Tagesdosis 27.7.2017 – Die gottloseste Gegend der Welt (Podcast)

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Um Gottes Willen. So Gott will. Ach Gottchen. So wahr mir Gott helfe?

Die gottloseste Gegend der Welt. Dies bezog sich, laut einem Artikel des britischen Guardian aus dem Jahre 2012, auf Ostdeutschland[1]. Demnach hätte eine Studie folgende Ergebnisse dargelegt. 52,1% der Ostdeutschen seien Atheisten. Im Westen, des gleichen Landes, läge die Quote bei 10,3%.

Worauf basiert Gläubigkeit? Aus der familiären Prägung und Erziehung? Den staatlich verwurzelten und damit vermeintlich gesellschaftlichen Grundwerten? Wir leben in Zeiten radikaler Umbrüche. Weltweit existieren auf den Kontinenten Zustände, die den eigentlichen Möglichkeiten und Verpflichtungen, der so hoch entwickelten Zivilgesellschaft nun wahrlich nicht entsprechen. Wie lauten die Ziele? Wo soll die Reise eigentlich hingehen?

Die klassischen Glaubensgemeinschaften sind in gewisser Hinsicht Volksvereine mit rigiden Spielregeln für ihre Mitglieder. Ausnahmen werden geduldet, sind aber eigentlich unerwünscht. Vereinsmeierei nannte man das mal.

Was passiert täglich und in den vergangenen Jahrhunderten alles im Namen Gottes, Allahs und der anderen Vereinspräsidenten? Zuviel Schlechtes und wenig Gutes. Zuviel Hässliches und zu wenig Schönes.

Ich bin Atheist, schon immer. Ich persönlich lebe, für mich, existentielle Werte. Nächstenliebe, Intoleranz vermeiden. Verständnis, trotzdem Missstände formulieren. Hilfsbereitschaft, nach dem schlichten Prinzip, helfen wo man helfen kann. Sehr wichtig – Glaubwürdigkeit.

In der heutigen Ausgabe der Zeit fand ich folgenden Artikel[2]: Die gottloseste Gegend der Welt. Die Foren Beiträge, naja. Der Bürger und seine bedingten Flexibilitäten .

Bleiben wir mal in unserem Lande. Haben wir Kummer und Sorgen? Ja, sicherlich differenziert und individuell. Wann haben Sie das letzte Mal ein Pläuschken mit einem Nachbarn gehalten. Ihn gefragt, wie es ihm geht. Familie und so?

Ein letzter Gedanke, bezugnehmend auf kommende Jahre, mit hoffentlich viel Schönem und wenig Hässlichem. Wunschdenken.

Solidarität ist ein zartes Pflänzchen, kann aber zu einem starken Baum werden.

Quellen

[1] – https://www.theguardian.com/commentisfree/belief/2012/sep/22/atheism-east-germany-godless-place

[2] – http://www.zeit.de/sport/2017-07/atheismus-hochzeitskapelle-callenberg-osten-religion-ueberland

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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15 Kommentare zu: “Tagesdosis 27.7.2017 – Die gottloseste Gegend der Welt (Podcast)

  1. Der Autor ist Atheist, schon immer gewesen. So ganz ohne Erröten wird so etwas erzählt?
    Erstaunlich.

    „Auf Schellings brennende Frage: Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts, hat es
    schon immer zwei Typen von Antworten gegeben. Antworten des ersten Typs könnte man als
    Philosophie des „Hoppla“ bezeichnen. Das Universum ereignet sich ganz einfach, und es steckt nichts
    dahinter; alles ist letzlich beliebig und zufällig, es ist halt, es geschieht einfach – „Hoppla!“

    Der Name dieser Hoppla-Philosophie in der Moderne ist Legion, vom Positivismus bis zum
    Wissenschaftlichen Materialismus, von der Linguistischen Analyse bis zum HIstorischen
    Materialismus, vom Naturalismus bis zum Empirismus. Und so durchdacht und erwachsen sie
    gelegentlich auch zu sein scheint, sie läuft im Grunde doch immer auf dieselbe Antwort
    hinaus: Frag nicht!
    (…)
    Ich glaube, die „Antwort“ dieser „modernen und reifen“ Disziplinen – nämlich „Hoppla“
    und folglich „Frag nicht!“ – stellt so ziemlich das Infantiste an Reaktion dar, was überhaupt
    menschenmöglich ist.
    (…)“
    Ken Wilber: „Eros, Kosmos, Logos – eine Jahrtausend-Vision“; Frankfurt am Main, 2001

    *** Ganz meine Meinung.

    • Das wäre dann nach meinem Verständnis der „Gott“, von dem Sokrates sprach. Ich würde es heute lieber „Allgeist“ nennen. Es gibt ja auch in der Gott-Glaubenskultur Bräuche, die ich schön finde. Zum Beispiel die russischen Haus-Altäre. Gorki erzählt da immer so schön von seiner Großmutter, die dort jeden Tag ihrem Gott ihre Sorgen erzählte und ihn um Hilfe bat. Ich sehe das als fruchtbare Kommunikation mit dem „Über-Ich“ und das Über-Ich steht in ständigem Kontakt mit dem All-Geist.

    • A.S.Crane ist religiös, schon immer gewesen? So ganz ohne Erröten erzählt er das in aller Öffentlichkeit?

      Äh, was wolltes du jetzt eigentlich mitteilen? Ich meine du selber, so ganz ohne Steuerung durch eine fiktive allmächtige Autoritätsperson? Deine ganz persönliche Personifizierung Gottes? Alles ganz deine ureigene Meinung? Nichts davon ungeprüft übernommen? Sicher?

    • Sokrates, hat in seiner sog. „Verteidigungsrede“ vor seinem Todesurteil und in seiner Abschiedsrede nach dem Todesurteil, die sein Schüler Platon uns überliefert hat, den Ausdruck „Der Gott“ ganz sicher nicht zum „fürchten“ oder „besänftigen“ benutzt, sondern um auszudrücken, dass der einzelne Mensch „in Wahrheit nicht zur Weisheit taugt“.“Es scheint zwar von uns niemand etwas rechtes und Ordentliches zu wissen, Sie aber(alle die, die Sokrates auf ihr Wissen hin geprüft hatte) GLAUBEN etwas zu wissen und wissen doch nichts. Ich aber weiß zwar auch nichts, bilde es mir aber auch nicht ein. Es scheint also, dass ich um dieses wenige weiser sei, als sie“. Sokrates wollte nicht ungeprüft glauben, dass er „der Weiseste Grieche“ sein solle, wie es das Orakel von Delphi besagt hatte. Deshalb hat er eine lange Wanderschaft auf sich genommen, um alle möglichen Zünfte nach ihrem wahren Wissen zu befragen. Dabei fand er heraus, dass diese zwar sich selber und anderen besonders weise vorkamen, es aber nicht waren. „Und dieser Dünkel hob ihr wirkliches Wissen reichlich auf“. „Die Wahrheit kennt nur DER GOTT“, sagte er. Insofern ist es logisch, diesen Gott, den Sokrates damals meinte, heute als „Allgeist“ zu verstehen.
      Es täte gerade Dir, aber auch vielen anderen, glaub ich gut, Peter Pan, wenn Du Dir das mit dem Dünkel einmal gründlich durch den Kopf gehen ließest.

    • Ach Herr Specht, Sie waren doch gar nicht gemeint, wie Sie leicht hätten erkennen können, denn wiederholte die Worte des Herrn Crane aus einer anderen Sicht. Dennoch fühlen Sie sich immer angesprochen. Mit Ihrem Dünkel und Konkurrenzdenken, das Sie inzwischen zu einem lebendigen Feindbild ausgebaut haben, möchte ich auch weiterhin nichts zu tun haben:

      Es scheint also, dass ich um dieses wenige weiser sei, als sie. … Es täte gerade Dir, aber auch vielen anderen, glaub ich gut, Peter Pan, wenn Du Dir das mit dem Dünkel einmal gründlich durch den Kopf gehen ließest.

      Wenn es Sie erleichtert und Ihnen weiterhilft, dürfen Sie sich gerne für der Weisheit letzten Schluß halten, auch wenn ich sofort erkenne, daß es sich um eine ausgeprägte Dünkelei handelt. Offenbar brauchen Sie diese Selbstbeweihräucherung und Selbsterhöhung, die Sie hier im Forum ununterbrochen vorführen, äußerst dringend. Tja, da kann man nix machen, so isser halt, unser Herr Specht …

      Äh, Specht, duzen wir uns jetzt auf einmal wieder? Was denn nun? Ach ja, Ihr hoch und heilig öffentlich kundgetanes Versprechen, auf meine Kommentare nicht mehr einzugehen, ist das jetzt bereits obsolet? Und nicht zu vergessen: Erhalte ich irgendwann vielleicht doch noch Antworten auf meine Nachfragen zu Ihren bislang unbegründeten Behauptungen?

      Ehrlich, ich möchte Sie nicht duzen und auch nicht von Ihnen gedutzt werden. Wie war das nochmal mit dem gemeinsamen Schweinehüten? Muß mal recherchieren, woher dieser Ausdruck stammt. Können Sie sich nicht einfach mal daran halten, was Sie von anderen verlangen? Siezen oder duzen. Warum verhalten Sie sich (nicht nur) mir gegenüber so indifferent und wollen mir dann trotzdem immer wieder ihre eigenen Sichtweises aufdrängen, natürlich weiterhin unbelegt und unbegründet? Sie werfen anderen häufig Egozentrismus vor, weil Sie sich damit gut auskennen, darin einige Übung vorzuweisen haben?

    • Peter Pan: Zum hoffentlich letzten mal muss ich Ihre unredlichen Behauptungen hier klarstellen. Sie selbst haben mich hier bisher immer durchgehend geduzt! Da war es nur eine Sache der Höflichkeit von mir, Sie weiterhin zurückzuduzen. Außerdem fehlt es ihnen auch sonst immer an Achtsamkeit. Ich habe extra einen Hinweis geschrieben, dass dies Kommentar eigentlich weiter unten stehen sollte, weil es eine Antwort auf Ihren unverständigen Kommentar zu meinem weiter unten ist.

    • Na dann hoffe ich mal, mein lieber Herr Specht, daß Sie dieses weitere öffentliche Versprechen auch einhalten und nicht wieder am nächsten Tag rückfällig werden:

      Peter Pan: Zum hoffentlich letzten mal muss ich Ihre unredlichen Behauptungen hier klarstellen. Sie selbst haben mich hier bisher immer durchgehend geduzt! Da war es nur eine Sache der Höflichkeit von mir, Sie weiterhin zurückzuduzen. Außerdem fehlt es ihnen auch sonst immer an Achtsamkeit. Ich habe extra einen Hinweis geschrieben, dass dies Kommentar eigentlich weiter unten stehen sollte, weil es eine Antwort auf Ihren unverständigen Kommentar zu meinem weiter unten ist.

      Ja, und was ist eigentlich mit Ihrer eigenen Unredlichkeit. Wollen Sie diese auch weiterhin leugnen? Oder gibt es vielleicht in Naher Zukunft eine Antwort auf die Frage nach Ihren zahlreichen unbelegten Behauptungen, z.B. daß die Polkappen unter anderem von Rußland künstlich abgeschmolzen würden, und daß es dadurch auf der ganzen Welt spürbar kälter geworden sei? Oder Ihre Behauptung, daß die Menschen durch den seit Hunderttausenden von Jahren anhaltenden Verzehr von Tieren und Tierprodukten destruktiv geworden seien? Sie behaupten ständig irgendwelchen Nonsens, und wenn man nach Belegen und Beweisen fragt, wiegen Sie sich in Schweigen. Ist das die Handlungsweise eines ernstzunehmenden Menschen? Ich fürchte, nicht.

    • Außerdem werfen Sie hier jetzt sogar schon die Kommentatoren durcheinander. Sie haben ganz offensichtlich ein erhebliches Aufmerksamkeitsdefizit. Das mit dem Schweinehüten war nämlich nicht ich, sondern Herr Schürer!

    • Tja, das kann passieren, wenn man ständig mit der Tatsache konfrontiert ist, daß angeblich unterschiedliche Autoren sich zum Verwechseln ähnlicher Formulierungen bedienen. Naja, vielleicht haben die ja auch nur alle voneinander abgeschrieben, Filterblase und so … Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht, nicht wahr?

      Weiterhin verweigern Sie die Beantwortung berechtigter Nachfragen zu zahlreichen beleglos aufgestellten Behauptungen. Was ist eigentlich mit Ihrer eigenen Unredlichkeit. Wollen Sie diese auch weiterhin leugnen? Oder gibt es vielleicht in Naher Zukunft eine Antwort auf die Frage nach Ihren zahlreichen unbelegten Behauptungen, z.B. daß die Polkappen unter anderem von Rußland künstlich abgeschmolzen würden, und daß es dadurch auf der ganzen Welt spürbar kälter geworden sei? Oder Ihre Behauptung, daß die Menschen durch den seit Hunderttausenden von Jahren anhaltenden Verzehr von Tieren und Tierprodukten destruktiv geworden seien? Sie behaupten ständig irgendwelchen Nonsens, und wenn man nach Belegen und Beweisen fragt, wiegen Sie sich in Schweigen. Ist das die Handlungsweise eines ernstzunehmenden Menschen? Ich fürchte, nicht.

  2. Von „Gott“ gibt es wahrscheinlich so viele Interpretationen, wie es Menschen gibt. In den abstrakteren Bereichen unseres Denkens genügt oft die Sprache nicht mehr, kann zwei-oder mehrdeutig werden.

    • Ich kann den Gott, von dem z.B. Sokrates sprach, nicht unbedingt gleichsetzen mit dem Gott, an den ein regelmäßiger Kirchgänger und Beichtstuhlbesucher glaubt.

    • Naja, zu Sokrates‘ Zeiten „gab“ es nicht nur einen Gott, sondern viele, davon auch einige, die sich so eifersüchtig benahmen wie Jehova, der wütende Berggott, dem sich einst ein gewisser Moses unterwarf. Übrigens wurden schon in der Antike immer nur jene Götter angebetet, vor denen man sich fürchten mußte, weil sie bösartig waren. Das Gebet diente der vermeintlichen Beruhigung und Besänftigung dieser „Götter“. Zudem gaben sich im Laufe der Zeit immer wieder weltliche Herrscher als Götter aus und setzten die erwartete Anbetung und Anerkennung immer gewalttätig durch.

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