Tagesdosis 24.8.2017 – Gabriel, Grüne, Gaga

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Politik und Wirtschaft gehören zusammen. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Es gibt Begriffe oder Umschreibungen für politische Parteien und deren inhaltliche Ausrichtungen, wie „Unternehmerfreundlichkeit“. Das ist die sehr moderate Umschreibung eines engen und gepflegten Kontaktes zwischen den Protagonisten. Den Politikern und den Kräften der Wirtschaft.

Über die Jahrzehnte der bundesrepublikanischen Existenz floss sehr viel Geld von der Industrieseite zur Seite der Politik. Es ging um jeweilige Interessen, die vertreten werden wollten. Natürlich immer nur zum Wohle der Gemeinschaft, der Demokratie. Es stellte sich jedoch irgendwann bei kritischen Bürgern die Frage, wer gestaltet eigentlich die Politik, bzw. wer formuliert die Inhalte der jeweiligen Parteien. Interessenskonflikte treffen auf sogenannten Lobbyismus.

Es entstanden Informationsseiten, wie Lobby Control[1] und abgeordnetenwatch.de[2]. Nein, nicht jeder Politiker ist käuflich. Nicht jeder Volksvertreter wechselt, wie selbstverständlich nach seiner politischen Karriere, zur Seite eines etwaig ehemaligen Gegners, zur Industrie. Die sogenannten schwarzen Schafe sind mehrheitlich bekannt[3].

Am 24. September 2017 wird gewählt. Der bisherige Wahlkampf verläuft schleppend und zäh. Es fehlen vermeintlich Themen, daraus resultierend auch zusehends Wähler. Vier Parteien dümpeln in den Prognosen um 8%. Mal mehr, mal weniger. Die Linke, die AFD, FDP und die ehemaligen Sonnenblumen unserer Demokratie, die Grünen.

Bei letztgenannter Partei schleichen so langsam die Panikattacken ins tägliche Bewusstsein. Innerparteilich völlig zerrissen, zwischen bürgerlichem Konservatismus al la Kretschmann und Palmer, sowie abgelutschter unglaubwürdiger Grünen Rhetorik a la Özdemir und Roth. Doch die Partei hat Glück. Aufrichtige Kämpferinnen für Demokratie und Gerechtigkeit erkennen kurz vor der Wahl den Skandal des Wahljahres 2017. Es könnte dieser Partei die entscheidenden Stimmen bringen, um drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden. Um mit den Industriekritischen Parteien CDU und FDP, etwaig die nächste Koalition zu bilden. Worum geht es?

Katrin Göring-Eckardt und Marieluise Beck von der Partei die Grünen decken auf: Außenminister Gabriel traf sich mit Ex-Kanzler Schröder und Russlands Präsident Putin. In Russland. Und das auch noch heimlich. Es wurde knallhart recherchiert. Das als privat deklarierte Essen mitten in der Nacht dauerte etwa zwei Stunden. Gabriel soll die Residenz erst gegen 1.30 Uhr wieder verlassen haben. Auch ausgewählte Vertreter der deutschen Wirtschaft waren eingeladen. Spüren Sie auch schon das leichte Beben?

„Nimmt Schröder Einfluss auf den Kurs der SPD gegenüber Russland? (…) Der Außenminister schuldet der deutschen Öffentlichkeit eine Erklärung zu diesem Treffen. Es könnte ein Interessenkonflikt vorliegen“, so die Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt[4]. Fragen über Fragen, die vor allem eins über die Grünen 2017 aussagen. Völkerverständigung war einmal. Heuchlerisches Interesse an Wirtschaftsdeals gilt heute. Was interessiert die Damen auch der Kretschmann im eigenen Bio – Stall. Ja, Ex-Kanzler Schröder verkörpert die käufliche Politikerkaste in Reinkultur. Aber lieber Unfrieden mit Russland, als wirtschaftliche Kooperation mit einem nun Mal für Deutschland sehr wichtigen Land und Partner? Das Verhalten dieser beiden Grünen Politikerinnen ist nicht wirklich lustig, eher traurig. Mit solchen Attacken, trägt auch diese Partei zu einem weiteren Anstieg von Nichtwählern bei, bzw. solch Aktionismus kann auch ein schlichter Rohrkrepierer werden. Der 24. September 2017 wird es zeigen.

Quellen

[1] – https://www.lobbycontrol.de/

[2] – https://www.abgeordnetenwatch.de/

[3] – http://www.rp-online.de/politik/deutschland/diese-ex-politiker-wechselten-in-die-wirtschaft-bid-1.568535

[4] – http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-08/gruene-sigmar-gabriel-wladimir-putin-gerhard-schroeder-treffen-erklaerung

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5 Kommentare zu: “Tagesdosis 24.8.2017 – Gabriel, Grüne, Gaga

  1. Am 24 .9.1948 erblickte ich das Licht der Welt und nun schau ich auf eine lange Strecke von Versprechen und Hoffnungen zurück.
    Was sind die Erfolge der Grünen, Flaschenpfand und Gebühren für Plastiktüten.
    Wau, dass nenne ich eine politische Leistung.
    Allerdings weiß ich nun bald nicht mehr, wie ich die Plastikverpackungen zum Restmüllcontainer
    transportieren soll, da die Plastikeinkaufstüten ja abgeschafft werden sollen.
    Ein wirklicher Beitrag zur Umweltrettung.
    Auch die Herstellung von Plastikflaschen ist ja nicht eingedämmt worden.
    Nein sie ist lediglich zu einem Alimentierungsmittel für Hartz 4 Empfänger geworden.
    Können doch nun allein erziehende Mütter den Kinderwagen noch mit Pfandflaschen auffüllen, die sie aus Abfallkörben fischen und dann im nächsten Supermarkt verscherbeln.
    Danach ist wieder Platz im Kinderwagen für das nächste Sechsergebinde Billigcola.
    Aber jetzt wird alles besser, mit unserem Irrtümlichen KBW Mitglied Kretschmann und der „Nudel dicke Dirn“ deren politischen Ambitionen eher als Groupie bei Rio Reiser zu suchen sind.
    Na, dann Prost auf weitere 4 verlorene Jahre.

    • Ich hatte mal die Hoffnung, dass die Grünen die für Aldi stricken. Nun muß ich die für einen Euro auch noch kaufen.
      Wie währe es mal mit etwas weniger Plastikverpackung?

    • „Nun muß ich die für einen Euro auch noch kaufen.“
      Schon mal an „selber was nähen“ gedacht? Ansonsten gibts die auch zu kaufen.
      Oder wollen Sie auf die „Grünen“ warten, die das dann für Sie macht?
      Ich hab noch nie ne Plastiktüte gekauft.

    • Lieber Schwarz ist Weiß,
      Eigentlich sollte das alles als Ironie auf die grüne Umweltpolitik verstanden werden.
      Aber wenn sie sich an meinem Transportproblem so verbeißen, so will ich noch ein paar Anmerkungen dazu machen.

      Es ist immer wieder erfrischend, wenn man darauf hin gewiesen wird, sein Verbraucherverhalten zu ändern. Besonders mit der Attitüde „ Ich habe noch nie eine Plastiktüte gekauft „
      Erstens glaube ich das nicht, und zweitens lebe ich in einer Gesellschaft, die vom Verhalten vieler Menschen bestimmt wird.

      Wenn der Krämerladen an der Ecke durch Aldi u.sw. Verdrängt wurden, die Verpackung aber aus Zweckmäßigkeit für den Transport und die Hygiene, an die Großmärkte angepasst wurde. So werde ich mit einer Verweigerung der Plastiktüte rein gar nichts erreichen.

      Die Frage ist, ob alles in Plastik eingeschweißt werden muss?
      Ich stelle fest, dass Mehl und Zucker so wie Tabakwahren , nach wie vor in Papierverpackung verkauft wird.

      Es muss einen Grund geben, um Feuerzeuge, Apfelsinen, Gummibärchen und sogar Kinderspielzeug zusätzlich in Plastik ein zu schweißen.

      Hier scheint es sich um einen Industriezweig zu handeln, der völlig überflüssig Müll produziert.

      Und diesen Müll darf ich als ordentlicher Bürger zum nächsten Container tragen.

      Hier kommt nun ein Recyclingunternehmen ins Spiel, welches für die entsorgte Tonne Plastikmüll
      80 Euro kassiert.
      Ein Geschäftsmodell welches von den Grünen entwickelt wurde. Und nun boykottieren sie dass mal durch Verweigerung einer Plastiktüte.

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