Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Stellt man an Schulen, Universitäten oder auch auf einschlägigen Seiten im Internet die Frage „Wie wird Geld geschaffen?, so erhält man fast immer folgende Antwort:

Die Banken nehmen das Geld von Einlegern und Sparern und vergeben es in der Form von Krediten an andere Kunden. Da man irgendwann festgestellt hat, dass ja nicht alle Sparer und Einleger ihr Geld gleichzeitig zurückfordern werden, dürfen die Banken sogar mehr verleihen als sie haben, also neues Geld schöpfen, müssen allerdings einen bestimmten Prozentsatz ihres Geldes als sogenannte Mindestreserve zurückbehalten.“

Dass diese Erklärung heute noch durch zahlreiche Lehrbücher geistert, ändert nichts an der Tatsache, dass sie nur für einen bestimmten historischen Zeitraum – die Anfangszeit des Bankwesens – galt, heute aber falsch ist und die Dinge sogar auf den Kopf stellt. In unserer Zeit dienen nämlich nicht mehr die Einlagen, also das bei einer Bank hinterlegte Geld, als Grundlage für die von ihr vergebenen Kredite. Heute schaffen die Kredite die Grundlagen für die Einlagen.

Wie das…?

Nehmen wir ein Beispiel: Frau Müller möchte sich ein neues Auto kaufen und braucht zusätzlich zu ihrem ersparten Geld 5.000 Euro. Sie geht zu ihrer Bank, um einen Kredit aufzunehmen. Zuerst muss sie eine Sicherheit nachweisen. Da sie fest angestellt ist und eine kleine Eigentumswohnung besitzt, bereitet ihr das keine Probleme. Dann werden für ihren Kredit eine Laufzeit, sagen wir 2 Jahre, und ein Zinssatz, sagen wir 5 Prozent, vereinbart.

Sobald Frau Müller den Kreditvertrag unterschrieben hat, geht der Bankangestellte an seinen Computer und überweist auf ihr Konto 5.000 Euro, indem er die Zahl in die Tastatur eingibt. Diese 5.000 Euro waren vorher nicht vorhanden, sind also – ganz legal – per Mausklick erzeugt worden.

Da die EZB einen Mindestreservesatz von 1 Prozent verlangt, muss der Angestellte am Ende des Monats dann noch 50 Euro auf das hauseigene Konto bei der EZB überweisen – ein mehr oder weniger symbolischer Akt, der in Ländern wie Großbritannien, Kanada, Australien und Schweden bereits abgeschafft wurde.

Wie geht es nun weiter? Wenn alles gut verläuft, zahlt Frau Müller den Betrag von 5.000 Euro zuzüglich 250 Euro Zinsen zwei Jahre später zurück. Für die Bank bedeutet das: Die aus dem Nichts erzeugten 5.000 Euro werden gelöscht, verschwinden also wieder und sind damit aus der Welt. Nicht aus der Welt sind allerdings die 250 Euro Zinsen, die ja bereits vor der Vergabe des Kredits vorhanden waren, nach seiner Rückzahlung aber den Eigentümer gewechselt haben und nun der Bank gehören.

Was aber, wenn es für Frau Müller nicht so gut verläuft, sie zum Beispiel ihren Job verliert und nach zwei Jahren nicht in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen? Dann greift die Bank auf die Sicherheiten, die Frau Müller bei Vertragsabschluss angegeben hat, zurück und verschafft sich auf diese Weise das ausstehende Geld, notfalls mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers.

Dieser Prozess der Geldschöpfung per Kreditvergabe ist, wie man sieht, nicht besonders schwer zu verstehen. Warum aber halten Wissenschaft und Medien so hartnäckig an der historisch überkommenen Version vom Verleihen von Einlagen unter Beachtung des Mindestreserveprinzips fest?

Vermutlich deswegen, weil die Geldschöpfung per Mausklick sehr deutlich belegt, welches Privileg die Banken in unserer Gesellschaft genießen und wie sie uns alle mit ihrer Hilfe beherrschen.

Um sich über die Bedeutung dieses Mechanismus klar zu werden, muss man sich nur einmal vorstellen, was passieren würde, wenn Frau Müller auf die Idee käme, selber Geld aus dem Nichts zu schöpfen, indem sie einen Geldschein kopiert und damit zu bezahlen oder ihn gar gegen Zinsen zu verleihen versucht. Sie würde als Verbrecherin vor Gericht gestellt und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt – obwohl sie ja im Prinzip nichts anderes getan hätte als die Bank.

Anders ausgedrückt: Das Recht der Kreditvergabe und der damit verbundenen Geldschöpfung aus dem Nichts verleiht den Banken in unserer Gesellschaft einen einmaligen Sonderstatus, der es ihnen ermöglicht, sich über die Bevölkerung zu erheben, sie finanziell von sich abhängig zu machen und sich einseitig und in ständig zunehmender Weise an ihr zu bereichern.

Da alle drei Vorgänge dem vermeintlichen Prinzip der parlamentarischen Demokratie, dass wir nämlich vor dem Gesetz alle gleich sind, in so eklatanter Weise widersprechen, ist es kein Wunder, dass uns die Geldschöpfung per Mausklick bis heute nicht als das dargestellt wird, was sie in Wirklichkeit ist – eine der Grundlagen, auf der das Finanzgewerbe uns alle beherrscht.

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

28 Kommentare zu: “Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft

  1. Die Geldschöpfung aus der Luft findet statt. Aber es findet noch weit mehr statt. Aus Menschen werden Personen gemacht,indem die Geburtsurkunde registriert wird.Das Wort Register stammt vom lateinischen Wort regus ab,was bedeutet „für die Krone“.Der Mensch ist somit seiner Rechte enthoben und wird zu einer Sache,die im Handelsrecht als ein Unternehmen geführt wird. Der Mensch wird zu einer juristischen Person herabgesetzt,was bekanntlich ein Unternehmen darstellt.
    Dieser Betrug an den Menschen ist in seinem vollen Umfang sehr gut dargestellt in dem Buch von Michael Tellinger „Das Ubuntu-Prinzip“

    Es gibt Leute die diese Sache gern verschleiern oder in falsche Zusammenhänge stellen,so dass man am Ende gar nicht mehr weiß,was nun richtig ist. Hier ist auch ein solch merkwürdiger Nick veröffentlicht,der eine falsche Fährte legt.
    Viele Dinge stimmen,aber sie werden falsch verstrickt dargestellt.

    Ich empfehle das außerordentlich gute Buch von Michael Tellinger,-auf dass den Menschen die Augen geöffnet werden.

    • Sorry,ich wollte schreiben dass hier ein merkwürdiger Link und nicht Nick veröffentlicht wurde.

  2. Herr Wolf hat leider aufgehört, als es erst richtig spannend wurde. Zudem hat er einen kleine Fehler gemacht.

    „Nicht aus der Welt sind allerdings die 250 Euro Zinsen, die ja bereits vor der Vergabe des Kredits vorhanden waren“

    Es sind zwar ca. 500€ Zinsen (für zwei Jahre), aber es geht ja nur um das Verständnis. Das wichtigere: Meiner Meinung nach gab es die zu zahlenden Zinsen in der Geldmenge noch nicht! Denn wenn alles Geld so wie beschrieben erzeugt wird, wo kommen dann die Zinsen her? Diese müssen natürlich auch genauso erzeugt werden (wieder gegen Zinsen). D.h. um die Zinsen bezahlen zu können, müssen andere wiederum auch Kredite (gegen Zinsen) aufnehmen und dieses Geld an die alten Kreditnehmer verlieren. Und genau dies ist unser systemisches Hauptproblem. Die Zinseszinsen. Diese sind eine expotentiellen Funktion. Das heisst umso mehr Geld gegen Zinsen und im Anschluss wiederum gegen Zinsen usw… geschaffen wird, um so höher steigt der Gesamtzinsanteil in der Gesamtgeldmenge. Wo das hinführt kann man sich ganz leicht ausrechnen. Im Durchschnitte alle 70-80 Jahre schmiert deshalb unser Geldsystem ab und endet jedesmal in der Katatrophe (meinst Kriege und ein Cut der Schulden und Guthaben). Dann wird das System neu aufgesetzt (Wahrungsreform).

    Und jetzt meine steile These: Der Kapitalismus ist eine Wirtschaftsform, die unmittelbar mit der Art der Geldschöpfung zusammenhängt. Denn der Wachstumszwang ist doch eine Konsequenz aus der ansteigenden Zinslast im Geldsystem – oder nicht? Oder mal eine Gegenfrage: Wie sähe unser Wirtschaftssystem aus, wenn es keine Zinsen auf das geschöpfte Geld geben würde? Z.B. wenn neues Geld nur durch den Staat investiert wird oder die Menschen eines Landes direkt durch Ausschüttungen an der Geldschöpfung beteiligt werden?

    • Es ist schade, dass viele nicht lesen können, oder nicht wollen ?
      Alle “ Staaten“ ( es sind Firmen,siehe UCC) opperieren seit den 1920 Jahren aus dem Konkurs ( weil das Eigenkapital fehlt ) und da gibt es eine Regel, die das Verfahren des Konkurs nach 70 Jahren beendet, deshalb dann der Krieg, die Katastrophe, der Wechsel beim Geldsystem….um das ganze Spiel neu zu beginnen.
      Wie sagt schon H . Ford, wenn das Volk das Bankensystem verstehen würde, dann hätten wir die Revolution vor morgen früh.

  3. Die Zinsen,welche zurückgezahlt werden sollen ,existieren nicht.Geld entsteht in diesem System entweder durch die Luftgeldschöpfung der Banken oder durch die Zentralbank,welche das Bargeld ausgibt.
    Durch Erarbeiten oder Erwirtschaften entsteht nicht mehr Geld.
    Es entstehen lediglich Produkte,die dann gegen Geld verkauft werden.
    Die Rückzahlung der Zinsen,welche im System nicht existieren,verringert die Geldmenge .Das führt dazu ,dass immer neues Geld her muss,-das aber wie gesagt nur entsteht durch die Vergabe von Krediten als Luftgeldschöpfung.
    Und daher müssen die Banken immer neue Kunden finden ,die gewillt sind ,sich zu verschulden.Ansonsten fällt das Kartenhaus zusammen und das System kollabiert.

    Darum lässt man auch kein Land aus dem Euro austreten,weil diese Länder als Kunden der Banken benötigt werden,die sich immer wieder weiter verschulden.Darum lassen sie Griechenland nicht austreten.

    Mit selbstgeschöpftem „Geld“werden die Länder in die Schuldenfalle getrieben. Die Rückzahlung findet dann statt ,indem wirklich vorhandene Dinge verscherbelt werden und zu Geld gemacht werden ,wie Häfen oder Krankenhäuser und selbst ehemals staatliche Lotterieanstalten. So wird ein ganzes Land privatisiert und am Ende gehört die ganze Welt den Banken und Großkonzernen.

    • Man könnte es auch einfacher sagen:
      Die Geldzauberer wandeln imaginäres Computergeld in Kapital um.Sie verwandeln etwas wertloses in privatisiertes Kapital.Das ist Kapitalismus.
      Kapitalismus ist ,wenn Menschen auf ihrem eigenen Boden fremdbestimmt arbeiten.

    • Was du schreibst ist einfach nur falsch ( erster Absatz) und führt deshalb auch zu falschen Schlussfolgerungen.
      Das System des Geldes ist genial, aber leider verstehen es nur sehr wenige, was das System zu nutzen weiss. Die ganze Welt gehört schon lange den Banken, bzw. den Hintermännern. Einer davon hat ständig eine weisse Kutte an und eine rote Kopfbedeckung. Es iat alles im dem link erklärt- Bürgerlicher Tod. Wir müssten uns nur lebend erklären ……

    • Was ich beschrieben habe,ist,wie Geldschöpfung funktioniert. Eigentlich wollte ich damit volume antworten,der da meinte,dass Geld eben durch Arbeit oder Erwirtschaften entsteht.
      Aber das ist falsch,das Erarbeitete wird verkauft für Geld,-für Geld,,das bereits im Kreislauf existiert. Aber neues Geld oder mehr Geld entsteht durch Vergabe von Krediten oder durch die Zentralbank,die das Bargeld ausgibt.Alle Zentralbanken sind der Federal Reserve unterstellt und somit auch nicht staatlich.

      Auf der Ebene welcher Du Dich befindest,davon rede ich nicht.

      Die Welt der materiell gesinnten gehört denen,die die Macht haben ,das Geld zu kontrollieren und alles andere wie Meinungen,Wissenschaft ,Energie.Diese materiell Gesinnten meinen dann ,ihre Macht verleiht es ihnen ,dass ihnen die Welt gehört.Aber wie ein Mensch oder ein Tier oder ein Baum doch niemanden gehört,ist das eben die Illusion der „Materiellen“;dass ihnen etwas gehört.

      Gehören kann einem Menschen nur etwas,was er liebt-er hört ein Musikstück,das ihn zu Tränen rührt,und es gehört ihm.
      Er leidet mit einem Tier das sinnlos getötet wird und es gehört ihm.
      Er rettet einen Baum vor sinnloser Zerstörung und er gehört ihm.

    • Wenn man das liest ,und Jules Verne hätte darüber ein Buch geschrieben,dann würde man es nicht für möglich halten.

  4. Tut mir Leid, aber der Beitrag von Herrn W. ist falsch, trifft nicht den Kern der Sache.
    Geld wird nicht aus dem NICHTS geschöpft, sondern aus Wertpapieren von Jurist. Personen, bzw. deren Geburtsurkunde, die den bürgelichen Tod bedeutet und somit zum Bond, zum Wertpapier wird. Dieser Bond berechtigt die Bank zum “ Geld schöpfen “ , dieser BOND ist die Sicherheit der Bank. Deshalb wird aus dem Mann, dem Weib , der Herr und Frau, siehe Einführungsgesetz zum BGB Artikel 7,10,43….lesenswert. Deshalb haben Menschen auch keine Menschenrechte, sondern maximal Privilegien, die man gibt oder auch nimmt ( Erlaubniss zum Bsp., ) , denn der Mensch wurde zur jurist. und natürlichen Person in der Fiktion. Alles andere ist nur Ablenkung!

  5. „Nicht aus der Welt sind allerdings die 250 Euro Zinsen, die ja bereits vor der Vergabe des Kredits vorhanden waren, nach seiner Rückzahlung aber den Eigentümer gewechselt haben und nun der Bank gehören.“

    Verständnisfrage: Ich dachte immer, die 250 Euro Zinsen gab es vorher gerade NICHT. Die müssen erst durch Mehrarbeit erwirtschaftet werden. Daher der ständige Wachstumszwang der Wirtschaft, der nun an seine Grenzen stößt.

    • Sie haben absolut recht. Wolff hat das falsch ausgedrückt (Wahrscheinlich korrekt gemeint).

      Nehmen wir mal an, es gebe sonst kein Geld. Dann muss die Schuldnerin einen neuen Kredit aufnehmen, um die Zinsen zu bezahlen. Für den neuen Kredit werden wieder Zinsen fällig usw. … dadurch entsteht der Wachstumszwang.

      Die Schuldnerin kann sich die Zinsen auch erarbeiten. Dann fehlt das Geld aber wieder woanders, um Kredite/Zinsen zurückzuzahlen. Der Kreislauf kann nur durchbrochen werden, wenn die Zinsgläubiger ihre Zinsen ausgeben, d.h. das für die Zinsrückzahlung benötigte Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf einbringen.

    • @zweieck

      Vielen Dank.
      Sie konnten das, wie ich meine, verständlicher ausdrücken, als mein beabsichtigter Versuch es vermocht hätte.

      Meiner Meinung nach wirkt der Wachstumszwang jedenfalls, da das gesamte Geld mit dieser/einer Renditeerwartung verknüpft ist, die insbesondere bei Unternehmen auch erwirtschaftet werden muss und in die BIP-„Messung“ eingehen.

    • @Name
      Der Wissenschaftler Christoph Binswanger, der leider nicht mehr lebt, aber viel schlaues über das Geldsystem und das Wachstum geschrieben hat, unterscheidet in Wachstumszwang und Wachstumsdrang. Der Wachstumszwang liegt unserem Geldsystem inne. Der Wachstumsdrang kommt durch die von Ihnen angesprochenen Gewinnerwartung der Investoren/Anleger zustande.

  6. Bei unserer vermeintlichen Marktwirtschaft gibt es eben das Problem, dass selbst die Regierungen der Nationalstaaten keine Kontrolle über das Geld haben.

    Das Geld wird ganz einfach knapp gehalten, damit es weiterhin einen Wert hat.

    Bei vergleichsweise wenigen Personen in der Gesellschaft ist das Geld jedoch ganz und gar nicht knapp.

    Das Geld wird dadurch verknappt, dass viele Personen ständig Schulden angelastet bekommen, wodurch dann wieder überhaupt neues Geld entstehen kann.

    Wenn es aber immer mehr Schulden gibt, dann gibt es wiederum mehr Zinsen und eben auch den Zinseszins.

    Ebenso kommt es zur Geldverknappung bei der breiten Bevölkerung, weil das viele Geld, womit doch die rasant ansteigenden Schulden allenfalls zurückgezahlt werden könnten, ständig vergleichsweise wenigen Personen zufließt, die selbst nicht konsumieren.

    Die gesamte sich über immer mehr Schulden ausweitende volkswirtschaftliche Geldmenge weitet sich jedoch trotz der Geldverknappung bei der breiten Bevölkerung immer mehr aus, weil wenige Personen immer mehr Geld besitzen und damit auch die Rückzahlbarkeit von immer mehr Schulden blockieren, die alle Personen tragen müssen.

    Wer kein Geld hat, der hat das Nachsehen. Er muss sich mit immer sinnloseren Tätigkeiten über Wasser halten. Er kann nicht vom Unternehmenskapital profitieren. Er hat lediglich den starken Staat als Verbündeten, der ihm jedoch lediglich zum Preis rasant ansteigender Staatsschulden, die jedoch kein Mensch jemals tilgen kann, helfen kann.

    Immer mehr Geld landet in irgendwelchen Steuersümpfen und ist daher dem Konsumkreislauf entzogen.

    Sobald ein Staat eine besonders ungerechte Politik macht, dann ist er im internationalen Vergleich zunächst erstmal wettbewerbsfähig. Er kann sich zudem auf diese Weise den besseren Zutritt zu Rohstoffen verschaffen.

    Mit dem fließenden Geld im Sinne von Silvio Gesell könnte man es zumindest erreichen, dass das Geldvermögen und die Schulden in der Volkswirtschaft nicht immer mehr auseinanderdriften.

    Mitunter werden etwa in Diskussionsforen zum Geldsystem Bedenken geäußert, dass das fließende Geld ansonsten dermaßen viel leisten kann.
    Beispielsweise wissen wir es gar nicht, ob eine Marktwirtschaft überhaupt funktioniert.

    Wenn jetzt ein Grundeinkommen gezahlt würde, dann würde man nicht immer mehr in sinnlose Erwerbstätigkeiten hineingedrängt und man könnte sich stattdessen beispielsweise irgendwelches geistiges Wissen aneignen.

    Wenn ein Grundeinkommen tatsächlich gezahlt würde, dann besteht gleichzeitig auch die Gefahr, dass niemand mehr arbeitet.

    Damit das Grundeinkommen überhaupt möglich wird, muss das Bankwesen entmachtet werden.
    Wir benötigen dann zwar weiterhin irgendwo Geld, aber es sollte nicht mehr fremde und kaum nachvollziehbare (Profit-) Interessen verfolgen.

    Beispielsweise beschäftigt sich Arne Pfeilsticker von der Piratenpartei mit dem Thema „Geldinfrastruktur: Vollgeld und Bankdienste ohne Banken“.

    Währungsinfrastruktur: Bankdienste ohne Banken

    • ….und auch das ist nicht richtig. Nach zwei Jahren müssen 512,50€ zurückgezahlt werden, denn es werden zusätzlich Zinsen auf die Zinsen berechnet. Klingt harmlos, ist es aber nicht. Dieser Zinseszinseffekt führt nämlich alle 14,2 Jahren zu einer Verdoppelung der Schuld. Nach 3 x 14,2 Jahren hat sich die Schuld dann verachtfacht (2³ = 8) und das bei 5% und welche Bank oder welche Rentiers haben schon so geringe Renditeerwartungen wie 5%.
      Diese Kapitalsteigerungen vergleiche man mit der Behandlung des anderen Produktionsfaktors Arbeit. Wo gibt es schon jährlich garantierte Lohnsteigerungen von 5% mit Zinseszinseffekt?
      Wenn man sich die Wachstumsraten ansieht, dann wird das Kapital besser behandelt als lebendige Arbeitskraft.
      Dies gilt solange, solange man von der fixen Idee des Wachstumszwangs nicht losläßt.

    • p.s. und das ist die Krux am Kapitalismus. Kapitalismus = von Rendite/Zins des angelegten Kapitals leben. Also keine Arbeit erbringen = leistungsloses Einkommen.

  7. Prima Beitrag kurz und knapp, besser kann man so ein kompliziertes umfangreiches Thema nicht erklären, meinen ausdrücklichen Glückwunsch an den Autor : Ernst Wolff !

    Zur Sicherheit habe ich mir das YouTube Video gespeichert, man weisssssssssss ja NIE!

    Grundübel war und ist und wird es immer sein das Schuldgeldsystem !

    Wenn es keine Schulden mehr gibt, dann gibt es KEIN Geld mehr.

    „Wer Geld verdienen will, muss arbeiten!“ = das ist Unsinn !!!
    Geld entsteht NICHT durch Arbeit, sondern durch Schulden.

  8. Nichts, nach meiner Meinung als Volkswirt, schöpft soviel Verwirrung als das schöpfen von Geld.
    Ein jeder kann Geld schöpfen, ohne Strafe, wie Bitcoin zeigt, wie Duisenberg noch in seine 60er Jahren Vorlesungen erklärte.
    Warum nicht diejenigen, die über Geld schreiben, ein Lehrbuch Monetaire Theorie oder so etwas lesen, ich verstehe das nicht.
    Gute Bücher in deutscher Sprache über Geld muss es doch geben.
    Kurz nach 1945 waren Zigaretten Geld, sehe
    Günter Grass, ‘Beim Häuten der Zwiebel’, München 2008
    Ob es Trost bietet in Deutschland weiss ich nicht, auch Hitler verstand nichts von Geld:
    Otto Wagener, ‘Hitler aus nächster Nähe, Aufzeichnungen eines Vertrauten 1929-1932, Hrsg. Henry A. Turner’, 1987, Kiel, ISBN 3-88741-129-3
    Aber Hitler ahnte das es zu schwierig für ihn war, und vertraute Schacht, der durch beherrschte Geldschöpfung Deutschland wirtschaftlich errichten konnte.
    Hjalmar Schacht, ´76 Jahre meines Lebens’, Bad Wörishofen, 1953
    Nachdem hier Geld erklärt wurde aus Freud’s Unterbewusstsein konkludierte ich das Versuchen Geld zu erklären hoffnungslos ist.
    Noch ein Trost, die Deutschen sind nicht einsam in Geld nicht verstehen, auch für die Meisten in die USA und in die Niederländen ist Geld nicht zu verstehen.

  9. Kaiser: [dem der Kanzler das „Papiergespenst der Gulden“
    erklärt] Ich ahne Frevel, ungeheuren Trug!

    Mephisto: Ein solch Papier, an Gold und Perlen statt,
    Ist so bequem, man weiß doch, was man hat!
    Man braucht nicht erst zu markten noch zu tauschen;
    Kann sich nach Lust in Lieb und Wein berauschen.

    — Faust II, 1. Akt, Kaiserliche Pfalz. (Namaste, J.W.!)

Hinterlasse eine Antwort