Tagesdosis 25.1.2019 – Die „spätrömische“ Dekadenz im deutschen Mediengeschäft

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Jüngste Analysen haben den Trend erneut bestätigt. Die sich selbst als Qualitätsmedien bezeichnenden öffentlich-rechtlichen Propagandaorgane der „neo-liberalen Ordnung, haben auch im letzten Jahr weiter an Glaubwürdigkeit und damit auch an Lesern, Zuschauern und –hörern verloren. Bei den privaten Medienkonzernen ist die Lage nicht viel besser. Ihr unstillbarer Drang, die politischen und gesellschaftlichen Vorgaben der Geld- und Politeliten als der Wahrheit letzter Schluss zu verkaufen, stößt bei der Masse der wirtschaftlich und sozial gebeutelten Unterschicht zunehmend auf taube Ohren.

Zugleich erzeugen die medialen Belehrungen, dass „die da oben“ besser wissen, was gut ist für die da unten“, im Volk immer größere Wut. Das gilt erst recht, wenn diverse Sprechköpfe den Malochern weiß machen wollen, dass sie ihren Gürtel enger schnallen müssen, während die „bessere“ Gesellschaft die gesamten volkswirtschaftlichen Einkommenszuwächse absahnt und ostentativ in Saus und Braus lebt. Vor diesem Hintergrund wenden sich immer mehr Menschen von den „Qualitätsmedien“ ab und alternativen Medien zu, wo sie noch kritisch hinterfragenden Journalismus finden, der sich wohltuend vom politisch korrekten, staatstragenden Einerlei abhebt.

Zunehmend irritiert verfolgen Politiker und Vertreter der Mainstream Medien, wie ihnen ihre manipulativen Felle davonschwimmen. Auf diese Entwicklung reagieren sie in der Regel mit Schaum vor dem Mund. Dabei wenden sie einen unter Straßenräubern beliebten Trick an. Wenn von denen einer beim Klauen erwischt wird, dann rennt er laut schreiend davon und brüllt „Haltet den Dieb“. Ein jüngstes Beispiel dafür hat der Qualitätsjournalist und Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV), ein gewisser Herr Frank Überall geliefert, als er wohlwissend falsches Zeugnis ablegte und Russia Today Deutsch öffentlich wegen Sachen beschuldigte, die er selbst betreibt, nämlich fake news verbreiten.

Hintergrund dieser Geschichte ist, dass sich der 2014 auch in Deutschland auf YouTube gestartete russische Nachrichtensender RT-Deutsch wegen geänderten Bestimmungen um eine reguläre Rundfunklizenz bemühen muss. Wegen seiner vielseitigen Berichterstattung, die oft im Widerspruch zu dem im Mainstream servierten, politischen geschönten Einheitsbrei steht, gehört RT-Deutsch wohl zu den von westlichen „Qualitätsjournalisten“ meist gehassten Sendern, denn zur herrschenden Meinung gibt es für Leute wie Überall keine Alternative.

Nur so ist zu erklären, dass sich der Vorsitzende des DJV, der nicht nur einen Doktor- sondern auch einen ehrwürdigen Professorentitel trägt, in die journalistischen Niederungen herabgelassen hat und die Landesmedienanstalten in Deutschland aufgefordert hat, dem Kanal Russia Today Deutsch keine Rundfunklizenz zu erteilen. Begründet hat der Herr Professor seine Forderung pauschal damit, dass RT-Deutsch in der Vergangenheit immer wieder erfundene Geschichten verbreitet habe. Daher sei RT Deutsch „kein journalistisches Informationsmedium“. Belege für seine Behauptungen gab er nicht. Das erregte die Neugier des Rechtsanwalts und freischaffenden Journalisten Markus Kompa, der zuerst am 14. Januar den Herrn Professor Überall interviewte und dann, 3 Tage später am 17. Januar den Chef von RT-Deutsch Iwan Rodionow.

Diese Vorgehensweise von Kompa, nämlich beide Seiten zu hören, war unerhört, denn sie verstößt gegen den Zeitgeist. Heutzutage muss die Aussage einer Autoritätsperson wie Professor Überall genügen. Wo käme man denn hin, wenn die Behauptungen von Respektspersonen hinterfragt würden! Und eine weitere Unverschämtheit besteht darin, dass Kompa die Behauptungen des DJV-Vorsitzenden, die des Chefs des „dubiosen“, russischen Fake News Senders RT-Deutsch gegenübergestellt hat, und zwar auf der Nachrichtenseite „Heise“. Wer sich selbst ein Bild machen will (sehr empfehlenswert) findet die Links zu den beiden Interviews hier:

Die beiden Interviews zu lesen ist ein MUSS, denn sie lüften ein wenig den Schleier und erlauben einen Blick auf die „spätrömische“ Dekadenz des deutschen Medien- und Journalistengeschäfts. Als Appetitanreger folgen hier einige Auszüge:

Auszüge aus Interview Markus Kompa mit Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten Verbands:

Markus Kompa: „Sie beklagten, Russia Today habe in der Vergangenheit immer wieder Geschichten erfunden. Welche RT Deutsch-Beiträge waren erfundene Geschichten?“

Frank Überall: „Nehmen Sie den Fall Lisa, mit dem massiv versucht wurde, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.“

Markus Kompa: „Fällt RT Deutsch signifikanter durch unseriösen Journalismus auf als andere Medien, die regelmäßig bei BILDblog zu Gast sind?“

Frank Überall: „Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht.

Markus Kompa: „Sie beklagen, RT Deutsch stelle tatsächliche Ereignisse einseitig dar. Fordert der DJV also von privaten Medienhäusern künftig Objektivität?“

Frank Überall: „RT ist nicht privat.“

Markus Kompa: Bewerten Sie die Nachrufe der deutschen Journalisten auf (den ehemaligen US-Präsidenten) George H. W. Bush als objektiv und ausgewogen?“

Frank Überall: [Die Frage wurde nicht beantwortet.]

Markus Kompa: „Der staatliche deutsche Auslandssender Deutsche Welle (mit Büros in Moskau) hatte letztes Jahr bei den russischen Präsidentschaftswahlen zum Boykott aufgerufen. Ist Ihnen eine vergleichbare Wahlbeeinflussung deutscher Wahlen durch RT-Deutsch bekannt?“

Frank Überall: RT befeuert eine politische Stimmung, die der AfD nützt.

Auszüge aus Interview Markus Kompa mit Iwan Rodionow, Chef von RT-Deutsch

Markus Kompa: Professor Überall „beklagt, RT-Deutsch habe in der Vergangenheit immer wieder Geschichten erfunden. Welche RT Deutsch-Beiträge waren erfundene Geschichten?

Ivan Rodionov: RT Deutsch hat nie Geschichten erfunden. Es ist manchmal das Realleben, das wie Erfindung wirkt. …Wie die „rätselhaften russischen Schallwaffen“, die den US-Diplomaten in Havanna so schwer zusetzten und sich am Ende „als paarungswillige Grillen“ erwiesen. Ist es erfunden, dass ein „Verschwörungstheoretiker zum Verfassungsschutzpräsidenten avanciert“- und dann wegen eines 19-sekündigen Twitter-Videos entlassen wird, nachdem er die eigentlichen großen Skandale wie Murat Kurnaz, Anis Amri und NSU heil überstanden hat?

Ist es erfunden oder wahr, dass dänische Behörden entscheiden, „ein intaktes Wohnviertel mit ca. 1000 Wohnungen abzureißen“, weil es ihnen als „zu ghettoisiert und kriminell gilt“? Dass einem Regionalabgeordneten einer demokratischen deutschen Partei auf parteiinternen Kanälen das Teilen und Liken der RT-Deutsch-Beiträge auf seinem privaten Facebook-Account verboten wird? Dass der öffentlich-rechtliche Kinderkanal mit Synonym-Listen für Genitalien Teenager für sein Programm gewinnen will? Oder dass eine russische Zeichentrickserie als gefährliche Kreml-Propaganda entlarvt wird – weil eine der Hauptfiguren ein Bär ist? Dass Russland eine Fake-News-Attacke gegen die Bundeswehr in Litauen lanciert? Dabei erscheint der angebliche Fake nur als Enthüllung seiner selbst, mit hektisch wechselnden Überschriften und ausschließlich im deutschen Mainstream – jedoch in keinem russischen Medium? Dagegen ist jede Phantasie blass.

Es werden vielmehr Geschichten über RT Deutsch erfunden. Und die hartnäckigste dabei ist der „Fall Lisa“. Ein klassisches Beispiel dafür, dass eine Unwahrheit so oft und so lange wiederholt wird – wider besseres Wissens oder aus Denkfaulheit -, bis sie sich entgegen jeder Faktenlage als Fakt im Bewusstsein verankert. Dabei war unsere aktuelle Berichterstattung zu dem Fall recht überschaubar und leicht überprüfbar: ein knapp 2-minütiges Roh-Video über eine Demonstration Russland-Deutscher vor dem Kanzleramt, erschienen eine Woche nach dem Bekanntwerden des Falls in der Rubrik „Kurzclips“.

Im Beschreibungstext steht: „Nach Ermittlungen des Landeskriminalamtes wurde das Mädchen weder vergewaltigt, noch entführt.“ Und später ein Studiogespräch mit dem Journalisten des russischen Perwij Kanal Iwan Blagoj. Der Anlass war ein Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Blagoj. Ich habe in einem Kommentar den interessierten Kollegen Recherchehilfe angeboten: „Es reichen 30 Sekunden – ich habe nachgerechnet – für eine oberflächliche Recherche mit dem Suchbegriff ‚Fall Lisa‘ auf unserer Webseite“ – das war der Stand Ende 2016. Fakt ist: Es gab zu diesem Zeitpunkt nur die zwei oben genannten Beiträge. Damit erschöpfte sich unsere aktuelle Lisa-Berichterstattung, allgemein bekannt als eine „großangelegte Kreml-befohlene Desinformationskampagne“.

Markus Kompa: Der DJV-Vorsitzende antwortete auf die gleiche Frage mit dem Fall „Lisa“, mit dem massiv versucht worden sei, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Hat RT Deutsch über diesen Fall anders als konventionelle Medien berichtet?

Ivan Rodionov: Definitiv anders. Zunächst hat RT Deutsch eine Woche lang gar nichts berichtet. Während sich alle „konventionellen“ Medien an der „perfiden russischen Desinformationsattacke“ abarbeiteten und russische Kanäle verzweifelte Verwandte und aufgebrachte Russlanddeutsche interviewten, schwieg RT Deutsch. Unsere Berichterstattung war wohl die späteste, die knappste, dafür die unangreifbarste. Vorausgesetzt, man bedient sich überhaupt Fakten für einen Angriff.

Ironischerweise musste ausgerechnet der Pressesprecher des DJV, Hendrik Zörner, seine Falschaussage über RT Deutsch im Zusammenhang mit dem Fall Lisa nach massiver Kritik in den Blog-Kommentaren zurücknehmen. Der DJV-Vorsitzende hat sich danach für diesen „Fehler“ entschuldigt. Als einziger bislang. MDR etwa hat seine (Doppel-)Falschaussage („Russische Auslandsmedien wie RT Deutsch halten das Thema wochenlang hoch, stricken immer weiter an der Legende einer vertuschten Vergewaltigung“) uns gegenüber damit verteidigt, es seien diverse Medien gemeint, nicht RT Deutsch im Einzelnen.

Es ist erstaunlich, welch lockeres Verhältnis der Vorsitzende der größten deutschen Journalistenvertretung zu Fakten, dem Grundpfeiler der Journalistik, pflegt. Es sei denn, wir haben es hier mit einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun: einem Dr. Jeckyll, der sich entschuldigt, wenn auch gezwungenermaßen, und einem Mr. Hyde, der ganz enthemmt in den gleichen Fettnapf reinstampft.

Das Interview mit Rodionow ist noch länger und sehr aufschlussreich, beleuchtet es doch viele weitere Fake Vorwürfe des deutschen Mainstreams gegen RT-Deutsch.

Quellen:

  1. https://www.heise.de/tp/features/RT-Deutsch-ist-kein-journalistisches-Informationsmedium-4274024.html
  2. https://www.heise.de/tp/features/RT-Deutsch-hat-nie-Geschichten-erfunden-4278399.html

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

29 Kommentare zu: “Tagesdosis 25.1.2019 – Die „spätrömische“ Dekadenz im deutschen Mediengeschäft

  1. „Ihr unstillbarer Drang, die politischen und gesellschaftlichen Vorgaben der Geld- und Politeliten als der Wahrheit letzter Schluss zu verkaufen, stößt bei der Masse der wirtschaftlich und sozial gebeutelten Unterschicht zunehmend auf taube Ohren.“
    Schon diesen Satz würden unsere Eliten anders sehen: Die Masse der wirtschaftlich und sozial gemästeten hat zuviel Zeit und Freiraum für undankbare Unverschämtheiten!

  2. Die Bundesregierung (insbesondere der Regierungssprecher Seibert) und Herr Frank Überall vom DJV sollten ihre Glaubwürdigkeit nicht damit verspielen auf RT oder Sputnik als Kreml finanziert zu zeigen, da die Doppelmoral in Bezug auf Russland, Iran und Syrien aus all ihren Poren spricht und eindeutige politische US Leitstrategien zu erkennen sind. RT und Sputnik stehen wenigstens zu einer staatlichen Finanzierung. Bei uns in Deutschland ist es dagegen fraglich, ob hier überhaupt noch politisch objektiv und nicht fremdbestimmt berichtet werden kann…

  3. Die Bundesregierung (insbesondere der Regierungssprecher Seibert) und Herr Frank Überall vom DJV sollten nicht ihre Glaubwürdigkeit nicht damit verspielen auf RT oder Sputnik als Kreml finanziert zu zeigen, da die Doppelmoral in Bezug auf Russland, Iran und Syrien aus all ihren Poren spricht und eindeutige politische US Leitstrategien zu erkennen sind. RT und Sputnik stehen wenigstens zu einer staatlichen Finanzierung. Bei uns in Deutschland ist es dagegen fraglich, ob hier überhaupt noch politisch objektiv und nicht fremdbestimmt berichtet werden kann…

  4. Habe gerade gelesen,dass die Gelbwesten eine Partei gründen und sich zur Europawahl stellen.
    So einfach hält das System seine Kritiker fern-indem es sie unwirksam macht dadurch,dass es sie einfach absorbiert und in das System einfügt . Dadurch können sie nichts verändern,denn das hat das System nicht vorgesehen.

    • Richtig. Das war es dann mit der Gelbwesten-Bewegung. Und wenn sie mal an den Fressnäpfen sitzen….

    • Moin, Irlandtraum, gibt es dafuer einen Automatismus? Ich kann wohl verstehen, wie man in so schwierigen Zeiten seine Depression pflegt, aber die Franzosen haben keine 3 Legislaturen die Kanzlerin ertragen, sondern sind nach der halben Legislatur von Macron auf die Strasse gegangen und haben mit ihren gelben Westen Widerstand gezeigt.
      Offensichtlich hat man in Frankreich auch mehr Blick fuer das Grosse:
      Wenn es gelänge ein paar Gelbwesten ins Europaparlament zu entsenden, so wäre eine weit grössere Zahl Menschen zu erreichen als jetzt. Das wäre nicht nur gur fuer Frankreich, sondern auch fuer das uebrige Europa!
      Natuerlich kann es geschehen, dass ein paar dieser Gelbwesten am Futtertrog hängen bleiben, aber was soll’s?
      Der Erfolg dieser Massnahme könnte fuer uns alle hilfreich sein!
      Dazu fällt mir nur ein: “ Deutschland das Volk der Dichter und Denker (……) und Zauderer.“

    • Wenn ich eine Depression hätte ,dann wäre mir alles egal und gleichgültig.
      Aber das ist es bei weitem nicht.
      Sie verstehen nicht,wie das System funktioniert.Und in welchem Rechtskreis agiert das Parteiensystem?
      Das sollten Sie sich fragen.

    • Moin, Irlandtraum, es ist schon etwas besserwisserisch, und darauf wollte ich hinweisen, die Franzosen dafuer zu kritisieren, dass sie mehr Öffentlichkeit herstellen wollen fuer ihre Gelbwesten, während in DE in den Jahren des Merkelregimes nichts Vergleichbares geschehen ist.
      Dieser Zeigefinger erinnert mich an die Geschichte der klugen Else von den Gebr. Grimm.

      Im Uebrigen bin ich ueberzeugt davon, dass uns kein Parlament helfen kann um eine demokratische, soziale Gesellschaft zu erreichen, aber das Parlament (auch das Europäische) ausnutzen, um Forderungen in der Allgemeinheit zu verankern, und dafuer zu sorgen, dass sich (hoffentlich) mehr Menschen den Protesten der Gelbwesten anschliessen, das halte ich fuer legitim und auch clever.

    • @ Hog 1951

      Hatte man nicht auch von den Grünen mal gedacht, dass es gut wäre, wenn sie in die Parlamente einziehen?

      Ich bin da durchaus etwas skeptisch, aber Gelbwesten sind eben nicht grün. Hoffen wir mal, dass es einen entscheidenden Unterschied gibt.

    • Dass die Gelbwesten sich an die offizielle Politik verkaufen,-diese Gefahr besteht nun wohl doch noch nicht.
      Es war eine junge Frau,die im Namen der Gelbwesten dies tun wollte und dafür auch gleich vom Spiegel interviewt wurde.Aber die große Mehrheit der Gelbwesten ist dagegen.

      „Bei einer internen Abstimmung auf Facebook traf das Ansinnen, eine Kandidatenliste im Namen der Gelbwesten aufzustellen, auf eine fast 100-prozentige Ablehnung. 98 Prozent von abgegebenen 18.000 Stimmen waren dagegen, so die Pressemitteilung von „La France en colère“, die einen gewissen Vertretungsanspruch bei den Gelben Westen geltend macht. Publiziert wurde die Pressemitteilung von Eric Drouet, der zu den bekannten Persönlichkeiten der Gilets Jaunes gehört. Er meint: „Gilets jaunes wählen, heißt Macron wählen.“

      Ich glaube viele bei den Gelbwesten wissen,dass sie ,wenn sie in die offizielle Unternehmens-Politik gehen,sich auch gleich auflösen können.
      Kluge Gelbwesten-die wissen,was läuft.Das gibt mir etwas den Glauben an die Menschheit zurück.

      Teilweise trifft man Zeitgenossen,(auch hier im Forum)die sich gegen ihre eigene Befreiung wehren-so gut konditionierte Sklaven gibt es.

    • Moin, Frowe Hulda, ja, das ist wohl wahr in der 1. Analyse. Doch bei 2. Hingucken, zeigt sich, dass die Entstehung der Gruenen in einem Kräftemessen zwischen „links“ und „rechts“ stattfand. Die sog. Wertneutralen um Hausleitner und Springmann, die von konservativ bis reaktionär aufgestellt waren, stritten mit den Befuerwortern der „Bunten Listen“, die aus der kommunistischen/sozialistischen Ecke kamen. Es war ein Gerangel um Pragrammpunkte und Posten. Leider haben die linken Kräfte sich nicht durchsetzen können, und wurden auch von solchen Kräften, die sich heute als Demokraten verkaufen, wie der unselige Ludger Vollmer, der es heute bei der Aufsteh-Bewegung versucht, ausgebootet. Das Ergebnis ist eine Partei der Özdemir’s und co.
      Im Gegensatz dazu entstand/entsteht die Bewegung der „Gelbwesten“ im Kampf gegen die Regierung Macron. Also fuer mich ein Unterschied zu der Entstehung der „Gruenen“, zumal die gesellschaftlichen Verhältnisse auch andere sind, denken wir an die Zeit damals, als die Gruenen opponierten gegen ein kreidefressendes System, das immer noch den real existierenden Sozialismus zu Konkurrenten hatte; und heute die „Gelbwesten“ gegen einen lupenreinen Neoliberalismus aufbegehren, der nur eine linke Alternative zulässt.
      mfG

  5. „Das von Platon beschriebene Konzept einer Machtübernahme der Unfähigen kennen wir heute als Narrenschiff.“

    https://dushanwegner.com/narrenschiff/?mc_cid=bcc2710b77&mc_eid=bc99369dce

    „Auf Platons Narrenschiff übernehmen die der Seefahrt am wenigsten kundigen Matrosen das Ruder; es ist kein Verbrechen, nicht der Navigation kundig zu sein, doch darauf zu bestehen, genau das Handwerk auszuüben, auf das man sich am schlechtesten versteht, das ist eine Narretei, die an Boshaftigtkeit grenzt – der Narr und der Bösewicht sind von außen nicht zu unterscheiden.“

  6. Seit geraumer Zeit habe ich mich, um des lieben Friedens willen damit abgefunden, mit meiner Frau nicht mehr über Politik zu diskutieren. Sie schaut die Tagesschau und ich informiere mich bei RT deutsch und anderen alternativen Seiten. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf. Bis zur Goldenen Hochzeit, wären noch 4 Jahre, will ich sie überzeugt haben. Dass sie inzwischen nicht mehr so ein großer Merkel-Fan ist, das habe ich schon geschafft.

    • Lieber Torsten, danke für die Erfolgswünsche. Ich sage meiner Frau immer, das Schlimmste hast du hinter dir, solange wie du schon mit mir durchgehalten hast, musst du nicht mehr.

    • Haha, ja, diese gequirlte Sch… läßt sich am besten mit Humor ertragen.
      Aber seien Sie bitte nicht zu selbstkritisch. Sie gehören zu den wenigen Prozent der deutschen Bevölkerung, die einigermaßen durchschaut haben, was tatsächlich abgeht.

  7. Mein Tag ist wieder mal gerettet. Danke für dieses herrliche Gelächter!

    Ausgelöst durch:

    Frank Überall: „Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht.

    Köööööööstlich.
    Man kann sie doch wirklich nur noch auslachen, oder?

    „wie ich schon gesagt habe….“

    (Weshalb ich wiederhole, was ich schon gesagt habe und das ist dann der Beweis.)

    Hmmmmpfffffhuhuhuhu

    • Ja, nur umgekehrt wird ein Schuh draus: „Journalistische Medien“ stehen nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit RT unangebracht.

    • Sehe ich auch so.

      Es war ja vo allem auch dieser verdrehte Satz, der die Tatsachen völlig auf den Kopf stellt, der mein verzweifeltes Gelächter ausgelöst hat. („Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht.“)

      Der Kuhfladen wagt es, die Blume des Unflats zu bezichtigen.

      Möchte nicht jemand eine Petition starten, die sich dafür ausspricht, daß RT eine TV-Lizenz für Deutschland bekommt? Dann würde ich nämlich seit vielen Jahren erstmals wieder den Fernseher anschalten wollen ….

      Das hier ist ja nun schon länger her: https://www.openpetition.eu/petition/online/russia-today-auf-deutsch-petition

Hinterlasse eine Antwort