Tagesdosis 24.5.2019 – Strache – Liebesgrüße aus Berlin?

Ein Kommentar von Dagmar Henn.

‚Hund beißt Mann‚, so heisst es unter Journalisten, sei keine Nachricht. ‚Mann beißt Hund‘ hingegen schon. Nach diesem Muster funktioniert auch die Skandalträchtigkeit des Strache-Videos. Dass er der vermeintlichen lettischen Oligarchen-Nichte eine Beteiligung an der Kronen-Zeitung, dem österreichischen Bild-Äquivalent vorgeschlagen habe, um damit bei den Wahlen erfolgreicher abzuschneiden, wird in Kommentaren ein Anschlag auf die Pressefreiheit genannt, ja, sogar Landesverrat. Ein Politiker maßt sich an, Presseorgane steuern zu wollen, welch Unverschämtheit!

Dass Eigentümer von Medienkonzernen, heißen sie nun Hearst, Hugenberg, Murdoch oder Springer, Politiker machen oder vernichten, ist der Normalfall. Also keine Nachricht. Der ganze restliche Gehalt der bisher veröffentlichten Minuten ist ähnlich banal. Es finden Überlegungen statt, öffentliche Aufträge einem zu gründenden Unternehmen der Lettin zuzuschanzen. Auch hier fällt das wieder nur dadurch auf, dass die Rollen verkehrt sind; das Angebot erfolgt seitens des Politikers.

Der Normalfall verläuft anders herum, oder glaubt ernstlich irgendjemand, als die Allianz ihren Emissär bei Gabriel vorbei schickte, um die Privatisierung der Bundesautobahnen mit staatlicher Garantieverzinsung einzufordern, sei nicht von Gegenleistungen die Rede gewesen? Dieses Manöver zur Rettung der deutschen Versicherungskonzerne wird die Steuerzahler noch um beträchtliche Summen bringen, aber der eine oder andere gut dotierte Posten wird zum Ausgleich schon geschaffen werden. Nur, diese Geschäfte werden nicht vor Kameras ausgehandelt und Politiker wie Medien tun meist einfach so, als gäbe es sie nicht.

Die eigentliche Sensation des Strache-Videos beruht auf einem Tabubruch. In der europäischen Politik wird in der Regel das Privatleben der Politiker respektiert. Wer sich auf dem Münchner Oktoberfest blicken lässt, muss keine Mikrofone unter dem Biertisch fürchten, und die Kaffeekränzchen der Frau Merkel mit Friede Springer und Liz Mohn bleiben unbelauscht. Mit der Veröffentlichung des Strache-Videos haben der SPIEGEL und die Süddeutsche nun dieses ungeschriebene Verbot gebrochen; wenn man herausfinden will, wozu die ganze Affäre dient, muss man diesen Punkt im Blick behalten, denn der Damm, der dadurch gebrochen wurde, ist nicht mehr zu flicken.

Sie hätten nichts für das Video gezahlt, betonen Spiegel und Süddeutsche einhellig. Das ist erstaunlich, denn die Kosten für seine Entstehung waren beträchtlich. Der ehemalige Kompagnon des vermutlichen Organisators beziffert den Gesamtaufwand auf 600.000 Euro. Da dreht jemand ein Video mit österreichischen Politikern für über eine halbe Million, ein halbes Jahr Vorarbeit eingeschlossen, lässt es dann zwei Jahre in einer Schublade liegen und tritt es dann aus reiner Menschenfreundlichkeit an zwei führende deutsche Zeitungen ab, die damit eine österreichische Regierung stürzen? Schon eine eigenartige Geschichte.

Betrachten wir den Aufwand doch etwas genauer. Ich denke, man kann ruhig annehmen, dass Strache das Ziel war, gerade weil der anfängliche Kontakt nicht zu ihm hergestellt wurde. Vor irgendeiner sichtbaren Handlung liegt also noch ein Zeitraum, in dem Erkundigungen über Strache eingezogen wurden, um herauszufinden, welche Person seines Vertrauens als ‚Türöffner‘ fungieren könnte. Bei Gudenus bot sich dann eine günstige Gelegenheit, nach dem Tod seines Vaters (also in einer emotional verwundbaren Phase) meldete sich über einen Anwalt und eine Immobilienmaklerin die vermeintliche Lettin bei ihm, sie wolle die Jagd seines Vaters kaufen.

Zum ersten Treffen in einem Wiener Nobellokal kam besagte Dame in einem Maybach mit Chauffeur und zwei Bodyguards vorgefahren. Der Anlass war gut gewählt – der beabsichtigte Kauf bot dem beteiligten Anwalt einen Grund, eine Passkopie und Kontoauszüge seiner Mandantin vorzulegen und damit eventuelle Zweifel an ihrer Identität von Anfang an durch einen Frontalangriff zu minimieren. Die russische Presse wundert sich darüber, dass Gudenus ihre Identität nicht durch eine Nachfrage bei der russischen Botschaft überprüft hat; wenn die Darstellerin in diesem Moment freundlich und mitfühlend genug aufgetreten ist, kann das im Zusammenspiel mit den vermeintlich vorgelegten Dokumenten dazu geführt haben, dass das Opfer des Spiels Hemmungen verspürte, dieses Gegenüber in Frage zu stellen. Je angenehmer die Illusion ist, desto geringer die Bereitschaft, sie anzuzweifeln…

Der Kontakt wurde über Monate hinweg gehalten, so dass Gudenus bei dem Treffen auf Ibiza bereits verlässlich als ‚Bürge‘ für die falsche Lettin fungierte und selbst aktiv Zweifel an der Darstellerin zerstreute. Das bedeutet aber, dass hier mehrere Personen über einen langen Zeitraum hinweg kontinuierlich eine Rolle eingenommen haben und, zumindest vorübergehend, auch immer wieder entsprechend dieser Rolle gekleidet und untergebracht werden mussten. Selbst wenn jedes Kleidungsstück nur geliehen war, dürfte die Schätzung von 600 000 Euro durchaus realistisch sein.

Die entscheidende Frage in der ganzen Affäre lautet nun: wer hat dieses Drama finanziert? Die Durchführenden sind zumindest teilweise inzwischen bekannt, allerdings unauffindbar. Neben einem Wiener Rechtsanwalt ist das der Inhaber einer Münchner Detektei, die, ihrer Eigenwerbung zu Folge, vor allem mit der Aufklärung von Wirtschaftskriminalität befasst ist.

Eine der kursierenden Theorien lautet, es habe sich um gewerbsmäßige Erpressung gehandelt, und Gudenus und Strache hätten über längere Zeit hinweg immer wieder gezahlt. Dagegen spricht allerdings, dass sie dann von der Veröffentlichung nicht überrascht worden wären und schon längst vereinbart gehabt hätten, wie sie in diesem Falle reagieren würden. Die Erpressungstheorie würde zwar die zeitliche Lücke zwischen Anfertigung und Veröffentlichung des Videos erklären, nicht aber die Reaktion der Betroffenen.

Eine zweite Theorie bringt dieses Video in Verbindung mit dem Tal-Silberstein-Skandal. Silberstein war von der SPÖ formell als Wahlkampfberater engagiert worden und erhielt 536 000 Euro für eine Kampagne, die den ÖVP-Kandidaten Kurz in sozialen Netzwerken persönlich angriff. Nun fallen die Ereignisse durchaus in die Zeit seiner Tätigkeit, aber die genannten Kosten von 600 000 Euro sind so hoch, dass auch die SPÖ sie nicht einfach auf den Tisch legen könnte, schon gar nicht, um das Resultat dann erst einmal zwei Jahre zu lagern. Aus den gleichen Gründen scheiden Fernsehanstalten und ihre Beschäftigten oder Presseorgane aus. Sie würden das Ergebnis auf jeden Fall sofort verwerten.

Eine weitere Version geht davon aus, das Video sei in der Zwischenzeit gehandelt worden, sprich, der ursprüngliche Ersteller habe es meistbietend verkauft. Dann bliebe immer noch die Frage, wer es erworben und dann gelagert hat, und warum diese Person oder Institution es dann jetzt lanciert hat.

Bleibt eine letzte Theorie, die interessanterweise in den deutschen Medien von gleich zwei ehemaligen Angehörigen des BND vertreten wurde: dass es sich um eine Operation eines Nachrichtendienstes handelt. Das Interview des Ex-BND-Chefs Hanning auf n-tv (1) entbehrt sogar nicht einer gewissen Komik, weil der Interviewer ständig nach einer Wahlbeeinflussung durch die Journalisten von SZ und Spiegel fragt, der Interviewte aber immer wieder auf Nachrichtendienste kommt. Auffällig ist aber auch, dass nur von Wahlbeinflussung die Rede ist, während die tatsächlichen Ereignisse (der Sturz einer österreichischen Regierung) besser mit dem Begriff Regime-Change beschrieben wären.

Der zweite BND-Vertreter, der sich zu Wort meldete, war Rudolf Adam im Cicero. Adam war BND-Vizepräsident von 2001 bis 2004, und er erklärt kategorisch: „Die Herstellung dieses Videos deutet darauf hin, dass es sich nicht um die Arbeit von Journalisten handelt, sondern professionelle Geheimdienstler am Werk waren. Die Aktion ist mit großem finanziellen und organisatorischem Aufwand vorbereitet und durchgeführt worden.“ Und er liefert dann gleich einen Verdächtigen mit, den israelischen Mossad… nicht, ohne zuvor zu behaupten, „kein europäischer Dienst dürfte und könnte so etwas durchführen.“ Privatpersonen, selbst ehemalige Nachrichtendienstler, wären seiner Meinung nach auf keinen Fall zu einer solchen Operation im Stande.

Adam unterläuft allerdings seine eigene Argumentation mit einem einzigen Satz. „Viele russische Oligarchen entstammen jüdischen Familien und unterhalten enge Beziehungen zu Israel.“ Damit hat er genau den Punkt benannt, der den Mossad als Verdächtigen beinahe ausschließt – warum sollte mit viel Aufwand eine falsche Oligarchennichte aufgebaut werden, wenn man doch echte haben kann?

Wer hätte denn Interesse daran, die österreichische Regierung zu stürzen? Die Begeisterung, mit der bundesdeutsche Politiker den Video-Skandal kommentierten, war groß genug, dass die Neue Züricher schrieb, „deutsche Spitzenpolitiker redeten über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover.“ Und weiter: „Natürlich kann man in Zeiten der europäischen Einigung die Frage stellen, inwieweit es so etwas wie innere Angelegenheiten innerhalb der EU überhaupt noch geben kann. Wer so argumentiert, müsse allerdings eine ganze Reihe moralischer Probleme erörtern, etwa wie es die SPD mit Rumäniens korrupter sozialdemokratischer Regierungspartei hält oder wie sich die CDU und die deutsche FDP dazu verhalten, dass ihre politischen Freunde in Estland in einer Koalition mit der Konservativen Volkspartei regieren, deren Chef Homosexuelle als «Perverse» bezeichnet und sich an der Anwesenheit von «Negern» in Tallinn stört.“

Dass Merkel ausgerechnet neben dem kroatischen Ministerpräsidenten Plenkovic, dessen Partei die Ustascha-Faschisten verherrlicht, eine Wahlkampfrede ‚gegen Nationalismus‘ hielt, gehört ebenfalls zu diesen falschen Tönen. Nationalisten sind eben nur dann böse, wenn sie nicht auf Berlin hören.

Die Veröffentlichung dieses Videos war nicht nur ‚Wahlbeeinflussung‘, sie war ein Putsch. Es ging nicht um die Europawahlen; das ganze Bohei, das darum gemacht wurde, dient nur dazu, die Reihen hinter der Bundesregierung zu schließen, machtpolitisch sind sie völlig unbedeutend; selbst wenn das EU-Parlament mit lauter EU-Gegnern bestückt würde, die Kommission könnte dennoch durchregieren. Eine österreichische Regierung aber, die beispielsweise Sanktionsbeschlüssen im Weg steht, findet in Berlin wenig Gegenliebe.

Und es gibt noch einen weiteren Grund. Die ÖVP-FPÖ-Koalition hat zwar eine Reihe von Schritten unternommen, um den österreichischen Sozialstaat in Stücke zu hauen, aber verglichen mit der Bundesrepublik sind Renten und Mietrecht noch geradezu paradiesisch. Wenn man die nächste Verarmungsrunde in Deutschland einläuten will, dann muss zuvor das Nachbarland geschliffen werden, und sei es, weil jeder auf Deutsch nachlesen kann, dass andere Verhältnisse möglich sind.
Bisher ist ein winziges Bruchstück eines mehrere Stunden dauernden Videos veröffentlicht. Was, wenn der Rest genug Material enthält, um die ganze österreichische Parteienlandschaft zu zerlegen und dann durch ein Kunstwesen a la Macron zu ersetzen? Oder wenn das Ende dieser Regierung in Österreich eine Warnung an alle anderen europäischen Regierungen sein sollte, wie es jenen ergeht, die sich gegen Berlin stellen?

Der Neubau des BND in Berlin war eine architektonische Ankündigung. Wir wollen mit den Großen mitspielen. Es wäre nicht wirklich überraschend, wenn die Handlungen inzwischen dieser Ankündigung entsprächen. Dann wären die Aussagen der zwei Ex-BNDler eine Art halbes Bekenntnis, das für die Wirkung einer solchen Drohung erforderlich ist.

Grund zum Jubel bietet die ganze Affäre jedenfalls nicht. Denn das wahre Herz der Finsternis in der EU schlägt in Berlin, und jede politische Entwicklung, die die Berliner Macht in Europa stärkt, richtet sich gegen die Menschen in Europa, gegen Demokratie und Souveränität, gegen den Frieden. Österreich ist ein souveränes Land und ein Angriff auf diese Souveränität aus Deutschland, über Geheimdienste oder über die Presse oder beides, ist immer ein Schritt in die falsche Richtung.

Quelle:

  1. https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Offenkundig-wird-hier-versucht-Wahlen-zu-manipulieren-article21035713.html

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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22 Kommentare zu: “Tagesdosis 24.5.2019 – Strache – Liebesgrüße aus Berlin?

  1. MOSSAD´s geheime Video-Fallen-Aktion wegen der HYPO ALPE ADRIA BANK ?

    Der Verkauf der Hypo Alpe Adria, einst das Lieblingsspielzeug von Jörg Haider, dem einstigen Kärntner Landeshauptmann und früheren Chef der rechtspopulistischen FPÖ, ist eine finanzpolitische Mahnung und war eines der größten Wirtschaftsverbrechen – über die Grenzen Österreichs hinaus. Die Bank wurde über Jahre von ihrem Eigentümer, dem Land Kärnten, als Gelddruckmaschine verwendet. Sie musste auf Geheiß des verstorbenen Landeshauptmannes Jörg Haider Prestige-Projekte finanzieren, wie das Schlosshotel Velden, die Klagenfurter Seebühne und das Klagenfurter Fußballstadion.

    Ein wichtiger Umstand wurde bei diesem Kriminalfall immer totgeschwiegen:

    Der ehemalige Bayer. Finanzminister Kurt Faltlhauser, der im Aufsichtsrat der Bayer. Landesbank saß, hatte einem Allgäuer Wirtschaftsprüfer das Mandat zur Begleitung/Prüfung des Deals mit der HGAA sehr spät entzogen und setzte überaschend die Rothschildbank in Frankfurt ein. Wie sich herausstellte, war zum Zeitpunkt der Anordnung Rechtsanwalt Kurt Faltlhauser bereits als Berater bei der Rothschildbank ((wie der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder)) tätig, obwohl er noch Bayer. Finanzminister war. Damit gab es eine gewaltige Interessenkollision, welche von der alten CSU-Regierung gern unterschlagen wird. Der Allgäuer Wirtschaftsprüfer hatte starke Bedenken und riet der BayernLB nämlich rechtzeitig ab, die Kärntner HGAA zu kaufen. Das wollten sie nicht hören. Nach seiner schnellen und unüblichen Abberufung verschwand sein vorläufiges Gutachten und seine Kanzlei wurde für die bisherige Tätigkeit vollumfänglich von der BayernLB entschädigt.

    Die Rothschildbank aber hatte nur 5 von später 24 gravierenden Mißständen bis zu einer möglichen Bilanzfälschung der HGAA in ihrem Gutachten beschrieben und dem Vorstand der BayernLB gemeldet. Ausgerechnet die Rothschilds haben die rechte FPÖ-Bank von Jörg Haider nicht genauer durchleuchtet und die BayernLB in die milliardenschwere Finanzfalle tappen lassen.

    Die begleitende Investmentbank Rothschild erhielt von der BayernLB für ihre Fehlberatung 8 Millionen Euro Honorar. Wegen hoher Verluste und unkalkulierbarer Risiken gab die BayernLB die Bank Ende 2009 an Österreich zurück. Bei dem Geschäft verlor sie 3,7 Milliarden Euro.

    Ein Sprecher der Frankfurter Rothschild-Niederlassung erzählte mir in einem Interview:

    „Die Rothschildbank habe mit den 5 Negativ-Punkten ausreichend die Bayern-Bank informiert und so ausreichend gewarnt, meinte er, auch wenn sie den Deal/Kauf empfohlen haben. Wenn der Vorstand, wie der Aufsichtsrat und das CSU-Kabinett unter MP Edmund Stoiber den Kauf der HGAA unbedingt durchführen wollten, liegt die Schuld nicht bei der beratenden Bank.“

    Über das Beratungshonorar von Finanzminister Faltlhauser erhielt ich keine Auskunft, ebenso konnte der Einfluss von Faltlhauser bezüglich des Bankankaufes auf seine CSU Politprominenz im Kabinett und auf den Vorstand/Aufsichtsrat der BayernLB nicht weiter ermittelt werden.

    Die Bayern haben die Hypo zu teuer eingekauft, sagten die Rothschilds am 8.6.2011 vor dem Untersuchungsausschuss. Diese Meinung vertraten Mitarbeiter der Investmentbank Rotschild sowie des Beratungsunternehmens Ernst & Young, die für den Verkaufsprozess im Auftrag der BayernLB die Hypo Group Alpe-Adria (HGAA) bewertet hatten.

    Die Verhandlungsführerschaft beim Verkauf habe auf Kärntner Seite der Investor Tilo Berlin gehabt, erzählte der Vertreter von Rothschild. Versuche, Anteile ohne Berlin zu erwerben, seien gescheitert. Der verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider und Landesrat Josef Martinz (ÖVP) seien zu Beginn des Prozesses als Vertreter des Landes Kärnten aufgetreten, ob sie dann im Laufe der Verhandlungen Wortführer gewesen seien, könne er nicht sagen.

    Zum Wirtschaftsprüfer Dietrich Birnbacher, der vom Land Kärnten für einen sechsseitige „Expertise“ sechs Mio. Euro kassiert hat, sagte der Banker, er habe ihn im Laufe des Prozesses nicht wirklich wahrgenommen. Außerdem sei es absolut nicht üblich, dass bei solchen Transaktionen lokale Wirtschaftsprüfer Beratungen durchführten. Jedenfalls scheint es so, dass die Rothschildbanker in Frankfurt sich für ihre „ungenügende Beratung“ noch Jahre später geschämt haben dürften.

    Die FPÖ-Freundschaft von Jörg Haider mit Strache ist an diesem Bankdeal zerbrochen:

    FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache wies am 31.3.2006 in Wien die Behauptungen von Kärntens Landeshauptmann Haider, daß er von den Spekulationsgeschäften der Hypo Alpe-Adria nichts gewußt habe, entschieden zurück. Strache verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, daß es sich bei dieser Bank um Haiders Hausbank handle, der das BZÖ seine Parteienförderungen verpfändet habe.
    Die Hypo Alpe-Adria habe bereits 2004 330 Millionen Euro verspekuliert. Haider habe dies bisher vertuscht. Bekannt geworden sei dieser Finanzskandal nur durch das Tätigwerden eines Wirtschaftsprüfers, der die Bank bei der Finanzmarktaufsicht angezeigt habe.

    Bei den Machenschaften der Hypo Alpe-Adria handle es sich um übles Spekulantentum, gedeckt und vertuscht vom Kärntner Landeshauptmann, der damit auch die Kunden der Bank hinters Licht geführt habe.

    HC Strache hält es für möglich, daß auch die neu erblühte Freundschaft zwischen Finanzminister Grasser und Haider in einem Zusammenhang mit diesem Skandal steht. Denn Miteigentümer der Hypo Alpe-Adria sei zu 45,6 Prozent die ÖVP-nahe Grazer Wechselseitige, die vor kurzem mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ auch die Bank Burgenland gekauft habe. Ein Argument für den Zuschlag sei die Sicherheit und die Erfahrungen der Grazer Wechselseitigen mit der Hypo Alpe-Adria gewesen, so das damalige Statement von Strache. In einem Interview der Kronenzeitung am 19.3.2014 meint FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, er sieht den Anteil der Kärntner FPÖ am Desaster rund um die Hypo Alpe Adria bei einem Drittel – allerdings nur hinsichtlich der im Kärntner Landtag abgesegneten Ausfallshaftungen.

    Die Verbindungen der Rothschild-Investmentbank nach Israel, sowie die freundschaftlichen Beziehungen des BND zum Mossad in München und der heisse Draht der Bayer. Regierung zu diesen Institutionen nährt den starken Verdacht, dass der Mossad sozusagen als „Erfüllungsgehilfe“ hinter dieser Videofalle steckt.

    Der hinreichende Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen:

    Warum sollte der Wiener Rechtsanwalt Dr. MIRFAKHRAI 600.000 Euro für eine solche Geheimdienst- Aktion privat ausgeben und dann 2 Jahre später dieses Videomaterial ausgerechnet an die deutsche Presse verschenken ? Sein Verwandter in München ist zufällig amtlich beeidigter Übersetzer für Persisch und Farsi. Er soll auch schon für den Pullacher BND gearbeitet bzw. übersetzt haben, da schau her.

    http://www.uebersetzer-persisch.de/
    https://www.fpoe-ktn.at/files/CONTENT/Inhalte/FP%C3%96%20K%C3%A4rnten%20-%20INHALTE/PUBLIKATIONEN%20(zeitungen,%20infos,%20newsletter)/180101.der-hypo-skandal.pdf
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hypo_Alpe_Adria
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/neue-skandalwelle-in-kaernten-fpoe-chef-strache-muss-zittern-a-848739.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Landesbank

    • Ex-Geheimdienstkoordinator Fritsche von Merkels Kanzleramt wurde Berater von FPÖ-Innenminister Kickl

      „Es geht auch um die Zukunft des bekanntesten deutschen Gastarbeiters in Wien“, schreibt die Süddeutsche am 29. Mai 2019. Der CSU-Mann Klaus-Dieter Fritsche war ehemaliger Vizepräsident im Bundesamt für Verfassungsschutz, danach im Bundesinnen-ministerium, und zuletzt gehörte er als Geheimdienstkoordinator zum Führungsteam im Kanzleramt.

      Seit März 2019 berät er das Österreichische Innenministerium beim Umbau eines Nachrichten-dienstes, gemeint ist das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT).

      Am 5. Februar wurde sein österreichischer Arbeitsvertrag unterzeichnet, obwohl das Kanzleramt erst am 21. Februar mitteilte, dass „keine Einwände oder Interessenkollisionen“ gegen den neuen Job von Merkels ehemaligen Geheimdienstkoordinator bestehen würden. Fritsche kam sogar weiter zum Dienst, obwohl sein neuer Chef Innenminister Kickl, den er beraten sollte, gar nicht mehr im Amt ist.

      Sonderbar und unverständlich ist, dass ausgerechnet CSU Mann Fritsche als die höchste deutsche Kontrollinstanz für alle Geheimdienste in einem fremden Land nach seiner Pensionierung anheuern durfte – das gab es noch nie.

      Fritsches Tätigkeit in Österreich ist ein sichtbares Sicherheitsrisiko für Deutschland.

      Es könnte aber so sein, und das ist mir eigentlich viel logischer, dass die deutsche Politik und ihre Geheimdienste Fritsche als „Maulwurf“ im Büro Kickl plaziert hat. Ohne Vorwarnung an Kickl & Co. hat er mit der inszenierten Regierungskrise in Österreich und dem geplanten Imageverlust aller Rechten in Europa seine Aufgabe möglicherweise „still und heimlich“ erfüllt.

    • Mit ein wenig geschickt man es Trump persönlich in die Schuhe schieben können. Früher oder später kommt das auch noch.
      Austrian collusion?

    • bluewin.ch/de/digital/samsung-hat-nicht-nur-mona-lisa-zum-leben-erweckt-255040.html

      Und das Geständnis kommt dann sicher mit Deepfake-Software.

  2. Ein sehr guter Beitrag. – Ich denke auch, daß eine so kostspielige, aufwendige, langfristig geplante Aktion nur von einem Geheimdienst durchgeführt werden konnte. Und wenn ich mich nicht irre, gibt es überhaupt nur einen Geheimdienst, der schon vergleichbar komplizierte Aktionen organisiert hat, das ist der MOSSAD. Wenn man die Bücher von Victor Ostrovsky gelesen hat, meint man, die Handschrift des Mossad wiederzuerkennen. [„Der Mossad“ und „Geheimakte Mossad“]

    Ich sehe nur nicht ganz, welches Interesse der Mossad haben sollte, einen so riesigen Aufwand zu betreiben, um den Strache zu beseitigen und die Regierung Kurz zu stürzen. Für Israel lohnt sich das doch gar nicht.

    Vielleicht gibt es einen neuen EU-Geheimdienst, der so geheim ist, daß wir von dessen Existenz noch nichts wissen und der beim Mossad in die Lehre gegangen ist. Vielleicht ist der Tiefe Staat noch tiefer als wir glauben.

    • Bestrafe einen, erziehe tausend.

      Vor den Wahl noch schnell das „rechte“ Lager demagnetisieren.

      Erneute Öffnung der Balkanroute, falls der Irankrieg kommt.

      Oder zum Thema deep state…

      vienna.at/causa-kampusch-fpoe-erhebt-neue-schwerwiegende-anklagen/3105272

      Die Aktion ist vorbereitet, riecht aber dennoch nach Panik. Wer weiß, was für ein Wahlergebnis aus Sicht der Globalisten zu befürchten ist, u.U. reicht die Wahlfälschung schon nicht mehr aus!

      jungefreiheit.de/politik/ausland/2019/europarat-verbietet-bildung-rechter-fraktion/

    • Für Israel lohnt sich das doch gar nicht…

      Naja, also bei der Mafia wird ja auch nicht der eigentliche Abweichler bestraft. Man zielt zunächst knapp daneben. Als Warnung. Da werden Kinder oder Ehefrauen entführt, bedroht.
      Da weiß der Kamerad dann ganz schnell, wie er sich richtig zu verhalten hat.

      Wer könnte also in unserem Fall der eigentliche Empfänger der Botschaft sein?

      Wie dem auch sei, diejenigen werden das alles genau beobachten und versuchen, sich richtig zu verhalten.
      Sonst wird beim nächsten Mal nicht mehr knapp daneben gezielt.

    • Die Theorie der österreichischen Ceiberweiber klingt auch nicht abwegig. Da gehts richtig ab im Alpenländle.

      alexandrabader.wordpress.com/2019/05/18/das-strache-video-ist-eine-geheimdienstaktion/

  3. Interessante Analyse , die am Ende durch ihre antideutsche Wendung an Glaubwürdigkeit verliert.
    Die große Auseinandersetzung ist der Globalismus gegen die völkerrechtlich verankerte Selbstbestimmung der Völker .
    In Österreich wurden die Partei und die Regierung, die für die Selbstbestimmung eintraten, zerstört .
    Es sind weder Einzelpersonen noch ein Staat, die die österreichische Regierung stürzen wollten,
    es ist eine Gesinnung, die globalistische Gesinnung, die mit allen Mitteln ihre Macht sichern und ausweiten will .

  4. Ausführung: Geheimdienste JA! Vom Deutschen Arm des Mossad?

    Beauftragt: Vom jüdischen Arm der Freimaurer?
    Finanziert: Soros Open Society Foundation / Mercator Stiftung?

    Wie D1 sich äußerte: „Ich glaube, dass der Mainstream jetzt als Schadensbegrenzung die Geheimdienstkarte notgedrungen ausspielt, damit der Hinweis auf die Maurerei darunter begraben wird.“

  5. Danke Frau Henn! Auf den Punkt! Was uns hier als Skandal präsentiert wird, was wohl aber ein inszeniertes Schmierentheater ist – Intrige also, beherbergt alles, was hier in der BRD, der Besetzten Rechtsfreien Dummzone, tagtäglich über oder unter den Sekretärinnentisch geht. Die bösen Östererreicher! Das ist Alltag hier! Entgleisungen der Politiker? Braucht hier niemand versteckt aufzunehmen, es passiert vor den Kameras live im Bundestag, wo Knigge ein Likör zu sein scheint…Ablenkung? Wovon? Es ist immer dasselbe blöde Spiel!

  6. Für mich sieht es dann erstmal so aus, dass dubiose Gestalten den Strache in eine Falle locken und der Soros-Zögling Kurz kann dann die Rechten aus der Regierung kicken.

    Zu Kurz und Soros ganz generell:
    unzensuriert.at/content/0024903-Mitgliedschaft-im-elitaeren-Klub-ECFR-Ist-Sebastian-Kurz-von-Soros-finanziert

    Und kürzlich offiziell:
    sputniknews.com/politik/20181119323013849-kurz-soros-wien/

    War der Puppenspieler in Wien, um Anweisungen zu geben? Weg mit den nationalen Kräften, die Balkanroute muss wieder geöffnet werden, denn wenn erstmal Krieg im Iran ist, dann braucht man freie Fahrt für die Agenda der Mirgration.

    theworldnews.net/de-news/lambsdorff-warnt-vor-mehr-fluchtlingen-durch-iran-krise

    Oder die Kabale ist in nackter Panik vor der EU-Wahl, weil die Rechte so zulegen wird, dass der Globalismus am Ende sein wird?

    • Danke für den Hinweis Kurz-Soros! Und die Theorie mit Balkanroute/Iran oder PanikEUWahl kann ich auch nachvollziehen.

      Gibts denn wirklich keinen dritten Weg? Jenseits von Rechts oder Globalisierung? Wir sind im gleichen Dilemma, wie die Ami’s bei ihrer letzten Wahl.

  7. “Deutsche Politiker reden über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover. Die FPÖ dürfte davon profitieren.
    Seit dem Skandal um den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache meinen einige in Berlin, Wien Direktiven erteilen zu müssen. Manchen Wählern könnte eine Stimme für die Rechtspopulisten nun wie ein Akt österreichischer Selbstbehauptung erscheinen.
    Ähnlich gross dürfte das Interesse der Deutschen an Österreich letztmals zu Lebzeiten Jörg Haiders gewesen sein. Wer dieser Tage die Berichterstattung deutscher Medien über den Sturz des österreichischen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache verfolgt, könnte meinen, die Deutschen verhandelten eine innere Angelegenheit. Auch wenn Wiener Journalisten den Coup ihrer Münchner und Hamburger Kollegen reihenweise bejubeln: Für die österreichische Presse ist Straches politisches Ende mindestens ebenso eine Niederlage wie für diesen selbst. Dass der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz sein Schweigen schliesslich nicht etwa im ORF, in der «Presse» oder im «Standard» brach, sondern in der deutschen «Bild»-Zeitung, wirkte eher konsequent als überraschend. … .”
    Quelle: NZZ

  8. epochtimes.de/tag/gabriel-lansky#

    Einen Herr Lansky finden wir also vor. Er hat was mit der Causa Strache zu tun.

    Wer ist das?

    diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4674276/Gabriel-Lansky_Advocatus-Diaboli

    Siehe da! Er hat Natascha Kampusch (mit-) vertreten…oder hat er eher dafür gesorgt, dass es bei der Einteltäterthese geblieben ist? Um von der Verwicklung höherer Kreise abzuwenden?

    Und wollte nicht Strache den Akt wieder aufnehmen?

    derstandard.at/1322531399744/Akt-zu-frueh-geschlossen-Strache-stochert-in-Causa-Kampusch

    Das muss mal für den Anfang reichen.

    Ok den noch:

    addendum.org/bvt/lansky/

    Hinweise auf Astana und die Freimaurerei finden sind auch.

    Ich glaube, dass der Mainstream jetzt als Schadensbegrenzung die Geheimdienstkarte notgedrungen ausspielt, damit der Hinweis auf die Maurerei darunter begraben wird.

    Das alles ist ein ziemlich großes Bild. Und mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.

  9. Vielen Dank, Dagmar Henn! Glasklar analysiert und wie immer mit sehr viel Hintergrundwissen gespickt. Wie man von anderen Regimechainges weiss, ist eine Demaskierung der Betreiber sehr schwer, allein Vermutungen reichen nicht aus die Benutzer des Mainstream zu ueberzeugen. Bin gespannt wie es weiter geht?

    • Moin Hog1951:
      Wenn eine Beteiligung eines Geheimdienstes das Ergebnis wäre?
      Wen interessiert es dann noch, nach ein paar Wochen?
      Da werden zukünftig noch so „viele Sauen durch’s Dorf getrieben“.
      Da geht das unter (oder) und die Dimension würden nur Einzelne durchblicken.
      Frag mal jemanden auf der Straße, wer bis zum Wochenende in Wien regiert hat.
      Und dann frag das mal nach einem Jahr.
      Das läuft alles unter dem Radar.
      Das ist bekannt und darum wird’s auch gemacht. Weil man es halt kann.

    • Moin, schwarz ist weiss, natuerlich haben wir es mit einem Gegner zu tun, der uebermächtig agieren kann und ueber seine Medien die Menschen fuer sich und sein System vereinnahmen kann. Trotzdem gehe ich davon aus, dass bei so manchem Zeitgenossen ewas hängen bleibt. Und diese Mosaikteilchen könnten sich irgendwann einmal zu einem Bild vervollständigen. Naja, ich bin halt Optimist.

      mfG

  10. Danke für den Artikel.
    Das Geheimdienste am Werk gewesen seien könnten, wird im Mainstream kaum thematisiert.
    Da werden nur die „unabhängigen und freien Medien“ für den Super-Coup abgefeiert.
    Strache und alternative Medien hatten das sehr wohl auf dem Schirm.
    Die sind aber unseriös.
    Wie nun Kurz, der ja allumfassende Aufklärung versprochen hat, die Sache behandelt, wird interessant sein, so fern man etwas darüber erfährt.

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