Tagesdosis 25.2.2019 – Venezuela: Spekuliert Trump auf eine Flüchtlingswelle?

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Folgt man den Äußerungen von US-Präsident Trump, dann ist es den USA noch nie so gut gegangen wie unter seiner Führung. Die Börsen boomen, die Wirtschaft wächst und die Arbeitslosigkeit ist so gering wie seit Jahrzehnten nicht. 

Wirft man einen Blick hinter die Kulissen, so bietet das Land allerdings ein ganz anderes Bild: Die Infrastruktur zerfällt, die soziale Ungleichheit explodiert, Armut und Obdachlosigkeit am einen Ende der Gesellschaft und die Vermögenskonzentration am anderen erreichen immer neue Rekordwerte.

Trumps Aussagen sind zwar nicht falsch, aber irreführend: Die Börsen haben ihre Höchststände nämlich erreicht, weil die Banken zehn Jahre lang riesige Geldsummen zu immer niedrigeren Zinsen an Großinvestoren vergeben haben. Die Wirtschaft ist gewachsen, weil die Ultrareichen durch Steuergeschenke und Steuererleichterungen geradezu eingeladen wurden, ihr Geld zu investieren. Und die Arbeitslosenquote ist so niedrig, weil immer mehr arme Amerikaner gezwungen sind, sich durch mehrere Gelegenheitsjobs im Niedriglohnsektor über Wasser zu halten.

Trump hat also nichts anderes getan, als die Politik seiner Vorgänger fortzusetzen: Er hat die oberen 0,1 Prozent begünstigt und die soziale Spaltung des Landes weiter vorangetrieben. Sein großes Problem aber besteht darin, dass eine Weiterführung dieser Politik auf Dauer nicht möglich sein wird. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt haben die USA nämlich einen Wendepunkt erreicht.

Die Wirkungen der Steuergeschenke verpuffen, während die Zinserhöhungen und der Geldentzug durch die Zentralbank Federal Reserve sich immer negativer auf das Investitionsklima auswirken. Zusammen mit der einsetzenden weltweiten Rezession wird diese Entwicklung erhebliche wirtschaftliche Einbrüche und Turbulenzen an den Finanzmärkten nach sich ziehen und die arbeitende US-Bevölkerung, die mehrheitlich über keinerlei Rücklagen für Krisenzeiten verfügt, hart treffen. 

Trump steht also vor gewaltigen Problemen, und das in einer Zeit, in der sich immer mehr seiner Anhänger von ihm abwenden, weil er weder den „Sumpf in Washington“ trockengelegt, noch gut bezahlte Jobs geschaffen oder den Lebensstandard der unteren Einkommensschichten verbessert hat. Deshalb gibt er sich zurzeit große Mühe, von seinen nicht eingehaltenen Wahlkampfversprechen abzulenken, bisher allerdings mit wenig Erfolg. So erwies sich der von ihm inszenierte Shutdown als Bumerang, der ihn weitere Anhänger gekostet hat. 

Um die abtrünnigen Teile seiner Basis nun mit Macht wieder zurückzugewinnen, konzentriert sich Trump daher seit einigen Wochen wieder auf das Kernthema seines Wahlkampfes – die Hetze gegen Ausländer und Migranten und die Forderung nach einer Mauer zu Mexiko. Trotz rückläufiger Grenzübertritte hat er den nationalen Notstand ausrufen lassen und seine Administration ganz offensichtlich angewiesen, die Gangart gegenüber Venezuela drastisch zu verschärfen.

Wie kubanische und venezolanische Medien berichten, ziehen die USA seit einigen Tagen Streitkräfte in der Karibik zusammen. Zudem stehen US-Militärs in direktem Kontakt zu den Regierungen der an Venezuela angrenzenden Staaten Kolumbien und Brasilien. Trumps Sicherheitsberater Bolton und Außenminister Pompeo, zwei glühende Befürworter US-amerikanischer Militärinterventionen, versuchen derzeit, führende venezolanische Militärs, die Maduro bisher noch die Treue halten, ins gegnerische Lager zu locken. Parallel dazu bemühen sich führende US-Medien, durch teilweise gefälschte Meldungen über die Verhinderung von US-Hilfstransporten nach Venezuela Stimmung gegen die Regierung Maduro zu machen.

All das sind deutliche Anzeichen für Vorbereitungen eines Regimewechsels in Venezuela, der mit Sicherheit einen Bürgerkrieg und eine riesige Flüchtlingswelle erzeugen und viele Venezolaner aus Verzweiflung an die US-Grenze treiben würde.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, so hätte Trump die Gefahr, vor der er immer warnt, selbst erzeugt und sich eine geradezu verlockende Perspektive eröffnet: Er könnte die Grenzprobleme und die auf Einbürgerung drängenden Kriegsflüchtlinge für das Chaos im Land verantwortlich machen und seiner Anhängerschaft so einen Schuldigen für den kommenden wirtschaftlichen Abschwung und dessen soziale Folgen präsentieren. 

Die 0,1 Prozent und die Spekulanten in den Hedgefonds und Großbanken der Wall Street würden es ihm mit Sicherheit danken. 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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22 Kommentare zu: “Tagesdosis 25.2.2019 – Venezuela: Spekuliert Trump auf eine Flüchtlingswelle?

  1. Freunde! Lassen wir uns nicht von solchen Kommentaren verwirren und nicht einschüchtern von den Hasspredigern, den Vertretern des Megakapitals! Die Frage der Masseneinwanderung muss nüchtern diskutiert werden. Ich schlage vor, zunächst einmal zu diskutieren, ob die massenhafte Einwanderung falscher Flüchtlinge uns dem Ziel, eine bessere, gerechtere, gleichere Gesellschaft aufzubauen, näher bringt, oder nicht.
    Nur so kann man den Obermoralisten, die jeden, der sich gegen die Masseneinwanderung stellt, als Menschenfeind, Nazi etc. denunzieren, ihrer Hassenergie, den Stecker ziehen.
    Mich interessieren z.B. diese Punkte:
    o wenn die Einwanderer von den staatlich abgesicherten Sozialsystemen profitieren, bewirkt dann ihre Zufriedenheit, dass die ohnehin schon unglaubliche Leidensbereitschaft in unserer Gesellschaft eher noch wächst?
    o jede Bewegung v. Besitzlosen ist auf Verständigung angewiesen, die Sprachbarrieren werden ja eher grösser, schwächt doch eigentlich die Chance, sich zu solidarisieren, oder?
    o wie steht es mit dem Islam, ein zusätzlicher Spaltpilz, sicher, aber schwächt er vielleicht das Religiöse bei uns insgesamt – oder behindert er vielmehr die Befreiung von der Religion?
    o führt die Masseneinwanderung zu einem Sinken des ohnehin schon miesen Bildungsniveaus?
    o welche positiven oder negativen Auswirkungen hat die evtl. zunehmende kulturelle Vielfalt?
    Wie können wir es schaffen zu den Aufgeklärten unter den Einwanderern Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, sie gegen Angriffe zu verteidigen?

  2. Was den Gini-Index betrifft fahren die die USA schon erstaunlich lange auf der Felge.
    Schwierig wird es in der naechsten Kurve.Dann koennte die „haut volee“(=hoch geflogen)
    doch sehr schnell total die Bodenhaftung zur Basis verlieren und mit Trump richtig abheben.

  3. Also, Trump ist keine Friedenstraube. Er ist kein Sozialist. Er ist Teil der herschenden Klasse in den USA und somit auch Präsident des Monoimperialismus.
    Doch sagt eine Bestandsaufnahme, wie Ernst Wolff es fertigbringt, nichts aus, um diesen Politiker richtig einordnen zu können.
    Vor seiner Wahl stand die weltgeschichtliche Situation so, dass die Obama/Clinton/Soros/Rockefellers schon klammheimlich den Knopf gedrueckt hielten, um sowohl Syrien, als auch das eigentliche Ziel Russland zu vernichten. Darum gab es diesen Aufschrei im westlichen Block, als die US-Amerikaner sich anders entschieden, als gedacht, und Trump wählten. Durch geschicktes lavieren durch Trump sind wir zumindest von diesem Schlag verschont geblieben. Seine Auseinandersetzung mit dem Nordkoreaner, fuehrten letztlich sogar dazu, dass sich Nord-und Suedkorea wieder näherkamen.
    Nur die Seiten von Trumps Politik zu beleuchten, die „einem in den Kram passen“, ist m.M.n. schlechter Journalismus und gehört eher in die Relotius-Medien.

  4. Die heutige Geldlogik ist auf elementarer Ebene falsch, weil man nur mit Verschuldung sparen kann. Sobald aber jemand tatsächlich spart, muss der Staat wieder über den Umweg von noch mehr Schulden zusätzliches Geld generieren, aber der (Staats-) Schuldenabbau funktioniert nicht.

    Jedenfalls gibt es bei der Geldpolitik der US-Notenbank Fed das Dilemma, dass der Zins niedrig sein muss, weil es sonst keine Geldexpansion gibt. Irgendwann wird die Geldexpansion aber nur noch mit einem Negativzins funktionieren, aber um diesen durchzusetzen müsste man das Bargeld abschaffen.

    Allerdings bedeutet das sich immer mehr verschärfende Muss für den Niedrigzins gleichzeitig auch, dass der Fed das Instrument einer Zinsanhebung nicht mehr zur Verfügung steht, sollte es zu Inflation kommen.

    Jedenfalls verlautbart es die ehemalige Fed Chefin, Frau Yellen, dass sie an Herrn Trumps ökonomischen Kenntnissen zweifelt.

    Die Ziele der Fed seien maximale Beschäftigung und Preisstabilität.

    Herr Trump kritisiert die Fed, weil das einzige Problem, das die Wirtschaft hat, die Fed sei.

    Herr Trump hat meines Erachtens bezüglich der Fed eine korrekte Meinung, aber die Fed zu stoppen ist nicht ganz so einfach, weil dies nur mit dem großen Crash funktioniert.

    Gemäß einer IWF-Studie würden zudem bis 2030 noch 170 Mio. Hektar Wald abgeholzt. Dies wird sehr wahrscheinlich eine Folge der Geldexpansion durch die Zentralbanken sein.
    Aber Herr Juncker will angeblich 315 Milliarden EUR, geschaffen aus dem Nichts, für das Klima einsetzen und mir kommt es so vor, als sei er gedanklich vollkommen auf dem Holzweg.

    Die westlichen Länder werden zudem die Flüchtlinge dadurch verursachen, weil die unheilige Allianz zwischen Politik und Banken letztlich dazu führt, dass sich das Unternehmenskapital in den Händen vergleichsweise weniger Personen befindet.

    Die gesamte Logik mit Geld und Schulden ist falsch.

    Wir müssen also von der Wachstums-Wirtschaft im Interesse von Profiten weniger Personen wegkommen. Schließlich sind diese Profite weniger Personen letztlich die spiegelbildlichen Schulden vieler anderer Personen, die jedoch niemals abgebaut werden können.

    Beim jetzigen System müssen jedenfalls auf fehlerhafte Weise die weltweiten Schulden immer schneller ansteigen, weil mit dem heutigen Schuldgeldsystem nichts anderes möglich ist.

    Wie es jetzt mit Venezuela weitergeht, bleibt abzuwarten. Es gibt aber durchaus ein wenig Hoffnung, weil Herr Trump nicht zum sog. Establishment gehört.

  5. Wie unsere Kinder zu Tyrannen werden, oder so was in der Richtung ist eine von einem Psychologen veröffentlichte Lektüre. Darin wird beschrieben wie die Menschen ich sage mal plump verzogen werden und was daraus resultiert. Viele Regierungen dieser Welt haben ein großes Problem. Sie verschließen sich der Realität. Weil Sie ja in so einer Blase leben verstehen Sie scheinbar nicht wie man Gesellschaften zusammen hält. Reaktion hierauf ist dann die Leute gegeneinander aufzuhetzen. Ganz gemäß „Wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte“. Es gibt jedoch weitere Lebensweisheiten wie „man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen“ etc. In USA gibt es bald einen Bürgerkrieg, aber die Regierung ist ja nicht einmal ansatzweise Willens etwas im eigenen Land zu verbessern. Wenn die USA nicht gebremst wird sehe ich die ganze Welt unter einem Joch von Diktaturen, außer es gibt vorher einen Atomkrieg. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass sich die Menschheit vor dem Imperator einfach so verbeugen wird. Oh waja und ihr da oben seid angeblich so gebildete Leute. Wie bei den Schildbürgern, jetzt verstehe ich warum es Karneval gibt. Bei so viel Kummer kann man sich nur die Kante geben.

  6. Interessant, egal in welcher Sprache diese Leute schwatzen, „make America great again“ oder „Deutschland schafft sich ab,“ die Lügen klingen doch stets irgendwie gleich.
    Funktionseliten, die im Dienst der Machteliten, die Sklaven gegeneinander hetzen.

    • also ich weiss nicht worauf du hin willst aber irgend wie hört es sich an als ob du sagen willst sein Land zu lieben ist böse das steht „make Amerika Great again“ nämlich. und es mit dem Satz „Deutschland schafft sich ab“ gleich zu setzen ist wohl ein versuch Leute glauben zulassen das „make Amerika Great again“ ist schlecht, aber beides sind gegen setzte die nicht mal im Ansatz passen. aber wenn du etwas anderes damit aussagen willst vielleicht hilft dir der Satz weiter von einem Demokraten der gegen Seite die Trump raus haben wollen „Amerika was never Great and will never be great“ also das würde eher passen.

    • Oh, aber sie haben mich sehr wohl verstanden. Nur, sie bestimmen nicht den Diskurs:

      Merkmale des Neoliberalismus

      Historischer Ursprung: Hass auf „1789“:
      „Sozialismus“ und „egalitäre Demokratie“
      – verkörpert durch Gewerkschaften, Sozialstaat, …

      Ideologische Basis I: Sozialdarwinismus:
      Glorifizierung des Starken,
      Verachtung des Schwachen

      Angestrebte gesellschaftliche Organisationsform:
      Extrem hierarchische Elitenoligarchie
      – Verachtung für „Volk“,
      zutiefst antidemokratisch

      Ideologische Basis II:
      Mythos „freier Markt“

      Rolle des Individuums:
      – hat sich dem „Markt“ vollständig unterzuordnen
      „Du bist nichts, der Markt ist alles.“
      – zielt nicht nur auf Teilaspekte der Organisation einer Gesellschaft, sondern auf totalitäre Formung von Personen

      Merkmale des Faschismus

      Historischer Ursprung: Hass auf „1789“:
      „Sozialismus“ und „egalitäre Demokratie“
      – verkörpert durch Gewerkschaften, Sozialstaat, …

      Ideologische Basis I: Sozialdarwinismus:
      Glorifizierung des Starken,
      Verachtung des Schwachen

      Angestrebte gesellschaftliche Organisationsform:
      Extrem hierarchische Elitenoligarchie
      – Verachtung für „Volk“,
      zutiefst antidemokratisch

      Ideologische Basis II:
      Mythos „Nation/Rasse“,
      „ethnisch reiner Volkskörper“

      Rolle des Individuums:
      – hat sich der „Nation“ vollständig unterzuordnen
      „Du bist nichts, dein Volk ist alles.“
      – zielt nicht nur auf Teilaspekte der Organisation einer Gesellschaft, sondern auf totalitäre Formung von Personen

      Beide, Neoliberalismus und Faschismus, verbindet der Hass auf „1789“, das heißt auf die sozialen und politischen Errungenschaften der Aufklärung. In diesem Jahr wurden durch die französische Nationalversammlung die Bürger- und Menschenrechte erklärt. Aus der Perspektive des Neoliberalismus und des Faschismus steht dieses Jahr für Sozialstaat und egalitäre Demokratie. Beide verbindet ein Sozialdarwinismus mit seiner Glorifizierung der Starken und seiner Verachtung der Schwachen. Beide sind elitär und teilen eine Verachtung des Volkes. Beide verlangen eine Anpassung und vollständige Unterordnung unter eine Fiktion, den freien Markt auf der einen Seite, das ethnisch homogene „Volk“ auf der anderen Seite.
      (Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören S. 102/103)

      Greatness? Dazu vielleicht.

      Karl Marx schreibt im 24. Kapitel des 1. Bandes des Kapitals:

      „Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingeborenen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der ursprünglichen Akkumulation“ (38).

      Zum Schluß hier:

      Im Jahr 1883 fand in Pittsburgh ein Anarchistenkongress statt. Er arbeitete ein Manifest aus:

      Alle Gesetze sind gegen die Arbeiterschaft gerichtet. … selbst die Schule dient lediglich dem Zweck, die Nachkömmlinge der Wohlhabenden mit jenene Qualitäten auszustatten, die nötig sind, um ihre Klassendominanz aufrecht zu erhalten. Die Kinder der Armen erhalten kaum überhaupt formelle Grundlagenbildung, und selbst diese richtet ihr Augenmerk auf solche Zweige, die dazu tendieren, Vorurteile, Arroganz und Unterwürfigkeit zu produzieren, kurz: einen Mangel an Verstand. Die Kirche schließlich versucht, aus der Masse komplette Idioten zu machen, und sie dazu zu bringen, auf das irdische Paradies zu verzichten, indem sie ihnen einen fiktiven Himmel verspricht. Die kapitalistische Presse andererseits sorgt für die Verwirrung der Vernunft im öffentlichen Leben. … Die Arbeiter können deshalb von keiner kapitalistischen Partei Hilfe bei ihrem Kampf gegen das derzeitige System erwarten. Sie müssen ihre Befreiung aus eigener Kraft erreichen. Eine privilegierte Klasse gibt niemals ihre Tyrannei auf. Das war in früheren Zeiten so, und ebenso wenig sollte man erwarten, dass die Kapitalisten dieser Tage ihre Herrschaft aufgeben, wenn man sie nicht dazu zwingt.
      (Howard Zinn, Eine Geschichte des amerikanischen Volkes, S. 262)

    • Moin, Box (at 10.10), ich weiss nicht, wen Sie zitieren? Aber, wenn sie den freien Markt anfuehren, dann ist Ihnen bewusst, dass sich der Markt (freie Markt) im Abwärtstrend befindet, weil sich mehr und mehr das Monopol durchsetzt, wie Lenin schon vor ca. 100 Jahren z.B. Im Aufsatz zum „Imperialismus als höchsten Stadium des Kapitalismus“ untersucht hat. Dadurch, dass sich das Kapital in wenigen Händen konzentriert, verliert der Markt an Bedeutung. Das gilt natuerlich auch fuer den sog. Arbeits/Lohnmarkt. Es werden in diesem Fall mehr und mehr Arbeits“sklaven“ ins Land geholt, um die Lohnspirale noch weiter und vor allen Dingen schneller nach unten zu ziehen.
      Zum Faschismus nennen Sie den Hass auf Demokratie und Sozialismus. Das ist sicherlich richtig, doch es gibt noch mehr aufzuzählen: Der F. ist die terroristische Diktatur des Kapitals. Wenn man sich anschaut, wie der F. gewuetet hat, wieviel Tote allein im Inneren er zu verantworten hat, dann ist Ihre zitierte Definition sehr allgemein gehalten und m.M.n. verwässert sie auch die Verurteilung des F. Empfehlenswert ist nach wie vor das „Braunbuch“ dazu zu lesen und/oder Dimitrov’s Verteidigungsrede zur Anklage der F. den Reichstag angezuendet zu haben.
      mfG

    • Apropos, die Grenzen sind nicht eindeutig definiert:

      Keine der imperialistischen Mächte in Europa hat der Arbeiterklasse, die sich hinter keines der konkurrierenden Lager stellen darf, etwas zu bieten. Alle stehen für Sozialabbau und Militarismus. Sie verteidigen das Erbe des europäischen Faschismus im 20. Jahrhundert – von deutschen militaristischen Professoren, die Hitler rehabilitieren wollen, über rechtsextreme Minister in Italien, die Mussolini huldigen, bis hin zu Macron, der seine Bewunderung für Pétain bekundet.
      (World Socialist Web Site)

    • Zu Box, 26.10., 10:10 Uhr

      Das glorreiche 1789 endete in Blitzesschnelle im napoleonischen Empire und seinen Nachfolgeregimen. Die 4 Republiken, die de Gaulles 5. Republik vorausgingen, zeichneten sich allesamt durch außerordentliche Kurzlebigkeit aus.

      Schon Marx führte an, eine neue herrschende Klasse könne die politische Macht erst übernehmen, nachdem die ökonomische Basis dieser neuen Klasse im Schoße der vorhergehenden Gesellschaftsform (Feudalismus bzw. Grundbesitzer-Regime) vollständig ausgereift sei. So gesehen, markiert 1789 die machtliche Durchsetzung der im frühen 16. Jahrhundert beginnenden Teilepoche der Aufklärung bzw. der Moderne. Welche letztere ihren allerersten Anlauf allerdings schon im 12. Jahrhundert mit den Zisterziensern des Bernhard von Clairvaux und deren militärischem Arm, den Tempelrittern, genommen hatte, aber durch die große Pest in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts abgewürgt worden war. (By the way: Die Reformation nahm diese alte Linie lediglich auf und setzte sie ideologisch bruchlos fort.)

      Langer Rede kurzer Sinn: 1789 ist keineswegs eine große Errungenschaft der Menschheit. Im Gegenteil ist dieses Datum Sinnbild der machtlichen Durchsetzung einer politisch-ökonomisch-ideologischen zivilisatorischen Variante, die von den Zisterziensern und Tempelrittern über den 30-jährigen Krieg und zwei große Weltkriege bis hin zu Stalin, Hitler und Auschwitz und von dort weiter zu den anhaltenden Greueltaten des US-Imperialismus geführt hat. 1789 zu loben, ist eine schallende Ohrfeige mitten ins Gesicht der unzähligen Opfer einer nun bis an den Rand der Menschheitsvernichtung reichenden Entwicklung. Insbesondere zu erinnern sei hier an die Mütter und Kinder im Iran, die in diesem Moment, wo dieses geschrieben wird, zu Opfern des Embargos des ewigen Tempelritters werden. Beenden wir die Ewigkeit dieses Killers, und loben wir nie wieder seinen großen Festtag 1789, bitte!

  7. Dieses Trump Gehetze geht mir gewaltig auf den Keks. Was ist denn gut daran, wenn zehntausende Illegaler Lohndrücker in die USA einwandern? Welche Interessen vertritt eigentlich Herr Wolff? Jedenfalls nicht die der einfachen Leute, eher die des Megakapitals, dem nicht genug Hände ins Land gespült werden können. Schon mal was von industrieller Reservearmee gehört? Ein übler Betrag.

    • Die Frage ist: Wessen Interessen vertreten Sie eigentlich hier? Doch wohl genau die der herrschenden Klasse. Denn Sie spalten hier die unterdrückte Klasse in einheimische und migrierte Lohnabhängige, von denen Ihrer Ansicht nach letztere ähnlich wie Vieh nichts wert seien. Sie stellen sich damit auf die Seite derer, die alles dafür tun, den notwendigen Klassenkampf von unten gegen den permanenten Klassenkampf von oben zu verhindern – nämlich um an der Macht zu bleiben. Sie spielen doch mit ihrer Ansicht den Wasserträger des Kapitals, indem Sie zu den „einfachen Leuten“ nur die einheimischen Arbeitssklaven zählen, so als wären die migrierten gar keine Menschen. Das ist genau das, was die herrschende Klasse braucht, um weiter zu herrschen.
      Sie quatschen die braune Soße von „das Megakapital“ wolle doch nur viele billige Migranten, nach. Wissen Sie, es geht im Kapitalismus per se darum, Lohnarbeiter so billig wie möglich größtmöglich auszubeuten. Ihrem „Megakapital“ ist es scheißegal, wo diese Sklaven geboren sind, woher sie kommen und wohin sie gehen, solange sie für ihre Profitmaximierungsmaschine verwertbar sind. ALLE, die nicht verwertbar sind, sind in deren Augen überflüssiges Humankapital. Sie geben hier gerade einen kleinbürgerlichen Statusakrobaten, der alles daran setzt, dem „Megakapital“ bestmöglich andienend in den Allerwertesten zu krabbeln, um nur Ihren hinteren Platz am Futtertrog zu behalten. Das ist menschlich so niederträchtig wie politisch dumm. Vor allem ist diese Einstellung die Stütze schlechthin für die Abzockerbande “ da oben“ und ihre Herrschaftsinstrumente, die Staaten.

    • Nun, Frau Bonath, die Menschen, die hierher kommen und z.T. gut ausgebildet sind, wie damals (und heute) uebrigens auch aus Osteuropa, stehen dem Staat/Nation aus der sie kommen nicht mehr zur Verfuegung. Im Klartext, andere Volkswirtschaften bilden diese Menschen aus und der Nutzniesser sitzt in Europa oder den USA und bedient sich eifrig dieser Dienste. Ich nenne es Diebstahl! Auf einem anderen Blatt steht, dass diese Menschen als Lohndruecker eingesetzt werden, weil fuer sie nämlich z.B. der deutsche Mindestlohn nicht gilt.
      Es liegt doch auf der Hand, dass mehr Menschen, die sich hier verdingen in Europa den Durchschnittslohn nach unten druecken. Und nun behaupten sie allen Ernstes, dass es (dem Megakapital) egal sei voher die Lohnsklaven kommen, und verunglimpfen diese Meinung als „braune Sosse“! Ich behaupte, dass das Kapital lieber die zu uns strömenden Lohnsklaven ausbeutet, weil sie
      1. billiger zu haben sind als Einheimische
      2. nicht in Europa/Deutschland ausgebildet wurden, was ja zusätzlich Geld spart
      3. Der Hegemon jenseits des Atlantiks in Pesonen wie Soros und Rockefeller genau das von Europa/Deutschland erwartet.
      Im uebrigen wuerde mich interessieren, warum der Forist routard „braune Sosse quatscht“? Ist es nicht eher so, dass Sie mit ihren Argumenten das Orchester der Merkel und co. vervollständigen?

    • In Notzeiten wie diesen MUß sich jeder Spitzenpolitiker als Retter und Erlöser inszenieren. Unsere abendländische Tiefenseele will das so. Beweis: Was wir als Kinder faszinierend fanden, waren die Heldengeschichten! Selbst für Hänsel und Gretel gilt dies, auch wenn es eine Heldinnengeschichte ist. Immer muß ein Drache besiegt werden. Drache steht für Festhaltendes und Verschlingendes, als Symbol für den negativen Aspekt des Weiblich-Mütterlichen, gegen welchen Pubertierende im Prozeß des sich Lösens aus der exklusiven Elternbindung, im Prozeß des Erwachsenwerdens also bzw. des sich Anschließens an das gesellschaftliche Großkollektiv, Front machen (müssen).

      Nichtabendländische Gesellschaften kennen all dies so gut wie nicht, da der Blutsverwandtschaft eine weit stärkere, nämlich eine spirituelle Bindekraft übergeordnet ist. Die Tradition verlangt in totemisch geordneten gesellschaftlichen Zusammenhängen häufig, daß die Eltern verschiedenen Totemen angehören. Zudem wird dem Kind selbst vom Schamanen häufig ein noch wieder anderes Totem zugewiesen. Heißt, daß die allerengste Bindung nicht auf die leiblichen Eltern beschränkt ist; „Eltern“ ist so nun der gesamte totemische Verband, der das Kind sehr früh bereits unter seine Obhut nimmt. (Nachzulesen bei Freud in *Totem und Tabu* sowie vertiefend bei Erich Neumann in *Ursprungsgeschichte des Bewußtseins*.) Folglich fehlen dem Psychodrama des Drachenkampfs in nichtabendländischen Gesellschaften meist die bedingenden Voraussetzungen.

      Fazit: Wir Abendländler haben die Neigung, uns heldische Führungsfiguren zu erschaffen. Auch wenn es übelste Ganoven und Verbrecher sind, neigen wir dazu, unser eigenes Bedürfnis nach Heldentum auf politische Führer zu projezieren und uns dieses Heldentum durch Identifikation mit diesem Führer dann selbst anzueignen. Werden diese Zusammenhänge bewußt gehalten, gewinnt eine politische Debatte enorm an Sachlichkeit; wir sehen die Dinge dann so, wie sie sind, und nicht so, wie wir sie gern hätten. Trump ist nur dann ein Held oder ein Lump, wenn wir ihn so sehen. In Wirklichkeit ist Donald Trump einfach nur Donald Trump. Und er hat sich einen lumpigen Scheißjob ausgesucht, dieser Held.

    • Der Kommentar von Frau Bonath wäre einer Göhring-Eckhardt genauso aus der Hassbüchse geflossen. Schon erstaunlich, wie jemand derart austicken kann und das auch noch öffentlich. Ich finde so etwas hochnot peinlich. Das traut sich nur jemand, wenn er sich mit der herrschenden Meinung völlig in Einklang weiss. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass mir ihr Links-Rechts-Schema Gehetze äusserst verdächtig ist, sie hat es schon mehrfach abgezogen und spaltet, spaltet, spaltet. Dagegen hilft nur, vernünftig Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Nun noch ein Gedanke zur Sache: in den USA hat die Einwanderung mit einem hohen Anteil an Illegalen immer dazu gedient, die arbeitende Bevölkerung unter Druck zu setzen und vor allem deren Organisationen zu schwächen (durch Streikbrecher z.B.), das ist eine historische Tatsache genauso wie es eine Tatsache ist, dass hinter dem UN Migrationspakt mächtige Unternehmerverbände stecken.

    • Genau so ist es routard, diese Herrschaftsideologie im linken Kostuem muss aber erst einmal durchschaut werden! Und so lange das nicht geschieht, kann sie als Soros-Marionette weiterhin ihr Unwesen treiben, und viele denken, dass Karitas und Soros eben links seien.

  8. Bei diesem Kommentar von Herrn Wolff kommt man unweigerlich auf das geniale Buch von NAOMI KLEIN – „Die Schock-Strategie. (Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus)
    Zur Zeit gibt es hier verdächtige Parallelen, mit denen die USA schon früher unter der Chicagoer Schule, Friedman, Hayek und Co. ihr Unwesen trieben.
    Erschreckend ist, das es den USA,sollte es so sein, immer noch möglich ist, fremde Regierungen zu torpedieren. Ohne dass das großartig in den Qualitätsmedien diskutiert oder hinterfragt wird. Hier ist Deutschland auch weiterhin auf beiden Augen völlig vernebelt.

  9. ok leude, also bitte wieder einer der sagt Trump ist böse, oder soll ich eher sagen der gleiche der die ganze zeit schon gegen Trump wittert. also wir wollen ja mal nicht so sein, aber ich erläutere euch mal was. das mit der Wirtschaft ist mal etwas was immer von solchen Leuten als mittel genutzt werden um Stunk zu machen. die amerikanische Wirtschaft ist etwas was mehr als nur die hälfte an Information braucht. also fangen wir mal an die Infrastruktur, ungleichhalt, Armut, Obdachlosigkeit wie er sagte zerfällt, ja das ist richtig aber, wieder mal nur die halbe Wahrheit, diese zerfällt schon seit dem Präsident clinton bis hin zu Obama, schaut selber nach, das Trump es aber aufgefangen hat erzählt er natürlich nicht. was er auch nicht erzählt das, durch die Steuer Senkungen an die Bevölkerung auch gleicher maßen die reichen profitiert haben denn sie gehören leider auch zu dieser Bevölkerung. und die Steuer Senkung von firmen haben sich die reichen auch gleich Geld in ihre Taschen gesteckt die nur dazu dienen sollten damit firmen vom Ausland wieder ins Land kommen was auch so war nicht wegen der bessern Wirtschaft wie er es euch weis machen will. und das mit der Bank federal reserve ist da so eine sache diese Bank so wie die Finanz märkten als auch Goldman Sachs werden von den reichen geführt kontrolliert und führt dazu das reiche immer reicher werden und arme immer ärmer sie sind einer der vielen stufen des Deep Staats. und das Trump versucht die federal reserve wieder eine Staats Bank zu machen, die sie nicht ist und trotzdem Geld an Staat vergibt mit horrenden zinsen, und damit aus dem nichts Geld macht und die schulden blase anwächst erzählt er auch nicht. die Anhänger die sich abwenden tun es nicht weil er nichts erfüllt sondern aus vielen anderen gründen zum einen wegen steigender angst Opfer von den radikalen Demokraten Anhängern und mehr als das. den sumpf des Deep Staat trocken legen ja also ob das so einfach wäre überlegt mal damals waren diese nicht so stark und selbst Kennedy und Vorgänger sind daran gescheitert und gekillt worden. der inzensierte shutdown da war nix inszeniert, er musste das machen um die Demokraten an die wand zu stellen, das hat auch funktioniert, aber die Demokraten das 2 mal vorher gemacht haben erzählt er auch nicht. die Flüchtlinge sind ganz sicher nicht sein kern des Wahl Kampfes aber auch eines der vielen wichtigen, seht doch mal die ganzen europäischen Länder an was die massen an Flüchtlingen gebracht haben nämlich garnix gutes. und das mit Venezuela das war doch längst vor Trump ein Ziel der Eliten ihn zu stützen da dort viel öl liegt. doch Trump hat ja auch eine agenda, das haben sie alle…. wenn ihr Informationen haben wollt scheibt es mir hier rein, dann such ich euch alles raus, dann könnt ihr eine zweite Sicht weise sehen.

    • Public Relations, oder wie ich lernte, die Massen an der Nase herumzuführen. Zum Beispiel Benjamin Vollpfosten alias Fulford, oder Q-Anon! Mehr dazu im Q-Anon – Video von Frank Stoner auf nuoviso.tv.

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