Tagesdosis 25.04.2018 – Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politiker!

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Die Waschlappigkeit der deutschen Politiker ist unerträglich zynisch, weltfremd und jämmerlich illusionär. Das nämlich befindet der Spiegelredakteur Christian Stöcker in seiner Kolumne. Bitte was!?, mag da wer ganz spontan einwenden und wird dann eines Besseren belehrt.

Der deutsche Reisepass sei nämlich ein Superreisepass. Mit ihm käme man ja fast überall hin. Mit den anderen oft wohl nicht. Die Arbeitslosigkeit sei rekordverdächtig! Nicht etwa, weil es so viele sind. Nein! Weil es so unglaublich wenige Arbeitslose in diesem Land gibt. Und dann dieses ganze finanzwirtschaftliche Wachstum. Immerhin, 2,2 Prozent, das sei im Vergleich zu anderen Ländern quasi schon ein Superwachstum. Gott sei es dem Kapitalismus gedankt. Amen.

Nicht genug der Rosen, die man eigentlich der Merkel vor die Füße werfen solle. Unser Gesundheitssystem, das sei auf der ganzen Welt voller Neider und wird mit offenen Mündern bestaunt. Ja, sogar die ganzen tollen Scheichs, ihr wisst ja, ihre Regeln und die der IS sind identisch liberal, kämen extra nur deswegen in deutsche Krankenhäuser gejettet, weil wir so ein unfassbar tolles Gesundheitswesen haben. Und wer will nicht auch mal so einem lieben Kopf-ab-Scheich die Hände schütteln dürfen. Super Typen, diese Scheichs. Und dann unser wirklich bestes Stück. Das Bildungssystem. Das ist derart kostengünstig zu haben, da beneiden uns sogar die englischen Studenten und die High-School-Lehrer der USA drum. Denn die müssen für ihre Verbildung zahlen, wir nicht. Erinnert den Deutschen ein bisschen an die GEZ-Gebühr, aber ich schweife ab. Super. Unsere Nah- und Fernverkehrssystem und die echte, ich betone es jetzt noch einmal extra für euch, die echte Meinungs- und Pressefreiheit. Eine weitgehend korruptionsfreie Bürokratie und subventionierte Kulturarbeit. 93 Prozent der Deutschen sind derart zufrieden mit diesem allumfänglichen System Deutschland.

Natürlich gibt es auch Negatives. Ein katastrophaler Breitbandschlüssel, zu wenig digitale Bildung, eine ungesunde Nähe von Politik und Autoindustrie. Und, wir werden darum beneidet, dass wir seit 2015 schlappe 1,4 Millionen Flüchtlinge zu uns genommen haben. Welche wir erstaunlich gut verkraften konnten. Kurzum: Wir verdanken der Aufklärung unseren deutschen Erfolg. Es wird allerhöchste Eisenbahn, sich dessen mal gewahr zu werden und voranzuschreiten in ein noch erfolgreicheres Deutschland. Können wir damit mal anfangen?

Kotz in die Tüte und schmeiß es dem Herrn Stöcker mal vor seine Füße! Du alter rechter Geselle. Hätte ich so einen Schund verfasst, denn mehr ist das, was Christian Stöcker da aus seinem Stutzebart heraus katastrophierte, wäre mein E-Mail-Konto voller linker Warnungen und Schmähungen, weil sie darin, zurecht, deutsche Großmannssucht herausdechiffriert hätten. Es lebe der deutsche Imperialismus, Herr Stöcker. Das ist es, was Sie da geschrieben haben. Es leben die deutschen Eliten, Sie geschichtsvergessener Naivling. Die Tinte, in die Sie ihren Füller tauchen, besser ihre Bits und Bytes in bare Münze beim Spiegel zu wandeln sich weiter erhoffen, ist ziemlich brauner Müll. Geschickt getarnt als Watschen für die, die Angst für Deutschland schüren, die AfD. Es ist komplett rechter Müll und niemand beim Spiegel kann das erkennen? Sie schreiben für den deutschem Imperialismus und merken das noch nicht einmal mehr.

Christian Stöcker schreibt in seinem verdeckten rechten Zynismus weiter, Zitat Anfang: „Wenn wir uns mit dem Islam auseinandersetzen, dann sollten wir das vielleicht auch mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein tun. Eine so erfolgreiche Gesellschaft wie die unsere, entstanden aus den rauchenden Trümmern von gleich zwei Diktaturen, wird es ja wohl schaffen, sich nicht von einem Ladenhüter wie politisierter Religion ins Bockshorn jagen zu lassen, oder?, Zitat Ende.

Mit der Kraft der Nachkriegszeit zweier Weltkriege schaffen wir also auch den Islam mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein eines „zäh wie Leder-Spruchs, ab? Die politisierte Religion werde wir alle dann ins Bockshorn jagen? Ja, wo kommen Sie geschichtsvergessener Schnösel eigentlich her? Wer hat Ihnen erlaubt, zu schreiben? Ich bin fassungslos. Da gehe ich auf höchstens drei Friedensdemos in diesem Land und werde als Neurechter betitelt, weil ich tatsächlich ein Friedenskonzept entwickelt habe und so einer wie Sie darf beim Spiegel so einen Müll abliefern? Ist der Spiegel nun zu einer Art Sondermülldeponie für solche geschichtsvergessenen Neuintellektuellen verkommen? Anscheinend ja. Hat da keiner beim Spiegel korrigiert? Ich bin mir sicher, dass nicht alle Leser das in Ihrem Text erkennen können, was ich darin erkenne, denn die „Täuschung“ in Ihrer Schreibe ist gut gelungen. Jedenfalls für diejenigen, die sowieso schon nicht mehrt unterscheiden können und nur noch eines wollen: „Für das Vaterland muss Erwerb und Leistung erbracht werden. Wir wollen noch mehr beneidet werden. Also, deutsche Recken und deutsche Frauen, für das deutsche Vaterland schaffen wir alles. Fegt hinweg die deutschen Waschlappen.“ Aber vielleicht ist alles auch viel einfacher und die Mutti von dem Herrn Stöcker hat ihn zu früh abgestillt oder der Vati war zu sehr Brutus zu ihm? Ich habe keine Ahnung wie man so einen braunen Müll schreiben kann.

Vielleicht aber liegt es daran, dass ich das nun so sehe, weil ich gerade ein euch alle sehr zu empfehlendes Büchlein gelesen habe. Es wurde in der letzten „Me Myself and Media-Sendung“ hier auf KenFM ganz zu Anfang angepriesen und lässt einem die Spreu vom Weizen trennen. Mühelos. Solltet ihr euch mal reinziehen. Aber für Nebenwirkungen, die ganz sicher sehr umfangreich sein können, übernehme ich hier keinerlei Haftung.

Für ein erfolgreiches Deutschland, damit die liebste Frau Merkel es dem Kaiser von China, ähh, dem Staatspräsidenten von China, seine Ehrenhaftigkeit Lord Xi Jinping Vader, auf Lebenszeit uns als die heiligste Verführerin gleich tun darf. Für die Eliten, für Arbeitslosigkeit, für die Kraft der NATO und eine ewig uns unten haltende Bildung. Rülps! Rülps! Rülps!

Quelle:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/islam-debatte-die-waschlappigkeit-der-deutschen-politik-a-1203826.html

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13 Kommentare zu: “Tagesdosis 25.04.2018 – Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politiker!

  1. Was ist hier los?

    Am Montag wird im eigenen „Lager“ verunglimpft

    Am Mittwoch ein sogenanntes „Anderes“ verrissen?

    Einen Artikel, den ich nun lesen musste

    Und er es gar nicht wert war

    Die Worte, die in dieser Tagesdosis verwendet wurden

    Sind unangemessen schroff bis beleidigend

    Wann hört das hier endlich auf?

    Claudia Volke aus Dresden

    • Nach dem Montag fällt nun auch noch der Mittwoch aus.

      Was ist für Sie denn unangemessen – jede Meinung die auf Missstände hinweist?
      Wollen sie die Zustände gesund streicheln um ja nicht anzuecken?
      Diese Lager, wie Sie sie bezeichnen, gehören näher zusammen, als es mir recht sein kann.

    • Liebe(r) schwarz ist weiß,

      die Worte, die Worte sind unangemessen

      und ja, gesundstreicheln klingt schön

      um nicht anzuecken?

      Muss ich nachdenken

      Bringe ich nicht in den Zusammenhang

      Und den letzten Satz verstehe ich nicht.

      Claudia Volke aus Dresden

    • . . . oder Leute die einfach nur was sagen, weil sie gerade das Sagen haben und deshalb denken, dass sie was zu sagen hätten es aber nicht wirklich haben . . .

    • zum letzten Satz:
      Beide „Lager“ haben das gleiche Ziel, nämlich die neoliberale Politik nicht anzutasten.
      Die Regierungsparteien bekommen freiwillige Schützenhilfe von der AFD was die Austeritätspolitik und das Festhalten an der „Schwarzen 0“ betrifft, um nur einmal zwei Schnittstellen zu zeigen.
      Diese Politik wird uns doch als Erfolgsmodell verkauft, wie im Artikel von Christian Stöcker suggeriert wird.
      Das Arbeitslosenzahlen geschönt werden, viele Leute im Niedriglohnsektor arbeiten, die Rente nicht reicht und, und, und, wird von „Beiden“ nicht zur Sprache gebracht.
      Sollen wir hinter die Fichte geführt werden, oder liegt das an der Filterblase in der Christian Stöcker lebt?

    • nunja, wenn nun auch noch von „privater“ Seite aus auf Angemessengeit gepocht wird, scheint es mir offensichtlich, wie weit die Öffentlichkeit bereits „verunbildet“ ist.
      Noch einmal bitte die fest eingestampften aber öffentlich kaum abgewendeten Grundprinzipien einer Demokratie achten; hier: Freie Meinungsäusserung und Pressefreiheit.
      Danke.

  2. Warum sich so Aufregen Herr Lenz, über dieses Geschreibsel Herrn Stöcker!

    Liest man sich mal die anderen Artikel auf Spon durch, die er da ebenfalls veröffentlicht hat, so sind diese allesamt oberflächliche akademisch formulierte gequirtelte Sche….. aus irgendwelchen Informationsfetzen zu irgendeiner Idee von „Möchtegernwichtigkeit und -aussage“ formuliert.

    Der Mann kann einem eher leid tun, weil…. er hat einfach nichts zu sagen . . .. Ist wahrscheinlich zum Proffessortitel gelangt durch 150% richtich kuhle Verpackung (Inhalt braucht es da nicht). Das geht heute doch!

    Er schreibt, weil er denkt, dass es kuhl ist, was er da schreibt und weil ein Akademiker an der Anzahl seiner Geschreibsel gemessen wird. Ist wie sone Art Veröffentlichungszwang, auf die Inhalte kommt es da nicht an (das ist auch nicht braun, sondern einfach nur dumm, oder…)
    Man sollte eher die Auswirkungen untersuchen, die es hat, wenn solche Leute an der Spitze von universitärer Ausbildung stehen (und da gibt es mittlerweile einige Kandidaten, wie Herrn Stöcker, oder Aufstreber wie in der Politik (Maas, Lederer, etc.)

    Wir können nur vermuten in was für einer Micky-Mouse-Welt er lebt?.?.?

    Da fällt mir noch ein ‚Song ein, von Ludwig Hirsch, „1928“ heißt der, wo ein großes weißes Raumschiff auf der völlig zerstörten und verwüsteten Erde landet.

    ..und die Außerirdischen groß gewachsenen Wesen wollten den Menschen eigentlich Pillen gegen die Traurigkeit schenken, bis einer von Ihnen einen alten zerbeulten Projektor fand, mit einem Film darauf. So konnten sich die Außerirdischen ein Bild über die Menschen machen, indem sie einen Micky-Mouse-Film sahen, und kamen zu dem Schluss: Sie waren lustig diese Menschen, sie hätten sie gar nicht gebraucht, die Pillen gegen die Traurigkeit . . . .

  3. Schade, diese Kritik an einem Spiegel-Artikel ist unabhängig von Meinung und Inhalt für meinen Geschmack arg überemotional und dabei leider ohne den für Verrisse solcher Art notwendigen intellektuellen Biss verfasst. Stattdessen wird im empörten Stammtisch-Modus geschimpft und beleidigt („…die Mutti von dem Herrn Stöcker hat ihn zu früh abgestillt…“).

    Gleich dreimal wird Herr Stöcker als „geschichtsvergessen“ bezeichnet, mit den Zusätzen „Schnösel“, „Naivling“, „Neuintellektueller“ – vielleicht geht es den meisten hier anders, aber mir stößt das doch etwas auf, dieser persönlich beschimpfende und grobe Ton. Das erinnert mich ein wenig an den Stil einzelner AFD-Politiker und ich kenne von KenFM eher die nachdenklichen Texte. Wenn man aber polemisieren möchte, dann lieber mit etwas mehr Sorgfalt in Sachen Sprachwitz – sonst bleibt es eine banale Schimpferei. Bitte betrachten Sie meine Kritik an diesem Artikel unabhängig vom Inhalt – mir ging es nur um den Stil.

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