesellschaft diese gewaltige Entscheidung der Frau alleine tragen zu lassen?

      Es gibt kleine Gesellschaften auf diesem Planeten wo das Leben als höchstes Geschenk angesehen ist und die Großfamilie, Sippe, oder die Dorfgemeinschaft ermöglicht der werdende Mutter die größtmögliche Rahmenbedingung dieses Geschenk anzunehmen. Die können sich so etwas wie das was wir hier auf dieser Hemissphäre aufführen niemals vorstellen.

  2. Ja, Frau Bonath benennt das Problem sehr genau. Es geht darum, das Thema Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch zu streichen, wie es in vielen anderen Ländern auch der Fall ist, wie z.B. Frankreich, Italien, Kuba, Kanada, Schwede, Nepal usw. In den Niederlanden ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur 22.Schwangerschaftswoche erlaubt und dennoch ist die Abtreibungsrate so niedrig wie kaum in einem anderen Land. Frauenärzt*innen werden in Deutschland durch die Verankerung des Schwangerschaftsabbruches im Strafgesetzbuch mit §218 kriminalisiert und von s.g. Lebensschützern vor Gericht gebracht und nach §219a verurteilt, weil sie auf ihrer Website informieren, dass sie u.a. Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Jede Frau, die heterosexuell aktiv ist, kann ungewollt schwanger werden, keine Verhütungsmethode ist 100% sicher! Frauen sind nicht dumm oder leichtsinnig, wenn sie im Schwangerschaftskonflikt keine andere Lösung sehen als einen Abbruch der Schwangerschaft. Ich empfehle für weitere Informationen folgende website: http://www.solidaritaetfuerkristinahaenel.wordpress.com

    • Moin, Aloiv7, ganz meine Meinung!!
      Ich will nur hinzufuegen, dass auch der Mann Vorsorge tragen kann, indem er sich sterilisieren lässt.
      mfG

  3. Biophil klingen derartige Erwägungen in meinen Ohren jedenfalls nicht.

    Erich Fromm: Der nekrophile Charakter
    ???

    Wer weiß.

    ****************

    http://www.irwish.de/Site/Nekro.html

    „Die Nekrophilie kann man im charakterologischen Sinn definieren als das leidenschaftliche Angezogenwerden von allem, was tot, vermodert, verwest und krank ist; sie ist die Leidenschaft, das, was lebendig ist, in etwas Unlebendiges umzuwandeln, zu zerstören um der Zerstörung willen; aber auch das ausschließliche Interesse an allem, was rein mechanisch ist. Es ist die Leidenschaft, lebendige Zusammenhänge zu zerstückeln bzw. die Angst vor dem Lebendigen.

    Die Sprache eines ausgeprägt nekrophilen Menschen ist dadurch gekennzeichnet, daß er vorwiegend Worte benutzt, die sich auf Zerstörung, auf Exkremente und Toiletten beziehen. Wenn auch das Wort „Scheiße“ sehr häufig gebraucht wird, so sind doch jene Leute leicht auszumachen, die es zu ihrem Lieblingswort gemacht haben und es auffallend häufig anwenden.

    (…)

    Es sind die Sozialisations- und Assimilationsbedingungen der hochtechnisierten Welt, die die Energien der Gesellschaftsmitglieder in einer paradoxen, selbstzerstörerischen Form binden und den nekrophilen „homo mechanicus“ (Fromm), den Automatenmenschen hervorbringen. Materiell belohnt wird gewissermaßen, wer sich am erfolgreichsten zu einem Warenartikel degradiert (regrediert) und wer am erfolgreichsten seine die Produktion störenden Gefühle und Impulse unterdrückt, wer sich also einem gefühllosen Automaten am weitesten annähert. Davor war der sadomasochistische Persönlichkeitstyp generell der wirtschaftlich Erfolgreiche, der zwar das soziale Elend, das die Einführung seiner Manufaktur-Fabriken schuf, noch wahrnahm, der sich aber daran erfreuen konnte, wenn andere litten. Der nekrophile Charakter hat auch daran keine Freude mehr, er möchte alles leblos geordnet, sauber aufgereiht und bereit für die Zerstörung sehen. Anders ausgedrückt: dem nekrophilen Charakter genügen zur Angstabwehr und Selbststabilisierung nicht mehr die sadistische Objektkontrolle, die zwar quälen will, aber nicht töten, weil sie ja sonst sich selbst ihres Genußobjektes berauben würde. Der Nekrophile ist wie ein totes Stück Holz, das ganz tief drinnen noch etwas fühlt, aber sonst keine als wirklich empfundene Verbindung zum Außen empfindet, so daß er das Außen nur als Bedrohung erleben kann.
    Fromm:
    „Wenn niemand außer mir existiert, brauche ich andere nicht zu fürchten, und ich brauche keine Beziehungen mit ihnen einzugehen. Indem ich die Welt zerstöre (Anmerkung: No borders, no nations), rette ich mich davor, von ihr zerschmettert zu werden.“

    (…)

    Beim nekrophilen Charakter greift quasi der Defekt der Charakterstruktur noch weitaus tiefer in den Menschen ein, die regressive Tendenz ist noch intensiver und damit sind die ausgelösten archaischen Ängste noch überwältigender und die vernichtenden Energien noch unkontrollierbarer. Wenn wir nun die Megamaschine des allmächtigen Staatsapparates dem kleinen Bürger gegenüberstellen und uns ausmalen, welche Angst und Ohnmacht er angesichts dieses Riesenapparats empfinden muß, dann wird verständlich, warum immer mehr Menschen sich in irgendwelche Phantasien flüchten, in Drogenkonsum (Alkoholismus ist viel viel weiter verbreitet als man gemeinhin annimmt, absolute Nicht-Trinker sind die Ausnahme), sexueller Ausschweifung und sonstwelchen Kicks, die ihnen wenigstens ab und an noch das Gefühl vermitteln, sie seien lebendig. Daß ihr, die ihr das jetzt lest, das alles nicht so seht und empfindet, glaub ich euch aufs Wort, denn wir Menschen haben die unheimliche Fähigkeit, alles das auszublenden, was uns unangenehm erscheint, indem wir es unter anderem zurechterklären (rationalisieren) oder gekonnt wegschauen, weghören, wegfühlen.“

    *****************
    Das hier gibt eine Übersicht über die Orientierungen und Fixierungen, die Fromm erarbeitet hat:

    https://religionsphilosophischer-salon.de/2414_biophilie-und-nekrophilie-perspektiven-von-erich-fromm_denkbar

  4. Das Thema Abtreibung und die Paragraphen im StGB zusammen sind besonders schwere Themen für mich die extra behandelt werden soll.

    Es geht hier jetzt aber darum, warum just in diesem Moment die SPD bzw. deren Jusos (kein Unterschied für mich), wo sie sich in die eigene Verdammung gebracht haben, dieses Thema aufgreifen?
    Eine dubiose Vereinigung mit niederträchtigen Vorstellungen wollen über Ethik und Moral sprechen? Cui Bono?
    Also, ich habe absolute Zweifel an deren Absichten die vermeitlich in eine gute Gesinnung hinspielen will.

    • Es nützt der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie, deren Nachfrage nach weit entwickelten Föten groß ist. Irgendwie muss und will der Bedarf gedeckt werden, bringt vieeeeel Geld.

      Und dafür schließlich hat man die Politik, die den ganzen Wahnsinn der Bevölkerung als notwendig erklären darf, als Wohltat für uns Frauen ( apropos, eine Abtreibung im 9. Monat stelle ich mir für die Frau als um einiges gefährlicher vor als im 2. Monat??? Aber ich bin keine Arztin……..), als die Erlösung schlechthin!

      Man muss der dummen Bevölkerung halt immer wieder erklären, warum das Schlechte ab jetzt Gut ist.
      Wir kennen das ja von den Kriegen, die vor allem für Schulen und Brunnen geführt werden.

      Es nützt der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Der Bedarf nach weit entwickelten Föten ist groß, und man muss und will diesen Bedarf decken. Das bringt viiiiiel Geld!

      Und dafür schließlich hat man die Politik, die jetzt im Auftrag der „Märkte“ der Bevölkerung erklären darf, warum das Schlechte ab jetzt Gut ist. Frauenrecht, das Wohl der Frau…..irgendwie fühl ich mich schon wieder benutzt….diesmal von der anderen Seite.

      Ständig erklärt man uns die Welt………..so, wie sie nicht sein sollte!!
      Man erklärt es so lange, bis sie ist, wie sie keiner haben will.

  5. Ein Punkt scheint mir sehr wichtig zu sein, und zwar die ungewollten Kinder, die in Ermangelung eines zur Verfuegung stehenden Gynokologen, oder aber auch wegen Terminueberschreitung nicht als Föten abgetrieben werden konnten. Ich will hier nicht auf die ökonomische Lage der Muetter/Eltern abheben, sondern auf mangelnde Fähigkeiten und mangelnde Bereitschaft sich dem lebenden Kind zu widmen. Die Kirche (spez. die katholische K.) steht exemplarisch dafuer, dass sie sich nicht um das lebende Kind kuemmert, sondern nur das Ungeborene fuer schuetzenswert erachtet.
    Wenn ich mitunter durch die Stadt gehe oder fahre, und Muetter/Väter sehe wie sie ihrem Nachwuchs ein Smartphone in die Hand druecken, um selber mit dem Eigenen spielen zu können, da frage ich mich schon, ob das Kind wirklich alle Zuwendung erfährt.
    Wir haben in den 70er Jahren die ersatzlose Streichung des §218 gefordert. Und dem ist heute nichts hinzuzufuegen, auch wenn ich kein Juso bin.

  6. Danke allen, die sich bemühen, trotz der lebensfeindlichen Rhetorik, hinter der
    Wirtschaftsinteressen und Kriegstreiber stehen, dem Elementaren, Brüderlichem/Geschwisterlichen,
    der Mitmenschlichkeit den Vorrang einzuräumen.
    Bis dem Primat Leben der Platz eingeräumt ist, macht es keinen Sinn in verzweifelten Situationen zum ‚unteren Weg‘ zu ermutigen und gar ein Abtreibungsrecht zu fordern. Es gibt immer mindestens 2 Wege und der ‚obere Weg‘ wäre in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft die Adoptionsfreigabe. Die Gebärende hat einen Ausweg in ihrer Situation, auf das Geborene warten adoptionswillige Paare, für die sich der Kinderwunsch erfüllt und das neue Leben kann sich angenommen fühlen.

    • Sehr schöner Beitrag!

      Und ein Aspekt, der in dieser Diskussion nicht fehlen sollte:
      Auch Adoptiveltern können ein Kind lieben. Es muss nicht die Mutter sein, die das Kind großzieht.

  7. Madita, Du bist ein sehr kluges Mädchhen. Ich bin ein roter, richtig rot nicht laschrosa und ich stehe vollkommen hinter Dir. Dein Fazit geht genau in die richtige Richtung. Rechte und Leistungen für werdende Mütter stärken ist der Weg. Mach weiter so Mädel !

  8. Ich vermute, dass keine (normale) Frau ihr Kind abtreiben (lassen) würde, wenn nicht das soziale Umfeld ihr sowohl die Schwangerschaft als auch die zusätzliche Belastung, ein Kind aufziehen zu sollen, als nicht zu bewältigendes Problem erscheinen ließe. Dass hinter der JuSo-Überlegung letztlich arbeitgeberische Kapitalinteressen zur Verringerung der Mutterschutz“problematik“ stecken ist durchaus denkbar. Die Sozialdemokratie hat sich ja längst von ihrer ursprünglich sozialen Selbstverpflichtung abgewandt und zu einer Abrissbirne der eigenen Errungenschaften gewandelt. Statt also die rechtliche und soziale Sicherung speziell alleinstehender Mütter zu verstärken und z.B. über ein Müttergehalt während der ersten Lebensjahre des Kindes nachzudenken, kriecht aus dem Schoß der Sozialdemokratie – diesmal ihrer „Jugendorganisation“ erneut eine Missgeburt hervor – zumindest eine gedankliche Fehlleistung.

  9. Ein Dankeschön für dieses Statement. Dem möchte ich mich mal uneingeschränkt anschließen und es ist wirklich ein Skandal wie und was da von den JUSOS gefordert wurde. Es wäre wirklich schön wenn alle Menschen die sich als Links bezeichnen und zB große Probleme mit der AfD haben und dort nicht mehr mit können auch in diesen Thema gleich reagieren würden und sagen würden, mit den JUSOS, der SPD und diesen Forderungen können wir nicht mehr mitgehen.
    Es wäre schön wenn sie sich auch von den SS artigen Gewaltaktionen der Antifa distanzieren würden und sagen würden, da gehen wir nicht mit, das ist uns zutiefst zuwider. Es wäre auch schön wenn sie sich von der „linken“ Meinungsdiktatur die auf Wikipedia betrieben wird und die auch darauf abzielt andere Meinungen und Menschen zu zerstören genauso angewidert fühlen würden wie bei gewissen Aussagen von der AfD. Das einmal zu einer gewissen Bigotterie.
    Eine Frau hat ja die Freiheit selbst zu entscheiden ob sie schwanger wird oder nicht. Also mal grundsätzlich. Also wenn eine Frau keine Kinder möchte sollte sie nicht schwanger werden. Es geht also auch um Verantwortung. Wenn eine Frau schwanger wird muss sie das verantworten. Ich möchte die Männer da nicht außen vor lassen, Männer müssen sich auch verantworten, so ist auch die Gesetzeslage. Ich finde es ist ein großer Gewinn wenn ungeborenen Kindern ein unabhängiges Lebensrecht zugesprochen wird. Darauf sollte die Gesellschaft stolz sein so etwas erreicht zu haben. Und die Forderung der JUSOS ist da natürlich dann das Gegenteil. Es wurde auch im Artikel dazu alles gesagt.
    Ich möchte die Begründung der JUSOS nur mal weiterspinnen. Die Begründung der JUSOS basiert ausnahmslos ein Machtverhältnis wo die Machtperson das schützenswerteste Leben töten darf.
    Das ist auf der selben Ebene wie wenn Ehemänner fordern würden das sie unter Umständen ihre Ehefrauen töten dürfen, zB wenn diese fremd gegangen ist. Es ist wie die Forderung das Konzernbesitzer Angestellt töten dürfen sollten, weil ja nur das Wohl der Konzernbesitzer zählt und Angestellten ja eh kein richtiges Leben im Sinne des Grundgesetzes sind. Das ist die Ebene die bereits erreicht wurde und es ist ein Wahnsinn das da nicht massiver widersprochen wurde.
    Wer schweigt macht sich mitschuldig.

    So eigentlich könnte man da jetzt Schluß machen, wäre da nicht die Ignoranz in unserer Gesellschaft. Der Finger zeigt ja zurück denn haben die Kinder die noch gar nicht gezeugt worden sind, also die Kinder unserer Kinder und deren Kinder usw nicht genauso das Recht auf ein Leben, ein Recht auf ein menschenwürdiges schönes Leben so wie wir es allen lebendigen Menschen zugestehen ? Und das gilt auch für Kinder in anderen Ländern soweit unser Verhalten deren Leben beeinflusst. Da gibt es zum Teil schon Gesetze die aber nicht eingehalten werden. Also anstatt dieses Recht zu kürzen sollte es erweitert werden. Atommüll sollte Gesetzlich verboten werden. Das Fiat Geldsystem sollte gesetzlich verboten werden usw……..
    Bei einer antifaschistischen Aktion würde ich mir erwarten das massiv gegen Banken, Börse, CDU, Grüne und SPD Politiker(also gegen die die an den Hebeln sitzen) Konzernbesitzer und Waffenindustrie, Google und Facebook (Überwachung) vorgegangen wird. Warum beschmiert die Antifa keine Banken mit den Schriftzügen NAZIs raus? Also nicht das ich das gut heißen würde, ganz im Gegenteil aber warum glauben die das sie das bei AfD Büros tun müssen und bei Banken nicht? oder bei SPD, CDU Büros und deren Politiker nicht ? Ich möchte auch die AfD nicht in Schutz nehmen, die geht die wirklichen Probleme auch nicht an. But the AfD is not the issue!
    Und KenFM produziert ja ein super umfangreiches Bild das viele wichtige Probleme adressiert. Aber trotzdem scheint es im ganzen linken Lager kein anderes Problem zu geben als die AfD. Und was die JUSOS da abgeliefert haben sollte uns nicht nur sprachlos machen sondern so wütend das wir uns dagegen stellen.

    • Ich möchte zu dem Punkt Verantwortung der Schwangerschaft, die selbstverständlich bei den Eltern liegt, anmerken, dass nicht jeder auch in der Lage ist, seine Verantwortung immer wahrzunehmen. Die Folgen nicht wahrgenommener Verantwortung sind aus rein biologischen Gründen für die Frau weitaus größer. Und manche sind so wenig in der Lage Verantwortung für eine Schwangerschaft zu übernehmen, dass ich nicht sehe, was es Gutes bringen kann, wenn sie die Verantwortung für ein ungewolltes, ungeliebtes Kind tragen müssen.

      An welcher Stelle wird denn eigentlich die Verantwortung für Schwangerschaftsverhütung propagiert? Wo sind die entsprechenden Werbekampagnen? oder ist da auch die Kirche vor?

      Ansonsten kann ich mich den Ausführungen anschließen, nur darauf, dass hier die genannten Dinge gesetzlich verboten werden, können wir wohl lange warten.

  10. „Schließlich bin ich ein Abtreibungsgegner aber für das Recht auf Abtreibung bis zum 3. Monat “

    Da sehe ich auch so, und vor allem möchte ich ein Recht dazu und nicht nur Straffreiheit.
    Eine autonome Entscheidung der betroffenen Frau.
    Und die Gesellschaft sollte dafür sorgen, dass keine Frau aus wirtschaftlichen Gründen auch nur in Erwägung zieht, diesen Schritt zu gehen.
    12 Wochen halte ich für einen sinnvollen Kompromiss zwischen den Interessen der Frau und dem Recht des Kindes, das sowohl ein Recht auf Leben und ein Recht auf Willkommensein hat. Leider widersprechen sich diese Rechte in manchen Fällen.

    Wo ist denn eigentlich die Kirche, die sich doch sonst gerne einmischt in diesen Fragen, gerade im Münsterland?
    Ich halte ja sonst nichts davon, wenn sich ein Haufen alter Männer, die vorgeben niemals Kinder zu haben und deren Vereinigung wohl weitaus mehr Kinder und Frauen auf dem Gewissen hat, als wir uns vorstellen können, berufen fühlt, auf diesem Gebiet mitzumischen.

  11. In den frühen 1970ern muss es gewesen sein. Da sah ich einmal einen Film, der hieß ‚Trash‘.
    Darin gab die Kameraeinstellung für einen Moment den Blick frei auf ein weggeworfenes Baby
    im Rinnstein. Damals ein unglaublicher Tabubruch (eine solche Wirklichkeit zu zeigen). Dieser Eindruck war tagelang neben allen anderen Gedanken gegenwärtig und noch heute ist es mir möglich, das Bild ganz klar ins Gedächtnis zu rufen.
    Die Frage muss jetzt sein: Wie kann man die Jugendlichen zurückholen, ihnen klarmachen,
    dass ungeborenes Leben gar nicht in unserer Verfügungsmacht liegt. Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. Woche sind aufgrund von sorgfältiger Abwägung und bei Vorliegen einer Notlage nicht strafbar.
    Ich frage mich, ob das auch Auswuchs der Durchökonomisierung aller Lebensbereiche ist,
    dass alles und alle mit einem Wert belegt werden, der sich nach dem Grad der ökonomischen Verwertbarkeit bemisst, wobei die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.
    Oder ist dies Ausfluss von Tabubrüchen.
    Seit der 2. Hälfte der 1960er wurden viele alte Zöpfe abgeschnitten, manche zurecht.
    Enttabuisierung im Bereich von Nacktheit (Natürlichkeit), Sexualität (wobei das Du, Zweck und nie Mittel sei) waren wohltuend.
    Aber bald zeigte sich auch, dass an die Stelle überkommener Regeln oft keine neuen gesetzt wurden, dass also so einiges völlig entgrenzte, was einer vernünftigen Regelung bedurft hätte.
    So habe ich z.B. erlebt wie die Serie ‚Dallas‘ zu einer Entgrenzung führte, die mich einmal ausrufen ließ, „Dallas auf dem Land, rücksichtslos und zerstörerisch.“ In der Anonymität der Großstadt wird so ein Sittengemälde nicht sichtbar.
    In der Film- und Musikindustrie sah und sieht es immer noch so aus, dass ein Tabu-Bruch größte Aufmerksamkeit verspricht. Aber irgendwo muss es doch ein Stop-Schild geben.
    Hier jedenfalls, liebe Jusos, muss das Stopschild her!

  12. Danke, Madita Hampe, für das „Augenöffnen“!
    Dieses Maß an Entfremdung von dem, was Leben ausmacht, auf Seiten von jungen politisch engagierten Menschen, macht mich fassungslos.
    Ich könnte versucht sein, mir diese Abgestumpftheit durch den zunehmenden Konsum von virtuellen Welten unter Jugendlichen zu erklären, doch meine eigenen erwachsenen Kinder und ihre Freunde haben sich trotz aller Internet- und Spielsucht eine lebensachtende Haltung erhalten.
    Was also treibt junge Erwachsene zu derart abstrusen Vorschlägen? Ist es die aufkeimende Profilierungssucht, die nahezu allen Politikern eigen ist? Wurden den Jusos Inhalte von Vertretern aus Arbeitsmarkt und Wirtschaft zugeflüstert? Oder werden hier Interessen der Pharmaindustrie bedient?
    Wenn man bedenkt, wieviele Experimente mit Föten zur Herstellung von neuen Medikamenten derzeit gemacht werden und wieviel Geld sich mit der fragwürdig durchgeführten Organspendenmaschinerie machen lässt, frage ich mich ernsthaft, wem soll hier Tor und Angel geöffnet werden?
    Ich halte die derzeitige Rechtslage durchaus für angemessen und habe sie selbst 18-jåhrig schon in Anspruch genommen. Aus dieser Zeit habe ich nebenbei bemerkt eine sehr ergebnisoffene Beratungspraxis in Erinnerung. Erst viel später habe ich den Verlust dieses kleinen Lebens wirklich empfunden….dafür um so schmerzlicher. Und so geht es, meiner Erfahrung nach, den meisten Frauen.
    Den Wunsch der Jusos, der betreffende Gesetzesparagraph solle von „Schwangerschaftskonfliktgesetz“ in „Schwangerschaftsgesetz“ umbenannt werden, da der Begriff „Konflikt“ eine tendeziöse Rechtsauslegung vorwegnähme, kann ich nicht nachvollziehen. In meinem Fall lag ein eindeutiger Konflikt vor: Entweder ich werde mit 18 Mutter, ohne Berufsausbildung und Geld oder ich studiere.
    Wäre da kein Konflikt, wäre ich eine Mörderin aus eigennützigen Gründen.

  13. Föten für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie…..soweit ich weiß, gibt es eine große Nachfrage nach weit entwickelten Föten für die Lebensmittelindustrie (Softdrinks usw. – Liste von entsprechenden Lebensmitteln, kann man googeln):

    https://www.youtube.com/watch?v=zJsHY099GBs&t=139s

    https://www.youtube.com/watch?v=G7cgH9vXOG0

    Ich vermute, dass man, um diese Goldgrube auszuschöpfen, mit einem entsprechenden Angebot reagieren will. Dafür muss natürlich eine Legitimation für einen „so spät als möglichen“ Schwangerschaftsabbruch her.
    Man könnte auch sagen, eine Legitimation für Säuglingsmord.

    Mich wundert, dass man die SPD dafür gekauft hat, dieses kranke Gedankengut in die Gesellschaft zu säen. Für solche Perversionen hatte man doch bislang in den Grünen immer gute Geschäftspartner gefunden.

    Das ganze Ablenkungsgelaber über Frauenrechte, politisches Links-Rechts-Geradeausblabla, ethisch- moralische Pseudoabwägungen sind Nebelkerzen. Wir werden wieder mit Debatten beschäftigt, anstatt einen kollektiven Schrei auszustoßen, der durch Mark und Bein geht.

    Es geht wie immer um Geld, viel Geld.
    Aber ich vermute, es gibt auch eine spirituelle Ebene, auf der es darum geht, kannibalische Impulse auf dem Planeten und in uns Menschen zu implantieren.
    Aber davon versteh ich nicht viel…

    • Bei aller Zustimmung, würde ich doch anregen wollen, das Spirituelle nicht mit feinstofflichen Ebenen und Impulsen in einen Topf zu werfen, die eindeutig lebensfeindlichen und destruktiven Quellen entspringen. (Um das S….ismus-Wort zu vermeiden, das ich inzwischen nicht mal mehr gern denke, in den Mund nehme oder auch nur schreibe.)

  14. Mich ärgert ständig die Einteilung in Abtreibungsbefürworter und Abtreibungsgegner in vielen Medien. Schließlich bin ich ein Abtreibungsgegner aber für das Recht auf Abtreibung bis zum 3. Monat .

    Die Forderung, ein Baby bis zur Geburt abtreiben zu dürfen, macht mich fassunglos. Macht mir aber auch deutlich, was für Leute sich in der linken Szene so rumtreiben.

    Ein Danke für diesen Beitrag!

    • „Macht mir aber auch deutlich, was für Leute sich in der linken Szene so rumtreiben.“

      Wieso „linke Szene“, wozu den wieder diese Hetze??

      Das geht ja schon los wie mit Putin, hier wird inzwischen alles irgendwie negative „der linken Szene“ zugeschoben…

      Dabei kam dieser absurde Vorschlag doch von den Jusos! Wie kann man die oder ihre Mutterpartei denn als „links“ bezeichnen??

      Kann mich wirklich nicht erinnern, dass Die Linke und/oder ihre Anhänger und Befürworter jemals vorgeschlagen hätten, lebendige, praktisch ausgewachsene Babys aus deren Mutterleib heraus zu töten.

      Die festgelegte Drei-Monats-Frist für einen Schwangerschaftsabbruch – so gültig seit Jahren in fast der ganzen EU – ist bei „der linken Szene“ gewiß kein Diskussionsthema.

    • Die Madita hätte mal ordentlich gegenrecherchieren, z.B. den Beschluss gründlich lesen sollen. Mal abgesehen davon, dass man die Jugendorganisation der SPD ebensowenig ins linke Spektrum einordnen kann, wie ihre Mutterpartei: Sie haben NICHT Abtreibungen bis zum neunten Schwangerschaftsmonat auf ihrem Bundeskongress beschlossen. Der Beschluss sieht nämlich lediglich vor, dass das Thema aus dem Strafgesetzbuch herausgenommen und anderweitig geregelt wird, also auch eine Fristenregelung. Es ging in dem Beschluss darum, Abtreibungen NICHT mehr im Strafgesetzbuch zu regeln. In sofern ist der Text künstliche Erregung.

      Desweiteren finde ich es nicht sehr witzig, wenn Männer darüber bestimmen wollen, was eine Frau tut. Der liebe Gott hat sie nun mal nur körperlich stärker gemacht, weshalb wir auch im Patriarchat leben. Er hat sie aber nicht dazu befähigt, Kinder zu bekommen. Und dieses kapitalistische Patriarchat zwingt bis heute Gynäkologen dazu, dass sie nicht einmal darüber informieren dürfen, wenn sie auch Abtreibungen vornehmen. Eine Frau wird gezwungen, sich in einer meist prekären Lebenslage noch in eine Beratungsstelle begeben zu müssen. Und dann müssen viele, gerade in ländlichen Gegenden, 200 km oder noch weiter fahren, um den Eingriff vornehmen zu lassen. Gynäkologinnen stehen vor Gericht und werden verurteilt, weil sie im Internet lediglich informieren, dass sie den Eingriff vornehmen! Das nenne ich mal Entrechtung einer nicht gerade kleinen Bevölkerungsgruppe.

      Außerdem macht sich keine Frau die Entscheidung, abzutreiben leicht. Niemand wird hingehen und sich im achten Monat mal so eben dazu entscheiden, weil ihr vielleicht die Idee kommt, dass sie doch keinen Bock auf ein Kind hat. Und da sind wir beim nächsten Thema: Immer noch hängt die Last, Kinder bis ins Erwachsenenalter großzuziehen, vornehmlich an Frauen. Das ist keine einfache Aufgabe. Und diese Aufgabe bindet Frauen finanziell in aller Regel an wen? An den Mann. Denn Kindererziehung – obwohl eine enorm schwierige und nervenzehrende Aufgabe – zählt als Privatvergnügen. Dafür gibt es keinen Lohn, weil nämlich nur Lohnarbeit zählt. Dummerweise kann ohne Geld niemand essen und leben. Und Jobcenter schikanieren auch Alleinerziehende aufs Übelste.

      Ebenso ist die Diskussion über Abtreibungen, gerne von Männern geführt, heuchlerisch. Geschätzt alle fünf Minuten stirbt ein Kind an Hunger in dieser verdammten planetaren Gesellschaft. Während die Bonzen prassen und es sich auf Kosten der armen Schlucker leistungslos gut gehen lassen. Während sie ihre Armeen losschicken und Familien mit Kindern auslöschen lassen, dafür Waffen ohne Ende exportieren. Hauptsache der Rubel rollt. Solange noch ein Kind auf diesem Planeten verhungert, erübrigt sich jeder Gedanke an eine Einschränkung der Möglichkeit, abzutreiben.

      Und noch was: Diese konservativen Spinner sind doch so für Kapitalismus, befürworten Kriege, haben nichts gegen verhungernde Kinder – aber gegen Abtreibungen schon. Warum ist das wohl so? Weil Abtreibungsverbote eins von vielen Instrumenten sind, Frauen zu unterwerfen, zu kontrollieren, in finanzieller Abhängigkeit zu halten. Darüber sollte man mal nachdenken.

    • Sorry, Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Kritik. Ich habe das einfach nur schnell „hingeknallt“ ohne vernünftig nachzudenken und demgemäß wird es auch so verstanden, wie Sie es tun. Was die Verwechslung mit „Die Linke“ betrifft, ist der Name der Partei ja leider auch eine Einladung zur Verwechslung. Ich habe hier nicht die Partei „die Linke“ angegriffen. Mir fällt es auch nicht ein, die SPD oder die Jusos für links zu halten. Aber damit kommen wir hier zu einer Debatte abseits vom Titel des Artikels. Deshalb will ich das hier nicht weiter fortführen und möchte mich noch einmal für die idiotische Formulierung entschuldigen.

      In der links/rechts Frage hat mir gut gefallen, was rubikon letztens geschrieben hat:
      rubikon.news/artikel/die-diffamierungsbegriffe
      und auch in diesem Artikel kann man gut sehen, was alles so unter „links“ läuft:
      rubikon.news/artikel/die-nationalistische-rebellion
      Man muss das also wirklich anderes diskutieren, als mit der Bemerkung die ich diesbezüglich gemacht habe.

    • Da haben sich unsere Beiträge überkreuzt – und deshalb zu Ihrem Beitrag, dem ich gar nicht zustimmen kann:

      Zum Beispiel Ihr vorletzter Absatz: „Ebenso ist die Diskussion über Abtreibungen, gerne von Männern geführt, heuchlerisch.“ Wieso nur von Männern, von Frauen nicht? Frauen toll, Männer Sche**e? Und dann weiter: „Geschätzt alle fünf Minuten stirbt ein Kind an Hunger in dieser verdammten planetaren Gesellschaft. Während die Bonzen prassen und es sich auf Kosten der armen Schlucker leistungslos gut gehen lassen. Während sie ihre Armeen losschicken..“ Wieder nur die Männer? Angela Merkel, Theresa May, Margret Thatcher, Hillary Clinton sind das in Wirklichkeit alles Männer?

      Liebe Frau Bonath, Ihre ökonomischen Analysen und Beschreibungen sind in der Regel excellent, aber in dieser Geschlechterfrage bitte ich Sie nachdrücklich, noch einmal nachzuenken. Ihr Beitrag entspricht meines Erachtens dem Stil von Alice Schwarzer und endet gewöhnlich in den Kommentarspalten der BILD.

      Aber naja, ich habe mich mit meinem ersten Kommentar ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert, vielleicht denken Sie auch noch mal nach.

    • ???
      Wie kommen Sie jetzt auf die Partei Die Linke?
      Also ich halte die Linke in Teilen auch nicht für links. Bestenfalls betreibt sie hie und da Reformismus, bzw. versucht es vergeblich. Also wenn ich links sage, meine ich auch links 😉
      Viele Grüße!

    • … und Alice Schwarzer ist eine konservative Kapitalismusfreundin und damit eine Pseudo-Feministin, die nur mal einen auf laut gemacht hat. Und wenn ich sage, das Kindererziehung nicht entlohnt wird, um leben zu können – außer in Kitas, mittels derer Frauen ja in den Arbeitsmarkt gezwungen werden – ist das einfach mal wahr. Und ansonsten: Weder bin ich eine Genderfreundin, weil ich eben nicht denke, dass diese Art von unleserlichen Texten Bewusstseinsbildung nach sich ziehen, noch gehöre ich einer Partei an. Ich bin aber eine Frau. Und als solche habe ich meine Erfahrungen in diesem System gemacht. Und es ist einfach Fakt, dass Frauen in allen Herrschaftsystemen, allen Klassengesellschaften, unterdrückt wurden. Sie glauben vielleicht, dass es Frauen freier macht, wenn Sie Miniröcke tragen dürfen? Tut es dummerweise nicht, weil davon kann man nicht essen. Das stellt zugleich nicht in Abrede, dass genauso der Mann als Lohnarbeiter ausgebeutet wird, wie auch die Frau. Aber diese speziellen Unterdrückungsmechanismen gegen Frauen sind schlicht und ergreifend außerdem vorhanden. Das hat rein gar nichts mit der konservativen Schwarzer zu tun. Da müssen Sie sich doch als Mann nicht angegriffen fühlen. Sie sind doch auch nur in dieses Hamsterrad hineingeboren, wie wir alle. Sie haben sich die Umstände nicht ausgesucht. Und darum mache ich Ihnen doch keinen Vorwurf 😉

    • Kitkat schrieb: „Kann mich wirklich nicht erinnern, dass Die Linke und/oder ihre Anhänger und Befürworter jemals vorgeschlagen hätten“ Darauf habe ich mich bezogen.

      Zu Ihren weiteren Beiträgen, Frau Bonath, möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter äußern – der Artikel von Madita Hampe handelt ja schließlich nicht von links/rechts und Patriachat etc. und ich finde es korrekt, wenn man hier immer auf das „eigentliche“ Thema zurück kommt.

      Ich bin aber sehr gerne bereit, zu den von Ihnen hier angeschnittenen Themen Stellung zu nehmen am richtigen Zeit und Ort. Machen Sie einen Vorschlag. Und von Ihnen angegriffen fühle ich mich auch nicht, warum auch? Ich kritisiere ja selbst, da muss ich auch Kritik ertragen.

      Also tschüß für heute und alles Gute!

    • Moin, Susan Bonath, ich bin froh, dass ich mich ihren Ausfuehrungen anschliessen kann/darf und nicht als Mann hier die Gegendarstellung eröffnen muss.
      In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es im damals noch nicht im Mainstream schwimmenden *Stern* eine Ausgabe, die viele sog. VIP- Frauen zeigte, die abgetrieben hatten. Ein Novum zu der Zeit, aber es zeigte einfach die unheimliche Brisanz dieses Themas. Ich erinnere mich auch, dass es damals das Bekenntnis gab:
      „Mein Bauch gehört mir!“
      Was hat sich denn bis heute geändert? Der Bauch gehört nach wie vor der Frau!
      Auf der anderen Seite gibt es ein Rollback von gesellschaftlichen Errungenschaften gerade aus dieser Zeit. Und wenn ich lese, dass es nur noch eine Handvoll Ärzte gibt, die Abtreibungen vornehmen, na, dann gute Nacht. Wo bleibt dann da die Entscheidungsfreiheit?
      Ein anderes aber nicht unbedeutendes Problem ist das der Ueberbevölkerung. Wir sollten uns um eine vernuenftige Geburtenkontrolle kuemmern. Es muss bei der Verhuetung nicht nur der Frau aufgelastet werden. Auch der Mann kann verhueten z.B. ueber eine Sterilisation.

    • Liebe Frau Bonath,
      bevor Sie emotional das Fass „Kampf der Geschlechter oder Männer vs. Frauen“ aufmachen, würde ich Ihnen empfehlen diese Stelle von Gerald Hüthers Vortrag (bis ca. zur 14. Minute) sich zu verinnerlichen:
      https://youtu.be/V5UAgR8gyFY?t=477

      bis zu einem gewissen Zeitpunkt der Embryonalphase waren wir ALLE WEIBLICH. Oder mit dem Zitat aus der Serie „Dr. House“ – „die ultimative Frau ist ein Mann“.

  15. Vor zwei Jahren zum G20-Gipfel ist sie mir das erste mal aufgefallen. Madita Hampe über Afrika „Desinteresse am Kontinent vs. Interesse an tödlichen Gegensätzen Profit einzufahren“ In ihrem Beitrag heute finde ich hundertprozentig meine Meinung. Eine tolle junge Frau, von der ich irgendwo SINNgemäss gelesen habe: „..weil ich das Leben grundsätzlich als Geschenk und als wunderbare Chance fühle…“ >>> „Wegmachen, (WIE) bitte?!“ … no way, NIEmand kann und wird mich für den Wahnsinn „moderner Herrscher über LebensWerte rsp. UN-Werte“ einnehmen.

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