Tagesdosis 24.6.2019 – Trump und die US-Medien: Kriegsvorbereitungen im Telenovela-Stil

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Am Freitag machte folgende Meldung weltweit Schlagzeilen: „US-Präsident stoppt Iran-Angriff zehn Minuten vor dem Start.“ Übereinstimmend berichteten die Mainstream-Medien, Donald Trump habe einen Vergeltungsschlag der USA auf den Iran in letzter Minute verhindert, weil er den Tod von 150 Iranern nicht mit seinem Gewissen habe vereinbaren können.

Wer auch immer Donald Trumps Iran-Politik und seine Auseinandersetzung mit den US-Mainstream-Medien in der jüngeren Vergangenheit verfolgt hat, rieb sich verwundert die Augen: Wurde der Mann, der den Iran-Konflikt seit Monaten systematisch verschärft, die schlimmsten Kriegshetzer in sein Kabinett berufen und wegen der Sanktionen gegen den Iran bereits Tausende von Toten zu verantworten hat, allen Ernstes plötzlich von seinem Gewissen geplagt…?

Und wieso stellten die Mainstream-Medien wie die Washington Post, die New York Times oder der TV-Sender CNN, die seit zweieinhalb Jahren keine Gelegenheit auslassen, sich als erbitterte Gegner Trumps zu inszenieren, den Präsidenten plötzlich in trauter Einigkeit als ein von humanitären Regungen geplagtes Individuum dar?

Die Fragen beantworten sich von selbst, wenn man bedenkt, dass alle Beteiligten denselben Herren dienen und einen Krieg wollen, sich aber gleichzeitig darüber im Klaren sind, dass es zuvor noch ein riesiges Hindernis zu überwinden gibt – die Ablehnung eines Krieges durch die US-Bevölkerung.

Ganz offensichtlich haben sowohl die Medien als auch Trump aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt: Barack Obama machte keinen Hehl daraus, wöchentlich Todeslisten für angebliche Staatsfeinde der USA zu unterzeichnen und sogar Kinder und Jugendliche als Opfer in Kauf zu nehmen. Bei der Ermordung Bin Ladens ließ er sich sogar zusammen mit Außenministerin Clinton als Live-Zuschauer der Hinrichtung vor dem Fernseher fotografieren.

Da das in der amerikanischen Öffentlichkeit nicht gut ankam, schlagen Trump und die Mainstream-Medien nun ganz offensichtlich einen anderen Weg ein und bauen dabei auf die Erfahrung eines Mannes, der sich als ehemaliger TV-Star im Showgeschäft bestens auskennt: Sie inszenieren Trump im Stil einer billigen Telenovela als einen von seinem Gewissen geplagten Menschenfreund.

Dabei enthüllen US-Politik und Mainstream-Medien auf eindrucksvolle Weise, wie sehr sie trotz aller medialen Schaukämpfe an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, die amerikanische Bevölkerung im Interesse der Finanzelite zu manipulieren.

So haben beide die Vorfälle in der Straße von Hormus benutzt, um eine wahre Hasskampagne gegen den Iran und seine politische Führung zu entfesseln. Als die US-Armee unter ihrem Oberbefehlshaber Trump auch noch den Abschuss einer US-Drohne provozierte, um den ideologischen Feldzug gegen den Iran zu verschärfen, zögerten die US-Medien keine Sekunde und stellten den Iran umgehend als Aggressor dar. Trump wiederum kündigte in markigen Worten Vergeltung an und ließ die Welt glauben, ein begrenzter Angriff auf einzelne Ziele im Iran stünde unmittelbar bevor.

Dass es nicht dazu gekommen ist, hat sogar einige alternative Medien dazu veranlasst, Trump für seine „Zurückhaltung“ zu loben. Es scheint sie nicht zu stören, dass sie sich dabei in Gesellschaft der schlimmsten Kriegstreiber der Welt wie Fox News oder des Ex-FBI-Chefs Brennan befinden, der sofort bekannt gab, er „begrüße Trumps Entscheidung, auf einen unverhältnismäßigen Schlag zu verzichten, der zu etwa 150 Todesopfern geführt hätte.“

Trumps angeblicher Rückzieher hat die Kriegsgefahr keinesfalls verringert. Es handelt sich dabei auch nicht um Anfall von Menschlichkeit, sondern um ein sorgfältig inszeniertes Schauspiel, mit dem der politisch weitgehend ahnungslosen Mehrheit der US-Bevölkerung suggeriert werden soll, ihre Regierung handle nach ethischen Maßstäben und sei bemüht, unschuldige Opfer zu vermeiden.

Wie die statt des Luftangriffs von Trump angeordnete Cyber-Attacke und die dazu erlassene Verschärfung der brutalen Sanktionen gegen den Iran zeigen, arbeitet das Weiße Haus nach wie vor mit aller Macht daran, den Konflikt auf die Spitze zu treiben, um einen Krieg herbeizuführen, den die Finanzelite fordert und auf den vor allem die US-Rüstungskonzerne und die Fracking-Industrie ungeduldig warten.

Welches Ausmaß dieser Krieg aller Voraussicht nach annehmen wird, hat Donald Trump in einem gestern ausgestrahlten Interview mit dem TV-Sender NBC mit folgenden Worten angedeutet: „Wenn es dazu kommt, wird es eine Vernichtung geben, wie man sie noch nie gesehen hat.“

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7 Kommentare zu: “Tagesdosis 24.6.2019 – Trump und die US-Medien: Kriegsvorbereitungen im Telenovela-Stil

  1. Es könnte sein, dass der sehr kurzfristig von Donald Trump abgebrochene Angriff auf den Iran nur eine Drohgebärde war, aber wahrscheinlicher ist es, dass er diesen Angriff zunächst tatsächlich beabsichtigt hatte.

    Vielleicht hat das Interesse Trumps am Iran etwas mit dem immer noch fehlenden Einfluss der Rothschilds im Iran zu tun.

    Wir wissen es jedenfalls, dass Prescott Bush, Vater und Großvater der beiden ehemaligen US-Präsidenten, an Ausschwitz verdient hatte.
    Er war US-Senator und gleichzeitig auch Geschäftsführer der Wall-Street-Bank Brown Brothers Harriman.

    Wichtige Schlüsselfiguren im Zweiten Weltkrieg waren vor allem John Foster Dulles, der im Artikel 231 des Versailler Vertrages die deutsche Kriegsschuld (Alleinschuld) juristisch ausformulierte und eben auch sein jüngerer Bruder Allen Dulles.

    Letzterer hatte seinerzeit das Außenhandelsgeschäft der Wallstreet betreut und den US-Geheimdienst CIA aufbaut. Er war unter anderem auch der sog. spiritus rector der Atlantik-Brücke und auch ein ehemaliger Vorstand des Council on Foreign Relations.

    Darüber hinaus gibt es neuerdings diese vielen FEMA-Camps, die es durchaus nicht nur in den USA gibt.
    Es gibt zudem abertausende überdimensionierte Plastiksärge und die FEMA hat angeblich unter anderem 1,6 Milliarden Hohlspitzgeschosse erworben.
    Der dringende Verdacht liegt nahe, dass ein zweiter Holocaust geplant ist.

  2. Die USA kitzeln den Iran und geben ihm die Möglichkeit sich zwischen einer bemannten und einer unbemannten Drohne zu entscheiden. Wenn der Iran die bemannte Drohne abschießt, erfolgt Krieg. Schießt er die unbemannte ab, kommen weitere Sanktionen. Vorteil für die USA Kriegsstrategen ist dadurch auch: Sie wissen wo und wie der Iran mit speziellen Systemen und Waffen ausgerüstet ist. So steht es im CIA/Pentagon Drehbuch und die Medien spielen mit. Und passend dazu, wird Trump als Kriegsgverhinderer kartoonisiert um seine Umfragen zu heben (grrrgraphics.com War Kickoff“). Dieses Theater beleidigt meine Intelligenz!

  3. Naja das mit den Bedenken wegen 100 bis 150 Todesopfern könnte stimmen.
    Um es etwas vertrauter zu machen:
    Wieviele Jugoslawen oder Afghanen oder Syrer umkommen ist ja den Deutschen egal, aber wehe auch nur ein Dutzend Deutscher kommt um, DANN wird die dafür verantwortliche Regierung u.U. innenpolitisch unbeliebt.
    Das ist in USA genauso.
    Deswegen könnte USA erst dann mit Bodentruppen in den Iran, wenn da schon kein militärischer Widerstand mehr wäre – wozu vorher Bombardement aus der Luft nötig wäre, was bei den demonstrierten Luftabwehrkapazitäten Irans aber auch nicht sooo einfach erscheint …
    Und China – mit offiziellen diplomatischen Verlautbarungen sonst eher zurückhaltend – warnte nicht „die Büchse der Pandora“ zu öffnen.
    Russland sagte lange Jahre, dass USA mit Kosovo „die Büchse der Pandora öffnete“ – keine Reaktion.
    Nach dem Maidan – Victoria Nuland zu G. Pyatt „Yats is our man“ – ist die Krim nun auch offiziell wieder russisch.
    Jetzt sagt China, es solle nicht „die Büchse der Pandora“ geöffnet werden.
    Die Wortwahl könnte Zufall sein, weil „Büchse der Pandora“ ein allgemein bekannter Begriff ist, aber das ist internationale Diplomatie, da ist die Wortwahl vielleicht auch kein Zufall.^^

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