Tagesdosis 26.6.2018 – Wandel durch Annährung

Politik auf der neuen Seidenstraße.

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Als ich mich neulich am globalen Lagerfeuer der Fußball-WM niederliess und sich der Kick von Costa Rica gegen Serbien  als etwas öde erwies, blätterte ich die FAZ Sonntagszeitung durch. Die war aber genauso uninteressant und langweilig, bis ich auf eine halbseitige Infografik stieß,  eine Anzeige der HSBC , der Hongkong & Shanghai Banking Corporation: “Die neue Seidenstrasse auf einen Blick”(pdf).  Normalerweise ignoriere ich Anzeigen von Banken, diese aber mit ihren Strecken, Zahlen und Daten der chinesischen “Belt & Road”-Projekte schaute ich mir länger an und mir kam dabei in den Sinn, was ich unlängst über den “Kampf um die Weltinsel” – Halford Mackinders nach wie vor aktuelle geopolitsche “Herzland”-Strategie – geschrieben hatte:

„Wer das „Herzland“, die Mitte zwischen Europa und Asien und somit das Zentrum des eurasischen Kontinents beherrscht, beherrscht die Welt, lautete Mackinders These. Da durch die kommenden Technologien der Eisenbahnen und des Automobils der Handel und Wandel zwischen Europa und Asien unausweichlich sei, wäre die auf der Seeherrschaft beruhende britische Weltmacht chancenlos. Vor allem wenn das rohstoffreiche Russland mit dem industriestarken Deutschland zusammenwachse. »Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Heartland; wer das Heartland regiert, beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel regiert, beherrscht die Welt«, brachte Mackinder seine Geostrategie später auf den Punkt.

Wer die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf diesem Hintergrund liest, kann erstaunliche Einsichten über die Kontinuität gewinnen, mit der Briten und Amerikaner ihre globale Machtpolitik betreiben.“

Wer die schon bestehenden, noch im Bau befindlichen und noch geplanten eurasischen Infrastrukturprojekte in mehr als 65 Ländern und im Umfang von 900 Milliarden Dollar realisiert, kann auf einen Blick erkennen, warum es im 21. Jahrhundert mit der unipolaren Herrschaft des anglo-amerikanischen Imperiums zu Ende gehen wird. “Geografie ist Schicksal” soll Napoleon einmal gesagt haben und derart schicksalhaft gehören auch die Kontinente von Europa und Asien zusammen, als größte Landmasse dieses Planeten und mit 2/3 seiner Bevölkerung.  Nur eine tektonische Plattenverschiebung, nicht aber ein noch so desaströser Krieg können an dieser terrestrischen Tatsache irgendetwas ändern.  Wer dann wie die Nato und die deutsche Regierung auf Befehl von Washington dagegen aufrüsten und Krieg führen will, hat diese Tatsache schlicht nicht verstanden – und eine EU, die für 6,5 Milliarden panzerfeste Seitenstraßen bauen will, statt Handel und Wandel auf der zukunftsträchtigen Seidenstraße anzustreben, ist einfach nur verrückt.

„Wandel durch Annährung“ lautete das Motto, unter dem Willy Brandt und Egon Bahr in den 1970er Jahren eine neue Außenpolitik in Richtung Osten etablierten, die nicht mehr auf Konfrontation, sondern auf Zusammenarbeit ausgerichtet war. Passierscheine und Transitabkommen, Gespräche und Handelsübereinkommen – kleine, vernünftige Schritte, die das Leben der Menschen in der DDR und in der BRD erleichterten. Damals, im Kalten Krieg mit einem starren kommunistischen Block am Verhandlungstisch, mit einer Mauer durch Deutschland und Panzer auf beiden Seiten, waren solche Verhandlungen und Annäherungen ungleich schwieriger, als sie es heute wären. Dass die Mauer fiel und Deutschland  auf friedliche Weise wiedervereinigt wurde, verdankt sich nicht zuletzt dieser Politik. Dass der Westen und Deutschland mittenmang und vorneweg jetzt seine Panzer an die Grenzen Russlands rollt und die USA vor der Küste Chinas mobilisieren, dass also wieder auf neue Mauern, mehr Waffen und weitere Konfrontation gesetzt wird, ist ein fataler Schritt in die falsche Richtung. Deutschland und Europa brauchen dringend eine neue Außenpolitik, die den geographischen und ökonomischen Tatsachen des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt.

Quellen:

1. – http://www.faz.net/asv/die-neue-seidenstrasse/hsbc-asv-seidenstrasse-die-neue-seidenstrasse-15219862.html

2. – http://iads.fazcdn.net/manufaktur/hsbc/hub/images/20180615_OUT_FAZ-HSBC.pdf

3. – https://www.broeckers.com/2018/05/14/der-kampf-um-die-weltinsel/

4. – https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/aufruestung-eu-kommission-nato-ulm

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13 Kommentare zu: “Tagesdosis 26.6.2018 – Wandel durch Annährung

  1. „Wer das „Herzland“, die Mitte zwischen Europa und Asien und somit das Zentrum des eurasischen Kontinents beherrscht, beherrscht die Welt, lautete Mackinders These. Da durch die kommenden Technologien der Eisenbahnen und des Automobils der Handel und Wandel zwischen Europa und Asien unausweichlich sei, wäre die auf der Seeherrschaft beruhende britische Weltmacht chancenlos. Vor allem wenn das rohstoffreiche Russland mit dem industriestarken Deutschland zusammenwachse. »Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Heartland; wer das Heartland regiert, beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel regiert, beherrscht die Welt«, brachte Mackinder seine Geostrategie später auf den Punkt.

    Wenn diese Analyse stimmt, dann verzichte ich da aber gerne drauf. Ich möchte nicht den Nährboden für Großmachtphantasien irgend welcher Dumpfbacken auch noch befeuern.

    Wer braucht schon einen zweiten Napoleon oder Hitler.
    Ich stelle mir die Welt im Konsens aller Staaten vor. Also auch mit den Angelsachsen, den Chinesen, den Afrikanern, den Marsianern und wer sonst noch eine Existensberechtigung hat.

  2. Lieber Herr Bröckers, liebe Leser,
    ich möchte Sie auf etwas hinweisen:
    https://www.youtube.com/watch?v=1yqD3CmiU9c
    June 16 – The Shadow of 1916 … Bei ca. Min. 39:00 erscheint ein sehr interessantes Bild mit Teilnehmern eines frühen „Thinktanks“, den „Coefficients“, mit äußerst einflussreichen Persönlichkeiten aus dem Großbritannien vom Anfang des 20. Jahrhunderts – Mackinder ist auch dabei. Die Personen sind von links oben nach rechts oben, dann zweite Reihe links-rechts –usw:

    1. Reihe: Sidney Webb, Beatrice Webb, Richard Haldane, Sir Edward Grey, Arthur Balfour
    2. Reihe: Bertrand Russel, H. G. Wells, Sir Robert Cecil, Alfred Milner,
    3. Reihe: Charles Repington, Vertreter der G. P. Morgan Bank, Halford Mackinder, Leopold Maxse, Leo Amery

    Übersetzung ab Min 39:00 „…und dann dieser Mann hier, bitte beachten Sie ihn, das ist Halford Mackinder. Ich möchte über ihn etwas eine Minute lang sagen. Er war ein führender Geopolitiker. Und seine Ideen bildeten die Grundlage für die geopolitische Lage in der wir uns heute noch befinden. Denn die Amerikaner folgen immer noch seinem Spielplan. Zbigniew Brzezinski, der das Buch „The Grand Chessboard“, z. dt.: „Die einzige Weltmacht“ 1997 schrieb und der immer noch eine sehr einflussreiche Gestalt in der amerikanischen Außenpolitik und in der Geopolitik ist, wie Kissinger, aber Brzezinski ist offensichtlich enger verbunden mit den höchsten Ebenen der amerikanischen Eliten. Die Ideen in diesem Buch „The Grand Chessboard“ sind zu einem sehr hohen Anteil diejenigen von Halford Mackinder geschuldet, dessen Karriere von Lord Milner finanziert wurde. Und im selben Jahr, 1902, Cecil Rhodes starb, kam diese Gruppe – manche von Ihnen haben vielleicht von ihr gehört – wenn nicht, empfehle ich Ihnen sie zu recherchieren, The Pilgrims of Great Britain. Das ist eine dieser wirklich ganz hohen, sehr hohen Elitegruppen, die zweimal im Jahr in Großbritannien und in Amerika zusammenkommen – die britischen und amerikanischen Eliten. Die englische Königin ist die Schirmherrin heute. Sie machen das immer noch. Und ihr Symbol ist damals… der Pilger auf…… (Ende Übersetzung)

    Ich möchte betonen, dass diese Eliten der englisch-sprachigen Welt, zu denen diese oben angesprochenen Personen gehörten, ihre weltpolitischen Ideen mit geradezu alttestamentarischem Eifer vorantrieben und dass diese Ideen Langzeit-Ideen sind, die Jahrhunderte, vielleicht sogar noch größere Zeiträume, umfassen! Und jedes Mittel zur Erreichung dieser Ziele schien/scheint ihnen recht. Das Seidenstraßenprojekt dürfte den Nachfolgern dieser Leute heute DER ALLERGRÖSSTE DORN im Auge sein.

    hier ein neues youtube : https://www.youtube.com/watch?v=zJicLMLEooo von T. B.

    Er fasst seine Forschungen der letzten Zeit zusammen. Die „Zukunfts-Ideen“ von Andrea Bosco für die EU und die aus dem Economist habe ich ja schon mal hier in Übers. vorgebracht, – aber in diesem youtube-Video werden sie nochmal zusammengefasst.

    Aber dieses Beunruhigende hier, die geschätzte, drastische Erhöhung des Militär-Budgets in Großbritannien (Trident Program) war mir neu, siehe ca. ab Minute 41:00 –

  3. Der Weltkrieg steht m.M.n. kurz bevor. Ich habe Angst… Auch wenn mir bekannt ist, dass diese meistens ein schlechter Ratgeber ist.

    Die Tagesschau hat es heute nicht für nötig befunden, über folgende Meldung zu berichten. Ich gehe fest davon aus und hoffe, dass KenFM das Thema aufgreifen wird.

    spiegel.de/politik/ausland/usa-verlangt-importstopp-von-iranischem-oel-von-allen-laendern-a-1215180.html

  4. Nun, vielleicht hätten „die“ Russen beim Bau der Krimbrücke, auf die Erfahrung des deutschen Ingenieurwesen vom BER oder Stuttgart 21 zurückgreifen können.
    Aufgrund widriger Umstände ist dieser Kelch aber an ihnen vorüber gegangen.
    (Entschuldigung für die Garstigkeit.)

    Zur Furcht vor dem Atomtod und darauf läuft’s hinaus, wenn Atommächte sich direkt konfrontieren, zum Einstieg was Auflockerndes:

    Guter oder böser Atomkrieg, wer hat die Deutungshoheit
    8. März 2016

    Prison-Planet-Earth: Natürlich ist uns allen, nach Beendigung des kalten Krieges längst klar geworden, dass wir gar nicht ohne FeindBILD existieren können. Letzteres ist so essentiell wie das neuste Smartphone, man kann einfach nicht darauf verzichten. Das wissen auch unsere Medien, denn dort könnten keine Horrorgeschichten gesponnen und auch keine Ängste mehr geschürt werden, müssten wir auf einen gut inszenierten Feind verzichten. Wer sollte sich da übrigens besser eignen als der neue|alte Feind-Klassiker „Russland„, aktuell unter der Knute des gefürchteten wie bärigen Despoten, Waldimir Schurkin dem Schrecklichen?

    Im Großen und Ganzen ist damit eigentlich schon alles gesagt. Dass der Atomkrieg von allen Atommächten auch geübt werden muss versteht sich von alleine. Nichts wäre peinlicher, als einen Atomkrieg zu beginnen oder beenden zu wollen und es nicht zu können. Inzwischen ist ja die atomare Selbstvernichtung der Menschheit nahezu eine Selbstverständlichkeit, der wir jeden Morgen bereits beim aufstehen lächelnd entgegensehen. Wenn also Russland daherkommt und einen extravaganten Test von Atomraketen ankündigt, sowie hier: Russland plant riskantes Manöver • U-Boot soll Salve von Atomraketen abfeuern … [LOCUS], dann ist das ein großer Frevel und natürlich eine riesige Bedrohung für die westlichen Zivilisation der Friedfertigen. Das dort unter Umständen nur der Zweitschlag geübt wurde ist natürlich außerhalb jeder Vorstellungsreichweite, denn dann müsste ja wer anderes der Aggressor sein. Um es also vorweg zu nehmen Russland ist böse.

    Wenn nun unsere besten Kumpels, die USA vergleichbare Tests machen, dann ist das ganz natürlich, überhaupt nicht bösartig und lediglich ein Signal: USA testen Rakete – klares Zeichen an Moskau und Peking … [SpeiGel auf Linie]. Das bedeutet also, wenn zwei unterschiedliche Parteien dasselbe tun, ist es auf der einen Seite Frieden schaffen und auf der andern Seite bedrohliche Provokation. Interessanterweise geht diese Nummer immer irgendwie wechselseitig.
    Bemerkenswert dabei ist der Zungenschlag in dem Focus-Artikel. Man könnte fast meinen er habe propagandistische Züge. Am Ende kann aber auch das alles egal sein, denn wir wissen, dass ein weltweiter Atomkrieg von den USA gewonnen werden würde. Wir sind also auf der Siegerseite. Man nimmt an, dass die USA diesen Planeten rechnerisch rund 52 mal in Schutt und Asche legen könnten, wohingegen die Russen das höchsten 50 mal schaffen.
    (…)
    Oder ist das am Ende doch nur ein ziemlich abgekartetes Spiel, bei dem man uns „Guter Junge, Böser Junge“ vorspielt, um am Ende die ganze Menschheit zu unterjochen, damit sie endlich nach der „Eine-Welt-Regierung“ schreit? Endlich totale Sicherheit statt Freiheit? Auch solche netten Theorien sind ja im Umlauf. Also, wir können machen was wir wollen, der Argwohn wird auch weiterhin obsiegen, statt der Vernunft auf höheren Ebenen. Dazu passend möchte man vielleicht noch bemerken, dass die Veränderung des menschlichen Bewusstseins im Moment nötiger denn je ist. Nicht die Erde bedürfte der Rettung, die kann sich alleine retten und hat dies auch schon über Ewigkeiten gut geschafft. Sie ist auf den Menschen nicht angewiesen. Aber der Mensch bräuchte dringend eine Rettung, bevor er sich tatsächlich (abermals) von diesem Planeten bombt, wenigstens aber in die Steinzeit zurückkatapultiert, denn für nichts anderes taugen Atomwaffen.
    https://qpress.de/2016/03/08/guter-oder-boeser-atomkrieg-wer-hat-die-deutungshoheit/

    Und das ist der Punkt, wenn’s zum Atomtod kommt, soll ja schon gedroht haben, ist’s vorbei mit dem schönen Traum von der Weltherrschaft (gemeint ist der kleine Planet). Das Gleichgewicht des Schreckens – Eine Erkenntnis die sogar die führenden Kapitalisten verinnerlicht haben dürften.
    Und wenn man der Meinung ist, daß sie’s nicht verinnerlicht haben, hat man eben einen weiteren Punkt der Dringlichkeit, zur Demokratisierung der Verhältnisse.

    Auch Multipolare Elitenherrschaft ist keine Demokratie, die gab’s bereits lange vor Weltkrieg Eins, als Manche es mal wieder wissen wollten, es gibt eben nur mehr als einen Schläger auf dem Schulhof. Dazu Herr Schreyer, mit Bezug zu Weltkrieg Zwei:

    Der Zweite Weltkrieg erscheint in diesem Licht als Konkurrenzkampf zwischen Eigentümereliten verschiedener Nationen, der den jeweiligen Völkern auf allen Seiten als hochmoralische Notwendigkeit verkauft wurde, in dem die politischen Kriegsziele aber sowohl in den USA wie auch in Deutschland von kleinen privaten Gruppen aus der Oberschicht bestimmt wurden.
    (Paul Schreyer, Die Angst der Eliten – wer fürchtet die Demokratie?, S. 113)

    Sie können dieses Spiel, in Zukunft oder Vergangenheit, endlos weiterspinnen, es sind stets dynastische Strukturen und herrschaftliche Ansprüche, welche zum Konflikt führen.

    China will in Zukunft dabei auch verstärkt mitspielen:

    Chinas Flugzeugträger: Peking rüstet zum Handelskrieg gegen USA
    06.06.2018

    Chinesische Leitmedien streiten über Chinas Atomprogramm. Und wie es in solchen Fällen meistens ist, lenken die Beobachter das öffentliche Interesse dadurch auf ein größeres Thema: Das deutliche Erstarken der chinesischen Streitmacht insgesamt.

    Peking drücke bei der Entwicklung neuer Atomwaffen aufs Tempo, meldet die Zeitung „South China Morning Post“ aus Hongkong. Die chinesische Führung führe durchschnittlich bis zu fünf Atomtests pro Monat durch, womit sie den Rivalen USA deutlich überholt habe. Die Tests fänden natürlich als Simulationen statt, dennoch geht es laut dem Artikel um die Entwicklung von Atomwaffen neuer Generation.
    (…)
    Insgesamt verfügt China also schon über zwei schwimmende Flugplätze – ein dritter wird gebaut. Was die chinesischen Medien betonen, ist, dass die Volksrepublik aus strategischen Gründen mindestens drei bis vier Flugzeugträgerverbände einsatzbereit haben müsse. Was laut den meisten Quellen bis 2025 auch erreicht sein wird.

    Der „strategische Bedarf“ ist der eigentliche springende Punkt in diesen ganzen Berichten über Atomwaffen und Flugzeugträger. Der Clou ist, dass China sein Umrüstungs- und Modernisierungsprogramm zur gleichen Zeit wie Russland gestartet hat. Und aus dem gleichen Grund. Seit 2012 üben die USA nicht nur auf Moskau starken Druck aus, sondern auch auf Peking.

    Als wichtigster Hebel in der Konfrontation mit Russland dient den USA die Ukraine, als Hebel gegen China benutzt Washington die umstrittenen Gebiete im südchinesischen Meer. Eben deshalb tritt die Entwicklung von Atomwaffen für Peking hinter den Aufbau einer Flugzeugträgerflotte zurück. Neulich sind wieder Kriegsschiffe der USA in die umstrittenen Gewässer eingefahren und wurden von chinesischen Kampfjets verjagt. Alles war wie immer, mit der Ausnahme, dass in der Nähe gerade die „Liaoning“ auf Testfahrt war…
    https://de.sputniknews.com/politik/20180606321033036-china-atomwaffen-medien-handelskrieg/

    Zum Schluß noch ein paar Ergänzungen:

    Willy Brandts Rolle bei den Geburtslügen der sog. “BRD”: Lüge Nr.1

    (…)
    Wer seine aktuelle Friedens-AntiKriegs-Politik unter Berufung auf solche Atlantikbrücken-SäulenScheinheilige wie Willy Brandt machen will, muss sich zuallererst mit den Geburtslügen der Bundesrepublik auseinandersetzen und der Beteiligung vieler Sozialdemokraten daran, auch mit Willy Brandts Beteiligung an der Aufstellung der Bundesrepublik und Westberlins als US-NATO-Front-Staat und Front-Stadt gegen die Länder des späteren Warschauer Paktes und des RGW, des sogenannten Ostblocks. Das enthebt -nebenbei bemerkt – auch kein Ex-SED-Mitglied der Pflicht, sich mit den Fehlern der DDR und deren Nachgeburten kritisch zu befassen.
    http://www.barth-engelbart.de/?p=52821

    Und hier:

    „Die Verdrängung der Geschichte oder warum die deutsche Elite so unbeliebt ist

    Am 21. April 2013 jährte sich der Beginn des griechischen Militärputsches von 1967.“
    (S. 184)

    „Es war die Angst vor dem Kommunismus, insbesondere die damals zunehmende Präsenz der UdSSR im nahen Osten. Diesen strategischen Überlegungen wurden die elementaren Menschenrechte geopfert.

    Und die internationalen und deutschen Konzerne klatschten Beifall. Heute noch können sich viele ältere Griechen an diese dunklen Zeiten erinnern, während man in Deutschland dieses Kapitel am liebsten ausblenden würde – das erbärmliche Verhalten von Teilen der deutschen Politik und Wirtschaft gegenüber der Militärjunta.“
    (S. 186)

    „Selbst Willy Brandt, der SPD-Vorsitzende und damalige Außenminister in der Großen Koalition, hielt empörten Parteimitgliedern, die den Abbruch der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Junta forderten, entgegen, wer den Abbruch der diplomatischen Beziehungen verlange, vertrete nicht die Interessen des Staates.“
    (S. 187)

    „Von der Diktatur in die Freiheit und dann zur Troika: Portugals Nelkenrevolution

    Rückblende: Etwas ganz anderes als in Griechenland, nämlich eine Kulturrevolution, fand über 4000 km entfernt in Portugal statt.
    (…)
    Der Diktator António Salazar, ein ehemaliger Hochschulprofessor, war für politische Unterdrückung, schwere Verletzung der Menschenrechte gegenüber seinem Volk und für Massaker in den damaligen afrikanischen Kolonien Angola und Mosambik verantwortlich.“
    (S. 191)

    „Wer in Deutschland will sich heute noch daran erinnern, dass dieser Salazar-Dikatatur von den USA, der NATO und von konservativen deutschen Politikern wie Unternehmern gehuldigt wurde. Ob Franz Josef Strauß, Ludwig Erhard, Konrad Adenauer, der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke, sie alle machten im Laufe der Jahre dem Diktator ihre Aufwartung.“
    (S. 192)

    Im Frühjahr 1974 planten junge Offiziere und Unteroffiziere einen Putsch um diese Diktatur zu beenden und waren damit recht erfolgreich.
    Ab diesem Zeitpunkt bekämpfte die deutsche Wirtschaft und Politik, die neue portugiesische Regierung.

    „Auch die westlichen NATO-Staaten erhöhten den Druck, befürchteten sie doch bereits eine kommunistische Machtübernahme, nur weil es Anfänge einer Basisdemokratie gab und die Arbeiter ebenso wie die arme Landbevölkerung plötzlich selbst über ihr Schicksal bestimmen wollte.“
    (S. 199)

    „In dieser Phase, also zwei Jahre nach der Nelkenrevolution spielte die neu gegründete Sozialistische Partei (PS) unter Führung von Mário Soares (und die Schwesterpartei SPD in Deutschland) eine unheilvolle Rolle.“
    (S. 200)

    „In Portugal hielt er radikale Reden, im Frankfurter Interconti erklärte er Unternehmern: Wir kriegen das schon hin.“
    (S. 201)

    „Schon wenige Tage nach der Nelkenrevolution, als der Revolutionsrat seinen Aktionsplan vorstellte, erklärte der SPD-Vorsitzende Brandt, die europäische Sozialdemokratie würde nicht zulassen, dass in Portugal ideologische Exportmodelle auf Kosten der pluralistischen Demokratie errichtet werden.“
    (S. 202)

    Usw., komplett nachzulesen im Buch:

    Der stille Putsch – Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt (Jürgen Roth)

    Und noch; der „Wandel durch Annäherung“ war wohl eher eine „Unterwanderung durch Annäherung.“
    Ähnlich der tödlichen Umarmung durch Amazon. Dieser mit dem Kuß und der mit dem Schwert.

    Herr Pispers meinte, die Mauer (der DDR) sei eine perfekte Membran gewesen, billige Waren kamen hindurch und Dank ihr mußten die Westdeutschen damals die Ein-Euro-Jobber nicht sehen.

  5. Erstmal eine Einleitung zu schreiben, die auf dem globalen WM-Fieber beruht, ist doch schon wieder eine der konformen Handlungen, die, die Menschheit nicht vorranbringt.
    Dann umzuschwenken auf die Schuldbank und deren Idee von einer Globalenwelthandelsoffensive, die darauf beruht mehr Kapital nach Europa und zurück zu führen.
    Dann kontern mit einer Heartland-Theorie die wenn sie sich nicht bewahrheitet, verschleiert, vor der Weltherrschaft, dass einfach derjenige der die meiste Autoritätshörigkeit unter die Menschen bringt, die Welt beherrscht.
    Dann noch Technologien der Schnelligkeit und der Umweltzerstörung ihren Platz finden.

    Bereinigt man den Text vom Krieg und Autoritätsgehabe, also das was die Menschheit nicht vorran bringt.
    Bleibt soviel über wie das Quellenverzeichnis + Outro.

    • Ich möchte kurz unabhängig anmerken, das diese Gesellschaftstheorien der Alternative bereits Jahre zu spät kommen und diese Systembedingt sind! Durch die Wikileaksenthüllung der Pädophilie wird in vielen Gesellschaftlichen Schichten jetzt eine Wandlung zur Systemalternative durchgeführt. Die allerdings Systemimmimant sind! – Weils schon zuspät ist das friedlich zu lösen 😉 Post-Apokalypse
      Und ihr hängt mit eurer Rheotik immer noch bei der NATO fest und Kriegen fest, seit Jahren! Und ihr wundert euch warum nichts passiert. Naklar wenn man immer wieder die Kriegsführenden beim Namen nennt und keine alternative bringt, sondern ein rumreiten auf alten Prämissen

    • Herzland, soll das Satiere seien die hier läuft und zwar von allen alternativen, erwiderungstaktik auf die Herrschaft boah habt ihr was aus der Psychologie gelernt

  6. Das denke ich in Bezug auf die Weltpolitik schon lange: „Geographie ist Schicksal“. Der Artikel gefällt mir, danke dafür!
    Deshalb ist ja Deutschland auch als Zentrum Westeuropas schon lange so wichtig für die Anglo-Amerikanischen Mächte gewesen und nicht etwa, weil die Deutschen so tüchtig und ordentlich sind. Zur nötigen Folgsamkeit hat man sie mit der Zeit erzogen. Die Germanen waren noch nicht so. Auch hieran sieht man wieder, wie schicksalhaft Geographie ist.

  7. Um panzerfeste Straßen zu simulieren, benötigt es doch nur die Betonplattenstraßen, die in der DDR gebaut wurden.
    Was so schön ist das die Wessis, die heutzutage den Osten besichtigen eine vorgefertigte Post-DDR des BRD-Regimes vorfinden, dann noch kritisieren was das hier seien soll. Das hier im Osten ist die Entwicklung von einem DDR-Staat, zu einem marktwirtschaftlichen Produkt unter, vorallem der CDU.
    Mehr Straßenschilder, mehr Teerstraßen die mehr und mehr Löcher aufweisen.
    Vernichtung des Lokalmarktes durch international agierende Konzerne.
    Und dann noch Wessis, die meinen das die DDR ein schlechtes Postprodukt erschaffte und die Treuhand dann auch noch half 😉 oder?

    • Ich möchte noch anmerken das China ein totalitärer Staat ist, der zwar keine Krieg anzettelt, dafür regierungskritische Stimmen Mundtot macht und Mundtot wohl ein politisch verfolgter Begriff ist.
      Ein Bewertungssystem für Menschen erschaffen hat und vorallem eins betreibt, Globalismus der Ausbeutung, nur wer Arbeitet für Staat und Partei hat ein Lebenswertes Leben, Ideolgiegewaschenen Hirnies, die noch daran glauben das Autorität positiv für die Menschheit sei.

    • Und weils niemanden aufzufallen scheint, wir leben auf einem Ex-Dinosauerierplaneten.
      Handel statt Wandel, da Handel mit China wohl nur auf Globalkonzernebene laufen wird, halte ich das nicht für förderlich. Da wir können nochmal anfangen und aufzeigen was Konzerne geschafft haben, die vernichtung von Lokalmärkten, sodass die Menschen in einem Maße abhängig davon sind, das man sie nur noch für Sklavenhaltung einsetzt, ganz offiziell Hartz IV.
      Der Wandel wäre wohl ganz einfach Lokalwirtschaften’# zu etablieren, sodass der Arbeitsweg 5 Minuten innerorts beträgt. Das wird bei allen Herrschaftstheorien mit China wohl nichts.
      ‚# Hätte den Vorteil, vom sozialen Geflecht, bessere Arbeitsbedingungen, Selbstständigkeit, Machtrunterführung, gegen Abhängiglosigkeit!
      Bei China startet nur ein Machtkampf der Imperien und der verbleibenden Neutralen Staaten hin zu einer totalitären Handelsmarktpolitik – die nicht wie bei den USA – Pseudofreiheitlich ist und doch nur die Mächtigen dient.
      Sondern ganz offiziell nur den Mächtigen dient, der Rest darf wieder nur sich in der Hierachie einfinden und die tollen Errungenschaften auskosten.

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