Tagesdosis 24.3.2018 – Der Ankauf von Staatsanleihen in Krisenzeiten

Risikofreies Geschäft für die Banken.

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Zweimal stand das globale Finanzsystem bereits am Abgrund und wurde in letzter Minute gerettet. Als 1998 der New Yorker Hedgefonds Long Term Capital Management zahlungsunfähig wurde, kaufte ihn eine Gruppe von Wall-Street-Banken auf und verhinderte damit den eigenen Zusammenbruch sowie einen Domino-Effekt, der möglicherweise das ganze System mit sich gerissen hätte.

Zehn Jahre später waren die Probleme erheblich größer: aufgrund der Subprime-Hypothekenkrise in den USA standen zahlreiche Finanzinstitutionen in aller Welt vor dem Ruin. Diesmal mussten die Staaten eingreifen, um die Geldhäuser und damit das System selbst am Leben zu erhalten.

Dieser zweite Eingriff und die weiteren Stützungsmaßnahmen erforderten allerdings mehr Geld als vorhanden war. Also wurde es künstlich geschaffen – und zwar mit Hilfe der Zentralbanken. Damit wurde eine neue Phase in der Geschichte des globalen Finanzwesens eröffnet, denn ohne die Zentralbanken würde es heute nicht mehr existieren.  

Wie funktioniert eigentlich die Geldschöpfung?

Wie aber geht dieser Prozess im Einzelnen vonstatten? Wie kommt das von den Zentralbanken geschaffene Geld in Umlauf? Um diese Fragen zu beantworten, muss man zunächst einmal klarstellen, wie in unserem Finanzsystem Geld erzeugt wird.  

Die Geldschöpfung erfolgt nämlich nicht durch die Zentralbanken, sondern durch die Geschäftsbanken, und zwar über die Kreditvergabe. Nimmt jemand zum Beispiel in der Eurozone einen Kredit über 1.000 Euro auf, so schafft die Bank diesen Betrag per Knopfdruck aus dem Nichts. Als „Sicherheit“ muss sie bei der EZB lediglich 1% dieses Betrages, also 10 Euro, als „Mindestreserve“ hinterlegen.

Der Kredit hat eine bestimmte Laufzeit, innerhalb derer der Kunde ihn zurückzahlen muss. Tut er das, verschwindet das Geld ebenso wie es in die Welt gekommen ist – im Nichts. Was aber bleibt, ist die Zinszahlung, die der Kunde an die Bank leisten musste und durch die die Bank nun ein Stück reicher und der Abstand zwischen ihr und dem Kunden ein Stück größer geworden ist.

Wie aber verhält es sich mit den 14 bis 16 Billionen Dollar, die die Zentralbanken seit 2008 künstlich geschaffen und unter dem schönfärberischen Begriff “Quantitative Easing“ („Mengenmäßige Erleichterung“) in die Märkte gepumpt haben?

Quantitative Easing und Staatsanleihen-Ankauf

Nehmen wir ein Beispiel: Ein großer Teil dieses Geldes ist in den Kauf von Staatsanleihen geflossen. Staatsanleihen sind nichts anderes als Papiere, die die Regierungen ausgeben, um sich Geld für den eigenen Haushalt zu besorgen. Sie werden von Geschäftsbanken gekauft, die sie anschließend auf dem sogenannten „Sekundärmarkt“ an die Zentralbanken weitergeben.

Um zu verstehen, wer hier wie profitiert, muss man diesen Prozess einmal sehr genau betrachten. Also: Bank A möchte Staatsanleihen kaufen und leiht sich zu diesem Zweck von Bank B das nötige Geld. Nachdem Bank A das Geschäft getätigt hat, wendet sie sich an die Zentralbank, die ihr die Staatsanleihen wieder abkauft. Mit dem erhaltenen Geld zahlt Bank A den von Bank B erhaltenen Kredit zurück.

Sowohl Bank A als auch Bank B halten am Schluss also weder Staatsanleihen, noch haben sie Schulden. Dafür aber hat Bank B von Bank A Zinsen erhalten. Bank A holt sich diese Zinsen zuzüglich einer (erheblichen) Maklergebühr von der Zentralbank zurück. Beide Banken haben also von dem Deal profitiert. Das Wichtigste aber: Beide tragen keinerlei Risiko, denn der Risikofaktor – die Staatsanleihen – liegen ja jetzt bei der Zentralbank.

Die EZB wirkt wie ein schwarzes Loch

Dieses Risiko kann extrem sein. Die Staatsanleihen zum Beispiel, die den südeuropäischen Staaten abgenommen werden, sind im Grunde sogenannte „Schrottpapiere“ und werden nur mit dem Ziel, diese Staaten am Leben zu erhalten, zu völlig überhöhten Preisen gekauft. Sie sind zu diesen Bedingungen am normalen Markt unverkäuflich.

Die EZB wirkt also wie ein Schwarzes Loch, das sowohl die Schulden als auch die Risiken des Deals zwischen Geschäftsbanken und Staat schluckt. All das wäre ja noch nicht einmal verwerflich, wenn nicht am Schluss jemand für die Risiken geradestehen müsste, der mit dem Geschäft gar nichts zu tun hat – die arbeitende Bevölkerung, die über eine weitere Bank, nämlich den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), mit ihren Steuergeldern für mögliche Ausfälle bürgen muss.

Im Grunde handelt es sich um nichts anderes als ein für Laien undurchsichtiges Manöver, mit dem es die Geschäftsbanken schaffen, sich in Krisenzeiten unter Mithilfe der Zentralbanken an einem eigentlich unprofitablen Geschäft zu bereichern und dabei gleichzeitig bankrotte Staaten am Leben zu erhalten. Da der Steuerzahler sich bis heute nicht dagegen wehrt, lautet die entscheidende Frage: Kann dieser Betrug möglicherweise endlos weitergehen?

Nein, denn dieser Prozess führt langfristig zu einem Vertrauens- und Wertverlust in das Geld und damit entweder in einen Crash oder eine Hyperinflation. Dass die Zentralbanken sich darüber im Klaren sind, beweist ihre gegenwärtige Politik: Sie versuchen weltweit, die Zinsen zu erhöhen sowie den Kauf von Staatsanleihen einzuschränken und langfristig zu beenden.

Ein Erfolg dieser Maßnahmen aber setzt voraus, dass es am freien Markt einen Käufer für die Staatsanleihen gibt. Den gäbe es aber nur unter der Voraussetzung, dass ihr Wert steigt. Dazu wiederum müssten sich die Wirtschaften der betroffenen Länder erholen, was unter dem gegenwärtigen Casino-Kapitalismus ausgeschlossen ist.

Das heißt: Die Zentralbanken sitzen in der Falle und werden – trotz aller anderslautenden Beteuerungen – den einmal eingeschlagenen Weg weitergehen müssen, von dem wir heute bereits wissen: An seinem Ende stehen, wenn es nicht vorher zu einem Krieg kommt, ein Crash oder eine Hyperinflation.

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

17 Kommentare zu: “Tagesdosis 24.3.2018 – Der Ankauf von Staatsanleihen in Krisenzeiten

  1. Es gibt an unserem aktuellen Finanzsystem sehr viel zu kritisieren und in vielen Punkten stimme ich mit Herrn Wolf auch überein. Allerdings sind manche seiner Aussagen zum Geldsystem unpräzise und teilweise auch missverständlich. Von daher möchte ich hier einige Anmerkungen machen.

    Dieser zweite Eingriff und die weiteren Stützungsmaßnahmen erforderten allerdings mehr Geld als vorhanden war.

    Geld wird grundsätzlich durch Kreditvergabe geschaffen. Von daher kann niemals weniger Geld im Gesamtsystem vorhanden sein, als zu seiner Rettung benötigt wird. Es ist insbesondere eine Frage des politischen Willens, wie man wen in welcher Höhe beteiligen will.

    Also wurde es künstlich geschaffen – und zwar mit Hilfe der Zentralbanken.

    Auch diese Aussage ist missverständlich, da es nicht „künstlich“ geschaffen wurde, sondern im Rahmen ihres geldpolitischen Auftrags. Banken erzeugen Giralgeld/Buchgeld (M1/M2/M3), Zentralbanken erzeugen Zentralbankgeld (M0). Wofür benötigen Banken Zentralbankgeld? Hierfür gibt es drei Gründe:

    1. Der Bürger bevorzugt die Bezahlung mit Bargeld. Durch die Abhebung am Geldautomaten reduziert sich unsere Forderung/Guthaben gegenüber der Geschäftsbank.
    2. Banken müssen die Mindestreservevorschriften einhalten.
    3. Banken können nicht genügend Einlagen einwerben und/oder sich nicht aus ausreichend am Interbankenmarkt refinanzieren.

    Insbesondere der 3. Punkt ist bei Bankenkrisen/Vertrauenskrisen von Bedeutung und genau zu diesem Zweck gibt es Zentralbanken mit ihrer wichtigen Funktion als lender of last resort.

    Die relevante Geldmenge M1 ändert sich durch einen solchen Vorgang nicht, da lediglich Bankengiralgeld der zweiten Stufe unseres Geldsystems in Zentralbankgiralgeld der ersten Stufe umgewandelt wurde. Mehr zum Thema Geldmengendefinition findet sich hier bei der Bundesbank.

    Nimmt jemand zum Beispiel in der Eurozone einen Kredit über 1.000 Euro auf, so schafft die Bank diesen Betrag per Knopfdruck aus dem Nichts.

    Ja, das ist so korrekt. Allerdings sollte man mit dem „Nichts“ vorsichtig sein, da ein Kreditvertrag ja nicht „Nichts“ ist, sondern eben ein Vertrag, der erfüllt werden muss. Und der Erfüllungsgegenstand dieses Vertrags ist nun einmal Zentralbankgeld und nicht Giralgeld.

    Als „Sicherheit“ muss sie bei der EZB lediglich 1% dieses Betrages, also 10 Euro, als „Mindestreserve“ hinterlegen.

    Mit einer „Sicherheit“ hat das nichts zu tun. Erst kommt der Vertrag und danach besorgt sich die Geschäftsbank die geforderten Reserven, sofern sie nicht über genügend Einlagen verfügt. Die Sicherheit ist nicht das Zentralbankgeld/Mindestreserve, sondern die Bonität des Schuldners sowie die Eigenkapitalquote der Bank. Hier scheint mir ein ganz fundamentales Missverständnis über die Bedeutung der Mindestreserve vorzuliegen.

    Was aber bleibt, ist die Zinszahlung, die der Kunde an die Bank leisten musste und durch die die Bank nun ein Stück reicher und der Abstand zwischen ihr und dem Kunden ein Stück größer geworden ist.

    Ob die Bank durch die Zinszahlung „reicher“ wird, hängt von ihrer Kostenstruktur ab; denn von den Zinszahlungen muss die Bank ja den Kreditsachbearbeiter bezahlen, die Miete für das Gebäude, die IT-Infrastruktur etc. Und wenn alles gut geht (wenig Abschreibungen wegen Kreditausfällen), dann bleibt auch noch Gewinn übrig. Aber die simplistische Vorstellung „Zinszahlung = Gewinn“ ist doch sehr weit von der Realität entfernt.

    Bank A möchte Staatsanleihen kaufen und leiht sich zu diesem Zweck von Bank B das nötige Geld. Nachdem Bank A das Geschäft getätigt hat, wendet sie sich an die Zentralbank, die ihr die Staatsanleihen wieder abkauft. Mit dem erhaltenen Geld zahlt Bank A den von Bank B erhaltenen Kredit zurück.

    Wieso sollte sich Bank A von Bank B Geld leihen? Auch hier ist der Vorgang anders herum: Zuerst werden Staatsanleihen gekauft und in diesem Akt das neue Giralgeld erzeugt und erst anschließend schauen die Geschäftsbanken, ob es einen Refinanzierungsbedarf gibt. Hier gibt es die Rangliste der Bietergruppe. Durch die Anzahl und Größe der Bieterbanken ist gewährleistet, dass sich das Giralgeld gleichmäßig auf die Banken verteilt und somit von vorn herein ein relativ geringer Refinanzierungsbedarf ergibt durch die Zufälligkeiten des Überweisungsverkehrs.

    Die Staatsanleihen zum Beispiel, die den südeuropäischen Staaten abgenommen werden, sind im Grunde sogenannte „Schrottpapiere“ und werden nur mit dem Ziel, diese Staaten am Leben zu erhalten, zu völlig überhöhten Preisen gekauft. Sie sind zu diesen Bedingungen am normalen Markt unverkäuflich.

    Das ist – von Griechenland mal abgesehen – so nicht richtig. Das Problem ist vielschichtiger. Mehr dazu gibt es in diesem Vortag von Martin Wolf von der Financial Times.

    Im Grunde handelt es sich um nichts anderes als ein für Laien undurchsichtiges Manöver, mit dem es die Geschäftsbanken schaffen, sich in Krisenzeiten unter Mithilfe der Zentralbanken an einem eigentlich unprofitablen Geschäft zu bereichern und dabei gleichzeitig bankrotte Staaten am Leben zu erhalten.

    An diesem Vorwurf ist durchaus etwas dran. Von daher gibt es auch ernsthafte Argumente, die Finanzierung eines Haushaltsdefizits in Höhe von 2 bis 3 % unmittelbar und somit zinslos über die Zentralbanken durchzuführen (MMT). Ein noch radikalerer Vorschlag wurde von Jürg Müller von der NZZ und Jonathan McMillan, einem Investmentbanker, gemacht und ist eine Mischung aus monetärer Bürgerfinanzierung (Helikoptergeld) und 100 % Reservegeld (Irving Fisher).

    Sie versuchen weltweit, die Zinsen zu erhöhen sowie den Kauf von Staatsanleihen einzuschränken und langfristig zu beenden.

    Auch das ist hinsichtlich der Zinsen so nicht ganz korrekt. Allein die Fed hat die Zinsen erhöht, während alle anderen wichtigen Notenbanken noch bei null oder nahe null verharren. Die BoE hat im November eine homöopathische Erhöhung von 0,25 auf 0,5 % vorgenommen. Das ist aber der Inflation sowie der schwächelnden Währung geschuldet. Euroland, Japan und die Schweiz bleiben weiterhin deutlich hinter ihrem Inflationsziel von 2 %.

    An seinem Ende stehen, wenn es nicht vorher zu einem Krieg kommt, ein Crash oder eine Hyperinflation.

    Ein Crash ist nicht auszuschließen, aber für eine Hyperinflation braucht es zuerst den Krieg; und der ist in gerontokratischen Gesellschaften doch eher unwahrscheinlich. Die Hyperinflationsbefürchtungen basieren wohl auf den irrigen Vorstellungen des Monetarismus. Auf diese Irrlehre mit dem angeblichen Geldschöpfungsmultiplikator sollte man aber nicht hereinfallen. Selbst Friedman würde wohl heute einen solchen Unsinn nicht mehr vertreten.

    LG Michael Stöcker

  2. Vielen Dank Herr Wolff, endlich klare Sicht.

    Vielleicht ein weiterer Gedanke für lukrative Bankgeschäfte.
    Wenn für den Ankauf von Staatsanleihen, – auf Interbanken-Ebene Geschäftsbank B die Geschäftsbank A kreditiert – und UMGEKEHRT die Bank A Bank B in gleicher Höhe kreditiert, dann haben beide Banken sogenannte „Schulden“ in gleicher Höhe, die in Summe NULL sind. Niemand muss irgend jemanden etwas zurück zahlen.
    Also „Geld aus dem Nichts“ – ohne sogenannte „Schuld“.
    Dann können – Bank A und Bank – sich das verdiente EZB-Geld zur Quantitativen Lockerung besorgen und mit dem Zusatzgeld vom Interbankenmarkt in Aktien und Immobilien investieren.
    Bleibende Werte, die jede Hyper-Inflation überstehen.

    Aber zum Glück HAFTEN die Bürger in D seit der BVerfG-Entscheidung vom 12.09.12 mit ihrem 29,81 %-Anteil – oder 190 Milliarden – am ESM (max 500 Milliarden Ausleihkapital) für diese 2 Billionen-Schrott-Papiere der EZB.

    Und wenn z.B. neben Griechenland, Slowenien, Portugal, auch Italien und Spanien NOTLEIDEND ausfallen sollten, weil sie ESM-Hilfen benötigen, so ruht natürlich ihr Stimmrecht. Und der Haftungs-Anteil D steigt von 29.81% auf 42,28%.

    Dann würde Hyper-Inflation wieder Sinn machen, – sollte man Banker sein und das ganze aus Sicht der parasitären Geschäftsbanken betrachten.
    Und die Türme der Banken-Skyline würden tatsächlich aus dem Nichts bis in den Himmel wachsen.
    Unendliches Wachstum – und schwarze Null.

  3. Ich meine, dass der Aufkauf von Staatsschulden so nicht korrekt erklärt ist. Oder sagen wir, es ist unzulässig vereinfacht.
    Man muss wissen, dass es zwei Geldkreisläufe in unserem Finanzsystem gibt. Den ersten kennen wir alle, es ist der auf der Publikumsebene, auf der die Banken auch Buchgeld schöpfen.

    Die zweite Ebene ist die des Interbankensystems, in der Zentralbankgeld kreist:
    https://peds-ansichten.de/2015/08/die-rolle-des-interbankensystems-fuer-das-kreditgeschaeft/

    Die Zentralbanken können nur bewertete Sicherheiten in Zentralbankgeld umwandeln und so den Zentralbankkonten der Geschäftsbanken gutschreiben. Das erhöht die Mindestreserve für die Geschäftsbanken und damit deren Fähigkeiten zur Kreditschöpfung – aber auf der Buchgeldebene.
    https://peds-ansichten.de/2017/10/notenpressen-hilfspakete-politik-als-vasall-der-finanzlobby/

    Dass dies für unser Finanzsystem gefährlich ist, halte ich für eine bewusste Panikmache, um es aufrecht zu erhalten! Ernst Wolff unterstelle ich diese Panikmache selbstredend nicht, aber ich denke, er sitzt ihr auf.

    Denn was passiert denn, wenn eine Zentralbank sich verschuldet? Gegen wen verschuldet sie sich denn? Sie ist nur dem Gläubiger gegenüber Rechenschaft pflichtig, richtig? Und wer ist der Gläubiger? Die Antwort lasse ich mal offen, doch suchen Sie nicht nur im Monetären, denn unser Geldsystem ist zuallererst ein Glaubenssystem. Es lebt von Emotionen.

    Herzliche Grüße von Peds Ansichten

  4. ein wie ich finde ganz wesentlicher aber weitgehend unbeachteter aspekt des (sich beschleunigenden) umverteilens von unten nach oben ist das dadurch ermöglichte „landgrabbing“ in grossem stil
    damit werden in ländern viele viele menschen die bislang subsistent u (weitgehend) nachhaltig auf u von der scholle lebten verdrängt u vertrieben in die slums der wachsenden megastädte während die „neuen besitzer“ in ganz grossem stil mit agrochemie u gentechnik… vor allem für den export produzieren…

    sozial, ökologisch, klimatisch u politisch gruselig

    u je länger „die megamaschine“ (sich auch immer beschleunigend) noch so weiterläuft um so krasser wird es… am ende: „chaos“ -> siehe auch fabian scheidler u kontext-tv.de

  5. Sklaverei 2.0. Dieses System wird solange bestehen, wie es die grauen Eminenzen im Hintergrund wollen. Die einzige Lösung ist die kollektive Verweigerung. Diese Option ist solange gültig, wie der Mensch noch nicht durch künstliche Intelligenz und Roboter ersetzt werden kann.

  6. eine schöne untergangsverschwörungsgeschichte, hat nur wenig was mit der Realität zu tun!
    haben wir immer noch nicht verstanden, was eine Währungsunion ist? ist es echt so schwer zu verstehen, dass schulden und vermögen in summe gleich null ist? ich möchte ja nicht bestreiten, dass unsere politischen führer auch nur Ideologen sind und daher nicht in der lage, eine „Währungsunion“ zu managen bzw. wirtschaftspolitische kompetent besitzen.
    wie kommen sie darauf, dass Staatsschulden zurückbezahlt werden? das würde ja bedeuten, dass jemand überschüsse tätigt! wer soll das sein?
    ich weiß immernoch nicht wie eine Hyperinflation zustande kommen soll? wie immer, fehlt dafür die Begründung!
    das einzige, was man mit Sicherheit sagen kann, dass der „euro“ Währungsunion bald geschichte ist.

    ich zeichne auch mal eine kleine Geschichte:
    gehen wir davon aus, dass es in Deutschland eine wirtschaftspolitische kompetente Regierung gibt (ist leider nicht der fall). diese plant den bau eines Flughafens in Berlin. dafür wird eine summe-x im Bundeshaushalt bereitgestellt und in form von Staatsanleihen (in Europa) über die zwischengeschalteten banken (aus ideologischen gründen) von der EZB geschöpft/eingetauscht. 100jahre später wird dieser BER eingeweiht und kann von den bürgern genutzt werden. gehen wir weiter davon aus, dass es kein baupfusch stattfand und der BER eine betriebsdauer von 4 Generationen (100jahre) hat.
    irgendwann entscheiden sich zwei heterosexuelle (frau+mann) ein Kind in die welt zu setzten, dieses Kind erbt bei Geburt nicht nur die „Staatsschulden“ sondern auch das „staatliche vermögen“ BER! und wenn sie nicht gestorben sind………..

    • “ ist es echt so schwer zu verstehen, dass schulden und vermögen in summe gleich null ist? “

      Das hat nichts mit der Euro zu tun, es ist immer so.
      Aber, es gibt ein kleines Problem, bei eine Wirtschaftliche Katastrophe verschwinden die Vermögen, die Schulden bleiben.

    • @ Pieter Kamp
      „Das hat nichts mit der Euro zu tun, es ist immer so.“
      das ist mir schon klar, nur hat sich der Autor hr. wolff hauptsächlich auf den euro-raum bezogen! hätte der Autor recherchiert, hätte er auch festgestellt, dass es, ich glaube, nur im euro-raum Staatsanleihen über banken geschleust werden und nicht direkt an Zentralbanken gehen. man könnte von einer Subvention an banken sprechen!

      „Aber, es gibt ein kleines Problem, bei eine Wirtschaftliche Katastrophe verschwinden die Vermögen, die Schulden bleiben.“
      das ist eben nicht so! siehe finanzierungssalden. was bei wirtsch.-Kriesen stattfindet ist wie es Richard koo beschreibt erst eine bilanzrezession und wenn der Staat nicht eingreift/Kompetenz besitzt, wird sich die einkommensschmelze verfestigen. will das weiter nicht ausführen, wird sonst zu lang.

    • Erklären sie mich wie in Krisenzeiten die Philantropie herrscht.
      Alle Krisen lässen das umgekehrte sehen, das ist faktisch was die Krise verursacht, alle Unternehmen Pleite, und so kommt eine Wirtschaft in Stillstand ohne das etwas vernichtet wurde.
      Viel effektiver als Bomben streuen.

  7. “ Die Geldschöpfung erfolgt nämlich nicht durch die Zentralbanken, sondern durch die Geschäftsbanken, und zwar über die Kreditvergabe. Nimmt jemand zum Beispiel in der Eurozone einen Kredit über 1.000 Euro auf, so schafft die Bank diesen Betrag per Knopfdruck aus dem Nichts. Als „Sicherheit“ muss sie bei der EZB lediglich 1% dieses Betrages, also 10 Euro, als „Mindestreserve“ hinterlegen. “

    Wie das zitierte zeigt, was da steht ist das faktisch die Zentralbanken doch Geld schöpfen, sei es indirekt.
    Es wird viel deutlicher durch zu schreiben das die Zentralbanken die Menge an Geld bestimmen.
    Das ist auch ihre Hauptaufgabe.

    • Die Reaktionen lesend, es wird noch immer nicht verstanden das niemand profitiert von Geldschöpfung, sei es, nicht direkt.
      Geld ist nur Schmiermittel der Wirtschaft.
      Aber bei jedes Schmiermittel, man muss es vernünftig benutzen.

      Hätte es rund 1500 ein Spanischen Bankensystem gegeben, wie es schon da war in Länder oder Regionen wie Holland, Deutschland, Frankreich und Italiën, dann konnte die Weltgeschichte ganz anders sein, Columbus hätte kein Gold suchen müssen.
      Die Länder die Handel trieben taten das mit selbstgemachten Geld, Kreditbriefe.
      Fast nie wurde Gold transportiert.
      Es funktionierte ohne Zentralbank.

      Aber, dann und wann waren kleine Katastrophen, die Bankhause rechneten nur selten mit einander ab, manchman einmal im Jahr, Lyon war ein Treffpunkt.
      Solch ein Treffpunkt kann man sehen als frühe Zentralbank.
      Auch damals existierten Rettungen, aber nicht immer waren die möglich, wie heute.
      Charles P. Kindleberger, ‚A Financial History of Western Europe‘, 1984, London, Boston, Sydney

      Und auch damals existierten Leute die Etwas von Wirtschaft verstanden, wie
      Adam Smith, Wealth of Nations, 1776.
      er warnte das Geld nicht reich macht.
      Die Spanier verstanden es nicht, oder lasen kein english.
      Wahr ist natürlich das Smith sein Buch etwa dreihundert Jahre zu spät schrieb, aber er wurde nicht früher geboren.

  8. Eine Grundlage zur Perpetuierung
    des Finanzwesens unter schwerer Manipulation ist die zunehmende Ausbeutung der Arbeitskraft .
    Die Politik in Deutschland jubelt über neue Rekord bei Steuereinnahmen ,
    bei Sozialausgaben wird gespart .
    Es profitieren Eliteseilschaften und Migrationsindustrie und Sicherheitsindustrie und Rüstungsindustrie und Finanzindustrie .
    Im Niedergang des Kultur- und Sozialstaates werden und die Politikbetreiber noch jede Menge Verantwortlicher und Feinde präsentieren .
    Das Finanzsystem wird überleben, denn wie L.Blankfein so treffend sagte : Die Banker verrichten Gottes Werk .
    Ein Ende dieses Götzentumes ist nicht in Sicht. Das Götzentum bekam ein breites : „Too big to fail“ bestätigt.

  9. Besten Dank für die Erwähnung der Funktionsweise.

    Das Kapitalistische ist ein Sklavensystem, Geld sein Schmiermittel und nicht umsonst steht schmieren umgangsspr. auch für korrumpieren.
    Da es absolut virtuell ist, in der Natur, anders wie Naturgesetzte, nicht vorkommt, vertraue ich nicht darauf, daß Ergebnisse zwangsläufig eintreten müssen. Viel mehr daß manche Auswirkungen dann auftreten, wenn es die Systemeigner wünschen.
    Die Winkelzüge von anderen Systemeignern nun mal außen vor, aber da wird man sich doch bestimmt einigen können?

    Letztlich geht es beim Einsatz dieser Illusion um den Erwerb von realen Gütern und Dienstleistungen. Das ist meins und ihr alle tut was ich will.
    Von Gold zu Papier, zu Bits und Bytes. Willkommen in der Matrix. Den Stecker, um hinter die Fassade blicken zu können, mag man noch alleine ziehen können, aber raus aus dem Tank kommt man nur gemeinsam.

  10. Oder alle drei Szenarien haben schon stattgefunden, nur die Wellen versuchen die Akteure so lange wie möglich vor den westlichen Pöbelbürgertum zu verbergen.
    Die Grundaussage ist, im Zeiten des Globalismus ist alles miteinander verworren, so wenn Tiefschläfer immer noch der Meinung sind, die Katastrophen und Krisen in Afrika, Südamerika, Subasien und auch Osteuropa haben keine Auswirkungen auf den allzu „wertvollen“ Westen, der soll weiter träumen.
    Wer sich ein Bild bzw. die Erfahrung machen möchte, soll doch man mit den Nachbarn in der Ukraine unterhalten sowie austauschen. Die haben schon den Crash, (noch nicht die Hyper-) Inflation und Krieg.
    Diese armen vertriebenen Menschen sind nicht aus Vergnügen massenweise in Polen oder Tschechien eingewandert, oder wollen sich den feuchten westlichen „Wertetraum“ erfüllen.
    So, all diese drei Szenarien finden im Nachbarland statt und die Tiefschläfer argumentieren immer noch drum herum, dass es „möglicherweise“ noch abwendbar ist oder wenn es dazu kommt, auf kleiner Flamme gehalten werden kann.
    Wenn es dazu kommt, heißt es nur, der Schleier wurde gelüftet und die Tiefschläfer bekommen den Paukenschlag!

  11. Es wird zu keiner Hyperinflation kommen, da der Realwirtschaft durch den Zins und Zinseszinseffkt immer wieder Geld entzogen wird, sodass mittels neuer Kredite, die “ Lücke“ geschlossen werden muss. Dass meiste Giralgeld ( 90%), fließt in die Finanzwirtschaft, um es durch Spekulationen zB ( Derivatehandel) zu mehren. Bargeldbeschränkungen wirken ebenfalls einer Hyperinflation entgegen. Daher glaube ich auch nicht an einen totalen Krieg, wie hier immer wieder prognostiziert. Mit kleineren Chrashs, wie zuletzt, ist eher zu rechnen, die zu Bereinigungen dienen. Klar, ausgeschlossen, ist ein Krieg oder Chrash nie, aber eher unwahrscheinlich. Die Verschuldung wird sukzessive zunehmen, mehr arbeiten für weniger Geld und die Bargeldabschaffung mit einhergehender Überwachung forciert. Bin mal gespannt, ob die Vollgelinitiative bei ihrer Abstimmung demnächst, Erfolg hat. Vielleicht wäre dies noch eine Chance, dass Geldsystem zu revolutionieren.

Hinterlasse eine Antwort