Tagesdosis 27.7.2018 – Angst vor dem Frieden

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Vor dem Hintergrund der hysterischen westlichen Kriegshetze gegen Russland, hat das Ergebnis des Helsinki-Gipfeltreffens zwischen den Präsidenten Trump und Putin eindringlich gezeigt, dass es trotz aller Gegensätze Tausend Mal besser ist, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen! Leider sehen das die medialen und militärpolitischen „Eliten“ des Westens in ihrer Abgehobenheit von der Basis des Volkes nicht so. Denn Frieden und Ausgleich zwischen den Völkern würde das Geschäftsmodell zerstören, in dem sie Karriere gemacht haben und reich geworden sind.

Im Vorfeld des Helsinki-Gipfels überschlugen sich auch im deutschen Medienwald die Warnungen. Im „Qualitätsmedium“ Deutschlandfunk alarmierte der hauseigene Kommentator Thilo Kößler „vor einem neuen Pakt zwischen Trump und Wladimir Putin“, und zwar mit einer Eindringlichkeit, als ob Genosse Stalin höchstpersönlich noch im Kreml residieren würde.

Und warum war das Trump-Putin Treffen laut Kößler so „brandgefährlich“? Ganz klar! Weil der unberechenbare Trump (Zitat) „Hand an die globale Sicherheitsordnung legt“. Und die Bildzeitung titelte mit ihrer üblichen Balkenüberschrift: „TRUMP TRIFFT PUTIN. Wie gefährlich wird dieser Gipfel für uns?“

Als die US-Präsidenten von Bush-Senior über Clinton, über den Dummkopf Bush Junior bis hin zum „fake“ Friedensnobelpreisträger Obama im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika einen Angriffskrieg nach dem anderen angezettelt haben, mit Millionen von Toten und Zig Millionen Flüchtlingen, da war für die Presstituierten vom Deutschlandfunk bis Bild, vom Allgemeinen Regierungsdienst ARD bis zum Zentralen Dummfunk ZDF die Welt noch in Ordnung. Das waren nämlich gute Kriege, die von guten US-Präsidenten, nämlich von den Führern der freien Welt im Namen von Demokratie und Menschenrechte und – nicht zuletzt – für die freie Wirtschaft des globalen Marktes geführt wurden.

Aber Trump? Dieser ungehobelte Bösewicht und Frauenfeind ist gegen den von allen Handelshindernissen entrumpelten globalen Markt. Zudem hat er – obwohl er bereits 18 Monate im Amt ist – nicht wie seine Vorgänger immer noch keinen neuen Krieg angefangen,. Und – um die Sache auf die Spitze zu treiben – ist er an der Nordatlantischen Terror Organisation NATO nicht besonders interessiert und stattdessen will er – oh Schreck, oh Schreck – auch noch den Ausgleich und eine echte Partnerschaft mit Russland. Ausgerechnet mit Russland, das doch ein ausgesprochener Feind der von den US-Eliten gesteuerten neo-liberalen Weltordnung ist. Kein Wunder dass so mache „Experten“ und Presstituierte dem US-Präsidenten Trump lauthals „Verrat“ vorgeworfen haben.

Für die sicherheitspolitischen „Experten“ des Westens wäre eine Einigung mit Russland der reine Frevel. In über zwei Jahrzehnten globaler Alleinherrschaft als einzige Supermacht hat das US-Establishment die hohe Kunst der Diplomatie verlernt. Man versuchte gar nicht erst, mit Staaten und Regierungen, die sich andere politische und gesellschaftliche Prioritäten gesetzt hatten, einvernehmlich auszukommen. Stattdessen hat sich Washington in den letzten Jahrzehnten zunehmend mit der einfachen Methode erpresserischer Drohungen und kriegerischer Interventionen durchgesetzt.

Mit diesem Geschäftsmodell, das die angeblich „liberale“, westliche Weltordnung des globalen Marktes absichert, haben ganze Generationen von Politikern, „Experten“ und Journalisten in den USA und den verbündeten Ländern Karriere gemacht. Und dank der großzügigen Zuwendungen des rüstungs- und sicherheitstechnischen, industriellen Komplexes sind sie dabei in der Regel auch sehr reich geworden. Dies ist ihre Welt! Aber durch die möglichen Folgen des Trump-Putin-Gipfels sehen sie ihre Welt in ernster Gefahr.

Wenn wir diesen Eliten, die sich nach außen so freiheitlich, demokratisch und humanitär gebärden, nicht Einhalt gebieten und sie an der „Ostfront“ weiter zündeln lassen, dann wird die Lage früher oder später unkontrollierbar, mit nicht zu übersehenden Folgen für uns alle. Allein die Tatsache, dass Teile unserer „Eliten“ die Grenze zu Russland inzwischen wieder als „Ostfront“ bezeichnen, spricht für sich selbst. Es zeigt die Richtung, in die sie die zahmen Bürgerschafe treiben wollen.

Jede neue Eskalation der westlicher Sanktionen gegen Russland, jede weitere, aggressive, militärische Machtdemonstration an den Grenzen Russlands, die an Zahl und Umfang rasant zunehmen, wird von unseren „Eliten“ in Politik und Medien als ein Beitrag zu unserer Sicherheit verkauft. Das dürfen wir ihnen auf keinen Fall abkaufen. Stattdessen sollten wir alle daran erinnern, dass man auch im Westen, sogar in der NATO, bereits Mitte der 1980er Jahre schon einmal zu Erkenntnis gekommen war, dass eine wahre Sicherheitspolitik nur dann funktioniert und beständig ist, wenn meine Sicherheit auch die Sicherheit der Gegenseite bedeutet.

Dagegen trägt es nicht zur Sicherheit bei, auch nicht zur eigenen, wenn ich mich im Alleingang bis an die Zähne mit immer neuen Militärtechnologien bewaffne. Das untergräbt die Sicherheit meines Gegenübers. Trotz aller Beteuerungen meiner friedlichen Absichten fühlt sich mein Gegenüber zu Recht bedroht. Die Folgen sind Wettrüsten, riesige Verschwendung öffentlicher Gelder und ein Goldregen für den rüstungs-industriellen Komplex. Aber Sicherheit ist zu keinem Zeitpunkt geschaffen worden.

Sicherheit kann stattdessen nur erreicht werden, wenn man auf der Suche nach einem militärischen Gleichgewicht auf möglichst niedrigem Niveau konstruktiv und mit großer Transparenz mit der Gegenseite verhandelt. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass meine Sicherheit zugleich Sicherheit für den anderen bedeuten muss. Von dieser fundamentalen Erkenntnis, die sich ab Mitte der 1980er auch in der NATO im Umgang mit dem Warschauer Vertrag durchgesetzt hatte, sind die militärpolitischen Eliten des Westen heute wieder Lichtjahre entfernt. Denn sie wollen ihr verbrecherisches Geschäftsmodel erhalten.

Machen wir uns nichts vor! Lassen wir uns nicht von den Humanitätsduseleien und demokratischen Sperenzchen unserer „Eliten“ Sand in die Augen streuen. Denn wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass das Geschäftsmodell dieser Bande auf Zerstörung, Hunger, Krankheit und Tod für Millionen Menschen beruht, und auf der Vertreibung ganzer Völkerschaften. Ein Blick auf die Lage im Nahen- und Mittleren Osten genügt. Wie unendlich viel besser ginge es dort den Menschen heute, wenn die USA und ihre westlichen Mittäter, einschließlich Deutschland, sie nicht mit militärischer „Demokratie-Hilfe“ und „freier“ Märkte beglückt hätten.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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10 Kommentare zu: “Tagesdosis 27.7.2018 – Angst vor dem Frieden

  1. Für den sinnvollen Beitrag ein Dankeschön an Herrn Rainer Rupp. Folgende Hinweise von mir:

    TRUMP hat DEAL aus 2007 heute mit der EU für US-FLÜSSIG-GAS umgesetzt

    Ich beziehe mich auf einen Vortrag im GEORGE C. MARSHALL-CENTER in Garmisch Partenkirchen, einer Einrichtung des US-Verteidigungsministeriums, aus Mai 2007. Der Vortragende war Colonel Richard J. Anderson, U.S. Army. Er war in 2006/2007 Teilhaber von „The Senior Fellows Program in the College of International and Security Studies of the George C. Marshall European Center for Security Studies in
    Garmisch Partenkirchen, und ist derzeit „Seniorlevel educational institution Military Fellow of the
    International Security Studies Program of the Fletcher School at Tufts University, Massachusetts, United States.

    Überschrift des 58-seitigen englischen Vortrages in Bayern:

    Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas: Perspektiven und Empfehlungen für eine langfristige Strategie

    Auszüge daraus:

    Von unabhängigen Quellen überprüfte Erklärung lieferte GAZPROM GAS-Lieferungen von 156,1 Mrd. m 3 an die EU im Jahr 2005. Im Vergleich mit den Zahlen von BP für 2005, für europäische Importe von sowohl Pipeline-Gas als auch verflüssigtem Erdgas (LNG). Die gesamten europäischen Gasimporte beliefen sich auf 413,46 Mrd. m 3, von denen 356,86 Mrd. m 3 geliefert wurden per Pipeline und 47,6 Milliarden m 3 über LNG auf Containerschiff. …..

    Während die Ölpreise weltweit nur sehr geringfügig schwankten, zeigte Erdgas dramatisch die Auswirkungen regionaler Märkte. Erdgaspreise lagen in den USA im Durchschnitt bei 8,79 $ pro Millionen Btu, während sie in der EU im Durchschnitt 6,28 $ und in Japan wegen eines günstigen langfristigen LNG Vertrages mit Malaysia, nur 6,05 $ betrugen. Die Weltmarktpreise für verschiedene Erdgasarten variierten sogar um 31%. Öl- und Gaspreisdaten aus British Petroleum (BP) Statistical Review, „Spot Crude Prices: Von 1972“ und Natural Gaspreise – von 1984, http://www.investis.com/bp_acc_ia/stat_review_05/htdocs/reports/report_20.html und http://www.investis.com/bp_acc_ia/stat_review_05/htdocs/reports/report_21.html. ….

    Im Januar 2007 erklärte der Iranische Oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, dass Teheran und Moskau ernsthaft überlegen sollten, ein Gaskartell zu bilden. Er bemerkte, dass der Iran und Russland zusammen die Hälfte der weltweiten Gasreserven halten, und fügte hinzu, dass „die zwei Länder durch gegenseitige Zusammenarbeit eine Organisation der Gasexporte“ gründen könnten, wie die OPEC Länder mit Erdöl. ….

    Die Nord Stream Pipline ist ein Paradebeispiel dafür, wie weit die EU von einer wirklich einheitlichen Energie entfernt ist und zeigt, wie die Energieprobleme eines souveränen Staates möglicherweise die politische Solidarität der EU untergräbt. Aus Sicht von Unternehmensverträgen kann es auch das
    Ende für E.ON und BASF sein, um aus dem Geschäft zurückzutreten. In Zukunft dürfen solche Geschäfte niemals von einem EU-Mitglied (wie Deutschlanbd) einseitig ausgehandelt werden. Eine der wichtigsten Stärken, die die EU haben kann ist die Verhandlung als einziger Energieversorger. Es ist seine enorme Position auf der Verbraucherseite der Versorgungsnachfrage, wenn sie als eine Stimme spricht. Individuelle Staaten und Verbraucher spielen Gazprom eindeutig in die Hände. Eine einheitliche EU könnte (und könnte in der Zukunft) verhandeln mit Russland über ein nahezu identisches Projekt. Eine Pipeline durch Lettland (mit einer Filiale in Estland), Litauen, Polen und weiter nach Deutschland
    Diese kosten wesentlich weniger als der Nord Stream und koennten mit Russland unter Auflagen verhandelt werden. Ein einheitlicher EU-Gaspreis und Transitgebühren könnten dann nur im Rahmen eines EU-Energieabkommen greifen. Vermutlich konnten auch für Gazprom zufriedenstellende Bedingungen erreicht werden, würde es einen Marktpreis erreichen, die EU-Kunden zahlen, ohne Transitgebühren an Nicht-EU-Länder zu verlieren. Deutschland, das einseitig handelte, hat wahrscheinlich eine solche Gelegenheit verschwendet. ….

    Der Aufbau einer solchen „EU only“ – Pipeline aus Russland würde nur das Volumen von Gazprom erhöhen. Wenn aus irgendeinem Grund das Nord Stream-Projekt beendet wird, dann könnte die EU
    über eine solche Position verhandeln. Aber es wäre immer noch am weisesten, zu diversifizieren
    weg von russischem Gas, anstatt einfach die Wege seiner Lieferung zu diversifizieren. Eine zusätzliche
    Pipeline aus Russland anstelle des Nord Stream könnte nur durch eine Routensicherheit gerechtfertigt werden. Die Pipeline könnte von den NATO-Streitkräften bei terroristischen Aktivitäten gegen Energie ausfall gesichert werden. Ziele, einer solchen Route könnte zusätzliche Sicherheit im Falle der Unterbrechung einer anderen Route bieten. Anstatt Ressourcen zu nutzen, um die Lieferwege für russisches Gas zu diversifizieren, wie Deutschland Im Einklang mit der Nord Stream sollte das Gesamtziel der EU darin bestehen, von der Nutzung von russischem Gas abzuweichen. ….

    Die Kosten für LNG-Terminals in ganz Europa sind sehr unterschiedlich, von 300 Millionen Dollar bis hin zu wie geplant 800 Millionen Dollar, abhängig von einer Vielzahl von Faktoren wie bestehende Hafenanlagen und Infrastruktur zu lokalen Arbeits- und Materialkosten. 600 Millionen Dollar als grobe Planungszahl pro Terminal ist ein angemessener Durchschnitt. Für eine Investition von 6 Milliarden US-Dollar, könnten die EU Staaten zehn Terminals bauen und ihr jährliches Importvolumen von Erdgas durch LNG um etwa 100 Milliarden m 3 / Jahr erhöhen. Ironischerweise ist der Nord Stream von Russland nach Deutschland etwa 5 Milliarden Dollar teuer und letztlich 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr liefern. Also fast zweimal die Kapazität wie die Nord Stream könnten von 10 Terminals zu einem ähnlichen Preis bezogen werden. Was übrigbleibt ist natürlich der zukünftige Preis von LNG gegenüber dem Pipeline-Gas. In dieser Hinsicht könnte Deutschland noch immer eine gute Investition germacht haben, aber sie werden keinem ihrer EU – Nachbarn im Osten geholfen haben (mit zusätzlichen Durchleitungs-Gebühren für Gas). Auch wenn es 2007 kurzfristig schwer vorhersehbar ist, ist es ziemlich vernünftig anzunehmen: Längerfristig wird LNG mehr zu einem global gehandelten Rohstoff werden, vor allem wenn es in größeren Anlagen produziert wird, wodurch es wettbewerbsfähiger mit dem Preis von (russischen) Pipeline-Gas wird. …..

    gezeichnet:

    The George C. Marshall European Center for Security Studies
    Director: Dr. John P. Rose
    Deputy Director (US): James Q. Roberts
    Deputy Director (GE): GENERALMAJOR (Ret.) Justus Gräbner, GEA ( vormals Bundeswehr )
    College of International and Security Studies
    Dean: Michael N. Schmitt
    Chief of Staff: COL (Ret.) Ralph R. „Rick“ Steinke, USA

    Hier haben wir wieder einen Beleg, also keine Verschwörungstheorie, wie bereits im Jahre 2007, und weit vor Donald Trump, sogenannte THINK TANKS im schönen Bayern eine Grundlage für GAS-TANKER-DEALS aus den USA legen. Eine Milliarden Dollar Investition der EU soll rund 130.000 neue Arbeitsplätze in den USA (!) schaffen und die EU mit dem Hauptsponsor Deutschland soll dafür zahlen – später mit dreimal höheren Gaspreisen wie heute, für die deutschen Verbraucher.

    Das ist AMERIKA FIRST – Made in Germany – Made in Garmisch-Partenkirchen.

    Wahrscheinlich ist der lang eingerührte Gasdeal von Trumps Wahlkampfspendenunterstützern aus der US-Öl- und Gasindustrie der Grund, warum er sich mit ANGELA so gut versteht. JUNKER hat nun für die EU gestern den Liefervertrag für LNG-GAS aus den USA unterzeichnet. Trump hat seine Erwartungen für die US-Öl- und Gasindustrie in Europa erstmal erfüllt.

    Eine herzlichen Dank an SEEHOFER & MERKEL, welche das George C. Marshall Center in Bayern mit rund 25 Millionen Euro jährlich unterstützen.

    Gratulation von mir auch an die hervorragende Lobbyarbeit der US-GAS-Industrie und insbesondere an das George C. Marshall-Center in Garmisch für die Überlassung der Vorträge.

  2. Wenn Donald Trump beispielsweise den G7 Gipfel an den Rand des Scheiterns bringt, dann muss dies nicht unbedingt falsch sein. Schließlich hat man auch nicht sonderlich den Verdacht, dass dieser Gipfel sehr zielführend ist.

    Allerdings scheint es jetzt doch ein Einknicken von Donald Trump bezüglich des Handelsstreits mit der EU gegeben zu haben.

    Dieses könnte damit zu erklären sein, dass Trump mehrere Goldman Sachs Ex-Banker in seiner Regierung hat, die den derzeitigen Handel auch nicht arg falsch finden, und dass er selbst auch keinen richtigen Plan hat, wie die derzeitigen Probleme gelöst werden könnten.

    Unsere Regierungen müssten eigentlich hart daran arbeiten, dass Alternativen zum derzeitigen Bankensystem erarbeitet werden, aber wenn doch in der US-Regierung so viele Ex-Goldman-Sachs Beschäftigte sind?

    Gemäß eines Spiegel-Artikels vom 27.07. sieht Frau von der Leyen keine hinreichend harte Linie Trumps gegen Russland.

    Wenn sie aber bei Donald Trump Planlosigkeit bemängelt, dann ist sie selbst doch wegen ihrer Zugehörigkeit zur CDU doch eben gerade in der Partei, die mit aus dem Nichts geschöpften Zuwendungen des Finanzsektors ihre Wähler akquiriert. Die Banken sind wie es dieser kenFM-Arikel richtig erkennt, eher nicht an einem guten Einvernehmen mit Russland interessiert.

  3. Moin, Rainer Rupp,

    „(…) dass es trotz aller Gegensätze Tausend Mal besser ist, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen!“

    Gewiss ist es das, nur bleibt die Frage, ob der US-Imperialismus (hier die Fraktion, die sich gegen Trump positioniert) diese Haltung teilt?
    Nur wenige Tage nach Helsinki fuhr Junkers (mit welcher Legitimation?) in die USA, um die Sanktionspoliktik der USA zu verhindern. Am Ende wurde Europa erpresst, das dreckige Frackinggas und diese verflixten genmanipulierten Sojabohnen zu kaufen, um die Zölle auf die europäischen Autoexporte zu verhindern! Nebenbei natuerlich auch Putin in die Suppe zu Spucken. Nun haben wir es bei Junkers mit einem vermutlich Alkohokranken zu tun, der leider, ähnlich wie Jelzin seinerzeit, so standfest ist wie ein auf den Kopf gestellter Kegel.
    Aber wenn solche Erpressungen (Deals wie Trump sie nennt) nicht funktionieren wuerden, dann käme Plan B zum Einsatz. Und das hiesse letztendlich Krieg! Der Imperialismus schafft sich Situationen durch die Monopolisierung, die es ihm ermöglichen die Pistole an die Schläfe des Gegenueber zu halten.

  4. Entering a 1984 Tripolar World Order, Trump-Style
    Or Implementing the Sino-Russian Blueprint for a Tripolar World Order
    By Michael T. Klare
    Global Research, July 25, 2018
    TomDispatch 24 July 2018

    The pundits and politicians generally take it for granted that President Trump lacks a coherent foreign policy. They believe that he acts solely out of spite, caprice, and political opportunism — lashing out at U.S. allies like Germany’s Angela Merkel and England’s Theresa May only to embrace authoritarian rulers like Russia’s Vladimir Putin and North Korea’s Kim Jong-un. His instinctive rancor and impulsiveness seemed on full display during his recent trip to Europe, where he lambasted Merkel, undercut May, and then, in an extraordinary meeting with Putin, dismissed any concerns over Russian meddling in the 2016 American presidential election (before half-walking his own comments back).

    “Nobody knows when Trump is doing international diplomacy and when he is doing election campaigning in Montana,” commented Danish defense minister Claus Hjort Frederiksen following the summit. “It is difficult to decode what policy the American president is promoting. There is a complete unpredictability in this.”

    While that reaction may be typical, it’s a mistake to assume that Trump lacks a coherent foreign-policy blueprint. In fact, an examination of his campaign speeches and his actions since entering the Oval Office — including his appearance with Putin — reflect his adherence to a core strategic concept: the urge to establish a tripolar world order, one that was, curiously enough, first envisioned by Russian and Chinese leaders in 1997 and one that they have relentlessly pursued ever since.

    Such a tripolar order — in which Russia, China, and the U.S. would each assume responsibility for maintaining stability within their own respective spheres of influence while cooperating to resolve disputes wherever those spheres overlap — breaks radically with the end-of-the-Cold-War paradigm. During those heady years, the United States was the dominant world power and lorded it over most of the rest of the planet with the aid of its loyal NATO allies.

    For Russian and Chinese leaders, such a “unipolar” system was considered anathema. After all, it granted the United States a hegemonic role in world affairs while denying them what they considered their rightful place as America’s equals. Not surprisingly, destroying such a system and replacing it with a tripolar one has been their strategic objective since the late 1990s — and now an American president has zealously embraced that disruptive project as his own.

    The Sino-Russian Master Plan

    The joint Russian-Chinese project to undermine the unipolar world system was first set in motion when then-Chinese President Jiang Zemin conferred with then-Russian President Boris Yeltsin (image on the right) during a state visit to Moscow in April 1997. Restoring close relations with Russia while building a common front against U.S. global dominance was reportedly the purpose of Jiang’s trip.

    “Some are pushing toward a world with one center,” said Yeltsin at the time. “We want the world to be multipolar, to have several focal points. These will form the basis for a new world order.”

    This outlook was inscribed in a “Joint Declaration on a Multipolar World and the Establishment of a New International Order,” signed by the two leaders on April 23, 1997. Although phrased in grandiose language (as its title suggests), the declaration remains worth reading as it contains most of the core principles on which Donald Trump’s foreign policy now rests.

    At its heart lay a condemnation of global hegemony — the drive by any single nation to dominate world affairs — along with a call for the establishment of a “multipolar” international order. It went on to espouse other key precepts that would now be considered Trumpian, including unqualified respect for state sovereignty, non-interference in the domestic affairs of other states (code for no discussion of their human rights abuses), and the pursuit of mutual economic advantage.

    Yeltsin would resign as president in December 1999, while Jiang would complete his term in March 2003. Their successors, Vladimir Putin and Hu Jintao, would, however, continue to build on that 1997 foundational document, issuing their own blueprint for a tripolar world in 2005.
    (…)
    Donald Trump Climbs on Board

    There is no way to know whether Donald Trump was ever aware — no matter how indirectly — of such Sino-Russian goals or planning, but there can be no question that, in his own fashion and for his own reasons, he has absorbed their fundamental principles. As his recent assaults on NATO and his embrace of the Russian president suggest, he is visibly seeking to create the very tripolar world once envisioned by Boris Yeltsin and Jiang Zemin and zealously promoted by Vladimir Putin ever since he assumed office.
    (…)
    And despite the furor his warm embrace of Putin triggered in Washington, Trump doubled down on his strategic concept by inviting the Russian leader to the White House for another round of one-on-one talks this fall. According to White House press secretary Sarah Sanders, National Security Advisor John Bolton is already in preparatory talks with the Kremlin for such a meeting.
    (…)
    Will this system prove more stable and durable than the crumbling unipolar world order it’s replacing? Who knows? If Russia, China, and the United States were of approximately equal strength, it might indeed theoretically prevent one party from launching a full-scale conflict with another, lest the aggrieved country join the third power, overwhelming the aggressor.

    Eerily enough, this reflects the future world as envisioned in George Orwell’s dystopian novel 1984 — a world in which three great-power clusters, Oceania, Eurasia, and Eastasia, contend for global dominance, periodically forming new two-against-one alliances. However, as the United States currently possesses significantly greater military power than Russia and China combined, that equation doesn’t really apply and so, despite the mammoth nuclear arsenals of all three countries, the possibility of a U.S.-initiated war cannot be ruled out. In a system of ever-competing super-states, the risk of crisis and confrontation will always be present, along with the potential for nuclear escalation.

    One thing we can be reasonably sure of, however, regarding such a system is that smaller, weaker states, and minority peoples everywhere will be given even shorter shrift than at present when caught in any competitive jousting for influence among the three main competitors (and their proxies). This is the crucial lesson to be drawn from the grim fighting still ongoing in Syria and eastern Ukraine: you are only worth something as long as you do the bidding of your superpower patron. When your utility is exhausted — or you’re unfortunate enough to be trapped in a zone of contention — your life is worth nothing. No lasting peace is attainable in such an environment and so, just as in Orwell’s 1984, war — or preparing for war — will be a perpetual condition of life.
    https://www.globalresearch.ca/entering-a-1984-tripolar-world-order-trump-style/5648526

    Anmerkung: Die im Artikel genannten „Staatenlenker“ repräsentieren lediglich Gruppierungen, sehr einflussreicher und mächtiger Interessen im Hintergrund und in keiner dieser „Ordnungen“ kommen aktuell, eher das Gegenteil, die Interessen des „Souveräns“ zum Ausdruck.
    Z.B. denkt man in letzter Zeit, entsprechend des neoliberalen Zeitgeists, auch in Russland immer häufiger über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nach.
    Als Bsp. zu den Machtverhältnissen innerhalb der Gruppierungen, ich denke es war Ende letzten Jahres, als eine chinesische Delegation in die Staaten reiste. Jack Ma (Alibaba) und Präsident Xi waren dabei. Präsident Trump traf sich zuerst mit Jack Ma.

    • Moin, Box, wäre es möglich den/die Kommentare, aus dem Englischen ins Deutsche zu uebersetzen? Vielleicht als Zusammenfassung? Denn:
      1. Bin ich der englischen Sprache nicht so mächtig, als dass ich Ihren (kopierten) Kommentar verstehe und
      2. hab‘ ich so meine Schwierigkeiten die ueber uns gekommene Angewohnheit alles und jeden Schiet auf englisch, der Herrschaftssprache (wie damals in der Antike griechisch oder lateinisch) zu sagen und zu schreiben mitzumachen.

      Mit freundlichen Gruessen Hog1951

    • Ich hoffe es genügt eine kurze Zusammenfassung, Texte sinngemäß zu übersetzen, ist eine langwierige Angelegenheit.

      Im Artikel steht, daß Donald Trumps Politik nur vordergründig chaotisch wirkt. Im Hintergrund aber darauf abziehlt, was Ende der 90er zwischen Russland und China vereinbart wurde, nämlich nicht die Weltherrschaft durch eine einzige Nation zu akzeptieren.

      Angestrebt wird eine dreigeteilte Welt, USA, Russland und China, mit ihren jeweiligen Einflußsphären und Stellvertretern.
      Der Autor stellt die Parallele zu Orwells Dystopie 1984 mit Ozeanien, Eurasien und Ostasien her, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist (also mit permanenten Krieg oder zumindest der Vorbereitung darauf und Bevölkerungskontrolle, Anm.: da das System ständig wachsen muß, muß man ja permanent jemand anderem etwas wegnehmen).

      Kleinere Nationen brauchen den Schutz eines Hegemons und haben dann schließlich Pech, wenn sie ihre Nützlichkeit verlieren oder in einen Interessenkonflikt zwischen den Großmächten geraten.

      Anm.: Also im Grunde nicht viel anders wie gerade eben.

      MfG

    • Michael T. Klare schätzt derzeit die USA als mächtigste Militärmacht, stärker als Russland und China zusammen, ein?
      Wladimir Putin hatte bereits am 1. März dieses alles verändernden Jahres 2018 ein lange zuvor zur Warnung angedrohtes Waffensystem als handlungsbereit vorgestellt:
      Eine nicht abwehrbare nukleare Unterwasserdrohnenarmada.

      Die bisher so angenehm militärisch vorteilhafte US-Insellage hat sich dadurch in genau das Gegenteil gewendet. Mehr als 80% der US-Bevölkerung lebt in Küstennähe. Wenn da nur alle hundert Kilometer (winzige 200 Stück Poseidon) eine 100 Megatonnenbombe oberhalb der Wasserlinie gezündet würde . . . und so eine in der Spitze 500 kmh schnelle Unterwasserkavitationsrakete schaffte das mit Sicherheit.

      Experten rechnen trotz Überwasserexplosion mit enormer Flutwelle und die Druckwelle/Luft sowie Strahlung ist mehrfach stärker, als bei einer Unterwasser-Zündung.
      Mit dieser (den Russen 2002 durch die Kündigung des ABM-Vertrages aufgezwungenen militärischen Wachwerdung des Bären) Anullierung, einer geradezu Zerstäubung des früher existierenden Gleichgewichts des Schreckens, sind die Voraussetzungen, von denen Klare ausgeht hinfällig.

      Statt die jahrtausendealten Erfolgsstrategie „Teile und herrsche“ anzuwenden, wurden China und Russland absehbar zur Partnerschaft gezwungen. Zum anderen unternehmen die USA alles, möglichst die gesamte Restwelt gegen sich zu vereinen. Aus gutem Grund:
      https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/der-kommende-zusammenbruch/

  5. Eine hervorragende Analyse der Situation von Rainer Rupp. Auf RT-Deutsch hatte er am 16.07.2018 einen ähnlichen Beitrag veröffentlicht. Ganz treffend finde ich auch die Definitionen unserer öffentlich rechtlichen Medien, den „Allgemeinen Regierungsdienst“ ARD und den „Zentralen Dummfunk“ ZDF.

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