Tagesdosis 27.11.2017 – Koalition der Asozialen

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Das deutsche Kapital und seine Untertanen brauchen eine starke politische Führung. Das wissen auch Sonntagsredner Martin Schulz und »Weiter so bis zum Crash«-Kanzlerin Angela Merkel. Nachdem Jamaika geplatzt ist, muss die GROKO 2.0 her. Die Show must go on, mit viel Geplänkel und Scheintheater. Keine Panik, erklärt das Meinungsforschungsinstitut Insa am Montagmorgen dem sicherheitsbedürftigen Otto Normalbürger. Es habe herausgefunden: Ganz plötzlich wolle eine verängstigte »Mehrheit der Deutschen« von 52 Prozent die Neuauflage des Regierungsbündnisses aus Christ- und Spezialdemokraten.

Klar: Union, FDP und AfD würden wohl am besten zueinander passen. Zumindest, was den asozialen Grundkonsens ihrer Programme betrifft: Wirtschaftswachstum über alles, Sozialstaat adé; Grundrechte verteilt man nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit. Nordrhein-Westfalens schwarz-gelbe Landesregierung zeigt aktuell, wie das funktioniert. Erst seit wenigen Monaten im Amt, will sie das Sozialticket für Einkommensarme bis 2020 abschaffen. Betroffen sein werden Zehntausende Rentner, Niedriglöhner sowie Bezieher von Hartz IV, Sozialhilfe und Asylbewerberleistungen. Aktuell können Betroffene für 37,80 Euro monatlich mit Bus und Bahn durch ihre Stadt fahren. Normalerweise kostet es in etwa das Doppelte. Zum Vergleich: Alle Sozialleistungen der Grundsicherung beinhalten knapp 26 Euro pro Monat für Mobilität.

In Wahrheit kann es dem Arbeiter – ob mit oder ohne Job – in Deutschland ziemlich egal sein, wer regiert. Der Auftrag, den die Politik umsetzt, stammt schließlich nicht von ihm. Die SPD macht seit über 100 Jahren jede Schweinerei mit, sofern es nur dem Wirtschaftswachstum dient. Gerne tut sie das mit dem Argument, Jobs um jeden Preis zu erhalten. Mit jedem Jahr und jeder technologischen Errungenschaft wird dieses Unterfangen schwieriger. Ohne Ausplünderung und Marktvernichtung in der Peripherie wüchsen Erwerbslosigkeit und Slums in deutschen Großstädten so schnell wie in Griechenland.

Fakt ist: Im Wirtschaftswunderdeutschland klettern die Vermögen der Reichen seit Jahrzehnten kontinuierlich mit den Exportüberschüssen. Auf der anderen Seite wachsen Armut, Obdachlosigkeit und Niedriglohnsektor. Damit steigt, logischer Weise, die Kriminalität. Längst sind die Folgen in jeder größeren Stadt spürbar. Was vor allem in den Startlöchern steht, ist die Bekämpfung derselben mit dem Aufbau eines Überwachungs-, Polizei- und Bürokratenstaats, der Menschenrechte mit Füßen tritt. Der viel gepriesene Rechtsstaat kommt aufgerüstet mit Kanonen, Stacheldraht und Repressionen daher. Die Heuchelei der Politik ist längst zum Volkssport geworden in allen ihren verlängerten Armen namens Behörden.

Ein aktueller Fall macht den ausufernden Wahnsinn, eingeführt und stets mitgetragen von der SPD, deutlich: In Dortmund erwischte eine Mitarbeiterin des Jobcenters einen 50jährigen von allerlei Krankheiten geplagten Klienten beim Betteln in der Innenstadt. Sie schreibt es ins Protokoll, das Amt kürzt ihm die Leistung um 270 Euro. Er nehme wohl zehn Euro pro Tag ein, schätzt man dort. So könne er auf 300 Euro im Monat kommen. Großzügiger Weise erkennt die Behörde einen »Spendenfreibetrag« von 30 Euro an.

Mehr noch: Das Jobcenter Dortmund erklärte die Bettelei zur selbständigen Tätigkeit. Der Mann solle ein Einnahmenbuch für die Vergangenheit vorlegen, künftige Einkünfte prognostizieren sowie bei Gewerbe- und Finanzamt anfragen, inwieweit eine freiberufliche Tätigkeit anzumelden sei. Halte er sich nicht daran, werde man die Leistungen ganz einstellen, droht es und beruft sich aufs Gesetz.

Sicher, rechtlich gesehen hat das Jobcenter der Ruhrmetropole recht. Aber mal im Ernst: Ein Land, in dessen Speichern Hunderttausende Tonnen Milchpulver und andere Lebensmittel vergammeln, in dem Supermärkte täglich tonnenweise abgelaufene Waren entsorgen, das bei von Superreichen hinterzogenen Millionen und von Politikern veruntreuten sechsstelligen Summen wegschaut, das mit Diäten unabhängig von Befähigung nur so um sich wirft, bezahlt bundesweit ganze Armeen dafür, Erwerbslosen hinterher zu spionieren, um ihnen ein paar Münzen streitig zu machen. Gewiss geht’s hier nicht um Schäubles »schwarze Null«. Es geht hier nur um eins: Arme gefügig machen.

Auch anders strotzt dieser »Rechtsstaat« nur so vor Heuchelei. Am Freitag feierten die »Lebensschützer« – gerne mit Parteibuch von CDU, CSU oder AfD – ihren Sieg gegen eine Ärztin. Sie hatten sie angezeigt, weil sie auf ihrer Website angibt, auch Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen. Das Amtsgericht Gießen verurteilte sie zu einer Strafe von 6.000 Euro, weil sie angeblich mit Verbotenem geworben habe. Die Kläger verglichen die Ärztin gar mit SS-Schergen in den Vernichtungslagern der deutschen Faschisten.

Gegenfrage: Womit ist es dann zu vergleichen, dass Deutschland von Massenarbeitslosigkeit betroffene ost- und südeuropäische Arbeitsmigranten auf deutschen Straßen ohne einen Cent Sozialhilfe verhungern und erfrieren lässt? Was für eine Politik ist es, die Balkanroute zu schließen und zuzulassen, dass in libyschen Internierungslagern zehntausende afrikanische Elendsflüchtlinge, darunter viele Frauen und Kinder, hungern müssen, misshandelt und teils als Sklaven verkauft werden?

Die Kette der Verbrechen der Politik ist natürlich sehr viel länger. Und natürlich geht es bei den Repressionen gegen den bettelnden Hartz-IV-Bezieher ebenso wenig um Kostenvermeidung, wie bei dem Urteil gegen die Ärztin um ein lebenswertes Leben für alle Kinder. Es geht um demonstrierte Macht eines imperialen Staats gegen seine Unterdrückten. Dazu gehören Erwerbslose, Niedriglöhner, Frauen, Migranten und alle materiell von anderen Abhängigen gleichermaßen. Und wenn die sich nicht wehren, wird das auch so bleiben – egal, welche Koalition kommen wird. Eins ist sicher: Es wird in jedem Fall eine weitere Koalition der Asozialen werden. Menschenrechte waren im Kapitalismus schon immer eine hohle Floskel.

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41 Kommentare zu: “Tagesdosis 27.11.2017 – Koalition der Asozialen

  1. „Und wenn die sich nicht wehren, wird das auch so bleiben…“

    Ja genau, die die mit dem Gesicht unter dem Stiefel in den Derck getreten werden sollen sich wehren??? Geht’s noch???

    Schuld ist die große Mehrheit, die weder an den asozialen wirtschaftspolitischen Verhältnissen dirket profitiert noch leiden muss, sondern die ihr kleinkarriertes, normopathisches, konsumgeprägtes Scheißleben abspult, ohne sich um mehr zu kümmern als sich selbst und ihre nächste Bedürfnisbefriedigung.

    Genau das sind die Schuldigen, nämlich die, die was ändern könnten, aber zu BEQUEM sind, das zu tun.

    • Du beschuldigst die Falschen. Zwar kann man mit einigem Recht ausnahmslos alle Menschen beschuldigen weil sie zulassen, aber dann frage ich warum es überhaupt dazu kommt das sie zulassen können oder müssen.

      Und dann bin ich ganz schnell wieder bei den Einprozentern, bei den Satanisten. Es gibt kein Volk ohne Regierung. Und die Regierenden zeichnen ALLEIN DAFÜR VERANTWORTLICH das dem Volk größtmöglicher Wohlstand zukommt.

      Genau dafür werden sie gewählt, diese Kleinigkeit – und das meine ich ernst, es ist eine Kleinigkeit, eine Leichtigkeit – zu bewerkstelligen. Dafür werden sie vom Volk mehr als fürstlich bezahlt und belohnt.

      Denn sie sind nichts weiter als unsere Angestellten. Wir UND NUR WIR, bezahlen sie.

      Da sie diese Kleinigkeit offensicht lich erledigen können oder wollen, sondern genau das Gegenteil „Regieren“, sind es entweder Stümper, oder sie handeln willentlich, willkürlich oder gar bösartig gegen die Interessen und gegen den Wohlstand des Volkes. Im ersten Fall gehören sie aus dem Parlament geführt, im zweiten Fall der Regierungssessel gegen eine Knastbank getauscht.

  2. Godwin vs. Malthus

    „Unser Urteil wird immer Verdacht empfinden gegen Waffen, die von beiden Seiten gebraucht werden können. Daher müssen wir jede Gewalt mit Abneigung betrachten.“
    – William Godwin

    „Ein Mensch, sagte er, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“
    – Thomas Robert Malthus

    Quelle Wikipedia:

    …Godwin lehnt die gewalttätige Revolution ab, denn Gewalt fördere nur das Entstehen einer neuen Autorität, denn Revolution sei nicht von Vernunft, sondern von Leidenschaft geprägt – Revolutionen müssten nicht mit Gewalt, sondern mit Gerechtigkeit durchgeführt werden – die Reichen zur Vernichtung ihrer Privilegien zu zwingen, hält Godwin für das falsche Mittel. Die Revolution verfrüht gewaltvoll herbeizuführen, würde, sollte dies gelingen, zu einer negativen Anarchie führen, da die Menschen mit ihrer neuen Freiheit nicht umzugehen wüssten – eine Orientierungslosigkeit wäre die Folge einer verfrühten gewaltvollen Revolution. Zu seiner, zuvor beschriebenen Ablehnung der Gewalt, passt sein Revolutionsbegriff. Revolution ist für ihn ein Zustand ständiger Evolution. Die Revolution und der Übergang zum Anarchismus stellt sich Godwin als einen Prozess vor, der sich „zwanglos“ verwirklicht. Die Demokratie sieht er dabei als Übergangsphase zur Anarchie, denn in ihr könne die Unwissenheit der Menschen beseitigt werden. Die Menschen werden einfach nicht mehr mit dem Staat kommunizieren, nicht mehr mit ihm kooperieren. Dadurch, dass sie sich nicht als Gegenmacht darstellen, sind sie nicht angreifbar und die Staatsgewalt läuft ins Leere. Durch die Revolution werde der Hauptkonfliktstoff – der Staat – aus der Welt genommen.
    Godwins Mittel zu Revolution ist die freie Diskussion in der, nach seiner Ansicht, letztendlich die Wahrheit siegen werde. Er will den Anarchismus mit dem „geschriebenen und gesprochenen Wort“ verbreiten – er will die Aufmerksamkeit der Menschen wecken, sie nicht durch „Überredung“ zu Anarchisten machen, sondern jede Schranke des Denkens entfernen um „jedem den Tempel der Wissenschaft und das Feld für eigene Studien zu öffnen“. Godwin hält nichts von dem klassischen Modell der Ehe. Sie sei auf der Illusion der ewigen Liebe gebaut. Die Ehe sei eine tyrannische Einrichtung, sie sei die Konsequenz der Feigheit der Männer, die, um einen Verlust ihrer Frau an einen Überlegenen vorzubeugen, diese als Eigentum monopolisieren würden. Godwins Version von der Zukunft der Beziehung zwischen Mann und Frau war das heute praktizierte „Suchen“ nach dem, bei dem man sich am glücklichsten fühlt, was damals noch weitgehend revolutionäre Begriffe, wie Scheidung und wechselnde Partnerschaften, also eine sehr freie und moderne Einstellung, umfasste.
    Er forderte wie andere Philosophen und Vordenker seiner Zeit bereits Ende des 18. Jahrhunderts die völlige Gleichberechtigung der Frauen. Godwin selbst heiratete zweimal in seinem Leben. Seine erste Frau, Mary Wollstonecraft, eine der ersten Frauenrechtlerinnen, war bekannt geworden durch ihr 1792 erschienenes Werk Verteidigung der Rechte der Frau.
    Godwins Gesellschaftskritik beinhaltete auch eine Kritik am Strafsystem. Gefängnisse und speziell Einzelhaft kritisierte er, weil sie den Sinn der Strafe verfehlen würden. Er setzte vielmehr auf „Resozialisierung“ um einem Täter die Möglichkeit zu geben, zu bereuen. Er setzt auf eine „milde Strenge“ – eine alternative Strategie, deren Nutzen für die Strafpolitik erst heute z. T. in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Wichtig für die von Godwin proklamierte Revolution war auch der technische Fortschritt. Dies würde, so glaubte Godwin, schon in kurzer Zeit zu einer großen Entlastung des Menschen führen – Maschinen würden die Arbeit übernehmen, damit der Mensch nur noch eine halbe Stunde pro Tag arbeiten müsse. Godwin stört vor allem die Notwendigkeit der menschlichen Kooperation zur Bedienung der Maschinen, wie er es, in seiner Zeit, am entstehenden Kapitalismus erlebt. Man müsse möglichst schnell zur Automation übergehen – der Mensch müsse wieder Herr der Maschinen werden – und damit auch seiner Zeiteinteilung.
    Als Anhänger des Egalitarismus fordert Godwin nicht die Kollektivierung des Eigentums oder die Abschaffung des Privateigentums (was die Kommunisten wollten), sondern die gleichmäßige Verteilung desselbigen an alle Menschen. Die Gedankengänge Godwins waren für die damalige Zeit zu komplex, um ein größeres Publikum zu erreichen und fanden daher nur unter Intellektuellen eine Verbreitung – vielleicht auch ein Grund, warum sein Hauptwerk „Political justice and its influence on general virtue and happiness“ von der monarchischen Autorität nicht verboten wurde. Godwin fordert bereits eine Gesellschaft ohne Zwänge, ohne Staat, und auch dem Egoismus erteilt er eine Absage. Eine Gesellschaft, die sich auf diese Prinzipien und auf Edelmut und Vernunft gründet, ist die ideale Gesellschaft für Godwin. Deshalb wird er auch von vielen als einer der Begründer des individualistischen Anarchismus angesehen.

    • PS:

      Ergänzung zwecks Linie Malthus – Hayek:

      „Es mag hart klingen, aber es ist wahrscheinlich im Interesse aller, daß in einem freiheitlichen System die voll Erwerbstätigen oft schnell von einer vorübergehenden und nicht gefährlichen Erkrankung geheilt werden um den Preis einer gewissen Vernachlässigung der Alten und Sterbenskranken.“ Friedrich August von Hayek; Die Verfassung der Freiheit, Tübingen, 1983, S.397

    • Vielen vielen Dank! Wenn ich meine eigenen politischen Ansichten Jemandem diktieren sollte, käme praktisch exakt William Godwin heraus. Besonders schön ist etwa: „Die einzige Herrschaft, die der Mensch akzeptieren solle, sei die Vernunft. Nur durch das Vertrauen der Beherrschten in ihr System erhalte sich dieses. Das Vertrauen in das System resultiere aus dem Unwissen der Menschen. Die allgemeine Bildung aller Menschen müsse daher vorangetrieben werden.

      Godwin lehnt die gewalttätige Revolution ab, denn Gewalt fördere nur das Entstehen einer neuen Autorität, denn Revolution sei nicht von Vernunft, sondern von Leidenschaft geprägt – Revolutionen müssten nicht mit Gewalt, sondern mit Gerechtigkeit durchgeführt werden – die Reichen zur Vernichtung ihrer Privilegien zu zwingen, hält Godwin für das falsche Mittel. Die Revolution verfrüht gewaltvoll herbeizuführen, würde, sollte dies gelingen, zu einer negativen Anarchie führen, da die Menschen mit ihrer neuen Freiheit nicht umzugehen wüssten – eine Orientierungslosigkeit wäre die Folge einer verfrühten gewaltvollen Revolution. Zu seiner, zuvor beschriebenen Ablehnung der Gewalt, passt sein Revolutionsbegriff. Revolution ist für ihn ein Zustand ständiger Evolution. Die Revolution und der Übergang zum Anarchismus stellt sich Godwin als einen Prozess vor, der sich „zwanglos“ verwirklicht. Die Demokratie sieht er dabei als Übergangsphase zur Anarchie, denn in ihr könne die Unwissenheit der Menschen beseitigt werden. Die Menschen werden einfach nicht mehr mit dem Staat kommunizieren, nicht mehr mit ihm kooperieren. Dadurch, dass sie sich nicht als Gegenmacht darstellen, sind sie nicht angreifbar und die Staatsgewalt läuft ins Leere. Durch die Revolution werde der Hauptkonfliktstoff – der Staat – aus der Welt genommen.“ – Die letzten drei Sätze sind zum fett anstreichen.

      Aber auch die „4 Edlen Wahrheiten“ der gesellschaftlichen Organisation:

      1)“Mit welchem Entzücken muß der wohlunterrichtete Menschenfreund jener glücklichen Zeit entgegensehen, wo der Staat verschwunden sein wird, diese rohe Maschine, welche die einzige fortwährende Ursache der menschlichen Laster gewesen ist und so mannigfache Fehler mit sich führt, die nur durch ihre völlige Vernichtung beseitigt werden können.“

      2)„Die beste Garantie eines glücklichen Resultats liegt in freier, unbegrenzter Diskussion.“

      3)„Unser Urteil wird immer Verdacht empfinden gegen Waffen, die von beiden Seiten gebraucht werden können. Daher müssen wir jede Gewalt mit Abneigung betrachten.“

      4)„Der wahre Grundsatz, der an die Stelle des Rechts treten muss, besteht in der uneingeschränkten Entfaltung der Vernunft.“

      Ich gebe noch mal selber meine letzten Diskussionsbeiträge zu MMM39 wieder:

      „Erstmal, ein großartiges Zitat von den „Fantastischen Vier“ : „Ich gönne jedem sein Eigenheim.“ Das kann entsprechend den Ansprüchen und den erbrachten Leistungen auch wirklich gerne größer ausfallen, inklusive, wenns die Weltlage zulässt, auch gerne (wenn Bedarf besteht) mit einem Sportwagen davor.

      Ansonsten führt, um eine Demokratie zu gewährleisten, vermutlich kaum ein Weg daran vorbei , sowohl die Armut (Menschenwürde) als auch den Reichtum ( potentielle Macht; Einschränkung der Freiheit Anderer) , und damit auch die gesellschaftliche Stratifikation, zu begrenzen; – nach „Oben“ wären es gefühlt maximal 10 Millionen, was in etwa dem durchschnittlichen zehnfachen Gesamtlebenserwerb im Beruf entspricht (- betrifft also wirklich nicht Viele 😉 ) Und, natürlich, soweit es nur eben geht, Basisdemokratie.

      Klingt zusammen betrachtet ziemlich langweilig und „realpolitisch“, da es aber vor Allem darum geht, den wenigen Mächtigen die „Herrschaftsmittel“ über den ganzen Rest wegzunehmen, wird man schon damit die gesamte Gewalt gegen sich haben. 😉 Und, ja: Es beinhaltet leider auch eine Umverteilung von „Reich“ zu „Fleißig“, insoweit die Freiheitsinteressen der Einen ansonsten diejenigen der Anderen zu massiv beeinträchtigen.“

      “ „Außerdem ist der Markt nur das Wort für die unter einander frei handelnden Menschen.“ –

      Das ist z.B. ein weiteres Problem, auf das z.B. auch Varoufakis immer wieder gerne hinweist: Niemand ist jemals „absolut“ frei (und es wäre für die Mitmenschen vermutlich auch noch eine ziemliche Katastrophe) ; die Freiheitsgrade (was etwa das Abschließen von Verträgen angeht) sind aber beispielsweise radikal verschieden zwischen einem global operierenden Großunternehmer und einem mittellosen Schwarzafrikaner, für den die „Wahl“ beim Vertragsabschluss so ziemlich exakt zwischen „Friss“ und „Stirb“ verläuft.

      Ersterer hat entsprechend eine unendlich höhere Verhandlungsmacht gegenüber Zweiterem; – bei aller suggerierter „Freiheit“ befinden sich, selbst mit einer zwischengeschalteten Interessenvertretungs-Instanz (Gewerkschaft, mit ihren eigenen bürokratischen Problemen) , beide „Partner“ keinstenfalls auf Augenhöhe: – Zweiterer kann man sagen hat einen bedeutend niedrigeren „Marktwert“.

      Allgemeiner gesagt kann man sagen, dass Märkte vermittels gehandelter Waren im Tauschspiel vor allem Auskunft darüber geben, wieviel Menschen einander wert sind. 😉

      Dazu kommt noch der naheliegende Anspruch, das Gegenüber (per Monopolbildung) möglichst abhängig z.B. von der eigenen Produktion zu machen, was reale „Marktmacht“ bedeutet. Das bleibt ein „Markt“ , – allerdings zwischen Abhängigen und Anbietern.

      Und Märkte haben eine ziemlich „natürliche“ Tendenz zur Konzentration , die dem „Wettbewerb“ folgt: „Survival of the Fittest“. Individuelle Freiheit in einer Wirtschaftsordnung ist allerdings nur dann faktisch gegeben wenn man sagen kann: „Ich möchte lieber nicht…“

      „Ein relativ gutes Beispiel zur Veranschaulichung: Das „älteste Gewerbe der Welt“ . (Ähnliches gilt für Drogen o.ä.)

      Man kann es entweder, konservativ, mit polizeilicher Gewalt prohibitorisch-kategorisch verbieten, oder man kann es, wie in Deutschland seit etwa 2000, dem „freien Spiel des Marktes“ in Laissez-Faire-Manier überlassen.

      Zweiteres führt dann z.B. zu allen möglichen Macht- und Zwangsstrukturen (Zuhälterei, Menschenhandel) , und dem Bestreben, möglichst viel Gewinn auf Kosten des Großteils der Prostituierten, die in ihrer Freiheit meist arg eingeschränkt sind, zu generieren. Gleichzeitig ist es dank „Angebot (durch „Freihandel“ mit Rumänien) und Nachfrage“ eine ziemliche Entwürdigung für die Erwerbstätigen, die vor allem den Geschäftsmodellen, der „Freiheit“, der Bordellbesitzer (mit sagenhaften Gewinnspannen pro Angestellter) nützt.

      Für die sind die Frauen primär ein Bestandteil ihres „Maschinenparks“, die Gewinn generieren sollen, und keinesfalls so etwas wie „gleichberechtigte Vertragsteilnehmer“ .

      Dann gibt es noch die – dialektische (Hegel) – dritte, die wenn man so will eigentlich „liberale“, Möglichkeit, die dem universalen Allgemeinwohl, unter „Aufhebung“ der Widersprüche, etwa auch von „Sollen“ und „Wollen“, dient:

      Unter viel organisatorischem Aufwand die privatisierten Gewalt- und Machtstrukturen weitestmöglich einschränken, und das Ungetüm zu regulieren, sodass dabei die größtmögliche Freiheit für die größtmögliche Anzahl der Beschäftigten herauskommt; – z.B. durch einen garantierten Mindestlohn von 50 Euro (nach Abzug der Zimmermiete und ähnlichen Späßen, versteht sich) die Stunde, und scharfer Verfolgung illegaler Praktiken . –

      Das hat unbestreitbar einen großen Einfluss auf den Markt, und ich sage nicht, dass der – interessengeleitete, meist nicht vernunftgeleitete – kapitalistische Staat mit seinem Gewaltmonopol und seiner Bürokratisierung auch nur annähernd ideal für solche Aufgabestellungen ist.

      – Selbstredend schränkt dieses Verfahren die Freiheit der Bordellbesitzer ein, die aus blankem Eigeninteresse sofort nach „Deregulierung“ schreien werden, und ihrerseits versuchen werden, die Problemlösungskompetenz und den Organisationsgrad der regulatorischen Instanzen außer Kraft zu setzen, auch wenn sich vermutlich an eben Diesen der eigentliche Zivilisationsgrad im Verhältnis zu Barbarei oder Feudalismus zeigt : „Road to Tyranny“ heißt das dann vermutlich, oder auch : „eine soziale Marktwirtschaft ist keine Marktwirtschaft“.

      Seit Wallensteins (der selbst dem Universalismus zuneigte) Zeiten, der mit dem Adel entsprechend naturgemäß über Kreuz lag, was ihm letztlich auch das Genick brach, hat sich da wenig geändert:

      Auch damals war häufig die Rede von der „teutschen Libertät“ , was eigentlich vor allem die Privilegien des Adels meinte. Dieser wollte sich in seiner eigenen, partikularistischen, Machtausübung möglichst nicht „fremdbestimmt“ (allerdings auch gegenüber einem absolutistischen Monarchen) wissen.

      – Da der Staat mit seinem Gewaltmonopol, und seiner machtvollen Dienstbarkeit gegenüber Klientelen, keinesfalls das Nonplusultra ist, weit ab davon, ist mit Sicherheit eine andere, demokratische, Form der Vergesellschaftung vorzuziehen:

      – Anarchismus bedeutet aber vor Allem die höchste Form der Organisation. 😉

      Die eigentliche Unterscheidung verläuft zwischen universalistisch-libertär, und partikularistisch-autoritär.
      Ersteres autoritär durchzusetzen ist ein, leider häufig praktiziertes, Unding.

      Das Zweite hingegen gibt sich hingegen gerne ein „freiheitliches“ Kleidchen, in allen denkbaren Facetten, da es aber stets nur Einzelinteressen vertritt, und damit Freiheit der Nicht-Privilegierten außerhalb der „Peer Group“ prinzipiell negiert, sollte man sich nicht scheuen zu sagen, dass in Wahrheit dieser Kaiser immer nackt ist. “

      P.S. : „Universalistisch-libertär“ meint , dass ein organisierter regulierender weitreichender Interessenausgleich stattfindet , um größtmögliche Freiheit für Alle zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.
      Im Falle der Flüchtlingskrise z.B. wird dieser Standpunkt vermutlich deutlich eher von Wagenknecht als etwa von den Grünen, die hier ebenfalls eher partikularistisch-autoritär positioniert sind, vertreten:

      Wenn „Open Borders“ und „Liberalisierung“ des Rotlichtviertels (gegen beide spricht zumindest als reine sprachliche Allgemeinplätze noch wenig) als alleiniger(!) Politikansatz zu Zwangsprostitution von Rumäninnen führt, ist dies kein tauglicher (vernünftiger) Weg, – auch wenn damit die Freiheit der GrünInnen vermutlich nicht angetastet wird ;
      – sondern es besteht ziemlicher Bedarf an tatsächlich humanen und tragfähigen Regelungen.

      P.P.S:

      „Marktliberalismus“ (nach dem Gusto von Rockefeller/Walter Lippmann) :

      „Ständische Gesellschaft“ ;- Maximale Freiheit für Wenige ; „Winner takes it All“ ; „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ; „Sozialdarwinismus“ ; „Anti-Etatismus“ ;

      -Betonung der „Eigenverantwortung“ (—> Malthus! )

      „Linksliberalismus“ :
      „Zentrismus“/“Pluralismus“ : Eucken/Keynes / Einschränkung der ständischen Macht/Freiheit; Etatismus / „Freiheit der Vielen“ ; gewisse „innergesellschaftliche Mobilität“ ;

      -Delegation der Verantwortung / Paternalismus / „Coercion “

      „Linkslibertarismus“ :
      Auflösung der Stände/ Basisdemokratie/ „gleiche Verhandlungsposition für Alle“ (AKA: „keine Macht für Niemand“) ;

      -Verantwortung: „Einer für Alle, Alle für Einen“ (Alexandre Dumas) ; das Individuum für die Allgemeinheit/Gesellschaft, die Allgemeinheit für das Individuum.

      -Nicht das Individuum für sich selbst gegen den Rest; – aber auch nicht der strafende „Vater Staat“ über seine unmündigen Untertanen.

      ……
      – TL; DR ! 😉

    • Ich bedanke mich! Für ergänzten Godwin, Ihren Support für Godwin und – natürlich – Ihren eigenen Beitrag.

      Bin ganz bei Ihnen!

      Besonders wichtig, da Anarchismus oft assoziiert wird mit Anarchie, Chaos – also korrekt: Anomie – , festzustellen: „Anarchismus bedeutet aber vor Allem die höchste Form der Organisation.“

      Zu Verantwortung: „Einer für Alle, Alle für Einen“ (Alexandre Dumas) ; das Individuum für die Allgemeinheit/Gesellschaft, die Allgemeinheit für das Individuum.
      Zur Unterhaltung konsumiert, aber nicht reflektiert. Vielleicht weil nicht dem Entweder-Oder-Paradigma entsprechend.

      „…Grünen, die hier ebenfalls eher partikularistisch-autoritär positioniert… “ Besonders irre die autoritäre Entwicklung! Partikularistische Machtausübung fordert schon der Name. Mir jedenfalls sprichwörtlich `nicht ganz grün`.

      „Die eigentliche Unterscheidung verläuft zwischen universalistisch-libertär, und partikularistisch-autoritär.“ Man sieht nur, was man sehen will: Dieser Wille scheint mir per se partikularistisch-autoritär; so ist die universalistisch-libertäre Sicht verstellt.

      „Selbstredend schränkt dieses Verfahren die Freiheit der Bordellbesitzer ein, die aus blankem Eigeninteresse sofort nach „Deregulierung“ schreien werden, und ihrerseits versuchen werden, die Problemlösungskompetenz und den Organisationsgrad der regulatorischen Instanzen außer Kraft zu setzen, auch wenn sich vermutlich an eben Diesen der eigentliche Zivilisationsgrad im Verhältnis zu Barbarei oder Feudalismus zeigt : „Road to Tyranny“ heißt das dann vermutlich, oder auch : „eine soziale Marktwirtschaft ist keine Marktwirtschaft“.

      Das älteste Gewerbe der Welt als Erklärungsmodell eignet sich so gut wie z.B. die Geschichte der UFC (United Fruit Company) als Beispiel für den „freien Handel“. (Es lohnt sich diese Geschichte im Detail zu recherchieren. Ähnlich wie die von Monsanto (von Dayton Project bis heute ROUNDUP), etc., etc. Eben Road to Tyranny.

      😉

    • Noch ein Satz – im Zusammenhang mit parallel laufender Auseinandersetzung hier zum Thema Digitale Technik.

      „…wie er es, in seiner Zeit, am entstehenden Kapitalismus erlebt. Man müsse möglichst schnell zur Automation übergehen – der Mensch müsse wieder Herr der Maschinen werden – und damit auch seiner Zeiteinteilung.“

      Herr unserer Zeiteinteilung – sind wir das? Die „Maschine“ heißt heute „Roboter“ oder „Handy“ oder „Tablet“. Sie sind die heutigen Herren unserer Zeiteinteilung.
      Der Mensch müsse wieder Herr der Maschinen werden….
      Wir gehen zur Automation über, aber werden wir Herr der Automation sein? Ein Zukunftsforscher: „Es wird die geben, die den Robotern sagen, was sie zu tun haben; und dann wird es die geben, denen Roboter sagen, was sie zu tun haben.“
      Ich hoffe für mein Kind, dass er sich irrt.

  3. Och Mensch, Frau Bonath. Sie sind aber heute negativ drauf. ts… Deutschland geht es gut, die Jobcenterdame macht NUR ihren Job und es ist alles nach Recht und Gesetz abgelaufen. Wir haben hier auch keine Schere zwischen Arm und Reich (Originalaussage unseres CDU-Abgeordneten, vor der Wahl an seinem Stand und er meinte das bitterernst). Alles hier ist ganz ganz toll und Weihnachten steht ja auch vor der Tür… *Sarkasmus off*

    Solange es hier Millionen Menschen gibt, die NUR ihren Job machen (haben die Mauerschützen und KZ-Wärter nicht eigtl auch diese Ausrede?), jede Verantwortung wegschieben und es sich als Untertanen bequem machen wird sich hier nichts bahnbrechendes tun. Willkommen in Absurdistan!

    „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk, als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben Sie. Um eine Parole die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde“. (Napoleon)

    • Die Tatsache ist beklagenswert und ein Skandal für das System, aber das Handeln einzelner Pesronen kann doch nicht von dieser hohen Warte aus abgekanzelt werden. Und dann der gute alte Nazi- und Mauerschützenvergleich. Das vernebelt doch nur den Blick. Heldenmut in Ehren, aber nicht jeder eignet sich zum Märtyer. Oder verlangen Sie das?
      Schöne Idee, aber das System züchtet seit jeher willfährige Konsumenten und nun wirft man denen vor, dass sie funktionieren? Das ist doch irre.
      Vielleicht ist hier eine Alleinerziehende am Start, die es sich ums Verrecken nicht leisten kann den Job zu verlieren.
      Will ich fordern, dass so jemand einfach handeln muss wie im Lehrbuch für Gutmenschen?
      Wer will sich denn bitte über andere erheben? Das ist doch so, ohne den Fall zu kennen, eine Anmaßung.

      Wollen Sie diesen Mensch von hier aus aburteilen? Wer hat die Erhabenheit in allen ethischen Fragen, um Menschen derart runter zu machen?

    • @Gloucester:
      Vielleicht ist hier auch ein frustierter Mensch am Start, die ihr armseliges Leben aufwertet, indem sie andere in die Pfanne haut? Ich habe auch mal 6 Monate von Hartz4 gelebt und in der Zeit meinen Standort gewechselt. Am ersten Standort war die Person ein richtiges Ekelpaket, am zweiten Standort war die Person sehr hilfsbereit. Was wenn die Frau im beschriebenen Fall ebenso ein Ekelpaket ist?
      Und doch: Das Handeln einzelner Personen kann von unserer Warte abgekanzelt werden. Genausowenig wie man über einen sterbenden Rentner stiefelt, zeigt man Bettler beim Finanzamt bzw. beim Jobcenter an. Das eine ist eine Straftat, das andere ist einfach unanständig und unmoralisch. Wäre diese Frau eine Bekannte von mir, würde ich sofort den Kontakt abbrechen. Wir reden hier ja nicht von Falschparkern, sondern von einer Person, die eine gescheiterte Existenz noch weiter drangsaliert.

    • Ups… Gloucester…
      Da ist aber jemand angefasst von meinem Text.

      Alleinerziehende am Start? Sie scherzen… Niemand befiehlt der Alleinerziehenden, die Mitmenschen wie Scheiße zu behandeln und sich als Denunziant zu verdingen. Sie hätte einfach nur ihren Mund halten können…
      Nicht jeder ist zum Märtyrer geboren, aber ein bisschen zivilen Ungehorsam, ja den erwarte ich von Menschen mit Wahlrecht in einem Land in dem Moral schon fast ein Verbrechen ist.

    • Wäre doch interessant, sich mit der Frau vom Jobcenter mal zu unterhalten anstatt sie zu beschimpfen. Das kann man hinterher auch noch tun, wenn sie tatsächlich ein unmoralischer und hoffnungsloser Fall sein sollte.
      Ich kenne den Fall nur aus den Medien und mich würden beide Personen an einem Tisch zu einen Gespräch sehr interessieren; erst danach würde ich urteilen.
      Sie meinen also von hier aus sagen zu können, diese Frau müsse unbedingt ein Abgrund auf zwei Beinen sein?
      Dass dieses System ekelhafte Wesenzüge hervorbringt und immerzu fördert ist ein Elend, aber ich weigere mich auch, dies den Menschen pauschal vorzuwerfen. Die werden so, nicht jeder kommt da raus.
      Ich glaube nicht, dass man so weiterkommt, indem man nämlich immer moralinsauer auf alle erstmal eindrischt.
      Denunziantentum an sich ist übel. Aber das würde ich erst unterstellen, wenn ich ein komplettes Bild habe.
      Zudem haben in der Wolle gewaschene Ellenbogenwesen nicht die hervorstechende Eigenschaft, auf heftige Anwürfe gediegen zu reagieren. man erreicht dadurch meist nur, dass sie sich einigeln und am Ende noch bestätigt fühlen.

    • „Wäre doch interessant, sich mit der Frau vom Jobcenter mal zu unterhalten anstatt sie zu beschimpfen.“

      Welcher reine Mensch will den mit so etwas auch nur das Geringste zu tun haben? Allein die Vorstellung so eine Kreatur in meiner (unmittelbaren) Nähe zu wissen, ruft bei mir tiefsten Ekel und Abscheu hervor.

    • Wir leben aber unter und mit solchen Menschen, ob es uns passt oder nicht. Heute und vorerst mal morgen.
      Was wollen Sie denn für eine neue Ordnung aufbauen – was soll denn werden mit diesen Menschen?
      Gut, Sie halten sich diese vom Leib. Dann wird es aber einsam werden.

      Eine andere Gesellschaft kann man nur mit und nicht gegen die Menschen bekommen, sonst fängt man am Ende doch nur wieder an, die Schlechten ins Kittchen zu zwingen.

      Ich kann die oder gat den Menschen nicht per se schlecht finden. Und wer eine solche Einstellung hat, der bekommt hoffentlich nie Macht übertragen.

    • Gloucester 🙂

      Ich glaub Sie interpretieren hier viel mehr Ablehnung (gegen die Jobcenter Lady) rein, als ich eigentlich habe.
      Wenn ich die Berichte in den Medien und auch hier richtig verstanden habe, hat die Dame den Herrn beim Betteln „erwischt“ und ganz offensichtlich gemeldet, sonst wäre er ja nicht sanktioniert worden.

      Also liegt doch definitiv eine Denunziation vor und sorry, die darf ich doch kritisieren. Ich hab die Dame nicht beschimpft, lediglich erwähnt, dass „ich mache nur meinen Job“ eins der größten Übel ist, die wir haben. Deswegen auch der zugegeben harte Vergleich mit den Mauerschützen und den Wärtern. Die haben NUR ihren Job gemacht. So wie der Banker, der Rentnern faule Aktien andreht, oder der Manager, der Profit über alles stellt.

      Die Dame hat Machtmissbrauch betrieben und ja irgendwas in ihrem Leben lief anscheinend richtig schief, dass sie so geworden ist. Abgrund auf 2 Beinen würd ich aber nicht sagen. Da gibt es schlimmere Menschen, die man so bezeichnen könnte. Aber sie ist Mitläufer, Untertan und nicht wirklich sympathisch…

  4. Ich frage mich manchmal wem es am meisten hilft, Arbeitsmigranten von der Peripherie ins Zentrum zu schicken, zu schleusen, zu locken oder wie auch immer man den Vorgang nennen möchte.
    Die Frage nach dem Motiv muss schon gestellt werden. Und die nach der Möglichkeit.

    Durchgesetzt wurde es als ein Elitenprojekt und der Proletarier hier zu Lande hat dem gefälligst zuzujubeln.

    Nur wem hilft das?

    Kann es sein, dass das (westeuropäische) Kapital vielleicht der größte Profiteur ist?
    Weil es mit den Armen von dort die Armen von hier noch besser ausbeuten kann?
    Weil noch schneller ein Chaos geschaffen wird, mit dem sich ein autoritärer Staat rechtfertigen lässt?

    Wenn das ein Kalkül so genannter Linker wäre, den „Kapitalismus“ von innen zu zersetzen, ihm die Maske abzureißen und sein wahres Gesicht zum Vorschein kommen zu lassen, weil nur dann die Menschen aufwachen und den richtigen Weg erkennen, ja dann wird alles gut? Ich sehe kein revolutionäres Bewusstsein und dies lässt sich sicher auch nicht herbeitaktieren.

    Es gäbe weitaus konstruktiveres als 2, 3, 4 oder mehr Millionen hierher zu holen und den Rest am langen Arm verhungern zu lassen. Mit dem Geld, das benötigt wird, um hier Flüchtlinge zu versorgen, kann man vor Ort ein Mehrfaches an Humanität den Menschen zukommen lassen.
    Für mich ist das höchstens Alibipolitik und dient dazu noch der „Gegenseite“.

  5. Von „Menschen“ wie dieser Jobcentermitarbeiterin leben totalitäre Systeme. Das war schon immer so. In der DDR, im dritten Reich (ohne jetzt die DDR mit letzteren in einen Topf zu werfen) usw…
    Verwunderlich ist, dass die Menschen unten dermassen gegeneinander kämpfen. Wi sit die Solidarität?! Ich weiß sehr wohl, dass es auch im Jobcenter Mitarbeiter gibt die versuchen sich an die (unsäglichen) Reglen zu halten, ihre Klienten dabei aber größtmöglich schützen. Diese Art Mensch, die dem Harz4-Empfänger 300€ abzieht weil er betteln geht zählt aber zum Blut der totalitären Staatsform. Ohne solche Subjekte wären Systeme die einen großteil der Menschen (die Armen und Prekären) unterdrückt nicht möglich.
    Das geht schon bei der KiTa- Mitarbeiterin los die einem Alleinerziehenden die Bescheinigung verweigert wie viel die KiTA kostet damit er von seinem Arbeitgener 50€ mehr im Monat bekommt. Es kostet sie nur eine Unterscvhrift, aber sie gönnt es dem anderen einfach nicht. Auch Arbeitskollegen zB. die im sozialen Bereich, wo die Löhne vollumfänglich prekär sind, darauf bestehen dass es dokumentiert wird, wenn MA mal eine halbe Stunde früher gehen zählen zu diesem Helfern des totalitären Systems. Wo ist der ZUsammenhalt?!
    Warum machen sich so viele Menschen zu freiwilligen Helfern der Unterdrückung und leistenm damit einen nicht unerheblichen Beitrag dass sich alles ganz schnell drastisch verschlimmert?!

    • „Warum machen sich so viele Menschen zu freiwilligen Helfern der Unterdrückung und leistenm damit einen nicht unerheblichen Beitrag dass sich alles ganz schnell drastisch verschlimmert?!“

      Weil sie davon profitieren. Weil sie Boni kriegen. Weil sie innerhalb ihrer mörderischen Gruppe Beifall und Anerkennung ernten. Oder einfacher – weil es ganz niedrige, durch und durch schlechte Menschen sind.

  6. Wir haben „Slums“ hier in Griechenland?Echt?

    Und Ihr habt eine halbe/-eine-Millionen Obdachlose in Deutschland(zum Vergleich:In Griechenland sind es 20.000)..Ich weiß was jetzt kommt..Deutschland ist doch viel größer.Stimmt.Da wir gerade bei Zahlen und Fakten sind Frau Bonath..schauen sie doch mal nach um wie viel mehr Einwohner Deutschland zählt und vergleichen sie.

    http://www.taz.de/!5375483/
    https://www.br.de/nachrichten/ueber-eine-millionen-obdachlose-in-deutschland-erwartet-100.html

    Ich bin es als Hellene langsam leid das Ihr „Linken“ in Deutschland der Mutti mithelft Ihr „uns geht es doch noch gut“-Märchen zu erzählen.Anstatt Ihr sozialen Protest organisiert und Euch mit uns im Süden auf der Strasse solidarisiert.Denn euch geht nicht viel besser als uns.Egal welche Märchen die Massenmedien überall erzählen.

    • Es sind in deutschland offiziell 800.000 Obdachlose. Das heißt tatsächlich sind es sicher über 1 mio.

  7. Hallo Susan,

    ich mal wieder ohne Komplexitätsreduktion.

    Es verwundert mich immer wieder, dass Revolutionäre und Klassenkämpferinnen sich positiv auf bürgerliche Essentials wie Menschenrechte, Rechtsstaat oder Parlamentarismus beziehen. All das – wenn auch im globalen Maßstab ungleichzeitig -, ist zumindest in Nordamerika und Mitteleuropa nunmehr 300 Jahre am Werk und hat eben die Verhältnisse hervorgebracht, die Du zu Recht beklagst. Genauer gesagt, ist es das ursprüngliche (bürgerliche) Gewaltverhältnis, dass diese Ergebnisse zeitigt, aber seit den 1990er Jahren auch bei der erklärten Linken offenbar sakrosankt ist.

    Das ursprüngliche Gewaltverhältnis, formuliert in der Erklärung der Menschenrechte, welche wiederum auf wertem Reichtum basiert, besteht in der Garantie, alles! ohne Gefahr des Frevels gegen andere nutzen, alles! gegen andere zur Ware machen, alles! gegen andere als eigenen Entwurf stellen zu dürfen. Das Antagonistische aus diesem Gewaltverhältnis ergibt sich daraus, dass diese Garantien allen gleich gelten, von allen gleich in Anspruch genommen werden. Das Antagonistische ergibt sich somit aus der Stellung der vereinzelten Subjekte, die zur Grundlage der gesellschaftlichen Ordnung gemacht wurden, nicht mehr als konkreter Mensch, empirisch Mann, empirisch Frau, mit empirischen, personalen, konkreten Vorlieben und Wünschen und Bedürfnissen und Vorstellungen, sondern als abstrakte gesellschaftliche Folie, die eben dieser empirischen Eigenschaften entbehrt und statt dessen die eine allgemeine von Arbeit und Reichtum und Konkurrenz darum aufweist.
    Diese Konkurrenz, die Konkurrenzlosigkeit anstrebt, also das Ausstechen und die Verwirklichung von Einzigartigkeit, also die Beherrschung aller anderen, kann diese Beherrschung zwar als Ziel vorgeben, aber nicht auf Dauer durchsetzen. Übrig bleibt nur verallgemeinerte subjektive Herrschaft, was Beherrschung seiner selbst und seines Metiers bedeutet – also nicht den Gesellschaftsvertrag mit der bürgerlichen Entwaffnung und dem Gewaltmonopol des Staats, sondern die Übertragung der Herrschaft auf das freie Spiel der Mächte.

    Diese Beherrschung seiner selbst funktioniert und ist praktikabel, weil darauf gebaut und vertraut werden kann, dass ohnehin alles das Gleiche tun, alle sich selbst beherrschen, alle sich Gewalt antun, worauf der politische Diskurs ruht. Gewaltsam, wie immer auch Gewalt ausgeübt wird: Sie kann theoretisch eingefordert und praktisch, militärisch oder revolutionär, angewandt werden, um ungerechte Regime zu beseitigen, also Regime, denen es eben an der Selbstbeherrschung mangelt, die gegen Natur und Vernunft verstoßen, die nicht auf der Repräsentation und Delegation von Macht beruhen. Sie kann aber auch sublimiert in ökonomischen Erpressungen und Ausschlüssen von sozialen Diskursen bestehen, von der Verurteilung von so genannten Sozialschmarotzern über postfaschistische Verweigerungen von Staatsbürgerschaft bis hin zu Mobbing, Xenophobie, Frauenhass und was da mehr. Es verlassen sich also alle auf vorausgesetzten Konsens: dass Demokratie in Ordnung ist, dass ein jedes seine Meinung zu haben hat und äußern darf, dass Politiker eine betrügerische Meute sind und Ausländer an allem schuld (Aufzählung unvollständig).
    Diese Formen von Machtausübung – neben den zivilisierten wie Parlamentarismus, Sozialpartnerschaft, Wahlkampf, demokratischem Vereinswesen, Demonstration oder zivilem Ungehorsam – ruhen alle auf den Schultern der verallgemeinerten subjektiven Herrschaft, die sich in der Überzeugung der einzelnen Subjekte niederschlägt, sie wären der Souverän ihrer Gemeinwesen und nähmen demgemäß ihre Menschenrechte und bürgerlichen Garantien auch und vor allem als Herrschafts!-instrumente wahr. Dieses Wahrnehmen der Menschenrechte als Herrschaftsinstrument wird besonders auffällig, wenn es mit dem Pathos der Systemveränderung, der Revolution vorgetragen wird. Nie wird eine Überschreitung der immanenten Schranken gefordert, außer in der pathetischen, eigenen interessierten Wahrnehmung. Die wiederum ist allerdings beschränkt eben durch jene Rechte, deren Erfüllung die gesellschaftliche Ordnung nun endgültig verbessern, deren Einklagen die bürgerliche Revolution zum Abschluss und darüber hinaus zum Ende der Geschichte bringen soll ins Reich der Freiheit – letztere hier im Sinne von Brechts „freedom and democracy“.

    Solche Wahrnehmung ist die der westeuropäisch-amerikanischen bürgerlich-revolutionären Tradition. Diese Tradition ist durch historische Unwägbarkeiten und Zufälle bestimmt, die nicht wiederholbar sind. Diese Wahrnehmung dominiert das bürgerliche Universum und wenn die historischen Abläufe auch nicht wiederholbar sind, so geben sie doch dessen Hintergrundstrahlung ab. Diese Wahrnehmung hat über lange Zeit, erzwungen und auf den Spitzen der Bajonnette vorgetragen wie auch durch Überzeugung des Beispiels, die Bildung und Eingliederung von Nationalstaaten befördert; beileibe nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch in Europa selbst durch Export von Revolution und nation-building, nicht nur durch Kolonialismus und militärische Eroberung, sondern auch durch politische Neuordnung der Welt nach den zwei Weltkriegen entlang von Klasseninteressen. Diese Ordnung der bürgerlichen Welt auf planetarischem Maßstab wurde immer wieder unterbrochen – nein, unterbrochen ist vielleicht nicht der passende Ausdruck, übertüncht wäre mehr angebracht, aber da schwingt wieder eine Absicht von Täuschung, Verschleierung, Betrug mit, die so nicht gemeint war – durch die offen vorgetragenen Ansprüche, diese Welt und ihr Regime zu überwerfen und an dessen Stelle etwas anderes zu setzen.
    Ich behaupte nun, dass alle diese Versuche bis jetzt und heute im Rahmen des bürgerlichen Horizonts verblieben sind, was auch erklären mag, dass Klassenkampf durch alle diese – subjektiven, natürlich – Anstrengungen bis jetzt nichts gezeitigt hat, was der Prophezeiung des Kommunistischen Manifests von 1848 entsprochen hätte, einem Kampf, der (durch die historischen Zeitläufe hindurch, jedes Mal) mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen, wie Marx und Engels es etwas forsch behaupteten. Aber ich will nicht verleugnen (und gern an anderer Stelle würdigen), dass in diesen Ansprüchen und Anstrengungen durchaus die Widersprüchlichkeiten der bürgerlichen Gesellschaft des Modernen Ensembles reflektiert werden, nicht immer als gedankliche Anstrengung, aber immer als Widerspiegelung der Verhältnisse, denen zu entgehen Ziel und Aufgabe ist, was aber durch subjektive Unternehmung allein nicht zu bewältigen ist: im Gegenteil die verallgemeinerte subjektive Herrschaft nur stärkt auf das alles so bleibt wie es ist.

    • liebe Petra!

      iCH HAbs ganz ehrlich, nur bis zu Menschenrechte gelesen. Wir (beinahe alle) sind jedoch Personen, weswegen Menschenrechte für uns, also die Personen auf dieser Erde genau gar nicht gelten. Solche Menschenrechte, wie sie in der Verfassung, im Grundgesetz, oder wo auch immer stehen sind nett zu lesen, jeder glaubt, dass sie ihm im Falle eines Falles etwas bringen, aber das ist eben nicht so, denn die Mehrheit der Personen(fast alle) sind eben keine Menschen(fast niemand). sobald du deine Geburtsurkunde erhältst bist du nicht mehr Mensch sondern nur noch Person. als Mensch bist du tot. (Pu

    • @ Petra
      Einer der Aspekte (warum ich Deinen Beitrag super finde) ist auch zurück zu finden im Scheitern der Sowjetunion/DDR.
      Weder hat diese Auseinandersetzung mit der bürgerlichen subjectiven (schlummernden) Grundhaltung stattgefunden, noch hat man sich selbst davon befreien können. Die BRD als ‚erfolgreichen‘ kapitalistischen Staat als Nachbar zu haben, mit gleicher Sprache, zum Teil sogar Familienbeziehungen usw. hat sicher dabei auch nicht geholfen.
      Als Essenz bleibt eigentlich die Erkenntnis den Denkansatz in Frage zu stellen, ob eine gesellschaftliche Veränderung ausreichend ist, wenn sie nicht gleichzeitig Abschied nimmt vom ‚bürgerlichen Ideal‘ – „Menschenrechte“

      Feiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind jedoch auch Ideale der bürgerlichen Revolution.
      Bei einer Verwirklichung dieser Ideale, wären solche Zustände, wie von Susan heute wieder so treffend dargestellt, gar nicht möglich.
      Die Frage wurde allerdings schon eher gestellt und was ist die Alternative? Ich denke diese Grundideale der bürgerlichen Revolution sind brandaktuell und müssen die Basis bilden für eine gesellschaftliche Veränderung.

      „…eine Überschreitung der immanenten Schranken gefordert, außer in der pathetischen, eigenen interessierten Wahrnehmung“

      Beschränkungen liegen objectiv vor (naturgesetzlich) und wir haben nunmal nur die Menschen die da sind.
      Solange die eigene Interessenwahrnehmung nicht die Interessen der Gesellschaft schädigt, ist sie existenzberechtigt.
      Ich glaube es ist, abgesehen vom Vergesellschaften der Produktionsmittel, noch über vieles zu reden und nachzudenken, was es bedarf, damit die bestehenden Menschen sich zum Versuch eines neuen Gesellschaftsmodels bekennen und es annehmen.
      Dies sprengt allerdings (vom Umfang her) den Rahmen dessen was wir hier im Forum diskutieren können, fürchte ich.
      Ihnen alles Gute

    • Schual
      „sobald du deine Geburtsurkunde erhältst bist du nicht mehr Mensch sondern nur noch Person. als Mensch bist du tot.“

      Kein staatlich verordnetes stück Papier vermag das bewirken. Zudem gibt es keinen Unterschied zwischen Person und Mensch. Person bietet zwar mehr Bedeutungen, aber meint eben auch Mensch.

      „1 a Mensch als Individuum, in seiner spezifischen Eigenart als Träger eines einheitlichen, bewussten Ichs
      eine [un]bekannte Person“

      Nennen wir sie die Einprozenter, die außerhalb der Gesetze stehen. Es sind diese 1% der Menschen die gar nicht erst in die Spähre der Menschenrechte geraten, es betrifft sie schlicht nicht. Wer Wasserscheu ist, also weder schwimmen noch tauchen geht, der hat auch keine Taucherausrüstung – es betrifft ihn nicht.

      Für die 1%er ist es auch mit Gesetzen so. Sie betreffen sie nicht. Ob sie mit 100 km durch eine Fußgängerzone rasen, oder 100.000 Menschen ermorden, es ist egal, es bertifft sie nicht, da Gesetze für sie nicht existent sind.
      Gesetze sind ja nicht zum Schutz der Völker da, sie sollen die 1% schützen und den Rest restriktivieren, kriminalisieren und versklaven. Das es auf dem Papier so erscheinen mag als gäbe es Gesetze die Völker schützen, ist nichts weiter als eine gewaltige Täuschung zwecks Beruhigung.

      Denn wenn es eine Gruppe Menschen gibt, die nicht zur Einhaltung dieser Gesetze gezwungen sind, dann gelten sie automatisch (logischerweise) als Schutzgesetze für keinen anderen Menschen auf der Welt.

    • Liebe Petra,
      ja logischerweise scheren sich jene, die kraft ihres Besitzes oder ihrer Stellung im System am großen Trog speisen, einen feuchten Kehrricht das, was ihr eigenes politisches Personal irgendwann mal aufgeschrieben hat. Aber wir können auch Menschenrechte für uns selbst denken. Allein das Wissen darum, dass wir alle eine Spezies und miteinander verwandt sind, dass wir Gefühle und die Fähigkeit zum logischen Denken miteinander teilen und dass alles Geschehen überall auf dieser Kugel alles Geschehen überall bis weit in die Zukunft hinein beeinflusst, also dass z.B. der Schmerz von überlebenden Kriegs- oder Hungeropfern nicht spurlos am Rest der Spezies vorübergehen wird, könnte dazu beitragen.

      Recht hast du natürlich damit, dass das bürgerliche, also innerhalb dieser Verhältnisse über Jahrhunderte indoktrinierte Bewusstsein die allermeisten in enge Denkschranken presst. Und das ist gerade das Problem. Es wurden durchaus mal so was wie „Menschenrechte“ festgeschrieben, und sei es aus dem Anlass, die Unterdrückten ruhig zu halten, ihnen zu suggerieren: Es gibt doch Menschenrechte, also sei still. Die meisten verstehen ja noch nicht mal, dass es eigentlich völlig wurscht ist, was die sich selbst irgendwo aufschreiben. Denen, die sich nicht daran halten, kann schließlich in ihrem eigenen System nichts passieren. Ich habe mich auch nicht darüber aufgeregt, ich erwarte auch nicht, dass sich irgendein Staat daran hält, sondern einfach festgestellt, dass es so ist 😉

    • Zu „Menschenrechten“:

      Es muss auch jemanden geben, der sie einfordert UND – genauso wichtig – es muss auch eine Macht geben, die sie bedingungslos anerkennt und umsetzt und deren Umsetzung auch überwacht.
      Das muss zwingend die gleiche Macht sein, bei der sie eingefordert werden.
      Auch das Einfordern muss ohne Bedingung und Nachteile für den Einfordernden möglich sein.

    • „…es muss auch eine Macht geben, die sie bedingungslos anerkennt und umsetzt und deren Umsetzung auch überwacht.“

      Das kann nur das Volk, das gesamte Volk – alle Völker. Es ist ganz einfach. Macht in Händen eines Menschen oder einen kleinen Gruppe, führt IMMER zu Machtmißbrach, Korruption und Korrumption.

      Logischerweise gibt es nur zwei Möglichkeiten das zu verhindern. Entweder niemand hat irgend eine Macht, oder die Macht muß auf alle Menschen gleichmäßig verteilt werden. Die erste Variante kann wohl ausgeschlossen werden…

    • @susan Das mit dem „wir können auch Menschenrechte für uns selbst denken“ halte ich für einen Fehler: Menschenrechte, Völkerrecht, Demokratie… , dass was sie tatsächlich sind, welche tatsächlichen Zwecke damit einhergehen wird dabei ignoriert. Heraus kommt dann ständig ein Vergleich von dem was ist mit dem was man sich dazu einbildet, dass sein sollte und endet schließlich in einem bloßen moralischen Urteil: die Welt ist halt schlecht, die oben machen eh was sie wollen,…etc. . Die Kritik der zugrundeliegenden herrschenden Zwecke bleibt dabei auf der Strecke, aber allein diese Kritik wäre es, die die ein zielführendes Handeln ermöglichen könnte.
      Ich halte es für albern, die Herrschaft, die die Definitionshoheit über alles und jedes hat an den von Ihnen formulierten „Grundsätzen“ blamieren zu wollen, denn das bedeutet wieder nur Kritik vom Standpunkt eines höheren Zweckes aus zu formulieren, eines höheren Zweckes dessen Interpretation durch die Herrschaft vorgegeben ist.
      Wende ich mich gegen einen Krieg, weil er Völkerrechtswiedrig ist oder weil ich grundsätzlich gegen das bin, was Krieg bedeutet? Im ersteren Fall würden meine Bedenken gegen einen Krieg ausgeräumt, wenn dieser nicht mehr Völkerrechtswiedrig ist?
      Im übrigen gibt es denn ein Menschrecht, dass sagt jeder hat das Recht auf ein angenehmes und von materiellen Sorgen freies Leben? Mit der unantastbaren Würde des Menschenrechtes, dieser absolut leeren total Abstraktion, kann ich nichts anfangen: Macht nichts wenn ich hungere, hauptsache ich hab meine Würde? Macht nichts, wenn einer im Krieg umkommt, solange dies in Würde und nicht mit geächteten Waffen geschieht?

    • Weil Weihnachten vor der Tür ist:

      Andre Vltchek, Counterpunch, Dec. 19, 2014

      Christian Dogma Should be Questioned

      This year as in every other year, Christianity and fundamentalist capitalism, two great allies, are joining their forces to extract billions of dollars, all over the world, mainly from the poor.

      As money flies towards the coffers of the church and into corporate accounts, over-sugary, kitschy Christmas carols and gospels are soaring out from the audio systems of department stores and malls all over the Empire and in almost all of its colonies (Saudi Arabia being an exception).

      ‘White Christmas’ is re-enacted and faked in the steaming-hot tropical ‘client states’, into where Christianity with all its nomenclature was forcefully injected decades and centuries ago.

      Christmas trees, colorful balls and stars camouflage the sharp teeth, swords, torture instruments and propaganda tools. This faith was built on all conquered continents, on fear, never on love! Righteousness, aggressiveness and intimidation have been some of the trademarks of Christianity, for centuries. The faith which murdered hundreds of millions of people worldwide, reducing hundreds of great civilizations to ashes, is, until now, unapologetic and self-assured.

      It is no wonder, as the greatest pillars of the modern-day oppression support it: the Empire itself as well as its unchallengeable fundamentalist capitalist doctrines.

      ***

      Dr. Carl Gustav Jung, a giant in psychology and psychotherapy, declared in 1942:

      “The Christian Church should put ashes on her head and rend her garments on account of the guilt of her children. The shadow of their guilt has fallen on her as much as upon Europe, the mother of monsters.”

      But was Jung only referring to the horrors of WWII? Definitely not! He viewed Christian dogma and especially its practices, as racist, intolerant, dictatorial and imperialist, and his conclusion and suggestion for treatment was clear:

      “We are therefore forced to go back to pre-Christian and non-Christian conceptions and to conclude that Western man does not possess the monopoly of human wisdom and that the white race is not a species of ‘Homo sapiens’ specially favored by God…”

      ***

      But is the world really moving to embrace what Jung used to call pre-Christian and non-Christian conceptions?

      The Empire itself is constructed on Christian dogmas, symbolism and practices. All of its leaders are Christians, almost all – Protestant. Every time they drag the world into war, their mouths are full of religious rhetoric and ‘mysticism’. We are not supposed to question the logic of bombing some poor countries, into the ground. We are not supposed to question the morality of the societies that are abandoning the fate of people to private and voluntary charities, instead of giving rights to all citizens. We are supposed to ‘believe’, to ‘trust’! And if we can’t believe in such idiocy, then at least we are forced to be scared.

      The dogmas of Christianity, of Western imperialism, capitalism, together with their brainwashing propaganda and ‘education’, have created one powerful entity. It fully controls the planet, allows no intellectual dissent, and destroys everything that dares to stand on its way.

      By now, our minds are fully ‘colonized’, our morality twisted, our logic corrupted.

      Only those who are by some ‘miracle’ spared formal education (read: propaganda) can see clearly.

      Christian crusades and colonialist expeditions did not end with the military terror, with rapes, plunder and physical enslavement of the planet. They have been continuing with spreading the most complete and complex net of indoctrination, aiming at ending intellectual diversity.

      Those of us, who fell, at least for some time, into this machine of brainwashing, see the world with the same eyes, even if we are critical of it. And even those of us who call themselves agnostics or atheists, have subconsciously been conditioned, at least partially, to see life through irrational and self-serving Christian lenses.

      That is why we do nothing or very little, when millions of ‘Others’ are slaughtered by our rulers, when children are dying from depleted uranium left behind by our bombs, when the entire planet is ‘sinking’ as a result of our unbridled consumerism. That is why we just stare, like buffalos, when the group of twisted capitalist moguls is forcing entire nations to serve them like slaves, sacrificing lives for their wellbeing.

      Christian logic, its dark dogma, millennia old, implemented and upheld, is the best guarantee that the world will never change, never improve, and never become egalitarian, a great place for all!

      ***

      The terror spread to all corners of the planet by Christianity, has been unprecedented, and it has to be remembered especially now, when the most celebrated Christian holiday is painting homes and shopping centers in that innocent and hypocritical white color, while hiding deep down the color red, that of spilt blood, as well as the color black, that of burned and ruined cities and nations.

      After enslaving men, women and children, after taking away from them anything of any value, Christianity began ‘converting’, forcing people to accept all its gory symbolism, that of blood and puss, that of guilt and fear, and of a man nailed to the cross, as the very essence of their existence.

      What a pathetic, sad and immoral world it become… But to refuse would have meant death!

      Many have died. In Africa, South and Central America, in Caribbean, North America, Middle East, Sub-Continent, in Asia and Oceania. We will never know the exact numbers, but roughly, the victims of Christian terror can be counted in hundreds of millions.

      ***

      I want to discuss the role of Christianity in today’s world.

      I want to know some practical things: about corruption, the embezzlement of billions by priests, I want to know about the Vatican Bank.

      I want to have statistics that have been compiled about those rapes of children by preachers, and priests.

      But above all, I want to see links between the most terrible chapters of modern history, and Christianity.

      I am extremely interested in the Pentecostal Protestant sects in Africa, Oceania, Indonesia and elsewhere.

      I was recently told and explained to, about that grand design of Pentecostal churches, backed by the Empire, which is trying to destabilize many countries that are seen as adversaries of the West, from Eritrea to China.

      In several old pro-Western fascist regimes, like those of Indonesia, Pentecostal religions thrive, are groomed and then exported to China and elsewhere, with a single goal – to destabilize and to brainwash the nations.

      I want to know about those Pentecostal and other Protestant fundamentalist churches, all over Polynesia, Melanesia and Micronesia. I lived in Samoa and I know all about the extortion, corruption and ignorance, which they are spreading there. I know about child molestation and abuse committed by preachers and priests, with total impunity.

      The poorer and more uneducated people are, the more they flock into the new Protestant Pentecostal churches, where the “Prosperity Gospel” is quickly becoming the most preached one, in the cities like Kampala in Uganda, or Surabaya in Indonesia.

      It is not just some religious fundamentalism, but it is also the market fundamentalism and the right-wing individualism: all walking hand in hand with those new pop, anti-humanist religious implants.

      The new toxic, fluorescent wave of Christianity mostly comes from the United States, but also from Australia: prefabricated, shiny, ready to go directly into action, brainwashing people, and keeping societies stagnant.

      In such churches, what is white and Western is fully and unquestionably admired. And there are even some Western preachers who are ‘imported’.

      Listening to their preaching, one really wonders whether they are working for God or for the intelligence agencies, or for both.

      But that is no surprise. Christianity has always collaborated with oppressive right-wing powers: kings, aristocracy, banks, business interests, Nazis, slave owners, fascist dictators…

      Family members and members of congregations are tied-up; they are psychologically conditioned to obey. They do not dare to leave, to rebel. They all become the same: they think the same way, they live the same way, and they desire the same things. Fly-by-wire lives are mass-produced. People are scared to dare, to dream, to ‘fly’, to fight, and to rebel! This ensures fully obedient, servile, uncreative societies: exactly what capitalism and the Empire want!

      Everything is made primitive and commercialized: now, there are pop bands singing about Jesus in Manila and elsewhere, and there are entire melodrama-monologues delivered by preachers and their helpers, asking Jesus and God to solve all the financial and other problems of their congregations. It is the same idiocy as Televangelism in the West.

      “God hates poor people and that is why they are poor. God loves those who are rich, and that is why they are rich”, I recently heard at a mammoth service in a church that operates inside a mall, in one of the Southeast Asian countries.

      But this is happening everywhere, in every miserable place on Earth. Malls and Christianity are merging, forming great strategic alliance!

      No matter where I have worked, on all the continents, there are those young determined men with a black name tag, ‘spreading the gospel’ among the natives.

      I want to know who exactly they are and who is, exactly, behind them!

      Michael Kafero, a Ugandan thinker and activist, explains:

      “Uganda traditionally had an alternative Christian tradition to the mainstream Church, the “Born Again Movement” or known locally as the “Balokole”. These were historically a fundamentalist sects that stuck closely to Biblical teachings, interpreting them literally… In recent times they have been sidelined by the ‘new wave’ invasion of the American Pentecostals… Prosperity Gospel is now the most preached, and it has packed the churches to the rafters. In this sea of poverty, desperation has taken root, as opportunities are non-existent. Such hypocrisy sits nicely with the parked Humvees owned by pastors, paid for through donations called ‘tithes’, collected from the downtrodden, who believe that they are planting seeds for their own future prosperity.”

      Uganda is of course bleeding from its civil war, and so is the neighboring DR Congo, where around 8 million lives have already been lost, since 1995, because of the brutal plunder of its natural resources by Rwanda and Uganda, on behalf of the West.

      The most heartless militia commanders in DR Congo are, of course, religious Christian leaders; some claiming that they are related to God, others ‘serving God faithfully’.

      In the meantime, the Church is sucking dry all poor neighborhoods in West Africa and East Africa, as well as in the southern part of Africa, in the process, keeping people as ignorant as possible, pillaging their meager resources, and blocking birth-control wherever it can.

      In Latin America it was the same. The Church sided with all the monstrous regimes, from Chile (through ‘Opus Dei’) to Argentina, the Dominican Republic, Brazil, Paraguay and elsewhere. The Bishops supported the countless coups orchestrated by the United States. Yes, there were exceptions: the Jesuits, Bishop Romero, the Bishop of Linares, my buddy Padre Pepe in El Salvador, and others, but they were nothing else other than exceptions proving the rule.

      It took great change in Latin American societies; it took true revolution, to put the priests where they belong, after addressing the past and the present.

      To be a preacher is the guarantee of prosperity. Even the preachers in those ‘poor’ parishes live and enjoy life in ‘gated communities’; they possess several cars and send their children to private (religious, of course) schools.

      In many countries, even retired preachers are driven in chauffeured cars, something that is enjoyed, in places such as Europe, only by royalty and pop-stars. While the majority of people are resigned to the most appalling medical treatment in decrepit hospitals, the preachers are using the services of the best private medical facilities.

      In Samoa where I lived for several years, I encountered priests and preachers who had entire armies of domestics: from drivers and cooks, to servants and gardeners.

      Once, in Oceania, I caught my assistant stealing. She stole money, consistently, in all currencies. I confronted her. She fell on her knees, crying. “Punish me!” she screamed. By that she meant a beating, or perhaps something worse.

      Horrified, I asked her to get back on her feet. After making her a cup of tea, I demanded only one thing: to know why she was stealing from me.

      Through tears she explained:

      “I am poor, and a single mother, but we are managing to survive… But every week, when I go to my church, the preacher demands money in an open envelope. And when he sees how little I can give, he threatens me, humiliating me in front of everybody.”

      I know many stories like this. I know people who were molested and raped by their priests and preachers when they were children. I know people who were driven close to suicide by their parish. These stories come from all continents; they are uniform.

      I want all of this to be discussed, openly!

      I also want to discuss the political affiliations of the churches. Why most of them are right wing, and why so many of them are outrightly fascist?

      ***

      Christianity supported the West during the Cold War.

      I want to know more; also about that anti-Communist agent – Wojtyla. ‘The Village Voice’ in New York wrote in 2005:

      “The public eulogies for Pope John Paul II may have ended, but another one lurks in the files of the Central Intelligence Agency. There, the Pope’s fight against Communism is depicted not as a crusade of uncompromising moral force, but as a careful, calculated political campaign.”

      We know that Christianity supported Fascists in Italy and Nazis in Germany, and Franco in Spain, it supported Pinochet in Chile, Videla in Argentina, Marcos in Philippines, Suharto in Indonesia, almost all Western implants and despots in Africa, to name just a few.

      More, let us learn more! What have they done in Latin America, exactly? I investigated that Nazi territory in Chile – Colonia Dignidad – where they were torturing left-wing opposition, raping women with dogs and performing medical experiments on people. I fought against that imported hellish hoard, in the country that I love! I can testify about the involvement of the Church there, but what about elsewhere?

      What about Cuba – was the Church trying to overthrow the government, there? Of course it was!

      Christianity is heavily involved in China, Eritrea, Venezuela, and Indonesia – always on the side of Western imperialism. It supports every imaginable and unimaginable fascist and pro-western regime in Africa.

      Those who say that ‘all religions’ are equally destructive are simply refusing to register the numbers.

      During the last decades and centuries, Christianity is not acting independently in the places like Europe or North America. It forms inseparable part of the regime, of the Empire. Or more precisely, the Empire is fully constructed on Christian doctrines.

      ***

      ‘White Christmas’ is coming! This is announced in front of department stores and malls, not only in New York and Paris, but also in Manila, Lima, Suva, Johannesburg, and Nairobi, even in Beirut.

      It is not really white at all, even where there is some snow around. It smells of gasoline, it is marked by global warming and by unbridled, energy-intensive consumerism.

      I am actually writing this essay in Lebanon, where bullet holes in one of the buildings are clearly visible behind the figures erected to commemorate the birth of Jesus. The building and the figures are near the biggest and the most luxurious mall in Beirut – ABC.

      Syrian refugees are overwhelming this tiny country – Lebanon. Officially 1.3 million are here, but a more realistic count would indicate well over 2 million desperate immigrants. Syrian children are now begging all over the capital. The U.N. is warning that it is running out of cash. I have just returned from Bekaa Valley. Cold winter is approaching. Many people may freeze to death, or die from hunger.

      Syria was destroyed by the modern-day crusades propelled by the neo-con clique, which consists mainly of the conservative Protestant fundamentalists.

      It is seldom put like this, but it is correct. As happened in the era of the crusades, a predominantly white and overwhelmingly Christian bunch of rulers has gathered around the fundamentalist belief that their faith, the color of their skin and their ‘culture’, puts them well above the rest of humanity. And that the entire humanity and the riches above and below Earth, have to be controlled by them and only by them, so help them God!

      This belief has propelled many outrageous extermination campaigns against entire nations and cultures, during all the stages of European colonialism, and to this day. The consistency and intensity of the onslaughts has been uniquely Western and Christian. Non-Christian countries like China travelled to the same places as the Westerners did, including Africa, in the same period of time or even earlier than Europeans. They came with much more potent weapons, but with no appetite to colonize and to plunder.

      ***

      One of the main characteristics of Christianity has been its obsession with the total control over human lives, and over entire nations. Children have been literally enslaved by their Christian parents; and the entire continents, from Latin America to Asia, were not treated in any better way.

      Disobedience had to be broken, rebelliousness oppressed.

      Slavery in all imaginable forms was imposed.

      It is little wonder, because both Old Testament and New Testament treats slavery as a given.

      Turning conquered people into slaves was and to a great extent, still is common practice of the Christian empires.

      According to the African Holocaust Society:

      “Slavery in various forms has been a part of the social environment for much of Christianity’s history, spanning well over eighteen centuries. In the early years of Christianity, slavery was a normal feature of the economy and society in the Roman Empire, and this persisted in different forms and with regional differences well into the Middle Ages.”

      ***

      No ideology, no religion, no calamity, killed more people on our planet than Christianity.

      Year after year, wherever I happen to be and work on this planet, I’m waiting for these topics of utmost importance to be discussed. I am waiting in vain. With the exception of Latin America where many great thinkers like Eduardo Galeano or Abel Posse are relentlessly reminding the people about their past – about the horrendous crimes committed in the name of and under the shadow of the Cross – Christianity with the inexorable support of the Empire’s propaganda is still managing to choke the memory of the world. It is also managing to break the ability of people to clearly analyze the horrendous past that is now effortlessly overflowing into the present, and poisoning our planet.

      The past is intertwined with the present.

      The crusades of the past, and the burning cities of Libya, Iraq and Syria now… The conquest of the entire (what is now called) Latin America, and the modern-day implementation of the ‘Monroe Doctrine’ (isn’t that true Christian dogma?)… The Christian enslavement of Africa, the justification of slave trade and murder of millions of ‘savages’ neatly justified by Christian bigots, and the present day murder of the millions in DR Congo, Somalia, Mali and elsewhere…

      Everything is connected, and I want to talk about it!

      There was enough of the silence. Really enough…

      We often say, correctly, in South Africa and in South America, that unless the past is addressed and fully understood, there can be no hope for a decent future.

      Therefore, during these days when Christianity is flexing its muscle, when it is singing its gospels loudly, using thousands of choirs consisting of brainwashed individuals – military marches disguised as ‘peace and happiness’ hymns – let us demand that the whole truth and dirt hiding behind the cross gets exposed!

      There can be no peace on earth until Christianity loses its grip on political and economic power. It can have no moral mandate, after all those crimes it has committed!

      For endless centuries, Christianity was always allied with oppressive forces, be they big business, slavery, feudalism or capitalism. It has been marching hand in hand with despotic concepts like Western imperialism, racism and sexism, with royalism and colonialism. And it was not just a passive marcher: again and again it was pushing oppressors in the back, directly helping to construct the most horrendous models on earth.

      Christianity blessed the ships sailing to distant shores, in order to colonize, plunder and destroy far away lands. It built its churches and cathedrals from the ruins of ancient temples in South America, forcibly converting broken and humiliated people. Much more than that – it actually invested in these expeditions of loot, it participated in them!

      Offer another cheek? Metaphorically speaking: if someone were to as little as slap Christianity’s refined cheek, he or she, or the entire village, would soon be showered with spears or bullets or missiles!

      Let us talk about all this!

      People burned alive, people tortured and raped by the priests in dungeons. They have been totally against sex, but they did not mind raping and torturing women! There are entire museums of Christian torture, of Inquisition; the most graphic one located in Lima, Peru, which was one of the headquarters of Christian barbarity.

      It should all be discussed, and not just in this essay, which is too short for listing even the most essential crimes committed by Christianity. We need hundreds of thousands of pages of books and hundreds of films to just touch on the very basics.

      We need it, because this era of Christian dictate never really ended.

      And let us never again accept that nonsense repeated by apologists: that the Christian religion is essentially good, but people, the followers, are bad! That is as insulting as if the Nazis declared that their movement was just fine, but very mean members managed to kidnap it.

      Christianity, the concept, is brutal and wrong. People are just its victims!

      Let us all read the Bible again, that horror of horrors of cruelty – the Old Testament. And then let’s also read the New Testament, both books that accept slavery, and call for violence and the spreading of dogma.

      Let us read very, very carefully. It is all there, black on white.

      It is clear, it is obvious, that extremely destructive things are encoded in the dogmas of Christianity. Not ‘in its people’, but in the very dogma, in the essence of the religion, which has made people behave like animals and worse, for centuries, for millennia. The Bible and the dogma actually inspired, allowed all those outrageous crimes, massacres, and genocides to take place.

      We have to find, urgently, before it is too late, what exactly that toxic, violent stuff is.

      On all continents, Christianity spread agony and corruption, theft and misery. It sided everywhere with the rulers, against the people. And it was the last one to support defunct regimes. All in the name of its perverse, false ‘morality’, all in the name of God, who it knows as little about as all the rest of us!

      Morality… Rapes and indoctrination, fear… Always fear!

      Let us talk, openly, because the crimes of Christianity were committed everywhere, because they still are committed everywhere. Because the Empire is Christian, and because the rulers are! We have to define what Christianity really is and what it has done, because there is no way forward for this humanity, unless this dogma is prevented from controlling the world!

      Let us throw away clichés erected by the Empire and its religion. Let us talk loudly, because Christians are in stupor: most of them have no clue that they belong to the most violent group on earth. I spoke to Christian men and women, in Europe and Asia, in the Middle East, Oceania and Africa, and in North and South America. Most of them, especially those who were educated in their lobotomizing private religious schools, have never heard about the onslaughts by their faith. They live in total darkness, in absolute torpor.

      Let us open this difficult discussion, now, when Western neo-colonialism, a shadow and delayed twin of the Christian crusades, is trying to bulldoze out of its way, everything that may prevent it from taking final control over the world.

      How is Christianity, which directly participated in colonialism, crusades, and extermination of entire nations, in Nazism… how is it still, now, shaping those brains of the neo-cons, of mass murderers who are leveling entire nations into the ground, at this very moment, as these words are being written.

      Once again, I don’t want to talk about ‘bad Christians’ who ‘give Christianity bad name’. I want to talk about the dogma itself, about the essence of the belief, one which has created so many monsters, and so much suffering all over the world.

      After hundreds of millions of deaths, I believe that such a demand is justifiable. Were Christianity to be a political party or a movement, it would be condemned, banned and declared to be the most brutal creation of humanity.

      But it is hiding behind some abstract figure of God, of divinity, which it arrogantly claims it represents! It made itself ‘untouchable’. It is not. It should never be!

      Are some believers going to be offended? But of course! Their faith can murder the world, but others, even the victims, have to be ‘sensitive’! But should some ‘sensitivities’ of those who believe in fairytales, and are willing to sacrifice hundreds of millions of human lives on the altar of irrational invents, be put above survival of humanity? By no means! Those who believe in the Christian doctrine, or in market fundamentalism, imperialism, slavery or racial superiority, should be questioned, challenged and confronted.

      It is all very urgent, especially now when the Empire and its lackeys are once again threatening survival of our planet.

      Let us talk, when there is still some time left, let us analyze, and let us contain the dogma, which has been poisoning this planet, by murdering, frightening and ruining human lives for endless centuries!

  8. Die Annahme der korrekten Dortmunder Hartz-Sanktioniererin scheint etwas vorschnell zu sein. Wie ich den Obdachlosen kenne, hat er die Almosensammlung als eine Art Ehrenamt ausgeführt, um mit den „Erlös“ armen Menschen in Not zu helfen. Natürlich sind die Almosen nicht für ihn persönlich gewesen, denn er hat ja keine Not.
    Sollte diese Prüfung von der korrekten Hartz-Dame nicht so erfolgt sein, scheint es sich bei ihrer Annahme um ein Vorurteil zu handeln.

    Wir alle sind doch Ehrenämtler und arbeiten für lau.
    Und für Ehrenämter braucht man kein Gewerbeschein.

    • … aber eine Sammelerlaubnis. Deswegen sind die Sammelbüchsen verplombt. Der staatlichen Ordnung entgeht kein in ihr Korporierter. Unser Welt ist nicht nur abstrakt-universell, sondern auch hermetisch.

      Man kann sie wirklich nur abschaffen, aber nicht verändern.

    • „Man kann sie wirklich nur abschaffen, aber nicht verändern.“

      Weiß nicht ob ich das richtig verstehe. Was meinst Du mit abschaffen?

      Veränderung ist stetig und beständiger wie nichts sonst auf der Welt. Sie geschieht immer und fließend in unmessbar kleinem Zeitraum, wie in unvorstellbar großem Zeitraum. Mit allem physischen, mit und in allen Lebewesen.

    • King O 🙂
      Sie meint Abschaffen, weg, vorbei, passé, fin.
      Ich weiss es klingt für einige abscheulich nach Revolution, Gewalt usw.
      Aber Reformen werden nicht helfen, dieses Stadium ist auch vorbei. Wer soll die Reformen wem gegenüber durchsetzten, wenn die Macht und Kapitalkonzentration solche perversen Auswüchse bereits erreicht hat?
      Diesem rottenden kapitalistischen Corpus, der sich nur noch am Planeten (Resourcen) und durch die gnadenlose Transfusion von menschlicher Arbeit zu seinen vitalen Bereichen am Leben hält, gönne ich ein schnelles Verschwinden von dieser Erde.
      Die anderen Veränderungen können dann in Ruhe weiter gehen, das versichere ich Dir 🙂

    • „Sie meint Abschaffen, weg, vorbei, passé, fin.“

      Das hätte ich zwar gerne von Petra selbst vernommen, aber wenn da nichts (weiter) kommt, gehe ich jetzt mal davon aus das Deine Interpretation die Ihrige ist. Also abschaffen im Sinne von; der muß weg – ganz weg.

      Aber nichts anderes bewirkt Veränderung auch. Nur etwas subtiler, aber nicht zwingend langwieriger.

  9. „Es geht hier nur um eins: Arme gefügig machen.“

    Darum ging es nie. Wie Tony schon sagt sind die eh alle gefügig. Es geht darum sie ind die Obdachlosigkeit zu treiben, um so einen schnelleren Tod zu erreichen – am liebsten sogar durch ganz schnelle Selbsttötung.

    Man kann es drehen und wenden wie man will. Es handelt sich eindeutig um Mordauftraggeber und um Ausführende.
    Das der Tod in den meisten Fällen nicht ad hoc eintritt, ist das Deckmäntelchen.

    Und da es sich um eine (bestimmte) Gruppe handelt, ist es nach internationalem Recht Genozid, Völkermord.

  10. Der gute Mann war doch gefügig. Er hat lediglich versucht, seine Situation durch Eigeninitiative zu verbessern. Vor allem: Er hat doch niemandem geschadet!
    Macht wird natürlich demonstriert. Das ist zu erwarten.
    Das Problem scheint mir der Rechtsstaat. Und ein Phänomen, das man schon immer den Deutschen nachsagt: in jedem steckt irgendwo verborgen ein Oberlehrer und/oder ein Polizist. In Zeiten wie diesen, kommen beide hervor.
    Meine Erfahrung in einem Land mit autoritärer Elite ohne Sozial- und Rechtsstaat ist, daß die korrupte urbane Elite ihre Ernährer solange ungestört auf ihre Weise illegal und korrupt in ihren Lebensbereichen leben lässt, wie ihre Ordnung und Harmonie nicht gestört wird. Erst dann gibt es Sanktionen, diese jedoch dann einiges drastischer. Ansonsten: Leben und leben lassen; oder auch sterben lassen, wenn ein „Geschäft“ eines Mächtigeren gestört wird.
    Wenn internationale Organisationen die Korruption dort bekämpfen wollen, dann geht es ihnen um ihre Geschäfte mit den dortigen Eliten, die das natürlich mitmachen, bis zu dem Punkt, wo ihr Land dann zu ihrem Nachteil umgestaltet werden soll.
    Wie gesagt, der Mann war doch gefügig. Wozu die Machtdemonstration? Gefügigkeit überall. Vorauseilend gar.
    Wenn es darum geht, den Rechtsstaat durchzusetzen, dann ist es an dieser Stelle Dummheit, denn so wird endlich Unruhe erzeugt, gewollt oder ungewollt. An anderer Stelle (Steueroasen etc.) wäre Machtdemonstration keine so dumme Sache, weil eher Frieden stiftend.
    Mich stimmt bedenklich, dass diese Geschichte wohl eine gewisse berechtigte Empörung erzeugt in Richtung Staat. Aber wo bleibt die Empörung, die sich gegen die Mitarbeiterin richtet. Niemand hat sie gezwungen, diesen Mann zu „verpetzen“. Ob es ihre Dienstanweisung war, also vom Chef beauftragt, das ist wohl nicht bekannt. Gibt es solche Dienstanweisungen, also H4-Empfänger aufzutreiben, die ihre Situation mit Betteln verbessern, dann sind sie eine Schande für einen Sozial- und Rechtsstaat. So weit herab lässt man sich andernorts nicht, wo unsere Regierung gerne die Abwesenheit von Rechtsstaatlichkeit anmahnt und sanktioniert.

    • PS:

      Statt asozial eher antisozial: antisoziale Persönlichkeitsstörung (APS).

      „Kriminalität ist allerdings nicht notwendig für die Diagnose von APS, denn es gibt auch viele angepasste APSler, die beruflich erfolgreich sind. In der Berufswelt kann die APS zum Vorteil werden: Ergebnisse einer Studie weisen darauf hin, dass Führungspersonen von Unternehmen häufiger von dieser Störung betroffen sein könnten.“
      „Ihre gefühlsmäßigen Beziehungen zu Personen sind so schwach, dass sie sich nicht in Personen hineinversetzen können und keine Schuldgefühle oder Verantwortungsbewusstsein kennen. Dadurch fällt es ihnen schwer, Personen abzugrenzen und auf sie Rücksicht zu nehmen. Ihr eigenes Gefühlsrepertoire (besonders das für negative Gefühle) kann beschränkt sein, weswegen sie Gesten von anderen Personen imitieren. Gefühle anderer hingegen nehmen sie gut wahr und können sie manipulierend ausnutzen, während sie selber außergewöhnlich charmant sind. Sie können aber auch eine spielerische Leichtigkeit ausstrahlen und bei guter intellektueller Begabung unter Umständen recht geistreich, witzig und unterhaltsam sein.“

      Quelle: Wikipedia, Dissoziale Persönlichkeitsstörung oder antisoziale Persönlichkeitsstörung.

  11. Ich lese die Tagesdosis, und mich beschleicht die stille Angst, dass ich demnächst mit einem
    Hartz 4 Empfänger um die besten Bettelplätze streite.
    Muß mir schnell noch eine warme Unterhose in der Kleiderkammer besorgen.
    Deutschland, Deutschland über alles.

  12. „Sicher, rechtlich gesehen hat das Jobcenter der Ruhrmetropole recht.“
    So sicher ist dies gar nicht. In einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9.2.2010 wurde festgestellt, dass die Regelleistungen in H4 dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums nicht genügen
    ( —-> https://www.youtube.com/watch?v=tK_9tcLYdVA ). D.h., seit 2010 wird regelmäßig durch die H4-Gesetzgebung gegen gültiges Grundrecht verstoßen. Aber wie das so ist bei Urteilen des Bundesverfassungsgerichts, diese Urteile sind nicht sanktionsbewehrt und deshalb wird nicht nur in diesen Fällen munter dagegen verstoßen ohne irgendwelche Sanktionen befürchten zu müssen. Allerdings wird im Fall des Dortmunder Bettlers sehr deutlich wie repressiv und stark der Staat gegen die Schwachen und Schwächsten der Gesellschaft reagieren kann und wie sanftmütig und zahm er sich zum finanzstarken Teil der Gesellschaft verhält. Menschenrechte und Grundrechte waren im Kapitalismus schon immer hohle Floskeln.

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