Tagesdosis 27.3.2020 – Corona Patentlösung

Alte zum qualvollen Sterben nach Hause schicken.

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Eigentlich wollte ich in meinem heutigen Beitrag darauf eingehen, mit welchen menschenverachtenden Mitteln die Kriegstreiber in Washington die Corona-Krise dazu benutzen, um die Regierung in Teheran und die iranische Bevölkerung doch noch in die Knie zu zwingen. Doch bevor ich alle Materialien geordnet hatte, wurde ich auf einen aktuellen, im Internet kursierenden Artikel über die Corona-Krise aufmerksam, der mir ob seiner verbrecherischen Empfehlungen wortwörtlich die Haare zu Berg stehen ließ und den ich nicht unkommentiert lassen kann. Daher folgt hier nur eine Kurzübersicht zu meinem geplanten Iran-Thema, bevor ich mich dem Senicid, bzw. dem barbarischen Aufruf eines politisch links blinkenden Journalisten widme, der alte, an Corona schwer erkrankte Menschen unbehandelt zum Sterben nach Hause schicken will.

Zuerst einig Worte zum Iran und der unmenschlichen Politik des Regimes in Washington. Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte Freitag vor einer Woche (19.03.20) in einem Appell das amerikanische Volk gebeten, die Regierung in Washington dazu zu bewegen, angesichts der explosionsartig sich ausbreitenden, schweren Corona-Erkrankungen mit vielen Todesfällen im Iran, die US-Sanktion gegen das Land aufzuheben. Die rechtswidrigen US-Sanktionen würden Irans Wirtschaft schwächen und damit auch die Fähigkeit des Landes, im Kampf gegen den Virus zu bestehen. Wörtlich hieß es „Die Sanktionen töten buchstäblich Unschuldige“.

Noch am selben Freitag hat dann der Außenminister des Oligarchenregimes in Washington, Mike Pompeo, der gerne überall und jederzeit von der beispiellosen Humanität des US-Systems schwafelt, erklärt, dass sich Teheran wegen Corona keine Hoffnungen auf eine Erleichterung der Sanktionen zu machen brauche. Stattdessen hat er weitere Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft verhängt. Im selben Atemzug beschuldigte der ex-CIA-Chef Pompeo den Iran, als „Komplize Chinas“ an der Verbreitung des „Killer-Virus“ beteiligt zu sein. Zur gleichen Zeit übten am Persischen Golf auf der Iran gegenüberliegenden Küste 4.000 US-Soldaten gemeinsam mit dem Golf-Emirat Katar Angriffsoperationen gegen Iran, wobei Kampflugzeuge der US-Luftwaffe mit Scheinattacken versuchten, die Fähigkeiten der iranischen Luftabwehr zu erkunden.

Und nun zu dem am 21. März 2020 veröffentlichten und inzwischen leider weit verbreiteten Artikel des Journalisten Sven Böttcher mit der eigentlich harmlosen Überschrift „Die Pseudo-Krise“ (1). Von der Überschrift urteilend dachte ich zuerst, der Artikel gehört in die Kategorie jener Leute, die davon ausgehen, dass die derzeitigen Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen zur Eindämmung der Epidemie total überzogen sind. Da nicht wenige, namhafte Epidemiologen im In- und Ausland ebenfalls dieser Meinung sind, habe ich durchaus Verständnis und auch eine gewisse Sympathie für diese Position. Schließlich räumen sogar die meisten der offiziell bestellten Epidemiologen ein, dass es unterschiedliche Meinungen über Schwere und Verlauf der COVID-19 Krankheit gibt und entsprechend unterschiedlich werden die einschneidenden Quarantäne- und Schutzmaßnahmen beurteilt.

Vor diesem Hintergrund sind die Aufrufe in ZDF, ARD und anderen öffentlich-rechtlichen Sprachrohren der Regierung, das Volk solle nur den offiziellen Verlautbarungen vertrauen, und sich nicht bei sogenannten alternativen Medien im Internet informieren, geradezu lächerlich. Diese Aufrufe erinnern an das Motto: „Vertraut uns, wir sind von der Regierung“. Sie bewirken eher das Gegenteil, vor allem, weil viele Menschen die eklatanten Lücken in der Informationspolitik und die regierungsfreundliche Schönfärberei dieser Medien während der letzten zwei Jahrzehnte nicht vergessen haben.

Zudem beschleicht viele kritische Geister ein mulmiges Gefühl angesichts der vielen, tief in die persönlichen Freiheitsrechte eingreifenden, neuen Gesetze, die im Schnellverfahren von einem kaum besetzten Corona-Notparlament durchgewunken werden. Sie befürchten, sicherlich nicht ganz zu Unrecht, dass damit die herrschende Klasse und die von ihr geführte Regierung nach der traditionellen Maxime des bürgerlichen Herrschaftssystems handeln, nämlich: „keine Krise oder Katastrophe ungenutzt vergeuden“. Denn nur in solchen Notsituationen können die Regierenden die längst fertig in den Schubladen liegenden Gesetze, die in Normalzeiten keine Chance hätten, im Parlament durchziehen.

Und dann gibt es im Internet noch eine nicht unbeachtliche Gruppe von links firmierenden Leuten, die in der Corona-Krise nichts anderes als eine künstliche, absichtlich herbeigeredete pseudo-Krise sehen, also eine Verschwörung der Herrschenden, um unsere Freiheitsrechte, Versammlungsrechte etc. abzuschaffen und den Weg zur Diktatur zu ebnen.

Der Artikel von Böttcher passt im Gegensatz zu seinem Titel in keine dieser eben angesprochenen Kategorien richtig hinein. Vielmehr beginnt er damit, die Zahl der bisher an Corona verstorbenen Menschen unter Verweis auf die weltweit etwa 25.000 täglichen Hungertoten zu relativieren, für die wir – so Böttchers Originalton – jetzt „kein zusätzliches Klopapier“ mehr brauchen. Auch wegen der 15.000 täglichen Toten, die an den Folgen des Rauchens sterben, rege sich keiner auf, ganz im Gegensatz zu den par Covid-19 Toten, wegen denen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben weitgehend eingefroren werde.

Dabei – so argumentiert Böttcher weiter – besteht die große Mehrzahl der Corona-Toten aus gesundheitlich bereits vorbelasteten, alten Menschen. An diesen anderen Krankheiten wären die ohnehin eher früher als später verstorben. Mit anderen Worten Corona beschleunigt nur das Ableben der ohnehin Todgeweihten. Deshalb sollten diese Alten nicht länger wichtige Ressourcen im Hospital blockieren und stattdessen zu Hause sterben.

Die Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser sollen für die jungen Corona-Patienten frei bleiben. Damit wäre erreicht, das man sich keine Sorge mehr über ausreichende Betten auf den Intensivstationen machen müsste, weshalb die ganzen Quarantäne und Schutzmaßnahmen hinfällig würden. Die Jungen könnten sich ihrer Freiheitsrechte wieder erfreuen, sich frei bewegen und die unterbrochene Party weiter feiern.

Das sind offensichtlich die Beweggründe, weshalb Böttcher die Behandlung von an Corona erkrankten, alten Menschen mit Vorerkrankungen auf den Intensivstationen rundweg ablehnt. Weiter im O-Ton Böttcher:

„Deshalb möchte ich morgen von allen offiziellen Stellen weltweit hören: ‚Über 80-jährige mit drei Vorerkrankungen und frischer Lungenentzündung behandeln wir nicht auf Intensivstationen, die schicken wir zum Sterben nach Hause, denn sterben müssen ja alle.“

Mit unmenschlichem Zynismus fügt er dann arrogant hinzu:

„Jüngeren ist es auch wieder gestattet, Sterbenden die Hand zu halten. Und sich zu Trauerfeiern zu versammeln. Auf eigene Gefahr. Unsere Intensivstationen und unser medizinisches Personal stehen selbstverständlich jüngeren Corona-Lungenentzündungspatienten weiter offen. Die Mortalitätsrate bei U-80, nicht vorerkrankten Corona-infizierten Patienten liegt derzeit bei etwa 0 Prozent.“

Man kann nur hoffen, dass der Journalist Böttcher diesen unsäglichen Erguss in einem Moment mentaler Schwäche geschrieben hat, denn wenn dies seine Meinung sein sollte, dann ist sie zutiefst verbrecherisch. Tatsächlich ist es nichts anderes als ein Aufruf zur Euthanasie, ein Aufruf zur Vernichtung unwerten Lebens, das für die Volksgemeinschaft zu keinen produktiven Zwecken mehr ausgenutzt werden kann; nach dem Motto: Das sind alle unnütze Esser und Verbraucher wichtiger medizinischer Ressourcen. Die Vernichtung solcher Leben war einmal Teil staatlicher Politik in Deutschland gewesen. Und das ist noch gar nicht so lange her.

Im Unterschied zu Böttcher hatten die deutschen Faschisten lediglich eine andere Priorität in der Selektion ihrer Euthanasie Opfer. Während Böttcher es auf die unnützen Alten abgesehen hat, vernichteten die Nazis geistig und schwer körperlich behinderte Menschen, egal wie jung oder alt. Im Prinzip sind beide des gleichen faschistischen Geistes Kind. Deshalb ist der Aufruf Böttchers keine Meinungsäußerung sondern ein Verbrechen, genau wie Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist.

Wenn Böttcher tönt: „Über 80-jährige mit drei Vorerkrankungen und frischer Lungenentzündung behandeln wir nicht auf Intensivstationen, die schicken wir zum Sterben nach Hause“, dann ist er noch brutaler als damals die Nazis. Denn er müsste wissen, dass es ohne Unterstützung von medizinischem Personal und entsprechenden Geräten nicht viele Todesarten gibt, die qualvoller sind als der langsame, sich hinziehende Erstickungstod durch Lungenentzündung. Im Vergleich zu Böttchers Aufruf wäre die schnell wirkende Todesspritze, welche die Nazis ihren Opfern setzten, ein Akt der Humanität.

Das Ende der an Lungenentzündung durch Corona leidenden und zum Sterben nach Hause geschickten Menschen wird dagegen von Böttcher geradezu idyllisch geschildert: „Ärzte bezeichnen die Lungenentzündung als Freund der ganz Alten, denn wir müssen an irgendwas sterben und das Wegdämmern ins Ewige ist fast allen anderen Abgängen vorzuziehen.“

Dieses „Wegdämmern“ ist jedoch nur mit Hilfe eines Beatmungsgeräts und entsprechender Medikamente zu erreichen, was Intensivstation bedeutet. Ohne das ist das zu Hause ein qualvoller Erstickungstod.

Das einzige Problem, das Böttcher im Zusammenhang mit seinem Vorschlag sieht, ist das damit verbundene Massensterben, das eine „logistische Krise“ verursachen könnte. Denn zu den üblichen alljährlichen 55 Millionen Toten müssten laut Böttcher zusätzlich knapp 250 Millionen Korona-Tote im Jahr entsorgt werden. Laut Böttcher sind das in der Regel „sehr alte Menschen, die ein paar Tage, Wochen oder Jahre zu früh verloren“ gingen. Das aber hätte „aus Gründen der ‚Ressourcen- und Klimaproblematik‘ sogar Vorteile“.

Dieser kaltblütige, Menschen verachtende Ton, wenn es um den geplanten Tod von Millionen Menschen geht, findet sich auch in den Protokollen der Wannseekonferenz von 1942, bei der es um die „Endlösung der Judenfrage“ ging.

Man fragt sich, was zum Teufel hat Böttcher zu diesem Artikel getrieben, bei dem ihn der hypothetische Tod, von 250 Millionen Menschen nicht kümmert, wobei es sich wohlgemerkt aus seiner Sicht nur um minderwertige, sehr alte Menschen handelt. Vor dem Hintergrund der Quarantäne, der geschlossen Restaurants, Kneipen, Kinos, Treffpunkte, etc. ist es offensichtlich Böttchers Sorge um seinen persönliche Spaß und den von seinesgleichen, die ihn umtreibt. Etwas verklausuliert und heroisiert liest sich das in seinem Artikel so: „Aber noch wesentlich beunruhigender ist, dass wir jetzt alles schrotten, was wir über Jahrhunderte so schwer erkämpft haben, was uns lieb und teuer und lebenswichtig ist: Freiheit, Grundrechte, die Zukunft unserer Kinder. Und alles wegen einer Lungenentzündung, an der nur uralte Leute sterben?“

Diesem Verfasser kann man Naivität nicht als Entschuldigung durchgehen lassen! Was wir hier sehen ist der neoliberal getünchte Trend zum Faschismus, ein Zug auf den immer mehr pseudolinke Schwätzer und Klima-Scharlatane aufspringen.

Bis zum 22.3. dieses Monats hatten sich bereits 130.000 Menschen den Text im Vorleseformat bei Youtube (2) angehört. Das Verhältnis von Zustimmung (Daumen hoch) zu Ablehnung (Daumen runter) war 6:1. Aus den über 1500 geschriebenen Kommentaren geht hervor, dass die meisten Leute den Artikel von Böttcher als Angriff gegen die als exzessiv empfundenen Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit sehen. Alarmierend ist, dass so gut wie niemand den zutiefst menschenverachtenden, ja faschistischen Charakter von Böttchers Lösungsvorschläge und deren ideelle Nähe zur Euthanasie der Nazis erkannt hat.

Leute wie Böttcher sind dabei, einen Damm einzureißen. Wenn Menschen wieder akzeptieren, dass es zweierlei Leben gibt, wertvolles und weniger wertvolles, dann sind es bald nicht mehr nur Alte über 90 Jahre, die im Hospital nicht mehr aufgenommen und zum Sterben nach Hause geschickt werden. Warum soll das nicht auch für die über 80 oder die über 75 gelten?    Und dabei wird es nicht bleiben. Schon bald werden auch andere Menschengruppen, womöglich Muslime oder andere als minderwertig behandelt werden; Forderungen werden laut, dass ihnen kostspielige Dienstleistungen im Krankenhaus vorenthalten werden, bzw. dass sie zum Sterben nach Hause geschickt werden.

Allen, die ihre guten Gründe haben, weshalb sie glauben, dass die gegenwärtigen Anti-Corona-Maßnahmen exzessiv und durch nichts gerechtfertigt sind, könnte das Urteil von Richter Archie Campbell vom Obersten Gerichtshof von Ontario in Kanada als Richtschnur dienen.

Auch während der SARS-Epidemie 2002/2003 hatte die kanadische Regierung viele Maßnahmen ergriffen, die als unangemessen betrachtet wurden, zumal es sich später herausstellte, dass die Epidemie bei weitem nicht so schwer war, wie ursprünglich befürchtet. Im Jahr 2006 wurden die Klagen gegen die Regierung verhandelt und dabei wurde der Lackmustest für das Prinzip der Vorsorge wie folgt klar definiert:

Zitat: „Wenn es vernünftige Beweise für eine akute Bedrohung der öffentlichen Gesundheit gibt, ist es unangemessen, einen über alle Zweifel erhabenen Nachweis eines kausalen Zusammenhangs zu verlangen, bevor Schritte unternommen werden, um die Bedrohung abzuwenden“.

Quellen:

  1. https://www.rubikon.news/artikel/die-pseudo-krise
  2. https://www.youtube.com/watch?v=D6Tda6vIBGA

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  Jacob Lund/ Shutterstock

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48 Kommentare zu: “Tagesdosis 27.3.2020 – Corona Patentlösung

  1. Sehr geehrter Herr Rupp
    Was das Thema Covid-19 und Faschismus betrifft m.E. ein extrem guter Artikel, danke dafür !
    Nur beim Anzweifeln der menschgemachten Erderwärmung kann ich nicht zustimmen.
    Liebe Grüße

    • Wenn Sie den Schwindel mit der menschengemachten Erderwärmung noch nicht durchschaut haben, dann müssen Sie weiterlesen und sich mit Physik und Meteorologie befassen. Sie schaffen das.

    • Heiko Schafberg: "… dann müssen Sie weiterlesen und sich mit Physik und Meteorologie befassen."

      Weiterlesen? Mehr gibts bei Lesch, ARD und ZDF nicht. 😉

  2. Lieber Herr Rupp,
    ich kann Ihre Sichtweise schon nachvollziehen, warum evtl. solch ein Eindruck entstehen KANN, wenn man den Text von Sven B. hört oder liest und ich kann auch nachempfinden was Sie damit zum Ausdruck bringen möchten…
    Jegliche Kommentare oder Berichterstattung zu diesem Thema bewegen sich "auf einem dünnen Eis"…

    Das Thema Tod und Sterben ist und bleibt ein Tabuthema, bis… (das kann jeder selbst für sich beantworten).

    Was Ihnen wahrscheinlich fehlte, ist eine empathische Herangehensweise an das Thema, denn ja, man hätte das Gesagte auch anders ausdrücken und darstellen können…

    Ich persönlich habe nicht solch einen harten Vergleich zur Euthanasie wie Sie, aber kann nachvollziehen, daß je nach Sensibilität eines jeden einzelnen, solche Worte auch diese Verknüpfungen aufleben lassen können.

    Ich persönlich habe das Ganze nicht so interpretiert wie Sie und würde H. Bottcher nicht solche kriminellen Energien unterstellen, weil ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass ich in meinem Leben schon oft andere Menschen mit meiner Wortwahl und der Art an sich in / aus einer Wut heraus zu sprechen, sicherlich verletzt habe, was ich natürlich nicht wirklich wollte…

    Wir befinden uns ALLE in kuriosen Zeiten und es kommt vieles an die Oberfläche, was die letzten Jahrzehnte noch im Verborgenen lag…

    Prinzipiell gilt für mich: solange ich eine Person nicht PERSÖNLICH DARAUF ANGESPROCHEN habe, ist erstmal alles andere REIN SPEKULATIV…

    Wir sind meistens so sehr ausschließlich nur mit unserer Wahrnehmung beschäftigt, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, dass der andere sich gar nicht so sehr von uns unterscheidet, wie wir eventuell "vermuten".

    Ich Wirklichkeit ähneln WIR UNS ALLE und haben fast die gleichen Bedürfnisse als Menschen, WIR DRÜCKEN NUR UNSERE BEDÜRFNISSE AUF UNSERE EINZIGARTIGE ART UND WEISE AUS, wobei die Emotionen oder Ängste natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt sein können…

    Es ist gut, richtig und wichtig, dass Sie darauf hinweisen, auf was Sie hingewiesen haben, die Frage ist nur, ob man dem Autor selbst solche Unterstellungen dabei machen muss…

    Danke für IHRE EMPATHISCHE BETRACHTUNG die mich darauf hinweist (so meine Wahrnehmung), dass es wichtig ist, achtsam zu sein, mit dem WIE man etwas zum Ausdruck bringen möchte. 🙏

    • Vielen Dank für Ihren klugen Kommentar.
      Möchte noch ein paar Aspekte hinzufügen. Bei jeder Therapie muss der entscheidende Arzt sich überlegen, ob seine Therapie für den Patienten nicht schädlicher sein kann als die Erkrankung. Wenn ein Patient durch seine Vorerkrankungen so geschädigt ist, dass er eine schwere Lungenentzündung entwickelt, die ja nicht nur durch Corona ausgelöst werden kann, und jetzt eine Beatmungspflicht entsteht, dann muss man sich fragen, welche Konsequenzen diese Beatmung für den Körper des Patienten und die Prognose der Erkrankung hat. Eine Beatmung stellt einen starken Streß für jeden Körper dar, besonders aber für die vorgeschädigte Lunge. Man hat also nur die Wahl zwischen passiver Sterbehilfe, in dem man den Patienten nach Hause schickt und aktiver Sterbehilfe durch Beatmung.
      Für einen Außenstehenden sind viele Aspekte medizinischer Therapien nicht beurteilbar und können zu Mißverstädnissen führen. Dahher sollte man mit Verurteilungen vorsichtig sein.

  3. Alcedo sagte:
    "weil ich dem medizinischen System eben nicht mehr vertraue ohne persönlich motivierte Kontrolle dahinter" und an anderer Stelle:
    "Ich habe auch erlebt, das das Krankenhaus kein verläßlicher Ort ist (wie man ihn vielleicht noch in Erinnerung hat), sondern daß die Behandlung auch sehr davon abhängt, wie stark die Angehörigen da hinterhergehen."

    Genau so ist es!
    Möchte man einen alten Menschen los werden, gibt es nichts besseres als Krankenhaus.
    Möchte man das nicht, oder gibt es keine Möglichkeit einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden, muss man als Angehöriger einige Dinge beachten:
    1. Eine warme Decke mitnehmen… alter Mensch, Zuhause 23 Grad drei Pullover… zügige Notaufnahme im OP-Hemdchen, Decken gibt's da aus hygienischen Gründen nicht… spätestens nach drei Stunden Notaufnahme hat er oder sie eine Lungenentzündung.
    2. Medikamentenliste 4 fache Ausfertigung – kann sein das drei Exemplare reichen, habe aber auch schon alle vier benötigt – das Krankenhaus ist eine Kommunikationswüste. Bei Zuckerpatienten auch die Dosierliste fürs Insulin nicht vergessen.
    3. Vorhandene Blutbilder als Kopie… damit die Ärzte mögliche Veränderungen gegenüber aktuellem Werten einschätzen können.
    4. Frühere Entlassberichte… und dort wesentliche Aussagen markieren
    5. Ständiges hinterfragen von geplanten ärztlichen Interventionen – ist es logisch und kann es dem Patienten helfen was gemacht werden soll? Oder ist es nur ein "Nebenkriegsschauplatz" der den alten Menschen unnötig belastet.
    6. Im Krankenhaus wird strickt nach Fachgebieten aufgeteilt. Bei Herzproblemen kommt man auf die Innere… hat der alte Mensch zusätzlich ein anderes Problem, z.B. "offenes Bein" (Chirurgie) nicht darauf vertrauen das dies fachgerecht versorgt wird. Heißt, selber verbinden und verträgliches Verbandmaterial von zu Hause mitbringen.

    Gibt sicher noch andere Dinge, aber die 6 Punkte erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der alte Mensch das Krankenhaus nicht mit den Füssen voraus verlassen muss.

  4. Was ihn getrieben hat ist die Unmenschlichkeit, Alte oder gar Sterbende vom Kontakt abzuschneiden. Jedenfalls ist das die Hauptaussage, die ich vor einigen Tagen in dem Artikel gehört habe.

    Seine Sorge um die Freiheit teile ich, denn die getroffenen Maßnahmen sind nicht wirklich sinnvoll.
    habe das Interview mit Sven Böttger auf kenFM gesehen und seine Bücher gelesen und meine daher sagen zu können, das dieser Mensch keinesfalls lebensfeindlich ist.
    Dieser persönliche Angriff ist daher verfehlt und die Unterstellung, er propagiere "die Vernichtung unnützen, nicht mehr produktiven Lebens" sehr übertrieben. Ob der Wortlaut unpassend gewählt ist, kann ich nicht mehr beurteilen, dazu müßte ich die Artikel noch einmel genau hören.

    Nochmal sei hier wiederholt – weshalb stellt die Wirtschaft (auch durch die Politik gesteuert) dann keine Beatmungsgeräte her? Weshalb werden nur unnütze Maßnahmen getroffen?

    (Daneben – hat jemand eventuell eine aussagefähige Statistik, daß bei Covid-19 Infektionen (bspw. im Gegensatz zu Influenza oder anderen Infekten) eine vorrübergehende Beatmung im Verlauf der Krankheit notwendig wird?)

    • Da ich hier scheinbar der Einzige bin, der Herrn Rupps Position teilt, erlaube ich mir auch Ihnen zu antworten: was immer Herr Böttcher gemeint haben könnte, gesagt hat er, was man schwarz auf weiß nachlesen kann. Corona kann einem schon die Sinne verwirren.
      Andererseits gebe ich Ihnen vollkommen recht, dass die Entscheidung, ob man sterben möchte, bei jedem Einzelnen liegen sollte. Das setzt aber voraus, dass man überhaupt eine Wahl hat! Deshalb ist die Forderung nach viel mehr gut ausgestatteten Notfallbetten, vor allem in den kommunalen, noch nicht privatisierten Krankenhäusern, genau so richtig wie der Versuch, das Ansteigen der Neu-Infektionsrate zu verzögern. Und noch etwas: Jeder sollte jetzt schnell noch einmal den Wortlaut seiner Patientenverfügung überprüfen. Wenn da z.B. steht, "keine lebensverlängernden Maßnahmen…" o.Ä. könnte man in Coronazeiten sterben, obwohl man es noch gar nicht wollte.

    • @ routard
      Das Problem des "Verstehens" liegt ganz offensichtlich bei jedem Einzelnen und seinen Level, auf dem er sich intelligenzmäßig und empathisch befindet.
      Herr Böttcher hat offensichtlich mehr Lebenspraktische Erfahrungen auf dem Gebiet der "schweren Erkrankung" gesammelt als Leute, die sich emotional aber uninformiert echauffieren wollen!

      Wenn Sie jetzt schon einen Schritt weiter sind – nämlich darüber zu sinnieren, dass ältere Menschen vernünftigerweise eine Patientenverfügung haben und die übergroße Mehrheit von denen auch "Lebensverlängernde Maßnahmen" ausschließt – dann gehen Sie doch bitte diesen Denkschritt konsequent weiter oder noch besser – nehmen Sie Kontakt auf zu alten, schwer kranken Menschen, fragen Sie sie nach ihren Wünschen diesbezüglich und versuchen, sich daran zu halten und nicht einfach darüber bestimmen zu wollen, dass diese Menschen einfach nicht sterben dürfen – für wen eigentlich ?

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/alcedo/' rel='nofollow'>@alcedo</a>
      Zur Beantwortung Ihrer Frage zur Beatmung braucht man, meine ich, keine Statistik:
      "Gründe für die künstliche Beatmung sind meist eine schwere Lungenentzündung (zum Beispiel durch Grippeviren) oder ein schwerer Unfall mit Verletzungen des Brustkorbs und der Lunge. Dann kann eine künstliche Beatmung nötig werden, die auch maschinelle oder invasive Beatmung genannt wird"

    • @ routard
      Nach der Statistik habe ich für einen anderen Zusammenhang gefragt. Man sollte als Bürger eines Staates die freie Entscheidung haben, ob man weniger oder mehr Intensivmedizin nutzen möchte, der Meinung bin ich auch, doch ich vermute Sven Böttcher auch.

      Ich habe beispielsweise eine alles ausschließende Patientenverfügung (obwohl ich hoffentlich noch weit weg vom natürlichen Sterben bin), weil ich dem medizinischen System eben nicht mehr vertraue ohne persönlich motivierte Kontrolle dahinter. Auch weil ich nicht einige Minuten unbeatmet verspätet an Sauerstoff angeschlossen werden möchte. Komme ich bei klarem Bewußtsein ins Krankenhaus wöllte ich natürlich Beatmungshilfen bei Aussicht auf Genesung.

  5. Das Denken in Nullsummen-Spiel-Kategorien ist die wahre Krankheit, welche in immer bösartigeren Ausprägungen gerade grassiert. – Weltweit hat sich die Zahl der Covid-19 Fälle inzwischen auf gut 491.000 erhöht, die Zahl der Todesfälle weltweit liegt bei gut 22.150. (Das sind heute, 2020, weltweit weniger Sterbefälle durch Corona, als es im Winter 2017/18 unspezifizierte grippeähnliche Sterbefälle alleine in Deutschland gab. Da war nämlich richtig was los auf den Intensivstationen, nur kaum einer wusste was davon.) Mehr als 118.000 Patienten sind inzwischen wieder genesen. Sechs von sieben Fällen könnten unerkannt sein, d.h., die Letalität wäre, dieser Annahme gemäß, sechsmal niedriger als bisher errechnet. Doch wahrscheinlich ist die Dunkelziffer, der Coronainfizierten sogar noch viel höher. Damit geht die Letalität strack einer ganz normalen, durchschnittlichen Grippeperiode entgegen. – Zählt man alleine diese wenigen Fakten und Zahlen zusammen, dann sieht man, in was für einer verordneten, panischen Überreaktion wir gerade leben. Covid-19 gefährdet eine ganz spezielle Risikogruppe. Das sind die Alten und Gebrechlichen, die Menschen mit einer durch chronische Krankheiten geschwächten Konstitution. Das war in Grippezeiten noch niemals anders. Für den Personenkreis der gesunden 20 bis 60-Jährigen mit einer guten Konstitution besteht, wie alle Winter vorher, kaum eine Gefahr. Für gesunde Kinder besteht so gut, wie gar kein Risiko. Jedenfalls keines, was über die Gefahren des normalen Alltags hinausreicht. Für solch eine fraglose „Rentnerkrankheit“ wird nun die ganze Menschheit in Panik versetzt und alarmistisch in eine Zwangsquarantäne gescheucht. Dabei wäre für den größten Teil der Menschen, abgesehen von der Risikogruppe der Geschwächten und Rentner, eine selbstbewusste Konfrontation mit dem Virus die beste Vorbeugungsmaßnahme und Therapie. Das galt bisher die ganze Menschheitsgeschichte über. Stattdessen wird nun allen Menschen das angeborene Urvertrauen in ihr Immunsystem genommen, so dass sie zukünftig, voraussehbar vor jeden Winter und jeden Virus Angst haben werden, was mehr als kontraproduktiv ist. Diese Verunsicherung gilt besonders für die Kinder, die diese „Irrenpanik“ hier ganz unbedarft mit erleben müssen und selbst von den verwirrten Eltern keine entspannenden Erklärungen bekommen. Horror pur. – Firmenzusammenbrüche, Kurzarbeit, gecancelte Veranstaltungen. Kurz eine ganze Wirtschaft wird per Zwangsquarantäne ruiniert. Um es noch mal hervorzuheben, alle Kinder werden gerade durch diese panische Überreaktion traumatisiert. Wenn die Eltern dann noch obendrein Existenzangst haben, wird das alles noch unheimlicher und unerträglicher. Dabei geht es eindeutig um eine begrenzte Gefährdetengruppe, die mit Kindern kaum etwas gemein hat, außer ihr Menschsein. Wenn die Risikogruppe bekannt ist, wieso trifft man keine Maßnahmen, die diesem speziellen Personenkreis angepasst sind? Man könnte z.B. angemessene, entlastende Maßnahmen für alte und gebrechliche Menschen, und Patienten mit chronischen Krankheiten verfügen. Z.B. eine besonders intensive Unterstützung und Betreuung der alten Menschen in Zeiten von Corona&Co. organisieren, indem z.B. jüngere Menschen für die ansteckungsgefährdeten Rentner einkaufen gehen und nach ihnen schauen. Das viele dann unter Sozialdienst. Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen, Asthma usw. könnten Sonderurlaub bekommen und sich von der Familie betütern lassen. Stattdessen wird ein neoliberaler Kampf ums Überleben jedes einzelnen inszeniert und aller Zusammenhalt zugrunde gerichtet. Firmen gehen Pleite, Veranstaltungen werden reihenweise gecancelt, bisher gesunde und widerstandsfähige Leute werden in solch einen Existenzstress versetzt, dass sie tatsächlich krank werden. Diese isolationistischen Maßnahmen schwächen das Immunsystem. Das weiß man doch inzwischen. Aber das Übelste ist, einer ganzen kommenden Generation wird ihr Urvertrauen in ihr Immunsystem genommen und durch die panischen Verordnungen tief traumatisiert. Das ist 100% in Zukunft eine miese Grundlage für eine gesunde Gesellschaft, aber eine tolle psychologische Grundlage, für zukünftige Geschäfte der Pharmaindustrie und den Ambitionen autoritärer Machthaber. P.S.: https://www.neopresse.com/gesellschaft/pharmakonzern-roche-soll-heilmittel-gegen-corona-virus-haben/ Zufälligerweise ist Roche der Konzern, der auch den Test auf Coronaviren in Umlauf gebracht hat, wodurch erst die ganze Panik konstruiert wurde. Den Test hat Roche am Ende weltweit verschenkt. Selbstloser geht wirklich nicht mehr. – Bleibt Freunde und umarmt eure Lieben.

  6. Zitat Rainer Rupp: "Leute wie Böttcher sind dabei, einen Damm einzureißen. Wenn Menschen wieder akzeptieren, dass es zweierlei Leben gibt, wertvolles und weniger wertvolles, …"

    Bei allem Respekt, werter Herr Rupp, woraus leiten Sie ab, dass Herr Böttcher so eine Einteilung vornimmt? Geht es in dem Artikel nicht eher um wertvolles und weniger wertvolles Sterben?

    Mir scheint, dass man die Alten dringend auf den Intensivstationen braucht, um die richtigen Bilder zu liefern. Als alter Mann einer Risikogruppe möchte ich auf keinen Fall ins Krankenhaus und ich kenne auch keinen, der dorthin möchte. Das Thema hatten wir gerade vor ein paar Tagen bei ein paar Bier und wir waren entsetzt, wie mit den Alten umgegangen wird. Gruselig. 🙁

    • Mit Zugang zu einer Lungenmaschine überleben 4 von 5 Infizierten. Ist ok, wenn Sie die schlimme Intensivbehandlung für sich ablehnen. Ich gehöre zu denen, die gerne ein freies Bett vorfinden würden, auch dann wenn Sie das bei einem Bier seltsam finden.

    • Sehr schön heute vom Neuropsychologen gesagt – sinngemäß – "es gibt diesen Psycho-Motor – dieses Sich selbst Gefallenden, der sich politisch korrekt verhaltend wohlfühlt und in oberflächlicher Manier sich als "Ich bin so ein guter Mensch inszenieren kann"

      Das sind die tatsächlich Kranken – immer weit weg vom tatsächlichen Geschehen, die Menschen, die es betrifft, einfach bevormunden und sich zum Moralapostel aufschwingen…eigentlich sind das die echten Zombies – die sind schon tot, haben nur vergessen umzufallen….

    • @ Alcedo

      Zitat: "langsam Ersticken ist wirklich kein – einfach Sterben. Habe das selbst mal miterleben müssen."

      Wer behauptet, dass man diese Menschen "langsam ersticken" lässt? Und wer behauptet, dass es außer Beatmungsgeräte nicht auch andere Möglichkeiten gibt, einen Menschen würdig sterben zu lassen?

      Der Sterbeprozess geht meist damit einher, dass der sterbende Mensch "Geräusche" beim atmen erzeugt, die einem gesunden Menschen furchtbar erscheinen, der Sterbende merkt es nicht aber es gibt Medikamente, die das unterdrücken.
      Hier mal Informationen:
      "Die Atmung verändert sich
      Die Atemzüge können im Sterbeprozess schneller und flacher werden oder aber auch viel langsamer. Manchmal wird der Atem sehr unregelmäßig.
      Wenn der Kranke zu schwach ist, die natürlich bestehende Schleimschicht in den Atemwegen abzuhusten, entsteht oft ein rasselndes oder röchelndes Geräusch. Das Atemgeräusch behindert die Atmung des Betroffenen vermutlich nicht, häufig sind jedoch die Angehörigen davon beunruhigt. In diesem Fall kann es helfen, den Oberkörper hoch zu lagern oder den Kranken in der Seitenlage zu positionieren. In den meisten Fällen wird nicht empfohlen, den Schleim in den Atemwegen abzusaugen: Diese Prozedur wäre für den Sterbenden eine große Belastung. Zudem bildet sich der Schleim innerhalb kürzester Zeit erneut. Auch kann es sein, dass die Schleimproduktion durch das Absaugen sogar angeregt wird."
      https://www.onmeda.de/pflege/sterbeprozess.html

      Ganz offensichtlich fehlen vielen Menschen Informationen darüber – verständlich, möchte man sich im Leben ungern mit dem Sterben beschäftigen – aber es gehört zum Leben dazu.

    • @ MGT
      Das finde ich jetzt doch unerhört! Ich schreibe ich habe das persönlich erlebt und Sie antworten mir mit einer Handlungsanweisung fürs Pflegepersonal.
      dann noch mit der Andeutung ich hätte vielleicht keine Ahnung. Ich darf Ihnen versichern, daß ich mich umfassend! informiert habe, wenn es um Belange eines engen Verwandten geht. Der Mangel in den Kliniken war offensichtlich, man mußte für fast jede Maßnahme insistieren. Teilweise war es notwendig, sich die Entscheidungsmatrixen der Ärzteschaft zu besorgen um die entsprechenden Termini zu benutzen und so Gehör zu finden.

      Wir sind kein Agrar-Steppen-Armen-Staat, die gesellschaftlichen Ressourcen wären da! Über sein Ableben sollte man wirklich unter freien Bedingungen entscheiden können.

      (Ich bin die allermeiste Zeit offline, ein Dialog ist daher nicht möglich.)

    • @ M.G.T. Es gibt ja wohl einen großen Unterschied, ob das Leben eines Sterbenden künstlich verlängert wird oder ob das Leben eines Menschen, der sich z.B. eine Infektion zugezogen hat, gerettet wird und er danach noch eine qualitativ gute Lebenserwartung hat.

    • @ josefine 80
      Zitat: "Es gibt ja wohl einen großen Unterschied, ob das Leben eines Sterbenden künstlich verlängert wird oder ob das Leben eines Menschen, der sich z.B. eine Infektion zugezogen hat, gerettet wird und er danach noch eine qualitativ gute Lebenserwartung hat."
      Selbstverständlich ! Das bedeutet aber, dass ein alter und/oder schwerkranker(!) Mensch ganz andere Voraussetzungen hat als jemand, der sich eine Infektion/Virus zugezogen hat.
      Mal davon abgesehen, dass leider viele Leute glauben, weil man atmet, hätte man Lebensqualität auch wenn man aufgrund der Erkrankungen am Leben nicht teilnehmen kann, dass diese Menschen sich wünschen, dass ihre Leiden verlängert werden.

      Man kann tatsächlich nur jedem empfehlen, sich mit diesen Menschen im echten Leben in Verbindung zu setzen und sie selber befragen, was sie wollen. Vielleicht erwacht man dann aus dem Dornröschenschlaf.
      Gehen Sie in Pflegeheime und fragen Sie…..alles andere hier ist die Selbstdarstellung von Leuten, die sich eben NICHT im realen Leben für diese Menschen interessieren und die selber nur Angst vor dem Tod haben……..warum eigentlich?

    • @ Alcedo 08:54 Uhr

      Sie meinen, dass alle Menschen informiert sind über den realen Sterbeprozess?
      Es lag mir fern, Sie persönlich als "keine Ahnung habend" darzustellen – wie kommt man auf solch eine Idee?

      Und NEIN, es war keine Anweisung für Pflegepersonal sondern es geht einfach nur um die Umstände des Sterbens und wie sie auf Angehörige wirken, die sich nicht auskennen mit diesem Prozess. Niemand weiß alles und gerade wenn es um Sterben geht, wollen die meisten sich damit nicht beschäftigen weil sie Angst haben……

    • routard, wo haben Sie die Zahlen her, 4 von 5? Weiter unten schrieben Sie in einem Kommentar:

      "… an einer teuren Beatmungsmaschine eventuell zu überleben …"

      Dieses "eventuell" ist es doch, worum es im Artikel von Herrn Böttcher geht. Ich erinnere mich an eine italienische Krankenschwester, die in einem TV-Beitrag weinend sagte: "Wir behandeln sie, können sie aber nicht retten!" Somit geht es bei Herrn Böttcher offensichtlich auch um Die, die mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht zu retten sind und auch auf Grund ihres Zustandes kaum die Möglichkeit haben, sich gegen die "Behandlung" zu wehren.

      Im Übrigen ist die wichtigere Aussage in meinem Kommentar oben, dass Herr Rupp den Herrn Böttcher in die Nazi-Ecke stellen will. Das eben finde ich in dem Artikel nicht.

    • @ M.G.T. Ich glaube langsam, Sie sind wohl der einzige Mensch, der sich im echten Leben befindet, der Lebenserfahrung hat, der Kontakte zu alten und kranken Menschen hat, der die gesamte jetzige Situation versteht und erfasst. Ich glaube wir anderen Menschen haben noch viel von Ihnen zu lernen! Mehr habe ich jetzt nicht dazu zu sagen.

    • @ josefine 80

      Bitte NICHT "glauben" – das bringt Niemanden weiter – gehen Sie ins Leben, ganz realistisch, treffen Sie diese Menschen und sprechen MIT ihnen, hören Sie ihnen zu, fragen Sie sie wenn Sie etwas nicht verstanden und haben Sie keine Angst vor dem, was ihnen diese Menschen erzählen!
      Die haben es nämlich nicht mehr nötig, anderen etwas vorzumachen, persönliche Eitelkeit hat in deren Leben keinen Platz mehr, sie "kämpfen" nicht um "Ich bin so wichtig" – und vielleicht machen Sie diesen Menschen sogar noch eine große Freude wenn Sie ihnen echte Aufmerksamkeit schenken!
      Nur Mut!

    • Meine Aussage, dass 4 von 5 eine Behandlung auf der Intensivstation überleben, muss ich korrigieren. Von den über 80 jährigen überleben eine Infektion insgesamt 4 von 5 Infizierten. Auf einer Intensivstation mit künstlicher Beatmung liegt für diese Altersgruppe die Überlebenschance wohl nur bei 20%. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es die Entscheidung jedes Einzelnen sein muss, ob er diese Chance nutzen will, oder nicht. Eine Behandlungsverweigerung durch selbsternannte Todesengel, bloß weil jemand über 80 ist, halte ich für Mord, Euthanasie.

  7. Schätze die Meinungen und Analysen des Herrn Rupp normalerweise sehr… nur beschreibt der Herr Böttcher was längs gängige Praxis ist… vor Corona kam der alte Mensch mit Lungenentzündung ganz normal auf die Innere, zwischen einem "Durchfall" und einem "Herzen" als dritte aufs Zimmer, nicht auf die Intensivstation… bei Verschlechterung wird dann verlegt, ins Sterbezimmer, alleine. Anderes Beispiel… wartet ein 40 jähriger und ein 60 jähriger auf eine Spenderlunge ist doch klar wer die bekommt… nicht der "alte". Vor ein paar Tagen las ich einen Bericht aus Spanien, da waren Patienten mit Lungenentzündung aus dem Krankenhaus ausgebüchst… das würde ich selber auch tun um mein Leben zu verlängern, wenn ich dann einmal dazu in der Lage bin… vllt haben aber meine Kinder den Mut mich da raus zu holen. Ich hab es bei meiner Mutter getan, vor Jahren… nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt und unseren ständigen Interventionen man möge endlich etwas gegen ihren Wasserstau tun, und vielen Versprechen es wäre bestens gesorgt, sowie der Verweigerung eines Arztes in der letzten Nacht, obwohl sie keine Luft bekam, rief Mutter mich morgens um 5Uhr an und bat mich, sie aus dem Krankenhaus zu holen "Junge hol mich nach Hause, ich sterbe hier!" Ich hab mal geschluckt und ihr gesagt ich müsse das mit meiner Frau besprechen, die mich dann ins Krankenhaus begleitete. Mit Rollstuhl und Tasche bewaffnet haben wir sie raus geholt… der Nachtschwester habe ich, bevor diese etwas sagen konnte bescheinigt: " Sie lassen meine Mutter ersaufen"… als wir dann alles gepackt hatten und den Flur betraten rief sie "der Arzt kommt jetzt" darauf ich "zu spät" Noch im Parkhaus hat sie die erste Wassertablette bekommen, die wir zusammen mit einer Flasche Wasser vorsorglich mitgenommen hatten. Am Nachmittag ging es Mutter schon wesentlich besser… von den 8kg Wasser, die sie im Krankenhaus innerhalb dieser 10 Tage zugenommen hatte, waren schon 3,5kg weg… die Hausärztin die, beim Hausbesuch um 16Uhr ihre Lunge abhörte, meinte diese sei noch immer voll Wasser. Drei Tage nach Errettung aus dem Krankenhaus ging es Mutter wieder prima und sie war voller Dankbarkeit. … ich war mir der Verantwortung wohl bewusst. Möchte niemandem diesen Stress der Situation wünschen, so etwas machen und aushalten zu müssen. Ist nicht die einzige grausige Geschichte die ich erleben musste bei alten Familienangehörigen die im Krankenhaus verloren waren. Habe deshalb Verständnis für die Sicht des Herrn Böttcher… alte Menschen sind meist in ihrem gewohnten Umfeld sehr viel besser aufgehoben, wenn Menschen da sind die sich kümmern.

    • Vielen Dank Herr Niehsen für ihre Geschichte!

      DAS ist echte Empathie, Souveränität und die Erfüllung des "Die Würde des Menschen ist unantastbar"!
      Alles andere ist Heuchelei, Dummheit und Selbstbetrug.

    • @ routard

      Welches Problem haben Sie mit dem "kostengünstig"? Vielleicht könnten Sie das mal formulieren?
      Es erscheint ganz offensichtlich, dass Sie gar keine Ahnung haben worüber Sie sich gerne chauffieren wollen!
      ES gibt Dinge im Leben, die man nicht kaufen kann und dazu gehört, dass Menschen statt an eine Maschine angeschlossen zu werden, lieber im Kreise ihrer engsten Familien sterben möchten.
      Und das können Sie für kein Geld der Welt kaufen, das kann ihnen auch keine Intensivstation der Welt bieten.
      Und vielleicht bemühen Sie sich doch einfach noch mal den Begriff "Empathie" nachzuschlagen – damit Sie es schaffen zu erfahren, was man darunter wirklich versteht – nämlich keine geheuchelte Berufsempörung!

    • "lieber im Kreise ihrer engsten Familien sterben möchten"
      Das, oder eben auch überleben, denn enge Bindungen sind bekanntlich stärkend und die werden im Krankenhausbetrieb nun komplett verhindert.
      Ich habe auch erlebt, das das Krankenhaus kein verläßlicher Ort ist (wie man ihn vielleicht noch in Erinnerung hat), sondern daß die Behandlung auch sehr davon abhängt, wie stark die Angehörigen da hinterhergehen.

    • @ routard
      Zitat: "Frei nach Goethe: Vor so viel Pathos graut es mir."
      Wenn man keine Argumente hat oder der Psycho-Motor des "Ich bin ja so ein guter Mensch" anspringt – was ich persönlich als Profilneurose betrachte, sollte es Zeit sein, die Finger von der Tastatur zu nehmen und selbige zu desinfizieren ;o))

    • Das war jetzt aber ein Argument, so richtig totschlagmässig, möchte ich sagen. Auch vor Ihrer Neigung, Andere zu pathologisieren gruselt es mir, ich bleibe dabei. Damit habe ich alles zu Ihnen gesagt, Sie haben jetzt ja auch tatsächlich fast alles von dem ausgesprochen und bestätigt, was Herr Rupp hinter der Position Böttchers vermutet hatte.

    • @routard
      Zitat: "Das war jetzt aber ein Argument, so richtig totschlagmässig, möchte ich sagen. Auch vor Ihrer Neigung, Andere zu pathologisieren gruselt es mir, ich bleibe dabei."
      Wer pathologisiert sei hier mal dahin gestellt aber wer mit der Nazi-Keule, Euthanasie hantiert um sich moralisch auf den Thron zu setzen, kann nicht ganz gesund sein. Das sieht ein Blinder!
      Zitat: "Damit habe ich alles zu Ihnen gesagt, Sie haben jetzt ja auch tatsächlich fast alles von dem ausgesprochen und bestätigt, was Herr Rupp hinter der Position Böttchers vermutet hatte."
      Gut, dass jeder nachlesen kann, dass Sie sich jetzt hier ganz nackig gemacht haben – denn Herrn Rupps Behauptungen sind tatsächlich nur seinen ganz eigenen ideologisch basierten Vorurteile OHNE Kenntnis des Lebens.
      Hauptsache man fühlt sich selber moralisch gut auch wenn man eigentlich keine Ahnung hat.

  8. Nun ja…
    Wenn mir jetzt irgendetwas passieren würde und ich müsste ins KH, womöglich über die Notaufnahme,
    und es ginge mir plötzlich sehr schlecht wegen meinen (eher banalen) Vorerkrankungen, meinem Unfall und meinem Alter und ich bekäme – was ja dann oft passiert – zusätzlich eine schwere Lungenentzündung, zusätzlich sogar irgendwie Corona…

    da würde ich auch nicht mehr beatmet werden, sondern man würde, wenn alle anderen Möglichkeiten zur Heilung umsonst waren, mich versorgt mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln sterben lassen.
    Allein schon wegen meiner Patientenverfügung, die "lebensverlängernde Maßnahmen" ausschließt.

    Und es gibt da draußen 1000de von Patientenverfügungen…und die setzt man ja nicht mal eben von ungefähr auf, sondern weil man ganz genau weiß, dass man meist unter schwierigen Umständen sterben wird und diese nicht unnötig verlängern will. In den Heimen ist sich darüber jeder im Klaren, solange er noch bei Verstand ist…

    Nach meinem Tod würde ich dann auch mit in die Corona-Statistik eingehen, denn ich bin demnach nicht etwa an meinem Unfall, meinem Alter, meinen Vorerkrankungen, meiner Lungenentzündung gestorben und auch nicht, weil ich das so angeordnet habe in meiner Patientenverfügung, sondern eben an Corona laut dieser neuen absurden Zählweise. Verrückte Welt, verrückte Manipulation!

    Wie viele von den Schwerstkranken in den Heimen die letzten Monate/Jahre nur noch am Leben sind, weil sie von ihrer Batterie Medikamente zwar halbwegs lebendig gehalten werden, letztlich aber, wenn sie bei Sinnen wären, lieber heute als morgen gehen würden, unterschätzen wir wohl oft.

    Die Gesellschaft kümmert sich um diese Menschen seit langem hauptsächlich als Kostenfaktor und nun auf einmal zu schreien "Wir bringen unsere Alten um" und "Euthanasie" scheint mir ziemlich scheinheilig, denn wir bringen sie seit Jahren lange vor ihrer Zeit um, ob mit Minirente und Flaschensammeln, mit Multimedikation oder/und ohnehin meist durch Einsamkeit und Nichtachtung.

    Vielleicht können wir jetzt mit dem Corona-Skandal auch über dieses brisante Thema mal wieder gründlich nachdenken.

    Hier bittet der Psychiater Dr. Raphael Bonelli über mehr Verhältnismäßigkeit bei den Maßnahmen gegen Corona: https://youtu.be/9BgUIl0InzI

    Dr. Bodo Schiffmann fordert ebenso, die kranken Angehörigen in Ruhe (zu Hause/im Heim) sterben zu lassen, ohne Sterbehilfe im KH und macht einen bewegenden Appell: https://youtu.be/ANcYrIkpCyE

  9. Sehr geehrter Rainer Rupp, seien Sie respektvoll gegrüßt, Topas!

    Sie schrieben da einen prinzipiell sehr merkenswerten Beitrag. Mein Respekt vor Ihrem immer wieder neu geübten argumentativen Feuer erhielt Nachschub durch diesen Tagesdosis-Artikel. Er kam offensichtlich aus tiefst humanem Herzen und bescheinigt Ihnen außer ausgeprägtem Gerechtigkeitsempfinden auch jenen Scharfsinn, diesen "Narrenhände beschmieren Tisch und Wände"-Faschisten Sven Böttcher überzeugend als das darzustellen, was er ist: Ein Verbrecher. Nicht mehr und nicht weniger. Leider ist Ihnen dabei etwas unterlaufen, was Marshal McLuhan einst so formulierte: "Moralische Entrüstung ist eine Methode, Idioten Würde zu verleihen."

    Dass ein solcher Euthanasie-Text sowohl bei "RUBIKON" als auch hier bei "KENFM-Standpunkte" veröffentlicht wurde, zeugt wohl mehr von Fahrlässigkeit als von Toleranz (als den Verdacht, der Andere könnte Recht haben). Und so verfasste ich nach meiner ersten Empörung angedenk des Herrn Literatur-Professors McLuhan und seiner Warnung keine so lange und empörte Stellungnahme wie Sie, sondern schrieb ganz bequem und kurz irgendwo ab:

    "Die Würde des (noch nicht ganz so alten) Menschen ist unantastbar."

    Daraufhin ereilte mich Mitkommentators-Kritik und ich ergänzte, dass dieser Sven Böttcher-Beitrag ein intellektueller Schwächeanfall des Herrn "Journalisten" gewesen sei. Aber dann kam die Kenfm-Zensur-Abteilung und radierte, löschte, entfernte, vernichtete gleich mehrere gegensätzliche, unschickliche Meinungen.

    Meinetwegen könnte das Jebsen-Team sogar "Mein Kampf" veröffentlichen, aber dann Zensur an Kommentaren zu üben ist ein deutliches Zeichen von Hybris. So antwortete ich dann später nachlegend mit einer Androhung von Konsequenz:

    "Klaus-Peter Kostag sagt:
    26. März 2020 at 10:14
    Mein erster Eintrag fiel entweder der Kenfm-Zensur, oder einem Hacker-Angriff zum Opfer. Sollte der jetzige ein ähnliches Schicksal erleiden, müsste ich mich aus Gründen der Selbstachtung von Kenfm verabschieden. Also wieder von vorn:
    "Die Würde des Menschen (unter 65) ist unantastbar""

    Und jetzt erlebe ich einen extremen Wandel. Plötzlich darf das, was mir wegzensiert wurde, sogar als neuer Tagesdosis-Artikel erscheinen. Unzensiert. Meine Meinung als Kommentatorsmensch: "Die Würde des Menschen ist unantastbar"

    Tschüss, KenFm! (nur so aus Selbstachtung), alles Gute für Eure Zukunft. Euer früherer Leser

    Klaus-Peter Kostag
    (+66 838320578)

    .

    • Man sollte mal genau drüber nachdenken wenn man mit diesen großen Worten "Die Würde des Menschen ist unantastbar" hantiert!
      Glücklicherweise hat das BVG erst vor kurzem die Würde des Menschen – auch in der Bestimmung über Leben oder Tod wieder hergestellt!
      https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/bvg20-012.html

      Man fragt sich ganz besorgt – oder vielleicht ist es in DE sogar ein "WERT" (?), dass man gar keinen Kontakt mit alten und schwer kranken Menschen hat und deshalb gar nicht weiß, ob und was die selber wollen im Fall einer schweren Erkrankung?!
      Die werden gerne ins Heim abgeschoben und alle Jubelwoche mal besucht – wenn überhaupt – kümmern sollen sich doch andere!
      Herr Kostag – bevor man hier ein auf "Ich bin ja so ein guter Mensch " macht und andere, die erkannt haben, dass zum Menschenwürdigen Leben auch dazu gehört, menschenwürdig zu sterben und das Menschen das selber entscheiden dürfen OHNE, dass sie an Maschinen angeschlossen OHNE ihre Liebsten sterben müssen – Hauptsache der € rollt – verunglimpft – gehen Sie zu den alten schwer kranken Menschen und FRAGEN Sie die nach ihren Wünschen!

    • MGT: mit welchem Recht maßen Sie sich an, darüber zu entscheiden, dass alte Menschen sterben sollen, wohlwollend sogar ganz kostengünstig im Kreise ihrer Liebsten?

    • @ routard
      Zitat: " mit welchem Recht maßen Sie sich an, darüber zu entscheiden, dass alte Menschen sterben sollen, wohlwollend sogar ganz kostengünstig im Kreise ihrer Liebsten?"
      Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass "alte Menschen sterben SOLLEN", weiß aber aus den Erfahrungen der letzten Jahre MIT alten und schwerkranken Menschen, dass sie NICHT ins Krankenhaus und totherapiert werden wollen!

      Und was meinen Sie, wie man stirbt? Was hat bitte "kostengünstig" mit "im Kreis ihrer Liebsten sterben wollen" zu tun?

      Falls Sie Eltern oder Großeltern haben, fargen Sie sie, ob die auf der Intensivstation eines KH an Maschinen angeschlossen werden wollen oder ob sie lieber Zuhause sterben!
      Hier mal für Sie aus dem Ärzteblatt – vielleicht wissen die das auch?
      https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/68021/Die-meisten-Patienten-wollen-zu-Hause-sterben
      "Nur sechs Prozent der Deutschen wollen nach Zahlen der Bertelsmann Stiftung in einem Krankenhaus sterben. Tatsächlich seien es aber 46 Prozent, erklärte deren Projekt-Manager Eckhard Volbracht.
      76 Prozent der Deutschen wollten dagegen lieber zu Hause sterben.
      Dieser Wunsch gehe jedoch nur bei 20 Prozent in Erfüllung."

    • Mit allem Respekt, bei mir wurde noch nie etwas szensiert hier. Ich kenne es aber von den Mainstreammedien her sehr gut. Wo da und dort einfach meine Kommentare nicht veröffentlich wurden, Immer in der grössten Vorsicht meiner Seite her die Nettiquette nicht zu verletzten! Nur weil möglicherweise meine Gedanken nicht in den Meinungsscript der Mainstream Propaganda gepasst haben 🙁 Wirklich traurig sowas. Das Problem ist ja, wir wissen weder was Sie geschrieben haben, noch was KenFM darüber denkt. Auch hier sollte dieser Kommentar mit Vorsicht von allen Dritten gelesen werden. Hätte er sie auf dem Szensur Radar, nur mal angenommen, wäre Ihr Artikel auch jetzt nicht erschienen, glauben Sie nicht das sie hier etwas zu übersensiblisiert reagieren? Würde Ihnen empfehlen, in der jetzigen Zeit wo eh alles bisschen vom Rad ist, noch sensibler und vorsichtiger die Dinge überdenken. Alle sind nur Menschen, zeigen sich eben auch so. Erlebe das gerade in in meinem Umfeld, wie hysterisch fast gewisse Leute reagieren, durch all die Propaganda die im Moment läuft. Leute die dich jetzt noch mehr schubladisieren, nur weil es jetzt dieser Zeitgeist zulässt. Hinter jedem Busch eine Gefahr sehen 🙂 Manche können damit einfach leider nicht umgehen, manche zeigen draussen schon schizophrene Züge. Jemand erzählte mir im Bekanntenkreis, eine Frau würde nur noch mit einer langen Pincette alles berühren. Jetzt kommen die verrücktsten Psychosen des Menschen zum Vorschein, das man vorher unter der Maske der Normalität gut verstecken konnte. Aber in der Angst vor dem Chaos draussen, kommt nun vieles hervor, was sonst gut verdeckt und verdrängt werden konnte. Jetzt ist eine spezielle Zeit, darum benötigt es jetzt auch eine spezielle Wahrnehmung und Sinnesschärfe…..

    • MGT: dann sollten Sie etwas weniger Dampf erzeugen. Sie behaupten nämlich besser als alle Anderen zu wissen, dass es angenehmer sei, im Kreise der Liebsten sicher zu sterben, als an einer teuren Beatmungsmaschine eventuell zu überleben, das können Sie doch selbst nachlesen in Ihrem eigenen Beitrag! Und ich sage Ihnen, wenn ich erkranken sollte, wäre mir die teure Beatmungsmaschine in einem sauberen Intensivzimmer allemal lieber. Sie können das für sich gerne anders sehen, aber bitte nicht in der Böttcherschen Art, den Sie ja in Schutz nehmen, alle Alten in den sicheren Tod schicken wollen. Das ist, Herr Rupp sagte es bereits, menschenverachtend.

  10. Was jemand sagt, ist entscheidend und nicht, ob er beim Schreiben gerade Bauchweh hatte oder sich ein Furunkel schmerzhaft bemerkbar machte. Böttchers Artikel ist völlig daneben und jeder kann es nachlesen. Es fehlt in dieser Krise völlig an Orientierung, viele quatschen irgendetwas in die Landschaft hinaus, ohne vorher mal inne zu halten. Danke an Rainer Rupp für seinen Beitrag aus dem Werkzeugkasten des Humanismus. In Grossbritannien gab es mal eine Fernsehshow, die Zuschauer sollten entscheiden, wer von den vielen Wartenden eine Dialysebehandlung bekommen sollte. Wenn Corona zu irgendetwas dient, dann dazu, festzustellen, ob man die Bevölkerung soweit hat, dass genügend Leute bereit sind, an so einem gruseligen Totentanz-Spiel teilzunehmen. Es gibt aber nicht nur zwei Wege, entweder die Jungen werden beatmet, oder die Alten! Es gibt z.B. auch den chinesischen Weg: in Windeseile genügend Intensivbetten errichten und Leute ausbilden, die die Geräte bedienen können, schnell, staatlich gelenkt, produziert, hergestellt. Das hätte sich auch Herr Böttcher, trotz seiner Vorerkrankungen, überlegen können, ist gar nicht so kompliziert.

  11. Tut mir leid, Herr Rupp, ihnen widersprechen zu müssen bezüglich des Artikels von Herrn Böttcher- denn SIE irren hier – ob es daran liegt, dass Sie wenig bis gar nicht mit alten und kranken Menschen bisher in Berührung gekommen sind weil Sie Niemanden kennen oder auch sonst wenig Kontakt zu dieser Bevölkerungsgruppe haben oder einfach nur weil es nicht IHR 'Arbeitsgebiet" ist?
    Soweit bekannt, ist Herr Böttcher selber MS – Erkrankter – eine unheilbare Krankheit, er hat etliche Zeit in Krankenhäusern verbracht und eventuell einen Einblick in die Welt dieser Menschen bekommen?
    Sie wären gutberaten gewesen, sich mal im "Gesundheitswesen" Deutschlands ganz praktisch umzuschauen, mit Betroffenen zu sprechen, vor allem auch mit diesen sehr alten Menschen – was die sich wünschen wenn sie denn schwer erkrankt sind!
    Die meisten wollen gar keine Lebensverlängerung, Therapien bis zum Tod sondern tatsächlich zu Hause im Kreis ihrer Liebsten sterben. Dafür gibt es die Palliativmedizin – die leider auch heute noch den meisten verwehrt wird durch die behandelnden Ärzte – da kann man nicht dran verdienen!
    Da gibt es auch ein Buch von einem Arzt mit dem Titel "Patient ohne Verfügung" – das klärt sehr gut auf und beinhaltet die Realität in DE!
    Ich weiß wovon ich spreche, ist mein nächster Angehöriger erst vor kurzem an einem Glioblastom verstorben und ich hätte ihm gerne vieles erspart, was ihm im dt. Gesundheitswesen da angetan wurde!
    Durch diese Erkrankung hatte ich viel Kontakte zu Betroffenen, in KH und anderen Einrichtungen…..

    Hätten Sie einfach mit dem Kollegen Böttcher gesprochen statt hier über ihn zu urteilen – vielleicht hätten Sie tatsächlich verstanden, dass ihr Artikel hier leider vieles ist aber in erster Linie zeigt, dass auch Sie nicht verstanden haben, dass der Tod zum Leben dazu gehört und dass Hoffnung auch das Übelste aller Übel wird wenn es das Leiden verlängert!

    Bitte bleiben Sie einfach in ihrem Spezialthema – das können Sie gut!

  12. Beim Namen Sven Böttcher fiel mir sofort dieses Interview ein:
    https://www.youtube.com/watch?v=fcZjpK85CHw
    Ken Jebsen zu Sven Böttcher, 3:28 Min. "…Wenn man angezählt ist oder akzeptieren muss, dass wir ja
    alle letztendlich angezählt (sind) …das Ableben wird präsenter. Wie geht man anders damit um? …"

    Sven Böttcher ist heute, wahrscheinlich mehr noch als damals in einer Ausnahmesituation. Sein Vertrauen in unser Gesundheitssystem war schon damals tief erschüttert. Seine Frustration heute muss
    riesengroß sein und die Vorstellung davon, dass er alt werden könnte, wird er längst aufgegeben haben. Daher wäre es schon angebracht, ihn zu fragen, wie er (der sich wahrscheinlich als Opfer
    unseres Gesundheitssystems sieht), das genau meint.

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