Tagesdosis 23.4.2018 – Widersprüche gehören hinterfragt

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Kein Journalist kann alles wissen. Es ist sein Beruf, Ereignisse zu hinterfragen. Ein guter Reporter spricht dafür mit allen, die der Wahrheit auf die Sprünge helfen können. Auch mit der politischen Gegenseite. Wie sonst sollte er auch Motivationen erfahren? Wie sonst könnten Leser und Zuhörer verstehen? Doch was ist, wenn ein Interview-Partner ganz offen Märchen verbreitet oder, mehr oder weniger versteckt, Hetze betreibt? Kein Journalist sollte dies so im Raum stehen lassen. Interviewer müssen hinterfragen.

Im Fall des bei KenFM interviewten AfD-Abgeordneten Christian Blex, veröffentlicht am 12. April, blieb so manches im Raum stehen – vielleicht unbedacht, womöglich unbemerkt. Auf jeden Fall fand es Anklang in jenem Lager, das seit Monaten oder gar Jahren bei KenFM herumpöbelt, wie »linksversifft« das Portal doch sei. Auf jeden Fall zog es zurecht den Zorn so mancher nach sich. Nicht wegen des Interviewten an sich, sondern wegen der Lügen, die stehen blieben. Ich gebe zwei Beispiele.

Blex behauptete an einer Stelle sinngemäß, die türkischen Gastarbeiter seien in den 1960er Jahren allein auf Wunsch der USA in die Bundesrepublik gekommen. Der Hörer konnte den Eindruck einer geheimen »Migrationskampagne« dunkler Mächte bekommen. Kein kritisches Nachhaken an dieser Stelle. Auch wenn es fast gänzlich ausgemachter Blödsinn war.

Warum also holte die Bundesrepublik viele Tausend türkische Gastarbeiter ins Land? Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich die alte BRD noch im Stadium des Wiederaufbaus. Viele Menschen hatten alles verloren. Massenproduktion war das Gebot der Stunde, um die Bürger zu befrieden mit Wohnraum, Gütern, Lebensmitteln, Freizeitangeboten und so weiter.

Gleichwohl herrschte kriegsbedingt Männermangel. Erinnert sei daran, dass damals eine Frau in der rückständigen BRD nicht ohne Einverständnis ihres Ehemannes oder Vormundes arbeiten durfte. Sie war nicht einfach verfügbar für den Produktionsprozess. Es herrschte Aufschwung, und der drohte am Mangel an Arbeitern zu scheitern. Akut wurde das Problem nach dem Mauerbau der DDR. Bis dahin nämlich war es Gang und Gäbe, dort ausgebildete Arbeitskräfte mit tollen Versprechen abzuwerben. Das war passé.

Die türkischen Gastarbeiter waren schlicht die heutigen Ein-Euro-Jobber, Leiharbeiter, osteuropäische Hungerlohn-Pflegekräfte. Man brauchte sie als Truppe für die Arbeit, die niemand sonst für Dumpinglöhne ausführen wollte. Sie waren die Reservearmee für körperlich schwere, manchmal gefährliche Arbeiten, das »niedere Proletariat«. Dank ihrer billigen Arbeitsleistung stieg die BRD zum europäischen Wirtschaftsführer auf. Das deutsche Großkapital verdiente sich eine goldene Nase.

An einer zweiten Stelle pauschalisierte Blex Muslime als »ungebildet«. Woher er diese »Weisheit« hat, kam nicht zur Debatte. Dabei findet sich in Deutschland zum Beispiel kaum ein Krankenhaus, in dem kein muslimischer Arzt arbeitet. Genauso könnte man behaupten, alle deutschen Fußballfans würden saufen, prollen, prahlen, pöbeln und Frauen begrapschen. Wer als Frau schon mal in einem Zug mit männlichen Fans gefahren ist, weiß, was ich meine.

Man könnte auch daran erinnern, dass die Bibel sogar noch brutaler ist, als der Koran. Dass es in Deutschland Netzwerke fundamentalistischer Christen gibt, die nicht besonders menschenfreundlich agieren und tief in einigen Parteien, auch der AfD, verwoben sind. Ja, es gibt sie sogar noch im holden Deutschland, die praktizierenden Exorzisten. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche beschäftigt mehr als hundert Militärpfarrer, die gern auch Waffen und Soldaten segnen. Und ferner: Religionen haben nun einmal allesamt nicht viel mit Wissen zu tun.

Man muss also davon ausgehen, dass es sich um plumpe Hetze gegen eine Minderheit handelt, statt um eine fundierte Kritik. Das ist ähnlich wie bei den Lügenstorys von den »faulen« Hartzern oder »faulen Griechen«. Eins bewirkt so etwas auf keinen Fall: Frieden.

Man muss auch anmerken, dass kein einziger Widerspruch zwischen dem, was Blex sagte und dem Programm seiner Partei angesprochen wurde. Dort ist so manches nachzulesen. Zum Beispiel, dass die NATO gebraucht werde, um deutsche Wirtschaftsinteressen durchzusetzen.

Der AfD-Abgeordnete Jan Ralf Nolte kennt diesen Programmpunkt hingegen offenbar sehr gut. Am Donnerstag verteidigte er den Bundeswehreinsatz gemeinsam mit der NATO in Somalia unter Beifall von CDU, CSU und FDP. Die sogenannte »Atalanta«-Mission sei dringend notwendig für die deutsche Exportwirtschaft. Man müsse gegen die Piraterie vorgehen, um Seehandelswege im Interesse deutscher Staatsbürger freizuhalten sowie Millionen Afrikaner davon abbringen, nach Europa zu kommen, erklärte er im Bundestag. Was das bedeutet? Raub der Fischbestände, Hunger und Perspektivlosigkeit für die Somalis. Der Neokolonialismus lässt grüßen.

Die AfD will auch reiche Unternehmenserben gar nicht mehr besteuern. Also nichts, niente, nada, ein Reichen-Schonprogramm vom Feinsten. Vor einer Weile erinnerte ihr Parlamentarier Albrecht Glaser daran. Bezüglich eines Antrags der Linksfraktion, für hohe Vermögen eine jährliche Miniabgabe von fünf Prozent zu verlangen, warnte er vor »Sozialismus«.

Auch Hartz-IV-Bezieher will die AfD zur Pflichtarbeit zwingen, um überhaupt die Grundsicherung zu erhalten. Die Sanktionen, mit denen Erwerbslose in den Niedriglohnsektor gezwungen und dieser ständig erweitert wird, hält sie für richtig. Atomkraft inklusive Müll findet sie nicht weiter schlimm. Eine bis an die Zähne bewaffnete, mit allerlei Selbstermächtigungsbefugnissen ausgestattete Polizei sei notwendig sowie hochgerüstetes Militär alternativlos. Um so etwas zu erfahren, kann man Wahlprogramme lesen und Bundestagsdebatten hören. Tut aber fast niemand.

Ein gutes Interview zeichnet sich eben nicht nur dadurch aus, Andersdenkenden ein Forum zu geben. Es gewinnt vielmehr nur dadurch Wert, wenn Floskeln hinterfragt und Unwahrheiten aufgedeckt werden. Erst, wenn der Gesprächspartner mit seinen Widersprüchen konfrontiert wird, erhält er die Chance, sie auszuräumen. Das ist jedenfalls in diesem Interview nicht geschehen.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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108 Kommentare zu: “Tagesdosis 23.4.2018 – Widersprüche gehören hinterfragt

    • Das finde ich auch!!!

      Ich finde es gut, dass niemand mundtot gemacht wird und das es Möglichkeit zur Selbstkritik gibt.

      Ich finde es aber auch gut, dass Ken Jebsen Leute von der Gegenseite bspw. AfD einlädt. Auch wenn nicht alles bis ins letzte Detail hinterfragt wurde… niemand ist perfekt.

      TOP Arbeit an Ken Jebsen und das gesamte Team…Weiter so

  1. Wem kann ich vertrauen?

    Wenn der eine Freund den anderen hinterfragt

    Fragt man sich doch

    Wem kann ich vertrauen?

    Wer tut wem weh?

    Hat der/die Eine dem Anderen wirklich weh getan

    oder hat er ihn nur hinterfragt

    Unter 3 Personen lässt sich das klären

    Ab mehr Personen wird es schwierig

    Und wenn ich zu den mehr als 3 Personen gehöre

    Fühle ich mich benutzt.

    Claudia Volke aus Dresden

    • Hallo Frau Volke,

      1. Person kommt von lat. Persona, die Maske des Schauspielers.
      2. Überall, in der Kirche, der Moschee, der Bank, im Fernsehen, im Internet, in Büchern
      der Schule, im Betrieb, im Theater, auf Konzerten usw kämpfen Personen um die
      Seelen der Menschen.
      3. Die Seele ist das Innerste, z.B. auch in der Technik. Die Seele eines Seils
      ist der Teil in der Mitte.
      4. In der Bibel wird das Wort „vertrauen“ oft falsch übersetzt und durch das
      Wort „glauben“ ersetzt!

      Wem kann man vertrauen? Eine große Frage. Vielleicht Menschen die man selbst
      lange kennt und deren Taten Vertrauen rechtfertigt.

    • Lieber Herr Erler,

      vielen Dank,

      bekomme aber meine Gedanken mit Ihren nicht so recht zusammen

      ich bezog es auf Frau Bonath und Herrn Jebsen

      Claudia Volke aus Dresden

    • Hallo Frau Volke,
      Sie beziehen sich ganz konkret auf den Streit hier, ach so!
      Ich finde es sehr gut, dass Herr Jebsen alle Leute reden lässt und man sich
      selbst ein Bild machen kann. Ich sehe das alles nur noch aus der Vogelperspektive,
      Ich vertraue keinem und glaube keinem.
      Die AFD, die Flüchtlingskriese die Kriege die Armut und der ganze andere Mist ist
      vom System geschaffen worden um die Leute gegeneinander zu hetzen
      und Frau Bonath spielt das Spiel, meiner Meinung nach, mit.

    • Lieber Herr Erler,

      ja, von oben schauen, versuche es

      und alles etwas pragmatischer, nicht so aufgeregt zu sehen, versuche es

      Danke Ihnen

      danke auch für Ihre ersten Worte, aber dafür benötige ich Zeit

      ich kann aber leider nicht darüber hinwegsehen

      wenn hier…

      ein Spiel gespielt wird

      Claudia Volke aus Dresden

  2. – FAKTENCHECK –

    Bundeszentrale für politische Bildung:
    „Die westdeutschen Bundesregierungen hatten zunächst keine Notwendigkeit gesehen, auch mit der Türkei ein Anwerbeabkommen zu schließen. Aus außenpolitischen Gründen – die Türkei sicherte die Südost-Flanke der NATO – entschied man sich anders.”

    Quelle → http://www.bpb.de/internationales/europa/tuerkei/184981/gastarbeit

    Wer nicht weiss, dass die NATO ein US-Kriegskommando ist, dem sein diese Vorlesung (Video) von Dr. Ganser empfohlen:

    Quelle → https://youtu.be/2YuE6U15wr8

    .

  3. @ Frau Bonath
    „Es ist schon sozialpsychologisch interessant, wie aggressiv die weinerlichen AfD-Untertanen auf Kritik reagieren.“
    haben Sie weiter unten geschrieben.

    Ich habe jedoch den Eindruck gewonnen, dass dieser Satz auch auf Sie selbst passen könnte. Es ist wahr, dass einige hier Sie schroff oder überheblich angegriffen haben, aber statt darauf entweder gar nicht oder klüger zu antworten, haben Sie mit gleicher Müze zurückgezahlt mit Unterstellungen und aufgeladenen Begriffen: „sozialpsychologisch interessant“, „weinerlich“, „Untertanen“ um mal nur bei obigem Beispiel zu bleiben. Sowas macht eine Verständigung unmöglich. Und ich habe doch schon so viele gute Artikel von Ihnen gelesen!

    • Audiatur et altera pars, muss auch im Journalismus gelten. Man muss auch die andere Seite hören, um sie zu verstehen. Ein geduldiges Zuhören ist noch lange keine Zustimmung, gehört zu einer zivilisierten Auseinandersetzung und zum demokratischen Miteinander. Die unduldsame Kritik dieser Autorin macht deutlich, dass ein Zusammenleben mancher Menschen nicht ohne Konflikte ablaufen kann. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen in der Weltpolitik mehr Duldsamkeit entwickeln, damit die Welt nicht im Chaos versinkt.

  4. Anbei Herr Schreyer:

    Warum die Eliten die Demokratie aushebeln – Buchpremiere
    21.04.2018
    Tilo Gräser

    Über „Die Angst der Eliten“ und ihre Furcht vor der Demokratie hat der Journalist Paul Schreyer ein Buch geschrieben, das Anfang April erschienen ist. Er fragt darin, ob „unsere Demokratie noch zu retten“ ist. Schreyer setzt sich mit der Rolle und der Macht der Eliten auseinander, ebenso mit dem vielbeschriebenen Populismus und der AfD.

    (…)
    Unbehelligte Elite

    Als Elite versteht er „die Leute, die in der Gesellschaft an der Spitze stehen und maßgeblich die Entscheidungen treffen, die uns alle betreffen“, erklärte der Autor. In seinem Vorwort stellt er fest: „Dreh- und Angelpunkt dieses Systems ist der Finanzsektor, der, unbehelligt von wachsender Armut und den Nöten der Bürger, nach fest zementierten Regeln Geld von unten nach oben umverteilt und sich, so scheint es, sowieso keiner Demokratie unterordnet.“

    Der Begriff „Elite“ werde in der Debatte ganz unterschiedlich benutzt, so Schreyer im Gespräch. Er verwende ihn in der Tradition des 2016 verstorbenen Sozialwissenschaftlers Hans Jürgen Krysmanski. Dieser hatte 2012 das Buch „0,1 Prozent – Das Imperium der Milliardäre“ veröffentlicht. In einem Interview im selben Jahr hatte Krysmanski erklärt: „Mit dem Begriff der Elite würde ich vorsichtig sein. Für meine Zwecke spreche ich lieber von den Superreichen und dem ‚Rest‘ der 99,9 Prozent.“ Mit dem Begriff einer Elite-Hierarchie bezeichne er das Dienstpersonal, „die Rangskala der Verwertungs-, Verteilungs-, Wissens-, Kultur- und Wohlfühleliten“.
    (…)
    Undemokratische Zustände

    In seinem Buch zeigt Schreyer, wie das funktioniert und geht dabei auch auf den Begriff „Populismus“ ein. Mit diesem wird versucht, von jenen politischen Kräften wie Trump oder der AfD abzuschrecken, die anscheinend die Stimmung in der Bevölkerung aufgreifen und zurück auf die politische Bühne bringen. Schreyer schreibt, „Trump und Co. sind bei Wahlen vor allem deshalb erfolgreich, weil die Zustände eben nicht demokratisch sind. Das Fehlen einer funktionierenden Demokratie bringt sie erst hervor.“ Und: „Die zunehmende Radikalisierung, Aggressivität und Suche nach Sündenböcken – all das sind Symptome mit Ursachen und einer Vorgeschichte.“

    Er geht auch auf den bisher scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der AfD ein. Diese Partei biete keine Lösung für die gesellschaftlichen Probleme an. Sie habe aber Erfolg, „weil sie eben, anders die meisten Mitbewerber, die Wut vieler Menschen lautstark aufgreift und zu einer politischen Kraft kanalisiert“. Sie setze dabei in ihrem Programm auch soziale und demokratische Akzente.

    Geschickte Ablenkung

    Doch aus Schreyers Sicht lenkt die AfD „die Empörung weg von den Finanzmächtigen, hin zu den etablierten Parteien im Bundestag“. Diese würden als selbstsüchtige „Klasse von Berufspolitikern“ beschrieben und bekämpft. Dagegen würden der Finanzsektor und dessen Verantwortung für die gesellschaftlichen und politischen Probleme von der AfD verschont.
    (…)
    Begründete Angst

    In seinem Buch beschreibt er, wie Milliardäre Politik machen, Grundrechte zunehmend begrenzt werden und der „tiefe Staat“ die Herrschaft der Finanzelite sichern hilft. Und er stellt fest:

    „Die Angst der Eliten, die diesem Buch seinen Titel gibt, und insbesondere ihre Furcht vor tatsächlicher Demokratie, vor einer freien Selbstbestimmung der Völker – dies ist im Wesentlichen die Angst vor dem Zusammenbruch einer Ordnung, die das Eigentum und die Privilegien ebenjener Oberschicht garantiert.“
    (…)
    Ihm ist klar, dass die Frage zu beantworten ist, „inwieweit Demokratie möglich sein kann unter den wirtschaftlichen Bedingungen, die wir haben“. Dazu gehöre vor allem der konzentrierte Reichtum in der Hand weniger, erklärte der Journalist. Er verwies dabei auf die Milliardäre, die über politische Stiftungen Einfluss nehmen. Seine Schlussfolgerung: „Unter diesen Bedingungen ist Demokratie gar nicht möglich.“
    https://de.sputniknews.com/politik/20180421320413462-demokratie-deutschland-regierung/

    Wer tatsächlich das Sagen hat, ist ganz einfach nachzuprüfen, wenn sie nachvollziehen, welche Verbindungen „führende“ Politiker in welche Kreise haben.
    Zwei besonders populäre Beispiele sind nun derzeit, Frau Weidel (Goldman-Sachs) und Herr Macron (Rothschild). Natürlich geht das auch über Bande, aber am Ende landen sie immer bei den Finanzmächtigen.

    Wozu ist nun eine Partei aus dem Nichts, wie die AfD, gut? Um eben die aus dem System resultierenden Spannungen, in genehme Kanäle abzulenken. Als Bsp.:

    „Die Schaffung einer pseudo-sozialdemokratischen Partei. In den USA versuchte die National Civic Federation, mit der Progressive Party die Wählerpotentiale von echten Sozialparteien, kontrolliert vom Volk, abzuschöpfen und die Kontrolle über das Volk durch die Oligarchie zu befestigen. Die NSDAP war, so kann man in „Mein Kampf“ eindeutig nachlesen, genau der selbe Versuch für Deutschland, der authentischen Arbeiterpartei SPD das Wasser abzugraben durch eine Surrogatpartei mit Blitzableiter. Soll heißen: Soziale Impulse zu frustrieren und umzuleiten gegen eine diskriminierte Minderheit.“
    Hitlers amerikanische Lehrer, Hermann Ploppa, S.274

    Da es in Deutschland keine authentische Arbeiterpartei mehr gibt, von ein paar hilflosen Verbalien im Bundestag einmal abgesehen, fällt der soziale Teil weitestgehend weg und übrig bleibt die Fokussierung auf „Germany first“ und auf einen beliebigen, imaginierten Gegner.
    Vorzugsweise kann man mit diesem beliebigen Gegner auch gleichzeitig das „links-grün-versiffte“ Gesocks ausmerzen, da es als Einziges die Herrschaftsstruktur tatsächlich in Frage stellt.

    • „das „links-grün-versiffte“ Gesocks ausmerzen, da es als Einziges die Herrschaftsstruktur tatsächlich in Frage stellt.“
      Antifa ist neuerdings pro-Merkel. Gegendemonstrationen gegen „Merkel muss weg“-Demos..

    • Die SPD war sicherlich seit ihrer Gründung nur bedingt eine authentische Arbeiterpartei, sondern sie wollte die Interessen der Arbeiter mit der herrschenden Politik versöhnen, was im Umkehrschluss nur bedeuten kann, dass die SPD selbst eine Idee damaliger Eliten war, um den revolutionären Gedanken durch eine Partei, die das System nicht in Frage stellt, aufzufangen.

      Die damalige Idee Lasalles für den Sozialismus war preußisch-nationalstaatlich orientiert, während seine Gegner revolutionär und internationalistisch ausgerichtet waren, was man heute mit Globalisierung umschreiben kann, jedoch den Interessen derer dient, die aus der Globalisierung den größten Nutzen ziehen: Die Hochfinanz, die immer stark für die Globalisierung geworben hatte, da sie über die Kapitalströme und alle möglichen Finanzprodukte kräftig verdienen kann.

      Was bedeutet das nun für die SPD der Gegenwart, die heute globalpolitisch agiert? Statt die EU zu demokratisieren und damit die Abschaffung des Nationalstaates, der etwas zu entscheiden hat, rechtfertigen zu können, fordert man lediglich die EU- Demokratisierung ein, ohne es ernsthaft realisieren zu wollen, wie die Erfahrung seit Jahrzehnten zeigt.

      Damit steuert die SPD freiwillig in die Lobbykratie eines Superstaates, in der der kleine Mann unter die Räder kommt ( siehe Debatte um TTIP, CETA, TISA).

      Was bleibt? Ein Vakuum, dass durch eine neue Partei besetzt wird. Ist die Afd jetzt recht oder links? Oder die neue „Nazipartei“ ? Ich denke, die in diesen Kategorien bei der SPD argumentieren, machen es sich dabei viel zu einfach, weil sie die Umstände der heutigen Zeit völlig ausblenden und offensichtlich angehalten werden, die Nazikeule zu schwingen, weil es von ihren eigenen Defiziten ablenkt (trifft übrigens auch auf die Grünen und viele Linke zu).

    • Egon Schreiner, offensichtlich ist Ihnen der Unterschied zwischen internationalistischem Bündnis der Arbeiterbewegung und „Globalisierung“ im Sinne des Kapital völlig unbekannt. Ich erkläre es Ihnen: Eine internationalistische Arbeiterbewegung ist die notwendige Zusammenarbeit der Arbeiterbewegungen in den verschiedenen Ländern, also das gemeinsame „an einem Strang“-Ziehen, jeder in seinem Land, aber doch konzertiert. Ist nun mal sinnvoller.

      Und sehr wahrscheinlich haben Sie auch noch nicht bemerkt, dass Kapitalismus schon immer nach Globalisierung strebte. Warum? Weil die kapitalistische Wirtschaft auf Rohstoffe und Handelsware von überallher angewiesen ist.

      Schauen wir zurück. Die großen Handelshäuser in Venedig, Genua, Florenz etc. zogen mit eigenen bewaffneten Truppen schon im 13./14. Jh. los, um Handelsware in anderen Ländern zu rauben und Menschen dabei zu unterjochen. Die Ostindienkompanien um 1600, die man als die ersten großen Aktiengesellschaften bezeichnen kann, gingen noch brutaler vor. Ihnen gaben die Staaten völlig freie Hand, um schließlich selbst von ihren geraubten Mitteln zu profitieren. Doch mit der Industrialiesierung ging´s erst richtig los. Die Massenproduktion bedurfte enormer Mengen Rohstoffe, die nicht in den eigenen Ländern zu finden waren. Als nix mit national agierendem Kapital. Das gabs noch nie.

      Halten wir fest: Der Kapitalismus agiert global, weil er muss. Die Nationalstaaten aber braucht er wozu? Um die benötigten Lohnabhängigen territorial begrenzt auszubeuten. Das ist bis heute effektiver zu managen. Allerdings ist natürlich davon auszugehen, dass mit den digitalen Möglichkeiten die Strukturen immer größer werden (können). Da aber am Ende aller Ausbeutung letztlich die rohe Gewalt steht, mit der sie durchgesetzt wird, wird es weiterhin lokale bzw. staatsähnliche Gebilde innerhalb der größer werdenen Rechtsräume geben müssen, um eben die Gesetze mit Gewalt durchzusetzen. Sonst haut das mit dem Management nicht mehr hin.

      Und eins frage ich mich wirklich: Ist das Weltbild und die Denke der AfD-Freaks wirklich so schlicht, dass sie – wie überall in Vorwürfen zu lesen – tatsächlich davon ausgehen, dass wer die AfD scheiße findet, zwangsläufig auf SPD und Grüne abfährt? Daran wäre dann zu erkennen, dass sich diese schlichten Gemüter wirklich keinen anderen Wunsch vorstellen können, als von irgendwem ausgebeutet zu werden.

      Nun, diese primitive „Logik“ zeigt vor allem die Unfähigkeit der Masse, Herrschaftsstrukturen und ihre Stellung darin überhaupt zu begreifen. Denn eigentlich widerspricht es den geistigen Fähigkeiten des Menschen, ausschließlich gehorsamer Untertan zu sein. Wäre das so, würde es eine Sklavenklasse ohne die Fähigkeit, abstrakt zu denken, zu planen usw, geben und eine Herrscherklasse mit dieser Fähigkeit. Gibt es aber nicht. Also geht es hier offenkundig um systemisch bedingte Konditionierung der menschlichen Psyche, je nach individuellem Stand im Klassen- und Ausbeutungsprozess.

  5. Beim Anhören des strittigen Gesprächs dachte ich an einigen Stellen, dass der sonst so wortgewaltige Ken Jebsen noch öfter hätte nachhaken sollen, wenn so ein AfD-Parteisoldat freundlich grinsend en passant seine giftigen Köder fallen lässt. So sehr ich es begrüße, wenn auch ein Befürworter einer Gesellschaftsentwicklung zu Wort kommt, wie ich sie mir überhaupt nicht wünsche, so gut hätte ich es andererseits gefunden, wenn Herr Jebsen hier deutlicher „linksversifft“ reagiert und argumentiert hätte. Ich bin der Überzeugung, dass man anders als kontrovers mit solchen professionellen Verharmlosern und Rattenfängern nationalistisch-neoliberaler Art nicht diskutieren sollte.

    • [klugscheiß] Es ist die Definition von „Diskussion“, kontrovers zu sein. Nichtkontroverse Diskussion – das wäre ein Oxymoron. [/klugscheiß] SCNR ;o)
      Einfach mal ausreden lassen, damit man Informationen darüber bekommt, wie jemand so tickt, ist eben keine Diskussion.
      Denkbar wäre ein Format „Ken Jebsen in der Diskussion“ oder so. Dann wäre Herr Jebsen aber kein Journalist mehr, sondern Diskussionsteilnehmer.
      Ich denke, Herr Blex ist ein Fall für „Positionen“. Ihm gegenüber am Tisch Frau Bonath. Ich glaube, das würde lustig [schelmhaft grins]

    • Wollten Sie einen Verhör abhalten, wo der Mensch die meiste Zeit des Interviews dafür verschwendet, um auf seine AFD-politischen Ansichten Stellung beziehen zu müssen und irgendwann eingesteht, dass diese unvernünftig oder falsch sind?
      Oder wollen Sie ein Gespräch haben, um zu erfahren was er in Syrien erlebt und an Botschaften mitgebracht hat?
      Im Leben kann man unter bestimmten Umständen nicht beides oder vieles auf einmal haben.
      Die meisten Menschen, eigentlich fast alle reagieren sehr emotional, wenn man Sie in ein Verhör drängt, dann haben Sie bestimmt keine Lust mehr über die wichtigen Kernthemen zu sprechen.

    • Mit derselben nervtötenden Einfallspinselei, mit der die bürgerliche Theorie die Gemeinsamkeit aller Bürger herbeizureden versucht und dabei ebenfalls nur scheitern kann, reiten die ganz alten Linken auf der Idee Klassengesellschaft herum und bemerken dabei selten, dass der Gaul schon lange aber sowas von tot ist.
      Die Arbeierklasse wird zum einzig reinen und quasi auserwählten Volk stiliseirt, der Kapitalist ist des Teufels.
      Hilflos wird Partei ergriffen und die Spaltung perpetuiert statt aufgehoben.
      Man bleibt eben Materialist und damit im Kapitalismus hängen.

  6. Susan Bonath, das Hinterfragen haben Sie ja jetzt erfreulicherweise erledigt.
    Ich teile nur Ihre im ersten Absatz skizzierte Ausgangsposition nicht. Warum sollte es nicht ein Beitrag zur Meinungsbildung sein, jemanden sich entlarven zu lassen? Ich persönlich erwarte von journalistischer Arbeit nicht, dass sie mir die eigene Bewertungsarbeit abnimmt und mich zur Unmündigen erklärt, zu jemandem der den beispielhaften Widerspruch zur Belehrung benötigt. Ein Interview ist keine Reportage. Es gibt Interviews in denen die Interviewerin einer Person kritische Fragen stellt, und es gibt andere, in denen die Position des Interviewers in den Hintergrund tritt. Zu einem eigenen Urteil kann man in beiden Fällen kommen. Es ist nicht unmöglich, dass ein Teil des Zuspruchs für die AfD auch dadurch hervorgerufen wird, dass manche die Skandalisierungsautomatik einschalten, sobald irgendein AfDler das Provo-Stöckchen zum Drüberspringen hinhält.
    Ich habe z. B. Gregor Gysi für einen politisch fähigen Menschen gehalten, bis ich seine Autobiographie gelesen hatte. Kein anderer hätte ihn jemals so demaskieren können, wie er sich selbst.

    • Ah, Sie glauben also ernsthaft, jemand „entlarvt“ sich, wenn er ungehindert Lügen verbreiten kann? Und Sie glauben auch, dass dann alle Zuhörer eifrig dasitzen und die vorgetragenen Storys hinterfragen? Darf man also Ihrer Ansicht nach als Journalist nicht nachhaken, wie z.B. jemand auf die These kommt, Moslems seien dümmer als andere? Oder darf man diesen Müll nur dann nicht hinterfragen, wenn er genau Ihren Thesen entspricht? Was bitte habe ich hier skandalisiert? Und: Ist es etwa kein Skandal, wenn eine Partei, die vom trotteligen Untertanen-Volk wie blöde gewählt wird, auch noch die letzten nicht einmal gerade üppigen Steuern ausschließlich zugunsten der Reichen und zulasten der Armen abschaffen will? Meinen Sie auch, man hätte damals, 1933, die Faschisten verhindern können, wenn man sie einfach ignoriert hätte? Ist es tatsächlich so, dass es das, was ignoriert wird, einfach nicht gibt? Ja, warum regen Sie sich so dermaßen auf? Was ist falsch daran, Dinge richtig zu stellen? Wollen Sie nur Wahrheiten wissen, die in Ihr Weltbild passen? Fragen über Fragen…

    • Und Sie glauben auch, dass dann alle Zuhörer eifrig dasitzen und die vorgetragenen Storys hinterfragen?
      Ja Frau Bonat das tue ich,sollten sie nicht wollen das ich dies tue dann sagen sie es bitte.
      Und wir wissen wie wir dran sind.

  7. Wäre dieses Gespräch Teil einer mündlichen Prüfung z.B. im Rahmen einer Doktorarbeit oder einer Diplomarbeit, würde ich Frau Bonath recht geben. Dann nämlich müsste sich das Gespräch auf die schriftliche Ausarbeitung des Themas beziehen, an dem der Prüfling wochenlang gearbeitet hat.
    Es ist aber ein Gespräch über mancherlei Themen, das uns Einblick in das Denken des Gastes gibt. Einige Themen werden dabei nur gestreift, andere vertieft. Ein Gast muss noch die Freiheit haben, sich so zu präsentieren, wie er sich sieht. Schließlich geht es nicht um ein Verhör. Außerdem ist Meinungsvielfalt nichts schlechtes. Früher hätte mindestens ein investigativ arbeitender Journalist so ein Thema ‚Gastarbeiter‘ dankbar aufgegriffen, um dazu eine umfassende Reportage zu erstellen.

  8. Wenn bestimmte Mitgelider der Friedensbewegung Respekt und Toleranz (für Minderheiten, die eigene Meinung, …) fordern – gleichzeitig aber bestimmte andere Meinungen abwerten müssen und überhaupt nicht tolerieren können, dann werden sie unglaubwürdig.
    Total unsouverän, und mindestens genauso mit Falschaussagen und Widersprüchen gespickter Artikel wie das kritisierte Interview. Schade. Kein bisschen Toleranz für die Meinung anderer erkennbar, obwohl genau das für sich selbst gefordert wird. Ganz schwache Leistung.

    • Nun werden Sie schon genauer. Was genau sind denn hier konkret die „Falschaussagen und Widersprüche“? Wollen Sie es nicht sagen? Können Sie es nicht? Dann muss es leider unter der Rubrik „pöbeln“ abgelegt werden.

  9. Bekommen wir demnächst auch die Tagesdosis zur Tagesdosis der Tagesdosis von letzter Tagesdosis?

    Etwas, was noch schwerer zu ertragen ist als ein AfD-Abgeordneter der mal subtil, mal weniger subtil Wahlkampf machen möchte und dabei essentielle Probleme ausblendet (so wie eigentlich seine ganze Partei) ist eine Journalistin die vermutlich noch nicht verstanden hat, dass sie jetzt an einem Platz arbeitet, an dem mehr als nur eine Meinung zu hören ist.

    • Nein. Was mein Kommentar bereits implizierte, war: Die AfD entlarvt sich bereits selbst genug. (Gut zu sehen bei dem letzten ‚Positionen‘) Außerdem ist in diesem Forum vermutlich jeder im Stande sich eine eigene Meinung zu bilden. Ihr Kommentar ist für mich also… entbehrlich um es höflich auszudrücken.
      Ken.fm ist nicht sehr schnell und einmal täglich + x kommt ein Artikel, den ich zumeist gern lese. Wenn ich jetzt also nach meinem Arbeitstag nach Hause komme und dann einen Artikel lesen kann/darf der mir das Denken und offenbar auch Urteilen abnehmen möchte, ist der Artikel schlicht und ergreifend redundant.
      Es liest sich ein bisschen wie der Streit unter Kindern.
      Natürlich sind Kontroversen aufzudecken. Aber in der Tagesdosis?
      Sie sind doch selbst ihr bester Gast (unter den von ihnen veröffentlichten Artikeln). Wenn Sie sich also selbst gern reden hören, empfehle ich einen Blog o.Ä.. Dieser kann hervorragend als Echokammer fungieren und man kann andere Meinungen hervorragend aussperren.
      Das ist meiner Meinung nach dann auch ein besserer Platz für Artikel- oder Interviewkritik (wenn Sie so möchten) als in einer Tagesdosis. Dort können sie dann auch alle Seiten kritisch hinterfragen (z.B. die von Ken). Weil irgendwie sehe ich Sie nur die konservativen [von mir aus auch ‚rechts‘, wenn Ihnen der Begriff leichter runter geht] Meinungen hinterfragen, nicht aber Alle, wie es sich für einen vernünftigen Journalisten gehört. 😉

    • Bonath:
      Ist es nun ein Verhör oder nicht? Ich denke, nein, ist es nicht.
      „AfD-Untertanen“ Hä?
      Wie kommen Sie jetzt darauf?
      Mit Hexenwerk ein Argumentum ad Hominem aus dem Nichts herbeizaubern?

    • Man darf also Ihrer Ansicht nach ganz bestimmte Positionen, die vermutlich Ihrem Weltbild entsprechen, überhaupt nicht kritisieren? Auch nicht dann, wenn es definitiv um falsche Aussagen geht? Verstehe ich das jetzt richtig?

    • Bonath: Nein, das verstehen Sie nicht richtig. Und bitte hören Sie damit auf, mir etwas zu unterstellen, was ich nicht gesagt habe. Das ist nicht nett.

    • Was hat mein Kommentar mit AfD oder aggressiv zu tun?

      Damit Sie es akzeptieren, muss vermutlich ein Interview inquisitorisch geführt werden. Dann ist es aber kein Interview und bestimmt auch kein Gespräch mehr.

  10. Ach Du Scheisse !
    Jetzt bin ich voll getriggert, einen AfDler und die Pfaffen verteidigen zu müssen… !!

    Sie schreiben: „An einer zweiten Stelle pauschalisierte Blex Muslime als »ungebildet«.“

    Ich finde die Stelle auf die Schnelle nicht, habe diesen Worten aber zweimal gelauscht und hatte nicht das Gefühl, dass er pauschalisierte.
    Hat sich Blex dabei nicht auf eine bestimmte Gruppe bezogen ?
    Vielleicht hat ja jemand die entsprechende Minute zur Hand…
    Wenn ich mich irre, bitte ich um Entschuldigung und fühle mich gleich etwas befreiter : ]

    Im nächsten Absatz kritisieren Sie ziemlich heftig die ‚Militärpfarrer‘ und sagen, dass Religionen nicht viel mit Wissen zu tun haben.

    Das empfinde ich als ungerecht und unangemessen.
    Wenn die Soldaten schon im Einsatz rumrennen müssen, dann sollen sie wenigstens einen Seelsorger zur Seite haben, denke ich.
    Was der da segnet, soll mir egal sein. Hauptsache, die können mit jemandem reden.
    SoldatInnen sind auch nur menschliche Wesen, die aus unterschiedlichsten Gründen einen Fehler begangen haben.
    Und entschuldigung, aber die Theologen, mit denen ich mich bisher unterhalten habe, waren eigentlich alle ziemlich gebildete Menschen mit umfangreichem Wissen.

    Eventuell haben SIE hierbei auch etwas zu pauschal verurteilt ?

    • Hallo Seven, ich höre mir im Internet alles und jeden an aber
      Militärpfarrer der Bundeswehr sind jenseits von gut und böse.
      Indiskutabel, blasphemisch.

  11. Man kann die Meinung, oder die Aussagen anderer auch mal einfach so stehen lassen. Ich fand es einen gute Schritt in die richtige Richtung, dass Gäste aus verschieden politischen Lagern zu Worten. Da ist nämlich auch mal der aufmerksame Hörer gefragt, wie er mit dem Interviewten konform geht, oder auch nicht! Sonst erfährt man das meiste was in der AfD geschieht auch nur über Dritte und hier kann man sich direkt ein Bild. Und nein, meine Meinung über die AfD hat sich in keinster Weise geändert. Es bleiben für mich größtenteils fragwürdige Gestallten, mit ebenfalls fragwürdigen Absichten, aber es sind Menschen, wie du und ich und deren Meinung habe ich zumindest zu tolerieren, sonst lebt man im falschen Land!

    • Nö, Sie müssen nichts über Dritte erfahren. Sie können auch sich auch ganz live Bundestagsdebatten anschauen und/oder Pressemitteilungen lesen. Dann bekommen Sie alles live mit.

    • Sehe ich genauso, wie Susan Bonath! So stelle ich mir die Anfänge der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter Partei vor…
      Es muss nicht jedem Schwachmaten ein Forum zur Selbstdarstellung gegeben werden…die Alternative für Deutschland hat genügend Foren, wo sie zu Wort kommen, einschließlich des Bundestages, was schon schlimm genug ist.
      Die Deutschen sind immer noch gehorsame und untertane Bürger! Die Erziehung klappt auch heute noch wunderbar und das wird auch so weiter gehen…einfach nur gruselig!

      Auch wenn es „nur“ ein Gespräch war und keine Streitgespräch, hätte ich mir von Ken Jebsen eine schärfere „Zunge“ gewünscht, die er zum Glück auch hat, sonst wäre ich nicht hier auf dieser Seite gelandet.

    • „Es muss nicht jedem Schwachmaten …“?????????????????
      Ich glaube, ich höre nicht recht.

      Ein aufrichtiger „Schwachmat“ ist mir tausendmal lieber als ein heuchlerischer, menschenverachtender Therapeut.
      Wer sich so über andere äußert – unter dem Deckmantel der Anonymität – der ist für mich
      völlig unglaubwürdig geworden, Frau Assel.

      „Der Frieden sind wir.
      Die Traumaforschung hat die Aufgabe, herauszufinden und zu belegen, warum es „Kriege“ in den Familien gibt: zwischen Eltern und Kindern, zwischen Ehepartnern, zwischen Freunden und Arbeitskollegen. Also in allen zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Friedensforschung will herausfinden und belegen, warum sich ganze Nationen im Krieg befinden, wie es auch heute noch zu Kriegen kommen kann und was die Ursachen und die Hintergründe sind.“

      Schöne Worte.
      Warum klammern sich die Therapeuten von diesen Kriegsursachen wohl gerne aus?

    • Upps: „Ein aufrichtiger Schwachmat ist mir tausenmal lieber als ein heuchlerischer menschenverachtender Therapuet“
      Das haben Sie sehr schön gesagt. Passt genau!:)

    • „Ein aufrichtiger „Schwachmat“ ist mir tausendmal lieber als ein heuchlerischer, menschenverachtender Therapeut.“

      Ob Herr Blex aufrichtig ist, sei mal dahingestellt.
      Der heuchlerische, menschenverachtender Therapeut – wen meinen Sie denn damit?

      „Warum klammern sich die Therapeuten von diesen Kriegsursachen wohl gerne aus?“
      Das ist eine Behauptung in eine Frage gekleidet.
      Ein Beleg wäre hilfreich.

    • Ich meine, Sie suchen am falschen Ort, Schwarz ist weiß. Auch hundert Belege würden Sie weder befriedigen noch glücklich machen. Lassen wir uns nicht zu Wasserträgern liebloser und orientierungsloser Menschen machen.

      Ich bezog mich auf einen Artikel im Rubikon, glaube aber nicht, dass jene, die Sie verteidigen, gern an dieser Stelle noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte.

    • Diese Rede von Dr. Blex wird Ihnen, Jele Votava und Upps!, sicherlich besonders gut gefallen: https://www.youtube.com/watch?v=Pj5uZlcXWPo Dr. Blex setzt sich explizit für die Massentierhaltung ein…
      Dr. Blex befürwortet Atomkraftwerke und betitelt seine Schüler mit „ohne Sinn und Verstand“…na bravo!
      Er ist ein braver und gehorsamer Parteisoldat und seine Reise nach Syrien hatte nur einen Zweck: Nachzuweisen, dass die geflüchteten Syrer ruhig wieder zurück in Ihr Land gehen sollen, denn hier in Deutschland wird der „Bio-Deutsche“ bevorzugt.
      Und was mein Kommentar hier mit meinem Artikel im Rubikon zu tun hat, erschließt sich mir nicht…

      Mein Gefühl ist, Sie wollen einfach nur „stänkern“, weil ich Ihnen, warum auch immer, gehörig auf die Nerven gehe 😉 …das können Sie auch gerne machen, wenn es Ihnen Freude bereitet 😊
      P.S. Zu meinem Pseudonym: „Mamomi“ werde ich von meinen Enkelzwergen genannt und der Name gefällt mir 😉

    • Sorry, ich kenne überhaupt keinen Dr. Blex. Ich bezog mich auf eine Traumatherapeutin, die mich einmal eine zeitlang schwerstens traumatisiert hat mit ihrer niederträchtigen Fehldiagnostik.

    • Jele Votava, Sie machen Scherze…Ich kenne Sie überhaupt nicht und ich erstelle keine Diagnosen. Ich hoffe Ihnen ist klar, dass das, was Sie hier betreiben Rufmord ist. Upps! hat meinen Klarnamen genannt, was an sich schon eine Ungeheuerlichkeit ist.
      Sie sollten Ihren letzten Kommentar löschen lassen, eine Entschuldigung erwarte ich von Ihnen nicht.

    • Sie nicht, aber Upps! Und Sie beziehen sich auf den Kommentar von Upps!
      Es hat einen Grund, warum ich hier unter einem Pseudonym schreibe.

    • Nachtrag: Sollten Sie mich nicht gemeint haben, dann habe Sie die Möglichkeit, dieses Missverständnis mit einem einzigen Satz aufzuklären. Ansonsten lassen Sie Ihren Kommentar löschen! Sie tun sich doch selbst nichts Gutes mit solchen Verurteilungen, die jedweder Substanz entbehren…

    • Wenn Sie wissen, dass Sie noch nie jemanden mit einer Fehldiagnosis traumatisiert haben, dann brauchen Sie sich diesen Schuh ja auch nicht anziehen.
      Ich weiß aus Erfahrung, dass auf dem Gebiet der „Seelenheilkunde“ auch Unheil angerichtet wird. Ich glaube auch nicht, dass ein Mensch sich das Heilen der Seele anderer anlernen kann. Er muss dafür zunächst einmal selber im Herzen heil sein. Damit möchte ich diese Diskussion jetzt abschließen. Von mir aus können Sie meine Kommentare hierzu löschen lassen, wenn sie Sie persönlich so stören.

    • So, jetzt muss ich mich hier aber doch noch ein letztes Mal zu Wort melden von wegen der Gerechtigkeit. Hier bezeichnet jemand einen anderen schonmal ganz locker öffentlich als „Schwachmaten“ und regt sich dann hinterher auf, wenn andere das kritisieren und bezichtigt sie der „Rufschädigung“. Das ist genau die Verdrehung der Wirklichkeit, die in unserem Gewaltsystem herrscht. Und es bestätigt mir einmal mehr, was ich schon lange beobachte: Viele von denen, die sich ganz selbstverständlich heute „links“ verorten, gehen auch ganz selbstverständlich davon aus, dass sie auf jeden Fall persönlich von Haus aus o.k. sind und sich selbst deshalb in keiner Weise mehr selber kritisch unter die Lupe nehmen brauchen. Da bleibt dann ein Zuviel an Energie, um überall die „rechte Gefahr“ auszumachen und jeden, der nicht auch das Links-Banner demonstrativ vor sich her trägt, zu abzuurteilen. Das ist auch im Grunde nichts anderes als die schon von alters her bekannte Bigotterie.

  12. Sehr Geehrte Frau Bonat
    Nun ich glaube mich zu erinnern das Herr Blex darauf hinwies das es auch diverse Grabenkämpfe und Leute mit anderen Meinungen innerhalb der AfD gibt wie auch in allen anderen Parteien.
    Daher gehe ich davon aus das,das meiste was Herr Blex so von sich gab nur seine eigene Meinung war und ist.
    Ich denke das er einer derjenigen ist der eine andere Meinung vertritt und diese auch ausspricht,auch wenn hin und wieder Stuss dabei ist.
    Wobei ich ihnen was das mit den Türken & Muslimen angeht recht geben muss.Mein Stiefvater ist Türke der 1963 nach Deutschland kam und er kann ein Lied davon singen wie man mit ihm und seinen Landsleuten umging.

    Ps:
    Das Ding mit Höcke und der Atomkraft bereitete mir da schon weit mehr sorgen.

  13. Meiner Ansicht nach ist es ein gelungenes Interview, weil dieser Kommentar von Frau Bonath sowie alle anderen Kommentare darauf anschließend ist doch der exakte Beweis dafür. Es ist in dieser Situtation nicht die Aufgabe des Journalisten den Interviewten zu kommentieren oder zu bewerten. Dafür sind wir die Mehrheit zuständig.
    Außerdem ging es primär um die Reise sowie die Nachricht einer Privatperson die aus Syrien kam, auch wenn diese im Öffentlichen treu einer Partei nachgeht.
    Manche Elemente aus dem Leben einer Parteiperson können nunmal nicht komplett vermieden werden, die sind dann tertiär zu behandeln oder in einer anderen Themenkategorie einzuordnen.
    Natürlich hat er manche unsinnige Ideen oder Sichtweisen abgeliefert, aber bei diesem konkreten Thema wo es um die Botschaft aus Syrien ging, darf man doch nicht tiefer bohren. Dafür sind wir zuständig.
    Also als Physiklehrer, der so an der Atomenergie festhängt, da kann ich als Naturwissenschaftler nur den Kopf schütteln, weil das absolut jegliche Gefahren sowie faktisch festgestellten Katastrophen ausblendet, ergo ein Grauen für jeden vernünftig denkenden Menschen. Aber wie gesagt, das sollte man hier in den Kommentaren abgeben und wenn er die Muße hat, darauf Stellung beziehen zu wollen, dann bitte gerne.

    • Aha – also dürfen Frau Will, Frau Maischberger und Co. auch in Zukunft die „Elite“ aus Politik und Wirtschaft einladen und deren Stuss unkommentiert wiedergeben lassen. Denn dafür sind ja wir (die Mehrheit – wer ist das nochmal?) verantwortlich?

    • @ Georg367 Ja, das sind die Knackpunkte der Demokratie und Meinungsfreiheit, weil diese Elemente keine absolute Wahrheiten (wobei kein Mensch darüber weiss, ob diese überhaupt vorhanden ist) herbeischaffen bzw. beinhalten kann, hierbei bewegen wir immer auf einer Gradwanderung. Bewegen wir uns Richtung Meinungs- bzw. Gesinnungskontrolle, verlassen wir die Demokratie und steuern auf die Diktatur hin.
      Bewegen wir uns Richtung totaler zügeloser Meinungsäußerung, steuern wir auf chaotische Orientierungslosigkeit, wo jeder jeden Mist verzapfen kann und viele auch das für bare Münze glauben.
      Merkwürdig ist doch, dass momentan beide Richtungen angestrebt werden. Die Steuerungseliten wollen die Diktatur und die vielen Orientierungslosen glauben an all sonstigen Schwachsinn, nur nicht an die Meinungskontrolle oder -steuerung, weil sie ja Abitur haben oder Akademiker sind.

  14. Wie wäre es, wenn wir aufhören würden aufeinander einzudreschen? Schön! Ob nun die „Gastarbeiter“ als USA-Drückerkolonne einmarschierten oder die damalige Verwaltung des Landstriches BRD sie brauchten, um Kriegslücken zu füllen ist wohlfeil. Was wurde damit erreicht? Es wurde ein Grundstein auf einem Teilgebiet des Kriegsverlierers gelegt, der die bis heute gewachsenen Enklaven und Parallelwelten entstehen ließ, was mir recht einzigartig in der Welt erscheint, was die Demut der betroffenen Bürger vor diesem Ansturm völlig fremder Kulturen und Unarten betrifft. Jaaaa…es gibt positive Effekte aus dieser und der heutigen Situation. Doch überwiegt der negative Aspekt. Integration ist lächerlich! Der Nationalstolz uns fremder Kulturen ist unserem Masochismus haushoch überlegen und entsprechend arrogant und anmaßend. Allein Deutsch zu versuchen, integriert keinen Gockel und ein vielgebärdenes Zwangshausputtelchen. „Linksversifft“? Das soll wohl meinen, dass alles, was mit der Realität und Vernunft verbunden und dem Trieb, die eigene Herde vor Unheil zu bewahren ist, als Rechts, Nazi oder Anti-Was-Auch-Immer von den Bewahrern der Wahrheit beschimpft werden darf. Eben von den sogenannten Linken. Mir hat vor Jahren einmal ein sehr geschätzer Kollege gesagt: „Die stehen soweit links, die glotzen schon wieder rechts heraus…“ Wer wen aus welcher Richtung anhasst, verletzt und tötet ist letztendlich egal. Verbrechen sind in keines Namen zu rechtfertigen! Lasst uns zuerst mit uns ins Reine kommen. Vergessen wir die vorgegebenen Peripherien. Wer hasst, was er/sie spricht oder wo er/sie wohnt, soll gehen. Pseudoselbsthass ist ein Instrument. Danke!

  15. Liebe Frau Bonath,

    schwach wie immer, weil

    Ohne Quellenangaben und Beweisen Ihrer sogenannten 2 Beispiele

    was soll das?

    Meinungen hinterfragen – ja

    Meinungen unbegründet als Lügen und Hetze oder Märchen zu bezeichnen – nein

    Finde Ihre Montagskommentare weiterhin als

    Schädlich und gefährlich

    Und zunehmend peinlich

    Claudia Volke aus Dresden

    • Frau Volke zu Ihrer Information: das ist ein Kommentar – also die Sichtweise von Susan Bonath und keine wissenschaftliche Abhandlung ;-).

    • Liebe(r) Mamoni,

      was für ein Quatsch

      Frau Bonath schreibt auf KENFM jeden Montag die Tagesdosis

      Ist nicht nur ein „Kommentar“

      Sie hat Verantwortung

      Fast alle anderen Tagesdosis Schreiber nehmen diese sehr ernst

      Claudia Volke aus Dresden

    • Ah, ich denke, der KenFM-Hörer ist gebildet genug, um selbst nach den Quellen zu suchen? Also „Google“ > Parteiprogramm AfD z.B.? Schon lustig, wie hier alle aus ihren Anzügen springen.

    • In der Tat, die Montagskommentare(*) von Frau Bonath sind schädlich und gefährlich. Jedoch ist die interessante Frage dahinter, schädlich und gefährlich für wen?
      Und es läßt sich auch anders sehen; ist es schädlich und gefährlich gegen ein zutiefst krankes, selbstzerstörerisches System aufzustehen? Den Schaden und die Gefahr haben sie innerhalb ohnehin.

      Die Attacken auf Frau Bonath sind stets sehr massiv und zeigen auf, daß sie einen wunden Punkt trifft.

      (*) Montag, ein schöner Name. Der Feuerwehrmann der hinter die Fassade blickt (Fahrenheit 451, Ray Bradbury). Gibt’s auch als Film von François Truffaut.

    • „Frau Bonath schreibt auf KENFM jeden Montag die Tagesdosis
      Ist nicht nur ein „Kommentar“
      Sie hat Verantwortung
      Fast alle anderen Tagesdosis Schreiber nehmen diese sehr ernst“

      Was ist denn Ihr Begehr?
      Sie wollen das Frau Bonath nicht mehr hier schreibt, damit Sie es nicht lesen müssen?
      Dann lassen sie doch den Montag aus, wenn sie es nicht ertragen.

      Ich lese ihre Artikel gerne, weil gerade Sie den immer mehr „ausgedünnten Sozialstaat“ im Blick hat.

      Keine oder nur wenig soziale Teilhabe zu haben, schafft Ungerechtigkeit und am Ende Unfrieden.

      Ansonsten können Sie gerne Frau Bonath kritisieren.

      Aber ein bisschen fundierter darf es schon sein. 🙂

    • Mein Begehr?

      Achtsamkeit, maßvolle, berechtigte Kritik und vor allem Belege

      Worte und Sätze mit möglichst wenig bewertenden Adjektiven

      Das braucht Zeit, Frau Bonath hatte 1,5 Wochen Zeit

      Für eine Journalistin ein Schnellschuss und da kommt die Frage

      Was ist der Sinn dieser Tagesdosis?

      Kann man das Thema „Widersprüche gehören hinterfragt“ nicht intern klären?

      Frau Bonath stiftet Verwirrung, davon haben wir schon genug.

      Ich bringe gern noch mal das zerplatzte Pflaumenmusglas an, welches überall klebt.

      Herr Box, das Buch Fahrenheit 451 habe ich gelesen, kein so schlechter Vergleich, da Herr Montag gerade den Zugang zu Büchern, Worten und freiem Denken erlernt.

      Herr schwarz ist weiß, ich versuche tatsächlich die Montagsdosis zu vermeiden.

      Die Kontroverse, die Frau Bonath auslöst, ist nicht in Ihrer angeblich rebellischen Art zu verorten, sondern in Ihrem fehlenden Vermögen des Zusammenfügens von durchdachten und zielführenden Worten.

      Die Worte „linksver…sind genauso wenig klug wir rechtsver…

      Lassen wir uns doch alle mehr überlegen, wenn wir was sagen, was wir sagen.

      Hier gibt es so viele gute Kommentare, hat nicht einer von Ihnen Lust und Zeit , die Tagesdosis am Montag zu schreiben?

      Claudia Volke aus Dresden

  16. Im Forum wurde viel Zutreffendes gesagt. Ich hatte auch ein eigenartiges Gefühl bei zwei AfD Auftritten unmittelbar hintereinander. Man muss jedoch unterscheiden, was Ken z.Bsp. bei Me, Myself & Media über die AfD sagt und wie er Interviews führt. Wenn ich Kens persönliche Positionen zur AfD kennenlernen will muss ich mir aufmerksam Ersteres anhören.
    Bei einem Interview ist das eine schwierige Gratwanderung, nicht als Oberlehrer oder Besserwisser aufzutreten und dennoch Hintergründiges heraus zu kitzeln. Das gelingt mal mehr und mal weniger.

  17. @Susan Bonath

    Es heißt ja nicht umsonst „im Gespräch“ und nicht etwa „im Streitgespräch“. Das ist es, was ich bei den „Gesprächen“ so schätze – Herr Jebsen spricht mit ganz verschiedenen Menschen und lässt sie ausreden, sodass auch ihre Positionen und Argumente deutlich werden. Diese zu analysieren und zuzuordnen ist schon meine Sache bzw. der Zuschauer/Zuhörer. Es werden im Gespräch keine Wahrheiten offenbart, Mitdenken ist vorausgesetzt.

    Zu den Gastarbeitern. Man muss ja wissen, dass damals in der BRD-Politik und -Wirtschaft so gut wie gar nichts ohne Zustimmung der USA geschah. Was allerdings auch nicht bedeutet, dass es alleine „auf Wunsch der USA“ oder gegen Willen der Wirtschaft und Politik geschehen ist.

    Um s.g. Wirtschaftswunder ranken ja so viele Mythen und Legenden:
    https://www.youtube.com/watch?v=y-jwKVVJjpk
    oder auch hier
    https://www.youtube.com/watch?v=3vmgiQvDVWU
    und nicht zu vernachlässigen – Korea-Krieg war ein Segen für die deutsche Industrie!

    • Es geht hier nicht um die Zustimmung der USA, sondern die Suggestion, dass die „böse USA“ der „guten BRD“ dies völlig gegen ihren Willen aufoktroyiert haben soll. Genau dieser Opfermythos wird nämlich kolportiert und zwar mit dem Ziel, die betroffenen Menschen türkischer Abstammung als irgendwie minderwertig, unwert und nicht zugehörig zu diffamieren, wenn auch versteckt. Genauso ist eine Abqualifikation bestimmter Gruppen in „ungebildet“ zu verstehen, was ebenfalls die Deutschen als so etwas wie eine „Herrenrasse“ herausstellen soll. Nun, das Einteilen der Untertanen in wert und unwert geschieht nicht ohne politisches Kalkül. Und ich finde nicht, dass man das so stehen lassen darf. Merke: Bildung heißt nicht, ein guter Mensch zu sein. Ich habe sehr viele kluge Menschen kennengelernt, die wenig Bildung erfahren haben und andersherum viele hochgebildete bösartige Psychopathen. Ja, von daher habe ich was dagegen, so etwas im Raum stehen zu lassen.

  18. Ich konnte das Interview nur schwer ertragen. Die unterwuerfige Sympathie eines nicht Muster-Mathe- Schuelers vor der sog. Lehrer KAPAZITAET war schon hart, und noch schwerer war es zu lesen das so was als der „wichtigste Artikel“ gekennzeichnet wurde.
    Umsomehr: Hut ab vor Susan Bonath und dem KenFm Mut , das auch hier zu veroeffentlichen.

    • Moechte noch ergaenzen, dass es mir aehnlich ging beim Interview mit SATTELBERGER. Erst links und Protestler – dann wenn man nicht bei der RAF landet und der Kohle Koeder (Geld stinkt nicht!) macht nach ganz RECHTS!
      Wird Joschka Fisher auch bald hier eingeladen?

    • Luise: …..KenFm Mut , das auch hier zu veroeffentlichen.
      Danke für den Satz, das hatte ich vergessen. Ich finde, das ist Rückgrat.

  19. Moin, ich wuerde mich auch eher als „linksversifft“ bezeichnen, komme ich doch auch aus der sog. „neuen Linken“, allerdings auch bemueht die rechts/links Verwirrung fuer mich auf die Reihe zu kriegen.
    So ist es fuer mich nur ein Nebenapekt, ob und dass der US-Imperialismus die Einwanderung von Italienern, Tuerken und Griechen damals befohlen oder nur angestossen hat: Fakt ist, sie kamen und spielten damit Lohndumper. Heute sind es andere Ethnien, die allerdings die gleiche Rolle spielen.
    Wie gesagt ist es mir fast egal, wer den Hauptanteil trägt an der Zuwanderung. Heutige Ethnien vertreten neben dem geschilderten Lohndumping auch noch einen wesentlichen härteren/konsequenteren Islam, als damals die Tuerken, sodass wir auch auf der Ebene Unverständnis haben mit deren Glauben.
    Nach meinem Dafuerhalten kann eine Position, die die Rechte (hier Lohn) der Arbeiterklasse derart untergräbt heute noch schwerlich als links begriffen werden. Auch wenn der Internationalismus ein wesentlicher Bestandteil der Linken ist, heisst es noch lange nicht, dass die Interessen der eigenen Arbeiterklasse den Interessen der Einwanderer geopfert werden duerfen.
    Nur zur Erläuterung: Ich verurteile auf Schärfste den Antismitismus sowohl zur Zeit des grössten Faschisten aller Zeiten, als auch heute. Ich verurteile allerdings genauso den Zionismus als eine Abart des Rassismus und Faschismus.
    Netanjahu solltye sich verantworten muessen vor einem Nuernberger Kriegstribunal!

  20. Ich finde es ja völlig ok, daß solche Leute zu Wort kommen, damit man mal hört und vor allem dabei sieht, was die so erzählen. Letztendlich konnte ich mir das Gespräch nur knapp 10 Minuten anhören, weil ich den Typen echt nicht ertragen konnte wie und was er redete und hatte echt keine Lust, mir das weiter anzutun, weil ich keine Hoffnung hatte, daß das irgendwie noch gut oder interessant wird.

  21. „Auch Hartz-IV-Bezieher will die AfD zur Pflichtarbeit zwingen, um überhaupt die Grundsicherung zu erhalten.“

    Viel schlimmer noch, als diese unsägliche Forderung nach Zwangsarbeit ist, dass deren Wähler das auch noch gut finden!

    • Soweit ich mich erinnern kann, hatte auch mal die Linke von aktivierender Grundsicherung gesprochen. Die Idee ist grundsätzlich gut , dass derjenige, der etwas tut, was der Allgemeinheit dient, mehr bekommt als derjenige, der es nicht macht. Was mich jedoch eher wundert, dass die Linke keine Kritik an der aufgeblähten Sozialverwaltung erhebt. Denn je mehr Mitarbeiter und Posten besetzt werden, um so mehr Sanktionen und Vorschriften werden erlassen, damit die Beamten eine Rechtfertigung für ihr dienstliches Erscheinen haben.

    • Das der, der „der Allgemeinheit dient, mehr bekommt als derjenige, der es nicht macht.“
      Schöner Trick.
      Ist es nicht so, dass in diesem System die am meisten bekommen, die vor allem ihr eigenes Wohl im Kopf haben.
      Wer hat denn da die Deutungshoheit, wer als „Leistungsträger“ in der Gesellschaft gilt und wer nicht.
      In Sonntagsreden wird der hohe Stellenwert von Erziehern und Kranken- sowie Altenpflegern gewürdigt.
      Aber Wert ist es uns einen Sch…dreck.Es ist die pure Heuchelei.
      Gibt es darüber eine breite Diskussion in der Gesellschaft?
      Darüber habe ich von der AFD nichts gehört.
      Soziale Fragen werden erst interessant wenn es um Flüchtlinge geht.

      Die Linke ist gegen Hartz 4, und somit auch gegen diese Sozialverwaltung, die es dann nicht mehr bräuchte.
      Will sagen, das Hartz 4-System ist doch näher an der Wurzel und nicht der Apparat, der installiert wurde um es durchzusetzen.

  22. Liebe Frau Bonath, vielen Dank für diese Tagesdosis!

    auch wenn ich selber nicht dazu beitragen kann, auf wessen „Druck und Initiative“ hin, damals die „Gastarbeiter“ in´s Land geholt wurden und/oder über die wahre Gesschichte wird man noch lange streiten können, so finde ich Ihre Kritik, doch grundsätzlich angebracht und – für mich – nachvollziehbar.
    Ich hatte Anfang des Jahres die Diskussionsrunde : „Positionen 14: Flucht und Krise – Geopolitik oder Gastfreundschaft?“ mit dem AFD-Politiker Stefan Keuter live miterleben dürfen und hatte anschließend ein ähnliches Gefühl, bzw. glaube das selbe „Unbehagen“ (wenn Sie erlauben, dass ich Ihre Kritik aus der tagesdosis mal so zusammenschrumpfen darf) gehabt zu haben, wie Sie – meines eravchtens hier in der Tagesdosis ausführen.

    Irgendwie finde ich auch (und das fällt mir irgendwie einfach auf, bei AFDlern), dass sie perfekt darin sind, dem Gegenüber (Interviewer, Diskussionsteilnehmer, Frager, etc.) gegenüber Süßholz zuraspeln, sich anzubiedern und anch dem Mund zu reden (wie immer man es auch nennen will) und von ihren eigentlichen Programmpunkten quasi nix wissen wollen, bzw. perfekt darin sind, diese auszublenden.
    Für meinen Teil, finde ich, dass man dort immer höllisch aufpassen muss, um sich nicht einlullen zu lassen und – ganz ehrlich – ich hatte mich auch schon gefragt, sowhl bei der Diskussionsrunde, wie auch bei dem Interview, warum da sowenig versucht wird, sie auf ihre niedergeschriebenen Programme und das was da wirklich wollen, festzunageln und – so wie Sie es sagen – hier Widersprüche aufzudecken.

    Deshalb habe ich absolut Verständnis für Ihre Kritik und finde diese nachvollziehbar.

    Last but not least, finde ich auch den Kommentar von Herrn Meyer wichtig, dass wir aufgefordert sind selber zu denken und kritisch zu bleiben und immer wieder zu hinterfragen und uns nicht darüber beschweren sollten, dass nicht Konsumentengerecht alles in der Packung drinn ist, was nach Meinung der Leser, Hörer drinn sein sollte (das dürfte dann eh nicht zu erfüllen sein).

    Vielleicht hat man sich hier aber auch ganz bewußt mit dem Festnageln auf Wiedersprüche zurückgehalten, um sie nicht „vorzuführen“, bzw. frei zur Rede kommen zu lassen. Was dann daraus wird, mag ein jeder für sich selber beurteilen und ich finde es gut und richtig, dass mit dieser Tagesdosis die Diskussion darüber mal angestossen wurde.

    • Dieses „Unbehagen“ hab ich auch jedesmal. Manchmal so schlimm, dass ich abschalten oder wegklicken muss, um meine armen Nerven zu schonen.
      Und auch mit dem Süßholz raspeln hast du völlig recht. Ist mir auch schon öfter aufgefallen. Dazu kommt noch, dass man ganz offen rechte Ansichten vertritt, aber vehement abstreitet rechts zu sein. Über dieses Phänomen stolpere ich neuerdings öfter. Ist aber im Grunde doch nur ein Beweis, dass man genau weiß, dass diese Geisteshaltung falsch ist, sonst könnte man ja offen dazu stehen.

    • Ja, es ist etwas sehr Verlogenes in dieser Partei – so wie sie jetzt ist. Ich sage ebenfalls Danke, Frau Bonath. Meiner Ansicht nach hat die AfD so sehr viel Zulauf durch die Flüchtlinge bekommen. Grenzen dicht, so viele will hier niemand. Und im Parteiprogramm stehen dann viel andere, nette Sachen, die aber niemand gelesen hat. Ich auch nicht. Nur davon gehört.
      Da werden sich noch viele wundern, aber wie.

    • Ja. Authentisch, echt, war mir der Herr von der AfD (Positionen), nur an der Stelle, als er von links-grün-versifft sprach.
      Das war ungefiltert. Ansonsten war’s meist auf Stichwort und nach dem Mund. Als Herr Jebsen Frau Weidel (Goldman-Sachs) erwähnte, Schweigen.

      Und wenn einer eine Reise tut (AfD-Politiker nach Syrien/offiziell-inoffiziell, Stichwort: plausible deniabilty), bzw. wenn U-Boote auf große Fahrt gehen, ist dies natürlich auch eine wunderbare PR-Aktion (Public Relation=Propaganda), ein Türöffner.

      Nicht daß andere Politiker der Aufrichtigkeit mehr Zuneigung entgegenbringen würden.
      Ausnahmen wie stets ausgenommen.

    • In diesem Falle wurde die Diskussion erst durch diese Tagesdosis angeschoben. Denn unter den Kommentaren zum Gespräch mit Herrn Blex wurde zu diesen Punkten und einigen anderen nichts geschrieben. Wie dort überhaupt wenig Kritik geäußert wurde. Die Fakten die mir vorliegen lassen auch nicht zu, von Flüchtlingsströmen und Massenimmigration zu sprechen (wobei es schon eine zeitlang her ist, dass ich mich durch das Gespräch gequält habe und nicht mehr weiß, ob tatsächlich diese Worte benutzt wurden). Das schließt nicht aus, dass nicht noch soweit kommt (sollte sich an der bestehenden Außten- und Wirtschaftspolitik nichts ändern), aber noch ist es nicht soweit. Also in diesem Fall ein Dank an Susan Bonath, dass sie auf Widersprüche hingewiesen hat. Die Frage ob der Interviewer dies tun sollte, kann ich nicht eindeutig beantworten. Ich denke, dass das von Gespräch zu Gespräch unterschiedlich ausfallen kann. Hier hätte ich es mir gewünscht, ich persönlich.

  23. Liebe Frau Bonath,

    ich kann Ihnen mal wieder weitgehend zustimmen.

    Allerdings denke ich, dass das eben die Art von Ken Jebsen ist, wie er Interviews führt. Zum einen traut er den Zuhörern viel Selbst(mit)denken zu und hält es wohl nicht für nötig, alles einzuordnen und zu bewerten. Zum anderen – ob das sein Kalkül ist, weiß ich nicht – schafft das durchaus eine Gesprächsatmosphäre, in der sich der Interviewte wertgeschätzt fühlt und dann auch bereit ist, sich weiter zu öffnen.

    Trotz allem – ich habe damit auch meine Schwierigkeiten. Und habe schon öfter um Luft gerungen, als KJ nicht eingeschrit-ten ist bei sehr fragwürdigen Aussagen von verschiedensten Leute, z.B. Rita Süssmuth, Herrn Sattelberger, Gerhard Wisnewski. Vor allem fürchte ich, dass die Leute mehrheitlich leider dümmer sind als KJ es hofft. Die AfD-Anhänger im Forum feiern eine Party, weil sie sich bestätigt fühlen. Und auch Außenstehende werden möglicherweise abgeschreckt, weil man KenFM dadurch leichter eine Nähe zur AfD andichten kann – in diesem Fall hier.

    • Ich stimme Ihnen weitgehend zu. Hier geht es aber nicht um Dummheit (Sie schrieben leider „..leider dümmer….“).

      Auch Ken Jebsen war ja vielleicht, genauso wie ich unwissend bezüglich der diversen Protagonisten für die Türkei-Gastarbeiter.

      Insofern ist die dieses Forum doch ein tolles Mittel, um offene Fragen aus dem Interview anzusprechen.

      Diese Methode hat sicher da Mängel, weil die Leute, die nur die Downloads hören, vielleicht nicht das Forum lesen.

      Aber vielleicht könnte man die Kommentare auch hörbar machen? Man schreibt und spricht sie ein?

    • Also ich kann mir nicht vorstellen, dass Ken Jebsen diesbezüglich unwissend war. 🙂

      Vielleicht wäre ein kürzeres Interview besser gewesen, wo es nur um den Besuch bei „Animal Assad“ gegangen wäre. Die restlichen Gedanken von Herrn Blex interessieren mich nun wirklich nicht all zu sehr.

    • Wieso sollte man KenFM durch Herrn Dr. Blex eine AFD-Nähe andichten? Das ist die Argumentation, die man oft aus dem Lederer-Flügel der Linken hört, die gern von angeblicher Querfront fabulieren, während sie selbst in einer Koalition mit neoliberalen Parteien am reich gedeckten Tisch des Berliner Senats Platz genommen haben. Herr Lederer und sein Flügel ist „die“ Querfront!

  24. Ich würde mich genauer für die vornehmlichen Netzwerke fundamentalistischer Christen in deutschen Parteien interessieren.
    Vielleicht kann die Autorin das noch konkretisieren. Denn gesetzt den Fall, dass es diese gibt, würde ich mich gerne an „meine“ Bundes- und Landtagsabgeordneten wenden.
    Oder ist damit jetzt nur die katholische Kirche gemeint?

  25. Frau Bonath Sie irren; das Anwerbeabkommen von 1961 zwischen der BRD und der Türkei wurde tatsächlich auf Druck der USA durchgesetzt. Das zuständige Arbeitsministerium verweigerte sogar die Unterzeichnung (bereits 1960), so dass schliesslich das Aussenministerium dem Druck der USA nachkam. Einer der Gründe war, die wirtschaftliche Situation des NATO-Mitglieds Türkei zu entlasten.
    Ähnliche Abkommen wurden bereits mit Italien (1955), Griechenland (1960) und Spanien (1960) durchgesetzt, also vor dem Bau der Mauer.

    • Sie irren leider mit Ihrer Behauptung, das Anwerbeabkommen sei ausschließlich auf Druck der USA zustande gekommen. Es gab starke wirtschaftliche Kräfte in D., die sich dafür eingesetzt haben, weil sie billige Arbeitskräfte brauchten und den Lohnforderungen deutscher Arbeiter nicht mehr nachzukommen gewillt waren. Ebenso hatte die Türkei darauf beharrt. Und ansonsten haben Sie das Thema verfehlt, lieber Herr Steins. Es geht hier um die Fehlsuggestion, die bösen USA hätten die gute BRD einseitig dazu überredet, kurz: Böser US-Imperialismus – guter BRD-Imperialismus. Ich würde gerne auch gerne Ihre Motivation erfahren. Denn Sie gehören zu dem Personenkreis, dem ich intuitiv nicht mal einen Meter um die Ecke traue. Ist halt ein subjektives Gefühl, aber damit lag ich bisher halt selten falsch. 😉

    • Man merkt sofort, Sie sind keine Akademikerin, es fällt Ihnen schwer, einem Thema emotionsfrei auf der Sachebene zu folgen.
      Die Schwierigkeiten für die USA dieses Abkommen im besetzten Deutschland durchzusetzen, können Sie auch den offiziellen Schilderungen entnehmen. Das zuständige Arbeitsministerium verweigerte seine Zustimmung.
      Die nationale Bourgeoisie musste für diese Maßnahme zur Mitwirkung gewonnen werden, was u.a. durch das Versprechen billiger Arbeitskräfte geschah.

    • Stephan Steins,

      in der Tat, „man merkt sofort, Sie sind keine Akademikerin, es fällt Ihnen schwer, einem Thema emotionsfrei auf der Sachebene zu folgen,“ dieser Angriff von ihnen, ist enorm „sachlich“ und „emotionsfrei“ formuliert.

      Der Widerspruch steckt im Vorwurf. Im Übrigen soll einem zu einem gehörigen Teil, auf der „Akademie,“ der Verstand vivisektiert und das Ego zu nie dagewesenen Höhen erhoben werden.
      Ob man das mit sich machen läßt oder machen lassen will, da man es doch sicherlich verdient hat, da man doch so viel schlauer als die Anderen ist, da man so besonders besonders ist, hängt vom eigenen Kompaß und der eigenen Resilienz ab.

      Und um Frau Bonath zu ergänzen, faule Hartzer, faule Griechen und stupide Nichtakademiker.

    • Könnten Sie bitte Quellen für Ihre Behauptungen angeben, Herr Steins? Als Akademiker müsste Ihnen eigentlich bekannt sein, dass Behauptungen ohne Quellenangaben für den Mülleimer sind.

    • Die Geschichte die Herr Steins (und Herr Blix) hier über die Gastarbeiter aus der Türkei erzahlen ist mir
      vor ca. 15 Jahren im Mainstream (Zeitzeichen im WDR oder so) auch erzählt worden.
      Ob das wahr oder falsch ist, wer weiß. Tatsache ist, dass das vor ca. 15 Jahren im Mainstream
      gestreut wurde.

      Die Art wie Ken Jebsen die Gespräche führt ist genau richtig, nicht diskutieren sondern die Leute
      reden lassen. Besonders beeindruckt hat mich das bei dem Gespräch mit Rita Süßmuth,
      Mir ist das Blut in den Adern gefroren und er hat ungerührt weiter gemacht. Hut ab!

    • @ Silencer – Das ist Teil der Allgemeinbildung, aber für Sie hier beispielhaft eine Quelle, Zitat Bundeszentrale für politische Bildung:

      „Die westdeutschen Bundesregierungen hatten zunächst keine Notwendigkeit gesehen, auch mit der Türkei ein Anwerbeabkommen zu schließen. Aus außenpolitischen Gründen – die Türkei sicherte die Südost-Flanke der NATO – entschied man sich anders.”

      http://www.bpb.de/internationales/europa/tuerkei/184981/gastarbeit

      .

    • Die Frage ist doch letzten Endes die, wie souverän die besetzten drei Westzonen handeln konnten.
      Was eine Bourgeoisie zu haben wollte, das ist den planenden Geopolitikern egal gewesen.
      Überhaupt immer diese Simplifizierung als ob es einen einheitlich monolithischen Block namens Bourgeoisie gäbe.

    • @GLOUCESTER

      ..ich denke auch, die Überlegungen von Frau Bonath zum Anwerbeabkommen von damals fußen auf einer falschen Vorstellung. Dass man sich jedoch Verbündete für geopolitische Vorhaben im Land, das man besetzt, sucht, war damals ebenfalls üblich; es funktionierte jedoch anders als heute. Allein durch die Kenntnis der Vergangenheit ehemaliger Nazis, die in der BRD Karriere machten, waren viele potentiell über verschiedene Wege für die USA erpressbar. Heute hat man überwiegend die wichtigen Akteure in Wirtschaft und Politik in den Netzwerken quasi frühzeitig „verpflichtet“ (Young Leader), so dass sie die US-Interessen in Deutschland ganz oder überwiegend freiwillig zu ihren eigenen machen, da sie wissen, damit Karriere machen zu können. Ein weites Gebiet, das sich Frau Bonath annehmen sollte, was jedoch in der Linken bis heute nur wenig Beachtung findet. Schließlich entpuppen sich weite Teile der Linken als weiterer Bettvorleger der USA -> die Antideutschen.

  26. Mal abgesehen davon, dass ich dem Kommentar von @Bernhard Meyer vollständig zustimme, bin ich auch in der Sache mit der Autorin uneinig.
    Ja, es gibt die Sichtweise, dass hier nach dem Krieg alles von Trümmerfrauen wieder aufgebaut werden und mittels sog. „Wirtschaftswunder“ die Versorgung der Bevölkerung wieder hergestellt werden musste.
    Und dann gibt es noch eine ganze Reihe von Sichtweisen mehr, die u.a. die politischen Hintergründe des amerikanischen Marshallplans mit in Betracht ziehen; die sich bezgl. der Nachkriegssituation auf dem europäischen Kontinent auf eine Meta-Ebene begeben und sich mit den strategischen Zielen im Hintergund des Wiederaufbaus beschäftigen usw.

    Bei einem derartig komplexen Thema eine „Kritik“ wie die obige mal eben ohne eine fundiert begründete Sichtweise, die aufgrund von Quellenangaben einzuordnen wäre, aus der Hüfte zu schießen, nur weil (anscheinend) dem persönlichen Widerspruchsbedürfnis im Interview nicht Genüge geleistet wurde, lässt in meinen Augen ebenfalls die eingeforderte tiefere Auseinandersetzung in der Sache („Floskeln hinterfragt und Widersprüche aufgedeckt“) vermissen.

  27. Ich finde nicht, dass der Berichterstatter, der Moderator, der interviewende Journalist usw. den Leser / Hörer das Selberdenken ganz abnehmen muss. Ich kriege mal einen AfDler zu sehen und hören und finde, dass er manchmal Sachen sagt, die ich ihm nicht zugetraut habe und andere, die mein Vorurteil bestätigen. Deshalb war das Gespräch für mich nützlich. Ich verwende so ein Gespräch doch nicht als ungetrübte Informationsquelle. Widersprüche dienen als Anregung einer Sache mit anderen Quellen auf den Grund zu gehen: Wie war das damals, wer hat die Türken gerufen? Stimmt denn das, was er darüber behauptet? Das kann, aber muss der Interviewer nicht in jedem Fall hinterfragen. Er kann ja auch nicht immer und in jedem Fall in einer Sache sicher sein, dass der Gesprächspartner falsch liegt.

    • Meine Erfahrung in der Afd sind ähnlich. Entgegen landläufiger Meinung, laufen dort nicht braunlackierte Nazis herum, sondern es sind überwiegend Bürger, die sich in keiner der Altparteien mehr wohl fühlen. Mit Ausnahme der Grünen, deren Wähler in der Regel überwiegend Beamte sind, und die sich durch die Vollversorgung des Staates wenig für wirtschaftliche Aspekte interessieren, tummeln sind in der AFD alle möglichen Strömungen besorgter Bürger. Warum darf man nicht besorgt sein? Da Beamte keinen Anlass zur Sorge haben, können sie darüber kein Urteil abgeben.

      Was die meisten Afd ler eint, ist die Unzufriedenheit mit der Exekutive. Und es geht doch sehr anarchisch zu – kaum einer lässt sich etwas verbieten, um der Wahrheit näher zu kommen, was wohl auch die Gunst der Partei in der Öffentlichkeit hebt. Auch keine Reise nach Syrien oder auf die Krim, weil sie den Medien so misstrauen wie der herrschenden Politik.

      Was macht die Linke aus der Unzufriedenheit? Nichts. Dass die Linke das mögliche Protestpotential nicht einsammeln kann, liegt an ihrem desolaten politischen und öffentlichen Erscheinungsbild.

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