Tagesdosis 26.6.2019 – Politische Beeinflussung tötet das freie Denken

Können Politiker wollen, was ihre Gesellschaft will?

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Im Grunde genommen sind Menschen mit Ideen, die sie lange verfolgen, aber niemals verwirklichen können, auf Dauer entweder frustrierte Menschen oder Menschen, die ein Leben lang in ihrem eigenen Gedankengefängnis leben. Dort existiert dann so wenig freies Denken wie nur irgend möglich. Alles ist festgezurrt, geordnet und am rechten Platz. Wenn man sich mit solchen Menschen auf ein längeres Gespräch einlässt, dann versuchen diese Gedankengefangenen ihrem Gegenüber mitzuteilen, wie minderwertig deren Denken und deren Schlüsse doch seien und er, der Gedankengefangene ihm nun helfen kann, aus dieser selbstverschuldeten Denkeinöde wieder herauszukommen. Diese Gedankengefangenen kommen niemals selbst darauf, dass ihr gedanklicher Sicherheitsgurt sich mit der Zeit so fest um ihr Hirn gezurrt hat, dass sie selbst es sind, die an unsachgemäßer Hirndurchblutung leiden. Wer im Besitz seiner Wahrheit ist, der wird in einer Diskussion oder einem Gespräch gar nicht mehr offen und mit eigener Empathiefähigkeit auf sein Gegenüber eingehen können und das herunterrattern, was er in seinem Gedankengefängnis noch zulassen kann. Die Idee, dass eine Diskussion nicht im Rechthabenmüssen seinen Ausgang hat, kommt solchen selbsternannten Oberlehrern gar nicht mehr.

Marx ein Rassist?

Für mich ist es zum Beispiel schwer vorstellbar, wie man in heutigen Zeiten Marxist werden kann oder ganz prinzipiell einer politischen Doktrin den Hof machen kann. Ich schreibe absichtlich in heutigen Zeiten. Diese, die heutigen Zeiten sind schwer von rassistischem Gedankengut geschwängert und jeder, der etwas gegen eine andere Rasse oder gegen andere Volksgruppen oder gegen andere Ethnien etwas sagt, wird gerade von den Sozialisten, den Marxisten oder den Kommunisten gar nicht mehr angehört. Er ist ein Rassist und damit ein Nazi, ein Faschist. Dabei wird sich dann auf die Theorie des Kapitals gestürzt und rauf und runter rezitiert. Alles Okay, ja wenn da nicht ein Makel wäre, der schwer auf diesem Karl Marx selbst lastet. Er wäre aus heutiger Sicht, also dem heutigen Zeitgeist nämlich auch ein Rassist und Antisemit. Seine Theorie wäre nichts weiter als Klopapier. Wohlgemerkt, aus heutiger Sicht. Doch wenn man einmal seine Theorie fast bis zum Erbrechen in sein Hirn gefräst hat, dann will man davon nichts mehr hören, beschönigt es oder nennt den anderen eben einen Idioten. Gleiches Spiel wie beim Reformator Martin Luther. So einfach macht man es sich heute, nur weil man nicht zugeben will, dass man dann ja seine eigene Theorie und Ideologie in Frage stellen oder gar verwerfen müsste.

Karl Marx sah die slawischen Völker als Völkerabfall und Lumpengesindel, die die germanische Freiheit erwürgen. Die Juden waren für ihn weltliche Schacherer, durch Kopfbildung des Haarwuchses degradiert(1). Ich könnte hier jetzt noch mehr von solchen Einstellungen Karl Marx zitieren, die eindeutig gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erkennen lassen, lasse es aber lieber bei diesen Beispielen, die jetzt wahrscheinlich einen heftigen Shitstorm auslösen werden. Marx war, wie viele Menschen seiner Zeit, Neodarwinist und hatte fest in seinem Kopf die Theorie von den höheren und den niederen Rassen. Er begründete das sogar mit seiner Theorie über den Klassenkampf, die nach seinem Dafürhalten eine Gesellschaft zeigte, die entweder im Weltensturm untergehen muss, oder anhand seines Klassenkampfes emporsteigen würde und sich selbst überwindet. Polen war für Marx ein Land, das im Weltsturm untergehen muss, da es zu schwach war und unterliegen muss. Im Klassenkrieg, Klassenkampf klingt zu harmlos dafür, hatte Lenin gut dreizehn Millionen Menschen geopfert. Marx meinte, dass der Klassenkampf der Weg der Zukunft aller Gesellschaften sei. Ein Abrieb der Geschichte, Klassenkampf eben, um den Menschen besser zu machen und um eine neue Gesellschaft zu erschaffen, in der seine Theorie zur Auswirkung kommt. Alle Ideologie-Begründer sagen: Ich bin der Anfang und das Ende, nach dem du zu leben hast. Für mich und für viele, die nicht mehr an politische Doktrinen glauben, dieses unmenschliche Denken also überwunden haben, stellt sich die Frage, wieso sie alle immer auf Herrschaft, Autorität und Gehorsam aufbauen.

Alte Männer

Ich will zwei weitere Beispiele dieser Gedankengefängnisbetreiber nennen. Ich traf kürzlich auf den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Wir beide waren zu einer Veranstaltung der Jugend und der Demokratie eingeladen. Wulff aktiv, ich passiv. Es gab unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Gerald Hüter, Christian Wulff, Tracy Osei-Tutu und Simon Hoffmann(2). Die letzten Beiden sind junge Erwachsene und haben in der Diskussion junge Werte eingefordert, die im Grunde die Werte für mehr Menschlichkeit und Empathie in unserer Gesellschaft sind. Wunderbar, dachte nicht nur ich. Und dann kam der Schock. Christian Wulff beharrte in allen Fragen und Feststellungen an diese beiden jungen Menschen mittels seines Gefängnisdenkens. Er stellte sich als Anti-Empath selbst die ganze Zeit bloß. Simon Hoffman und Tracy Osei-Tutu hatten das gesamte Publikum auf ihrer Seite. Alle merkten intuitiv, dass man nichts gegen das sagen konnte, was sie vorbrachten. Liebe, Empathie und Menschlichkeit waren ihre unmissverständlichen Botschaften an uns alle. Der ehemalige Bundespräsident verrannte sich in seinem Gedankengefängnis, stellte es zur Schau und verteidigte es. Er beharrte auf seinen Standpunkt, der eindeutig allen Anwesenden aufzeigte, dass er ohne sein Herz zu dieser Diskussion kam. Christian Wulff hatte steinalte Argumente aufgestellt, die NATO-Kriege überhaupt nicht bedacht und er sprach manchmal eher wie ein Kolonialherr gegenüber Tracy Osei-Tutus Einwände. Eines wurde dabei immer klarer, und zwar dem gesamten Publikum: Die beiden alten Männer, Gerald Hüther wie auch Christian Wulff entstammen einer Welt, die es einfach nicht mehr gibt. Ja, der Leser hat hier richtig gelesen: auch Gerald Hüther kam so rüber. Er berichtigte sich zwar und brachte gute Argumente. Doch für mich wirkten sie wie ein rhetorisch gekonnt eingeworfener Rettungsanker. Diese Diskussion ist online und ich habe sie am Ende des Textes als Quelle verlinkt(2). Jetzt kann man natürlich den ganzen Text hier darauf beziehen, dass ein Karl Marx in einer anderen Zeit lebte und Christian Wulff doch ein komplett gehirngewaschenes CDU-Mitglied sei. Nein, das kann man eben nicht so abtun, denn das Problem sitzt viel tiefer und es sitzt auch in uns.

Es gibt ein vor Kurzem online gegangenes Interview von RT mit dem Bundestagsabgeordneten der Linken, Diether Dehm, das nicht nur mir aufzeigt, wie verbohrt, hierarchisch fest in der Rethorik und wie tief dieser Ausnahmepolitiker in seinem Gedankengefängnis sitzt(3). Dehm will den Istzustand mit der eigenen Ideologie in einen besseren zukünftigen Zustand versetzen. Vergessen wird von so gut wie allen Berufspolitikern, also nicht bloß von Diether Dehm, dass die Probleme nicht mit den Mitteln gelöst werden können, die zu ihrer Verursachung geführt haben. Jetzt kann man einwenden: Halt! Stopp! Die Linken waren noch nie an der Macht und stellten keine Regierungsmitglieder in Berlin. Richtig. Tut aber nichts zur Sache, denn sie sind Teil des Herrschaftsprinzips im Sinne dieser parlamentarischen Demokratie und des Bundesrates, sitzen in Landesregierungen oder haben in Landesregierungen gesessen. Sie gehören zum Pyramidensystem der Herrschaft und stellen in diesem Sinne gar keine Opposition gegen das System dar. Damit profitieren sie von den Formen fremdbestimmender Herrschaftsstrukturen, was ich ihnen nicht damit zum Vorwurf machen will. Es kommt mir auf die Ideologie an. Sie sitzt tief in den Köpfen fest. Herrschaft ist immer Unterdrückung, egal wer sie ausübt. Auch Diether Dehm sieht seine Ideologie über der Gesellschaft und ist dem Glauben verfallen, dass seine Ideologie bestimmen soll und bestimmen muss, damit es besser wird mit allem. Man merkt dies auch seinen Gesten und seiner Körperhaltung in dem Gespräch an(3). Auch sie wirkt erhöht. Wahrscheinlich scheint mir, dass man genau so wird, wenn man lange Zeit mit dem Kampf um die Macht zu tun hat. Mir selbst sind Diether Dehm, Christian Wulff oder auch Gerald Hüter sehr sympathisch. Ich schreibe hier also nicht über ihre Persönlichkeiten, sondern ausschließlich über sie als Berufspolitiker und als politisch indoktrinierte Menschen. Sie dienen in diesem Text lediglich als Beispiele für die große Mehrheit aller Berufspolitiker in allen Parteien des Bundestages.

Allmachtsfantasien

Berufspolitiker begreifen irgendwann nicht mehr die grundsätzlichen Ebenen des Menschseins. Sie werden unfähig, diese noch im Ganzen zu verstehen. Deswegen kann die Politik gar nicht die Probleme lösen, vor der die Gesellschaften seit Jahrtausenden stehen. Nie hat sie sie gelöst, sie hat sie immer wieder vermehrt und verfestigt. Sie kümmerte sich stets um sich, um mittels ihres Prinzips an die Macht zu gelangen und um ihrem System Legitimität zu verschaffen. Was sich Wahlprogramm und auch Koalitionsvertrag nennt. Allein die Basis, für die Gesellschaft etwas zu tun, ist nicht das Ziel all ihrer Wahlversprechen. Wir wissen es ganz genau. Gleich der Schulmedizin sind die unterschiedlichen Parteien nicht daran interessiert, ihre Gesellschaft in die Heilung und Verbesserung zu überführen, in die Kooperation. Weil sie selbst die meisten Unannehmlichkeiten und Störungen davon in die Gesellschaft eingeführt haben und dabei schreien: Haltet den Dieb! Und der Dieb selbst sind, merken die Getäuschten diesen großen Betrug nicht. In der Mehrheit schützen sie stets den Verursacher, wählen ihn sogar dauerhaft, klagen und denunzieren aber dann den Überbringer misslicher Botschaften an. Allesamt schrauben sie bloß an den politischen Symptomen herum, indes der Krankheitswirt immer mehr Metastasen und Wucherungen bildet. Von diesen leben sie wirklich, da sie dann die Lösungen dazu präsentieren und diese homöopathisch auf die jeweiligen Störungen streuen, sodass Heilung niemals wirklich gelingen kann – was nicht gegen die Homöopathie spricht. Eher für Steuererhöhungen und das Einführen neuer Steuern. Sie handeln gegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen alles, was sie angeben, verbessern zu wollen. Alle natürlichen Prozesse wollen sie beherrschen, bestimmen und kontrollieren. Für sie gilt nur eines, der Materialismus. Alles ist unbeseelt, alles ist eine Maschine, alles ist funktional und wird auch genau auf diese Weise dem Markt zugeführt und dem Planeten entrissen. Die Umwelt ist für sie tot und bezuglos zu allem, bestenfalls chemisch zu beeinflussen. Lebendig in ihrem Ganzen? Niemals! Für ihre Missetaten gibt es stets einen Bürgen, den Steuerzahler. Sie unterjochen fremde Völker, lassen andere Prinzipien nicht bestehen und kolonialisieren den gesamten Planeten, alle Menschen, alle Pflanzen, alle Tiere, alle Ideen und jedwede Bildung. Sie wollen über alles bestimmen, über dich, dein Leben, deine Arbeit und dein Gehirn. Diesem Prinzip ordnen sie alle Tiere und Pflanzen zu, um sie zu verdinglichen und sie dem Markt höchst effizient zur Verfügung zu stellen. Alles ist dabei erlaubt, was ihnen Lob und den wirklich Mächtigen mehr Geld und mehr Macht einbringt. Sie bestimmen sogar über deinen Krankheitsverlauf und über deine Gesundheit.

Die Begriffe der Salutogenese, der Kohärenz und der Ganzheit sind ihnen fremd, ja Geschwätz, Utopie oder gar eine esoterische Gefahr. Sie verachten allesamt die Selbstbestimmung aller Lebewesen und Völker, aller Gruppen und alles sich selbst bestimmen Wollende zu Land, im Wasser und in den Lüften. Sie meinen, ihre Ideologien geben ihnen das Recht, alles nach ihrer subjektiven Wahrheit bemessen, regeln und verwerten zu dürfen. Und genau damit stellen sie sich über alle anderen und über alles. Ihre Ideologien sind zutiefst menschenverachtend, diktatorisch und selbstgefällig. Sie entspringen allesamt einer Allmachtsfantasie, einem omnipotenten Gotteswahn, einem Napoleon-Komplex. Und genau dieses verbindet sie alle untereinander, lässt sie in den entferntesten und entlegensten Orten zusammenhalten. Lässt Faschisten mit Demokraten an einem Strick ziehen, oder Stalinisten mit Sozialisten und Marxisten mit Neocons und so weiter. Weil sie alle dasselbe wollen: Immer mehr Macht für das Aussäen ihrer Ideologien, die sie wie Legitimationsstrategien für ihre eigene Wahnhaftigkeit zur Rechtfertigung ihrer Posten, ihrer Diäten und ihrer Karrieren missbrauchen. Allein das Einhämmern ihrer Vorstellungen und Definitionen in den Dressuranstalten, die sie Regelschulen nennen, reichen aus, um aus Menschen Informationssoldaten nach ihrem Gutdünken anzufertigen. Schließlich soll in den Dressuranstalten nur ein einziges Ziel verfolgt werden: Das bilden von gehorsamen Staatsbürgern, die nichts mehr hinterfragen, sich selbst in ihren Diplomen als ausgezeichnet und gebildet erkennen und jeden abmahnen, der eine Bildung besitzt, der ihrer entgegenwirkt. Sie sollen Autoritäten gehorchen und wenn sie selbst nicht mehr vom System zu unterscheiden sind, dann dürfen sie selbst zu Autoritäten heranreifen und gehorchen lassen.

Das Schweigen der Hirten

Das ist der Schweißapparat aller Berufspolitiker, mit dem sie ihre weltweiten Verbindungen zukleben. Sie tun das alle, weil sie alle dasselbe wollen. Omnipotente Macht, um nicht zu sein, wie die Schafherde. Denn bekanntlich will ein Schaf nicht etwa ausbrechen und den Ausgang nehmen. Es will Schäferhund werden und dem Hirten dienen, indem er die Herde jetzt ins Gatter treibt. Und genau deshalb erfahren wir von den anderen Staaten oder Regierungschefs auch nicht die Wahrheit die sie alle kennen und mit der sie andere Staaten bloßstellen könnten. Deshalb erzählt uns Putin nichts über 9/11. Weil er, beispielsweise, selbst false flag-Operationen in Tschetschenien durchführen ließ. Das tun sie alle und sie wissen gegenseitig alles über den anderen, durch ihre Nachrichtendienste. Deshalb wird uns der chinesische Staatschef auch nichts darüber erzählen, was er über die Mondlandung weiß. Und genau deshalb schweigen sie alle, wenn es um die Lücken in der Altertumsforschung geht oder darin, was diese seltsamen Lichter am Himmel machen. Sie alle unterjochen, sie alle wollen immer mehr Macht und sie alle brauchen ein unmündiges, zerstrittenes, geteiltes und verbildetes Volk. Auch hier gilt die Regel: Ausnahmen bestätigen die Regel, leider. Die Lüge, die viel zu viele noch immer leben, ist die Selbstlüge genau darin, dies nicht als Wissen, sondern als Dichtung oder Verschwörung abzutun. Irgendwie wissen das aber die meisten Menschen, überall auf der Welt. Aber man hält sie in der Angst vor sich selbst gefangen, vor ihrer Abhängigkeit zum Job und zum System ganz allgemein.

Wenn du etwas selbst entscheiden würdest, dann wirst du scheitern, weil du kein Experte bist, kein Wissen dazu hast, nicht kompetent genug bist, keine Qualifikation dafür hast und so weiter. In ihrer Unmündigkeit, ihr Leben komplett auf eigen Beine zu stellen, hat man sie verbildet. Das ist der Zweck von Staaten, von Schule, von Krippen und von Zukunftsängsten, von Katastrophen, von apokalyptischen Weltuntergangsszenarien, die man den Völkern möglichst häufig und oft in ihre kaputten Herzen einträufelt. Warten auf den Messias, ist das Mantra fast aller Gefängniswärter des Systems. Deshalb gibt es ja Regierungschefs. Sie beinhalten die Struktur des ewigen Abwartens auf den Erlöser, auf den, der es endlich für uns alle richtig macht. Und wehe dem, der nicht an den Erlöser, an die Erlöserideologie glaubt. Dem ist nur eines zu Wünschen, die Pest, Ebola oder eben die soziale Ächtung. Aus diesen ganzen Ängsten heraus glaubt der, den man Wähler nennt, früher nannte man ihn den Jünger, dass die Lösung kommt und nahe ist, wenn, ja wenn ich ihnen folge und mir ihre Ideologie in mein Blut schreibe. Und schon gelingt die Übertragung auf die eigenen Kinder, was Erziehung genannt wird.

Blaue Augen

Das ist der große Verrat am eigenen Selbst, vor dem uns Arno Gruen so geistreich warnte. Aber seine Warnungen nützten nichts. Wie so viele Warner und Warnungen nichts nützten. Die Ausdauer der Gedankengefängniserbauer ist generationenübergreifend. Man übt sich dort in Geduld. Und sie sind, gleich einer sozialen Armee unter uns und infizieren weiter die Jugend, die Ängstlichen und die Speichellecker. Das ganze System dieser uns in ihren Gedankengefängnissen halten wollenden Polit- und Ideologie-Zombies, ist wie die Titanic, die sie selbst auf den Eisberg aufsetzen ließen. Und jetzt rudern sie zurück, um dann mit voller Kraft noch fester auf den Eisberg zuzusteuern. Das ist ihre Taktik uns zu erzählen, dass alles bei jeder Wahl noch besser würde. Doch sie rammen und rammen weiter. Durch das dadurch entstehende dauerhafte Schütteltrauma bei den Gefolgsleuten, auch Wahlvieh genannt, halten sie diesen Zustand für die Normalität und feuern ihre Gefängniswärter und Schlachtermeister weiter dazu an, ihre Kinder in Kriegen zu verheizen, ihnen Arbeitsplätze anzubieten, um deren Erhalt sie alles tun und lange betteln müssen, deren Löhne nicht bis zur Rente und schon gar nicht für die Rente ausreicht und sie klatschen trotz alledem laut Beifall, wenn sie mitbekommen, wie verbildet ihre Kinder in den Gedankengefängnissen gehalten werden. Hier ein sehr gut und dort ein sehr gut. Gutes Zeugnis ist eine schlechte Bildung, denn es zeigt bloß, wie angepasst man war und nicht, wie klug man sein zukünftiges Leben meistern wird.

Erinnert mich alles an das blue-eyed-Experiment. Kennt das jemand hier? Blue-eyed ist übrigens nicht bloß ein Rassismus-Experiment. Es ist ein Gedankengefängnis-Experiment und zeigt seine Mechanismen komplett und ungeschönt auf, sodass einem unwohl wird bei dieser riesenhaften Gehorsams- und Autoritätenkultur(4). Es ist wie die größte und gefährlichste Droge. Eine Sucht, die zu einhundert Prozent tödlich ist. Sie tötet dich und du merkst es nicht, weil Menschen zuerst im Inneren sterben und dabei nicht umfallen. Sie verrotten, werden von innen her morsch und zeigen es dann durch ihr zombiehaftes Wesen.

Das fällt mir gerade noch ein. Gibt es hier jemanden, der ein Tattoo hat, das heißt, Die Gedanken sind frei? Oder kennt jemand so jemanden. Nein? Hab ich mir gedacht.

Quellen:

(1) Marx, Karl, zur Judenfrage, in: Schriften, S Landshut [Hrsg.], Stuttgart 1953, S. 171 ff.) in: Das Kapital, Bd. 1, Kapitel IV, s. 169, in: Max-Engels, Werke, Bd. 23, Berlin 1972.

(2) https://www.youtube.com/watch?v=PR8LldC1Jgk&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1ew9u7XQZFQEs8s8kHNYgnPiShQmNESreyTz5Mz-dO3AXtOwiN3djuezc

(3) https://www.youtube.com/watch?v=wMpMZJavsLg&t=181s

(4) http://www.filmsortiment.de/blue-eyed/dvd/unterrichtsfilm-lehrfilm-schulfilm/32049

Bildquelle: ESB Professional / Shutterstock

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44 Kommentare zu: “Tagesdosis 26.6.2019 – Politische Beeinflussung tötet das freie Denken

  1. Ich habe diese Verzerrung von K.M. mit gerunzelter Stirn als Provokation aufgefasst.
    Das es bei dieser Prosa um Journalismus gehen soll, war damit dann abgehakt.
    Sich für solch eine Entstellung ausgerechnet Marx herauszupicken ist in der Tat ziemlich daneben bzw. geht gar nach hinten los.
    Davon mal abgesehen hat das, was der Artikel vermittelt, und die Bemühungen um einen weiteren Betrachtungswinkel erhebliche Relevanz.
    Eigentlich habe ich aber auch einen journalistischen Text erwartet ,war einen gewissen Moment verunsichert, und fragte mich was das nun soll.
    Wär es nicht KenFM, wäre ich da wahrscheinlich ausgestiegen.
    Mit anderen Worten, wie auch aus den Kommentaren ersichtlich, wird man als Besucher mit der Intension sich zu informieren ziemlich abgetörnt, wenn man auf solch einen Text stößt.
    Also eine Vorwarnung bzw. Zuordnung in irgendeiner Form wäre wünschenswert.

  2. Hier wird dem Mainstream das Wort geredet! Nicht nur R. Lenz, sondern auch viele Foristen.
    Bloss sich nicht festlegen auf eine Meinung, weil, die Gedanken sind ja frei. Welch ein dummes Gefasel!
    Wenn es darum geht, dass wir uns eine bessere Welt (frei von Unterdrueckung, frei von kapitalistischer Ausbeutung, frei von Kriegsangst etc pp) schaffen bzw. erkämfpen wollen, dann kommen wir ohne gemeinsame Ideen/Ideologien nicht aus.
    Die Herrschenden haben uns mittlerweile soweit gebracht, dass wir uns verteidigen muessen,wenn wir vorgeben, dass wir Marxisten sind oder gar Leninisten. Weil: ist ja alles Unfrei!
    Und ausserdem war Marx ja auch ein schlimmer Finger! Und er hat viele Fehler gemacht. So oder ähnlich kann man das hier oder auch woanders lesen!
    Also, das beste ist Finger davon!!!
    Nur, liebe Mitforisten, dann können wir die bessere Welt begraben!
    Wer angst hat Fehler zu begehen, sollte am besten nichts tun, dann macht er auch keine Fehler. Das Gleiche gilt fuers Denken. Lieber gar nichts denken, dann macht man auch keinen Fehler.
    Nur in der Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, auch solcher die von geächteten Personen der Geschichte schon mal gedacht wurden (z.B. Marx oder auch Stalin), können akzeptable Mehrheitsmeinungen entstehen.
    Aber das will der Hegemon nicht. Fuer ihn ist es am Einfachsten, wenn „die Gedanken frei sind“.

    mfG

    • Ich glaube, da gibt es Missverständnisse.
      Idee (Begriff, Meinung, Vorstellung, Gedanke) und Ideologie (Weltanschauung; Theorie; These) meint nicht dasselbe!
      Wie alle wissenschaftliche Theorien ist auch der wissenschaftliche Marxismus wissenschaftlich AUFGRUND DER WISSENSCHAFTLICHEN METHODE (nicht Wissenschaft per se). Wenn das zur Wahrheit erhoben wird, dann wird es zum Dogma. Denken und Ideen können zu wissenschaftlichen Theorien führen, und sie können auch einst geltende Theorien oder wissenschaftliche „Erkenntnisse“ ganz oder teilweise falsifizieren. Also unbedingt das Denken nicht aufgeben.
      In meinem Kommentar unten habe ich Erich Fromm zitiert, dessen Denken ich teile, wenn er sagt, dass im historischen Verlauf Ideen zu Ideologien verkommen; bloße Worte nehmen den Platz von der Realität der Menschen; diese Worte werden verwaltet von einer Bürokratie, welche auf diese Weise Kontrolle, Macht und Einfluss über die Menschen gewinnt. Und das Ergebnis ist gewöhnlich, dass die Ideologie zwar noch die Worte der ursprünglichen Ideologie benutzt, tatsächlich aber das Gegenteil ausdrückt. Dieses Schicksal erlitten die großen Religionen; dies geschah auch mit den Ideen von Marx und Freud. Gramsci zu lesen ist in diesem Zusammenhang hilfreich.

  3. WOW! Selektive Wahrnehmung. Ich habe mit keiner Silbe das kapital von Marx kritisiert. Keine Zeile daraus zitiert oder das kapital angegriffen oder sonst was damit angestellt. Der gesamte Text hatte zum Inhalt, dass ich die Zeit für Ideologien oder politische Regierungen für völlig überholt halte. Im Grunde ist das die Aussage des Textes.
    Hier jemand, der das vielleicht besser erklären kann als ich: https://www.youtube.com/watch?v=UZMXjYivzxg&fbclid=IwAR0wL8AY8ALV_OdNh51LZg382BtFslmOVZb47h1pVspn-ARxMy73yTMIE9E

    • Danke für die Klärung.

      Bei all den wortgewandten und klugen Kommentaren, die hier über intellektuell – für mich – schwer greifbare Dinge schreiben und sich sogar inbrünstig aufregen, fing ich langsam an an meinem Textverständnis zu zweifeln.

      Einerseits unterstützt das natürlich die These des Textes, andererseits müssen Sie Herr Lenz wohl noch besser aufpassen, nicht falsch verstanden zu werden. Aber das wäre wohl ein Thema für den nächsten Artikel / Kommentar 😉

      Ich habe übrigens nicht gewusst, dass man diese Tagesdosis als „Journalismus“ und nicht als „Kommentar“ sehen muss. Dafür muss ich mich entschuldigen. Es scheint aber zum Textverständnis beizutragen unvoreingenommen an solch einen Artikel ran zu gehen.

      P.s. Ich gehe auch manchmal, wenn keiner guckt und kommt, bei rot über die Ampel oder, hier passender, gucke nach links und hinten obwohl ich Vorfahrt habe.

  4. Danke Herr Lenz!
    Die Anbetung irgendwelcher Götzen in welcher Form auch immer scheint ja vom Denken zu befreien. Die sich hierdurch berufen gefühlten Prediger ob nun für Marx oder Aldi sind mir zuwider, da sie wie sie richtig erkannten Dogmen vertreten und daraus eine Allmacht und Wissenschaftlichkeit zu schöpfen glauben, die Naturgesetzen gleich zu kommen hat. Warum nur benötigen diese Fanatiker immer Schriften oder Vorbeter, statt einfach die Welt vor ihrer Tür anzuglotzen? Was hier passiert ist die Realität, nicht das was die alten Männer oder gereifte Matronen da so von sich merkeln…Dieser ganze religiös verbrämte Selbstdenken-Verboten-Stuss ist allein ein Machtmittel. Und das wird unseren Kindern recht zeitig eingedroschen und Eltern, die sich dagegen wehren, werden diskreditiert und auch vom Onkel Doktor noch unter Druck gesetzt. Unsere Welt ist im Analtrakt der Pseudowissenschaften und – demokratien verhakt! Dogmen statt Denken und Hass für jeden, der es so nicht will. Was indoktrinierter Hass für Blüten teibt, kann jeder erfahren, der sich zum Impfthema in diversen Mütterforen hierzu nachdenklich (kritisch geht gar nicht) äußert. Versuchen sie es mal, wenn sie Liebesgrüße aus dem Mündungsfeuer mögen! Wer sich hierzu auf Gamerbasis mal bilden möchte, was die Menschheit regelmäßig in Abgründe treibt, sollte das Game Enderal versuchen. Hier wird eindrücklich ein Zyklus dargestellt, der ewig von den Dummheiten unserer Spezies zehrt.

  5. Herr Lenz, bis zu Diether Dehm kann ich Ihren Ausführungen folgen. Jetzt habe ich mir das mit Margarita Bityutski geführte Interview noch einmal komplett angehört und nicht einen Satz gefunden, an dem ich Anstoß finden könnte.
    Zum freien Denken. Klar, unbedingt.
    Bei der Äußerung von Gedanken sind aber Diskursregeln zu beachten. So sollte bei jeder Äußerung erkennbar sein, welchen Charakter sie hat, also ist sie eine Vermutung, eine belegbare Behauptung oder ein Zitat oder etwas anderes.
    Der Charakter der Äußerungen: „wie die Titanic, die sie selbst auf den Eisberg aufsetzen ließen“ und über Putin „weil er, beispielsweise, selbst false flag-Operationen in Tschetschenien durchgeführt hat“, ist mir nicht klar. Um das festzustellen, müsste ich jetzt selbst recherchieren.
    Und diese endlose Aufzählung von Missständen in einem einzigen Bericht hat letztlich die
    Wirkung, als sei nichts gesagt worden. Wer alles beklagt, hat im Grunde gar keine eindeutige Meinung geäußert.

    • Warum muss man eine Meinung haben? Gedanken zur Zeit sind doch frei oder? Sich klar zu positionieren ruft immer nur die Nörgler und Besserwisser auf den Plan, die selbst keinen haben, um etwas nachhaltig verbessern zu können. Wozu dient diese Plattform? Befriedigung zu verschaffen und Selbstbestätigung zu transportieren oder Missstände darzustellen? Letzteres ist gewollt samt eines konstruktiven Austausches von Gedanken, nicht das Verschanzen in Meinungsgräben! Wer was dazu wo gesagt haben will spielt in meinen Augen keine Rolle, wenn einer der Autoren hier sachlich und frei von Schaum vorm Mund Ansichten zu teilen sucht. Ich halte es für enorm wichtig, Ansichten anderer aufzunehmen und als Bereicherung anzusehen statt als Provokation oder nicht mit „Quellen“ zu belegendens Irgendetwas abzutun. Gruß!

  6. href=“Freies Denken widerspricht nicht eigenen Erfahrungen und Achtung vor großen auch historischen Taten und Werken“
    Dieser Artikel hat mich sehr verwirrt. Ja, freies Denken ist wichtig und in der letzten Zeit durch viele neue Fragen, die auf uns einstürmen, extrem notwendig, um sich noch zurechtfinden zu können. Es entstehen viele neue Bewegungen, die man nicht unbedingt argwöhnisch aber mit vorsichtiger Herangehensweise betrachten und einschätzen sollte. Jeweils für sich selbst in seiner Individualität und mit freiem Denken!

    Das widerspricht aber nicht im Mindesten der Nutzung seiner eigenen Erfahrungen und das Heranziehen wichtiger Taten und Werke auch mit historischer Dimension. Und um es jetzt plastisch zu machen konkret:
    z.B. Karl Marx, der hier als Rassist bezeichnet wird. Ja Karl Marx hat vor langer langer Zeit viele Dinge falsch eingeschätzt. Ist deshalb seine wissenschaftliche Arbeit über das Wesen des Kapitalismus deshalb weniger wichtig und richtig? Derzeit leben wir in einer Zeit des zerstörerischen Imperialismus und Neokapitalismus. Genau diese Entwicklung hat Karl Marx vorhergesehen und mit seiner Beschreibung des tendenziell falls der Profitrate lag und liegt er bis heute goldrichtig. Wie arrogant sind wir dann, wenn wir ihm Fehleinschätzungen in anderen Bereichen noch heute zum Vorwurf machen!
    Gleich noch als noch älteres Beispiel: Wolfgang Amadeus Mozart:
    Ihm könnten wir heute vorwerfen, dass er auf das härteste Frauenrechte missachtet hat (z.B.: Die Zauberflöte) und seine soziale Kompetenz verheerend war.
    Sollen wir mit unserem freien Denken dann keinen Genuss mehr bei seiner Musik haben können? Was wäre das für eine Denkweise?

    Deshalb als Fazit:
    freies Denken heißt für mich auch, dass ich mit Engagement Erfahrungen einsetzen werde, um eine Veränderung zu einer besseren Welt erreichen zu können. Dazu werde ich diese Erfahrungen nutzen und mich nicht schämen, wenn ich diese auch mit emotionaler Aktivität deutlich machen werde.
    Was allerdings wichtig ist: beim freien Denken und emotionalen Engagement muss ich immer Mensch bleiben, den Menschen Achtsamkeit entgegenbringen und niemals das Zuhören verlernen!

    • Da gehe ich mit! Aus heutiger Sicht und mit unserem Maßstab Äußerungen von vor hunderten von Jahren messen zu wollen ist vemessen und steht uns nicht zu! Es ist wie bei aktuellen Stars. Man mag sein Produkt, aber würde den Menschen, würde man ihn kennen lernen nicht mögen, weil er oder sie einfach ein Arschloch ist, aber toll malt, singt, spielt, aussieht oder schreibt. Doch nicht vergessen werden sollten die unzähligen False Flags Operations in der uns vorgekochten Geschichte, zu der Marx, Lenin, Mao samt der unzähligen Bewegungen der damaligen Zeit und viele andere Aspekte und „allgemein anerkannten Tatsachen“ gehören!

  7. Nein, Herr Twickel, keine Dogmatiker, eher Wahrheitssucher. Für mich gilt, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat, seine ganz persönliche, individuelle. Es gibt keine zwei gleichen Wahrheiten, wie es auch keine identischen Lebensläufe gibt. Aber man kann sich ihr annähern, was man (frau) selbst dann im täglichen Geschehen tut, wenn man es nicht zum Thema macht. Die Wahrheit ist nicht das „große Ding“. sie ist in unserem Gegenüber zu finden, wenn wir sie dort suchen, ist aber nicht objektivierbar, weil sie nur von unserem Standpunkt, aus unserer Perspektive gilt.

    • Wenn Sie schreiben, dass man sich ihr annähern kann – – – gibt es sie offenbar auch für Sie. Oder ?

      Und wenn sie nicht tatsächlich das „große Ding“ wäre – warum sollte sie dann die zentrale Rolle im menschlichen Denken und Leben haben, die sie hat ? Sie verbindet alle und Alles. Deswegen ist sie auch im Gegenüber zu finden, wenn wir offen für sie sind.

      Meine individuelle Wahrheit.

  8. Sprache – Denken bedingen sich gegenseitig (Benjamin Lee Whorf; Sprache – Denken – Wirklichkeit; Beiträge zur Metalinguistik und Sprachphilosophie, Rowohlt).

    Dem „freien“ Denken sind Bedingungen und Grenzen gesetzt innerhalb der Sprache in der das „Denken“ stattfindet.

    Im Artikel werden Ideen, Theorien und das „freie“ Denken (in Anführungszeichen, weil immer von Sprache abhängig) nicht getrennt von IDEOLOGIEN und DOGMEN, die eigentlicher Gegenstand des Artikels sind.

    Menschen mit Ideen und Theorien sind nicht notwendig am „freien“ Denken verhindert; sie sind nicht notwendig Gefangene ihrer Ideen (wenngleich sie notwendig Gefangene ihrer Sprache bleiben; auch wenn andere Wirklichkeiten eröffnet wurden durch andere Sprachen);

    Erich Fromm, Beyond The Chains of Illusion – My Encounter with Marx and Freud; Abacus):
    „Ch. X
    THE FATE OF BOTH THEORIES
    It is the rule rather than the exception in the historical process that ideas deteriorate into ideologies; mere words take the place of the human reality; these words are administered by a bureaucracy which thus succeeds in controlling people and gaining power and influence. And usually the reseult is that die ideology, while still using the words of the original idea, in effect expresses the opposite meaning. This fate has happened to the great religions and to philosohical ideas; it has happened to Marx’s and to Freud’s ideas.
    …What has become of Marxist thought…? ….The liberation of man from the strangle hold of economic conditions which prevented his full development was the aim of all of Marx’s thought and efforts. Socialism in these first fifty or sixty years was, though not in theological language, the most important authentic spriritual movement in the Western world.
    What became of it? It bedame successful, gained power, and in this very process succumbed to its opponent – the spirit of capitalism.“

    Das „freie“ Denken ist gewiss nicht frei, wenn die Sprache der politischen Beeinflussung übernommen wird, sei es aktiv oder passiv. Die Aufmerksamkeit muss auf die Sprache gerichtet sein: Sprache – Denken – Wirklichkeit!

  9. Herr Lenz,

    es ist immer einfach etwas zu kritisieren ohne jedoch eine Alternative zu bieten. Ihrem Text lässt sich entnehmen, dass Sie kein Freund der Demokratie sind.
    Dann bitte ich um Erklärung welches System anstelle der Demokratie denn aus Ihrer Sicht besser geeignet ist.

    MfG
    Eldaron

  10. Herzlichen Dank für diese Analyse mit heißem Herzen und heißem Verstand, Herr Lenz – auch für die Verlinkung der Podiumsdikussion mit Gerald Hüther, Christian Wulff, Tracy Osei-Tutu und Simon Marian Hoffmann !

    Bewundernswert, wie die beiden Jungen dem weithin selbstgefälligen Politikerrededrang von Herrn Wulff, der mich ganz aggressiv machte, still zugehört haben. Und wirklich schade, wie der Moderator, Herr Lehrich, den ausufern ließ – zulasten von mehr Beiträgen der beiden Jungen.
    Ihr Beitrag aus dem Publikum war eine Wohltat; auch sämtliche anderen Beiträge und Fragen aus dem Publikum.
    Bloß wirklich sehr schade, dass mit weitem Abstand Herr Wulffs Beiträge so unverhältnismäßig viel Zeit bekamen, wo doch die Menschheitsfamilie mal ein Podium bekommen sollte, und nicht der alte Patriarch.

    Eine Frage zum Schluss an Sie, Herr Lenz. Sie schreiben: „Das ist der große Verrat am eigenen Selbst, vor dem uns Arno Gruen so geistreich warnte. Aber seine Warnungen nützten nichts. Wie so viele Warner und Warnungen nichts nützten. Die Ausdauer der Gedankengefängniserbauer ist generationenübergreifend. Man übt sich dort in Geduld.“
    Ich denke, auch wir müssen uns in Geduld üben, „der langweiligsten aller Tugenden“, wie meine Großmutter sagte. Und wir müssen uns Zeit nehmen für unser SELBST. Lebensnotwendig. Wie auch immer das für jedeN von uns ausieht. Ich nehme sie mir. Auch, indem ich hier schreibe.
    Können Sie uns mal einen Kommentar schenken zu Thema “ Salutogenese…Kohärenz … Ganzheit…Utopie“ ?
    Das fände ich wunderbar !

  11. Was ist das für ein Geschwurbel? Sehr unverständlich. Unverständlich ist auch der Redebeitrag des Autors in der verlinkten Diskussionsveranstaltung. Verständliche Gefühle entbinden nicht von der Verpflichtung, sich ordentlich auszudrücken, sich mit deutscher Sprache so mitzuteilen, dass man auch verstanden wird. Ein völliges Rätsel ist mir auch die Zustimmung zu diesem dunkelhäutigen Mädchen. Was will die? Sie darf hier leben, ihren Unsinn erzählen und das auch noch auf einer Bühne. Ist das Diskriminierung?

    • Sie äußern totale Verständnisschwierigkeiten bezüglich der Redebeiträge von Tracy und Herrn Lenz. Mir ging das überhaupt nicht so. Ich habe beide bestens verstehen können.

      Offensichtlich gehören also zum Verstehen immer zwei. Es reicht nicht, wenn man nicht versteht, dem anderen „Unsinn“ oder „Geschwurbel“ zu unterstellen – noch dazu, ohne in seinem Kommentar hier auch nur ein konkretes Beispiel für den angeblichen Unsinn und das angebliche Geschwurbel mitzuteilen.

      Es ist wohl so, vermute ich, dass Sie inhaltlich ganz andere Vorstellungen im Kopf haben als Tracy, Herr Lenz und ich z. B.. Vorstellungen, die Ihnen das Verstehen hier unmöglich gemacht haben. Sie sind die Ursache Ihres Unverständnisses.

      Dass Sie dann aber die Beiträge von Tracy und Herrn Lenz mit Ausdrücken wie Unsinn und Geschwurbel belegen, das spricht nicht für Sie.

      Vielleicht teilen Sie uns mal mit, was Tracy an „Unsinn“ erzählt hat und was Herr Lenz „geschwurbelt“ hat; und dann vor allem auch Ihre eigenen Gedanken die Sie zu diesen Urteilen gebracht hat.

    • Schön für Sie, wenn Sie da was verstehen. Ich verstehe leider nichts. Insbesondere diese Tracy, was will die denn? Den Wulf und den Hüther habe ich verstanden. Den Jungen ganz rechts auch noch halbwegs. Zumindest konnte ich mir denken, was er meinte. Aber auch er hat eine sehr unpräzise Sprache.

  12. Sorry, aber selten so einen Müll gelesen. Da schreibt jemand über Marx, der nicht eine Zeile von ihm gelesen hat, sondern der nur wiedergibt, was irgendwelche staatlichen und rechtsextremen antikommunistischen Schwurbler mit kapitalistischer Agenda über ihn behaupten – und zwar das Gruseligste rausgepickt. Ich meine, um einem minimalen journalistischen Anspruch zu genügen in diesem Fall, sollte ich wenigstens sein Hauptwerk, das Kapital, gelesen haben.

    Und das Kapital ist ein wissenschaftliches Werk, in dem er z.B. sogar bereits – um 1870! – erklärt, warum Zentralbanken ihre Leitzinsen senken. Stichworte: Tendenzieller Fall der Profitrate und als Folge zunehmender Wertverlust von Kapital sowie logischer Weise sinkende Investitionsbereitschaft und Anwachsen der Spekulationen. Also nur zum Beispiel. Woher er damals schon wusste, dass es so kommt? Weil er die Funktionsweise des Kapitaismus wissenschaftlich analysiert hat.

    An keiner Stelle hat er gegen Juden, Slawen oder sonstige Menschen gehetzt. Er hat an einer Stelle über Religionen geschrieben und darüber, dass Religionen, das Judentum genauso wie das Christentum, kein Bewusstsein schaffen, sondern Menschen in ihre Klassenrollen nurmehr einbinden, also hinderlich sind, um Bewusstsein für die Realität, also Klassenbewusstsein, zu entwickeln. „Gehetzt“ hat er nicht mal gegen Kapitalisten, sondern wortreich und manchmal mit gar witzigen Metaphern beschrieben, was sie tun. Kann man aber nur wissen, wenn man es gelesen hat und nicht irgendwelche Interpretationen von irgendwem.

    Es ist wirklich traurig, wenn Hirnakrobatie als Journalismus dargebracht wird. Ein anderer Autor schrieb ja auch nachweislich Falsches zu Schweden, offensichtlich nur, um rassistische Ressentiments zu schüren und Anklang bei der braunen Leserschaft zu erheischen. Gemeint sind die mafiaähnlichen Banden, die schon mal schießen und Bomben legen, angeblich ALLES Flüchtlinge. In Wahrheit haben Flüchtlinge damit rein gar nichts zu tun, sondern es geht um organisierte Kriminalität einer tatsächlich mafiaähnlichen Struktur, der vor allem seit Jahrzehnten in Schweden lebende Menschen aus dem Balkan angehören – aber eben auch Schweden und was weiß ich nicht alles. DAS weiß jeder Schwedenkenner und sogar die schwedischen Behörden wissen das. Okay, das ist jetzt hier nicht das Thema. Das Thema hier ist wirklich unstrukturiertes Geschwurbel über Texte, die entweder wissentlich falsch interpretiert wurden (dann wäre da eine Agenda dahinter zu vermuten), oder aber nicht wirklich gelesen wurden. Bekanntlich ist ja der Wunsch der Vater des Gedanken.

    Für mich jedenfalls gibt es einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiter kann. Meine Punkte in diesem Fall waren erstens Rassismus, zweitens das zunehmende Geschwurbel mit – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Agenda, die ich für gefährlich halte. Musste mal gesagt werden.

    • Vielleicht ist „Gehirnakrobatik“ nur die Einbeziehung von Bauch und Herz?
      Will sagen, ein Missverständnis. Grundsätzlich gilt, dass wir alle den Fehler machen, Vorbilder aus Zeiten unser „geistigen Menschwerdung“ als unangreifbar zu idealisieren.
      Ausnahmslos alle hatten „ihre Leichen im Keller“. Auch Mutter Theresa, auch Marx.
      Letzterer seine körperliche Untreue zu Jenny und seine geistige Untreue zu Engels, als dessen Frau starb.
      Malen Sie sich ihre Welt nicht schöner als sie ist, Frau Bonath, kein Mensch ist fehlerlos.

    • Während ich mir das anhörte gingen mir an den betreffenden Passagen genau diese Einwende durch den Kopf. Gleichzeitig erschien es mir das Gesagte aber auch wie ein Versuch einen Erkenntnisprozess, ungeachtet journalistischer Standards, zu beschreiben. Dabei geht es denn im doppelten Sinne um Enttäuschung und die Unzulänglichkeit von reduktiven Schlüssen aus vorgeformten Ansichten.

    • Ich versuche das mal zu erhellen. Ich habe es glaube ich leichter das „Geschwurbel“ zu verstehen, da ich selbst eine so chaotische Art zu denken habe.

      Es ging im Text um den Verlust der Fähigkeit einer bestimmten Gruppe von ihrer subjektiven Wahrheit zurückzutreten und neues aufzunehmen. Die Theorie von Herrn Lenz ist es, dass diese Fähigkeit gesellschaftlich unter Beschuss ist und eben solche Menschen bei uns „produziert “ werden. Was im Alter dann, durch persönliche Veränderungen oder stärkeren Einfluss von Aussen, scheins noch mehr zu Tage tritt.

      Dafür nennt er Beispiele, wie etwa auch diejenigen, die dadurch dass sie Marx gelesen haben sicher sind alles verstanden, bzw. eine Wahrheit erfahren zu haben und danach nicht mehr in der Lage sind, sich gedanklich zu öffnen und damit zu verstehen, oder auch nur aufzunehmen, was das Gegenüber will.

      Frau Bonath, sie sollten nach diesem Text mit einem Anruf und einer Dankes-Kaffeeeinladung von Herrn Lenz rechnen 😉 Das haben Sie aber jetzt schon mit Absicht so geschrieben, oder? Coole Nummer.

      Alles Liebe,
      Jörn

    • Dabei geht es um das Dilemma des Reduktionismus schlechthin. Dieser hat zwar sehr vielen Fachleuten mit enormen Fachwissen hervorgebracht. Die sind aber allesamt nicht in der Lage z.B. Menschlichkeit oder Nachhaltigkeit zu implementieren, da sie z.B. bzgl. der dazu erforderlichen systemischen Veränderungen eben nicht kompetent sind.

    • Soweit ich lesen kann, nennt Herr Lenz exakt die Quelle für das, was er zu Marx schreibt: (1) Marx, Karl, zur Judenfrage, in: Schriften, S Landshut [Hrsg.], Stuttgart 1953, S. 171 ff.) in: Das Kapital, Bd. 1, Kapitel IV, s. 169, in: Max-Engels, Werke, Bd. 23, Berlin 1972.
      Ich hab das nun nicht kontrolliert. Das kann Frau Bonath sicher leichter. Vielleicht macht sie sich ja die Mühe. Das wäre hilfreich für mich, wenn sie die Marxstellen dann hier posten würde. Dann würde klar, ob Herr Lenz Marx gelesen hat, oder Frau Bonath richtig schreibt: „Da schreibt jemand über Marx, der nicht eine Zeile von ihm gelesen hat…An keiner Stelle hat er gegen Juden, Slawen oder sonstige Menschen gehetzt.“

      Im Übrigen bestätigt Frau Bonath exakt:
      „Sorry, aber selten so einen Müll gelesen…Ich meine, um einem minimalen journalistischen Anspruch zu genügen in diesem Fall, sollte ich wenigstens sein Hauptwerk, das Kapital, gelesen haben. Und das Kapital ist ein wissenschaftliches Werk, in dem er z.B. sogar bereits – um 1870! – erklärt, warum Zentralbanken ihre Leitzinsen senken. Stichworte: Tendenzieller Fall der Profitrate und als Folge zunehmender Wertverlust von Kapital sowie logischer Weise sinkende Investitionsbereitschaft und Anwachsen der Spekulationen. Also nur zum Beispiel. Woher er damals schon wusste, dass es so kommt? Weil er die Funktionsweise des Kapitaismus wissenschaftlich analysiert hat. …Es ist wirklich traurig, wenn Hirnakrobatie als Journalismus dargebracht wird.“

      wie treffend Herr Lenz mögliche Reaktionen von Marxisten auf seine Aussagen zu Marx beschreibt:
      „Dabei wird sich dann auf die Theorie des Kapitals gestürzt und rauf und runter rezitiert…Doch wenn man einmal seine Theorie fast bis zum Erbrechen in sein Hirn gefräst hat, dann will man davon nichts mehr hören, beschönigt es oder nennt den anderen eben einen Idioten.“

      Wobei eingefleischte Marxisten für Herrn Lenz hier nur als ein Beispiel für alle politischen Ideologen stehen: „Und genau dieses verbindet sie alle untereinander, lässt sie in den entferntesten und entlegensten Orten zusammenhalten. Lässt Faschisten mit Demokraten an einem Strick ziehen, oder Stalinisten mit Sozialisten und Marxisten mit Neocons und so weiter. Weil sie alle dasselbe wollen: Immer mehr Macht für das Aussäen ihrer Ideologien, die sie wie Legitimationsstrategien für ihre eigene Wahnhaftigkeit zur Rechtfertigung ihrer Posten, ihrer Diäten und ihrer Karrieren missbrauchen.“

      Und noch etwas an die Adresse von Frau Bonath, nämlich diese Sätze von Herr Lenz:
      „Sie“ (die politischen Ideologen aller Couleur, die sich allesamt letztlich als Kapitalisten entpuppen; so verstehe ich Herr Lenz) „unterjochen fremde Völker, lassen andere Prinzipien nicht bestehen und kolonialisieren den gesamten Planeten, alle Menschen, alle Pflanzen, alle Tiere, alle Ideen und jedwede Bildung. Sie wollen über alles bestimmen, über dich, dein Leben, deine Arbeit und dein Gehirn. Diesem Prinzip ordnen sie alle Tiere und Pflanzen zu, um sie zu verdinglichen und sie dem Markt höchst effizient zur Verfügung zu stellen. Alles ist dabei erlaubt, was ihnen Lob und den wirklich Mächtigen mehr Geld und mehr Macht einbringt. Sie bestimmen sogar über deinen Krankheitsverlauf und über deine Gesundheit…Sie handeln gegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen alles, was sie angeben, verbessern zu wollen. Alle natürlichen Prozesse wollen sie beherrschen, bestimmen und kontrollieren. Für sie gilt nur eines, der Materialismus. Alles ist unbeseelt, alles ist eine Maschine, alles ist funktional und wird auch genau auf diese Weise dem Markt zugeführt und dem Planeten entrissen.“ Sie wollen „Immer mehr Macht für das Aussäen ihrer Ideologien, die sie wie Legitimationsstrategien für ihre eigene Wahnhaftigkeit zur Rechtfertigung ihrer Posten, ihrer Diäten und ihrer Karrieren missbrauchen.“
      Das ist zwar nicht Marxvokabular, sondern Lenzvokabular – aber ist das deswegen „Müll“ ?

    • @J.G.Twickel
      Eben! Zumal der Autor ja auch die fehlende Bemühung um eine mehr ganzheitliche Betrachtung beklagt. Ist das eine relativ sachliche Vermittlung von Erkenntnis über die Politikerkaste. Nach naturalistisch-holistischer Epistemologie würde eine Beurteilung sogar noch wesentlich härter ausfallen.

    • Moin, Josef Gabriel Twickel!

      (1) Marx, Karl, zur Judenfrage, in: Schriften, S Landshut [Hrsg.], Stuttgart 1953, S. 171 ff.) in: Das Kapital, Bd. 1, Kapitel IV, s. 169, in: Max-Engels, Werke, Bd. 23, Berlin 1972.

      Ich konnte leider nur die Zitatangabe zum Kapital ueberpruefen. Es fand sich nichts dergleichen zu lesen weder auf S. 169 oder auf den folgenden noch vorhergehenden Seiten!

      mfG

    • Die Debatte geht doch etwas am Thema vorbei.

      Herr Lenz wollte meines Erachtens verdeutlichen, dass das heutige liberale, linke Milieu den Herrn Marx, der ja ideologisch derzeit wie ein Fahne vorangetragen wird, wegen seinem offenen Antisemitismus heute nicht einmal angehört und ausgebuht und sich somit der Ideologie beraubt hätte, die es heute vor sich her schiebt.

      Damit wollte er denke ich sagen, dass Zeitgeist eine große Rolle spielt, da ja Antisemitismus damals eben chic war und man ihm trotz dieses heute unverzeihlichen Charakterzuges zuhören konnte, ohne dass das Messer in der Tasche und die Schere im Kopf auf ging.

      Wo jetzt der Nachweis für den Antisemitismus zu finden ist, ist doch zweitrangig, da daran ja kein Zweifel besteht und es auch jedes andere Beispiel getan hätte.

      Für die die trotzdem schreien, z.B. hier nach zu lesen: https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Marx-war-Antisemit-und-Rassist-article20413046.html

      Luther, die alte Sau, hätten wir unter der Prämisse übrigens auch nicht hören oder lesen dürfen 😉

      Es ist somit ein Appell an einen offenen linken Geist, der etwas verloren gegangen scheint, da er Zeitgeistketten angelegt bekommen hat. Von wem eigentlich? Achso, von uns selbst.

      Einmal frei machen bitte.

    • @blauersalamander

      Ich weiß nicht, was Sie wollen. Sie vermischen hier persönliche Befindlichkeiten mit journalistischer Analyse und Fakten. Es geht hier nicht um Marx´ persönliche Schwächen oder Fehler, davon habe ich hier auch kein Wort verloren. Es geht darum, was wahr ist und was frei erfunden ist. Frei erfunden ist im obigen Text einiges, bzw. frei hinein interpretiert in zwar angegebenen Textstellen, in denen das Interpretierte allerdings nirgendwo zu finden ist.

      Wenn einer eine wissenschaftliche Analyse zum Kapitalismus schreibt – was Marx´ „Kapital“ ist, dann sollte man, wenn man dieses schon kritisiert, es auch gelesen haben und nicht irgendwelche Gefühlsinterpretationen auf blauen Dunst zum Besten geben. Wenn ich ein wissenschaftliches Werk lese, dann geht es mir um den Inhalt und nicht um die Persönlichkeit des Autors. Was Sie hier vorhalten, ist just in Ihrem eigenen Kopf entstanden, hat aber nichts mit meiner Kritik zu tun.

      Beste Grüße

    • Frau Bonath, den ersten drei Absätzen kann ich mich im Wesentlichen anschließen, was ich von Ihren letzten Beiträgen leider eher nicht behaupten kann.

      Und der Gedanke mit der Agenda ist mir auch schon gekommen.

      Weiterhin stört mich persönlich die Verwendung von „materialistisch“ im Sinne von „konsumorientiert“ und die Befürwortung einer idealistischen Betrachtungsweise der Welt, die hier als spirituell verkauft wird, was m.E. auch völlig verschiedene Dinge sind.

    • Wie so manchen Altvorderen kümmert auch Frau Bonath ihr Geschreibsel von gestern nicht.
      Am 26.6. schreibt sie „An keiner Stelle hat er gegen Juden, Slawen oder sonstige Menschen gehetzt… „Gehetzt“ hat er nicht mal gegen Kapitalisten…“
      Am 27.6. schreibt sie “ Es geht hier nicht um Marx´ persönliche Schwächen oder Fehler, davon habe ich hier auch kein Wort verloren.“

      Zur Aussage, er habe „an keiner Stelle…gegen Juden, Slawen oder sonstige Menschen gehetzt“ hier Fakten http://juedischerundschau.de/wie-juedisch-war-karl-marx-135911993/

      Noch etwas zu Frau Bonath’s Satz: „Wenn ich ein wissenschaftliches Werk lese, dann geht es mir um den Inhalt und nicht um die Persönlichkeit des Autors.“
      Ich bin sicher, dass die Persönlichkeit eines Menschen wesentlichen Einfluss auf den Inhalt seiner Schriften hat. Das sei deutlich so dahingestellt.
      Hab keine Zeit mehr für Belege und Begründungen…

  13. „Politische Beeinflussung tötet das freie Denken“

    Wenn freies Denken vorhanden ist, dann ist es aus seiner eigenen Funktion heraus immun gegen Beeinflussungsversuche und „getötet“ werden kann es dann nur durch den biologisch-mechanischen Tod des Gehirnes, welches die Synapsen-Verschaltungen trägt.
    Wohl aber kann die Entstehung freien Denkens verhindert werden – von den Eltern des sich entwickelnden Kinderhirnes.
    Und das geht einher mit einer „Tötung“ des Inneren, der Seele, der Persönlichkeit, der Gefühle … und eben ganz elementar mit einer „Tötung“ der sich entwickelnden Fähigkeiten des Kinderhirnes zu Denken.
    Wenn das Kinderhirn denken dürfte, könnte es ja seine Eltern hinterfragen, was bei Rabeneltern … danach sitzt die Todesangst so tief, dass dieses Hirn nie mehr auf die Idee kommt zu denken.

    Also Herr Lenz, wenn Sie sich so an „freiem Denken“ reiben, was an Ihrer frühen Kindheit sollten Sie sich näher anschauen?
    Sicherlich einiges, da gibts immer vieles das kennt jeder, aber in Bezug auf die aus Ihrem Hirn kommende chronologische Verdrehung (dass wesentlich spätere Beeinflussung freies Denken – wenn es denn erstmal entstanden wäre – beeinflussen könnte) … was projizieren Sie da?
    (Nur als Denkanstoß, d.h. Antwort willkommen aber nicht nötig)

    Im übrigen war Marx Kind eines vom Judentum zum Christentum konvertierten Juristen, also auch an dem, woran Sie sich diesbezüglich reiben, steckt einschlägiges psychobiographisches.
    Offensichtlich kommuniziert Ihr Unterbewusstsein (oder Überbewusstsein oder was auch immer, jedenfalls das nicht ohne weiteres bewusste) rege mit Ihnen; vielleicht wollen Sie ja mal reinhören.

  14. Also die marxistischen Philosophien bieten kein Kriterium für Rassismus. Dafür sind die „Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte“ und der „Evolutionäre Humanismus“ (ständig aktualisierte „Aufklärung“) besser geeignet. Mit beiden zusammen kommt man sogar noch weiter.
    Die Äußerungen von Dieter Dehm im zitierten Interview passen nach meinem Verständnis nicht in das geschilderte Gedankenkorsett.
    Die verallgemeinerten düsteren gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse können einem jeden Mut zur Änderung nehmen. Man würde ja zwangsläufig auch dort enden.
    Aber als Satire, ist der Text köstlich und gibt jede Menge Denkanstöße.

  15. Moin, Herr Lenz, (…) das freie Denken
    Zum freien Denken fallen mir spontan zwei Dinge ein:
    1. Morgens ein Joint und der Tag ist dein Freund!
    2. Freie Sexualität fördert das freie Denken, weswegen in Diktaturen die freie Sexualität nicht erwuenscht ist.

    mfG

  16. Herr Lenz,
    als Sie sich bei der Diskussion in Hannover zu Wort meldeten, hatte ich gehofft, dass Sie die Falschaussagen zu Afrika und ihren Ressourcen von Wulff gerade rücken würden. Leider kam da nichts. Wulff durfte sich als Helfer Afrikas aufspielen. Sie kennen doch sicher das Buch von John Perkins, in dem er seine Zeit als CIA-Mann, als Öconomic Hit Man beschreibt. Wie es gelingt, über Kredite, dessen Zinsen diese Länder bald nicht mehr zahlen können und ihre Ressourcen deshalb ausgebeutet werden können. Viele Südländer werden so heute noch versklavt.
    Glaubt Wulff das wirklich, dass wir in Mali sind, um das Land vor Islam-Fundamentalisten zu schützen? Das kann ich wiederum nicht glauben.

  17. Kommt mir etwas konfus vor.

    Orientierung braucht jeder Mensch. Wichtig ist, die absolute Wahrheit gibt es nicht. Aber für seine Überzeugungen kann man schon eintreten. Sein Urteil sollte man sich nicht von Dogmatismus beeinflussen lassen.

    • Ich glaub schon, dass es die absolute Wahrheit gibt.
      Auch als – mehr oder weniger erkannte – Orientierung für uns hierher Gekommene.

      Ihr nahe zu kommen ist das große Ding. Und schwieriger, als auf den Mount Everest zu kommen, Nr. 1 der Tennisdamen oder -herren oder der erste Mensch auf dem Mars zu werden. Aber auch das mögen durchaus Wege dahin sein.

      Sein Urteil sollte man sich dabei nicht von Dogmatismus beeinflussen lassen. Das sehe ich auch so, spreenemo.

      Sind spreenemo und ich nun Dogmatiker, blauersalamander ?

    • Es gibt ganz sicher unumstößliche Wahrheiten, die das Leben und unsere Existenz in sich tragen.

      „Alles ist immer im Wandel“ wäre sicherlich eine davon.

      Was die meisten unserer Wahrheiten angeht so sind sie aber entweder rein subjektiv (eine Art elementarer Glaube), oder eben, sollten wir versuchen sie empirisch zu finden, einfach keine Wahrheiten.

      Das sollte uns viel mehr zu denke geben und final zur Demut führen. Das bringt uns dann zum Zuhören und Verstehen und schon ist die Welt ein Stück besser.

      Das Interview hier bei KenFM mit Arnold Hottinger ist in dieser Hinsicht sehr interessant, da er davon spricht, dass die arabische Kultur wohl genau davon ausgeht, dass die Wahrheit immer nur gesucht, aber nicht gefunden werden kann (sinngemäß). Das ist ein so elementarer Unterschied, zu unserer Anbetung des Götzen „Empirie“, dass mir die Ohren geschlackert haben. Die hatten halt keinen Newton und somit keinen Pudels Kern.

      Übrigens: Vielen Dank Herr Zwickel für die geistreichen Gedanken und die gut investierte Zeit hier im Forum 🙂

      Ich glaube aber, dass Sie alle drei (wenn ich Kant mitnehme, vier) das gleiche meinen und Dogmatismus eben nur dann einsetzt, wenn man in die Falle tappt und sein empirischen Wahrheiten als absolute Wahrheit postuliert – was witziger Weise unsere Art zu Denken von uns verlangt und unsere Erziehung uns lehrt. Denn dann kommt man mit der Logik in Konflikt und es hilft nur noch das Dogma. Dogma schlägt Demut und wir sind blind und taub.

      LGj

    • Nein, Herr Twickel, keine Dogmatiker, eher Wahrheitssucher. Für mich gilt, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat, seine ganz persönliche, individuelle. Es gibt keine zwei gleichen Wahrheiten, wie es auch keine identischen Lebensläufe gibt. Aber man kann sich ihr annähern, was man (frau) selbst dann im täglichen Geschehen tut, wenn man es nicht zum Thema macht. Die Wahrheit ist nicht das „große Ding“. sie ist in unserem Gegenüber zu finden, wenn wir sie dort suchen, ist aber nicht objektivierbar, weil sie nur von unserem Standpunkt, aus unserer Perspektive gilt.

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